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Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)

Full text: Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)

Stadt Augsburg

Aufstellung

Bebauungsplan Nr. 500
„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“
mit integriertem Grünordnungsplan

für den Bereich von Schaezlerstraße, Volkhartstraße, Frölichstraße (jeweils teilweise), Am Alten Einlass, Kennedy-Platz, Fuggerstraße, Holbeinstraße (teilweise), Königsplatz, Halderstraße (teilweise), Schießgrabenstraße, Konrad-Adenauer-Allee, Hallstraße (teilweise), Theodor-Heuss-Platz und Eserwallstraße - jeweils mit den Kreuzungsbereichen der einmündenden Straßen und geringfügigen Teilflächen angrenzender Privatgrundstücke

Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis Abkürzungen Abkürzungen Ermächtigungsgrundlage A. Planzeichnung B. Zeichenerklärung C. Textliche Festsetzungen 2 3 4 5 5 5 6

C.1. Allgemeine Vorschriften C.2. Planungsrechtliche Festsetzungen durch Text C.3. Schlussbestimmungen D.1. Anlass der Planung D.2. Beschreibung des Planbereiches D.3. Planungsrechtliche Ausgangssituation D.4. Ziele der Planung, Planungskonzept und wesentliche Auswirkungen der Planung D.5. Umweltbericht D.6. Städtebauliche Statistik E.1. Altlasten E.2. Umlegung der Versorgungsnetze E.3. Denkmalschutz siehe gesonderte Datei „F. Anlagen“

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D. Begründung zur Satzung

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E. Textliche Hinweise und nachrichtliche Übernahmen

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F. Anlagen

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G. Verfahrensvermerke

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Abkürzungen
ABuDIS AVV BauGB BaumSchVO BauNVO BayBO BayNatSchG BBodSchV BImSchG 16. BImSchV 22. BImSchV 24. BImSchV 26. BImSchV BNatSchG BP DIN 18920 Altlasten-, Bodenschutz- und Deponie-Informationssystem, Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU) Augsburger Verkehrsverbund Baugesetzbuch Baumschutzverordnung Baunutzungsverordnung Bayerische Bauordnung Bayerisches Naturschutzgesetz Bundesbodenschutzverordnung Bundesimmissionsschutzgesetz 16. Bundesimmissionsschutzverordnung (Verkehrslärmschutzverordnung) 22. Bundesimmissionsschutzverordnung (Immissionswerte für Schadstoffe in der Luft) 24. Bundesimmissionsschutzverordnung (Verkehrslärmschutz-Maßnahmenverordnung) 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (Verordnung über elektromagnetische Felder) Bundesnaturschutzgesetz Bebauungsplan DIN-Norm „Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Schutz von Bäumen, Pflanzenbeständen und Vegetationsflächen bei Baumaßnahmen“, Deutsches Institut für Normung e. V. Bayerisches Denkmalschutzgesetz Arbeitsblatt DWA-A 138 „Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser“, Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. Merkblatt DWA-M-153 „Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser“ , Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. Flora-Fauna-Habitat - Richtlinie Flächennutzungsplan Gartenamtsleiterkonferenz beim Deutschen Städtetag Gemeindeordnung des Freistaates Bayern Geländeoberkante Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz Hektar Merkblatt Nr. 3.8/1 „Untersuchung und Bewertung von Altlasten, schädlichen Bodenveränderungen und Grundwasserverunreinigungen - Wirkungspfad BodenGewässer“ des ehem. Landesamts für Wasserwirtschaft (LfW), Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU)

DSchG DWA-A 138

DWA-M 153 FFH - RL FNP GALK GO GOK GVFG ha LfW-Merkblatt 3.8/1

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Abkürzungen
LLIS LSP MIV m ü.NN. NO2 ÖPNV PAK PBefG PM10 RiLSA RL D RL BY RL T/S RLS 90 saP Schall 03 UVPG ZTV-Vegtra-Mü Lärm- und Luftschadstoff-Informationssystem Landschaftsplan Motorisierter Individualverkehr Meter über Normal Null (bei Höhenangaben) Stickstoffdioxid Öffentlicher Personennahverkehr Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe Personenbeförderungsgesetz Schwebstaub der Größenklasse < 10 μm Richtlinien für Lichtsignalanlagen, Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e. V. (FGSV) Rote Liste - Deutschland Rote Liste - Bayern Rote Liste – Tertiärhügelland und Schotterplatten Richtlinie für den Lärmschutz an Straßen (Ausgabe 1990) spezielle artenschutzrechtliche Prüfung Richtlinie zur Berechnung der Schallimmissionen von Schienenwegen (Ausgabe 1990) Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für die Herstellung und Anwendung verbesserter Vegetationstragschichten (Münchner Bauweise)

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Ermächtigungsgrundlage
Die Stadt Augsburg erlässt aufgrund des § 2 Abs. 1 Satz 1, § 9 und § 10 Abs. 1 BauGB, des Art. 79 und Art. 81 BayBO, des Art. 3 Abs. 2 BayNatSchG, des § 28 Abs. 3 PBefG und des Art. 23 GO, in der jeweils zum Zeitpunkt des Satzungsbeschlusses geltenden Fassung, den folgenden Bebauungsplan als Satzung:

A. Planzeichnung
Siehe gesonderte Planzeichnung 1:1.000 in der Fassung vom 21.05.2010 mit dem Übersichtsplan 1:20.000.

B. Zeichenerklärung
Siehe gesonderte Zeichenerklärung zur Planzeichnung.

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C. Textliche Festsetzungen
C.1. Allgemeine Vorschriften
§1 Bestandteile Der Bebauungsplan besteht aus der Planzeichnung (Teil A), der Zeichenerklärung (Teil B), den textlichen Festsetzungen (Teil C), der Begründung mit Umweltbericht (Teil D), den textlichen Hinweisen und nachrichtlichen Übernahmen (Teil E) sowie den Anlagen (Teil F), jeweils in der Fassung vom 21.05.2010. §2 Geltungsbereich Der räumliche Geltungsbereich des Bebauungsplanes ergibt sich aus der Planzeichnung (Teil A).

