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Ergebnisprotokoll

Full text: Ergebnisprotokoll

Freiräume an der Akademie Berlin Jüdisches Museum Berlin FriedrichshainKreuzberg
nicht offener landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb

Ergebnisprotokoll

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin
Berlin Friedrichshain-Kreuzberg Nicht offener landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb

Ergebnisprotokoll
Zur Sitzung des Preisgerichts am 13. Dezember 2010

Berlin, Januar 2011

Wettbewerbsdurchführung
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Patrick Weiss Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte

Wettbewerbskoordination / Leitung der Vorprüfung
bbzl - böhm benfer zahiri landschaften städtebau Warschauer Straße 57 10243 Berlin Cyrus Zahiri Ulrike Böhm Ann-Kristin Haeger

Vorprüfung
Annette Sprenger Katharina Schütze

Kostenprüfung
Ulrike Böhm

Mitarbeit Vorprüfung
Jana Mackert Antje Utpatel Christoph Ruhe

Titelbild
Rehwaldt Landschaftsarchitekten

Druck
A & W Digitaldruck

Inhaltsverzeichnis
1 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 2 2.1 2.2 2.3 2.4	 2.5	 2.7	 Ergebnisprotokoll der Sitzung des Preisgerichts �����������������7 Konstituierung des Preisgerichtes.....................................................7
 Bericht der Vorprüfung und Informationsrundgang ...........................8
 Erster Wertungsrundgang .................................................................9
 Zweiter Wertungsrundgang .............................................................10
 Arbeiten der engeren Wahl ............................................................. 11
 Festlegung der Rangfolge und der Preise.......................................15
 Empfehlung des Preisgerichtes.......................................................16
 Abschluss der Preisgerichtssitzung.................................................16
 Protokollfreigabe der Preisrichter ....................................................17
 Anwesenheitsliste............................................................................18
 Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmer................................21
 Bericht der Vorprüfung �����������������������������������������������������������25

Einlieferung der Arbeiten .................................................................25
 Vollständigkeit der Arbeiten .............................................................25
 Kriterienkatalog laut Auslobung.......................................................26
 Verfahren der Vorprüfung / Kostenprüfung......................................26
 Sachverständige..............................................................................27
 Gliederung der Einzelberichte der Arbeiten 1586 bis 1600 
 und 1497 bis 1498...........................................................................29
 2.6	 Übersicht der eingereichten Arbeiten ..............................................30
 2.8	 Stellungnahmen der Sachverständigen ..........................................66


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Ergebnisprotokoll der Sitzung des Preisgerichts

Nicht offener landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb ‚Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin’ Termin: Ort: Montag, den 13. Dezember 2010, 10.00 Uhr bis 18.40 Uhr Jüdisches Museum Berlin Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin Konzertsaal im Dachgeschoss

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Konstituierung des Preisgerichtes

Beginn der Sitzung 10.00h Für den Auslober begrüßt Herr Kühne die Anwesenden und führt in die Aufgabenstellung ein. Herr Kühne stellt die Anwesenheit fest (vgl. Anwesenheitsliste, Punkt 1.10) sowie die Vollzähligkeit des Preisgerichts. Herr Peckskamp vertritt Frau Kalepky als stimmberechtigter Sachpreisrichter. Auf Vorschlag von Herrn Kühne wird Frau Hutter bei eigener Enthaltung ein­ stimmig zur Vorsitzenden gewählt.

Stimmberechtigte	 Fachpreisrichter/innen	

Barbara Hutter (Vorsitz) Landschaftsarchitektin, Berlin Marianne Mommsen Landschaftsarchitektin, Berlin Peter Wich Landschaftsarchitekt, München Prof. Klaus Zillich Architekt, Berlin Elisabeth Lesche Landschaftsarchitektin, Berlin Anna Viader Architektin, Berlin Manfred Kühne Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilungsleiter Städtebau und Projekte Matthias Peckskamp Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Fachbereichsleiter Amt für Stadtplanung Cilly Kugelmann Stiftung Jüdisches Museum Berlin Programmdirektorin und Stellvertreterin des Direktors

Stellvertretende 	 Fachpreisrichter/innen	

Stimmberechtigte	 Sachpreisrichter/innen	

Das Preisgericht ist somit vollständig und entscheidungsfähig. Als ständig anwesende stellvertretende Fachpreisrichterinnen werden Frau Lesche und Frau Viader bestimmt.

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Die Vorsitzende Frau Hutter übernimmt die Leitung der Sitzung und lässt sich von den Mitgliedern des Preisgerichts versichern, dass sie - keinen Meinungsaustausch mit Wettbewerbsteilnehmern über die Aufgabe und deren Lösung geführt haben und während der Dauer der Sitzung füh­ ren werden, - bis zum Preisgericht bzw. der Bürgerbeteiligung am vorausgegangenen Freitag keine Kenntnis von Wettbewerbsarbeiten erhalten haben, soweit sie nicht als Vorprüfer oder Sachverständiger bei der Vorprüfung mitge­ wirkt haben, - die Beratung des Preisgerichts vertraulich behandeln werden,
 - die Anonymität der Arbeiten aus ihrer Sicht gewahrt ist,
 - es unterlassen werden, sich über vermutete Verfasser zu äußern,
 - die vorliegenden Arbeiten als Leistung anerkennen und respektvoll bewer­ ten. Frau Hutter gibt ergänzende Erläuterungen zur Aufgabenstellung des Wettbewerbs und die damit verbundenen Teilbereiche.

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Bericht der Vorprüfung und Informationsrundgang

Herr Zahiri berichtet von der technischen Vorprüfung im Bezug auf Einlieferung 
 und Vollständigkeit der Arbeiten (vgl. Bericht der Vorprüfung Punkt 2.1 und 
 2.2). 
 Der Abgabetermin für die einzureichenden Arbeiten war am Donnerstag, 
 den 18. November 2010. Von den 20 ausgewählten Planungsbüros haben 17 
 Büros ihre Arbeiten anonym eingereicht oder per Post bzw. Kurier eingesen­ det. Alle Arbeiten wurden zur Vorprüfung zugelassen unter dem Vorbehalt, 
 dass der Nachweis der fristgerechten Einlieferung später erbracht wird.
 Frau Böhm hat die Prüfung der Kosten durchgeführt und steht für vertiefende 
 Fragen zu den einzelnen Arbeiten zur Verfügung (vgl. Bericht der Vorprüfung 
 Punkt 2.4). 
 Die schriftlichen Stellungnahmen der Sachverständigen sind dem Bericht der 
 Vorprüfung angefügt. Herr Zahiri gibt eine kurze Zusammenfassung zu den 
 einzelnen Stellungnahmen. Für weitere Fragen und vertiefende Ausführungen 
 zu den einzelnen Arbeiten stehen die anwesenden Sachverständigen zur 
 Verfügung.
 Die Vorprüferinnen Frau Katharina Schütze und Frau Annette Sprenger 
 stellen im Informationsrundgang von 10.25 Uhr bis 11.28 Uhr die Arbeiten 
 mit den Tarnnummer 1586 - 1600, 1497 - 1498 dem Preisgericht vor. Die 
 Vorprüferinnen stellen für jede Arbeit das Gesamtkonzept und die Gestaltung 
 und Nutzung des Realisierungsteils vor.
 Um 10.35 Uhr verlässt Herr Kühne das Preisgericht. Frau Profé übernimmt 
 seinen Platz als Sachpreisrichterin.
 Um 10.36 Uhr trifft Herr Metelmann ein, Stiftung Jüdisches Museum Berlin, 
 Sicherheit.
 Um 11.10 Uhr verlässt Herr Ostendorff das Preisgericht. 


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Herr Niess, Architektenkammer Berlin, bemerkt, dass entgegen den in der Auslobung geforderten 2 räumlichen Darstellungen, einige Arbeiten mehr räumliche Darstellungen eingereicht haben. Herr Niess bezieht sich da­ bei auf die RPW 2008 § 5 (2) ‚Mehrleistungen werden von der Beurteilung ausgeschlossen’ und bittet um die Verdeckung der überzähligen räumlichen Darstellungen. Das Preisgericht beschließt einstimmig, die zusätzlichen räumlichen Darstellungen, die nicht dem Charakter einer Skizze oder freien Darstellung entsprechen, abzudecken. Die Vorprüfung und der Auslober verdecken die entsprechenden Darstellungen. Die Wahl, welche Darstellung verdeckt wird, erfolgt nach dem Prinzip, dass die aussagekräftigsten Abbildungen in der Beurteilung verbleiben. Bei den Arbeiten 1587, 1588, 1596, 1597 und 1599 werden je eine Darstellung verdeckt. Bei der Arbeit 1592 werden 3 räumliche Darstellungen verdeckt. Das Preisgericht beschließt einstimmig, alle Arbeiten für das weitere Verfahren zu­ zulassen.

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Erster Wertungsrundgang

Der erste Wertungsrundgang beginnt um 11.50 Uhr. Frau Hutter lässt über die Arbeiten abstimmen, die mit mindestens einer Stimme in den weiteren Rundgängen diskutiert und bewertet werden sollen. Arbeiten ohne eine Stimme verbleiben im ersten Rundgang. Tarnnummer 1498 1497 1600 1599 1598 1597 1596 1595 1594 1593 1592 1591 1590 1589 1588 1587 1586

weiter ausgeschieden weiter weiter weiter ausgeschieden weiter ausgeschieden weiter weiter weiter ausgeschieden weiter weiter weiter weiter weiter

Im ersten Rundgang werden somit einstimmig die Arbeiten 1497, 1597, 1595 und 1591 ausgeschieden. Der 1. Wertungsrundgang endet um 12.00 Uhr.

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Zweiter Wertungsrundgang

Um 12.05 Uhr beginnt der zweite Wertungsrundgang. An den verbleibenden Arbeiten werden das Entwurfskonzept, die Gestaltungsqualität und die Nutzbarkeit der Platzflächen diskutiert. Das Preisgericht stimmt mit einfacher Mehrheit ab, welche Arbeiten im Wettbewerbsverfahren verbleiben und weiter bewertet werden, wobei Stimmenthaltungen ausgeschlossen sind: Tarnnummer 1586 1587 1588 1589 1590 1592 1593

3:4 0:7 3:4 0:7 3:4 3:4 7:0

ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden weiter

Um 12.30 Uhr trifft Herr Kühne ein und nimmt ab der Abstimmung zur Arbeit 
 1590 wieder am Preisgericht teil.
 Um 13.10 Uhr wird der zweite Wertungsrundgang für die Mittagspause unter­ brochen.
 Um 13.25 Uhr verlässt Frau Profé das Preisgericht.
 Herr Niess von der Architektenkammer verlässt die Sitzung nach dem 
 Mittagessen.
 Um 14.00 Uhr wird der zweite Wertungsrundgang fortgesetzt.
 1594 1596 1598 1599 1600 1498 5:2 3:4 1:6 0:7 2:5 5:2 weiter ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden weiter

Die Arbeiten 1586, 1587, 1588, 1589, 1590, 1592, 1596, 1598, 1599 und 1600 werden ausgeschieden und verbleiben im zweiten Rundgang. Der zweite Wertungsrundgang endet um 15.00 Uhr. Frau Hutter stellt den Antrag Arbeiten, die mit dem Abstimmungsverhältnis von 3:4 im zweiten Wertungsrundgang ausgeschieden sind, erneut zu bespre­ chen und über Rückholanträge abzustimmen. Das Preisgericht stimmt mit 5:2 für diese Vorgehensweise. Die Arbeiten 1586, 1588, 1590, 1592 und 1596 wurden mit dem Stimmverhältnis 3:4 im 2. Wertungsrundgang ausgeschieden. Ab 15.30 Uhr wird jede dieser Arbeiten erneut diskutiert. Für jede Arbeit wird ein Rückholantrag gestellt, über die das Preisgericht wie folgt abstimmt:

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Tarnnummer 1586 1588 1590 1592 1596

6:1 5:2 0:7 0:7 4:3

Engere Wahl Engere Wahl ausgeschieden ausgeschieden Engere Wahl

Die Arbeiten 1590 und 1592 verbleiben im 2. Rundgang. Die Arbeiten 1586, 1588 und 1596 werden in das Verfahren zurück geholt. Somit verbleiben die Arbeiten 1586, 1588, 1593, 1594, 1596 und 1498 in der engeren Wahl. Um 15.30 Uhr verlassen Herr Münstermann und Herr Kaiser vom Landeskriminalamt das Preisgericht. Herr Metelmann steht für Fragen zur Sicherheit weiter zur Verfügung.

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Arbeiten der engeren Wahl

Von 15:50 Uhr bis 16:50 Uhr werden die Arbeiten der engeren Wahl durch die Sach- und Fachpreisrichter schriftlich beurteilt. Die Textentwürfe werden an­ schließend verlesen, diskutiert und in der folgenden Form verabschiedet:

1498
Die Arbeit 1498 schlägt eine neue Stadtpromenade als Hauptelement für die Neugestaltung der Freiräume der Akademie vor. Deren städtebauliche Klarheit erscheint auf den ersten Blick bestechend. Bei näherer Betrachtung des nördlichen Abschnittes durch den Besselpark wird deutlich, dass die not­ wendige Raumfassung der Promenade hier nicht gegeben ist. Das Potential der Arbeit, nämlich Raum und Wegeführung durch Baumsetzungen zu erzielen, wird nicht ausgenutzt. Ein einheitliches Gestaltungskonzept mit durchgehendem Material und Vegetationswahl unterstützt die städtebauliche Intention der Arbeit. Die Verwendung eines prägnanten Vegetationsthemas verleiht dem Gesamtgebiet eine eigenständige Atmosphäre. Jedoch die Positionierung der Baumgruppe und die Anordnung des Mobiliars könnten die Fußgängerbewegung mehr un­ terstützen.

1586
Die Arbeit zeichnet sich durch die besondere Aufenthaltsqualität auf dem Vorplatz der Akademie aus. Hier verbindet das Akademiepodium mehrfache Aspekte der Entwurfsaufgabe in einer prägnanten Setzung. Sicherheitsanforderungen, Erhalt von Bestandsbäumen (wie bei keiner der übrigen Arbeiten in diesem Maße zu verzeichnen) sowie Sitzmobiliar verbin­ den sich zu einer identitätsstiftenden Geste, die positiv zu bewerten ist.

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Das Holzpodest greift die Materialität des geplanten Eingangskubus auf und wirkt als vorgestrecktes einladendes Element bereits an der Lindenstraße. Deren Blockrand wird entlang der Podiumskante fortgeführt. Der visuelle Bezug zum Kollegiengebäude erfährt eine deutliche Zäsur, wird jedoch nicht unterbrochen. Platzoberfläche und -möblierung treten in beruhigender und einender Weise in den Hintergrund zurück. Das Holzpodest zur Kennzeichnung des Preußischen Nullpunktes bietet auf dem rückwärtigen Platz zum Besselpark keine ausrei­ chende Aufenthaltsqualität. Im Grünraum des Besselparks treten 3 intensiv gestaltete Freiraumbänder, darunter der bestehende Spielplatz sowie zwei Promenaden, miteinander in Beziehung. Insbesondere die "Restfläche" nördlich der Besselstraße wird so auf selbstverständliche Weise mit den übrigen Flächen in Zusammenhang ge­ bracht und erlangt erstmals den Status einer nutzbaren Freifläche. Entgegen der kompositorisch positiven Wirkung ist die südlich des Kastanienhains an­ geordnete Promenade jedoch nicht in der Lage, die stadträumlich bedeut­ same Diagonalverbindung zur Friedrichstraße sinnfällig herzustellen. Ebenso erscheint die Wegeführung über die Lindenstraße, welche mit dem Akademiepodium kollidiert, nicht zielführend. Die Integration der Skulptur "Niemand" in das Akademiepodium ist nicht nachvollziehbar und erscheint entbehrlich. Hier besteht zudem eine Schwachstelle des Anfahrschutzes auf­ grund der Podesthöhe von nur 40 cm.

1588
Der Entwurf will die unterschiedlichen Stadtstrukturen und Epochen verweben. Im entstehenden Platz-Teppich soll sich die Vergangenheit und Gegenwart mit Neuem verbinden. Die Platzfolge wird mit berlintypischen traditionellen Materialien aus Kalkstein und Granit entwickelt. Sitzelemente bilden die „Achse der Kontinuität“ in Anlehnung an den LibeskindBau aus, sie werden teilweise von Ölweiden beschattet, die dargestellte Größe der Bäume wird allerdings bezweifelt. Die Bänke engen den Eingang etwas ein. Zur Lindenstraße werden Poller mit Fangschlaufen vorgeschlagen. Dies wird äußerst kritisch diskutiert, da die Fangschlaufen die Querung für Fußgänger / Radfahrer stark erschweren. Die Skulptur „Niemand“ bleibt am angestammten Ort bestehen und ist damit gut auf dem Platz integriert. Der Preußische Nullpunkt wird in einer schlichten Stele markiert. Die Grundstruktur des Besselparks wird aufgenommen und durch zwei breite Promenaden in Ost-West-Richtung ergänzt. Die diagonalen Wegeverbindungen bleiben un­ entschieden. Positiv bewertet wird der zurückhaltende, selbstverständliche Umgang mit der Gestaltung der Platzfläche, die Sichtbezüge werden offen gehalten, Aufenthaltsqualitäten durch die Bänke geschaffen und die neuen Bäume räumlich gut integriert.

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1593
Der Entwurf stellt die Beziehung zwischen Museum und neuer Akademie in Vordergrund. Die Platzfolge erhält einen einheitlichen Bodenbelag aus ge­ sägtem Naturstein, der als ruhiger Teppich den Raum zwischen Museum, neu­ er Akademie und Besselpark selbstverständlich miteinander verbindet. Eine erhaltene Baumgruppe bindet die Skulptur von Micha Ullmann geschickt ein und setzt einen vegetativen Akzent auf dem sonst steinernen Platz. Ergänzt durch eine großzügige Bank entsteht ein Aufenthaltsort mit atmosphärischer Qualität, von dem aus sich die gesamte Szenerie überblicken lässt. Gelobt wird der entspannte Umgang mit den notwendigen Sicherheitselementen, der vor allem durch ein räumliches Zurücksetzten der Pollerreihe gegenüber der Skulptur von Micha Ullmann erreicht wird. Der Platz am Übergang zum Besselpark formuliert wiederum durch die Kombination von Bestandsbäumen und einer Bank einen Aufenthaltsbereich, erhält aber durch den Preußischen Nullpunkt und die Markierung der Sternwarte im Bodenbelag eine eigene Identität. Kritisch gesehen wird der Übergang zwischen Enckestraße, Besselpark und neuer Platzfläche sowie der Bereich nördlich der Besselstraße. Der Besselpark wird in seinem vorhandenen Grundgerüst respektiert, die neu entstehenden Wegeverbindungen werden selbstverständlich integriert, die Bestandsbäume werden behutsam ergänzt. Hierdurch gelingt des dem Verfasser die gewünschte Verbindung von der Friedrichstraße als Raumfolge durch den Besselpark über die neu entste­ henden Plätze zum Jüdischen Museum mit zurückhaltenden und angemes­ senen Mitteln herzustellen. Der städtebaulichen Zielsetzung, das barocke Kollegiengebäude in den gestalterischen Vordergrund der neu entstehenden Raumfolge zu stellen, wird somit hervorragend entsprochen, wobei die histo­ rische Blickbeziehung aus der Markgrafenstraße unbedingt freizuhalten ist.

