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Heilbronn-Kirchhausen "Wittumäcker-West"

Full text: Heilbronn-Kirchhausen "Wittumäcker-West"

STADT HEILBRONN
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= Bebauungsplan 123/16 Heilbronn-Kirchhausen
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„Wittumäcker - West“

UMWELTBERICHT

Projektbearbeiter: Andreas Simon
Fassung vom 10.9.2009 ______________________________________________________________

Stadt Heilbronn Grünflächenamt Cäcilienstraße 51
74072 Heilbronn Tel. : 07131 56-2992 Fax: 07131 56-3193 Mail to: Andreas.Simon@Stadt-Heilbronn.de

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N=

Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 1.1 1.2 Anlass der Planung, Inhalte und Ziele des Bebauungsplanes Umweltziele übergeordnete Fachplanungen, Schutzgebiete

4 4 4 5 5 5 5 5 6 6 6 7 7 7 7 7 7 7 8 8 8 8 8 9 9 9 10 15 15 15 15

2. Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen auf die Schutzgüter 2.1 Bestands- und Konfliktanalyse (Bewertung) 2.1.1 2.1.2 2.1.3 2.1.4 2.1.5 2.1.6 2.1.7 2.2 2.3 2.4 Schutzgut Mensch Schutzgüter Pflanzen und Tiere, Biologische Vielfalt Schutzgut Wasser Schutzgut Boden Schutzgut Klima / Luft Schutzgut Landschaftsbild / Erholung Schutzgut Sachwerte und Kulturgüter

Prognose bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante) Alternativenprüfung Prognose bei Durchführung der Planung 2.4.1 Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch 2.4.2 Auswirkungen auf die Schutzgüter Pflanzen und Tiere, Biologische Vielfalt 2.4.3 Auswirkungen auf das Schutzgut Wasser 2.4.4 Auswirkungen auf das Schutzgut Boden 2.4.5 Auswirkungen auf das Schutzgut Klima / Luft 2.4.6 Auswirkungen auf das Schutzgut Landschaftsbild / Erholung 2.4.7 Auswirkungen auf das Schutzgut Sachwerte und Kulturgüter 2.4.8 Technischer Umweltschutz 2.4. 9 Energie 2.4.10 Umweltrelevante Wechselwirkungen und kumulative Planwirkung

2.5

Eingriffsvermeidung / -minderung / Ausgleich / Ersatz 2.5.1 2.5.2 Bilanzierung Kosten

2.6

Grünordnungsplan 2.6.1 2.6.2 Gestaltung Festsetzungen

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O=

3. Zusätzliche Angaben 3.1 Angewandte Untersuchungsmethoden, Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben Monitoring / Maßnahmen zur Überwachung Allgemeine Zusammenfassung

