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Das Bürgerhaus in der Altstadt

Full text: Das Bürgerhaus in der Altstadt

überlebt: des Den Ringstraßenbau 19. Jahrhunderts Am Eser 17 (Lit. A284) und 2I (Lit' A282)
Noch in der Mitte des vorigen Jahrhundertsragte gegenüberder HäuserzelleAm Eser die Stadtmauer verläuft genau .*por. Die heutige EserwallstraJ3e Wehrgraben' Der über dem damals zugeschütteten Versuch,nach dem Abbruch der Mauer auch an der Südflanke der Altstadt den Ringstraßenbau durch eine neue Häuserzeilezu krönen, wie dies im Westen entlang der heutigen Konrad-Adenauer-Allee blieb allerdingsmit der Enichtung eines geschah. äitrrig.n aus der alten Baulinie ausbrechenden Gri.inderzeitbaus(Eserwallstr. I7) in den Anftingen des i6'i i7' Jh' stecken.Die einfachenWohnhäuser bis dagegennahezu ausnahmslos vermochten sich und konnten inzwischen fast heute zu behaupten alle saniertwerden. Eine besondereÜberraschung,nämlich den bisher frtihesten Nachweis eines noch bestehendenGebäudes in Augsburg, bescherte dabei niletn' die des Anwesens'4m Untersuchung bauforscherische Bereich der nördlichen Eser 17 (LiL A 254).Im Giebelwand waren schon zu Beginn der Instandsetzung (1995196) wichtige Fachwerkbefundeans UnLicht gekommen.Eine dendrochronologische von konstmktiven Hölzern aus dem tersuchung Dachwerk und aus dem Fachwerk der Nord- und Ostfassadeergab schließlich übereinstimmendals Fällungsdafumdas Jalr 1392. Durch die Bauforschung (H- Strehler, Bayer' Landesamtfür Denkmalpflege)konnte das konstruktive Gefrige des urspri.inglichenFachwerkbaus umfaswerden. Aus der Bauzeit sind send nachgewiesen Resteeiner Bohlenstube beachtliche im Erdgeschoß Sie sind heute von einfachenLeichtbauerhalten. wänden geschützt, können aber durch ,,Befundwerden. Die fur den Typus des fenster" eingesehen Mietzinshauses charakteristische stockwerkweise Erschließung der Wohnungen (Erdgeschoß über Eingang an der östlichen Traufseite; 1. Obergeschoß über zweiläufig gewinkelte Treppe vom Dachgeschoß Eing*g an der vorderenGiebelseite; über Außentreppe vor der östlichen Traufseite und weiter über einläufige Treppe im Gebäude) blieb bei der Sanierungdurch die Besitzer Leuthe und Tochtermann(Architektin J. Robert) erhalten' Der geräumigeKeller, dessenDecke in historischer Zeit bereits einmal angehoben wurde, hat offensichtlich als Werkstatt gedient: Seit 1645 sind hier bis ins 19. Jh. fast ausschließlichWeber nachzuweisen. Ihre Webstühlewaren nach Möglichkeit in den kühlen Kellerräumen untergebracht,da diese aufgrund der gleichmäßigenLuftfeuchtigkeit ideale für Voraussetanngen die Herstellung der Gewebe boten. Auch die Sanierungdes HausesAm Eser 2l (Lit' A giebelständi282), ebenfallsein zweigeschoßiger. wwde erst vor kurzem beendet' ger Satteldachbau, Im Erdgeschoßgibt es hier eine korbbogenformig Tordurchfahrt, der im Giebel eine abgeschlossene kleine Aufzugsluke zugeordnet ist- Unmittelbar hinter dem Tor verdeckt eine Fallttir den Zugang zum Keller. Eine zweiläufige Treppenanlage im Mittelbereich der westlichen Haushälfte führt zu mit (Treppengeländer Docken, den Obergeschoßen sind zu den GiebelL Obergeschoß um 1900). Im wänden hin jeweils drei Wohnräume angeordnet, dazwischen liegen teilweise gefangene Nebenist räume. Das 1. Dachgeschoß erst seit wenigen für Wohnzweckegenutzt. Generationen Als Besitzerdesnach 1655durch das Benediktinerstift St. Ulrich und Afra erneuertenAnwesens,das vielieicht ursprünglichals Stadel fungierte und erst dann als Wohnhausgenutzt wurde, sind etwa 1708 ein Goldschmied,seit 1724 ein Feldwachmeister, und 1779 ein Weber bzw' seit 1740 Handelsherrn genannt. Bei der Sanierung durch den Bierbrauer DiakonievereinEserwall e. V- blieb die überkomund die historischeBaumene Grundrif3disposition substanz erhalten (Architekten Kunz & Partner)' Das Haus steht im Rahmen des Projekrs ,,Betreutes Wohnen in Augsburg" für Menschen in Lebenskrisenoffen.