C.2. Planungsrechtliche Festsetzungen durch Text
§3 Art der baulichen Nutzung Der in der Planzeichnung (Teil A) mit SOKC gekennzeichnete Bereich ist als Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „Kundencenter ÖPNV“ gemäß § 11 BauNVO festgesetzt. Zulässig sind Kunden-/Serviceeinrichtungen für den öffentlichen Personennahverkehr und folgende Nutzungen, sofern sie im Zusammenhang mit einer derartigen Einrichtung stehen: - Räume für Büro- und Verwaltungsnutzung, - Lagerräume, Anlagen zur Ver- und Entsorgung, - Läden, Schank- und Speisewirtschaften, - Dienstleistungsbetriebe. §4 Maß der baulichen Nutzung Das Maß der baulichen Nutzung ist in der Nutzungsschablone in der Planzeichnung (Teil A) festgesetzt. §5 Überbaubare Grundstücksflächen Die überbaubaren Grundstücksflächen werden durch Festsetzung von Baugrenzen in der Planzeichnung (Teil A) bestimmt. Innerhalb der Flächen für die Straßenbahn sind Überdachungen im Bereich von Haltestellen zulässig.

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§6 Immissionsschutz Für die Schaezlerstraße (südlich des Alten Einlass) und die Schießgrabenstraße wird der Einbau eines lärmmindernden Fahrbahnbelags festgesetzt. §7 Grundwasserschutz Nicht schädlich verunreinigtes Niederschlagswasser ist, sofern die Versickerungsfähigkeit und notwendige Kontaminationsfreiheit des Untergrundes gegeben ist, über geeignete Sickeranlagen nach Arbeitsblatt DWA-A 138 „Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser“ und dem Merkblatt DWA-M-153 „Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser“ zur Versickerung zu bringen. Schädlich verunreinigtes Niederschlagswasser darf nicht zur Versickerung gebracht werden. Dieses Niederschlagswasser ist unter Beachtung der Bestimmungen der gültigen Entwässerungssatzung der Stadt Augsburg in die öffentliche Kanalisation einzuleiten. §8 Grünordnung und Naturschutz Gestaltung des Straßen- und Freiraumes: Innerhalb der festgesetzten Straßenbegrenzungslinie sind die Verkehrsflächen entsprechend dem in der Planzeichnung dargestellten Gestaltungsprinzip in mindestens dem dargestellten Umfang mit Grünflächen auszustatten und mit Laubgehölzen (Bäumen 1. und 2. Ordnung und Sträuchern) zu bepflanzen. Die nicht bepflanzten Bereiche sind als Rasenflächen anzulegen. Für alle Pflanzungen auf öffentlichen Flächen im Plangebiet sind standortgerechte Arten in Anlehnung an die Straßenbaumliste des GALK-Arbeitskreises zu verwenden. Mindestqualitäten zum Zeitpunkt der Pflanzung: Bäume 1. Ordnung: Hochstämme 4mal verpflanzt, Stammumfang (STU) 20 – 25 cm. Bei Verwendung im Straßenraum als Alleebaum (Gütebestimmung FFL). Bäume 2. Ordnung: Hochstämme 3mal verpflanzt, STU 18 – 20 cm; bei Verwendung im Straßenraum als Alleebaum (Gütebestimmung FFL) 4mal verpflanzt, STU 20 – 25 cm.

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Sicherstellung des Standraumes von Bäumen: Bei Baumpflanzungen an Standorten, deren Durchwurzelungsbereich begrenzt ist (z. B. auf Plätzen oder an Straßen) muss die offene oder mit einem dauerhaft luft- und wasserdurchlässigen Belag versehene Fläche mindestens 6,0 m² betragen. Der durchwurzelbare Raum muss bei einer Mindestbreite von 2,0 m mindestens 16 m² betragen und eine Tiefe von mindestens 0,8 m haben. Die Pflanzbarkeit von festgesetzten Bäumen muss durch Freihalten des Standraumes von Leitungen gewährleistet sein. Schutz bestehender Gehölze: Die Rodung von Gehölzen ist vom 01.03. – 30.09. nicht zulässig. Die Bäume am Königsplatz sind bei Rodungen im Februar vor der Fällung auf neu errichtete Krähennester zu untersuchen. Die Rodung von Bäumen mit neu angelegten Nestern ist ohne Ausnahmegenehmigung nicht zulässig. Großbäume >40cm Durchmesser sind vor der Rodung auf Ausfaulungen und Baumhöhlen zu untersuchen. Bäume mit festgestellten Aushöhlungen dürfen nur vom 01.10. – 30.11. gerodet werden. Ausgenommen hiervon sind notwendige Maßnahmen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit. Auch diese Bäume sind auf Aushöhlungen und evtl. Fledermausbesatz zu untersuchen um diese ggf. evakuieren zu können. Der zu erhaltende Gehölzbestand ist unter Beachtung der Schutzmaßnahmen gemäß DIN 18920 zum Schutz von Bäumen, Pflanzenbeständen und Vegetationsflächen bei Bau- und Rückbaumaßnahmen wirksam zu schützen. Alle Eingriffe (Leitungstrassen, etc.), die nach DIN 18920 zu einer Schädigung der Bäume führen können, sind in einem Abstand von weniger als 1,5 m zur Kronentraufe zu unterlassen. Leitungsverlegungen im Kronentraufbereich sind auszuschließen. Bei unvermeidbaren Baumaßnahmen im Wurzelbereich zu erhaltender Bäume sind je nach Art und Umfang der Maßnahmen geeignete schonende Arbeitsweisen in Abstimmung mit der ökologischen Baubegleitung vorzusehen wie z. B. - Handaushub, - Ausblasen des Substrates, - Anlage von Wurzelvorhängen mit ausreichendem zeitlichen Vorlauf (soll mind. ein Vegetationsjahr vor Beginn der Arbeiten erfolgen), - Errichtung von Wurzelbrücken mit Punktfundamenten, Einbau von Unterflurrosten, Belüftungs- und Bewässerungsvorrichtungen etc.