16 16

3.2 3.3

17 17

Anhang: Literaturverzeichnis, Karte Ersatzmaßnahme, Grünordnungsplan

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P=

1. Einleitung

Für die Belange des Umweltschutzes ist im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens nach dem Baugesetzbuch § 1 Abs. 6 Nr. 7 und § 1a eine Umweltprüfung durchzuführen und ein Umweltbericht zu erstellen. Dieser enthält Angaben zu Schutzgütern und umweltrelevanten Belangen. Auf der Grundlage einer Bestandsanalyse werden die Auswirkungen der Planung auf Natur und Landschaft bzw. auf andere Schutzgüter geprüft und Aussagen zu Vermeidungs-, Verminderungs-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen gemacht. Der Umweltbericht wird im weiteren Verfahren jeweils nach Kenntnisstand ergänzt und fortgeschrieben. 1.1 Anlass der Planung, Inhalte und Ziele des Bebauungsplanes Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes 123/16 „Wittumäcker-West“ umfasst eine Fläche von ca. 3,7 ha. Das Gebiet liegt am südwestlichen Rand von Kirchhausen und hat ein durchschnittliches Nord-Süd-Gefälle von ca. 6 %. Nördlich und östlich schließt Wohnbebauung an, westlich Ackerflächen und südlich ein asphaltierter Feldweg mit einem mit Gehölz bestandenem Wassergraben, hinter dem ebenfalls Ackerflächen liegen. Das Plangebiet selber besteht zu 90 % aus Ackerflächen. Die restlichen Flächen sind Gärten, ein Spielplatz, ein bebautes Wohngrundstück, Graswege und ein asphaltierter Feldweg. Der überwiegende Teil der Flächen liegt im Außenbereich nach § 35 BauGB. Für den Teil des bereits besiedelten Baugebietes Wittumäcker am Ostrand gilt bislang der Bebauungsplan 123/12 „Wittumäcker“. Um den bestehenden und zu erwartenden Wohnraumbedarf für Heilbronn-Kirchhausen zu decken, ist im Gebiet Wittumäcker-West vorgesehen, Möglichkeiten für Einzel-, Doppel- und Reihenhausbebauung mit jeweiligen Gartenflächen zu schaffen. Die Verkehrserschließung soll über die bestehende Straße „Am Teuerbrünnle“ erfolgen. Als Puffer zwischen bestehender und geplanter Bebauung im Norden soll eine grüne Zone aus bestehenden privaten Gartenflächen gesichert werden, die als private Grünfläche festgesetzt wird. In der Mitte des Gebietes wird eine begrünte Wegeverbindung für Fußgänger geschaffen. Das Plangebiet grenzt im Südosten an den Kinderspielplatz des Wohngebietes „Wittumäcker“ an. Der Spielplatz wird wegen dem zu erwartenden erhöhten Bedarf Richtung Westen erweitert. Das Plangebiet soll als „Allgemeines Wohngebiet“ festgesetzt werden. 1.2 Umweltziele übergeordneter Fachplanungen, Schutzgebiete Im Flächennutzungsplan ist die Fläche als geplante stark durchgrünte Wohnbaufläche ausgewiesen. = Q=

Der Landschaftsplan weist geplante Wohnbauflächen aus. Richtung Westen und Süden wird eine Ortsrandbegrünung gefordert. Ein FFH-Schutzgebiet wird nicht berührt.

2.

Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen auf die Schutzgüter Bestands- und Konfliktanalyse (Bewertung)

2.1

2.1.1 Schutzgut Mensch Im Plangebiet und seiner Umgebung sind keine erheblich störenden Lärmquellen vorhanden. 2.1.2 Schutzgut Pflanzen und Tiere, Biologische Vielfalt An Biotoptypen befinden sich im Geltungsbereich des Bebauungsplanes überwiegend Ackerflächen. Des weiteren Kleingärten, Grasböschungen, ein Spielplatz, ein versiegelter und ein unversiegelter Feldweg und einzelne Bäume. Aktuelle Bestandserhebungen ergaben keine Brutvorkommen von besonders oder streng geschützten Vogelarten. Auch wurden keine weiteren europäisch oder national geschützten Arten festgestellt. (ATP 2009). Das strukturarme Gebiet schließt an zwei Seiten an die bestehende Bebauung an. Der Weg entlang des Grabens und auch an der westlichen Grenze des Plangebietes wird intensiv von Spaziergängern genutzt. Hieraus resultiert eine entsprechende Vorbelastung des Gebietes. Die bestehende biologische Vielfalt in der Untersuchungsfläche ist gering. • Die Flächen des Gebietes haben geringe naturschutzfachliche Bedeutung bezüglich des Schutzgutes Pflanzen und Tiere (LUBW 2005).

2.1.3 Schutzgut Wasser Grundwasser Der Abstand des obersten Grundwasserleiters zur Bodenoberfläche ist hoch und die Böden im Gebiet sind ohne Grundwasseranschluss. Die Deckschicht hat eine mittlere Durchlässigkeit, die

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R=

Grundwasserspendeeigenschaft ist mittel. Das Gebiet liegt im Bereich der Zone IIIA eines geplanten Wasserschutzgebietes. Die Böden haben eine geringe Bedeutung bezüglich des Grundwassers (LUBW 2005, Bewertung ohne Wasserschutzgebietsstatus)K