EUR()PEAN H€RIT^CE DAYS

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Innenhofmit,,Wohnturm": Gemeinsamer 15 Auf dem Rain 6 und Schmiedgasse (Lit. C 2121213)
Das AnwesenAuf dem Rain 6, ein stattlicherdreiTraußeitbau mit sieben Fensterachsen. geschoßiger besita eine aufflillig hohe, durch vier .,gedri'ickte Ochsenaugen" zusätzlich belichtete Erdgeschoßmit halle, in die um 1900 ein Zwischengeschoß sog. Kappen eingezogen wurde' Aus der Preußischen Zeit um 1700 stammt die Podesttreppemit Brettbalusternund Anftinger, die über einen Zugangsflur entlang der südlichen Giebelwand erreicht wird. D ie Eingangsttirmit rundbogenformigemAbschluß und Oberlichtgitter über kräftigem Käimpferprofil sowie einige Zweifelderttiren mit profiliertem im Rahmen und Fischbandbeschlägen l. Obergeschoß sind im ausgehenden17. Jh. entstanden, ebensodas dreigeschoßigeDachwerk mit verzapften Holzverbindungen.Über den hohen Aufzuggiebel entlang der nördlichen Giebelwand mit typischem Pultdach und Luken zu den beiden unteren Dachgeschoßen(Aufzug mit sog. Aufzuggalgen funktionsftihig erhalten) konnten in der Tordurchfaht stehendeFahrzeugebe- und entladenwerden. Letfrere führt auf einen allseits umbauten Innenhof, der mit dem Nachbarhaus Schmiedgasse 15 gemeinsambenutzt wird. Dieses dreigeschoßigeEckhaus wurde im i6. Jh. errichtet. Die Giebelfassade zur Gasse Auf dem Rain besitzt einen zweigeschoßigenErker, der auf steinernenVolutenkonsolenruht. Ein zweiter Erker ist linksseitig an der Traufseite zur Schmiedgasse schlichtergestaltet Er angeordnet. war ursprtiLnglich und wurde erst im Zuge der Sanierung mit ImitaBeide Vorversehen. tionen der o. g. Steinkonsolen den örtliaber als ,,Flacherker" bautenentsprechen chen Bauvorschriften,die schon früh erlassenwurden, um den öffentlichen Straßenraumvor störenden Einbauten und anderenBeeinträchtigungenzu schützen. Durchgang entlang der südliEin erdgeschoßiger chen Traufuand schaffi eine eigene Verbindung von der GasseAuf dem Rain ztrrt Innenhof- Vom Eingang an der Schmiedgasseführt ein entlang der östlichen Giebelwand eingebautes Treppenhaus um mit Stabgeländer, Wangentreppe (eingestemmte Von hier gelangtman 1900)in das 1. Obergeschoß. über eine angewendelteTreppe, die parallel zur südlichenTraufuand angeordnetist, in einen großder die einzelnen zügigen Flur im 2. Obergeschoß, Räume erschließt. Aufgrund konstmktiver Eigenheiten des Dachwerks (zweigeschoßigesKehlbalkendachmit zweifach liegendemStuhl im 1. Dachgeschoß; andreaskreuzlormige Windverbände; verblattete Holzverbindungen)kann man als Bauzeit das mittlere 16. Jh. angeben.Reste der Ausstathrng (2. B. eingestemmte Zweifeldertüren) stammenaus dem mittleren 18. Jh. Im Hofbereich gibt es einen turmartigen Aufbau, dessen Dach ebenfallsin das 16. Jh. zu datierenist. Er stellt die bauliche Verbindung nt Schmiedgasse// her. das Innenhofmit Auf dem Rain 6 von den gemeinsamen Ostenher abgrenzt. Die drei Häuserwurden 1986-93durch den Eigenttimer Peter Medla saniert (Architekten Brecheler und Btiro Gilg, Peer& Wolf.

IUROPEAN HERITACE DAYS

Tag des offenen Denkmals

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im standen Keller: Die Webstühle 5 Baumgärtleingäßchen (Lit. A 298) Das Handwerkerhaus
Die Giebelfassadender nebeneinanderliegenden 7, Häuser Baumgcirtleinga/3chen 9 u. I I markieren den westlichen Rand des alten Handwerkerviertels zu Ftißen der Ulrichskirche. Auf der anderen Seite der Gasse(ehem. Edgar-Meyer-Gelände)befanden Gärten des Benediktinerstifts sich die ausgedehnten St. Ulrich und Afra. Das Haus BaumgcirtleinHäuga/3chen lehnt sich nicht an die benachbarte 5 serzeilean. sondern steht frei im rückwärtigen Teil der Parzelle und lZißtauf diese Weise einem knapp 100 m2 großen Garten Platz. Das Erdgeschoßwird über den südlichenHaupteingang erschlossen,während das Obergeschoßüber einen eigenen Treppenraum mit Zugang von der gegenüberliegendenTraußeite verfügI. Getrennt zugänglichsind auch die beiden nebeneinanderlieKellertonnen, die genden segmentbogenlormigen parallel zur Firstrichtung verlaufen und vom Hof aus belichtet werden. Sie boten den idealen Platz filr die Aufstellung von Websti.ihlen.die hier bei gleichmZißiger Luftfeuchtigkeit im Ktihlen untergebracht waren. Keller und Außenwändesind in Ziegelmauerwerkerrichtet, sämtliche Innenwändeund dagegensind Holzkonsffuktionen. Geschoßdecken Dies kann als typische Lösung der örtlichen Bautradition gelten. Von der Ausstatfungsind zweifeldrige Zimmerfi.iren im l. Obergeschoß mit Fisch(18. und bandbeschlägen Kastenschlössern Jh.) und (frühes nördliche Hauseingangstüre die vierfeldrige Dachwerkist Das historische 19. Jh.) zu erwähnen. Kehlbalkendach mit verblatein zweigeschoßiges teten Holzverbindungen. Mit seinen getrenntenWohnbereichenund den als genutztenKellerräumen ist dieses Produktionsstätte Objekt ein gutes Beispiel für ein von Handwerkern bewohntesHaus im Ulrichsviertel: Seit Ende des 16. Jh. sind auf der Parzelle Weber als Besitzer Von 1685 an gehörte das Anwesen nachgewiesen. dem ReichsstiftSt. Ulrich und Afra, seineBewohner waren also dem benachbarten Kloster zinspflichtig. Sanierungdurch Bei der ki.irzlich abgeschlossenen die jetzigen Eigenttimer Angeli und Rädler wurde die für das ehemalige Mietzinshaus charakteristials der Erschließung Wohneinheiten schegetrennte sinnvoll erkannt und beibehalten.Doch standen Belange, sonnicht nur die denkmalpflegerischen Gesichtspunkteim Vorderdern auch ökologische grund (Einbau einer Brennwert-Heizungsanlage; zur Sammlung von RegenBrauchwasserzisterne und Toilettenwasser für die Gartenbewässeruns spülung).