1594
Dem Verfasser gelingt es auf einfache und einprägsame Weise, den Bogen vom Kollegienhaus über den Akademieplatz und Besselpark zur Friedrichstraße aufzuspannen. Von der Friedrichstraße kommend wird eine neue Wegeanbindung zum Akademieplatz angeboten, die jedoch in ihrer for­ malen Ausprägung nicht überzeugen kann. Vermisst wird die fußläufige Wegeanbindung an den östlichen Bereich des Besselparks (Birkenhain) sowie von der Besselstraße zur Hedemannstraße. Durch die Rücknahme der Enckestraße wird die räumliche Einheit des Besselparks gestärkt. Dies wird zusätzlich unterstützt durch die räumliche Fassung der Besselstraße mit einer doppelreihigen Allee im Norden. Der Akademieplatz wird als vierteilige Platzintarsie beschrieben. Eben diese Teilung wird kritisch gesehen, da hierdurch die einheitliche Platzwirkung ge­ stört wird. Insbesondere im südlichen Anschlussbereich des Platzes an die Lindenstraße kann die Ausformulierung der Platzränder nicht überzeugen, da hier der südliche Kopf der Bebauung eine zu starke Gewichtung im Platzgefüge erhält und der Endpunkt der E.T.A.-Hoffmann-Promenade verunklärt wird. Ebenso ist die außerhalb der Platzfläche geführte Fußgängerquerung der Lindenstraße nicht nachvollziehbar.

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Der Akademieplatz wird angemessen begrünt, wenngleich der Austausch der Bestandslinden durch mehrstämmige Neupflanzungen an gleicher Stelle frag­ würdig erscheint. Die Gestaltung des Anfahrschutzes mittels Sitzelementen ist interessant, je­ doch werden zusätzlich noch Senkpoller benötigt, die das lockere Gefüge der Sitzelemente stören. Unverständlich bleibt die Einordnung der Skulptur „Niemand“ in direkter räumlicher Nähe der Anfahrschutzelemente. Insgesamt stellt der Beitrag einen für die gestellte Wettbewerbsaufgabe angemessenen Lösungsansatz dar, der stadträumlich nicht in allen Bereichen überzeugen kann.

1596
Den Verfassern gelingt es, für das sehr heterogene große Planungsgebiet ein prägnantes und schlüssiges Gesamtkonzept zu entwerfen. Es wird eine überzeugende Erschließungsstruktur dargestellt, die eine klare Wegeführung und Querung des gesamten Geländes von der Friedrichstraße zum Jüdischen Museum anbietet. Außerordentlich prägnant wirkt die räumliche/land­ schaftsarchitektonische Fassung - und auch optische Vergrößerung - des Besselparks, sowie die klare Führung von der Enckestraße zur Platzanlage an der Akademie und Museum. Leider konterkariert das zentrale Entwurfsmotiv der Platzgestaltung zwi­ schen Museum und Akademie - die als Prallschutz gedachten aufgeklappten Treppenanlagen - die stadträumliche Verbindung von Museum und Akademie über die Lindenstraße hinweg. Die historische Fassade des Kollegiengebäudes wird dadurch von der Akademie aus gesehen ihres Sockels beraubt und vom Kollegiengebäude aus wird der zentrale Zugang zur Akademie in die seitlichen Erschließungsräume umgelenkt. Die Wiederholung des Motivs von schiefer Ebene und Treppe an der ehemaligen Sternwarte schränkt die Nutzbarkeit des kleinen Platzes ein. Des Weiteren entspricht die Treppenanlage an der Lindenstraße nicht den Anforderungen des Anprallschutzes und die kleinere Treppenanlage zum Besselpark behindert die Anlieferung des Akademiegebäudes.

Um 16.31 Uhr trifft Herr Ostendorff wieder ein. Um 16.40 Uhr trifft Frau Profé wieder ein.

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Festlegung der Rangfolge und der Preise

Unter den Preisrichtern/innen wird ein Meinungsbild zur Rangfolge der Arbeiten hergestellt und mit inhaltlichen Stellungnahmen begründet. Um 17.40 Uhr wird zunächst über die Rang- und Preisverteilung abgestimmt: Rang Engere Wahl Anerkennung Anerkennung Tarnnummer 1588 1498 1596

7:0 6:1 7:0

Frau Hutter schlägt vor, die Verteilung der Preise zu verändern und einen 1. Preis und zwei 3. Preise zu verteilen. Das Preisgericht stimmt diesem 
 Antrag einstimmig zu.
 Weiter stimmt das Preisgericht einstimmig dafür, dass die Preissumme für den 
 2.Preis und den 3. Preis gleichwertig auf die zwei 3. Preise verteilt wird.
 Das Preisgericht stimmt über die drei verbleibenden Arbeiten wie folgt ab: Rang 1. Preis ein 3. Preis ein 3. Preis Tarnnummer 1593 1594 1586

7:0 7:0 7:0

Dadurch ergibt sich folgende Prämierung und Aufteilung der Preissumme: Rang 1. Preis ein 3. Preis ein 3. Preis Anerkennung Anerkennung Tarnnummer 1593 1594 1586 1498 1596 Preissumme 12.000 EUR 6.000 EUR 6.000 EUR 3.000 EUR 3.000 EUR

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Empfehlung des Preisgerichtes

Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober einstimmig, die Arbeit 1593 zur Grundlage der Realisierung der Freiraumgestaltung an der Akademie Jüdisches Museum Berlin zu machen und die Verfasser der Arbeit entspre­ chend Punkt 1.13 der Auslobung zu beauftragen. Bei der weiteren Bearbeitung sind die Empfehlungen der Preisrichterbeurteilung (siehe Punkt 1.5) zu be­ rücksichtigen. Darüber hinaus sind folgende Punkte zu beachten: - Die Poller für den Anprallschutz sollen einen eigenständigen Charakter erhalten. Die gestalterische Ausformulierung soll so erfolgen, dass die Funktion als Anprallschutz nicht dominiert - Die Durchlässigkeit des Bereichs soll bei der baulichen Umsetzung erhal­ ten bleiben. - Die Anzahl der Fahrradständer soll an die Nutzungsintensität an der Lindenstraße anpasst werden. - Die Arbeit liegt leicht über dem Kostenrahmen. Bei der Umsetzung ist da­ rauf zu achten, dass der Kostenrahmen eingehalten wird.

1�8

Abschluss der Preisgerichtssitzung

Nach Öffnung der Umschläge mit den Verfassererklärungen werden die Namen der Verfasser der Preise, Ränge und Rundgänge verlesen. Die Namen aller teilnehmenden Planungsbüros sind der Liste unter Punkt 1.11 zu entnehmen. Die Vorsitzende entlastet die Vorprüfung und bedankt sich für die fundierte und tiefgehende Prüfung der Arbeiten und gibt den Vorsitz zurück an den Auslober. Im Namen des Auslobers dankt Herr Kühne allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit und die gute Durchführung des Verfahrens, ins­ besondere der Vorsitzenden des Preisgerichtes. Die Sitzung endet um 18.40 Uhr. Die Preisträger werden im Anschluss an die Sitzung telefonisch vom Preisgericht informiert. Die anderen Wettbewerbsteilnehmer/innen und die Öffentlichkeit werden umgehend über das Wettbewerbsergebnis informiert. Die Ausstellungseröffnung ist für den Februar vorgesehen. Die Ausstellung wird ebenfalls in den Räumen des Jüdischen Museum Berlin stattfinden. Es geht den Beteiligten eine gesonderte Einladung zu. Das Protokoll wurde von der Vorsitzenden des Preisgerichts gelesen und genehmigt.

Aufgestellt: 14./15.12.2010 Ann-Kristin Haeger

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Protokollfreigabe der Preisrichter

Das Protokoll wird genehmigt

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1�10 Anwesenheitsliste
Nicht offener landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin Berlin Friedrichshain-Kreuzberg Preisgerichtssitzung Montag, 13.12.2010, 10.00 Uhr bis 18.40 Uhr Jüdisches Museum Berlin (Konzertsaal im Dachgeschoss des Altbaus) Lindenstraße 9-14 10969 Berlin

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1�11 Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmer
1� Preis
1593 012404 Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden Till Rehwaldt Mitarbeit: Dipl.-Ing S. Fauck, Dipl.-Ing F. Bergander, Cand.-Ing S. Hübner und E. Leue

Ein 3� Preis
1586 241057 A 24 Landschaft, Berlin Steffan Robel Mitarbeit: Jan Grimmek, Shyuenwen Shyu, Anand Thadani, Clara Lescourret

Ein 3� Preis
1594 782631 Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin Maik Böhmer Mitarbeit: Gerd Holzwarth, Sandra Patzelt, Ulf Schrader, David Kaufmann

Anerkennungen
1498	 718546 Realgrün Landschaftsarchitekten, München Wolf D. Auch, Klaus-D. Neumann Mitarbeit: Thomas Meyer, Patrizia Scheid, Peter Timar, Sebastian Väth 627415 Club L 94 LandschaftsArchitekten, Köln Frank Flor, Jörg Homann, Götz Klose, Burkhard Wegener Mitarbeit: Nina Rhode, Ben Warnecke, Doron Stern

1596	

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Engere Wahl
1588 320785 planung freiraum Barbara Willecke, Berlin Barbara Willecke Mitarbeit: Leonie Rhode, Frank Skupin, Ronny Kräft, Clara Jäckel Verkehrsplanung: Ingenierubüro Hein, Frechen Statik: HEG Beratende Ingenieure Berlin GmbH, Berlin

2� Rundgang
1587 101108 Häfner Jimenez, Berlin Dipl-Ing. Winfried Häfner Mitarbeit: Daniel Stimberg, Cristina Baixauli Gracia, Jens Betcke 543375 Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin Jürgen Weidinger Mitarbeit: Ed Billings, Paul Giencke 332450 Sinai. Faust. Schroll. Schwarz Freiraumplanung und Projektsteuerung GmbH, Berlin A.W. Faust Mitarbeit: Maja v.d. Laan, Frederike Müller, Maja Neumann, Henning Pagels, Christoph Schimetzky 746311 WES & Partner, Berlin Schatz, Betz, Kaschke, Wehberg-Krafft mit Hans-Hermann Krafft Mitarbeit: Henriette Henning, Maria Gehrman. Jana Mattusch Perspektive: Landschaftsarchitektur+, Hamburg Felix Holzapfel-Herziger 081145 Auboeck + Kárász, Wien Arch. DI Maria Auböck und Mag. János Kárász Mitarbeit: Arch. DI Christoph Brenner

1589

1590

1592

1598

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1599

172411 capattistaubach Landschaftsarchitekten, Berlin Tancredi Capatti / Matthias Staubach Mitarbeit: Robyn Butcher Berater: Ludevine Gragy 257900 Burger Landschaftsachitekten Susanne Burger und Peter Kühn Partnerschaft, München Susanne Burger, Peter Kühn Mitarbeit: Katrin Rismont, Velania Cervino, Claudia Heindel Visuelle Kommunikation: Ulrike Brückner, Berlin

1600

1� Rundgang
1497 101121 100Landschaftsarchitektur, Berlin Thilo Folkerts 193893 Lützow 7 Garten- und Landschaftsarchitekten, Berlin Cornelia Müller Jan Wehberg Prof. Dipl.-Ing. C. Müller, Dipl.-Ing. J. Wehberg Mitarbeit: M. Kuhn, L. Doderer, M. Sasse, F. Fieweger, A.Pöthig, D. Theidel, M. Reepel, P. Nolting 152918 Mettler Landschaftsarchitektur, Berlin Rita Mettler Mitarbeit: Rita Mettler, Julia Hutzler, Marcela Garcia, Katharina Wittchen, Marek Langner, Helge Kickert, Kai Beschorner, Jakob Kastner, Kaja Terpinska 107102 Hahn Hertling von Hantelmann, Berlin Dipl.-Ing. Inga Hahn Mitarbeit: Cand.-Ing. Kristian Dahlgaard, Cand.-Ing. Oliver Scharff Lichtplanung: Schlotfeldt Licht, Berlin Dipl.-Ing.Arch. Torsten Rullmann

1591

1595

1597

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2 2�1

Bericht der Vorprüfung Einlieferung der Arbeiten

Abgabetermin für die einzureichenden Arbeiten war Donnerstag, der 18. November 2010. Von den 20 ausgewählten Planungsbüros haben 17 Büros ihre Arbeiten anonym eingereicht oder per Post bzw. Kurier eingesendet. Die Arbeiten waren mit einer sechsstelligen Kennziffer versehen. 10 Arbeiten wur­ den fristgerecht eingereicht, was durch Poststempel oder Einlieferungsschein belegt wurde. Für die Arbeiten 1590, 1591, 1592, 1594, 1595, 1597 und 1599 fehlt bislang ein Nachweis der fristgerechten Einlieferung. Der Nachweis für diese 7 Arbeiten muss nach der Preisgerichtssitzung erbracht werden. Nach dem Auspacken wurden die Arbeiten auf Abgabedatum und Vollständigkeit hin überprüft und mit den Tarnnummern 1586 bis 1600 und 1497 bis 1498 gekennzeichnet. Die Umschläge mit den Verfassererklärungen wurden unter Verschluss genommen. Die Wettbewerbsarbeiten wurden unge­ öffnet in die Räume der Vorprüfung transportiert.

2�2

Vollständigkeit der Arbeiten
1600 1586 1590 1596 1588 1594 1589 1599 1598 1595 1498 x x x x x x x x x x x x x x x x x 1592 1593 1587 1597 1497 x x x x x x x x x x x x x x x x 1591 x x x 5 x x x x 6 x x x x x x x x

Tarnzahl Gesamtkonzept 1:500 Realisierungsteil 1:200 2 Schnitte 1:200 (1 Schnitt je Platzfläche) mind. 1 Detail 1:50 2 räumliche Darstellungen ergänzende skizzenhafte freie Darstellungen 1 Satz Prüfpläne (gefaltet) Formblatt Kostenschätzung Erläuterungsbericht 2 Seiten A4 Verzeichnis der eingereichten Unterlagen Verfassererklärung CD-Rom Präsentationspläne als tif.Datei Präsentationspläne als pdf-Datei Prüfpläne als CAD-Datei Formblatt Kostenschätzung als .xls-Datei Erläuterungsbericht als .doc-Datei

x x x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x 1 x x x x x x x x x x x x

x x 2 3 x x x x x x x x x x x x x

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10 11 x x x 8 x x x x x x x x x x x

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jpg jpg x x x x x x x x

x 1 2 3

Leistung liegt vor Leistung liegt nicht vor 3 räumliche Darstellungen 1 Schnitt, 1:100 2 Details, 1:100 und 1:50

4 5 6 7 8 9

1 Detail, 1:25 2 Details, 1:10 und 1:50 1 Seite 5 räumliche Darstellungen Lichtkonzept 3 Schnitte, 1:200

10 11 12 13

leicht veränderter Maßstab, 1:535 leicht veränderter Maßstab, 1:214 Text ist nicht vollständig 2 von 4 Prüfplänen

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

26

2�3
-

Kriterienkatalog laut Auslobung

Konzept
Leitidee und Grundstruktur Einbindung in das bestehende und das geplante städtebauliche Umfeld Raumbildung und Verknüpfung, Berücksichtigung von Sichtbeziehungen Orientierung und Erschließung Flexibilität

Gestaltung
Gestaltqualität Material und Möblierung Vegetation

Nutzungen
räumlich-gestalterische und räumlich-funktionale Planung unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Nutzergruppen Berücksichtigung und konzeptionelle Integration der Sicherheits­ anforderungen Nutzbarkeit ohne Barrieren

Realisierbarkeit
Einhaltung verbindlicher Vorgaben Einhaltung des Kostenrahmens Wirtschaftlickeit im Bezug auf Folgekosten zur Pflege und Unterhaltung

Gemäß Punkt 1.10 der Auslobung sind keine Ausschlusskriterien bzw. bin­ dende Vorgaben formuliert worden.

2�4

Verfahren der Vorprüfung / Kostenprüfung

Die Vorprüfung wurde in der ehemaligen Kassenhalle des Finanzamtes Wedding, Osloer Straße 37, 13359 Berlin durchgeführt. Grundlage der Vorprüfung waren die Auslobung inklusive aller Anlagen, speziell die gefor­ derten Leistungen gemäß Punkt 1.10 und die Wettbewerbsaufgabe gemäß Teil 3 der Auslobung. Ergänzend wurde die Antworten zu den Rückfragen be­ rücksichtigt. Die Flächen, Massen und Mengen wurden überprüft und, im Sinne einer Vergleichbarkeit der Arbeiten untereinander, korrigiert. Die Kostenprüfung basiert auf den, durch den Auslober vorgegebenen Einheitspreisen. Für die Baumaßnahme im Realisierungsteil steht eine Nettobausumme von 1,218 Mio. EUR zur Verfügung. Eine Überschreitung des Kostenrahmens um bis zu 10 % wurde als ‚leicht‘ definiert. Liegt die Arbeit um mehr als 10 % über dem Kostenrahmen, wird sie als ‚Überschritten‘ definiert. Die Leuchten und die Skulptur ‚Niemand‘ sind im Budget enthalten.

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

27

2�5

Sachverständige

Während der Vorprüfung wurden alle Sachverständige eingeladen die abgege­ benen Wettbewerbsarbeiten unter Berücksichtigung ihrer fachlichen Belange zu prüfen. Folgende Sachverständige haben innerhalb der Vorprüfzeit hiervon Gebrauch gemacht und waren beratend tätig:

Sachverständige	

Joachim Hafen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Städtebauförderung / Stadterneuerung Kerstin Schmidt Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Grundsatzangelegenheiten der Straßenplanung Hans-Georg Winthuis Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Städtebau und Projekte Siegfried Bracht Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Amt für Stadtplanung Kerstin Kipker Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Amt für Stadtplanung Frank Müller Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Amt für Tiefbau Olav Vogt Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Untere Denkmalschutzbehörde Bernd Metelmann Stiftung Jüdisches Museum Berlin Sicherheit Marc-Aurel Münstermann Landeskriminalamt Abt. Objektschutz

Die Stellungnahmen der Sachverständigen sind dem Vorprüfbericht als Anhang beigefügt. Die Sachverständigen stehen dem Preisgericht für vertie­ fende Ausführungen zur Verfügung.

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

28

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

29

2�7	

Gliederung der Einzelberichte der Arbeiten 1586 bis 1600 und 1497 bis 1498

-

Entwurfsabbildung Gesamtkonzept Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung Realisierbarkeit

Zitate des Verfassers werden im Bericht kursiv kenntlich gemacht. Die Darstellung der Arbeiten erfolgt auf je einer Doppelseite.