•

Oberflächenwasser Im Gebiet kommen keine Oberflächengewässer vor. 2.1.4 Schutzgut Boden Die Böden des Bebauungsplangebietes sind nur im Bereich der bestehenden Straße Am Teuerbrünnle und eines Feldweges versiegelt. Die sandigen Lehmböden sind durch die landwirtschaftliche Nutzung mäßig überformt und haben eine mittlere Erosionsgefährdung. Altlasten sind nicht bekannt. • Die nicht versiegelten Bodenflächen haben eine hohe Bedeutung bezüglich des Bodenschutzes (Kriterien: natürliche Bodenfruchtbarkeit, Ausgleichskörper im Wasserkreislauf, Filter und Puffer für Schadstoffe, LUBW 2005).

2.1.5 Schutzgut Klima / Luft Nach dem Klimagutachten von Dr. Münzing (2003) liegt das Gebiet im Randbereich des sogenannten Freilandklimas mit extremen Tages- und Jahresgang von Temperatur und Feuchte, geringer Windbeeinflussung und starker Kalt- und Frischluftproduktion. • Die Bedeutung der Flächen für das Schutzgut Klima ist mittel. (LUBW 2005). Schutzgut Landschaftsbild / Erholung

2.1.6

Es sind insgesamt nur wenige Strukturen und eine geringe Nutzungs- und Artenvielfalt vorhanden. Die Naturnähe ist gering. Im Südosten des Gebietes befindet sich ein Spielplatz. • Das Gebiet hat insgesamt bezüglich des Landschaftsbildes / Ortsbildes geringe Bedeutung. Der Spielplatz hat hohe Bedeutung für Kinder. (LUBW 2005).

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S=

2.1.7

Schutzgut Sachwerte und Kulturgüter

Im Plangebiet befinden sich keine Sachwerte und Kulturgüter. 2.2 Prognose bei Nichtdurchführung der Planung

Bei Nichtdurchführung der Planung würde die vorhandene Grün- und Nutzungsstruktur beibehalten. 2.3 Alternativenprüfung

Die vorgesehene Bebauung ist der letzte Teil einer Siedlungserweiterung am südlichen Ortsrand von Kirchhausen und rundet die vorhandene Bebauung ab 2.4 Prognose bei Durchführung der Planung

2.4.1 Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch Es kommt zu einer Zunahme des Verkehrs in den angrenzenden Wohngebieten, aber nicht zu erheblich nachteiligen Auswirkungen bezüglich der Lärmbelastung in der Umgebung. 2.4.2 Auswirkungen auf die Schutzgüter Pflanzen und Tiere, Biologische Vielfalt Es werden größtenteils Ackerflächen beseitigt. Es entstehen private Gartenflächen mit der Verpflichtung, Bäume zu pflanzen, öffentliche Grünflächen und Ausgleichsflächen mit Baum- und Heckenpflanzungen und es werden Straßenbäume gepflanzt. Es besteht kein externer Ersatzbedarf (s. 2.5). Die Biologische Vielfalt wird mittel- bis langfristig erhöht. Verbotstatbestände gemäß § 42 Abs. 1 BNatSchG werden durch den Bebauungsplan nicht ausgelöst. 2.4.3 Auswirkungen auf das Schutzgut Wasser Durch die Bebauung werden Flächen versiegelt und teilversiegelt. Dies führt zu einer Verminderung der Grundwasserneubildung. Gemäß Wassergesetz Baden-Württemberg soll in Neubaugebieten Niederschlagswasser versickert werden oder durch Einleitung in ein oberirdisches Gewässer beseitigt werden, sofern dies mit vertretbarem Aufwand und schadlos möglich ist. Eine vollständige Versickerung ist im Gebiet wegen der geringen Versickerungsfähigkeit der vorhandenen = T=

