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Volume II. Geschäftsberichte Abtheilung I 10. Straßen- und Verkehrspolizei

Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1871/1880 (Public Domain)

Straßen- und Verkehrspolizei. 
NS 
Beschränkung des Fährverkehrs in besonders engen Straßen, wie bei der Börse zur 
Börsenzeit, sowie über die Siegelung des Fährverkehrs an den Ankunft«- und Abfahrts 
stellen hiesiger Eisenbahn Höfe erlaffen. 
Durch Polizei-Verordnung vom 4. Mai 1875 wurden ferner Bestimmungen über 
die zulässige Breite und Hohe und das Gewicht der Ladung eines Fuhrwerks 
getroffen, außerdem durch dieselbe vorgeschrieben, daß Fuhrwerke, deren Ladung eine 
Länge von 5,5 m überschreitet, in der Zeit von 11 Uhr Vormittags bis 8 Ubr 
Abends eine größere Zahl von Straßen mit lebhaftem Verkehr nickt befahren dürfen. 
Eine iveitere Beschränkung des Fuhrwerksverkehrs in einer Anzahl von belebten 
Straßen ist durch die Polizei-Verordnung vom 19. Mai 1879 erfolgt. Dieselbe ver 
bietet in diesen Straßen von 11 Uhr Vormittags bis 7 Uhr Abends das Beladen 
lliid Entladen von Wagen, welche zum Transport von Lasten, Waaren oder Gegen 
ständen irgend einer Art dienen, sowie das Stillhalten dieser Fuhriverke daselbst. 
Ein Gleiches ist atich für Handwagen, Karren und Hundc-Fuhnverke angeordnet. 
Den Personen-Fuhrwerken ist das Anhalten in diesen Straßen während dieser 
Zeit nur so lange gestattet, als das Aufnehmen oder das Absteigen von Personen cs 
nöthig macht. 
Durch die Polizei-Verordnung vom 17. Mai 1879 sind an Stelle des § 100 
des Straßen-Polizei-Reglemcnts Vorschriften gegeben worden über die erforderliche 
Beschaffenheit der Wagen und Transportmittel, die zum Fortschaffen flüssiger 
und leicht verstreubarer Gegenstände dienen. Diese Polizei-Verordnung trifft zum 
großen Theile die Transporte von Schutt und Baumaterialien, welche häufig auf Wagen 
verladen werden, deren Kasten die Ladung in ungenügender Weise umschließen und 
das Verstreuen der Ladung durch vorhandene Fugen während der Dauer des Trans 
ports zulassen. Bei der großen Menge von Schutt und Bau-Material, das in Folge 
der vielen Bauten, der vielen Pflasterungen, wie der Kanalisationsarbeiten durch die 
Stadt transportirt wird, ist die Blaffe des Abganges, welcher während des Trans 
ports auf die Straße verstreut wird und dort der Straßcnreinigung zur Last fällt, nach 
angestellten oberflächlichen Berechnungen ein so ungeheurer, daß damit viele Tausende 
von Fuhren gefüllt werde», um den Abfall wieder aus der Stadt zu schaffen. 
Das Polizei-Präsidium hat sich deshalb genöthigt gesehen, diese Verordnung seit 
ihrem Erlaß wiederholt in Erinnerung zli bringen, auch den Beamten der Executiv- 
Polizei eine Controle über deren sorgfältige Befolgung aufzugeben, da bisher noch 
immer eine große Anzahl von Wagen diesen Transport durch die Stadt bewirkt, die 
den gegebenen Vorschriften nicht entsprechen. 
Ein executivisches Einschreiten gegen dieselben erschien in der ersten Zeit nach 
Erlaß der Verordnung, gegenüber der zahlreichen Menge der unvorschriftsmäßigen 
Wagenkasten, kaum durchführbar, dasselbe ist jedoch nunmehr den Executiv-Bcamte» 
bereits seit längerer Zeit, besonders in dem Falle der Uebertrctnng an der Auflade 
stelle, zur Pflicht gemacht worden. Trotzdem ist cs aber noch nicht gelungen, der un- 
vorschriftsmäßigen Beladung der Wagen dauernd und tvirksam entgegen zu treten, 
und werden deshalb andere Maßregeln in Erivägung gezogen ivcrden müssen, um 
diesem für die Verhältuifle der Hauptstadt in der That nicht zu verkennenden Uebel- 
stande abzuhelfen, der aus dem Gebrauch vorschriftswidriger Wagen ertvächst. 
Durch die Polizei-Verordnung vom 18. Juli 1879 sind Vorschriften für den 
Transport von geschlachtetem Vieh und Fleisch erlassen. Es ist durch die 
selbe die vielfach anstößige, ekelerregende Art der Fortschaffung dieser Gegenstände in 
unbedeckten Wagen oder in unverhülltem Zustande als unzulässig verboten worden. 
Zur Beseitigung der vielfachen Belästigungen, denen das Publikum durch den 
Geschäftsbetrieb der in der Nähe der Theater re. sich aufhaltenden Billethändlcr 
allsgesetzt war, hat die Polizei-Verordnung vom 19. Dezember 1873 das Feilhalten und 
den Verkauf von Billets zli Thcatcril und dergleichen aus öffentlichen Straßen und 
Plätzen, sowie in den Vorrälnnen und Zugängen der Theater uitd des Eircus für die 
Zeit von 5 Uhr Nachmittags bis 8 Uhr Abends untersagt. 
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