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Volume II. Geschäftsberichte Abtheilung I 13. Sanitäts- und Medicinalpolizei

Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1871/1880 (Public Domain)

Aerzte. 
289 
i in Jahre 
bei einer mittleren Bevölkerung von 
1 Arzt auf 
1871 
799 515 
1 067,4 Einwohner 
1872 
844 380 
1 116,9 
1873 
882 316 
1 184,2 
1874 
916 449 
1 080,7 
1875 
948 542 
1 117,2 
1876 
981 961 
1 085,4 
1877 
1 011 901 
1 081,0 
1878 
1 041 217 
1 102,9 
1879 
1 073 616 
1 116,0 
1880 
1 122 504 
1 138,3 
Verhältnißmäßig war also die Zahl der Aerzte vor 10 Jahren bedeutend größer 
als jetzt und hat in den 3 letzten Jahren stätig abgenommen, ist aber immer noch 
erheblich größer als in anderen Städten Deutschlands. 
Zur Förderung und Vertretung der Standes-Jnterefsen haben sich im Laufe der 
Siebziger Jahre in den meisten Stadttheilen Berlins „ärztliche Bezirks-Vereine" 
gebildet, welche durch einen Central-Ausschuß mit einander zusammenhängen. 
Die Betheiligung der Aerzte an diesen Vereinen ist eine steigende, aber keines 
wegs allgemeine. Es hatte 
der Bezirksverein 
Gegründet 
M i t g 
1879 
jeder 
1880 
1. Königstadt 
1871 
68 
67 
2. Friedrich-Wilhelmstadt 
1874 
54 
56 
3. Ost-Berlin 
1877 
31 
30 
4. West-Berlin 
1875 
65 
69 
5. Südwest-Berlin 
1878 
38 
40 
6. Nord-Berlin 
1877 
24 
27 
7. Luisenstadt 
1875 
74 
72 
8. Friedrichstadt 
1875 
95 
101 
Summa 
449 
462 
Es ist somit noch nicht die Hälfte der Aerzte den Bezirksvereinen beigetreten. 
Im Laufe des letzten Jahres hat der Central-Ausschuß der Bezirks-Vereine sich 
durch seinen Vorstand mit dem Polizei-Präsidium in Verbindung gesetzt und sich er 
boten, demselben bei Ausführung sanitätspolizeilicher Maßnahmen durch Einwirkung 
auf die Aerzte behülflich zu sein. Eine derartige Unterstützung würde der Behörde 
in mancherlei Fällen nur sehr erwünscht sein können (pünktliche Anmeldung an 
steckender Krankheiten, Einwirkung auf das Publikum im Interesse der Befolgung 
sanitätspolizeilicher Vorschriften u. dgl.), in wie weit dieselbe jedoch von Erfolg sein 
wird, bleibt abzuwarten und dürfte namentlich davon abhängen, in wie >vcit die 
Vereine im Stande sind, über ihre Mitglieder die erforderliche Disciplin auszuüben. 
Homöopathen und solche Aerzte, welche dem Publikum durch Annoncen in öffent 
lichen Blättern ihre Dienste anbieten, finden keine Aufnahme. Ein Ehrenrath kann 
die Ausschließung von Vereinsmitgliederu herbeiführen. 
Prämien für Wiederbelebungs-Versuche, welche bei Scheintodtcn mit 
oder ohne Erfolg angewandt waren, wurden im Jahre 1880 an 34 Aerzte ertheilt, 
jedoch waren in 3 Fällen je 2 Aerzte, in 2 Fällen je 1 Hcilgehülfc an den Be 
st
	        
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