Böden nicht möglich. Nur ein Teil kann auf wasserdurchlässig gestalteten Stellplätzen versickert werden. Der andere Teil kann durch begrünte Garagendächer und dezentrale Sammlung des Dachflächenwassers in Zisternen zur Wiederwendung als Brauch- oder Gießwasser zurückgehalten werden. 2.4.4 Auswirkungen auf das Schutzgut Boden Unter den versiegelten und teilversiegelten Flächen verliert der Boden seine natürliche Bodenfruchtbarkeit und die Funktionen als Filter und Puffer für Schadstoffe. Die Funktion als Ausgleichskörper im Wasserkreislauf wird reduziert. Diese Versiegelung kann durch adäquate Maßnahmen wie z.B. Entsiegelung nicht ausgeglichen werden, da keine geeigneten Flächen zur Verfügung stehen. Stattdessen muss eine Ersatzmaßnahme auf der Grundlage einer monetären Berechnung schutzgutübergreifend durchgeführt werden (Renaturierung, Entfernung von Sohlschalen im Graben südlich des Plangebietes, s. Kap.2.5.1). 2.4.5 Auswirkungen auf das Schutzgut Klima / Luft Die Bebauung und Erschließung führt zu einer Veränderung des lokalen Kleinklimas (Aufheizung). Aufgrund der Durchgrünung auf den privaten und öffentlichen Flächen sowie den grünplanerischen Festsetzungen ist diese Veränderung unerheblich. 2.4.6 Auswirkungen auf das Schutzgut Landschaftsbild / Erholung Das Landschaftsbild wird auf Grund der Bebauung verändert. Durch die Begrünung der privaten und öffentlichen nicht überbaubaren Flächen und die Gestaltung des Ortsrandes mit Bäumen und Hecken wird der Eingriff in das Schutzgut Landschaftsbild vermindert. Die Fläche des Spielplatzes wird vergrößert. 2.4.7 Auswirkungen auf das Schutzgut Sachwerte und Kulturgüter Auswirkungen auf das Schutzgut Sachwerte und Kulturgüter sind keine zu erwarten. 2.4.8 Technischer Umweltschutz / Abfall, Abwasser Es sind keine negativen Auswirkungen bei der Entsorgung von Abfall und Abwasser zu erwarten. Das auf den Straßenflächen anfallende Regenwasser wird der Kanalisation zugeführt.

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U=

2.4.9 Energie Es gilt die Energiesparverordnung (2007). 2.4.10 Umweltrelevante Wechselwirkungen und kumulative Planwirkungen Es sind keine umweltrelevanten negativen Wechselwirkungen erwarten. 2.5 Eingriffsvermeidung / -minderung / Ausgleich / Ersatz zu

Durch die Aufstellung des Bebauungsplanes sind Eingriffe in den Naturhaushalt zu erwarten. Somit greift die nach § 1a BauGB in Verbindung mit § 21 BNatSchG vorgeschriebene EingriffsAusgleichsregelung nach § 18 BNatSchG f. Es werden nicht die Realeingriffe, sondern die Eingriffe bewertet, die durch das vorgesehene Planungsrecht im Vergleich zum bestehenden Planungsrecht entstehen. Die Belange von Natur und Landschaft sind entsprechend §1 Abs. 7 BauGB in der Abwägung zu berücksichtigen. Die Eingriffe in die Schutzgüter des Naturhaushaltes werden in der folgenden EingriffsAusgleichsbilanzierung getrennt bilanziert und Maßnahmen zur Minderung, Vermeidung, Ausgleich und Ersatz vorgeschlagen. Im Grünordnungsplan (Kap. 2.6) werden sie erläutert und dargestellt. Schutzgutziele für den Bereich des Bebauungsplanes: Flora / Fauna: Wasser: Boden: Schaffung von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere des Stadtgebietes Rückhaltung und Verdunstung des anfallenden Niederschlagswassers Schaffung von Standorten für Pflanzen und Verbesserung der Funktion als Ausgleichskörper für den Wasserkreislauf Verbesserung des Kleinklimas Verbesserung des Ortsbildes und der örtlichen Erholungseinrichtungen

Klima / Luft: Landschaftsbild / Erholung:

=

V=

2.5.1 Bilanzierung • Versiegelung / Niederschlagswasser

Maßgebend für die Flächenbilanzierung ist der Vergleich zwischen bestehendem und vorgesehenem Planungsrecht. Flächenbilanz Bestand Planung Flächenveränderung + ca. 14.220 m²