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

30

2�6

Übersicht der eingereichten Arbeiten
1586
 1587


1588


1589


1590


1591


1592


1593


1594


1595


Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

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1596


1597


1598


1599


1600


1497


1498


A24 Landschaft, Berlin / ein 3. Preis

1586

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1586 33

Gesamtkonzept
Der Vorplatz der Akademie Jüdisches Museum verbin­ det die Akademie mit dem Eingang des Jüdischen Mu­ seums im Kollegienhaus über die Lindenstraße hinweg. Über eine Platzfolge werden die Einrichtungen des Jü­ dischen Museums mit dem Besselpark und der süd­ lichen Friedrichstadt verbunden. Der Vorplatz markiert die Schnittstelle zwischen dem Raster der Friedrichstadt und der an der ehemaligen Parzellenstruktur orientierten Baustruktur der Köpeni­ cker Vorstadt. Die IBA 1984 thematisierte den aufge­ lösten Block der südlichen Friedrichstadt ... In diesem Sinn sind zahlreiche Randschlüsse wie die Baumpa­ kete im Besselpark entstanden. Das ‚Akademiepodium’ greift das Thema des Rand­ schlusses auf. Die gekippte Fläche orientiert sich zur Akademie. Die Grundstruktur des Besselparks wird aufgegriffen und durch eine neue Promenade mit wassergebun­ dener Decke im südlichen Bereich ergänzt. Die Ver­ bindung zwischen Friedrichstraße und Akademie bzw. Lindenstraße wird von einer Abfolge unterschiedlicher Nutzungen mit gliedernden Baumpaketen und Heckenstreifen begleitet. Einzelne Spielobjekte und ein langes Sitzelement aus Holz sind eingefügt. Die Enckestraße wird als befahrbare, niveaugleiche Wegefläche im Park geführt. Die 5 m breite Fahrspur besteht aus gefärbtem Asphalt, es sind keine eigenständigen Gehwege vorge­ sehen. Westlich der Enckestraße wird die Rasenfläche ergänzt. Die vorhandenen Spielobjekte in KITA-Nähe 
 werden entlang eines linearen Erschließungsweges 
 neu geordnet. 
 Alle Bestandsbäume des Besselparkes sind erhalten.
 Die Grünfläche vor dem Kreuzberg-Tower erhält ein 
 Freiraumband, das sich mit dem gleichen Gestaltungs­ motiv bis zur Markgrafenstraße zieht. Baumraster, He­ ckenpakete und einzelne Nutzungsfelder sind vorsehen. 
 Am westlichen Ende entsteht eine kleinere, baumüber­ stellte Platzfläche für gastronomische Nutzungen. Die fußläufige Erschließung der Gebäude wird leicht ver­ schoben, die Tiefgaragenzufahrt bleibt unverändert. Die Gehwegfläche entlang der Lindenstraße erhält eine Vorstreckung, die Straßenkante wird nicht verän­ dert. Der neue Belag des Akademieplatzes wird auf den Mittelstreifen nochmals aufgenommen, die Gehwegbe­ reiche bleiben klassisch mit Natursteinmaterialien be­ festigt. Auf dem Mittelstreifen sind drei Linden entfernt, die Sichtbeziehung zwischen Museum und Akademie ist berücksichtigt.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Der Doppelplatz an und neben der Akademie ist mit 2 x 1 m großen Beton-Schwerlastplatten (Stelcon) befe­ stigt. Die Platten liegen parallel zur Lindenstraße. Ent­ lang der Baulinien bzw. der Gebäudefronten wird aus ebensolchen Betonplattenformaten eine Kante erstellt. Zur Lindenstraße wird der Abschluss des Platzes durch das Akademiepodium gebildet. Ein untergliedertes, ca. 20x30 m großes Holzpodest nimmt auf einer schrägen Fläche sechs aufgeastete Bestandslinden auf und bil­ det zugleich einen neuen Rahmen für die vorhandene Stahlskulptur. Die erhaltenen Linden haben Stammumfänge zwischen 72 und 97 cm. Zur Lindenstraße und entlang der Südkante entsteht eine Sitzmöglichkeit. Über eine Rampe gelangt man auf die schräge mittige Aufenthaltsfläche. Integriert in die Unterkonstruktion sind die Betonpoller als Anfahrschutz. Die Bereiche rechts und links davon sind mit versenkbaren Absperrungen gesichert. Die Fahrradständer sind an den nördlichen und süd­ lichen Platzrändern sowie nördlich der Akademie ver­ lagert. Im Übergangsbereich zum Besselpark ist die Grenze des Anfahrschutzes abweichend von der Vor­ gabe orthogonal ausgerichtet. Drei Bäume akzentuie­ ren den kleineren Platzraum. Der Preußische Nullpunkt wird als Säule neu interpre­ tiert und auf einen holzbelegten Sockel platziert. Eine Stahlstele mit Sehschlitz und eingearbeiteter Markie­ rung visualisiert den historischen Standort des Mes­ spunktes. Der vorhandene Schnurbaum an der nordöstlichen Ge­ bäudefront bleibt erhalten.

Realisierbarkeit
- Die Vorschläge für den Anfahrschutz liegen nördlich außerhalb der angegebenen Bereiche. - Im Akademiepodium sind die Sicherheitsbetonquader verborgen. Problematisch ist die Situation an den Randbereichen, da hier die Podiumsfläche nur um 40 cm angehoben (an der nördlichen Seite) bzw. der Abstand zum nächsten Sicherheitspoller größer als 1,35 m ist (an der südlichen Seite).. - Die Skulptur muss 40 cm höher aufgestellt werden, da um sie herum das Akademiepodium entsteht. - Es sind keine Entwässerungsrinnen dargestellt. - Die Arbeit liegt leicht über dem Kostenrahmen. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist nicht in den Kosten enthalten.

Häfner Jimenez, Berlin / 2. Rundgang

1587

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

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Gesamtkonzept
Durch den Umbau der Blumengroßmarkthalle zur Aka­ demie und mit der Gewinnung der Erweiterungsflächen für den Besselpark bietet sich die Möglichkeit, die Teilräume des Parks zu einer Einheit zu fügen und einen spannungsvollen Kontrast zu den urbanen Platzflächen um das Gebäude der Akademie herauszuarbeiten. Die Freiräume an der Akademie des Jüdischen Muse­ ums werden als Durchgangsraum bzw. Durchfluss zwi­ schen Linden- und Friedrichstraße verstanden. Lineare Gestaltungselemente in den Platzflächen der Akademie setzen sich als Sitzkanten im Besselpark fort und unter­ stützen so die Wegeführung zum umgebenden Stadt­ quartier. Ebenso zieht sich das Kleinsteinpflaster der Platzflächen weiter entlang der Neubebauung bis zur Friedrichstraße und unterstreicht so die Lenkung der Besucher. Im Kastanienhain des Besselparks entsteht eine recht­ eckige Lichtung als städtebauliches Volumen, das in etwa dem der ehemaligen Markthalle entspricht. Die Rasenfläche ist leicht abgesenkt und wird entlang ihrer Ränder von einer Sitzkante eingefasst. Gerahmt wird die Lichtung von einem Kastanienhain bzw. breiten, wassergebundenen Wegeflächen. Im Westen und Sü­ den sind rechteckige Pflanzflächen und lineare Sitze­ lemente integriert. Die Enckestraße soll als historisch bedeutende Verlängerung der Charlottenstraße weiter­ hin sichtbar und für die Anlieferung nutzbar bleiben. Die 7 m breite Fahrspur besteht aus Kopfsteinpflaster und wird von Gehwegen aus wassergebundener Decke be­ gleitet. Auf beiden Seiten der Enckestraße wird der Ka­ stanienhain ergänzt – es entsteht eine räumliche Klam­ mer zwischen den beiden Parkteilen. Die Grünfläche vor dem Kreuzberg-Tower erhält eine Baumreihe entlang der Besselstraße. Auf ihrer west­ lichen Seite entsteht eine wassergebundene Fläche. Die rückwärtige Erschließung erfolgt zentral. Die Tief­ garage ist über die Charlottenstraße angebunden. Die Gehwegflächen beidseitig der Lindenstraße wer­ den gemäß der neuen Spuraufteilung verbreitert. Der durchgehende Mittelstreifen und die Gehwege erhalten als verbindendes Element einen einheitlichen Belag aus Großsteinpflaster. Auf dem Mittelstreifen und dem west­ lichen Gehwegsbereich sind die Fahrradbügel so ange­ ordnet, dass sie die Sichtbeziehung zwischen Museum und Akademie nicht stören.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Die Platzfolgen an der Akademie sind mit einem ein­ heitlichen, richtungslosen Kleinsteinpflaster befestigt. Vor den Gebäudefronten sind zwei ebenerdige Bän­ der aus großformatigen Betonplatten in den Belag in­ tegriert. Mehrere Lichtmasten mit integrierten Kame­ rastandorten rücken an den Rand der Gebäude. Ent­ lang der nordöstlichen Gebäudelinie werden Sitzmöbel als Teil von gastronomischen Einrichtungen und Holz­ bänke mit Rückenlehne angeboten. Die Ausstattungse­ lemente und das Plattenband betonen die Platzränder. Zur Lindenstraße wird der Abschluss der Platzfläche durch eine Mauerkante gebildet. Sie dient dem Anfahr­ schutz und ist straßenseitig 80 cm hoch. Die Höhe ver­ ringert sich auf der platzzugewandten Seite durch die Ausbildung des Entwässerungsgefälles zur Mitte hin auf ein Sitzmaß von 45 cm. Die Bereiche links und rechts der Mauer sowie der Übergang zur Enckestraße sind mit Pollern abgesichert. An der Lindenstraße nimmt die Mauer den Schriftzug Akademie Jüdisches Museum Berlin auf. Durch ihre Dimension und ihre leicht gebo­ gene Form bildet sie das Pendant zur Rampenanlage vor dem Kollegienhaus. Der Preußische Nullpunkt wird als kreuzförmige Stahl­ säule interpretiert und wie die ehemalige Sternwarte nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Ein schma­ ler Sichtschlitz markiert den ehemaligen Normal-Hö­ henpunkt. Der vorhandene Schnurbaum an der nord­ östlichen Gebäudefront bleibt erhalten. Die Skulptur „Niemand“ ist vor der geplanten Mauer an der Linden­ straße platziert.

Realisierbarkeit
- Die Vorschläge für den Anfahrschutz liegen außer­ halb der angegebenen Bereiche. Die Abstände zwi­ schen den Pollern betragen 2 m. - Der südliche Kameramast ist 3 m nach Südosten ver­ schoben. - Die Arbeit liegt im Kostenrahmen. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist gut bud­ getiert in den Kosten enthalten. - Zusätzliche Lichtmasten sind ebenfalls in den Kosten enthalten.

planung freiraum Barbara Willecke, Berlin / Engere Wahl

1588

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

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Gesamtkonzept
Das Bearbeitungsgebiet liegt an einer derzeit fragmen­ tierten Schnittstelle von Stadtstrukturen und Epochen: Insbesondere die Struktur der Friedrichstadt und die der Köpenicker Vorstadt ... überlagern sich an diesem Ort. Die Libeskind-Bauten fügen ihr eigenes Vokabular an Achsen ... (Achse der Kontinuität) ... hinzu. Der Entwurf entwickelt aus diesem Vokabular ein zurückhaltendes Gewebe, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart mit Neuem verbindet. Die Platzfolge ist unter der Berücksichtigung von den Prinzipien von gut lesbaren Schwellen und Übergän­ gen, unter Berücksichtigung von Sichtbezügen und tra­ ditionellen Materialien entworfen. Die Grundstruktur des Besselparks wird aufgegriffen. Das bestehende Baumraster wird aufgeastet, mittels Beleuchtung wäre eine abendliche Inszenierung mög­ lich. Das Wegesystem wird durch eine neue, 12 m breite Promenade im südlichen Bereich ergänzt. Es entsteht eine neue Verbindung zwischen Friedrichstraße und Akademie bzw. Lindenstraße, die sich zusätzlich als Aufenthaltsfläche anbietet. Zwei diagonale Wege stellen eine Verbindung her vom südlichen Friedrichstraßenbe­ reich zum Bereich der nördlichen Parkpromenade. Eine Diagonale verbindet den nördlichen Bereich der Fried­ richstraße quer durch den Park mit der Lindenstraße. Die neu gewonnene Parkfläche wird mit Rasen und Einzelbäumen gestaltet. Insgesamt werden 14 Bäu­ me neu gepflanzt. Die Enckestraße wird auf 5 m ver­ engt. Der westliche Gehweg ist 1,5 m breit, der östliche 3,5 m. Die vorhandenen Spielobjekte in KITA-Nähe werden entlang eines linearen Erschließungsweges ge­ reiht und ergänzt. Die Fläche vor dem Kreuzberg-Tower ist neu geordnet und zu zwei größeren Vegetationsflächen zusammen­ gefasst. Die Tiefgaragenzufahrt bleibt unverändert. Auf der westlichen Seite entsteht ein ca. 15 m breiter be­ festigter Platz, der für gastronomische Nutzungen zur Verfügung steht. Quer über der Vegetationsfläche ist eine weitere, ca. 5x30 m große Fläche mit Bestuhlung dargestellt. Die Gehwegflächen beidseitig der Lindenstraße erhal­ ten gemäß der neuen Spuraufteilung einen veränderten Querschnitt. Der neue Belag des Akademieplatzes wird bis auf den Mittelstreifen geführt, die Gehwege sind klassisch mit Natursteinmaterialien gestaltet. Auf dem Mittelstreifen sind zwei Linden entfernt. Die Sichtbezie­ hung zwischen Museum und Akademie ist berücksich­ tigt.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Das Raster der Köpenicker Vorstadt wird mit dem der Friedrichstadt auch materiell verwoben: Die Platzflä­ che ist mit Bernburger Hartkalksteinpflaster in grau-bei­ ge gepflastert, eingelegt sind 60 cm breite Streifen aus grau-beigen Granitplatten. Die Streifen hören ca. 3 m vor den neuen Gebäudekanten auf. Als dritte Richtung wird die Achse der Kontinuität durch 6,30 m lange und 1 m breite Bankelemente aus Hartkalkstein aufgegrif­ fen. Die Bänke haben teilweise mittige Rückenlehnen aus Zedernholz. Diese Sitzmöglichkeiten sind sowohl auf dem größeren Platzbereich südlich der Akademie als auch nördlich im kleineren Platzbereich vorsehen. Die Sitzmöglichkeiten sind teilweise von sechs neu gepflanzten Bäumen be­ schattet. Es werden Ölweiden vorgeschlagen, die an Olivenbäume als überreligiöses Symbol des Friedens erinnern. Zur Lindenstraße bleibt der Platz offen. Die Linden sind entfernt, eine Reihe Poller mit Fangschlaufen bietet die notwendige Sicherheit. Dasselbe Sicherheitsmobiliar ist auch auf dem Mittelstreifen und entlang dem östlichen Gehwegbereich der Lindenstraße vorgesehen. Die Be­ reiche der Durchfahrten sind mit Senkpollern versehen. Die Skulptur verbleibt an ihrem angestammten Ort. Die Fahrradständer sind mit doppelter Länge vorge­ schlagen, so dass vier Räder angeschlossen werden können. Aufgestellt sind sie nördlich der Halle, nördlich des Einganges zur Akademie sowie im südlichen Platz­ bereich. Außerdem werden Abstellmöglichkeiten ent­ lang der Lindenstraße vorgeschlagen. Als Lichtmasten sind 9 m hohe Masten mit einem modu­ laren Lichtsystem an fünf Lichtpunkten vorgesehen. Der Preußische Nullpunkt wird als Cortenstahl-Doppel­ säule mit Sichtbetonsockel, in den eine bronzene histo­ rische Karte eingelegt ist, neu interpretiert. Der vorhandene Schnurbaum an der nordöstlichen Ge­ bäudefront wird entfernt.

Realisierbarkeit
Der nördliche und südliche Kameramast fehlt.
 Entwässerungsrinnen sind nicht dargestellt. 
 Die Arbeit liegt leicht über dem Kostenrahmen.
 Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist mit knap­ pem Budget in den Kosten enthalten.

Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin / 2. Rundgang

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Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

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Gesamtkonzept
Um die fragmentierte städtebauliche Situation zu klären und eine eindeutige räumliche Wegweisung zum Stand­ ort des Jüdischen Museums und der Akademie des Jü­ dischen Museums sicherzustellen, schlagen wir eine großzügige Promenade vor. Die Promenade beginnt an der Friedrichstraße setzt sich entlang der Besselstraße fort, führt über die um­ gestaltete Enckestraße zum Haupteingang der Akade­ mie des Jüdischen Museums Berlin und endet an der Lindenstraße. Der Belag besteht aus Natursteinplatten in drei Schattierungen. Die streifenförmige Verlegerich­ tung orientiert sich dabei am barocken Stadtgrundriss und betont die Wegweisung durch den Besselpark bis zur Akademie des Jüdischen Museums. Eigens für die Promenade gestaltete Leuchtstelen unterstützen die Wegweisung und Orientierung. Die Promenade versteht sich als Abschluss des bis heute unvollendeten Projekts Besselpark. Der beste­ hende Baumhain und die Rasenfläche bleiben erhalten und werden weiter entwickelt. Auf dem Spielplatz ent­ steht ein neuer Baumhain mit innenliegender Rasenflä­ che. Beide Baumhaine spielen mit der Geometrie der städtischen Blöcke und schaffen eine Überleitung zur Dimension der ehemaligen Blumenhalle. Im westlichen Teilbereich werden zusätzlich zur Promenade drei par­ allel verlaufende Wege in Ost-West Richtung angebo­ ten. Der mittlere Weg setzt sich nach Osten fort und bindet an die Markgrafenstraße an. Linear angeordnete Sitzelemente werden im Baumhain und entlang der ehe­ maligen Enckestraße angeboten. Die Sitzbänke entlang der Promenade sollen auch die Rasenfläche schützen bzw. deren diagonale Querung verhindern. Die Encke­ straße wird rückgebaut bzw. umgestaltet und ist mit 11 m Breite Bestandteil der neuen Promenade. Die Freifläche vor dem Kreuzberg-Tower wird von drei kleinen Baumdächern überstellt. Zur Schaffung ei­ ner städtebaulichen Kante schlagen die Verfasser vor, auch die benachbarten Flächen (außerhalb des Ideenteils) mit Baumdächern zu gestalten. Unter den Baum­ dächern sollen Aufenthaltsbereiche entstehen. Die vorhandenen Linden an der Lindenstraße werden zugunsten einer Stärkung der Sichtbeziehungen zwi­ schen Akademie und Kollegienhaus entfernt. Die neue Spuraufteilung der Lindenstraße wird übernommen. Die Querung der Straße wird durch eine Lichtsignalanlage geregelt und führt mittig auf das Kollegiengebäude. Der Mittelstreifen wird von einer niedrigen Abgrenzung ein­ gefasst.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Der Vorplatz an der Akademie des Jüdischen Muse­ ums ist Bestandteil der Promenade. Der Platz wird als offener Raum entwickelt: Außengastronomie, Fahrrad­ stellplätze und Leuchtstelen besetzen die Platzränder. Als Belag für die Promenade bzw. den Vorplatz sind 30x70 cm große Natursteinplatten mit geflammter Ober­ fläche in drei Schattierungen der Grundfarbe Grau vor­ gesehen. Eine große Sitzbank aus Naturstein, ebenfalls in drei Graustufen, liegt gegenüber dem Akademieein­ gang. Wie der Bodenbelag folgt ihre Lage der Geome­ trie des barocken Stadtgrundrisses. Der Preußische Nullpunkt wird durch eine Stele aus Edelstahl markiert. Im Maßstab 1:10 wird die Höhen­ lage bedeutender Städte in die Stele eingraviert. Die Höhe von z.B. La Paz in Bolivien entspricht somit 3,6 m auf der Stele. Zusätzliche bodenbündige Metallstreifen geben die Richtung der Städte an, deren Höhenangabe auf der Stele ablesbar ist. Besucher sollen dazu ange­ regt werden, eine Vorstellung vom Höhenrelief der Erde zu entwickeln. Ergänzend werden am Akademiegebäu­ de Informationen zur historischen Sternwarte und der Entdeckung des Neptuns angebracht. Die o.g. Leuchtstelen werden als Hohlkasten mit einer Verkleidung aus Zinkblechen hergestellt, so dass sich die Nähe zum Neubau des Jüdischen Museums vermit­ telt. Der vorhandene Schnurbaum an der nordöstlichen Gebäudelinie bleibt erhalten. Die Skulptur „Niemand“ ist an der Lindenstraße in den Entwurf integriert. Die drei Standorte für die Kameramasten sind berücksichtigt. Als Anfahrschutz werden Poller vorgeschlagen.

Realisierbarkeit
- Der Abstand der Fahrradbügel zum Akademiegebäude beträgt 1 m. - Die Arbeit liegt leicht über dem Kostenrahmen. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist in den Kosten enthalten.