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EIJR()PEAN HTRITACE DAYS

Tag des offenen Denkmals 1997

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: Festsaal und ihr vergessener ,,Luxushandwerker" u 33 Hunoldsgraben (Lit. A s 1 S ) n d3 5 ( L i t .A 5 1 7 )
des Das schlichteHauptgebäude Handwerkerhauses 33 (Lit. A 518), ein dreigeschoßiHunoldsgraben des 16. Jh. mit fünf Fensterachsen, ger Traufseitbau schließt unmittelbar an die durch den nördlichen Nachbarn (Hunoldsgraben 3l) vorgegebeneBausita ein flucht an. In der zweiten Fensterachse schlichter Flacherker.Ein parallel zur nördlichen Giebelwand geführter Flur erschließt das tiefliewo gende Erdgeschoß. sich die Werkstatt befunden kleihabenmuß und führt in den dahinterliegenden Abseiten nen Innenhof, der von zweigeschoßigen eingefaßt ist. Das erste Obergeschoßist über eine die in den erschlossen, einläufige Treppenanlage Laubengangan der rückwärtigen Wand des Hauptgebäudes fi.ihrt.Von dort zweigt eine Treppe in das ab. 2. Obergeschoß Der Hof wird im Osten durch ein zweigeschoßiges Rückgebäudeabgegren^, das zuletü. zurrt südliHunoldsgraben 35 gehörte chen Nachbaranwesen und nur von dort aus zugänglich war. Der erdgeschoßige Durchgang über den Hof des Hauses Hunoldsgraben33 ist neu. Der nördliche Teil des ist Rückgebäudes unterkellert (Kellerhals war urspri.inglichabgemauertund nur von außenzugängwurde über der abgehZingten lich). Im Obergeschoß Decke vor kurzem eine über die ganzeHausbreite fast vollständig erhaltenehölzerne Kasettendecke aus der Zeit um 1600 gefunden.Der späterdurch Bohlenwtindein einzelne Kammern aufleteilte und daher ganz in Vergessenheitgeratene Raum hat vielleicht wenigstenszeitweise als Gartensaaldes Nachbaranauch sonst hochwertig ausgestatteten wesens fi.urgiert.Das Geschoß war nämlich lange nur über einen Durchgang vom Rückgebäudedes HausesHunoldsgraben35 aus erreichbar(Türstock des 18. Jh. bei der Sanierung ausgebaut,Wand Stufen entfernt). abgemauert,niveauausgleichende Ein wohl älterer zugesetzterDurchgang füht aber zur nördlichen Abseite von Hunoldsgraben 33. Ob ursprünglich zu dem kleinen Innenhof Fensterexistiert haben,wird sich erst bei der weiteren Restaurierung herausstellen(innen von jtingerer Bohlenwand verdeckt). Nach Osten öffiret sich der Saal mit fünf Fenstern. Sie sind innen von Arkaden überwölbt, die urspri.inglichauf gemauertenKonsolen ruhten (später bis zum Boden als Pfeiler abgemauert). Das Handwerker-und ZinshausHunoldsgroben 35 (Lit. A 517) bestandursprtinglichaus zwei benachbartenAnwesen,die bereitsim 17. Jh. zusammenTraufseitbau gespanntwurden. Der dreigeschoßige und zweimit des Vorderhauses acht Fensterachsen geschoßigemFlacherker ist gegenüberdem nördlichen Nachbarhaus leicht vorgeschoben.Die einheitliche Fassadengestaltungmit Ecklisenen, Gurtgesimsen und Brüstungsfelderungenstammt aus dem späten 18. Jh. Das Gebäudeverfi.igtbis die heute über zwei getrennteEingZinge, über Flure führen. Auch an den zu eigenen Treppensystemen unterschiedlichen Dachwerkkonstruktionen (im Südenum 1529.im Norden um 1685) sind noch die Haushälften ablesbar. ursprünglich eigenständigen gelangtman über den beidseitig Vom Vorderhaus von schmalen Abseiten eingefaßtenHof zu einem in Rückgebäude, dem wohl die zweigeschoßigen Werkstatfräume der jeweiligen Besitzer untergebracht waren. Hier gibt es einen Durchgang anm dahinterliegendenHausgarten. Bei der Sanierung wurde ein dichter historischerAusstatfungsbestand die in die Innenangetroffen,darunter Ti.irgerüste, d wandkonstrukti onen (B ohIenstän erwerk) integri ert sind, gefelderte Türblätter mit schmiedeeisernen mit BalustergeTreppengeländer Zierbeschlägen, (16. u. 17. Jh.), Fenster(teilweisenoch staltungen und ornamit Setzholzrahmen mit Butzenscheiben) (18. Jh.) sowie schmiementiertenWinkelbZindern Ziergrtter(17. u. 18.Jh.). deeiserne Nach Ausweis der Zinslisten waren hier vom 16. bis zum 18. Jh. zuerst über mehrereGenerationen namhafteAugsburgerGoldschmiede,dann gefragte ansässig,so bis 1569 Georg Edelsteinschneider Boas Schwiegersohn Liebhardtund ab 1585 dessen Ulrich, der mehrfach Beschaumeisterder Goldschmiedezunftund Mitglied des Hohen Rates war. Arbeiten aus seiner Werkstatt findet man heute der etwa in der Schatzkammer Mtinchner Residenz oder im Victoria & Albert MuseumLondon.

