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Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1871/1880 (Public Domain)

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Markthallen. 
wieder zu schließen. Ihre Bemühungen, die Verkäufer durch möglichst günstige Bedin 
gungen für die Benutzung der Halle zu gewinnen, waren erfolglos geblieben, anderer 
seits hatte ihren Anträgen auf Schließung weiterer Wochenniärkte, insbesondere des 
aus dem Gensdarmenmarkte abgehaltenen, noch nicht stattgegeben werden können. 
Dieser Mißerfolg hielt die gedachte Gesellschaft jedoch von weiterer Verfolgung 
ihrer Absichten in Bezug auf die Wiedereröffnung der fertigen Halle und die Errichtung 
weiterer Markthallen nicht ab. 
Noch im Oktober 1868 erbat sie von dem Herrn Handelsininister die Erlaubniß 
zur Errichtung einer Halle auf dem Dönhofsplatzc und die Ueberweisung dieses Platzes 
ju diesem Zwecke. 
Zufolge Auftrags des Herrn Ministers legte das Polizei - Präsidium den Plan 
dem Magistrate zur Aeußerung vor. Dieser sprach sich aber unter dein 18. No 
vember 1868 auf das Entschiedenste sowohl gegen die Benutzung öffentlicher 
Plätze zur Erbauung von Markthallen, als auch gegen die Gewährung einer solchen 
Vergünstigung an beliebige Unternehmer ohne Zulassung freier Concurrenz 
aus. Da auch das Polizei - Präsidium den Antrag nicht befürworten konnte, lehnte 
der Herr Handelsminister denselben durch Erlaß vom 20. Januar 1869 ab, sprach 
aber gleichzeitig die bestimmte Erwartung ans, 
„daß der Magistrat sich behufs der für ein dringendes Bedürfniß zu er 
achtenden Umgestaltung des gegenwärtigen Berliner Markt - Verkehrs die 
Herstellung von Markthallen in genügender Zahl und Ausstattung auf 
städtische Kosten nunmehr ernstlich werde angelegen sein lassen." 
Eine dem Schlußsatz dieses Erlasses entsprechende Aufforderung war bereits vor 
her vom Polizei - Präsidium an den Magistrat ergangen. Es war demselben unter 
dem 25. December 1868 mitgetheilt worden, 
„daß das Polizei - Präsidium die Errichtung von Markthallen zum Ersatz 
des zu beseitigenden Wochcnmarkt - Verkehrs für ein dringendes Bedürfniß, 
ja hinsichtlich einiger Stadttheile für eine unabweisliche Nothwendigkeit erachte." 
Der Magistrat >var darin zugleich ersucht worden, diese wichtige Frage in Er- 
ivägung zu nehmen und sich darüber zu äußern, ob, bczw. in welchem Umfange ein 
Bedürfniß zur schleunigen Herstellung solcher Hallen auch von seiner Seite anerkannt 
werde und, zustimmenden Falles, an welchen Stellen der Stadt und in welcher Art 
Markthallen auf städtische Kosten errichtet werden sollten. 
Dieses Ersuchen wurde trotz Wiederholung und Mittheilung des vorerwähnten 
Erlasses des Herrn Handels-Ministers Seitens des Magistrats nur dahin beantwortet, 
„daß die angeregte Frage nicht für so durchaus dringend erachtet werden 
könne, gleichwohl aber derselben große Aufmerksamkeit geschenkt werde." 
Es blieb dabei unentschieden, ob die etwaige Herstellung von Markthallen durch die 
Stadt, oder ob sie durch Private und Gesellschaften nach einem Gesammtplan erfolgen solle. 
Im Februar 1869 versuchte die Immobilien - Aktien - Gesellschaft von Neuem, 
ihre Markthalle in der Carlstraße zu verwerthen, und stellte sic nunmehr ihrerseits 
den Antrag auf Verlegung der Wochcnmärkte vom Carlplatz und vom Oranienburger 
Thor in diese Halle. Das Polizei - Präsidium theilte diesen Antrag dem Magistrat 
mit, indem es sich für denselben aussprach und die fernere Benutzung der Markthalle 
in der Carlstraße sogar für eine Voraussetzung der nothwendigen weiteren Entwickelung 
der Markthallcn-Frage überhaupt erachtete. 
Der Magistrat glaubte jedoch in seinem Schreiben vom 9. April 1869 seine 
Zustimmung an die Erfüllung von Bedingungen knüpfen zu müssen, deren Mittheilung 
die Immobilien - Gesellschaft zu der Erklärung veranlaßte, daß sie dann zu ihrein 
Bedauern die Markthalle nicht wieder dem öffentlichen Verkehr übergeben könne. 
Als die Immobilien-Actien-Gesellschaft am 26. Juli 1873 nochmals anfragte, 
ob bei Wiedereröffnung ihrer Halle in der Carlstraße Aussicht vorhanden sei, daß 
die Wochenmärkte auf dem Carlplatz, am Oranienburger Thor und auf dem 
Gendarmen-Markt geschloffen werden würden, konnte das Polizei-Präsidium, nach der
	        
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