Sinai. Faust. Schroll. Schwarz, Berlin / 2. Rundgang

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Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1590 41

Gesamtkonzept
Der Doppelplatz an der ehemaligen Blumenhalle ist nicht nur Verbindungsraum zwischen den Standor­ ten des Jüdischen Museums Berlin. Er ist wichtigster Schauplatz und Imageträger für die Entwicklung des Kulturquartieres an der Südlichen Friedrichstraße. Er wird bewusst als Alternative zu den Hochglanzstandor­ ten des Zentrums entwickelt. Seine Ästhetik einer „piaz­ za povera“ kultiviert das Einfache und Zurückhaltende. Die neue und überraschende polygonale Raumfolge er­ hält einen Rahmen durch das weiter entwickelte Raum­ gerüst des Besselparkes, bleibt insgesamt in seiner Freiraumarchiteketur jedoch von kultivierter Einfach­ heit. Im Besselpark wird die orthogonale Grundstruktur über die Enckestraße hinaus in den östlichen Parkteil geführt: Der Spielplatz erhält einen Rahmen aus zweibzw. dreireihigen Bäumen. Der vorhandene Weg süd­ lich der Kita wird bis an die Friedrichstraße weiter ge­ führt, im südlichen Bereich entsteht eine weitere Ost­ West-Verbindung. Beide diagonalen Richtungen sind mit Wegen aufgenommen. Die Enckestraße ist in zwei Spuren aufgelöst, die je 5 m breit sind. Die westliche Spur ist baumbegleitet und für den Fahrverkehr vorgesehen. Der Zusammenhalt der Parkteile über die Fahrverbindung hinweg, wird durch ein Baumraster hergestellt. Der Spielplatz erhält eine Erweiterung nach Norden. Am Kreuzberg-Tower sind die Wege- und Vegetati­ onsflächen neu zugeschnitten, es entstehen drei etwa gleich große Rasenflächen und zwei gleichwertige Er­ schließungswege. Sowohl auf westlicher als auch auf östlicher Seite entstehen kleinere Platzflächen, von de­ nen die westliche für gastronomische Nutzungen zur Verfügung steht. Die Gehwegflächen beidseitig der Lindenstraße erhal­ ten gemäß der neuen Spuraufteilung einen veränderten Querschnitt mit Gehwegverbreiterung auf der gesamten Länge. Auf dem Mittelstreifen sind drei Linden entfernt. Die Fläche ist in ganzer Länge zwischen nördlicher und südlicher Lindenstraßen-Querung mit einer Befestigung versehen. Die Sichtbeziehung zwischen Museum und Akademie ist berücksichtigt.

Der größere Hauptplatz ist Bewegungsraum, Treffpunkt, gelegentlich Veranstaltungsort. Zwei Linden, aufgeastet auf 4 m, werden erhalten und geben dem Platz als Soli­ täre eine lockere Fassung nach Südosten. Die stahlge­ fasste Baumscheibe wird mit dem Splitt abgedeckt, der auch als Zuschlagsstoff der Asphaltdecke verwendet wird. Die Skulptur verbleibt an ihrem jetzigen Ort. Zwischen den beiden Linden werden im Belag zwei 23 m lange Doppelspuren eingelassen. Sie leiten direkt zum Eingang der Akademie. Zwischen diesen Metall­ linien werden Bronzeplatten eingelegt, die die Namen und Kurzzitate derjenigen Preisträger tragen, die das Jüdische Museum alljährlich mit dem Preis für Toleranz und Verständigung auszeichnet. Die Platten sind 1,70 m x 0,40 m groß. Den Abschluss der Doppelspuren bilden vier Bronzepoller. Den notwendigen Anfahrschutz bilden formal gleiche Poller aus verzinktem Stahl. Die Fahrradständer sind an den nördlichen und süd­ lichen Platzrändern sowie nördlich der Akademie neu gruppiert. Es sind insgesamt 12 Lichtpunkte mit 4 m ho­ hen Lichtmasten vorgesehen. Im nördlichen, kleineren Platzbereich werden vier Schnurbäume und vier Bänke geplant. Die Bänke neh­ men dabei die Winkel der Bebauung auf. Sie sind 6 m lang und ca. 1,15 m breit. Dargestellt sind Varianten ohne Rückenlehne sowie mit einer oder zwei Lehnen, so dass die Bank von beiden Seiten Sitzgelegenheiten bietet. Die Bänke wirken skulptural blockhaft und sind aus dem selben Material gefertigt wie der Eingangsku­ bus. Der Preußische Nullpunkt wird durch eine kreuzförmige Bronzeskulptur von 3,60 m Höhe nachgezeichnet, ein Kreuzarm ist nach Norden ausgerichtet. Der vorhandene Schnurbaum an der nordöstlichen Ge­ bäudefront bleibt erhalten.

Realisierbarkeit
- Die Fläche der Enckestraße ist gegenüber dem B-Plan VI-150d-2a verändert und führt über Parkfläche. - Der nördliche Mastenstandort ist um 3 m verscho­ ben. - Die südliche Entwässerungsrinne ist parallel zur Bauflucht dargestellt. - Die Arbeit liegt im Kostenrahmen. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist gut bud­ getiert in den Kosten enthalten. - Zusätzliche Lichtstelen sind im Budget enthalten.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Der Platz an der Akademie ist mit einer Decke aus Splittmastix-Asphalt hergestellt. Die Zuschlaggesteine werden durch Nachschleifen freigelegt. Die Entwässe­ rungslinien sind aus gerillten Betonprofilsteinen erstellt.

Lützow 7, Berlin / 1. Rundgang

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Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1591 43

Gesamtkonzept
traces_ Spuren hinterlassen, verwischen, schwinden, bleiben, wirken. Akademie und Archiv arbeiten mit Gei­ stesgütern und Originalen, die Geschichten erzählen, Spuren. Material besitzt geistige und räumliche Ur­ sprungs- und Aufenthaltsorte in der Zeiten Lauf. Aka­ demie bedeutet Lernen, Hinaustragen von Wissen. tra­ ces_ interpretiert dieses auf dem Platz an der Akade­ mie Jüdisches Museum in Berlin. Die Linien des Platzes versinnbildlichen Spuren und verweisen auf das Innere von Akademie und Museum. Auf dem Platz verinnerli­ cht sich die Welt jenseits von Orten des Unwissens, der Vertreibung und Intoleranz. Die Spuren bzw. Linien im Boden werden aus weißen Granitplatten hergestellt. Aus verschiedenen Gebieten Europas kommend, wenden sich die Linien am Platz der Akademie zu. Sitzelemente, von den Autoren Kisten ge­ nannt, markieren dabei Richtungswechsel bzw. Wende­ punkte der Spuren im Kontext des Platzraums. Auf ei­ ner der Linien, zwischen Jüdischem Museum und Aka­ demie, sind Markierungen eingeschrieben, die in der Nähe des Museumseingangs Länder der Vertreibung benennen. Auf dem Wendepunkt, am Platz vor der Aka­ demie, sind hingegen Länder des Exils genannt. Auf ei­ ner über den Besselpark hinausreichenden Linie ist das Wort „Lernen“ eingraviert und gibt damit einen Hinweis auf die Akademie des Jüdischen Museums. Die Entwicklung des Besselparks orientiert sich am Bestand. Der Kastanienhain bleibt erhalten und wird durch lockere Baumgruppen im übrigen Park ergänzt. Die bestehenden Heckenstrukturen im Bereich des Spielplatzes werden auf den Parkteil westlich der En­ ckestraße übertragen. Neben parallel verlaufenden Ost-West-Verbindungen sind zwei sich kreuzende dia­ gonale Wegeverbindungen im westlichen Parkteil vor­ gesehen. Die Enckestraße wird an die Platzfolgen der Akademie herangeführt. Sie erhält ein Profil von 5 m Breite und wird von einem 2,5 m breiten Fußweg auf östlicher Seite begleitet. Poller verhindern das Abstellen von Fahrzeugen. Gemäß dem o.g. Konzept führen drei weiße Linien durch den Park. Die Freifläche am Kreuzberg-Tower bleibt unverän­ dert. An der Lindenstraße sind zwei Fußgängerquerungen vorgesehen: eine Vis a Vis zum Gebäudeeingang der Akademie (mit Lichtsignalanlage) und eine weitere auf Höhe der E.T.A.-Hoffmann-Promenade. Im Bereich der Querung ist jeweils eine Gehwegsvorstreckung geplant. Gehwege und Mittelstreifen erhalten einen einheitlichen Belag. Die vorhandenen Linden auf dem Mittelstreifen bleiben erhalten.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Die Gestaltung des Platzes ist geprägt durch die in den dunklen Platzbelag eingelassenen weißen Linien und die mit Kisten markierten Wendepunkte. Der Platzbelag besteht aus dunklem Naturstein (Tephrit) und wird als Kleinsteinpflaster verlegt. Die Spuren bzw. weißen Lini­ en im Boden werden aus winklig zugeschnittenen Pfla­ sterplatten (weißer Granit 20/25 bis 35 cm) hergestellt. Die Beschriftung der Linien ist in Messing vorgesehen. Die Kisten bestehen wie der Bodenbelag aus dunklem Tephrit. Einige Kisten erhalten zusätzlich eine Holzauf­ lage und sind als Sitzelement nutzbar. Von der bestehenden Baumgruppe an der Lindenstraße bleiben drei Bäume erhalten. Benachbart ist die Skulp­ tur „Niemand“ platziert. Für diesen Bereich ist eine Ab­ streuung mit schwarzem Splitt vorgesehen. Eine Stele markiert den Preußischen Normal-Höhen­ punkt. Die an den Platzrändern angeordneten Fahrrad­ bügel bestehen aus schwarzem Stahl mit unterschied­ lich gefalteten Winkeln. Die Kamerastandorte werden mit Beleuchtungsmasten kombiniert, für die ein Knick­ winkel von 176 Grad vorgesehen ist. Der Anfahrschutz besteht aus steinernen, zum Teil versenkbaren Kuben.

Realisierbarkeit
- Die Arbeit liegt im Kostenrahmen. 
 - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist in den 
 Kosten enthalten. - Zusätzliche Mastleuchten sind gut budgetiert in den Kosten enthalten.

WES & Partner, Berlin / 2. Rundgang

1592

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1592 45

Gesamtkonzept
Mit der Umnutzung und städtebaulichen Neuordnung des Bereiches entstehen zwei Plätze, die über ihre Di­ agonalen eine Wegeverbindung von der Friedrich- zur Lindenstraße herstellen. Die beiden ineinander fließenden Plätze ... werden durch den Rahmen und durch das einheitliche Material der Platzflächen zu einer Einheit. Im Besselpark wird vorgeschlagen, den vorhandenen Baumhain an wenigen Stellen zu komplettieren. Dazu werden ca. 10 neue Bäume gepflanzt. Die Flächen in der Mitte des Haines bleiben Rasenflächen, unterhalb des Haines im südlichen Bereich wird jedoch eine ver­ größerte Grandfläche mit Spiel- und Aufenthaltsangeboten vorgeschlagen. Auf diese Weise wird die We­ gebeziehung zwischen der nördlichen Friedrichstraße und der Lindenstraße bzw. die West-Ost-Beziehung zur Markgrafenstraße intensiviert. Der Bereich des Kastanienhaines wird durch eine Ein­ fassung gerahmt. Das weitere Parkgelände wird durch vorhandene und ergänzte Heckenkörper kleinräumiger gegliedert. Ein­ zelne, neu gepflanzte Bäume akzentuieren die Teilräu­ me. Der Spielplatz erhält eine neue Anbindung nach Norden zur Besselstraße. Die Enckestraße erhält mit 7 m Breite ein Mischprofil. Sie wird auf der östlichen Seite von einem 1,80 m brei­ ten Gehweg begleitet. Beidseitig werden lange Bänke vorgeschlagen. Auf der Ostseite gibt es einen in die Bank integrierten Zaun zum Spielplatz hin. Auf der Fläche vor dem Kreuzberg-Tower sind die Er­ schließungswege so verändert, dass sich Rasen- und befestigte Flächenstreifen nahezu symmetrisch ab­ wechseln. Als Wegebelag werden Platten vorgese­ hen. Über der Gesamtfläche steht ein Baumraster aus 15 Bäumen. Hecken werden entlang der Tiefgaragen­ zufahrt gepflanzt, die in ihrer Lage unverändert ist. Im westlichen Bereich entsteht eine etwa 11x34 m große befestigte Fläche. Die Gehwegflächen beidseitig der Lindenstraße erhal­ ten gemäß der neuen Spuraufteilung einen veränderten Querschnitt. Insgesamt wird der Gehweg verbreitert. Der Mittelstreifen wird wie die Gehwegfläche vor dem Kollegiengebäude gepflastert. Die drei Linden sind ent­ fernt. Die Sichtbeziehung zwischen Museum und Aka­ demie ist berücksichtigt.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Der Platz rund um das neue Akademiegebäude wird mit changierendem,... geschnittenem Kleinsteinpfla­ ster aus Naturstein einheitlich gepflastert. Beide Teilbe­ reiche werden durch einen hellen Rahmen aus groß­ formatigen Platten aus Naturstein oder qualitätvollem Werkstein zu einer Einheit. Die Platten haben an der nördlichen und südlichen Baugrenze das Maß von 1,70x0,80 m, rund um das Akademiegebäude und entlang der Lindenstraße sind Platten im Maß von 1,20x0,60 m verlegt. Entwässerungsrinnen begleiten den Platzraum entlang der neuen Baufelder. Der vorhandene Schnurbaum an der nordöstlichen Ge­ bäudefront bleibt erhalten. Zusammen mit einem neuen mehrstämmigen Baum sowie skulptural anmutendem Sitzmobiliar wird eine Aufenthaltszone angeboten. Auf der größeren Platzfläche gibt es ebensolche Sitz­ möbel im südlichen Bereich, in die auch die Skulptur von Ullmann umplatziert wurde. Die vorhandenen Lin­ den entlang der Lindenstraße werden zugunsten der Sichtbezüge zum Kollegiengebäude entfernt. Ein einzelner Baum steht im südlichen Platzbereich. Es sind insgesamt neun Lichtpunkte mit schlanken Lichtsäulen auf dem Platz vorgesehen, zwei weitere Leuchten auf dem Mittelstreifen in der Lindenstraße las­ sen, wie auf einem Lichtkonzept dargestellt, den Platz nachts bis an das Kollegiengebäude reichen. Als Anfahrschutz werden Schutzquader vorgeschla­ gen, die teilweise mit Leuchtbeton ummantelt sind. Die Durchfahrten versperren Senkelektranten. Die Fahrradständer sind in einer Vorzugsvariante nörd­ lich der Halle sowie am südlichen Platzrand neu aufge­ stellt, weitere finden sich in der Lindenstraße sowie am östlichen Ende der E.T.A.-Hoffmann-Promenade. Der Preußische Nullpunkt wird in einer Perspektive als quadratische Säule mit dem historischen Motiv der Öff­ nungsklappe dargestellt.

Realisierbarkeit
- Die südliche Entwässerungsrinne des Platzes ist leicht verdreht dargestellt. - Der Baum am südlichen Platzrand ist neu gepflanzt. Sein Standort stimmt nicht mit dem Bestand über­ ein. - Die Arbeit liegt im Kostenrahmen. - Zusätzliche Leuchten sind in den Kosten enthalten. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt sowie die Leuchtpoller sind nicht in den Kosten enthalten.

Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden / 1. Preis

1593

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1593 47

Gesamtkonzept
Die räumliche Konzeption geht mit einer ruhigen, zu­ rückhaltenden Freiraumgliederung hauptsächlich auf den künftigen Zusammenhang zwischen Museum und Akademie ein. Gleichartige Gestaltprinzipien und Bo­ denbeläge verbinden das Umfeld der Gebäude und ge­ ben dem Gesamtkomplex eine gemeinsame Identität. (…) Die Anbindung und Durchwegung des Besselparks greift die neuen funktionalen Erfordernisse auf und formt ein aus korrespondierenden Räumen bestehen­ des Stadtquartier. Das räumliche Grundgerüst des Besselparks bleibt er­ halten und wird weiterentwickelt. Der bestehende Ka­ stanienhain wird durch lockere Baumgruppen im üb­ rigen Park ergänzt. Das Wegesystem wird ausgebaut. Neben den vorhandenen Ost-West-Verbindungen wer­ den diagonale Querungsmöglichkeiten angeboten. Die Diagonale zwischen dem Platz an der Akademie und der Friedrichstraße greift den Duktus der städtebau­ lichen Raumkante auf. Am Wegesrand werden einzelne Sitzelemente angeboten. Die Enckestraße wird als 7 m breite Verkehrsmischfläche ausgeführt. Die Gestaltung der Freifläche am Kreuzberg-Tower greift die räumliche Struktur aus Rasenflächen und lo­ ckeren Baumgruppen auf. Die Erschließung wird ge­ bündelt und läuft direkt auf die Tiefgarageneinfahrt zu. Die neue Spuraufteilung der Lindenstraße wird aufge­ nommen. Querungsmöglichkeiten werden auf Höhe der E.T.A.-Hoffmann-Promenade und im südlichen Teil des Akademie-Vorplatzes angeboten. Ein Zebrastreifen mit Lichtsignalanlage markiert den Querungsbereich. Um den Zusammenhang zwischen Akademie und Muse­ um zu betonen, wird für die Platzfläche, die Gehwege und den Mittelstreifen ein einheitlicher Belag aus Natur­ steinpflaster vorgeschlagen. Zur Stärkung der Sichtbe­ ziehung werden die drei Linden auf dem Mittelstreifen entfernt.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Die Platzfolge erhält einen Belag aus Natursteinpflaster mit gesägter Oberfläche. Die Gliederung des Belags soll den vorhandenen Strukturen am Kollegiengebäude entsprechen. An den Platzkanten sind Leuchtstelen und drei steinerne Sitzmöbel vorgesehen. Die Sitzelemente sind teilweise mit Lehne ausgeführt. Fahrradbügel sind parallel zur südlichen Gebäudelinie und unter dem Vor­ dach der Akademie angeordnet. Als Anfahrschutz wer­ den Poller vorgeschlagen, die im Bereich der Zufahrten versenkbar sind. An der Lindenstraße bleiben drei der vorhandenen Lin­ den erhalten und bilden einen „grünen Trittstein“. Dort integriert wird die Skulptur „Niemand“ von Micha Ull­ mann. Der erhaltene Schnurbaum und der Götterbaum bilden weitere „grüne Trittsteine“ auf dem Weg zum Besselpark. Der Preußische Nullpunkt wird in Form einer Stele als besteigbare Skala erlebbar. Am Nullpunkt bei 37 m er­ möglicht ein schwenkbarer Durchblick ein Nivellement. Die Kontur der ehemaligen Sternwarte wird teilweise im Bodenbelag nachgezeichnet.

Realisierbarkeit
- Die Standorte der Poller an der Lindenstraße liegen außerhalb des vorgegebenen Bereichs. - Der südliche Kameramast ist ca. 3 m verschoben. - Zwei Sitzmöbel und eine Linde stehen knapp auf dem Fahrweg für die Anlieferung / Feuerwehr. Der erhaltene Götterbaum im Übergang zur Enckestraße steht auf dem Fahrweg. - Es sind nur 43 Fahrradbügel ausgewiesen. - Die Arbeit liegt leicht über dem Kostenrahmen. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist in den Kosten enthalten.

Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin / ein 3. Preis

1594

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1594 49

Gesamtkonzept
Den Bogen spannen nennen die Verfasser ihren Ent­ wurf. In flachen Winkeln wird der Bogen vom Kollegi­ enhaus über den Platz und den Besselpark bis hin zur Friedrichstraße geführt. Als Gelenkpunkte werden die Gebäudeecken aufge­ fasst ... Die Besonderheit des abgeflachten südlichen Kopfbaus wird herausgestellt, indem er auf dem Platz gestellt wird. Die Platzabfolge wird dabei durch das Belagsmaterial markiert und führt über vier Teilbereiche bis zur Fried­ richstraße. Hier bildet ein nord-süd orientierter Platz un­ ter Bäumen den Abschluss des Bogens. Im Besselpark wird die dem Friedrichstädtischen Ra­ ster folgende Grundstruktur erhalten. Der Baumhain wird als vollständiges Baumdach mit einer zentralen Lichtung verstärkt. Die Verbindung zwischen Friedrich­ straße und Akademie bzw. Lindenstraße wird durch eine diagonale Wegeverbindung hergestellt, die das vorhandene Baumraster an einer Stelle aufbricht. Park­ wege sind in wassergebundener Decke hergestellt, die Zufahrt zur Akademie über die Enckestraße erhält optisch angepasst einen Belag aus abgestreutem As­ phalt. Es sind keine eigenständigen Gehwege vorgese­ hen. Westlich der Enckestraße wird die Rasenfläche er­ gänzt. Der Spielplatz ist nicht dargestellt. Die Grünfläche vor dem Kreuzberg-Tower erhält bis zur Markgrafenstraße eine doppelte Baumreihe als Raumkante. Die Erschließung der Gebäude ist opti­ miert, so dass nur noch eine Querung der Grünfläche nötig ist. Die Tiefgarage wird von der Charlottenstraße aus erschlossen. Entlang der Lindenstraße sind die Gehwegbereiche konzeptgemäß überarbeitet. Der nördliche Gehweg ist verbreitert und mit hellem Granitkleinsteinpflaster belegt. Die neue Pflasterung führt über das Wettbe­ werbsgebiet hinaus bis ca. 25 m südlich des südlichen Kopfbaus. Dadurch wird der Besucherverkehr von der E.T.A.-Hoffmann-Promenade auf den Platz gelenkt. Die Mittelinsel und die Vorfläche vor dem Kollegiengebäu­ de bilden weitere Teilbereiche der Platzfolge. Auf dem Mittelstreifen sind drei Linden entfernt, südlich anschlie­ ßend wird eine doppelte Baumreihe vorgeschlagen. Die Sichtbeziehung zwischen Museum und Akademie ist berücksichtigt.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Alle vier unterschiedlich großen Platzbereiche sind mit dunklem Granit-Kleinsteinpflster belegt. Ein Rahmen aus Betonplatten grenzt die randständigen Bereiche aus hellerem Granitkleinsteinpflaster ab. Die Entwässe­ rung wird mit offenen, gepflasterten Entwässerungsrin­ nen sicher gestellt. Sie markieren gleichzeitig am nörd­ lichen Platzrand den gastronomischen Aussenbereich. Zur Lindenstraße wird der Anfahrschutz des Platzes durch Sitzelemente gewährleistet. Die großen, skulp­ tural wirkenden Betonelemente sind platzseitig mit ei­ ner Holzauflage versehen. Entlang der Lindenstraße sind sie mit drei Bäumen und zwei, Richtung Platzmitte verspringenden Sitzobjekten zu einem Platzrand kom­ poniert. Die im Platz liegenden Sitzangebote sind als flache Podeste ausgebildet. Die flachen Elemente sind auch vor dem Kollegiengebäude vorgesehen und schaf­ fen eine thematische Verbindung beider Platzräume. Die Skulptur von Ullmann bleibt am Ort erhalten. Die Fahrspuren sind durch versenkbare Poller gesichert. Diese Poller werden auch im Übergangsbereich zum Besselpark vorgeschlagen. Die Kamerastandorte werden zusätzlich als Leuchten­ standorte benutzt, insgesamt sind 10 Lichtpunkte vor­ gesehen. Es ist ein Lichtkonzept mit randständiger Hel­ ligkeit entlang der Fassaden, beleuchteten Sitzobjekten und drei Lichtkegeln zur Beleuchtung der Platzmitte dargestellt. Die Fahrradständer sind am südlichen Platzrand sowie nördlich des Einganges und nördlich der Akademie neu aufgestellt. Der Preußische Nullpunkt wird als Stele aus wetter­ festem Stahl ausgebildet, in der sich zwei Blickachsen kreuzen. Der Querschnitt der Achsen wird aus der Steh­ le herausgefräst, der Nullpunkt bleibt leer und immate­ riell. Der vorhandene Schnurbaum an der nordöstlichen Ge­ bäudefront bleibt erhalten.

Realisierbarkeit
- Die Entwässerungsrinne im südlichen Platzbereich ist parallel zur Bauflucht dargestellt. - Die Arbeit liegt im Kostenrahmen. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist nicht in den Kosten enthalten.

Mettler Landschaftsarchitektur, Berlin / 1. Rundgang

1595

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1595 51

Gesamtkonzept
Die Platzfolge wird bis zur Friedrichstrasse erweitert und stärkt dadurch die städtebauliche Einbindung. Ein direkter Weg durch den Besselpark verbindet die Plät­ ze. Es entsteht eine deutliche Verbindung zwischen Akademie und Friedrichstrasse, die aber weiterhin eine vielseitige Nutzung des Besselparks zulässt. Mit der Schaffung eines neuen Platzes im Bereich der südlichen Enckestraße entsteht eine zusammenhän­ gende Platzfolge mit einem einheitlichen Bodenbelag. Der Vorplatz an der Lindenstraße wird von den Verfas­ sern als Ort mit urbanem Charakter beschrieben, der Ankommen, Treffen und kurzzeitiges Verweilen ermög­ licht. Im Gegensatz dazu kann auf dem dritten Platz im Besselpark eine Pause in ruhiger Atmosphäre einge­ legt werden. Die Platzkanten werden durch modulare Betonelemente in Form von Hockern bis hin zu langen winkelförmigen Bänken gefasst. Die Sitzangebote über­ nehmen gleichzeitig den Anfahrschutz. Die bestehende Struktur des Kastanienhains im Bes­ selpark wird aufgelöst bzw. aufgelockert, ergänzend werden Linden und Ahorne gepflanzt. Die Bäume ver­ dichten sich an den zwei neuen Plätzen. Ein diagonaler Weg quert offene Rasenflächen und verbindet die bei­ den Plätze miteinander. Die Enckestraße erhält in ih­ rem nördlichen Bereich ein 5 m breites Profil. Durch ihre Oberfläche aus wassergebundener Decke und Schot­ terrasen soll sie gestalterisch dem Park zugeordnet werden. Die Straße mündet auf der neuen Platzfläche im südlichen Besselpark. Vom Platz aus führt ein wei­ terer Weg (gleichwinklig zur Besselstraße) nach Osten auf die Markgrafenstraße. Der Spielplatz im Nordosten bleibt erhalten. Die Freifläche am Kreuzberg-Tower soll mit Obstbäu­ men bepflanzt werden. Nach textlichen Angaben der Verfasser sind hier mit Hecken gegliederte Gartenbe­ reiche für Anwohner oder den angrenzenden Kinder­ garten vorstellbar. Es wird vorgeschlagen diese neue Gliederung und Nutzung auf die östlich angrenzende Freifläche (außerhalb des Ideenteils) zu übertragen. Auf der westlichen Seite ist eine nutzbare Fläche für Gas­ tronomie vorgesehen. An der Lindenstraße wird ein Übergang mit Gehweg­ vorstreckung auf Höhe der E.T.A.-Hoffmann-Promena­ de angeboten. Zwei Linden auf dem Mittelstreifen wer­ den entfernt und durch Neupflanzungen an anderer Stelle ersetzt. Einzelne Sitzhocker, als Teil des modu­ laren Anfahrschutzes, befinden sich vor dem Kollegien­ gebäude.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Der Platzbelag wird aus Natursteinpflaster in unter­ schiedlichen Farben (dunkle Basalte und helle Kalk­ steine) hergestellt. An den Platzrändern und im Bereich des Anfahrschutzes entstehen verschieden große Sitz­ möbel aus modularen Betonelementen. Der Platz soll mit blendfreien Mastleuchten ausgestattet werden, die gezielt die architektonischen und räumlichen Interven­ tionen begleiten. Die Fahrradbügel sind entlang der südlichen Gebäudefront untergebracht. Der Schnur­ baum an der nördlichen Gebäudefront bleibt erhalten. Ergänzend schlagen die Verfasser die Pflanzung von sieben Geweihbäumen vor. Die Bäume werden im Zu­ sammenspiel mit den vorgeschlagenen Sitzelementen gruppiert. Der Preußische Nullpunkt wird durch ein Stahlrohr mar­ kiert, das die 37 m Höhenunterschied gegenüber dem heutigen Normal-Null (Amsterdamer Nullpunkt) wahr­ nehmbar macht. Drei verschiedene Skalen verdeutli­ chen die Preußischen, die Amsterdamer und die ört­ lichen Höhenmaße. Ein verschiebbarer Riegel an der Messlatte der örtlichen Höhenmaße ermöglicht ein spie­ lerisches Vergleichen der Höhen und ein Messen der ei­ genen Körpergröße. Auf dem industriell gefertigten und damit rostenden Stahlrohr sollen Gebrauchsspuren und häufig genutzte Abmessungen ablesbar werden.

Realisierbarkeit
- Die Baulinie des B-Plan VI-150d-2b ist leicht verän­ dert. Es ist eine Überbauung der Abstandsflächen vorgesehen. - Die als Anfahrschutz konzipierten Sitzelemente liegen teilweise außerhalb des vorgegebenen Bereichs. - Auf dem südlichen Kamerastandort ist ein Fahrradbügel platziert. - Es sind nur 28 Fahrradbügel ausgewiesen. - Die Arbeit liegt im Kostenrahmen. - Zusätzliche Lichtmasten sind in den Kosten enthal­ ten. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist nicht in den Kosten enthalten.

Club L 94 LandschaftsArchitekten, Köln / Anerkennung

1596

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1596 53

Gesamtkonzept
Dem freiraumplanerischen Konzept für die Platzabfol­ ge an der Akademie und dem neuen Stadtquartier zwi­ schen Friedrichstraße und Lindenstraße liegt das for­ mulierte Ziel eines hochwertigen öffentlichen Raumes mit übergeordneter Verbindungsfunktion und verbes­ serter Durchlässigkeit zugrunde. Dabei wird ein einheitlicher Belag für alle befestigten Flächen vorgeschlagen sowie eine Anhebung des je­ weiligen mittleren Platzbereiches. Im Besselpark wird auf die ursprüngliche Planung zu­ rückgegriffen. Unter Öffnung des bestehenden Baum­ haines wird von der Friedrichstraße bis zur Markgrafen­ straße ein rechtwinkliger Baumrahmen erstellt. Dazu werden sehr viele Fällungen bzw. Um- und Neupflan­ zungen vorgesehen. In der Mitte des Baumrahmens be­ findet sich eine Rasenfläche bzw. ein Sport- und Spielband. Hierhin sind auch die Spielgeräte des vorhan­ denen Spielplatzes verlagert. Die bestehende West-Ost-Wegeverbindung von der Markgrafenstraße wird über die Enckestraße verlän­ gert. Die Verbindung von der Friedrichstraße Richtung Lindenstraße wird durch einen Weg nördlich der neu­ en Baufelder im südlichen Teil des Besselparkes sowie zwei diagonal verlaufenden Erschließungen gewährlei­ stet. Die Enckestraße erhält ein Querprofil von 5 m und wird nach Osten verschoben. Ein Gehweg ist nicht vorgese­ hen. Die Grünfläche vor dem Kreuzberg-Tower wird als eigenständiger Bereich mit Bäumen und Vegetationsstreifen vorgeschlagen. Die Verfasser wollen damit an die Formensprache von John Hejduk erinnern. Am öst­ lichen Ende ist eine verbreiterte Erschließungsfläche dargestellt. Die Tiefgarage ist zukünftig über die Char­ lottenstraße erschlossen. Die Gehwegflächen beidseitig der Lindenstraße orien­ tieren sich an der neuen Spuraufteilung, die Gehwege sind entsprechend verbreitert. Der neue Belag des Aka­ demieplatzes wird unter Einbeziehung der Gehwege über den Mittelstreifen bis an das Kollegiengebäude he­ rangeführt. Als Fußgängerquerung über die Lindenstra­ ße werden entweder zwei schmalere Übergänge oder ein Überweg über die gesamte Platzbreite vorgeschla­ gen. Die Markierung der Querungsfläche könnte statt aus herkömmlichen Streifen auch aus Dreiecken im Belag bestehen. Die bestehenden drei Linden auf dem Mittelstreifen werden entfernt, die Sichtbeziehung zwi­ schen Museum und Akademie ist berücksichtigt.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Die Oberflächenbefestigung des Platzes an und neben der Akademie besteht aus dreieckigen Betonplatten mit 60 cm Seitenlänge. Das Dreieck als abstrakte Form wird als Teil des Davidsterns, ...als symbolische Darstellung des Sterns als Himmelskörpers und ...als Grundlage der Vermessung verwendet und verleiht dadurch dem Platz eine eigene Identität. Sowohl auf der südlicheren größeren Platzfläche als auch im nördlichen Teilbereich ist der jeweilige mittlere Platzbereich zu einer schrägen Ebene angehoben. Die Treppe hat 4-6 Auftritte, die Stufen laufen parallel zu den Platzkanten aus. Die Bestandslinden sind entfernt. Der vorhandene Schnurbaum an der nordöstlichen Gebäudefront bleibt erhalten, vier weitere Schnurbäume werden neu ge­ pflanzt. Ihre Baumscheiben erhalten eine wasserge­ bundener Decke. Die Skulptur von Ullmann erhält einen neuen Stand­ ort weiter südlich auf der schrägen Ebene und wird zu allen Platzkanten verdreht. In Anlehnung an die Drei­ ecksform der Platten sind alle Ausstattungsgegenstän­ de entworfen: Kleinere Sitzgruppen aus Betonhockern befinden sich an den Platzrändern. Im Bereich der Zu­ fahrten sind versenkbare Stahlpoller vorgesehen. Die Fahrradbügel werden in Gruppen von 5-6 an den Platzrändern verteilt, 10 sehr hohe Lichtmasten sind vorge­ sehen. Die Farbgebung der Ausstattungselemente ist warm-erdfarben, die Platten und die Sitzpoller in hellen Beige-Nuancen. Der Preußische Nullpunkt wird als sechseckige Stahl­ säule vorgeschlagen, die ca. 1,30 m hoch ist. Die Ober­ fläche der Säule wird mit einer Inschrift versehen: Mar­ kierung NormalHöhenPunkt für das Königreich Preu­ ßen.

Realisierbarkeit
- Die Anhebung der Platzfläche bietet keinen ausrei­ chenden Anfahrschutz. - Die Anlieferungsspur und die Feuerwehrzufahrt sind im Bereich des Schnurbaumes stark eingeengt. - Die Topografie des neuen Platzes entspricht nicht dem Höhenkonzept. - Die inneren Platzflächen sind nur mit Umwegen bar­ rierefrei. - Die Arbeit liegt leicht über dem Kostenrahmen. - Die zusätzlichen Leuchten sind nicht in den Kosten enthalten. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist nicht in den Kosten enthalten.

Hahn Hertling von Hantelmann, Berlin / 1. Rundgang

1597

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1597 55

Gesamtkonzept
Der pulsierende Platz: Bilden, Forschen, Denken und Diskutieren sind die prägenden Themen der neuen Aka­ demie am Jüdischen Museum (…) Schlüssel zum Ein­ dringen in neues Wissen sind Fragen, wie sie bereits Humboldt seinerzeit in vielzähligen Briefwechseln an Berliner Astronomen wie Bessel oder Encke gestellt. Fragen, die unter anderem in dem Bau der 2. Berliner Sternwarte genau an diesem Ort mündeten. Die neuen Platzflächen greifen dieses Thema auf und spannen so einen Bogen von der einstigen Sternakademie bis hin zur heutigen Akademie. Im neu gestalteten Besselpark wird der Grundsatz einer strengen Rahmung durch Gehölze mit innenlie­ gender Rasenfläche übernommen. Dabei wird die bis­ herige Rahmung allerdings verändert bzw. an die städ­ tebauliche Situation angepasst. Es entsteht eine Baum­ promenade mit aufgeasteten Gehölzen, in die Boule­ flächen, Schachspiel und ein Kiosk integriert sind. Die große rechteckige Rasenfläche im Innern ist abgesenkt und wird an drei Seiten von einer Stufenanlage gefasst. Ein diagonaler Weg führt zur Friedrichstraße. Der be­ stehende Ost-West-Weg wird leicht nach Süden verla­ gert. Zwei Rasenplateaus und locker gesetzte Bäume sind in die Rasenfläche integriert. Der Spielplatz im Os­ ten bleibt erhalten. Die Enckestraße mit Fahr- und Gehstreifen von 7,5 m Breite bindet an die Platzfolge an. Die Fläche vor dem Kreuzberg-Tower wird symme­ trisch zur rückwärtigen Bebauung dreigeteilt. Es ent­ stehen erhöhte, leicht in sich kippende Rasenkissen, die von mehrstämmigen Gehölzen überstellt sind. Die Flächen werden von einer ca. 40 cm hohen Betonkante eingefasst. Die Zufahrt der Tiefgarage erfolgt über die Charlottenstraße. An der Lindenstraße werden die vorgestreckten Geh­ wege und der Mittelstreifen mit einem beigefarbenen Granit befestigt, ähnlich der Farbnuance des Kollegi­ enhauses. Im Querungsbereich mit Lichtsignalanlage ist ein durchlaufender Betonstreifen mit abgesenktem Gehweg vorgesehen. Zur Unterstützung der Sichtbe­ ziehungen werden die vorhandenen Linden auf dem Mittelstreifen entfernt. Das Stadtmobiliar des Akade­ mieplatzes findet sich vereinzelt vor dem Kollegienhaus wieder.

Lichtpigmenten gearbeitet, die Licht kurzzeitig wieder­ geben, und mit Nachtleuchtpigmenten, die sich aufla­ den und über einen längeren Zeitraum leuchten. In den Abendstunden laden Lichtstrahler zeitversetzt einzelne Pigment-Bereiche auf. Wenn das Licht erlischt, leuchten die Zitate und Sternbilder nach. So entsteht ein pulsie­ render Wissenschaftshimmel. Tagsüber lassen sich die Zitate und Sterne flächenhaft über eine aufgetragene Leuchtfarbe erkunden. Wenn die Farben verblassen, können neue Fragen und Zitate mit z.B. Textschablo­ nen aufgetragen werden – die verschiedenen Schichten wecken Tiefe und Flüchtigkeit. Die drei Kamerastandorte sind im Entwurf berücksich­ tigt. Die Masten nehmen zugleich die Anbauspots zur Belichtung der Bodenschriften auf. Durch den Einsatz von eng strahlenden Spots soll das Grundlicht bzw. der Kameraeinsatz nicht beeinträchtigt werden. Der Preußische Nullpunkt wird durch eine Stele mit Milchglaskopf markiert. Die vorgeschlagene Stadtmobi­ liarfamilie (Sitzmöbel, Poller) wird aus geschliffenem Be­ ton hergestellt. In die Elemente ist ein Band in Goldoptik mit Höhenangabe eingearbeitet. So spannt sich ein un­ sichtbares Netz aus Höhenknoten über den Platz auf, die sich alle auf die Stele am Preußischen Nullpunkt be­ ziehen. Die Poller bzw. Infosteine sind 80 cm hoch, die Sitzelemente und ein Lounge-Element 50 cm hoch. Die Informationen auf den Infosteinen beziehen sich z.B. auf die Bodengrafik, auf Briefe von Humboldt, die Ent­ deckung von Sternenbildern, Persönlichkeiten der As­ tronomie, die Sternenwarte oder den Nullpunkt. Zur Unterstützung der Sichtbeziehung zwischen Aka­ demie und Kollegienhaus sind auf dem Vorplatz der Akademie fünf Bäume in den Randbereichen vorgese­ hen. Die Skulptur „Niemand“ verbleibt auf ihrem Stand­ ort. Nach Angaben der Verfasser ist zu prüfen, inwie­ weit die vorhandenen Linden verpflanzt werden kön­ nen oder sich durch Ersatzpflanzungen im Besselpark ausgleichen lassen. Auf dem Enckeplatz bleiben insge­ samt drei Bestandsbäume erhalten, darunter der große Schnurbaum und der Götterbaum im Übergang zum Besselpark. Die Baumscheiben sind mit einem dunklen Splittbelag versehen. Die offenen Entwässerungsrinnen sind in den Entwurf integriert und dienen der Orientierung. Fahrradbügel sind im südlichen Platzbereich und nördlich der Akade­ mie untergebracht.

Realisierungsteil Realisierbarkeit Gestaltung und Nutzung
Die Randbereiche der Platzfolgen sind mit einem schwarzen Basalt-Kleinsteinpflaster befestigt. Die inne­ re Platzfläche ist mit einem dunklen Asphaltbelag ver­ sehen. Zitate aus den Briefen Humboldts sind im Bo­ denbelag zu erkennen. Dabei wird mit reflektierenden - Es sind nur ca. 60 Fahrradbügel ausgewiesen. - Die Arbeit liegt über dem Kostenrahmen. - Zusätzliche Leuchten sind mit knappem Budget in den Kosten enthalten. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist in den Kosten enthalten.