Versiegelte Flächen: Gebäude, Garagen, Wege, Straße, Streetballplatz

Ca. 930 m²

Ca. 15.150 m²

Unversiegelte Flächen: Ca. 36.070 m² Ca. 20.470 m² Acker, Gärten, Wiese, Böschung, Straßengrün, Graswege, Spielplatz Teilversiegelte Flächen: Stellplätze, Fußwege Dachbegrünung: (Garagen)

- ca.15.600 m²

-

Ca. 1.380 m²

+ ca. 1.380 m²

Ca. 1.150 m²

+ ca. 1.150 m²

Die Berechnung des zurückzuhaltenden Niederschlagswassers erfolgt auf der Grundlage einer 15-minütigen Niederschlagsspende bei Starkregen von 110 l / s. Durch die vorgesehene Bebauung und Erschließung verringert sich die Möglichkeit der natürlichen Versickerung für das auf diesen Flächen anfallende Niederschlagswasser. Ein Teil kann auf wasserdurchlässig gestalteten Stellplätzen versickert werden. Der andere Teil kann durch begrünte Garagendächer zurückgehalten werden. Die Restmenge könnte mittels eines Trennsystems in Verdunstungsmulden im Bereich des Plangebietes zurückgehalten werden und in den südlich verlaufenden Graben entwässert werden. Dazu müssten aber zusätzlich Flächen im Gebiet bereitgestellt werden, was einen unvertretbaren und kostenintensiveren Aufwand bedeuten würde. Daher wird vorgeschlagen, Dachflächenwasser mittels Zisternen auf den privaten Flächen zurückzuhalten.

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NM=

•

Flächenbilanz Biotoptypen / Ausgleichsbedarf Biotoptyp m² , St EinzelGesamtpunkte / punkte / Flächeneinheiten Biotoptyp 10 6 4 1 6 6 6 10 5.800 3.660 128.800 930 3.540 9.960 720 3.500 ∑: 156.910 Bäume 19 St.

Bestand

Grasböschung Grasweg Acker Straße / Wege (versiegelt) Rasen / Spielplatz Gärten Hecke / Sträucher Wiese

Ca. Ca.

580 m² 610 m²

Ca. 32.200 m² Ca. Ca. 930 m² 590 m²

Ca. 1.660 m² Ca. Ca. 120 m² 350 m²

=

NN=

Biotoptyp

m² , St

EinzelGesamtpunkte / punkte / Flächeneinheiten Biotoptyp 1 6 Ca. 14.000 Ca. 6.990

Planung

Straße / Wege / Gebäude Straßenbegleitgrün / Rasen, Baumbeete Ausgleichsfläche / Wiese Rasen / Spielplatz Hecken Wasserdurchlässige Flächen (Stellplätze, Fußwege) Gärten
Dachbegrünung

Ca. 14.000 m² Ca. 1.160 m²

Ca. 1.260 m² Ca. 1.700 m² Ca. 1.000 m² Ca. 1.380 m²

13 6 10 2

Ca. 16.380 Ca. 10.200 Ca. 10.000 Ca. 2.760

Ca. 15.350 m² Ca. 1.150 m²

6 11

Ca. 92.100 Ca. 12.650 ∑: 165.050

Bäume

140 St.

Ergebnis: Durch die vorgesehenen und festgesetzten Grünmaßnahmen im Gebiet, wird die Situation mittel- bis langfristig verbessert (8.140 Punkte / Biotoptypen + 121 Bäume mehr bei der Planung als beim Bestand). Es besteht kein Ausgleichsbedarf für das Schutzgut Pflanzen und Tiere. Bilanzierung Ersatzbedarf Schutzgut Boden

•

Nach der Arbeitshilfe „Das Schutzgut Boden in der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung“ des Umweltministeriums Baden-Württemberg wird der Kompensationsbedarf für den Boden in Hektarwerteinheiten (haWe) berechnet:

=

NO=

Kompensationsbedarf (haWe) = Fläche x (Bewertungsklasse vor dem Eingriff - Bewertungsklasse nach dem Eingriff) Die Berechnung ist für jede Bodenfunktion durchzuführen: Bodenfunktion Differenz Bewertungsklassen Fläche (ha) Hektarwerteinheit