E U R) P ! A N ( HERITAGE DAYS

Tag des offenen Denkmals 1997

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in Gartenarchitektur der Jakobervorstadt: Herrschaftliche ImSack3a(Lit. G240)
Eine weite Toreinfahrt in dem Haus Im Sack 3' das vom Oberen Graben aus über die ,,Brtihlbrücke" zu erreichen ist. fthtt in einen geräumigen Hof. Hier findet man sich vor einem herrschaftlichenAnwesen (Wirtschaftshof), dessen stattlicher Kern ein ist, der übereck an zweigeschoßigerSatteldachbau die ebenfallszugehörige,,Abseite"des Vorderhauses anschließt.Sie öfftret sich mit Säulenarkaden nach Süden. tn südlicher Verlängerung des Hauptgebäudessteht ein weiterer, schmaler Traufseitbau mit einer zur Hofseite vorgehängten,überdachten Holztreppe als Zugang ztrm Obergeschoß,in dem gibt. Der Zues einen Festsaalmit Kasettendecke gang zur Außentreppeliegt unmittelbar neben einer engen überwölbten Durchfaht (darüber hofseitig ein Aufzuggiebel), durch die man in einen großzügigen Garten gelangt. Er ist von der umgebenden Bebauung eingeschlossenund wird an der nordvon der ca. 20 m lanwestlichen Parzellengrenze gen, dabei aber nur ca. 3 m tiefen Abseite des Hauptgebäudes eingefaßt. Dieser schmale rweistöckige Bau ist im Erdgeschoßfast ganz als Arkadengangaufgelöst,dessenKorbbögen auf gemauSäulenruhen. Im Obergeschoß erten toskanischen ist über den ersten drei Jochen eine Säulenloggia mit Holzbalustern angeordnet, durch die man in Kabinette in der östlizwei hintereinanderliegende je einer fein profilierten chen Gebäudehälftemit Balken- und einer Kasettendecke gelangt- Das ist des Obergeschoß Hauptgebäudes zur Gartenseite an die schmale Loggia hin in seiner Gestaltung angeglichenund als Arkadenwandgebildet. Mitten im Armeleuteviertel, das die Jakobervorstadt stets gewesen ist, zeugt diese Anlage eines und Lusthauses"mit Festsaalund ,,LustgZirtchens Ruhegemächernvom Lebensstil der reichsstädtischen Oberschicht im frühen 17- Jh. Der im Kern einer sicher ältere Gebäudekomplex(Restbestände vereinig somit die gotischen Bohlenstubeim OG) Nutzung als Wirtschaftshof (Warenumschlag,LaStallungen) mit den gerraum, Gesindewohnungen, der Besitzer. Wohnansprüchen besonderen Die Sanierung wurde durch die Eigenttimer über Jahre zum größten Teil in Eigenleistung vorangetrieben und steht ietzt vor dem erfolgreichen Abschluß.

EUROPIAN HERITACE OAYS

T a g d e s o f f e n e nD d n k m a l s 9 9 7 1

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Klostergutals,,Wohnhof': Ehemaliges 8 Kirchgasse (Lit. A2451246)
Die kleine Hausgruppe aus Wohn- und Nebengebäuden entstand zu Anfang des 15. Jh. (Dendroder datum:l4l3). Die Bebauung ca. 500 m'großen Parzelle ist ein Beispiel für eine besondereErscheinungsform der Zinshäuser,bei der die Wohnungen mehrerer Familien einen ,,Wohnhof' bilden, der werden kann. Nur der durch ein Tor abgeschlossen Laden hat einen unmittelbaren Zugang von der Gasse. Das giebelständig angeordnete Vorderhaus (Grundfläche ca. I 15 m') besita eine etwa die halbe Hausbreite messendeAbseite. an die im rechten Winkel ein seinerseitsübereck geführtes, anschließt. Rückgebäude ebenfallszweigeschoßiges Auf diese Weise entstehtein kleiner Hof von ca' 40 m'. Den rüclovärtigen Teil des Grundstücks (Südseite)nimmt auf ganzer Breite ein Hausgarten ein. Zur Gasse hin gibt es außerdem ein eigenes Werkstattgebäude und eine kleine Waschküche (abgetragen). Sie lehnten sich ursprtinglich an eine Mauer an, die die gesamteAnlage gegen die enge Reihe (Brandgasse)zum östlichen Nachbarn hin abschloß (heute Zaur). Uber eine hofseitig angehölzerne Außentreppesind das ordnete, überdachte und Haupthauses weiter über den des Obergeschoß der Abseite das des Rückgebäudes Laubengang separat erschlossen.Die leichte Dachkonstruktion aus schwach behauenen Rundlingsstangenweist darauf hin, daß das Haus ursprünglich mit Stroh gedectrc war. Das Baudenkmalwurde 1982 von der Stadt Augsburg an den Architekten K. Gerstmalr verkauft. Die beispieihafte Sanierung erfolgte in zwei Abschnitten (Vorder- und Rückgebäude)und ist seit 1987abgeschlossen.