Auböck + Kárász, Wien / 2. Rundgang

1598

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1598 57

Gesamtkonzept
Die Verfasser entwerfen eine Platzfolge von der Fried­ richstraße bis zur Lindenstraße. Dabei ist die Platzflä­ che als Kernstück mit einer durchgehenden Textur ver­ sehen, die netzartig die verschiedenen Teilbereiche verknüpft. Die abwechslungsreiche Balance zwischen den Grün­ flächen und den befestigten Partien schafft ... eine reiz­ volle Mehrdeutigkeit des Raumgefüges: mit verscho­ benen Perspektiven und überraschenden Sichtbezügen im vertrauten Umfeld. Im Besselpark wird der bestehende Kastanienhain auf­ geastet und in großen Teilen aufgebrochen: es entsteht ein verändertes Grundgefüge, über das eine neue We­ gestruktur gelegt wird. Die vorhandenen und neu zu schaffenden diagonalen Wegebeziehungen zwischen Lindenstraße und nördlicher wie südlicher Friedrichstra­ ße sind zu einem sternartigen Platz bzw. Erschließungs­ system zusammen gestellt. Ergänzt wird das Wegesy­ stem durch drei Ost-West-Verbindungen. Im Park ha­ ben die Wege eine wassergebundene Oberfläche. Es werden Einzelstühle auf den Rasenflächen sowie Hängematten unter den Kastanien vorgeschlagen. Sitzkanten entlang der Wege ergänzen das Aufenthaltsan­ gebot. Die Enckestraße besteht aus einer 5 m breiten Fahrspur und einem begleitenden Gehweg, der mit Granitplatten belegt ist. Diese Oberflächenmaterialien sind auch auf der südlichen Ost-West-Verbindung vorgesehen. Die Grünfläche vor dem Kreuzberg-Tower ist orthogo­ nal untergliedert und erhält einen Rahmen aus Bäumen. Die Flächen sind mit unterschiedlichen Materialien be­ legt, eine Platzfläche entsteht im westlichen Bereich. Die Erschließung der Tiefgarage erfolgt von der Char­ lottenstraße aus. Die Gehwegflächen nördlich der Lindenstraße erhal­ ten gemäß der neuen Spuraufteilung einen veränderten Querschnitt. Der neue Belag des Akademieplatzes wird über die Bauflucht hinaus bis in den Gehwegbereich ge­ führt. Die Außenbahn des Gehweges ist klassisch mit Kleinsteingranitpflaser befestigt. Auf dem Mittelstrei­ fen ist eine Linde entfernt. Als Oberfläche wird Prome­ nadengrant vorgesehen. Nördlich und südlich schließt sich eine Doppelreihe Bäume auf dem Mittelstreifen an. Die Sichtbeziehung zwischen Museum und Akademie ist berücksichtigt.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Als Platzbelag wird ein polygonal-unregelmäßig gezo­ genes Muster aus großen, vor Ort betonierten Feldern entworfen. Die Fugen sind 5 cm breit und mit Splitt ver­ füllt. Die Felder sind zwischen 6 und 30 qm groß. In dieses Netz hinein sind die weiteren Elemente in­ tegriert: Die in nahezu regelmäßigem Abstand verteil­ ten, neu gepflanzten acht Blasenbäume erhalten eine um 40 cm erhöhte Kante aus Beton. Sie ist 50 cm breit und dient als Sitzangebot. Rückenlehnen können gege­ benenfalls integriert werden. Im südlicheren, größeren Platzbereich vor der Akademie sind entlang der Linden­ straße drei Ortbetonfelder als Anfahrschutz als lang ge­ zogene Schrägen positioniert. Die Oberfläche ist sand­ gestrahlt, die Ansichtsfläche von der Lindenstraße wird gestockt ausgeführt. Die vertikalen Flächen ... können Schriftbilder zeigen, die für die jüdische Kultur Berlins bzw. für die Akademie von Bedeutung sind. Die Skulptur von Ullmann wird etwas Richtung Platz­ mitte versetzt, sie bleibt parallel zur Lindenstraße aus­ gerichtet. Es sind alle Bestandslinden zugunsten der Sichtbezie­ hung zum Kollegiengebäude entfernt. Der vorhandene Schnurbaum an der nordöstlichen Gebäudefront bleibt erhalten. Im nördlichen Platzbereich wird das Feld um den Preu­ ßischen Nullpunkt in Bronze ausgeführt. Als Anfahrschutz dienen hier und auch für die Zufahrten an der Lindenstraße anthrazith lackierte Stahlpoller. Die Maststandorte für die Überwachungskameras sind übernommen. Als weiteres Lichtelement wird vorge­ schlagen, die neu gepflanzten Blasenbäume mit Bo­ denstrahlern zu illuminieren. Die Fahrradständer sind südlich der Halle, nördlich des Eingangskubus sowie nördlich der Halle neu angeord­ net.

Realisierbarkeit
- Die Integration der Entwässerungsrinnen ist nicht dargestellt. - Die Arbeit liegt leicht über dem Kostenrahmen. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist in den Kosten enthalten.

capattistaubach Landschaftsarchitekten, Berlin / 2. Rundgang

1599

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1599 59

Gesamtkonzept
Der neu entstehende „Akademieplatz“ wird Teil des Sy­ stems von öffentlichen Freiräumen an der Grenze zur südlichen Friedrichstadt und der Köpenicker Vorstadt. Der Zuschnitt der Platzfläche nimmt dabei stadtstruktu­ rell auf die unterschiedlichen Ordnungsmuster der bei­ den Stadtbereiche Bezug und stellt die beiden Stand­ orte des Jüdischen Museums über die Lindenstraße stadträumlich zueinander in Beziehung. Enckestraße, Enckeplatz und Vorplatz der Akademie werden als stadträumliches Kontinuum verstanden und durch einheitliche Materialien miteinander verbunden. Die an den Akademieplatz angrenzenden Gebäude er­ halten eine durchgehende Vorzone. Sie entspricht der Pflasterung in den Straßenräumen und unterstützt als durchgehende Gestaltungslinie die räumliche Kontinu­ ität. Für den mittigen Geh- und Aufenthaltsbereich ist ein Platz-Parkett als Pflasterplattenverband vorgesehen. Dieser reicht von den Platzfolgen über die Enckestraße bis zur Besselstraße. Die Gestaltung des Besselparks knüpft an die beste­ henden Strukturen an. Die Ost-West-Wege werden auf­ genommen und ergänzt. Im Süden entsteht ein zusätz­ licher Spielplatz. Entlang der Enckestraße sind Rasen­ felder mit einzelnen Bäumen vorgesehen. Durch den Einbau langer Sitzelemente im Süden der Enckestraße (12 m breit) soll die diagonale Querung der Fläche un­ terbunden werden und zugleich ein Aufenthaltsangebot entstehen. Die platzartige Aufweitung im Norden mar­ kiert die Eingangssituation an der Besselstraße. Die Freifläche am Kreuzberg-Tower ist mit rechte­ ckigen Baumkörpern überstellt. Über die Fläche führen zwei Fußwege. Die rückwärtige Kfz-Erschließung er­ folgt über die Charlottenstraße. An der Lindenstraße ist eine gebündelte Überquerung, ausgehend vom nördlichen Rand der Platzfläche, vor­ gesehen. Analog zum Material der Vorzone und der vorgestreckten Gehwege ist der Übergang auf dem Mittelstreifen mit einem Kleinsteinpflaster markiert. Die Linden auf dem Mittelstreifen sind zu Gunsten der ge­ planten Sichtbeziehungen entfernt. Eine Ampel ist wei­ ter südlich auf Höhe der E.T.A.-Hoffmann-Promenade verortet.

aus Großpflasterplatten mit wechselnden Formaten her­ gestellt. Die Platten setzten sich aus drei Kalksteinarten zusammen. An der Lindenstraße reicht das Stein-Par­ kett über Teile des Gehwegs hinweg und ist auf das Kol­ legienhaus ausgerichtet. Der Fugenverlauf nimmt da­ bei die Richtung der Köpenicker Vorstadt auf. Von den Rändern her erfährt das Raster im Fugenverlauf Deh­ nungen und Stauchungen. Für die Verfasser sind diese Irritationen im gleichmäßigen Verlauf ein subtiler Ver­ weis auf die Diskontinuität von Geschichte und Erfah­ rung. Zusätzlich sind auf einigen Platten 3-8 mm tiefe Kerben bzw. Vertiefungen vorgesehen. Die Verteilung der Kerben nimmt dabei auf die jüdische Diaspora Be­ zug und deutet deren proportionale Verteilung an. Was­ ser bleibt länger in den Kerben sichtbar oder wird als Spur weiter getragen. Um die Gesamteinbauhöhe und die Plattenstärke auf 10 cm zu reduzieren, schlagen die Verfasser den Einbau einer wasserdurchlässigen As­ phalttragschicht vor. Als Anfahrschutz ist eine Kombination aus Bankele­ menten und Pollern vorgesehen. Die Höhe der Banke­ lemente an der Lindenstraße variiert zwischen 50 und 80 cm. Den 50 cm hohen Elementen ist ein 30 cm tief­ er Einschnitt vorgelagert, der mit Gräsern (Pennise­ tum ’Compressum) bepflanzt wird. Die Gruppierung der Bankelemente stellt eine Interpretation des jüdischen Sukka-Designs dar, welches mindestens zweieinhalb Wände hat und durch dessen Laubdach die Sterne sichtbar bleiben. Als Laubdach wird ein Judasbaum (Cercis siliquastrum) gewählt. Der Preußische Nullpunkt wird durch einen in den Bo­ den eingelassenen Metallzylinder markiert. Der Zylin­ der ist durch eine Panzerglasplatte einsehbar und führt (theoretisch) bis auf die Tiefe des Amsterdamer Null­ punkts (-35,80 m). Um diese Tiefenwirkung erlebbar zu machen, ist am Boden des Zylinders ein Bodenstrah­ ler eingelassen, so dass Licht aus der Tiefe nach oben dringt. Die Bezugshöhe von 37,00 m über dem Pegel wird an der Fassade des angrenzenden Gebäudes auf einer Höhe von 1,20 m markiert und erläutert. In Nach­ barschaft zum Nullpunkt erhält die Stahlskulptur „Nie­ mand“ einen neuen Standort.

Realisierbarkeit
- Die Poller in der südlichen Enckestraße liegen au­ ßerhalb des vorgegebenen Bereichs. - Der erhaltene Götterbaum im Übergang zur Enckestraße steht auf dem Fahrweg. - Die südliche Entwässerungsrinne verläuft parallel zur Bauflucht. - Die Arbeit liegt im Kostenrahmen. - Die Kosten zum Umsetzen der Skulptur ‚Niemand‘ sind berücksichtigt worden. - Die Kosten für die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt sind nicht enthalten.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Die mit Granit-Kleinsteinpflaster belegte Vorzone reicht bis zur Entwässerungsrinne. Sie kann z.B. für Außeng­ astronomie genutzt werden. Im Süden des Platzes sind innerhalb der Vorzone Fahrradbügel angeordnet. Das im mittigen Bereich vorgesehene Stein-Parkett wird

Burger Landschaftsachitekten, München / 2. Rundgang

1600

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1600 61

Gesamtkonzept
Den Plätzen und dem Park im Umfeld der Akademie des Jüdischen Museums wird ein klarer, in sich begrenzter Charakter zugeordnet. Die Plätze als steinerne Bau­ steine stehen einem stark mit Bäumen besetzten Bes­ selpark gegenüber. Für die Freiflächen an der Akademie des Jüdischen Museums ist symbolisch und formal ein Quadrat ge­ wählt worden: Das Quadrat symbolisiert im Judentum die Erde, den Globus. Außerdem kommen die Nachläs­ se, die der Akademie übergeben werden, in Kisten an. Daher verstehen die Verfasser die Kiste aus Holz als Zeichen für den Eingang - den Zugang - zur jüdischen Kultur. Das Baumraster des Besselparkes wird durch zahl­ reiche Neupflanzungen im mittleren und nördlichen Parkbereich von der Friedrichstraße über die gesamte neue Parkfläche bis an die Besselstraße und Markgra­ fenstraße herangeführt. Der Spielplatz sowie die be­ stehende Lichtung im westlichen Bereich bleiben dabei erhalten. Zwei diagonale Wege nehmen die bestehen­ de Verbindung zwischen südlicher Friedrichstraße und Besselstraße auf bzw. führen die Besucher vom Akade­ miegelände bis in die nördliche Friedrichstraße. Die Enckestraße wird als Verlängerung der Charlotten­ straße mit einer 5 m breiten Fahrspur und einem, an der östlichen Seite angeordneten Gehweg ausgebildet. Südlich des Kastanienhains ist ein Verbindungsweg in West-Ost-Richtung vorgesehen. Die Oberflächenmate­ rialien werden nicht näher dargestellt. Die Grünfläche vor dem Kreuzberg-Tower wird bis an die Markgrafenstraße neu gestaltet. Baumreihen und zusammengefasste Erschließungsflächen ermöglichen größere Rasenfelder. Auf der westlichen Seite entsteht eine kleinere Platzfläche. Die Erschließung der Tiefga­ rage zum Kreuzbergtower wird nicht verändert. Die Gehwegflächen beidseitig der Lindenstraße erhal­ ten gemäß der neuen Spuraufteilung einen veränderten Querschnitt. Die vorgesehene Fußgängerquerung ist in Verlängerung der südlichen Platzkante vorgesehen, sie ist 12 m breit. Auf dem Mittelstreifen werden drei Linden entfernt.

Tamarisken werden in lockerer Stellung im südlichen Vorplatzbereich der Akademie neu gepflanzt: Laut Au­ toren ist die Tamariske der Baum Abrahams. Die bei uns vorkommende Tamarix parviflora wird bis zu 6 m hoch. Sie ist im Stammbereich kahl und blüht je nach Sorte im Frühjahr oder Sommer in rosa Rispen. Zusätz­ liche Aufastungen im unteren Stammbereich ermögli­ chen Durchblicke in Augenhöhe. Die Tamarisken wer­ den im Wechsel immer wieder auf den Stock gesetzt. Sie stehen in einer dichteren Gruppe im nordöstlichen Platzbereich. Einzelne Tamarisken akzentuieren die weiteren Platzflächen vor der Akademie. Nördlich der Akademie stehen keine Bäume außer dem erhaltenen Schnurbaum. Allen quadratischen Elementen ist das Material Holz zugeordnet: Zur Lindenstraße wird eine gößere, ca. 17x17 m große Akazienholzfläche ebenerdig eingelegt. Sie ist etwas verdreht zur Lindenstraße ausgerichtet und umschließt die am Ort belassenen Skulptur von Ull­ mann. Rings um die quadratische Fläche ist eine Licht­ leiste eingelassen. Zu einem 8x8 m großen Quadrat sind vier Holztische südlich der Platzmitte angeordnet. Als Sitzgelegen­ heiten werden nicht ortsfeste, gegen Pfand erhältliche Sitzhocker vorgeschlagen. Nördlich der Akademie, im kleineren Platzbereich werden zehn symmetrisch-wink­ lige Holzbänke als Sitzgegenheiten angeboten. Sie sind in freier Anordnung, nicht orthogonal zueinander plat­ ziert. Der Preußische Nullpunkt wird als kreisrunde Bo­ denmarkierung mit ca. 50 cm Durchmesser in Anleh­ nung an metallene Vermessungspunkte ausgebildet. Der nördliche und südliche Platzzugang ist mit Sicher­ heitspollern als Anfahrschutz versehen. Die Fahrrad­ ständer werden am östlichen Ende der E.T.A.-Hoff­ mann-Promenade gebündelt.

Realisierbarkeit
- Die Pollerreihe entlang der Lindenstraße weist im Bereich des eingelegten Holzquadrates eine Lücke auf. - Die Fahrradständer sind außerhalb des Wettbewerbsgebietes platziert. - Die Integration der Entwässerungsrinnen ist nicht dargestellt. - Die Arbeit liegt im Kostenrahmen. - Zusätzliche Leuchtstreifen sind in den Kosten enthal­ ten. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist in den Kosten enthalten.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Die Platzfolge an und neben der Akademie ist mit ge­ strahltem, mittelgrauen Asphalt belegt und wird bis an die Gebäudefronten herangeführt. Er betont als homo­ gene Oberfläche die Lebendigkeit der Holzflächen und Bäume.

100Landschaftsarchitektur, Berlin / 1. Rundgang

1497

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1497 63

Gesamtkonzept
Durch alle stadtbaulichen Schichten hindurch nehmen linear geometrische Bezugssysteme eine herausra­ gende Position ein: (…) Das Quadrat oder der Kubus kann dabei für das gesamte städtebauliche Umfeld als Thema gestalterischer Setzungen gelesen werden. Im Rahmen der Wiedereröffnung der öffentlichen Verbin­ dung soll diese strukturelle und thematische Grundkon­ stante formal und räumlich gestärkt werden und zur ein­ prägsamen Gestaltung dieser neuralgischen Knotenstelle beitragen. Der Bestand des Besselparks wird aufgenommen. Er­ gänzend werden offene Rasenflächen und locker grup­ pierte Bäume vorgeschlagen. Die Enckestraße bzw. der Enckeplatz wird als 18 m breite Verkehrsmischflä­ che ausgebildet. Sowohl mit einem Kleinsteinpflaster als auch mit einer wassergebundenen Decke befestigt, verknüpft der Enckeplatz als Hybrid die steinernen Geh­ wegsflächen aus der südlichen Friedrichstadt mit den Parkwegen. Die im Realisierungsteil geplanten offenen Entwässerungsrinnen aus Granit werden als Element aufgegriffen und bis zur Besselstraße fortgeführt. Pol­ ler im Bereich der wassergebundenen Flächen verhin­ dern das Parken von Fahrzeugen. Im Süden des Parks entsteht die Besselpromenade mit Belagsstreifen aus Kleinsteinpflaster und wassergebundener Decke. Die Promenade ist mit Bänken ausgestattet und bindet an die Friedrichstraße an. Der vorhandene Ost-West-Weg im nördlichen Teil des Parks wird verbreitert. Er ist eben­ falls mit Bänken ausgestattet. In Ergänzung zum vorhandenen Kastanien- und Birken­ hain wird ein dritter quadratischer Hain aus Birken auf der Fläche vor dem Kreuzberg-Tower vorgeschlagen. Westlich schließt sich eine Rasenfläche mit Sitzmauer und eine Fläche für Außengastronomie an. Die rück­ wärtige Erschließung mit Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt über die Charlottenstraße. Für den Endpunkt der Achse der Charlottenstraße schlagen die Verfasser den Rück­ bau des Straßenprofils bzw. eine Gehwegsverbreite­ rung vor. An der Lindenstraße werden zwei Übergänge vorge­ schlagen: ausgehend vom nördlichen Rand der Platz­ flächen und auf Höhe der E.T.A.-Hoffmann-Promena­ de. Eine Gehwegsvorstreckung ist auf der westlichen Seite der Lindenstraße vorgesehen. Gehwege und Mit­ telstreifen erhalten einen einheitlichen Belag aus Gra­ nitkleinsteinpflaster, ergänzt durch einen Streifen aus Granitplatten.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Auf dem Platz an der Akademie entsteht eine gefasste, quadratische Rasenfläche als Zentrum. Sie nimmt vier der bestehenden Linden auf. Die Fläche reicht teilwei­ se in den Gehwegsbereich der Lindenstraße hinein. Zur Akademie hin wird die Platzfläche an zwei Seiten durch eine große Bank gefasst. Die dekonstruktivistische und stadtstrukturelle Geste der Verschneidung und Ver­ kippung der Grundgeometrien wird sowohl durch eine leichte Verdrehung von Quadrat und Winkel formal auf­ genommen, als auch durch die Beziehung der verschie­ denen Gefälle: Das Rasenquadrat nimmt das bestehen­ de Gefälle auf; demgegenüber erhält die Platzfläche ein neues Dachgefälle; die Bankfläche bleibt in der Hori­ zontalen. Der Bodenbelag besteht aus großformatigen Ortbetonplatten (max. 4,4x2,4 m) und soll sich damit vom ma­ teriellen Kanon der klassischen Berliner Straßenbeläge unterscheiden. Die lineare Verknüpfung der Raumfolge von der Lindenstraße bis zur Friedrichstraße wird durch ein offenes Rinnensystem zur Entwässerung der Platz­ flächen thematisiert und inszeniert. Die 50 cm breiten Rinnenelemente aus Granit führen von der Lindenstra­ ße über die Platzfolge und die Enckestraße bis zur Bes­ selstraße. Der bestehende Schnur- und Götterbaum werden er­ halten und durch einen Trompetenbaum ergänzt. Die Grundfläche der ehemaligen Sternwarte wird durch Kleinsteinpflaster gekennzeichnet. Eine Stele markiertden Preußischen Nullpunkt. Mit der Grundform eines Asterisks (kleiner Stern) verweist sie auf die an dieser Stelle zusammentreffenden Raumrichtungen. Der Platz an der alten Sternwarte ist mit drei langen Holzbänken ausgestattet. Fahrradbügel finden sich ent­ lang des Akademiegebäudes und südlich des Rasen­ quadrats. Die Skulptur „Niemand“ ist nördlich des Ra­ senquadrats am jetzigen Standort belassen. Der An­ fahrschutz besteht aus Pollern. Einzelne Mastleuchten, mit z.T. integrierten Kameras, sind an den Platzrändern positioniert. Alle Ausstattungselemente für die Platzfolge und den Besselpark erhalten das Grundthema Stahl als Quadratprofil.