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Liegt eine dauerhafte Beeinträchtigung von zu erhaltenden straßenbegleitenden Bäumen durch geplante Maßnahmen vor, so sind weitere geeignete Maßnahmen zu ergreifen, wie z.B.: - Verwendung von durchlässigen Belägen im Bereich von Gehwegen und Stellplätzen, - Herstellung von offenen, gegen Überfahren zu schützende Grünflächen im Traufbereich, - Einbau von Baumscheiben mit einer Fläche von mindestens 4 m² in Kombination mit unterirdischen Baumquartieren mit mindestens 12 m³ verdichtbarem überbaubaren Baumsubstrat gem. ZTV-Vegtra. (7) Pflege- und Entwicklungskonzept: Sofern in der Planzeichnung entsprechend gekennzeichnete Bäume beseitigt werden, sind im Rahmen eines mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmten Pflege- und Entwicklungskonzepts Anzahl und Standort der erforderlichen Ersatzpflanzungen zu bestimmen. Von den in der Planzeichnung festgesetzten Standorten kann dabei abgewichen werden. Naturschutzfachlicher Ausgleich für planbedingte Eingriffe: In Folge der mit dem Vorhaben verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft sind, neben den innerhalb des Plangebietes vorgesehenen Regelungen, zusätzliche externe Maßnahmen zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes erforderlich. Dem vorliegenden Bebauungsplan werden hierzu die im Kap. "Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung" genannten nachstehenden Flächen und Maßnahmen zugeordnet (siehe Beipläne F.6.1 bis F.6.3 "Externe Ausgleichsflächen"): Ausgleichspflanzungen Rote-Torwall-Straße (Teilfläche der Fl.Nr. 538, Gemarkung Augsburg): - Pflanzung von 9 standortgerechten heimischen Laubbäumen Pflanzqualität H, 3 x v, STU 18 – 20 cm; bei ungeeignetem Untergrund sind Pflanzgruben mit mind. 1 m Tiefe und 12 m³ Baumsubstrat gemäß ZTV-Vegtra-Mü herzustellen Ausgleichsfläche am Senkelbach (Teilflächen der Fl.Nr. 4648/11 und 4648/12, Gemarkung Augsburg): - Gesamtfläche 3740 m² - Rückbau des vorhandenen provisorischen Parkplatzes (Entsiegelung gesamt ca. 2.280 m²; hiervon ca. 790 m² Asphaltfläche und ca. 1.490 m² Schotterfläche); Tiefenlockerung des Untergrundes - Pflanzung von 32 standortgerechten heimischen Laubbäumen; Pflanzqualität H, 3 x v, STU 18 – 20 cm; bei ungeeignetem Untergrund sind Pflanzgruben mit mind. 1 m Tiefe und 12 m³ Baumsubstrat gemäß ZTV-Vegtra-Mü herzustellen
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Errichtung eines Walls mit ca. 0,5 m Höhe und ca. 1,0 m Breite aus kiesigem Material als Abgrenzung zur angrenzenden Parkplatzfläche Strukturanreicherung durch Einbau von Totholz, mindestens 3 stehende Altbaumtorsi und mindestens 4 liegende Stämme, hierfür sind geeignete Stämme mit vorhandenen Mulmhöhlen aus den Fällungen am Königsplatz bzw. aus anderen unvermeidbaren Fällungen von Altbäumen im Stadtgebiet zu verwenden Andecken des Oberbodens mit humusarmem kiesigem Oberboden; Entwicklungsziel Schotterrasen (keine Ansaat) gezieltes Freistellen und Förderung einzelner Jungbäume durch Pflegemaßnahmen (Stockhieb) im Bereich der Gehölzsukzession auf der südlichen und östlichen Böschung weitere Pflegemaßnahmen: 2-malige Mahd / Jahr der neu anzulegenden Grünfläche, 1-malige Mahd / Jahr der Altgrasbestände im Böschungsbereich

-

Ausgleichsfläche Parkplatz P 4 am Rosenaustadion (Fl.Nr. 1818/8 und 1884/3 Gemarkung Göggingen): - Gesamtfläche 750 m² - Pflanzung von 12 standortgerechten heimischen Laubbäumen auf einem ca. 10 m breiten Grünstreifen; Pflanzqualität H, 3 x v, STU 18 – 20 cm; bei ungeeignetem Untergrund sind Pflanzgruben mit mind. 1 m Tiefe und 12 m³ Baumsubstrat gemäß ZTVVegtra-Mü herzustellen §9 (1) (2) Gestaltung im Fußgängerbereich Fuggerstraße/Theater und Königsplatz/Bahnhofstraße Einfriedungen sowie sonstige Abgrenzungen z. B. durch Pflanzkübel /-tröge sind unzulässig. Markisen sind nur aus textilem Material zulässig. Die maximale Länge darf unter Beachtung der Fassadengliederung 4 m nicht übersteigen, bei mehreren Markisen eines Geschäftes muss der Abstand untereinander mindestens 2 m betragen. Die maximale Ausladung beträgt 2 m. Musterungen und Werbeaufschriften (auch Eigenwerbung) sind unzulässig. Die Farben sind mit der städtischen Farbberatung abzustimmen. Gastronomiemöblierung (Schirme, Tische, Stühle) Schirme sind nur aus textilem Material in rechteckiger Form und ohne Volant zulässig. Die maximale Größe beträgt 3 m x 3 m. Die Verbindung mehrerer nebeneinander stehender Schirme ist unzulässig. Bei mehreren Schirmen innerhalb eines Betriebes müssen Farbe, Form und Größe der Schirme identisch sein.