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Auß enaufzug zum Dachraum: 24 Kirchgasse (Lit. 264I 265)
Parzelle finden ein zwischendie Auf der l2inglichen Nachbarhäuser eingefüg1esVorderhaus, eine bis zur Südgrenzereichende schmale Abseite, und im Platz. Hof kleinere Nebengebäude Der dreigeschoßigeTraußeitbau des Hauptgebäudes besita zur Gassehin einen beinahe firsthohen Aufzuggiebel mit Luken frir beide Dachgeschoße, Weise seitlich angeordnet der in charakteristischer mit einem Pultdach versehenist. In dem Geund bäude war ein dichter Bestand historischerBauder und Ausstafh.rngsteile 2. Hälfte des 16. Jh. erhalten, darunter spätgotischeBohlenbalkendecken und mit profilierten Balken, Brettleistendecken Reste von hölzernen Wandvertäfelungenmit profilierten Ständenahmen.Davon sind heute nur noch und nicht mit Restevorhanden.Bei ungenehmigten der Denkmalpflege abgestimmtenArbeiten durch den Vorbesitzer wurden im Sommer 1992 fast alle historischen Putze entfernt, ganze Wandbereiche und typische Bogen(auch tragende)ausgebrochen konstruktionen (,.Sparbögen") der Außenwände zugemauert. Außerdem wurden die hochwertigen Holzdecken abgelaugt bzw. vollst?indig herausgenommen (später abgeschliffen und wieder eingeund die historische baut). Das Treppengeländer gingen ebenfallsverloren. In diesem Türausstaffung traurigen Zustand haben die jetzigen Besitzer das Haus übernommenund unter Achtung der Disposiund der wenigen noch vertion der Gesamtanlage bliebenen historischen Details die Sanierung zum Abschlußgebracht. schließlich1995196