Natürliche Bodenfruchtbarkeit Filter und Puffer für Schadstoffe

4⇒1 = 3 4⇒3 = 1 4⇒1 = 3 4⇒3= 1

1,42 0,14 1,42 0,14 1,42

4,26 0,14 4,26 0,14 4,26

Ausgleichskörper im Wasserkreislauf

4⇒1= 3 4⇒ 4 = 0

Summe:

13,06

haWe

Da es an Möglichkeiten zur Umsetzung für Maßnahmen zu Gunsten des Schutzgutes Boden innerhalb des Bebauungsplangebietes fehlt (Entsiegelung von versiegelter Fläche), muss der Eingriff in den Boden extern kompensiert werden. Die Dimensionierung dieser Maßnahmen kann anhand einer monetären Bewertung erfolgen: Ausgehend von der 5-stufigen Bewertungsskala kann für die o.g. Bodenfunktionen ein maximales Defizit von 12 Werteinheiten je Hektar (haWe) anfallen und zwar von Stufe 5 auf Stufe 1, d.h. 4 Werteinheiten pro Bodenfunktion. Unter Zugrundelegung der Rahmensätze der Ausgleichsabgabenverordnung (1 - 5,- EUR / m², Wittumäcker-West: Wertstufe 4 = 4,- EUR / m²) kann somit ein monetärer Wert von 3.333,EUR je haWe (= 40.000,- EUR / 12) angesetzt werden: 13,06 haWe x 3.333 EUR/haWe = ca. 43.500,- EUR In diesem Umfang sind Ersatzmaßnahmen zu Gunsten des Schutzgutes Boden durchzuführen. Wir schlagen vor, den südlich von dem Gebiet verlaufenden Graben (ca. 175 m) zu renaturieren (Entfernung Sohlschalen, Böschungen abflachen, Initialbepflanzung). (Berechnung: 43.500,- EUR : 250,- EUR / lfm = 175 m).

=

NP=

=

Schutzgut Flora / Fauna

Eingriff Beseitigung von ca. 3,3 ha Acker- und Grünflächen, 2 Bäumen

Vermeidung / Minderung 1,5 ha private Gartenflächen

Ausgleich / Ersatz 1.000 m² Heckenpflanzungen Pflanzung von ca. 140 Bäumen Anlage von ca. 0,13 ha Ausgleichsflächen Schutzübergreifende Kompensation durch Renaturierung des angrenzenden Grabens

•

•

• • •

Boden

Versiegelung von 1,4 ha Boden • Teilversiegelung von ca. 0,14 ha Boden • Versiegelung von 1,4 ha Boden • Teilversiegelung von ca. 0,14 ha Boden • • Erhöhte Erwärmung durch versiegelte und teilversiegelten Flächen Bebauung • •

-

•

Wasser

Wasserdurchlässige Gestaltung des der Stellplätze Begrünung der Garagendächer Begrünung

• Verwendung von Zisternen für die Rückhaltung von Hausdachflächenwasser -

Klima / Luft

•

Landschaftsbild

•

• Begrünung (Baum- und Heckenpflanzungen)

-

Übersicht Schutzgüter Eingriff - Ausgleich

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NQ

=
=

2.5.2 Kosten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen Wasserdurchlässige Beläge für Stellplätze führen zu keinen nennenswerten Mehrkosten gegenüber wasserundurchlässigen Belägen. Die Kosten für einen festgesetzten Laubbaum betragen ca. 400,- EUR, für einen Obstbaum 250,- EUR, für ein Strauchgehölz 19,- EUR / m² einschl. drei Jahre Pflege. Eine Zisterne beläuft sich je nach Ausführung und Größe auf 1.500,- und 2.000,- EUR. Die Renaturierung des angrenzenden Grabens (Entfernung Sohlschalen, Abflachen der Böschungen, Initialbepflanzung) kosten ca. 43.500,- EUR. 2.6. Grünordnungsplan