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Musterungen und Werbeaufschriften (auch Eigenwerbung) sind unzulässig. Die Farben sind mit der städtischen Farbberatung abzustimmen. Schirme dürfen nicht über die Bewirtungsfläche hinausragen. Tische, Stühle sind nur in den Materialien Aluminium, Stahl, Holz, Korbgeflecht (auch Kunststoff), auch in Kombination zulässig. Kunststoff als alleiniges Material ist unzulässig. § 10 Unterirdische Leitungsführung

Mit Ausnahme der Oberleitung für die Straßenbahn sind sämtliche Verund Entsorgungsleitungen unterirdisch zu führen.

C.3. Schlussbestimmungen
§ 11 Änderung bestehender Bebauungspläne Mit Inkrafttreten des Bebauungsplanes Nr. 500 werden der Bebauungsplan Nr. 412 A „Zwischen Schrannen-, Bahnhof-, Schaezler-, Hermanstraße und Friedhof“, rechtsverbindlich seit dem 22.12.1972, der Bebauungsplan Nr. 435 „Bei St. Ulrich“, rechtsverbindlich seit dem 23.06.1989 und der Bebauungsplan Nr. 460 I „Ernst-Reuter-Platz“, rechtsverbindlich seit dem 29.10.1993, soweit diese innerhalb des Geltungsbereiches liegen, geändert und insoweit aufgehoben. § 12 Ordnungswidrigkeiten Mit einer Geldbuße bis zu 500.000 € kann belegt werden, wer vorsätzlich oder fahrlässig den örtlichen Bauvorschriften in dieser Satzung zuwiderhandelt (Art. 79 Abs. 1 Nr. 1 BayBO). § 13 In-Kraft-Treten Der Bebauungsplan tritt gemäß § 10 Abs. 3 BauGB mit dem Tag der Bekanntmachung des Satzungsbeschlusses im Amtsblatt der Stadt Augsburg in Kraft.

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D. Begründung zur Satzung
in der Fassung vom 21.05.2010.

D.1. Anlass der Planung
Das Verkehrsaufkommen in Augsburg im motorisierten Individualverkehr (MIV) und öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hat sich, mit allen damit zusammenhängenden Auswirkungen (Feinstaubbelastung, Lärm, etc.), in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Der Anteil des ÖPNV am motorisierten Gesamtverkehr liegt dabei heute bereits bei ca. 32 %, was die gute Qualität des öffentlichen Nahverkehrs in Augsburg unterstreicht. Zur weiteren Optimierung des ÖPNV im Stadtgebiet von Augsburg und zur besseren Verknüpfung des städtischen und regionalen Nahverkehrs, verfolgt die Stadt in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Augsburg das Großprojekt „Mobilitätsdrehscheibe Augsburg“. Dieses Projekt setzt sich aus folgenden aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen zusammen: - Umbau des Hauptbahnhofs mit einer neuen, unterirdischen Straßenbahnhaltestelle, - Umgestaltung des Königsplatzes, - Neubau der Straßenbahnlinie 6 nach Friedberg West, - Neubau der Straßenbahnlinie 5 zum Klinikum sowie - Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 bis zum Bahnhof Hochzoll. Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens für den Umbau des Königsplatzes, der in der heutigen Form seiner Bedeutung als wichtiger Umsteigepunkt des ÖPNV in funktionaler und stadtgestalterischer Hinsicht nicht mehr gerecht wird, wurde ein Bürgerentscheid initiiert. Dieser Bürgerentscheid, den die Mehrheit der Bürger am 25.11.2007 mit „Ja“ beantwortete, machte den Beschluss zum Umbau des Königsplatzes davon abhängig, dass zuerst ein Ideenwettbewerb für ein innerstädtisches Verkehrskonzept durchgeführt wird. Am 24.04.2008 beschloss der Stadtrat daher die Durchführung eines städtebaulich-verkehrsplanerischen Wettbewerbs, dessen Gegenstand die Entwicklung eines integrierten Konzepts für Stadtraum und Mobilität für die Innenstadt von Augsburg war. Dabei sollten ein schlüssiges Zielnetz für den Verkehr (ÖPNV, MIV, Fußgänger- und Radverkehr) und die städtebaulich - gestalterischen Ziele für den öffentlichen Raum aufeinander abgestimmt werden. Kernelement des Siegerentwurfs (Architekten Eberhard Wunderle und Klaus Stumpf / Verkehrsplaner Horst Billinger / Landschaftsarchitektin Julia Zimmer) ist neben einem modifizierten Umbau des Hauptbahnhofs

