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Volume II. Geschäftsberichte Abtheilung I 13. Sanitäts- und Medicinalpolizei

Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1871/1880 (Public Domain)

Kanalisation. 
173 
Bau-Commission, des Polizei-Präsidiums und der städtischen Behörden am 30. August 
1878 und hatte, da sie die Bcsorgniß einer mißbräuchlichen Benutzung der Noth 
auslässe nicht gerechtfertigt erscheinen ließ, zur Folge, daß der Herr Minister für 
Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten, dem nunmehr die übrigen Herrn Minister 
die alleinige Regelung der Angelegenheit überlassen hatten — (Bi. V. vom 26. Oktober 
1878) das Polizei-Präsidium und die Königliche Ministerial-Bau-Comniissio» anwies, 
alle Anträge des Chef-Ingenieurs der städtischen Kanalisation ivegen Genehmigung 
von Nothauslässcn gemeinsam zu prüfen, sic im Falle des Einverständnisses ohne 
Weiteres zu genehmigen oder abzulehnen und nur im Falle der Meinungsvcrschicden- 
heit über die Zulässigkeit der Anlage an den Minister zu berichten. Zugleich wurde, 
um die Gefahren einer Verunreinigung der öffentlichen Wasserläufc auszuschließen, die 
größte Vorsicht empfohlen imb angeordnet, daß die genannten Behörden alljährlich Bericht 
über Lage, Zahl, Umfang und Länge der genehmigten Nothauslässc erstatten sollten. 
Hiernach wurde verfahren und sind im Ganzen folgende Nothauslässe ge 
nehmigt worden: 
Die Nothauslässe münden 
187« 
1877 
1878 
1879 
1880 
Zusammen 
in die Spree 
2 
1 
2 
6 
1 
12 
- den Landwehrkanal 
2 
4 
2 
10 
1 
19 
- - Kupfergraben 
1 
— 
— 
1 
— 
2 
- - Festungsgraben 
1 
— 
— 
— 
1 
2 
- - Luisenstädtischen Kanal . . . 
— 
— 
1 
1 
— 
2 
- - Nordhafen 
— 
— 
— 
2 
— 
2 
- - Berlin-Spandauer Kanal . . . 
. 
— 
— 
1 
— 
1 
- - Münzkanal 
— 
— 
— 
1 
— 
1 
Zusammen . . . 
6 
5 
5 
22 
3 
41 
Begründete Beschwerden über irgend tvclchc sanitären Mißstände, welche die Kana 
lisation etiva hervorgerufen haben könnte, sind beim Polizei-Präsidium nicht eingegangen. 
Im Jahre 1875 sprach zwar ein Hausbesitzer in der Dorothccnstraßc in einer 
Vorstellung an das Polizei-Präsidium seine Besorgniß darüber aus, daß die Regen 
rinnen der Häuser, welche in die Kanäle münden, Kanalgasc dem Dache und den da 
selbst befindlichen Fenstern von Mansarden-Stuben zuleiten könnten, jedoch konnte er 
hierüber beruhigt werden. Klageit darüber, daß die gefürchteten Mißständc wirklich 
eingetreten seien, sind nicht erhoben tvorden. 
Eine im Jahre 1878 eingegangene Beschwerde über schlechte Gerüche, welche 
aus Straßen-Gullies in der Potsdamcrstraße aufsteigen sollten, beruhte augenscheinlich 
auf einer mangelhaften Unterscheidung der neuen Kanäle von den alten, nut der 
Kanalisation nicht zusamenhängenden, welche ebenfalls mit Glillics versehen sind. 
Die im Jahre 1880 von einem Hausbesitzer ausgesprochene Bcsorgniß, daß die 
in nächster Nachbarschaft der Brunnen angebrachten Gullies zur Verunreinigung der 
ersteren führen könnten, erledigte sich ebenfalls für diesen besonderen Fall durch die 
angestellte Untersuchung und mußte im Allgemeinen als unbegründet angesehen werden, 
da bei den kanalisirten Grundstücken den Hausbewohnern jede Veranlassung fehlt, 
Schmutzivasser gerade in diese Gullies zu gieße,,, während ihnen im Hause selbst die 
ordnungsmäßigen Ausgüsse viel bequemer zur Hand lind. And erwecke Beschwerden, 
als diese vorerivähnten unbegründeten, sind während der 4 ^zahrc, in denen die Kana 
lisation in Betrieb ist, nicht zur Kenntniß des Polizei-Präsidiums gelangt, dagegen 
zeigt sich unzweideutig die Verbesserung des allgemeinen Zustandes derjenigen Straßen, 
welche bereits an die Kanalisation Anschluß gesunden haben. In dem Abschnitt über
	        
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