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TUR()PEAI\ HERITAGE DAYS

Tag des offenen Denkmals1997

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Festsaal mit Amor im Hinterhof: Ein Gartenhaus ausgemaltem 8a Kohlergasse (zu Lit. F 396)
Das lange Zeit als Garageund Firmenlagergenutzte zweigeschoßige Gebäude Kohlergasse 8a ist eigentlich ein prunkvoll ausgestaltetesGartenhaus aus dem 17. Jh. Der zugehörigeGarten ist längst verschwundenund noch vor wenigen Jahrenwar es zum Abbruch vorgesehen.Nach einem Besitzerdes wechsel begann 1994 die Instandsetzung versteckt gelegenenund von außen recht unscheinbaren Walmdachbaus, der aufgrund einer im Treppenaufgangsichtbarenfrtihen Stuckdekoration wor(um 1600) in die Denkmallistenachgetragen den war. Schließlich gab es bei AufräumungsarEntdekbeiten im Dachboden eine sensationelle kung. Unterhalb der Zenbakenlage kamen in der alten Feneinem Fehlbodendie Bogenscheitel ans Licht. Auf sternischendes l. Obergeschoßes den Wandflächen waren Ausschnitteeiner qualitatvollen Malerei sichtbar, die hier völlig unversehrt die Zeit überdauefthatte. Die ursprtinglicheDecke war nämlich ent(wohl Holzkassettengestaltung) tiefer liegendeersetztworden. fernt und durch eine Eine vom Bayer. Landesamt fi.ir Denlcmalpflege durchgeführte Befunduntersuchung und Bauf'orschung (B. Symank und H. Strehler) ergab, daß im l. Obergeschoßhinter jüngeren Wandverkleidungen und Vormauerungen umfangreiche Überreste der Wanddekoration eines einst vollständig ausgeder maltenFestsaals 1. Hälfte des l7 . Ih. vorhanden waren. Wohl wegen statischer Probleme war er bereits im 18. Jh. aufgegebenund in einzelneRäume unterteiltworden. wobei auch die Decke verändert wurde. Die ursprtingliche Raumschale wurde Stück für Sttick in langwieriger Kleinarbeit freigelegt und gesichert (Kirchenmaler Reitschuster,Streicher u. Statiker H. Baur). Die in Grautönen Niederhauser; (sog. Grisaillemalerei)gehalteneWandgliederung (Feldberuht auf einem gemalten Täfelungssystem ränder von Eierstäbeneingesäumt).Über den Fenstern ist ein Maskenfries angeordnet(,,Grotesken"). Die heutige Eingangswand frägt eine aufuendige Architekrurgliederungmit verkröpftem Gebälk und gesprengtemGiebel über der Ttir. Besondersaufwendig waren die Brüstungen der Fensternischen gestaltet. Unter jedem Fenster hält ein anderes Fabeltierpaar in heraldischer Anordnung eine querovaleKarnrsche,in die jeweils mit Ockertönen eine auf Liebesgott Amor bezogene Szene gemalt ist. In der Mitte der nordöstlichen Längswand gibt es dazu eine von einer stuckierten Muschel überin wölbte Figurennische, der eine kostbareSkulptur (Venus?)gestanden habendi.irfte.Über den Bildern ist in zwei Fällen der beigeschriebeneSinnspruch (in italienischer Sprache)erhaloder französischer ten. Die sog. Emblemata orientieren sich an geAndruckten Vorlagen, die einen ausgezeichneten haltspunkt für die präzise Datierung der Fresken geben. Dieser Sachverhaltund die unübersehbare stilistischeNähe zu den trfl 2. Weltkrieg zerstörten Wandmalereien im Goldenen Saal führen nt der daß es sich hier um ein Werk aus den Einschätzung, letzten Lebensjahrendes Johann Matthias Kager (1575-1634) handelt, der auch fi.ir die Innenausstattung des Augsburger Rathausesverantwortlich war. mit Der Saal,der über einenVerbindungsgang dem Btirgerhaus Kohlerebenfalls 1944 zerstör'ten gasse6 (Lit. F 396) verbunden war, konnte nicht beheia werden (Kamin später eingezogen). So stand er wohl nur im Sommer für Festivitäten zur Verfügung. Im Erdgeschoß, ^r dem über einen Vorplatz mit geometrischerStuckdecke das hochwertig ausgestatteteTreppenhaus führt (kräftig Gitter, Dekprofilierte Baluster, schmiedeeisernes ken), kann man sich eine ,,Orangerie"mit seltenen Pflanzenvorstellen,die in der während der warrnen wohl offenen Halle gehegtwurden. HinJahreszeit weise dazu gebenzahlreicheKupferstichevon den Ziergarten der Zeit. Aus Archivalien ergibt sich, daß das Ende des 16. Jh. errichtete Gartenhaus(Dendrodatum 1597) dem Handelsherrn Abraham Thelott, einem Abkömmling der berühmten Goldschmiedefamilie, gehörte, als der Saal um 1630 ausgemaltwurde. Von 1704 bis 1722 war es im Besitz des Stadtphysikus Johann Jakob Gutermann, der im Saal sein Wappen samt Wahlspruch in die goldumrahmte des Wappenkartusche erstenBesitzers(an der nordwestlichenStirnwand)anbringenließ. Wenig später Das geriet das Juwel dann bereits in Vergessenheit. Baudenkmal wurde 1996 vom Ehepaar Schulz erworben. das die vom Vorbesitzer begonneneRenovierung mit dem Ziel einer schonendenWohnnutanng zuendeführt(Architekt W. Brecheler).

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TUR()PT,AN HERITAGE DAYS

Tag des offenen Denkmals 1997

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mit Wohnhöfle und hölzerneAußentreppe Galerie: 16 für ehem. Zinshaus Weber Lochgäßchen (Lit. G 160)
Im 16. Jh. wurden mehr und mehr die bis dahin als Gärten genutztenFlächen in der südlichenJakoberVorstadt mit Wohnhäusern bebaut. Schon vorher hatte man hier alle in den guten Wohngebietender Oberstadt als störend empfundenenEinrichtungen wie den Saumarkt, die Kuttler, die Wämstler und die Karrer. die nachts die Fäkalien wegbrachten, angesiedelt. Zwischen Brühlbrücke und Kappeneck, Vogelmauer und Fuggerei waren in der MehrSteuerbücher Die städtischen zahl Weber ansässig. hier ca. 40 oÄ .,Habnits", die nur die verzeichneten j ährliche Kopfsteuer bezahlten. Das wohl um 1552 errichtete turmartige Gebäude in an der Einmündung des Paradiesga/Schens das hat den flpischen, zu etwa einem Lochgc)/3chen Keller für die Drittel über den Boden hochgebauten JedesVollgeschoß der Barchentweber. Werkstätten Wohnung bildete ursprünglicheine abgeschlossene mit offenem Rauchfang mit einer winzigen Küche und drei bis vier Kammern. Der Rauch vom offenen Herdfeuer ging zw Westseite,wo nach ca. Reihe" das einem Meter Abstand einer sog. ,.engen am Paradiesgäßchenstand. Nach nächste Haus Westen hin folgten noch zwei weitere Giebelhäuser, eines davon war die Gaststätte,.Zvrn hohen Glas". Kriegszerstörungund spätereAbbrüche für habendie eine Verbreiterung des Paradiesgäßchens Fläche fiir die heutige kleine Grünanlagefreigelegt. Ein in Augsburg mehrfach überliefertesCharakteriErschliesstikum dieserZeit rst die außenliegende über eine Treppe mit sung des l. Obergeschoßes beGalerie. Diese Bauweise war kostensparend, nötigte nicht den wertvollen Innenraum und verschonte die Mitbewohner weitgehend vom LZirm Auch im Brandfall, der ja des Treppensteigens. meist vom Herdfeuer ausging, erwies sich diese Konsffuktion als günstig. Die Außenwändesind als Augsburger ,,Sparmauerwerk" errichtet, d. h. aus ffagenden zweilagigen Die Pfeilernmit Segmentbögen. Felder dazwischen wurden nur einlagig ausgemauert. Ursprtinglich mit waren die BinnenwZinde Ausnahmeder Küchen in als Bohlenst2inderwände Holz ausgeführt. Im sind noch Restedavon erhaltenund Treppenbereich freigelegt. Die meisten Holzw2inde sind später verputzt oder durch Mauerwerk ersetztworden. Geschützt durch das Dach des Treppenaufgangs sind noch winzige Reste einer bauzeitlichen schwarz-grauen FassadenbemalungzLt erkennen, die unter anderem Schrift ,,1552Jar", womit moglicherweise das Jahr des Baubeginns gemeint sein bietet mit könnte. Das Fälldatum der Dachspuuren Aussage. 1555eine dazupassende

