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Volume II. Geschäftsberichte Abtheilung I 10. Straßen- und Verkehrspolizei

Full text: Verwaltungsbericht des Königlichen Polizei-Präsidiums von Berlin (Public Domain) Issue 1871/1880 (Public Domain)

Straßenbau - Polizei. 
109 
Mängel und Uebelständc zur Kenntniß der Eigenthümer vdcr der genannten Behörden 
zu bringen und auf deren Abhülfe hinzuwirken. 
Ein sehr wesentlicher Theil der polizeilichen Thätigkeit wurde durch die Aufrecht 
erhaltung der Ordnung und Sicherheit des Verkehrs bei den auf den Straßen 
und öffentlichen Plätzen vorkommenden Bauarbciten und Reparaturen in Anspruch 
genommen. Zu einer besonderen Bedeutung ist diese dem Verkehr zugewendete Thätig 
keit der Polizei-Behörde aber erst seit der Ausführung der bereits oben aufgeführten 
größeren Ban - Anlagen gediehen, namentlich nachdem die allgemeine städtische 
Kanalisation und der Bau der Berliner Stadt - Eisenbahn zur Ausführung gelangt, 
die Pferdebahnen Hierselbst mehr in Aufnahme gekommen und das Rohrnetz der 
Gasanstalten, sotvie die Kabel- und Rohrpvstanlagen der Kaiserlichen Tclegraphen- 
und Postvcrwaltnng erweitert ivorden sind, und endlich seitdem der mächtig an 
gewachsene Verkehr die Erweiterung vieler Brücken und die Herstellung eines beffcren 
Pflasters zu einein unabweislichcn Bedürfniß gemacht hat. 
Unvermeidlich ist cs, daß die Arbeiten zur Ausführung aller dieser als noth 
wendig erkannten baulichen Anlagen den Verkehr auf den Straßen zum Theil in 
hohem Maße beeinträchtigen. Die Polizei-Behörde hat daher die Aufgabe, die Uebel- 
stände, welche aus solchen Arbeiten dem Straßen-Vcrkehr erwachsen, möglichst einzu 
schränken und dafür Sorge zu tragen, daß unnöthige Hindernisse vermieden werden, 
was in Fällen, wo die Arbeiten der verschiedenen Behörden in einem Stadtthcile 
sich häufen, nicht selten nur unter Schwierigkeiten zu erreichen ist und ein geschicktes, 
umsichtiges polizeiliches Eingreifen erfordert. 
Eine unliebsame, aber leider nicht abzuwendende Maßregel, tvclche die Vor 
nahme von Bauarbeiten erheischt, ist die gänzliche Sperrung von Straßen und 
Brücken. Dieselbe erfolgt in der Regel nur auf Antrag der bauenden Behörden 
vdcr deren Beamten und Unternehmer und zwar erst nach erfolgter Prüfung in 
Bezug auf ihre Nothwendigkeit und Zulässigkeit. Nicht selten haben dergleichen 
Anträge abgelehnt werden müssen, wo die Sperrung nicht als nothwendig anerkannt 
werden konnte oder wo bereits bestehende Sperrungen benachbarter Straßen oder Brücken 
iin Vcrkehrsinteresse dieselbe unzulässig erscheinen ließen. 
Die Anzahl der jährlich nothwendigen und polizeilich angeordneten Sperrungen 
von Straßen und Brücken ist nicht unbedeutend; dieselben betrugen: 
im Jahre: 
1878 
1879 
1880 
a) für Zwecke der Neu- und Umpflasterungcn, 
Chaussirungen und Asphaltirungcn der Straßen- 
dämme 
95 
78 
66 
b) für die Ausführung der allgemeinen städtischen 
Kanalisation 
57 
41 
137 
c) für verschiedene andere Zwecke, zum Bau der 
Straßen-Eisenbahn, der Pferde-Eisenbahnen, 
für Verlegung von Rohrleitungen der städtischen 
Wassertvcrkc, der Gasanstalten und der Kaiser 
lichen Postbehörde und dergleichen .... 
8 
9 
ck) Behufs Reparatur von Brücken 
15 
16 
14 
Zusammen 
175 
161 
226 
Vorstehende Angaben laffen ersehen, einen >vie erheblichen Antheil an der Zahl 
der Straßensperrungen und den mit denselben verknüpften Verkehrsbe,chränkungcn die 
Kanalisations-Arbeiten haben.
	        
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