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die städtebauliche Aufwertung des Königsplatzes am Schnittpunkt der beiden wichtigen Achsen vom Bahnhof in die Innenstadt und vom Theodor-Heuss-Platz zum Kennedy-Platz (Augsburg-Boulevard). Ermöglicht wird diese Aufwertung insbesondere durch eine geänderte Führung des Kfz-Verkehrs, die die Konrad-Adenauer-Allee und Fuggerstraße vom Durchgangsverkehr entlastet. Mit Beschluss vom 19.02.2009 beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, die weitere Planung auf Grundlage des Siegerentwurfs voranzutreiben und die hierfür erforderlichen Detailuntersuchungen, insbesondere zur verkehrlichen Realisierbarkeit durchzuführen. Neben dem Umbau des Hauptbahnhofs sollen dabei zunächst der Umbau des Königsplatzes mit einer besseren Anbindung der Innenstadt an den Hauptbahnhof sowie die Aufwertung der Achse zwischen Theodor-Heuss-Platz und KennedyPlatz mit der Ausformung des sogenannten „Augsburg-Boulevards“ im Zuge der historischen Wallanlagen forciert werden. Bis Juni 2009 wurde der Siegerentwurf auf seine Umsetzbarkeit hin überprüft und insbesondere für Königsplatz und Augsburg-Boulevard im Detail soweit fortentwickelt, dass die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens möglich war. Mit dem Grundsatzbeschluss „Ideenwettbewerb Innenstadt – Teilbereich Augsburg-Boulevard“ vom 25.06.2009 beauftragte der Stadtrat die Verwaltung mit den Vorbereitungen für die Aufstellung eines Bebauungsplans auf Grundlage der überarbeiteten Wettbewerbslösung. Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 500, die der Stadtrat am 22.07.2009 beschloss, sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Umbau des Königsplatzes und des Augsburg-Boulevards geschaffen werden. Der Bebauungsplan Nr. 500 soll die rechtliche Grundlage für die Neuordnung des Verkehrs und die damit einhergehende Umgestaltung des öffentlichen Raums bilden. Er ersetzt dabei gemäß § 28 Abs. 3 PBefG das ansonsten für die geplanten Straßenbahnanlagen erforderliche Planfeststellungsverfahren.

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D.2. Beschreibung des Planbereiches
D.2.1. Geltungsbereich, Lage und Größe Der räumliche Geltungsbereich des Bebauungsplanes ergibt sich aus der Planzeichnung. Das ca. 13,7 ha große Plangebiet liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des Augsburger Stadtzentrums. Es umfasst die Platzflächen des TheodorHeuss-Platzes, Königsplatzes und Kennedy-Platzes sowie den Straßenraum der Schaezlerstraße und Schießgrabenstraße, der KonradAdenauer-Allee, Fuggerstraße, Volkhartstraße und Eserwallstraße einschließlich deren West-Ost-Verbindungen über die Fröhlichstraße, Am Alten Einlass, Holbeinstraße und sog. kurze Bahnhofstraße. Im Planungsumgriff liegen zudem die unmittelbar mit den umzugestaltenden Bereichen verknüpften Verkehrsflächen des Ottmarsgäßchen, der Kasernstraße, Grottenau, Prinzregenten-, Bahnhof-, Bgm.-Fischer-Straße, Katharinengasse, Halder-, Herman-, Hall-, Beethoven-, Stetten-, Bismarck, Singerstraße, Kitzenmarkt, Hochfeldstraße und Spitalgasse, die aufgrund der Umbaumaßnahmen ebenfalls eine bauliche Veränderung / Anpassung erfahren. In geringem Ausmaß befinden sich auch einige unmittelbar an die vorhandenen Verkehrsflächen angrenzenden privaten Grundstücksflächen anteilig innerhalb des Planareals. An zwei Stellen im Plangebiet ist zur Umsetzung der Planung ein geringfügiger Grunderwerb durch die Stadt erforderlich (vgl. Beiplan F.8. „Überplanung Privatgrundstücke“). An weiteren Privatgrundstücken können aufgrund der geänderten Lage der öffentlichen Verkehrsflächen unter Umständen untergeordnete Anpassungsmaßnahmen z.B. an Zufahrten oder Einfriedungen erforderlich werden. D.2.2. Bestehende Strukturen und Nutzungen Das Plangebiet wird zu überwiegenden Teilen von den Verkehrsflächen der Schaezlerstraße, Schießgrabenstraße, Konrad-Adenauer-Allee, Fuggerstraße, Volkhartstraße sowie Eserwallstraße und deren Straßenbegleitgrünflächen eingenommen. Die beiden Straßenpaare Schießgrabenstraße und Konrad-Adenauer-Allee zwischen Theodor-Heuss-Platz und Königsplatz sowie Schaezlerstraße und Fuggerstraße/Volkhartstraße zwischen Königsplatz und Frölichstraße werden bislang vorwiegend im Einbahnverkehr befahren. Sie stellen als vom Durchgangsverkehr stark frequentierte Hauptverkehrsstraßen die Verknüpfung der Augsburger Innenstadt mit dem örtlichen und überörtlichen Straßennetz sicher. Den überplanten innerstädtischen Platzbereichen Theodor-Heuss-Platz, Königsplatz und Kennedy-Platz kommt eine hohe Bedeutung entlang der historischen Wallanlagen der Altstadt zu. Sie haben repräsentative Funktion, dienen als Aufenthaltsraum und sind ebenfalls stark frequentiert.