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Tag des offenen Denkmals 1997

am Großbürgerhäuser Randeder Jakobervorstadt: ObererGraben13 (Lit. G 3291330)
Der großzügig angelegte Straßenraum arrt Oberen AutoGraben, der heute vor allem vom l2irmenden verkehr beherrscht wird, gehörte frtiher at den und ersten Adressen der Stadt. Über Steuerbücher gut nJ verfolgen, daß Grundbuchakten ist noch Befeentlangdes im l6 Jh. offiziell auflelassenen durch den die Jakobervorstadt stigungsabschnittes, von der älteren Stadterweiterung getrennt wil' zahlreiche ..Luxushandwerker" ihren Wohnsitz genommenhatten (2. B.Goldschmiede in Lit. G 330). Einige stattlichen Häuser haben hier die Kriegszerstörung überlebt und sind heute in die Denkmalliste eingetragen (Oberer Graben 9, I I, 1 3 , 1 5 ,3 3 ,3 9 ) . Das Anwe senOberer Graben /3 bestand(wie übrigens auch das benachbarteOberer Graben 1l) ursprtinglich aus zwei Häusern.Das nördliche folgt Säulenhalle mit seiner prächtigen erdgeschoßigen 16. Jh. (Kreuzgratgewölbemit Mitteldes frtihen säule und Wandkonsolen) und der an der nördlichen Grundstücksgrenzeentlanggefi.ihrtenmehrstöckigen Abseite einem Bautlpus. der etwa durch der Maximilianstra/3ewohldie Großbiirgerhäuser ist. Durch das südliche Haus führt eine bekannt bohlenbelegte. abschüssige Tordurchfahrt zvm tieferliegendenHof, wo sich die ZugZingezu den eindrucksvollen Kellergewölben befinden. An die Abseite. die wie beim nördlichen Haus knapp die halbe Vorderhausbreite nach Osten foftsetzt, schließt sich entlang der südlichen Grenze eine geräumige Werkstatt an. Der zweigeschoßige Blankziegelbau (erst im Zuge der Saniemng verputzt) ist als Zutat des 19. Jh. Teil der tieflreifenden Überformung, die das zusammengespannte Hauspaarum 1875 erfuhr. Dabei wurden die oberen Geschoßevollkommen neu aufgeführt und die Fassademit den beiden Erkern in spätklassizistischen Formen neu gestaltet(profilierte FensterverGurtgesimse). dachungen, Die in der Nachkriegszeit erfolgte radikale Purifizierung der Fassade (Entfernung der Gesimse, N euverputz mit aufgemalter Arch itekturgIi ederung) wurde im Rahmen der jetzt durchgeführtenSanierung wieder rückgtingig gemacht. Beim Herausnehmeneiner jüngeren Verbauung kam kürzlich in der großen Erdgeschoßhalleein Konsolkapitel wieder ans Licht. auf dem die Jahreszahl 1524 ist. eingemeißelt

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Tag des offenen Denkmals 1997