Realisierbarkeit
- Der Götterbaum im Übergang zur Enckestraße steht auf dem Fahrweg. - Die Arbeit liegt leicht über dem Kostenrahmen. - Zusätzliche Entwässerungselemente, Leuchten und Bodenstrahler sind in den Kosten enthalten. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist mit sehr hohem Budget in den Kosten enthalten.

Realgrün Landschaftsarchitekten, München / Anerkennung

1498

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

1498 65

Gesamtkonzept
Ziel des vorgeschlagenen Gestaltungskonzeptes ist die Neubestimmung einer prominenten innerstädtischen Situation im Kontext verschiedenster zeithistorischer Veränderungen ... das Umfeld (wird) geöffnet und städ­ tebaulich arrondiert. Neue, übergreifende Freiraumbe­ ziehungen können somit realisiert werden. Es entsteht eine neu etablierte, signifikante Stadtpro­ menade (Stadtmembran), die das Museumsfeld an der Lindenstraße mit dem Besselpark und den weiterfüh­ renden Straßenräumen verwebt .... Die Grundstruktur des Besselparkes wird durch die Promenade neu interpretiert. Der Kastanienhain wird im Baumbestand nicht verändert. Die Autoren schlagen ei­ nige neue Heckenkörper sowie ein Spiegelbecken vor. Als Oberfläche wird neben Rasen eine wassergebun­ dene Wegedecke vorgesehen. Sie ermöglicht die diago­ nale Wegebeziehung von der südlichen Friedrichstraße zur Besselstraße. Der Spielplatzbereich bleibt erhalten. Die Enckestraße geht auf in der neuen Stadtmembran. Diese wird von der Friedrichstraße zunächst nach We­ sten entlang der Besselstraße geführt. Sie verschwenkt dann nach Süden zum Bereich der Akademie. Insge­ samt verändert sich ihre Breite von 2 m an der Fried­ richstraße zu 7-10 m an der Besselstraße. Nach Süden hin wird die Promenade (Stadtmembran) wieder schma­ ler und schließt nahtlos an den Freiraum an der Akade­ mie Jüdisches Museum an. Als Oberfläche ist fugenloser Asphaltmastixbelag mit Hartgesteinsdeckschicht vorgesehen. Der Farbkanon der Splittdeckschicht wird an die bestehenden Be­ lagsmaterialien angepasst. Die Promenade wird durch Baumgruppen aus säulenförmigen Robinien und Zier­ kirschen begleitet. Aufenthaltsangebote in Form von Betonbänken mit Holzauflagen sind an zwei Schwer­ punkten vorgesehen: Im südlichen Bereich der ehema­ ligen Enckestraße und etwa in der Mitte der Promenade entlang der Besselstraße. Auf der Grünfläche vor dem Kreuzberg-Tower sind Er­ schließungswege zusammengefasst, so dass eine zu­ sammenhängende Rasenfläche mit Bäumen entstehen kann. Die Tiefgarage ist an die Charlottenstraße ange­ bunden. Auf der westlichen Seite entsteht eine kleinere Platzfläche, die für gastronomische Nutzungen zur Ver­ fügung stehen könnte. Zur Querung der Lindenstraße werden zwei Fußgän­ gerüberwege, in Verlängerung der nördlichen Platz­ kante sowie in Verlängerung der E.T.A.-Hoffmann-Pro­ menade entworfen. Der neue Belag des Akademie­ platzes wird über den nördlichen Gehweg der Linden­ straße bis an die nicht veränderte Straßenkante geführt. Auf dem Mittelstreifen sind drei Linden entfernt.

Realisierungsteil Gestaltung und Nutzung
Die Stadtmembran mit ihrer Oberfläche aus Aspahltma­ stix zieht sich weiter nach Süden bis zur Lindenstraße und nimmt dabei die gesamte Fläche um die Akademie bis an die neuen Gebäudefronten ein. Zur Lindenstraße ist der Platz vor der Akademie durch zwei locker angeordnete Baumgruppen aus jeweils drei Säulenrobinien und neun Zierkirschen gegliedert. Die nördliche Baumgruppe überstellt Sitzmöbel - Betonbän­ ke mit Holzauflagen – mit einem Blätterdach. Unter der südlichen Baumgruppe sind 47 Fahrradbügel aufge­ stellt. Die Skulptur „Niemand“ wird an das Zentrum des Vorplatzes herangerückt, um die Blickachse vom Mu­ seumsbereich und der Eingangszone des Akademiebe­ reiches freizustellen. Die Platzkante zur Lindenstraße ist in der Bauflucht der angrenzenden Gebäude mit einer dichten Reihe von Pollern gesichert. Zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten sind nörd­ lich der Halle vorgesehen. In diesem Bereich wird der Schnurbaum an der nordöstlichen Gebäudefront erhal­ ten. Einige Zierkirschen akzentuieren den Raum. Im Übergang zum Besselpark sichert eine Reihe von Pol­ lern den Platz ab. Als Beleuchtung werden hohe Lichtstelen zur Grund­ ausleuchtung des Platzes vorgeschlagen, ergänzend dazu eine Akzentbeleuchtung der Kunstwerke und der Eingangzonen. Für den Preußischen Nullpunkt wird zur Ausgestaltung ein künstlerischer Wettbewerb vorgeschlagen.

Realisierbarkeit
- Die Straßenflächen des B-Planes VI-150d-2a sind im Bereich Enckestraße nicht eingehalten. - Die Maststandorte als Lichtpunkte sind ca. 2 m ver­ schoben. - Für die Ausgestaltung des Preußischen Nullpunktes wird ein künstlerischer Wettbewerb vorgeschlagen. - Die Entwässerungsrinnen sind nicht dargestellt. - Die Arbeit liegt leicht über dem Kostenrahmen. - Die Baumscheiben sind mit einem sehr hohen Budget in den Kosten enthalten. - Zusätzliche Leuchten sind in den Kosten enthalten. - Die Skulptur zum Preußischen Nullpunkt ist nicht in den Kosten enthalten.

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

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2�8

Stellungnahmen der Sachverständigen

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Grundsatzangelegenheiten der Straßenplanung
Die eingegangenen 17 Entwürfe wurden am 1.12.2010 seitens der ver­ kehrlichen Aspekte durch d.U. begutachtet. Die Beurteilung der Entwürfe er­ folgte nach folgenden Kriterien: Berücksichtigung der Verkehrsfunktion der Lindenstraße und der ver­ kehrlichen Planungen Einordnung einer Fußgängerquerung in Abhängigkeit der Wegebezieh­ ungen zwischen dem Haupteingang des Jüdischen Museums und der künftigen Akademie Integration der Radverkehrsbeziehungen und notwendigen Querungen im Umfeld des Wettbewerbsgebietes Gestaltung der Enckestraße als Erschließungsstraße Nachweis von Fahrradabstellanlagen in Nähe der Akademie und des Jüdischen Museums gestalterische Ausprägung der Querungsbereiche in der Lindenstraße

-

Die Entwürfe werden aus verkehrlicher Sicht wie folgt bewertet:

1586
Die Vorgaben zur Lindenstraße werden nicht beachtet. Es ist nicht erkennbar, ob ruhender Verkehr an den Fahrbahnrändern vorgesehen ist. Es werden 2 Gehwegvorstreckungen geplant, bei denen offen bliebt, wie die Flächen im Fahrbahnbereich dazwischen genutzt werden sollen. Vorgesehen ist eine ge­ bündelte Querung mit einer LSA, was verkehrlich gut regelbar ist. Positiv wer­ den die Baumpflanzungen und Fahrradabstellplätze auf dem Platz bewertet. verkehrliche Wertung (-)

1587
Die Befestigung der Querungsstelle ist in den gleichen Materialien wie die Platzbefestigung vorgesehen. Dadurch wird der Platzcharakter über die Lindenstraße suggeriert. Dies widerspricht der Vorgabe, dass die Verkehrsfunktion für den Kfz-Verkehr und den Radverkehr im Zuge der Lindenstraße aufrecht zu erhalten ist. Die verkehrssichere Regelung des ge­ samten Querungsbereiches ist aufgrund starken Verkehrseinschränkungen im Zuge der Lindenstraße nicht lösbar. verkehrliche Wertung (-)

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

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1588
Die Querungsstelle wird auf den Bereich der Platzzufahrt an der nördlichen Platzkante begrenzt, worüber auch die Hauptwegebeziehungen verlau­ fen. Die Eingrenzung der Querung wird mit Pollerreihen und Fangseilen in den Seitenbereichen und auf der Mittelinsel unterstützt. Ein Queren soll aus Verkehrsicherheitsgründen nur im LSA-Bereich gestattet werden, was die Verkehrssicherheit fördert, aber im Sinne der Transparenz und Verknüpfung der beiden Seiten der Lindenstraße nicht erwünschenswert und auch nicht ver­ kehrlich notwendig ist. Auf die Gestaltung der Enckestraße geht der Entwurf nicht ein. Fahrradbügel werden beachtet. verkehrliche Wertung (+)

1589
Es wird eine LSA geregelte Querung im Bereich des Zugangs Jüdisches Museum vorgesehen. Es erfolgt eine Trennung zwischen Platzzufahrt/­ erschließung und den querenden Fußgängern, was hinsichtlich der Vermeidung von Konflikten positiv zu werten ist. Die Enckestraße ist in die Platzbefestigung integriert. Die Erschließungsaufgaben bleiben jedoch gewahrt. verkehrlich akzeptabel (+)

1590
Positiv ist die Herstellung einer LSA - Querung an der nördlichen Platzkante. Auch die Hervorhebung der Zufahrts- und Lieferbereiche an der nördlichen Platzkante mit einer Entwässerungsrinne ist hinsichtlich der Konfliktvermeidung mit Fußgängern zu begrüßen. Die Enckestraße berück­ sichtigt die Erschließungsfunktionen und ist gestalterisch positiv mit einem Alleecharakter vorgesehen. Fahrradbügel werden beachtet. verkehrlich akzeptabel (++)

1591
Der Entwurf ist einer der wenigen Entwürfe, der sich mit den Fragen der Vernetzung auseinandersetzt. Es wird eine gebündelte Querung mit LSA vorgesehen. Bäume im Mittelstreifen im Platzbereich schränken die Querungsmöglichkeit optisch ein, was verkehrlich jedoch kein Nachteil ist. Mit ein paar Anpassungen ist der Entwurf verkehrlich vertretbar. Es werden de­ zentral Fahrradbügel berücksichtigt. verkehrliche Wertung (+)

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

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1592
Die verkehrlichen Vorgaben zur Lindenstraße und Enckestraße werden berücksichtigt. Die Platzgestaltung in Kleinsteinpflaster mit profilierten Entwässerungsrillen geben dem Platz eine klare systematische Gliederung. Der Entwurf geht von einer signalisierten Hauptquerung der Lindenstraße an der nördlichen Platzkante aus. Plattenbahnen aus Naturstein zur eindeutigen Orientierung vor allem für den Behindertenverkehr sind verkehrlich positiv zu werten. Eine zweite Querungsstelle an der E.T.A.-Hoffmann-Promenade müsste verkehrstechnisch geprüft werden. Der Nachweis von Fahrradbügeln wird erbracht. verkehrliche Wertung (+)

1593
Die Querungsstelle wird über die gesamte Platzbreite in der Lindenstraße mit gleichen Befestigungsarten, wie auf dem Platz vorgesehen. Eine si­ chere Führung durch eine Lichtsignalanlage führt zu starken Verkehrs­ beeinträchtigung des Verkehrsflusses in der Lindenstraße (lange Wartezeiten an der Ampel). Auch die Enckestraße wird in die Platzgestaltung mit ein­ bezogen. Die Erschließungsqualitäten bleiben jedoch gewahrt. Der Wettbewerbsteilnehmer setzt sich mit Fragen der Vernetzung auseinander. Reaktionen darauf sind jedoch in seinem Konzept nicht erkennbar. verkehrliche Wertung (0)

1594
Es ist nicht erkennbar, ob die verkehrlichen Vorgaben zur Lindenstraße be­ achtet werden. Die Enckestraße ist nicht in den Untersuchungsbereich ein­ bezogen. Es wird von einer Querung über den gesamten Platzbereich aus­ gegangen, deren Gestaltung ebenfalls an die Platzgestaltung angepasst ist. (siehe Bewertung dazu 1593) verkehrliche Wertung (-)

1595
Der Teilnehmer hat sich nicht mit der Problematik der Querung der Lindenstraße auseinandergesetzt. Auch zur gestalterischen Ausprägung der Querungsstelle werden keine detaillierten Aussagen gemacht. Die Enckestraße ist nicht be­ trachtet worden. verkehrliche Wertung (--)

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

69

1596
Der Teilnehmer setzt sich verkehrstechnisch mit dem Bedarf einer großen über den gesamten Platzbereich vorhandenen oder zwei südlich und nörd­ lich verteilten signalisierten Querungsstellen auseinander. Der Vorschlag, verkehrsorganisatorische Markierungen an die Platzgestaltung anzupassen (z.B. Dreiecksmarkierung in Form der Pflasterung des Platzes) ist straßenverkehrsbehördlich nicht anordungsfähig. Die Idee kann aber nachre­ guliert werden. Der Nachweis von Fahrradabstellplätzen fehlt. Berücksichtigte verkehrliche Vorgaben der Lindenstraße sind nicht erkennbar. Die Enckestraße wird als Mischfläche gesehen, die die Erschließungsfunktionen aufnehmen kann. verkehrliche Wertung (0)

1597
Entwurf geht von einer Querung aus. Die Vorgaben Lindenstraße werden nicht beachtet. Am Jüdischen Museum wird ruhender Verkehr vorgesehen. Die Enckestraße ist nicht betrachtet worden. Es werden keine Fahrradständer nachgewiesen. verkehrliche Wertung (--)

1598
Die verkehrlichen Belange der Lindenstraße werden dem Entwurf zu Grunde gelegt. Der Teilnehmer empfiehlt eine Erweiterung der Seitenbereiche/ Gehwege im Platzbereich der Lindenstraße. Die Enckestraße wird als Mischfläche, mit unterschiedlichen Befestigungsarten zur klaren Trennung der Verkehrsarten gestaltet. Fahrradbügel sind enthalten. Es wird eine ge­ schlosse Baumallee auf dem Mittelstreifen der Lindenstraße vorgeschlagen. Dieses Gestaltungselement ist auch aus verkehrlicher Sicht zu begrüßen. Es sollte jedoch im Hinblick der geplanten Straßenbahn im Mittelstreifen die Tragfähigkeit geprüft werden. verkehrliche Wertung (+)

1599
Die Berücksichtigung der Vorgaben der Lindenstraße ist nicht erkenn­ bar. Auch fehlen Aussagen, wie die Querungsbereiche angedacht sind. Es wird angedeutet, dass eine Verbreiterung der Gehwege im Bereich des Platzes in der Lindenstraße vorgesehen ist. Jedoch detaillierte Aussagen zur Verkehrsführung des Querungsverkehrs fehlen. verkehrliche Wertung (-)

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

70

1600
Die Vorgaben zur Lindenstraße und Enckestraße werden beachtet. Entwurf enthält einen Querungsvorschlag an der südlichen Baukante. Aussagen zu Gestaltungselementen im Bereich der Querung fehlen. Fahrradbügel sind enthalten. verkehrliche Wertung (+)

1497
Der Entwurf geht von 2 Querungsstellen aus, deren Signalisierung proble­ matisch ist. Die Berücksichtigung der Vorgaben für die Lindenstraße ist nicht erkennbar. Es ist im Seitenbereich vor dem Jüdischen Museum ruhender Verkehr angedacht, was nicht der verkehrlichen Vorgabe entspricht. Positiv ist die gestalterisch aufwendige Trennung der Verkehrsarten (Fußgänger und Lieferfahrzeuge) in der Enckestraße und die Berücksichtigung von Fahrradbügeln. verkehrliche Wertung (-)

1498
Es ist nicht erkennbar, ob die verkehrlichen Vorgaben zur Lindenstraße be­ achtet werden. Der Entwurf geht von 2 Fußgängerquerungen an der nörd­ lichen Platzkante und im Bereich E.T.A.-Hoffmann-Promenade aus, was ver­ kehrstechnisch problematisch zu signalisieren ist. Die Enckestraße ist in die Platzgestaltung mit vereinzelten Baumgruppen und Promenadenzonen einbezogen, wodurch die Erschließungsaufgaben er­ schwert werden. Die gestalterische Einpassung (Befestigungselemente) der Fußgängerquerung ist nicht im Detail dargestellt. verkehrliche Wertung (-)

Kerstin Schmidt, 02.12.2010

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

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Landeskriminalamt Abt� Objektschutz
Stellungnahme zur Vorprüfung für den Wettbewerb „Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin“ Grundsätzlich scheinen aus Sicht des Landeskriminalamtes alle 17 einge­ reichten Arbeiten die Vorgaben der Auslobung (3.6 Sicherheit) berücksich­ tigt zu haben. Bei den meisten Arbeiten gibt es daher keinen Grund zur Beanstandung. Folgende Entwürfe sind jedoch kritisch zu beurteilen, bzw. bedürfen einer Nachbesserung: 1497: Es fehlen Poller im Bereich der Lindenstraße - das Umfahren der Bäume südlich der Skulptur erscheint möglich. 1586: Das vorgesehene Holzdeck weist an den äußeren Ecken im Bereich der Lindenstraße lediglich eine Höhe von ca. 40 cm auf - hier müsste eine bauliche Nachbesserung erfolgen, um die geforderten 80 cm Höhe zu erreichen und den lichten Abstand von 135 cm zum ersten Poller nicht zu überschreiten. 1594: Die Höhe der Straßenmöbel und der lichte Abstand müssen eingehal­ ten werden. 1596: Die Stufen im Bereich der Lindenstraße können so als Barriere nicht akzeptiert werden. Es erscheint hier durchaus möglich, dass geeignete Fahrzeuge die Treppenstufen überwinden und an das Museum heranfahren kön­ nen (Geländefahrzeuge, Unimog etc.). In diesem Fall müsste eine Nachbesserung mit Pollern bzw. anderen Lösungen erfolgen. 1599: Die vorgesehenen Hindernisse, bestehend aus rechteckigen Barrieren und vorgelagerten Bassins, erreichen lediglich im Idealfall die gefor­ derte Höhe von 80 cm - ggf. könnten sich die vorgelagerten Becken durch Schnee, Eis etc. auffüllen 1600: Bei diesem Vorschlag ist auf eine durchgängige Pollerreihe zu achten.