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Das Haltestellendreieck am Königsplatz fungiert als zentraler Umsteigeund Zielpunkt des ÖPNV in der Augsburger Innenstadt. In den Haltestellenbereich sind kleine Geschäftseinheiten sowie Serviceeinrichtungen der Stadtwerke Augsburg Verkehrs GmbH integriert. Nördlich des Haltestellendreiecks schließt sich die parkartig gestaltete Grünanlage des Königsplatzes an, die eine hohe stadtökologische Qualität aufweist. Die Grünanlage wird im Norden von der sog. kurzen Bahnhofstraße begrenzt, die ein wesentliches Element der Fußgängerachse Bahnhof - Innenstadt darstellt. Der durch die Konrad-Adenauer-Allee unterbrochene östliche Teilbereich des Königsplatzes fungiert als Zugang zur Innenstadt mit den beiden Haupteinkaufsstraßen Annastraße und Bgm.-Fischer-Straße. Der Kennedy-Platz und der Theodor-Heuss-Platz stellen den nördlichen bzw. südlichen Endpunkt der städtebaulichen Achse Fuggerstraße, Konrad-Adenauer-Allee / Schaezlerstraße, Schießgrabenstraße („AugsburgBoulevard“) dar. Die Funktion und Gestaltung dieser beiden Platzflächen wird im Wesentlichen von den Verkehrsfunktionen dominiert. Mit Ausnahme des Theodor-Heuss-Platzes besitzen diese Plätze derzeit nur eine geringe Aufenthaltsqualität. In der Konrad-Adenauer-Allee verlaufen die Straßenbahnlinien 2 und 3 mit einem eigenen Gleiskörper, der baulich von den anderen Verkehrsflächen getrennt ist und auch von verschiedenen Buslinien genutzt wird. Der Gleiskörper liegt im westlichen Randbereich des Straßenraumes und findet seine Fortsetzung in einem ebenfalls eigenständigen Gleiskörper auf der Südseite der Eserwallstraße. In der Fugger- und Volkhartstraße verläuft mittig ein eigener Gleiskörper, der von der Straßenbahnlinie 4 und mehreren Buslinien genutzt wird. Am Haltestellendreieck Königsplatz verkehren heute die Straßenbahnlinien 1, 2, 3 und 4. Zudem wird dieser Umsteigepunkt auch noch durch mehrere Buslinien angefahren. Im Bereich des Theodor-Heuss-Platzes und rund um den Justizpalast am Alten Einlass befindet sich jeweils eine baulich eigenständige eingleisige Straßenbahnwendeschleife. Diese Schleifen können im Bedarfsfall heute als Wendemöglichkeit für aus Richtung Königsplatz kommende Straßenbahnen genutzt werden. Die sog. kurze Bahnhofstraße fungiert derzeit mit einer eigenständigen Fahrspur als Haltestellenbereich für verschiedene Regionalbuslinien. Entlang der Straßenachse Konrad-Adenauer-Allee / Fuggerstraße / Volkhartstraße verläuft ein Radfahrerstreifen bzw. kombinierter Fuß-/Radweg, die eine wichtige Radverkehrsachse von Süden nach Norden darstellen. Der Radverkehr in Nord-Süd-Richtung wird auf einem Radfahrerstreifen in der Schaezlerstraße um den Königsplatz herum (teilweise als kombinierter Fuß-/Radweg) in die Schießgrabenstraße geführt.
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Im Bereich Theodor-Heuss-Platz / Eserwallstraße werden die beiden Radfahrerstreifen in straßenbegleitenden Radwegen getrennt von den Straßenflächen in Richtung Rote-Torwall-Straße weitergeführt. Die Hauptradwegachse in Ost-West-Richtung verläuft zwischen dem Hauptbahnhof und dem Jakobertor auch über den Kennedy-Platz. Diese in einzelnen Bauabschnitten bereits realisierte Radwegeverbindung soll in den nächsten Jahren komplett hergestellt werden. Die durch das Plangebiet verlaufenden Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen stellen wichtige Elemente im Radwegenetz der Stadt Augsburg dar. Darüber hinaus verlaufen entlang der sonstigen überplanten Straßen und Grünbereiche weitere Fuß/Radwege und Radfahrerstreifen, über die eine fuß- und radläufige Erschließung der Innenstadt möglich ist. D.2.3. Topographie und Vegetation Die Augsburger Hochterrasse, auf der sich das Plangebiet befindet, ist grundsätzlich relativ eben. Die Topographie des überplanten Bereichs wird im Wesentlichen durch die Reste der historischen Wallanlagen, die vorhandenen Verkehrs- und Grünanlagen sowie die urbanen Platzflächen bestimmt. In Folge des hohen Versiegelungsgrades besteht der Vegetationsbestand im Bereich der überplanten Straßenräume vorwiegend aus Straßenbegleitgrün, das in Form von reihenartigen Baumpflanzungen über Rasenflächen ausgebildet ist. Mit seiner hohen stadtökologischen Bedeutung stellt der Königsplatz in Verbindung mit den anderen Grünflächen innerhalb des Plangebietes den westlichen Abschnitt des bedeutenden innerstädtischen Grünrings der ehemaligen Wallanlagen dar. Die Grünanlage am Königsplatz ist durch Großgrün im Wesentlichen in Form von Kastanien geprägt, die teilweise auch mit einzelnen Spitz- und Bergahornen durchsetzt sind. Innerhalb der Grünanlage liegt ein denkmalgeschütztes Brunnenbecken (Thormannbrunnen). Zwischen der Schießgrabenstraße und der Konrad-Adenauer-Allee verläuft eine ca. 21 m breite Grünfläche mit Fußweg und Baumallee, teilweise mit Sträuchern unterpflanzt. Über diesen, sich in Nord-Süd-Richtung erstreckenden Grünbereich (Wallgrün) wird der Höhenunterschied von ca. 5 m zwischen den beiden Hauptverkehrsstraßen überwunden. Im Bereich der Überfahrt von der Schießgraben- in die Hallstraße findet sich wiederum ein denkmalgeschützter Brunnen (Kesterbrunnen).

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Der südliche Platzbereich des Theodor-Heuss-Platzes ist als Grün-/Freifläche ausgebildet, die u.a. Aufenthalts-/Erholungsfunktion für die Wohnbevölkerung des südlich angrenzenden Bismarckviertels besitzt. Der gesamte Freibereich zwischen der Bismarck- und Singerstraße wird durch mehrere Großbäume (Ahorn, Kastanie, etc.) gefasst, die teilweise auch mit Sträuchern unterpflanzt sind. Im überplanten Bereich des Kennedy-Platzes beschränkt sich der Vegetationsbestand infolge der Dominanz der Verkehrsfunktionen dieses Bereiches auf einige wenige Bestandsbäume im teilweise als Rasenfläche ausgebildeten Vorgelege des Justizpalasts.