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Ulrichsviertels: Im Her zendesmittelalterlichen am Handwerkerhäuser Saurengreinswinkel
Schräg gegenüber der Einmtindung der Zwerchführt - um eine Hausbreiteversetzt- von der gasse südlichen Häuserzeile der Kirchgasse weg im rechten Winkel ein Gäßchennach Süden, erweitert sich nach knupp 20 m zu einem Plätzchenund teilt sich hier vor einer kleinen Baugruppe in rwei schmale Arme, die einen Zugang zu weiter hinten liegenden Anwesen schaffen.Der westliche Arm der endetals Sackgasse, östlichebei den rückwärtigen Hausgärten (heute kleiner Durchgang zum RotenTor bzw. nxn Eser)Im Saurengreinswinkelist noch heute,wie kaum an einem anderenPlatz in der Stadt, das enge Gefige erlebbar' Bebauung,,hautnah" der mittelalterlichen lückenlos erhaltene Bestand von Der beinahe Handwerker- und Zinshäusern stammt durchweg aus dem 16.Jh. und war vor allem im ausgehenden 18. Jh. einer in ganz Augsburg zu beobachtenden unterworfen. Altere KellerModernisierungsphase anlagen unter den Häusern zeigen aber, daß die Baugeschichteder einzelnen Parzellen bis in das hohe Mittelalter zurückreicht. An zahlreichenDeGebäudeläßt sich die chatails der bestehenden ablerakteristischeBauweise der Entstehungszeit sen: Fachwerkkonstluktionensind - zumindest in den Obergeschoßen die Regel. die Außenwände wurden oft erst im Laufe der Zeit durch massives Ziegelmauerwerk (meist mit sog. Entlastungsbögen) ersetz...Hölzerne Decken und Bohlenw2inde gehoren im Hausinnerenzu den normalen Befunden, wenn jtingere Überputzungen abgenommen Produktion zeuwerden. Von der handwerklichen Hier befangen Hochkellermit Holzbalkendecken: der Weber und anderer den sich die Arbeitsplätze Kleinhandwerker,die in den meisten Häusernüber mehrere Generationenansässigwaren. So kommt den Denkmälern heute nicht nur große baugeschichtliche Bedeutung sondern auch ein hoher Stellenwertzu' orts- und handwerksgeschichtlicher Am Eingang zum Saurengreinswinkel steht linker Hand das Haus lYr. 3 (LiL A 258), das sich mit seiner konvexen Traußeite dem gekrümmtenVerlauf der Gasse anpaßt. Es ist im ausgehenden und besitA zwei Eingänge'Der 16. Jh. entstanden nördliche führt zu einer Kleinwohnung im Erdgeschoß,der südliche auf eine parallel zur Traufuand Treppenanlage'Sie erschließtin der Mitte -eeführte des Hauses angeordnete Flure' die ostseitig zrr Kleinräumen, nord- und südseitig nt ie einem gibt es einen Wohnraum fuhren. Im l. Obergeschoß des 18. Jh-, aus der gleichen Deckenrahmenstuck Zeit sind Tiiren und Fenstererhalten.Der Südgiebel und offenbart die reicht nur über eine Fensterachse geringe Haustiefe, die hier an der bemerkenswert Stelle ca.2,80 m beträgI. schmalsten Bei der Sanierungwurde vor die fensterloseRückseite des Gebäudes ein holzverkleideterkleiner Erker für die sanitären Anlagen gestellt. So blieb die überkommeneRaumfolge auf allen Stockwerken unangetastet,lediglich zusätzliche Ttiröffuungen ztr Verbindung einzelner Räume mußten neu angelegtwerden. Den Gesamteindruckdes Platzes prägt wesentlich das Haus Saurengreinswinkel 10 (Lit. A 254) mit in seiner vorkragendenGiebelfassade, deren Mitte birgt. An den vordeeine Nische die Hausmadonna ren, zweigeschoßigenTeil schließt südlich ein zwei- bis dreigeschoßigerTrakt mit um 90o gedrehter Firstrichtung bilndig an. Das einzeln vom Platz aus zugängliche Erdgeschoß im vorderen Gebäudeteil ist als Hochparterre ausgebildet.Fi'ir Belichtung der darunterliegenden die ausreichende Werkstatt wurden die Stürze der Kellerfensterweit Im hochgezogenen. hinteren Gebäudeteilist von zu aus die Treppenanlage den oberen der Westseite bedientals geradläufige zugänglich.Sie Geschoßen ,,Himmelsleiter"mit Stufenpodestim l. Obergeschoßdie einzelnenWohnungen.Seit 1604 sind für Weber das Haus bis ins 19. Jh. fast ausschließlich als Besitzernachgewiesen. Bei der Sanierungkamen im GiebelbereichReste des ehemalsoffenliegendenFachwerksmit Spuren roter und grauer Farbfassung ans Licht. BinnenwZindeund Decken des Hauses zeigten sich fast durchweg als Brett-Leisten-Konstrulctionen.Die Ausstatfung geht teilweise auf die Bauzeit zurück für (Dendrodatum den Dachstuhl: 1558).Dem einfachen Standard im Handwerkerhausentsprechen mit Langbändernund Gratleistent[iren verschiedene Mechanik- Zweifelderttiren Schlössernmit offener bezeugenErneuerungenim späten 18. Jh. Bei der des Instandsetzung Holzbaus durch den Architekten Eberle 1984-87 blieben unter Wahrung moderner die Brandschutzvorschriften historischenDetails in Vielfalt erhalten. ihrer ganzen Ein schmaler Gassenarmführt -nach Südosten zu dem Haus Saurengreinswinkel 9 (LiL A 252).Das Anwesen ist zweiteilig: Entlang der Gassesteht ein länglicher Traufseitbau von geringer Tiefe mit An sechsFensterachsen. ihn schließt ein ebenfalls breit gelagerter Bau mit gleicher dreigeschoßiger,

Firstrichtung an, dessenNordgiebel zum Ende der bildet. Nach WeGassegerade eine Fensterachse stenund Südenblickt man von diesemGebäudeaus auf die dahinterliegenden Gärten. Zw östlichen (Mauer) gibt es eine enge Reihe. Parzellengrenze Das Kellersystem mit ziegelvermauertenTonnen weicht von den sonst im Viertel gängigen ..Weberkellern"ab. Wie in vielen anderenKellern der Altstadt zeigen kleine Lichtnischenals ,,Kom-

munzeichen" die Lage der Grenze innerhalb dergemeinsamenWand an. Die Obergeschoße sind über eine sogenannteHimmelsleiter erschlossen. wie Neben bauzeitlichenRestbest?inden einer Wohdes 16. Jh. (Gratleistentür mit nungseingangsttir Ziehknauf) ist die Ausstatfung im frühen 19. Jh. (Biedermeier)erneuert. Das Haus wird seit dem Jalu 1996 durch das Ehepaar Leitermeiersaniert(Architekt K. Gerstmayr).

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