Die Verwirklichung der Ziele zum Schutz Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft sind bei der Aufstellung eines Bebauungsplanes in einem Grünordnungsplan festzuhalten, wenn Gebiete nachhaltigen Landschaftsveränderungen ausgesetzt sind (NatSchG §7ff). In dem Grünordnungsplan sind die für das Plangebiet erforderlichen Kompensationsmaßnahmen darzustellen (s. Anlage). Der Grünordnungsplan kann auch Angaben zur grünordnerischen Gestaltung beinhalten. 2.61 Gestaltung

Das Gelände des Bebauungsplangebietes ist durch seine Hanglage bestimmt. Bei der Verteilung der Flächen und Nutzungszuweisungen ist dies zu berücksichtigen. Das Geländegefälle ist zu beachten und es müssen Bezugshöhen und maximale Bebauungshöhen für die Hochbauten und Außenanlagen ( Mauer- und Böschungshöhen) festgesetzt werden. 2.6.2 Festsetzungen Der Umweltbericht empfiehlt folgende Festsetzungen: • Stellplätze sind mit versickerungsfähigem versickerungsfähigen Belägen anzulegen. Unterbau und

•

Je 200 m² angefangene Grundstücksfläche ist ein großkroniger Laubbaum (Stammumfang in einem Meter Höhe mind. 18 – 20 cm, m.B., 3 x verpflanzt) oder ein hochstämmiger Obstbaum (Stammumfang 10 – 12 cm ) zu pflanzen. Die Bäume sind artgerecht mit durchgehendem Leittrieb zu entwickeln. Abgängige Bäume sind zu ersetzen. NR=

=
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=
=

•

Garagendächer mit einer Neigung < 10° sind zu begrünen. Substratstärke: mindestens 10 cm Das auf den Dachflächen anfallende Niederschlagswasser ist in Zisternen zu sammeln (mind. 3 m³ pro 100 m² Gebäudegrundfläche) Geländeveränderungen auf den Freiflächen der Baugrundstücke gegenüber dem vorhandenen Gelände sind auf +/- 1,0 m zu begrenzen. Stützmauern sind nur bis zu einer Höhe von 1,25 m zuzulassen (Material: Natursteine) Ersatzmaßnahme: Der südlich des Plangebietes verlaufende Graben ist zu renaturieren (Entfernung von Sohlschalen auf 175 m Länge, Abflachen der Böschungen, Initialbepflanzung) Zusätzliche Angaben

•

•

•

3.

3.1 Angewandte Untersuchungsmethoden, Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben Die Biotopstrukturen des Planungsgebietes wurden Grünflächenamt der Stadt Heilbronn kartiert und bewertet. durch das

Die Bewertung der Schutzgüter des Naturhaushaltes und die Bestimmung der Kompensationsmaßnahmen erfolgte in Anlehnung an die „Empfehlungen für die Bewertung von Eingriffen in Natur und Landschaft in der Bauleitplanung sowie Ermittlung von Art und Umfang von Kompensationsmaßnahmen sowie deren Umsetzung“ (LUBW 2005), der Arbeitshilfe „Das Schutzgut Boden in der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung“ (Umweltministerium 2006) und der „Bewertung der Biotoptypen Baden-Württembergs zur Bestimmung des Kompensationsbedarfs in der Eingriffsregelung“ (LUBW 2005). Zur Beurteilung des avifaunistischen Arteninventars wurde der Vorabzug der „Offenlandkartierung in Ackerbaugebieten Heilbronns mit intensiver Ackerrandstreifenausstattung“ der Arbeitsgruppe Tierökologie und Planung in Zusammenarbeit mit der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Heilbronn (2009) herangezogen. Zum Boden wurde die Bodenkarte von Heilbronn Blatt Nr. 6821, die Bodenschätzungskarte Blatt 6821 Heilbronn NW und die Karten des Bodenökologischen Gutachtens, Ökoplan, ausgewertet. Die Aussagen zum Klima wurden dem Klimagutachten für Heilbronn des Büros Umweltplanung Dr. Münzing, Flein von 2003 und dem Umweltatlas der Stadt Heilbronn (1998) entnommen. Ob Ersatzbedarf für das Schutzgut Wasser besteht, wurde durch eine Flächenbilanzierung und die Berechnung des zurückzuhaltenden = NS=
=