D.3. Planungsrechtliche Ausgangssituation
D.3.1. Gesamtverkehrsplan und Nahverkehrsplan Der Stadtrat hat im Januar 2006 die Fortschreibung des Gesamtverkehrsplanes / Verkehrsentwicklungsplanes der Stadt Augsburg aus dem Jahr 1998 beschlossen. Der Gesamtverkehrsplan fungiert unter Berücksichtigung der verkehrlichen Entwicklungen im Umland grundsätzlich als Richtschnur für die künftige verkehrliche Situation im Stadtgebiet. Wichtige Bausteine des Gesamtverkehrsplanes sind neben dem Ausbau des ÖPNV, insbesondere auch der Ausbau des städtischen und regionalen Straßennetzes. Durch den Bau von Entlastungsstraßen („Tangentensystem“) soll das angestrebte Ziel einer Entlastung und Aufwertung der Innenstadt und der zentralen Bereiche der Stadtteile erreicht werden. In diesem Zusammenhang ist neben den bereits verwirklichten bzw. ausgebauten Tangenten „Schleifenstraße“, „kleine“ und „große“ Ostumgehung (AIC25) sowie B17 insbesondere die Realisierung der „Nordtangente“, „MAN-Spange“ und der „Straße am Rangierbahnhof“ (westliche Entlastungsstraße) von besonderer Bedeutung für die Umsetzung der im Gesamtverkehrsplan angestrebten Ziele. Als Aufgabenträger für den allgemeinen ÖPNV hat die Stadt Augsburg auch einen Nahverkehrsplan aufzustellen und die darin aufgeführten Zielvorstellungen regelmäßig fortzuschreiben. Der Stadtrat hat am 27.04.2006 den städtischen Nahverkehrsplan für den Zeitraum 2006 2011 beschlossen und in diesem wesentliche Änderungen der ÖPNVStruktur im Stadtgebiet definiert. Dabei soll insbesondere die Straßenbahn als Rückgrat des innerstädtischen ÖPNV durch den Neubau und die Erweiterung vorhandener Linien gestärkt werden. Zentrale Bausteine sind hierbei der Umbau des Hauptbahnhofes, der Umbau des Königsund Theodor-Heuss-Platzes, der Neubau der Linien 5 und 6 sowie die Verlängerung der Linie 1 (Projekt Mobilitätsdrehscheibe).

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500
Ein weiterer maßgebender Punkt im städtischen Nahverkehrsplan ist die Vernetzung der einzelnen Verkehrsträger untereinander. Für die Einführung des S-Bahn-ähnlichen Regio-Schienen-Taktes war eine maßgebliche Forderung des Freistaates Bayern die Abstimmung des untergeordneten ÖPNV-Netzes auf das zukünftige Schienenverkehrsangebot. In diesem Zusammenhang wurde parallel zum Städtischen Nahverkehrsplan im Juli 2006 auch der regionale Nahverkehrsplan für die Stadt Augsburg, den Landkreis Augsburg und den Landkreis Aichach-Friedberg für den Zeitraum 2006 - 2011 fortgeschrieben. D.3.2. Darstellung im Flächennutzungsplan und Landschaftsplan Im rechtswirksamen FNP der Stadt Augsburg vom Januar 1995 sind die überplanten Verkehrsflächen zum Großteil als „überörtliche und örtliche Hauptverkehrsstraßen“ mit dazugehörigen „Grünflächen“ dargestellt. Innerhalb der Verkehrsflächen sind die vorhandenen Trassen der „Straßenbahn“ ausgewiesen. Das Haltestellendreieck am Königsplatz, der überplante Bereich der Bgm.-Fischer-Straße und die sog. kurze Bahnhofstraße sind als „Fußgängerzone“ gekennzeichnet. Die angrenzenden Bereiche sind als „gemischte Bauflächen“, „Wohnbauflächen“, „Gemeinbedarfsflächen“, „Grünflächen“ und der Stadtmarkt als „Sondergebiet Markt“ dargestellt, wobei die Bereiche zwischen Frölichstraße und Theodor-Heuss-Platz als „Bereiche mit Marktfunktion“ gekennzeichnet sind. Im Teilplan LSP sind die überplanten Verkehrsflächen analog zum FNP als „Hauptverkehrsstraßen“, teilweise mit der Kennzeichnung „Fußgängerzone“, und die zugehörigen Grünflächen als „allgemeine Grünflächen“ dargestellt. Entlang der Verkehrsflächen sowie in den Grünbereichen sind straßenbegleitend „Einzelbäume, Alleen“ bzw. „zu sichernde und zu entwickelnde Gehölzstrukturen“ ausgewiesen. Nachdem der FNP mit Teilplan LSP bereits die Hauptverkehrsflächen mit Straßenbahnanlagen und dazugehörigen Grünflächen darstellt und zudem hinsichtlich deren Lage und Ausdehnung keine verbindliche Parzellenschärfe aufweist, können die geplanten Umbaumaßnahmen aus der vorbereitenden Bauleitplanung entwickelt werden. D.3.3. Überplante Bebauungspläne und sonstige Planverfahren Das Plangebiet greift im Bereich der Halderstraße, im nördlichen Abschnitt der Fuggerstraße und im östlichen Abschnitt der Eserwallstraße teilweise in festgesetzte Verkehrsflächen und Straßenbegleitgrünflächen der seit 22.12.1972, 23.06.1989 bzw. 29.10.1993 rechtsverbindlichen BP Nr. 412 A „Zwischen Schrannen-, Bahnhof-, Schaezler-, Hermanstraße und Friedhof“, Nr. 435 „Bei St. Ulrich“ bzw. Nr. 460 I „Ernst-Reuter-Platz“ ein (s. Beiplan F.2).