Marc-Aurel Münstermann, 06.12.2010

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

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Stiftung Jüdisches Museum Berlin Sicherheitskoordinator

Anmerkungen 1.	 die hauptsächliche Anordnung der Fahrradständer an der Nordseite der Akademie im Projekt 1598/1593/1594/1590 behindert die Anlieferungszone. Die Fahrradständer sollten dezentraler platziert werden. 2.	 Die Positionierung von Fahrradständern in direkter Nähe zum Personaleingang ist nicht möglich. Dieser Bereich muss frei bleiben. (1598) - Südseite ­ Zum Thema Fahrradständer : Beste Lösung hat das Projekt 1587. In unmittelbarer Nähe des Eingangskubuses sollten keine Fahrradständer ge­ plant und sie sollten in einem Abstand von 5 m von der Außenfassade plaziert werden. Das Projekt - 1591 - hat im Gesamtkonzept (Fahrradständer, Schleppkurve und Übergang zum Museum (sehr zentral) eine gute Lösung dargestellt. Die Pollerhöhe beachten. Die Darstellung/Planung einer Lichtsignalanlage ist in einigen Projekten außer acht gelassen worden.

-

-	 Das Projekt - 1597 - hat aus meiner Sicht das beste Konzept. In einigen Projekten wurden Podeste (mehrstufig) geplant. Bitte darauf ach­ ten/hinweisen, dass diese Podeste auch die Funktion des Anfahrschutzes gewährleisten!

Bernd Metelmann, 06.12.2010

Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

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Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Amt für Stadtplanung

Fachspezifische Stellungnahme (Planungsrecht) zu den eingereichten Entwürfen. Die eingereichten Entwürfe halten sich in der Mehrzahl an die geplanten Festsetzungen des Bebauungsplans VI-150d-2b. Ein Entwurf erweitert jedoch den Platz über das Baufeld MI 2 hinaus zur E.T.A. Hoffmann-Promenade. Dies ist nicht zulässig (1594). Insgesamt haben fast alle Entwürfe Probleme mit der Anbindung des Platzes an die Enckestraße. Hier ist zu beachten, dass der nördlich angrenze Bebauungsplan VI-150d-2a rechtsverbindlich ist. In diesem Bereich ist es notwendig, die Erschließungstraße (Fläche A,B,C,D,A) nördlich des MI 1 so zu gestalten, dass eine Anbindung für Fahrzeuge an die Enckestraße möglich ist (z.B. für Rettungsfahrzeuge, Anlieferungen etc.). In diesem Sinne sollte die Fahrzeugsperre (Poller o.ä.) erst nach dieser Ein- und Ausfahrtsmöglichkeit errichtet werden. Auch ist hier an notwendige Fahrradien zu denken. Die kleine Dreiecksfläche des Grundstücks Enckestr. 4A-4 (geplante Festsetzung MI) wird von allen für die Platzentwicklung herangezogen. Der Eigentümer ist damit einverstanden, die Planungen können deshalb in die­ sem Punkt akzeptiert werden.

Auszug aus dem Bebauungsplan VI­ 150d-2a

Siegfried Bracht, 06.12.2010

Überlagerung VI-150d-2a mit Entwurf VI-150d-2b

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Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Bericht der Vorprüfung

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Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Amt für Stadtplanung Untersuchungsgebiet Mehringplatz /Blücherstraße
1.	 Auf Grund vorliegender Erfahrungen ist es für die spätere Realisierbarkeit des Projektes erforderlich, den vorhandenen Baumbestand weitestgehend zu erhalten. 2.	 Da die Bänke vom Nat-Anforderungsprofil abweichen, empfehle ich bereits im Wettbewerbsverfahren die Zustimmung des Fachbereiches Naturschutz und Grünflächen einzuholen. 3.	 Die nördliche Erschließung des neuen Baufeldes M1 wurde in den Entwürfen teilweise nicht berücksichtigt. 4.	 Die für den Besselpark geforderte diagonale Wegeverbindung zwischen Platzfläche und Friedrichstraße wurde nicht bei allen Entwürfen umge­ setzt.

Kerstin Kipker, 06.12.2010

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Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Amt für Tiefbau
Nach erster Durchsicht der eingegangenen Wettbewerbsarbeiten am 03.12.2010 in der alten Kassenhalle des Finanzamtes Wedding kann ich fol­ gende Stellungnahmen bzw. Hinweise mit Blick auf die Aufgabenstellung/ Auslobung und den Belangen, wie sie sich aus Sicht des zukünftigen Straßenbaulastträger ergeben, abgeben: Zu Arbeit- Nr.: 1586 Die Lage des vorgesehenen Fußgängerüberweges Lindenstraße ist gut ge­ wählt. Der geplante Holzpodest am Preußischen Nullpunkt ist hinsichtlich seiner Anfälligkeit für Vandalismus und Abnutzung ungünstig und kann zu erhöhten Kosten bei der Straßenunterhaltung führen. Das gleiche gilt für das überdi­ mensionierte Lärchenholzdeck an der Lindenstraße, welches außerdem eine Pflege des vorhandenen Baumbestandes, die Abgrenzung und Reinigung der Baumscheiben unterhalb der aufgeständerten Holzkonstruktion problema­ tisch erscheinen lässt. Gerade das zu erwartende Auftreten von jugendlichen Besuchergruppen werden zu Schäden an der Lattung führen, welche mit den zur Verfügung stehenden Haushaltsansätzen nicht zu beheben sind. Es erfolgt keine deutliche Abgrenzung des Kfz-Verkehrs an der Zufahrt Enckestraße zur Parkfläche / Platzfläche. Der Einsatz gefärbten Asphaltes in der Enckestraßen führt zu erhöhten Kosten bei der Straßenunterhaltung. Bei Reparaturen oder Wiederherstellung des Belages nach partiellen Aufgrabungen wird niemals der gleiche Farbton in diesen Flächen erreicht werden können. Die Fahrradabstellanlagen sind gut platziert und erscheinen ausreichend. Die erforderlichen Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße werden nicht dar­ gestellt. Zu Arbeit- Nr.: 1587 Die Fahrradabstellanlagen nur im Mittelstreifen Lindenstraße sind benutzerun­ freundlich platziert und erscheinen außerdem als nicht ausreichend. Die Verwendung von hauptsächlich Natursteinpflaster (Kleinsteinpflaster) auf dem gesamten Platz kann zu erhöhten Kosten bei der Straßenunterhaltung führen. Die Erweiterung der Patzflächen durch Verbreiterung der Gehwege in der Lindenstraße ist möglich und sinnvoll, da Parkplätze ohnehin unzulässig sein werden. Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass die Plattenbahnen im Verlauf der Lindenstraße erhalten bleiben. Die erforderlichen Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße werden nicht dar­ gestellt.

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Zu Arbeit- Nr.: 1588 Die erforderlichen Zufahrten werden berücksichtigt und die Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße dargestellt. Die Fahrradabstellanlagen sind gut platziert und erscheinen ausreichend. Der geplante Überweg mit Lichtsignalanlage in der Lindenstraße ist in der vor­ gesehenen Breite weit überdimensioniert und in dieser Form nicht zulässig. Die Verwendung von Bernburger Kalkstein, Granitplatten und gesägtem is­ raelischem Kalkstein im gesamten Platzbereich wird zu enormen Kosten bei der Straßenunterhaltung führen, welche mit den zur Verfügung stehenden Haushaltsansätzen nicht zu decken sind. Zu Arbeit- Nr.: 1589 Es erfolgt keine deutliche Abgrenzung des Kfz– Verkehrs an der Zufahrt Enckestraße zur Parkfläche/Platzfläche. Die erforderlichen Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße werden nicht dar­ gestellt.
 Der geplante Überweg für Fußgänger im Bereich der Ausfahrt Lindenstraße 
 ist nicht zulässig.
 Die Fahrradabstellanlagen sind gut platziert und erscheinen ausreichend.
 Die Verwendung unterschiedlich gefärbten Natursteinpflasters (drei Farbschattierungen) auf dem gesamten Platz kann zu erhöhten Kosten bei der Straßenunterhaltung führen. Zu Arbeit- Nr.: 1590 Es erfolgt keine deutliche Abgrenzung des Kfz-Verkehrs an der Zufahrt Enckestraße zur Parkfläche/ Platzfläche. Sie erscheint insgesamt zu schmal, da ein Begegnungsverkehr oder Vorbeifahren nicht möglich sein wird. Die Schleppkurven für Lkw werden auf der Platzfläche offensichtlich nicht nachgewiesen. Die Erweiterung der Patzflächen durch Verbreiterung der Gehwege in der Lindenstraße ist möglich und sinnvoll, da Parkplätze ohnehin unzulässig sein 
 werden. Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass die Plattenbahnen im Verlauf 
 der Lindenstraße erhalten bleiben.
 Der geplante Asphaltbelag auf der Platzfläche stellt eine äußerst kostengün­ stige Befestigungsart dar.
 Die Fahrradabstellanlagen sind gut platziert und erscheinen ausreichend. 
 Der Einbau von Bronzeplatten kann zu erhöhten Kosten bei der 
 Straßenunterhaltung führen.
 Die erforderlichen Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße werden nicht dar­ gestellt.


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Zu Arbeit- Nr.: 1591 Die Verwendung von Tephrit- Kleinpflaster (Natursteinpflaster) und der Einbau von zahlreichen weißen Linien - auch über Bereichen mit unterirdischem Leitungsbestand - aus winklig zugeschnittenen weißen Granitplatten und be­ schrifteten Markierungen in Messing auf dem gesamten Platzbereich wird zu enormen Kosten bei der Straßenunterhaltung führen, welche mit den zur Verfügung stehenden Haushaltsansätzen nicht zu decken sind. Die Fahrradabstellanlagen sind gut platziert und erscheinen ausreichend. Die Materialoberfläche sollte jedoch kratzfest ausgebildet sein. Die erforderlichen Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße werden nicht dargestellt.
 Die Lage des vorgesehenen Fußgängerüberweges mit Gehwegvorstreckungen 
 Lindenstraße ist gut gewählt.
 Die Verkehrsführung an der Enckestraße erfolgt durch eindeutige Zuweisung 
 und Abgrenzung des Kfz - Verkehrs zur Parkfläche/ Platzfläche. Zu Arbeit- Nr.: 1592 Die Verkehrsführung an der Zufahrt Enckestraße ist baulich erkennbar. Es erfolgt eine eindeutige Zuweisung und Abgrenzung des Kfz-Verkehrs zur Parkfläche/Platzfläche. Die erforderlichen Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße werden nicht dargestellt.
 Die Anzahl der Fahrradabstellanlagen erscheint nicht ausreichend.
 Die Erweiterung der Patzflächen durch Verbreiterung der Gehwege in der Lindenstraße ist möglich und sinnvoll, da Parkplätze ohnehin unzulässig sein werden. Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass die Plattenbahnen im Verlauf der Lindenstraße erhalten bleiben. Der Fußgängerübergang Lindenstraße ist gut platziert. Zu Arbeit- Nr.: 1593 Die Verkehrsführung an der Zufahrt Enckestraße und auf dem Platz ist bau­ lich nicht erkennbar. Es erfolgt keine Zuweisung und Abgrenzung des KfzVerkehrs zur Parkfläche/Platzfläche.
	 Die Erweiterung der Patzflächen durch Verbreiterung der Gehwege in der 
 Lindenstraße ist möglich und sinnvoll, da Parkplätze ohnehin unzulässig sein werden. Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass die Plattenbahnen im Verlauf der Lindenstraße erhalten bleiben. Die erforderlichen Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße werden nicht dargestellt. Die Verwendung von gesägtem Natursteinpflaster auf der gesamten Platzfläche kann zu erhöhten Kosten bei der Straßenunterhaltung führen. Die Anzahl der Fahrradabstellanlagen erscheint nicht ausreichend. Zu Arbeit- Nr.: 1594 Die Überplanung der Gehwege Lindenstraße mit einer einheitlichen Befestigungsart - Kleinpflaster der Platzflächen - entspricht nicht den Ausführungsvorschriften zu §7 des Berliner Straßengesetzes über Geh- und Radwege. Der Gehweg ist für Sehnbehinderte ertastbar im Verlauf zu glie­ dern. Die erforderlichen Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße werden nicht dargestellt. Die Fahrradabstellanlagen sind gut platziert und erscheinen ausreichend.

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Zu Arbeit- Nr.: 1595 Die Verkehrsführung an der Zufahrt Enckestraße ist baulich nicht erkennbar. Es erfolgt keine Zuweisung und Abgrenzung des Kfz– Verkehrs zur Parkfläche/ Platzfläche. Der geplante Schotterrasen ist als Befestigung für regelmäßigen Lieferverkehr mit zum Teil Lastzügen nicht geeignet.
 Die erforderlichen Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße werden nicht dar­ gestellt.
 Die Fahrradabstellanlagen sind gut platziert und erscheinen ausreichend.
 Die Verwendung unterschiedlich gefärbten Natursteinpflasters auf dem ge­ samten Platz kann zu erhöhten Kosten bei der Straßenunterhaltung führen.
 Zu Arbeit- Nr.: 1596
 Die vorgesehene Treppenanlage an der Lindenstraße ist hinsichtlich der 
 Vorgaben zur Entwässerung der Platzfläche zu überprüfen. Es muss ein Mindestgefälle von 1,5% eingehalten werden. Die Anschüttung der Platzfläche zur Lindenstraße erfordert spezielle Maßnahmen an vorhanden Bäumen (Baumscheibeneinfassungen mit 
 Vertiefungen, Umwehrungen etc.), die jedoch nicht behandelt werden. Der 
 Unterhaltungsaufwand für diese Elemente dürfte nicht verhältnismäßig sein.
 Betonplatten in Dreiecksform lassen sich nicht mit der erforderlichen 
 Festigkeit (Bruchfestigkeit) für zu befahrende Flächen herstellen. Das Format 
 ist im Straßenbau nicht gebräuchlich und daher im Rahmen der laufenden 
 Straßenunterhaltung nicht ersetzbar. Alternativ könnten handelsübliche 
 Oktagonformate zur Anwendung kommen. 
 Die vorgesehenen Varianten für Straßenquerungen für Fußgänger stehen 
 im Widerspruch zur Lage der Feuerwehrzufahrt/ Anliegerzufahrten an der 
 Lindenstraße. 
 Die Zufahrt an der Enckestraße wird nicht dargestellt und dürfte fahrgeome­ trisch wegen der hier geplanten Freitreppe und Skulptur zum Preußischen 
 Nullpunkt auch nicht realisierbar sein.
 Zu Arbeit- Nr.: 1597
 Fahrradabstellanlagen sind nicht vorgesehen.
 Die erforderlichen Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße werden nicht dar­ gestellt.
 Im Bereich der Lindenstraße ist eine Lichtsignalanlage vorgesehen.
 Es fehlen Materialangaben zur Platzbefestigung.
 Die Unterhaltungskosten für die vorgesehenen Lichteffekte erscheinen weit 
 über dem üblichen Rahmen zu liegen und werden ohnehin wegen der erfor­ derlichen Grundausleuchtung der Gehwegbereiche nicht wahrnehmbar sein.
 Zu Arbeit- Nr.: 1598
 Die Erweiterung der Patzflächenbefestigung mit Ortbetonplatten bis an den Gehwegunterstreifen der Lindenstraße heran entspricht den Ausführungsvorschriften zu §7 des Berliner Straßengesetzes über Geh- und Radwege. Eine Verbreiterung des westlichen Gehweges Lindenstraße ist möglich und sinnvoll, da Parkplätze ohnehin unzulässig sein werden. Die Fahrradabstellanlagen sind gut platziert und erscheinen ausreichend. Der vorgesehene Fußgängerüberweg im Bereich der Feuerwehrzufahrt/ Anliegerzufahrt Lindenstraße ist nicht zulässig.

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Die erforderlichen Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße werden nicht dar­ gestellt. Zu Arbeit- Nr.: 1599 Die Verkehrsführung an der Zufahrt Enckestraße ist baulich nicht erkennbar. Es erfolgt keine Zuweisung und Abgrenzung des Kfz-Verkehrs zur Parkfläche/
	 Platzfläche.
	 Die Verwendung von Kalksteinpflasterplatten mit bis zu 8 mm Kerbung 
 führt zu Problemen infolge verstärkter Abwitterung, Eisbildung im Winter und Verschmutzung. Wegen der zu erwartenden enormen Kosten der Straßenunterhaltung und Verkehrssicherung des Platzes dürften diese Elemente nicht den geltenden Ausführungsvorschriften zu §7 des Berliner Straßengesetzes über Geh- und Radwege entsprechen. Die Erweiterung der Patzflächenbefestigung mit Platten bis an den Gehwegunterstreifen der Lindenstraße heran ist genehmigungsfähig. Eine Verbreiterung des westlichen Gehweges Lindenstraße ist möglich und sinn­ voll, da Parkplätze ohnehin unzulässig sein werden. Die Feuerwehrzufahrt / Anliegerzufahrt Lindenstraße ist nicht dargestellt und führt ggf. zu Konflikten mit der geplanten Fußgängerquerungsstelle. Die erfor­ derlichen Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße werden nicht dargestellt. Die Fahrradabstellanlagen sind gut platziert und erscheinen ausreichend. Zu Arbeit- Nr.: 1600 Die Verkehrsführung an der Zufahrt Enckestraße ist baulich nicht erkennbar und dürfte fahrgeometrisch wegen der hier geplanten Bänke auch nicht rea­ lisierbar sein. Der vorgesehene Fußgängerüberweg im Bereich der Ausfahrt Lindenstraße ist nicht zulässig. Die Fahrradabstellanlagen nur im Bereich E.T.A.-Hoffmann-Promenade sind äußerst benutzerunfreundlich platziert, nicht auffindbar und erscheinen au­ ßerdem als nicht ausreichend. Die geplante Holzplattform ist hinsichtlich seiner Anfälligkeit für Vandalismus und Abnutzung ungünstig und kann zu erhöhten Kosten bei der Straßenunterhaltung führen. Der geplante Asphaltbelag auf der Platzfläche stellt eine äußerst kostengün­ stige Befestigungsart dar. Die Erweiterung der Patzflächen durch Verbreiterung der Gehwege in der Lindenstraße ist möglich und sinnvoll, da Parkplätze ohnehin unzulässig sein 
 werden. Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass die Plattenbahnen im Verlauf 
 der Lindenstraße erhalten bleiben. Die erforderlichen Gehwegüberfahrten in 
 der Lindenstraße werden nicht dargestellt.
 Zu Arbeit- Nr.: 1497
 Die Fahrradabstellanlagen sind gut platziert.
 Die Lage des vorgesehenen Fußgängerüberweges Lindenstraße ist gut ge­ wählt.
 Eine Verbreiterung des westlichen Gehweges Lindenstraße ist möglich und 
 sinnvoll, da Parkplätze ohnehin unzulässig sein werden.


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Zu Arbeit- Nr.: 1498 Die Überplanung des westlichen Gehweges Lindenstraße mit einer einheit­ lichen Befestigungsart - Asphaltmastixbelag der Platzfläche - entspricht nicht den Ausführungsvorschriften zu §7 des Berliner Straßengesetzes über Geh- 
 und Radwege. Der Gehweg ist für Sehnbehinderte ertastbar im Verlauf zu 
 gliedern.
 Die erforderlichen Gehwegüberfahrten in der Lindenstraße werden nicht dar­ gestellt. 
 Die Fahrradabstellanlagen sind gut platziert und erscheinen ausreichend.
 Der vorgesehene Fußgängerüberweg im Bereich der Feuerwehrzufahrt/ 
 Anliegerzufahrt Lindenstraße ist nicht zulässig.
 Die Verkehrsführung an der Zufahrt Enckestraße ist baulich nicht erkennbar. 
 Es erfolgt keine Zuweisung und Abgrenzung des Kfz-Verkehrs zur Parkfläche/
	 Platzfläche.
	 Der geplante Asphaltbelag auf der Platzfläche stellt eine äußerst kostengün­ stige Befestigungsart dar.


Helmut Schulz-Hermann / Frank Müller, 07.12.2010
        
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