=
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Niederschlagswassers auf der Grundlage der Abflussbeiwerte (Berechnungsgrundlage: 15-minütige Niederschlagsspende / Starkregen 110 l / s / ha) festgestellt. Bei der Aufstellung des Umweltberichts traten keine Schwierigkeiten auf. Die erforderlichen Daten waren für eine Beurteilung ausreichend. 3.2 Monitoring / Maßnahmen zur Überwachung Die Anlage der Grünflächen, die Pflanzung der Bäume und die Entfernung der Sohlschalen ist Gegenstand des Baugenehmigungsverfahrens. 3.3 Allgemeine Zusammenfassung Für das Bebauungsplangebiet “Wittumäcker-West“ ist eine Umweltprüfung durchgeführt worden. Die vorhandenen Schutzgüter wurden bewertet und hinsichtlich der Auswirkungen der geplanten Bebauung untersucht. Es wurden erhebliche Eingriffe in die Schutzgüter Boden und Wasser prognostiziert. Für das Schutzgut Wasser wird die Verwendung wasserdurchlässiger Beläge auf den Stellplätzen, Begrünung der Garagendächer und Zisternen für die Rückhaltung des auf den geplanten Gebäuden anfallenden Dachflächenwassers vorgeschlagen. Für die Versiegelung der Böden soll schutzgutübergreifend der südlich des Plangebietes verlaufende Wassergraben renaturiert werden. Verbotstatbestände gemäß § 42 Abs. 1 BNatSchG werden durch den Bebauungsplan nicht ausgelöst.

Aufgestellt:

Gesehen:

gez. Simon Andreas Simon

gez. Barz Hans-Peter Barz

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Anlage Literaturverzeichnis Grünordnungsplan =
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NT=

=
=

Literatur, Rechtsvorschriften Arbeitsgruppe Tierökologie und Planung in Zusammenarbeit mit der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Heilbronn im Auftrag der Stadt Heilbronn, Grünflächenamt (2009): Offenlandkartierung in Ackerbaugebieten Heilbronns mit intensiver Ackerrandstreifenausstattung BUNDESNATURSCHUTZGESETZ (BNatSchG) vom 25.3.2002, BGBl. I S. 1193, zuletzt geändert am 08.04.2008, BGBl. I S. 686. BUNDESMINISTERIUM FÜR UMWELT, NATURSCHUTZ UND REAKTORSICHERHEIT (2002): Verordnung zu Neufassung der Bundesartenschutzverordnung und zur Anpassung weiterer Rechtsvorschriften. Fassung vom 16. Februar 2005. LGRB, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden- Württemberg, Bodenkarte Blatt 6821 Heilbronn, Freiburg 1993 LGRB, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg, Bodenschätzungskarte Blatt 6821 Heilbronn NW, Freiburg 1994 Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg: Bewertung der Biotoptypen Baden-Württembergs zur Bestimmung des Kompensationsbedarfs in der Eingriffsregelung 2005 Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg: Empfehlungen für die Bewertung von Eingriffen in Natur und Landschaft in der Bauleitplanung sowie Ermittlung von Art und Umfang von Kompensationsmaßnahmen sowie deren Umsetzung 2005 Münzing, Dr.: Klima und Lufthygiene im Landschaftsplan Heilbronn, Unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag des Grünflächenamtes und des Stadtplanungsamtes der Stadt Heilbronn 2003 Stadt Heilbronn: Bodenökologisches Gutachten 1991 / 1992 Stadt Heilbronn: Flächennutzungsplan 2003 Stadt Heilbronn: Grünleitbild 1992 Stadt Heilbronn: Landschaftsplan 1990 Stadt Heilbronn: Umweltatlas 1998 Umweltministerium Baden-Württemberg: Wassergesetz 2005 Umweltministerium Baden-Württemberg: Das Schutzgut Boden in der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung (Arbeitshilfe) 2006

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