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Protokoll des Schlusskolloquiums am 07.09.2009

Full text: Protokoll des Schlusskolloquiums am 07.09.2009

Schlusskolloquium Gutachterverfahren Ostkreuz – An der Mole

Protokoll

Ostkreuz – An der Mole

Berlin Lichtenberg

Konkurrierendes städtebauliches Gutachterverfahren Protokoll des Schlusskolloquiums am 07.09.2009

Berlin, 09. September 2009

BSM mbH

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Schlusskolloquium Gutachterverfahren Ostkreuz – An der Mole	 1.	 Tagesablauf
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Protokoll

Zusammenkunft des Auswahlgremiums und der Sachverständigen Vorstellung der Arbeitsergebnisse AFF Architekten	 Eckert Negwer Suselbeek ENS Architekten

13:00 – 13:40 Uhr

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13:40 – 14:20 Uhr 14:20 – 15:00 Uhr 15:00 – 15:15 Uhr 15:15 – 16:20 Uhr

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Kaffeepause Beratung und Abstimmung

2.	 Zusammenkunft des Auswahlgremiums und der Sachverständigen Herr Prof. Brenner wurde bereits im Zwischenkolloquium zum Vorsitzenden des Auswahlgremiums gewählt. Er übernimmt die Diskussionsleitung und Moderation. Hr. Illiges stellt die Anwesenheit des Auswahlgremiums fest. Die stimmberechtigten Mitglieder sind bis auf Herrn Geisel anwesend. Herr Geisel wird durch Herrn GüttlerLindemann vertreten. Das Gremium ist damit beschlussfähig. Hr. Illiges ruft die Entwürfe der Büros aff und ENS aus der ersten Bearbeitungsstufe in Erinnerung und wiederholt anhand des Protokolls des Zwischenkolloquiums, welche Stärken und Schwächen der Entwürfe gesehen wurden und welche Empfehlungen den Büros zur weiteren Bearbeitung gegeben wurden. Darüber hinaus fasst er die Inhalte eines Vermerks von SenStadt IE zusammen, in dem eine ausreichende Berücksichtigung der landschaftsplanerischen Belange bei der Beurteilung der Entwürfe angemahnt wird. 3.	 Vorstellung der Arbeitsergebnisse Die Teilnehmer stellen ihre Arbeiten jeweils in einem ca. 20-minütigen Vortrag anhand von Power-Point-Präsentationen, Entwurfsplänen und Modellen vor. Das Auswahlgremium und die Sachverständigen haben anschließend Gelegenheit zu Rückfragen und einer ersten Diskussion mit den Teilnehmern. 4.	 Bewertung der Arbeiten In der folgenden vergleichenden Diskussion der beiden Entwürfe durch das Auswahl­ gremium und die Sachverständigen werden folgende Vorzüge und Defizite der Arbeiten benannt:

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Schlusskolloquium Gutachterverfahren Ostkreuz – An der Mole

Protokoll

AFF Architekten
Vorzüge des Entwurfs • Die Promenade als Verbindung vom Ostkreuz zum Rummelsburger See hat die richtige Lage. • Die Anbindung für Fußgänger und Radfahrer aus Richtung Stralau zum Ostkreuz und nach Rum­ melsburg ist gut gelöst. • Die Struktur der in Stralau südlich benachbart geplanten Bebauung wird fortgeführt. • Der Lärm von Haupt- und Kynaststraße wird durch die geplante Bebauung abgeschirmt. • Eine Entwicklung des Gebietes und die Fertigstellung der öffentlichen Erschließung ist auch unab­ hängig von dem Privatgrundstück kurzfristig möglich. • Die privaten Grünflächen können öffentliche Funktionen mit übernehmen. Die Flächen lassen sich dennoch klar voneinander abgrenzen, wobei die Lage der Grenze flexibel ist. • Der Entwurf ist insgesamt flexibel hinsichtlich der Nutzung der geplanten Gebäude und der Ver­ marktung unterschiedlich geschnittener Einheiten. • Die unterschiedliche städtebauliche und grüngestalterische Ausprägung der Bereiche nördlich und südlich der Promenade kann ihren Reiz haben. Nachteile des Entwurfs • Der Erschließungsaufwand scheint höher als beim Entwurf von ENS Architekten. • Der relativ hohe Gewerbeanteil in den Gebäuden entlang Kynast- und Hauptstraße sowie in den Erdgeschosszonen nördlich der Promenade dürfte nicht tragfähig sein, insbesondere nicht als Ein­ zelhandel. • Problematisch sind die geplanten gemischt genutzten Gebäude, da hierfür Entwickler fehlen. • Die Gestaltung des Stadtplatzes und die Abgrenzung der Freiflächen um die Stadtvillen ist nicht klar definiert. • Die städtebauliche Struktur mit einer unruhigen Stadtkante zum Rummelsburger See, unterstützt durch abgeschrägte Gebäude ist nicht eindeutig und kräftig genug für diesen Ort, der den Ab­ schluss der Rummelsburger Bucht darstellt.

