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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1871/1880 (Public Domain)

Markthalle». 
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einer zugleich Erwerbszwecke verfolgenden Privatgesell schuft 
allf Jahrzehnte hinaus ein fast unbedingtes Recht auf Schließung 
der offenen Märkte und Erhebung von Marktstan dsgcldern nach 
einem, die bisher gezahlten geringfügigen Gebühren weit über 
steigenden, Tarife zu verleihen, der erst dann ermäßigt werden 
dürfe, wenn die Gesellschaft in drei auf einander folgenden 
Jahren mindestens 10 pCt. Dividende gezahlt habe. Die aus 
einem solchen Verhältniß zu besorgenden Gefahren könnten durch die Klausel, 
daß die Stadtgemeindc zuerst nach 30 Jahren und demnächst von 10 
zli 10 Jahren die Markthallen nebst dem gcsammtcn Grundbesitz der Ge 
sellschaft ankaufen dürfe, nur in kaum nennenswcrther Weise vermindert 
werden." 
Auf eine nochmalige Vorstellung des Magistrats wurde der Inhalt dieses Er 
lasses durch die genannten Herren Minister unter dem 31. Oktober 1873 lediglich 
bestätigt. Ein nunmehr vom Magistrat an die Stadtverordnctcn-Versainmlung ge 
richteter Antrag, sich mit dem Ankauf der zu Markthallen bestimmten Grundstücke 
der Deutschen Bau-Gesellschaft 51t gleichem Zwecke einverstanden zu erklären, wurde 
von dieser abgelehnt. 
Seit jener Zeit hat das Polizei-Präsidium den Magistrat wiederholt daraus 
aufmerksam gemacht, daß die Zustände auf den offenen Wochcnmärkten durch die 
Zunahme der Bevölkerung, des Handels- und des Straßenverkehrs, insbesondere auch 
der Pferdeeisenbahn-Anlagen, immer unhaltbarer und unleidlicher werden, auch aus 
die Ernährungsverhältniffc schädlichen Einfluß zu üben drohen und aus die Errich 
tung von Markthallen durch die Stadt hindrängen. 
Der Magistrat erkannte diese Erwägungen als zutreffend an und rechtfertigte 
die Unterlassung geeigneter Inangriffnahme der Errichtung von Markthallen mit dein 
Hinweis auf die Schwierigkeiten, welche sich dem Erwerb passender Grundstücke ent 
gegenstellten. 
Erst im Mai 1880 nahm der Magistrat die bezüglichen Verhandlungen tviedcr 
auf. In seinem Schreiben vom 29. Mai desselben Jahres erklärte er, 
„nachdem die Stadtgemeindc Berlin den Bau eines eigenen Vichiuarktes mit 
öffentlichen Schlachthäusern in Angriff genommen, habe sich auch innerhalb 
der Communal-Bchördc mehr und mehr die Ueberzeugung verbreitet, 
daß Markthallen nicht länger zu entbehren und daß dieselben 
von der Stadt selbst zu erbauen seien. Er habe, da die Eröffnung 
des Viehhofes nahe bevorstehe, daher beschlossen, dem Bau von Markthallen 
ernstlich näher zu' treten und, ivenn möglich, noch in diesem Jahre mit 
Errichtung einer kleinen Markthalle den Anfang zu machen. 
Zu diesem Zwecke sei als ganz besonders geeignet schon seit einigen Jahren 
der Magdeburger Platz von ihm ins Auge gefaßt, tvelchcr als freier Platz 
in jener Gegend entbehrlich sei. Um ihn indessen als solchen nicht ganz ein 
gehen zu lassen, werde beabsichtigt, auf den von der Markthalle nicht in 
Anspruch genommenen Theilen Schinuckplätzc mit Anpflanzungen anzulegen." 
Der Magistrat überreichte zugleich die für das Unternehmen gefertigte Zeichnung 
und fragte an, ob das Polizei-Präsidium dem Plane seine Zustimmung geben und 
bereit sein tvürde, nach Fertigstellung der Halle den offenen Markt auf dem Magdc- 
burger Platz und in dessen nächster Umgebung zu schließen. 
Das Polizei-Präsidium konnte in seiner Erwiderung vom 28. Juni desselben 
Jahres die kundgegebene Absicht der städtischen Behörden, nunmehr mit der Errich 
tung von Markthallen auf städtische Kosten vorzugehen, nur mit Freuden be 
grüßen. Ztvar hätte es für ztvcckmäßiger erachtet, gleichzeitig eine größere Anzahl von 
Markthallen unter Aufhebung von offenen Märkten zu errichten, da nach den nut 
der Markthalle ain Schiffbauerdamm gemachten Erfahrungen gleichmäßig Käufer und
	        
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