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Schlusskolloquium Gutachterverfahren Ostkreuz – An der Mole	

Protokoll

Eckert Negwer Suselbeek ENS Architekten
Vorzüge des Entwurfs •	 Die klare Nutzungsverteilung erleichtert die Vermarktung der einzelnen „Bausteine“ des Entwurfs. •	 Die Konzentration der gewerblichen Nutzungen auf ein Gebäude, das an der richtigen Stelle positio­ niert ist, ist aus Vermarktungssicht positiv. •	 Die Gebäude an der Hauptstraße bilden einen starken „Rücken“ für das Gebiet. •	 Die prägnante Gebäudetypologie bildet präzise öffentliche Räume. •	 Die Öffnung des Altenwohnheims zum See ist attraktiv. •	 Eine Passage, wie sie im Geschäftshaus geplant ist, wird in der Regel gerne angenommen. Nachteile des Entwurfs •	 Der Städtebau nimmt wenig Rücksicht auf die Besonderheiten des Ortes. •	 Für die vorgeschlagene Bebauung werden Eingriffe in geschützte Biotope notwendig. •	 Es fehlt eine Verknüpfung des Sees mit dem Ostkreuz, die geplante Promenade hat kein Ziel. •	 Promenade und die für Ausgleichsmaßnahmen benötigte Grünfläche können nur unter Inanspruch­ nahme des Privatgrundstücks angelegt werden. •	 Die geringe bauliche Ausnutzbarkeit des Privatgrundstücks wird die Mitwirkbereitschaft des Eigentü­ mers nicht erhöhen. •	 Die einzelnen Bausteine des Entwurfes sind auf eine bestimmte Nutzung festgelegt, so dass der Entwurf wenig flexibel ist. •	 Eine ausreichende Nachfrage für das geplante Geschäftshaus im Eckbereich Kynaststraße / Haupt­ straße wird von einigen Mitgliedern des Auswahlgremiums angezweifelt. •	 Angesichts der Lage der Terraces – ohne Bezug zum Grünraum/See und z.T. parallel zum Bahn­ damm – wird ihre Marktgängigkeit von einigen Mitgliedern des Auswahlgremiums angezweifelt. •	 Die Bebauung neben dem sehr hohen Bahndamm an der Kynaststraße ist z.T. nur viergeschossig. •	 Der im Süden sehr schmale Ufergrünzug entspricht nicht den Anforderungen des Landschaftspro­ gramms, das geplante Seniorenwohnheim schottet das Gebiet von Stralau ab.

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Schlusskolloquium Gutachterverfahren Ostkreuz – An der Mole 5. Auswahl

Protokoll

Die Abstimmung des Beurteilungsgremiums, welcher Entwurf der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt werden soll, ergibt folgendes Ergebnis: AFF Architekten ENS Architekten 3 2

6. Empfehlungen für das weitere Vorgehen Der Bebauungsplan soll somit entsprechend dem Entwurf von AFF Architekten überarbeitet werden, wobei nicht alle Entwurfselemente in Festsetzungen des Bebauungsplans überführt werden sollen, um noch ausreichende Flexibilität für die spätere Vermarktung und Ausführungsplanung zu belassen. So soll statt der Bebauung mit Stadtvillen bei den Blöcken östlich der Kynaststraße auch eine durchgängige U-förmige Bebauung bzw. bei dem Block südlich der Promenade auch eine geschlossene Blockrandbebauung ermöglicht werden. Ggf. soll durch durch eine – aus­ reichend flexible – erweiterte Baukörperfestsetzung die Öffnung der Blöcke zum See hin vorgeschrieben werden. Der Bereich unmittelbar am Bahnhof Ostkreuz soll als Kerngebiet festgesetzt werden, die übrigen Bereiche eher als Mischgebiet. Insbesondere soll die Einzelhandelsnutzung auf den Bereich am Ostkreuz konzentriert werden, die tiefen Erdgeschosszonen für eine Laden­ nutzung entlang der Kynaststraße werden somit nicht benötigt. Unter Umständen kann auf den Pavillon südlich der Promenade verzichtet werden. Auf die Festsetzung einer Verkehrsfläche östlich parallel zur Kynaststraße soll verzichtet werden, um die o.g. U-förmige Bebauung nicht auszuschließen. Ebenso soll die Verkehrs­ fläche südlich parallel zur Hauptstraße nicht als öffentliche Verkehrsfläche festgesetzt werden. Soweit sie zur Erschließung von Teilflächen des Plangebiets zwingend benötigt wird, ist sie ggf. als private Verkehrsfläche festzusetzen. Da die Errichtung einer Gebäudezeile westlich des Privatgrundstücks auf der Ostseite der dort geplanten Erschließungsstraße unter Abstandsflächengesichtspunkten problematisch ist, sollte geprüft werden, ob diese Erschließungsstraße nach Westen verschoben werden kann, bei entsprechender Reduzierung der Größe des Stadtplatzes. Benötigte Größe und Gestaltung des Stadtplatzes sollten im weiteren Verfahren vertiefend betrachtet werden. Um den Erschließungsaufwand für die öffentliche Hand zu minimieren, ist eine Festsetzung der Promenade und des Stadtplatzes als private Verkehrsfläche zu prüfen. Der notwendige Erschließungsaufwand für sämtliche Erschließungsflächen im Plangebiet sollte im weiteren Verfahren ermittelt werden. Schließlich ist die Lage der Grenze zwischen öffentlicher Grünfläche und privaten Freiflächen (nicht überbaubare Grundstücksflächen der Baugrundstücke) im Bebauungsplan festzulegen.

BSM mbH Berlin 10. September 2009 Anhang: Teilnehmerliste BSM mbH 5
        
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