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“
Mit der Festsetzung von Kerngebieten und den zugehörigen Straßenverkehrsflächen verfolgt der BP Nr. 412 A die Zielsetzung einer Entwicklung des Innenstadtareals westlich der Schaezlerstraße zwischen Hermanfriedhof und der Bahnhofstraße. Der BP Nr. 435 verfolgt mit der Festsetzung von Allgemeinen Wohngebieten mit dazugehörigen Gemeinbedarfs-, Verkehrs- und Freiflächen das Ziel einer planungsrechtlichen Sicherung der für das Ulrichsviertel angestrebten Sanierungsziele. Die Zielsetzung des BP Nr. 460 I liegt mit der Festsetzung von Kerngebieten, Sonderbauflächen mit der Zweckbestimmung „Markt“ und den zugehörigen Verkehrsflächen (Straßenverkehrsflächen, Fußgängerbereiche, etc.) in einer Entwicklung des Innenstadtareals um den Ernst-Reuter-Platz zwischen Fuggerstraße, Grottenau und Annastraße. Mit der Aufstellung des BP Nr. 500 werden nur die für den Umbau der Verkehrsflächen und Straßenbegleitgrünflächen erforderlichen Teilbereiche der o. g. rechtsverbindlichen BP Nr. 412 A, 435 und 460 I geändert und insoweit aufgehoben. Die restlichen Festsetzungen dieser BP bleiben unberührt und somit weiterhin funktionsfähig. Nördlich der Eserwallstraße werden mit der Aufstellung des BP Nr. 500 die Randbereiche des seit 23.06.1989 rechtsverbindlichen BP Nr. 444 „Lech-/Ulrichsviertel“ sowie des in Aufstellung befindlichen BP Nr. 445 „Östlich der Maximilianstraße/Lech-/Ulrichsviertel“ tangiert. Mit diesen beiden einfachen Bebauungsplänen wird das Ziel verfolgt, die altstadttypische Nutzungsstruktur (Dienstleistungen, nicht störende Handwerksbetriebe, Verwaltung, Einzelhandel, etc.) sowie das Wohnen zu stärken und Konflikte mit der Gastronomienutzung zu regeln. Nordwestlich des Knotens Stetten-/ Schießgrabenstraße wird der seit 30.10.1987 rechtsverbindliche BP Nr. 448 „Stettenstraße“ tangiert. Dessen Zielsetzung liegt mit der Festsetzung von Mischgebieten und Allgemeinen Wohngebieten sowie zugehörigen Grünflächen in der planungsrechtlichen Sicherung einer verträglichen Folgenutzung für eine gewerbliche Verlagerung in diesem Bereich. Im Zuge der Realisierung der Mobilitätsdrehscheibe am Hauptbahnhof und den dazugehörenden ergänzenden Maßnahmen im bestehenden Straßenbahnnetz, hat die Stadtwerke Augsburg Projektgesellschaft mbH bereits das Planfeststellungsverfahren zum Umbau des Königsplatzes eingeleitet und die Unterlagen hierzu im April 2007 bei der Regierung von Schwaben eingereicht. Als weiterer wichtiger Baustein des Projektes Mobilitätsdrehscheibe wurden im Mai 2007 auch die Planfeststellungsunterlagen für den dreigleisigen Ausbau der Haltestelle und Wendeschleife Theodor-Heuss-Platz der Regierung von Schwaben vorgelegt. Zudem wurden im Oktober 2007 die Unterlagen für die Plangenehmigung zur Wendeschleife Stadttheater bei der Regierung eingereicht. Aufgrund des Bürgerentscheids zum Umbau des Königsplatzes hat die Stadtwerke Augsburg Projektgesellschaft mbH mit Schreiben vom 09.01.2008 die Regierung von Schwaben um eine vorläufige Aussetzung

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500
der laufenden Planfeststellungsverfahren zum Königsplatz und TheodorHeuss-Platz gebeten und das Plangenehmigungsverfahren für die Wendeschleife Stadttheater gestoppt. Sobald mit dem BP 500 das erforderliche Baurecht geschaffen sein wird, sollen die dann nicht mehr benötigten Planfeststellungsverfahren formell eingestellt werden. D.3.4. Planfeststellungsverfahren „Hauptbahnhof“ und in Aufstellung befindlicher Bebauungsplan 470 „Beiderseits der Maximilianstraße“ Die Neuordnung des Verkehrs zwischen Theodor-Heuss-Platz und Frölichstraße hat direkte Auswirkungen auf den geplanten Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs und die Umgestaltung der Maximilianstraße. Die Planung dieser Projekte wird daher eng aufeinander abgestimmt und die Geltungsbereiche der jeweiligen Planungsverfahren grenzen in der Halderstraße bzw. Hallstraße unmittelbar aneinander. Der Umbau des Haltestellendreiecks am Königsplatz ist eine notwendige Voraussetzung für die geplante Unterfahrung des Hauptbahnhofs mit der Straßenbahn. Die Zuführung zum Straßenbahntunnel erfolgt über die Halderstraße, was insbesondere beim Erschließungskonzept für das Bahnhofsviertel und der Planung des Knotens Herman- / Halder- / Schaezlerstraße („Kaiserhofknoten“) berücksichtigt werden muss. Die Planfeststellungsunterlagen für den Umbau des Hauptbahnhofs wurden aufgrund der Ergebnisse des Ideenwettbewerbs Innenstadt ausgearbeitet. Neben Optimierungsvorschlägen für das Innere des unterirdischen Haltestellenbauwerks und die Weiterführung der Straßenbahn im Westen wurden dabei auch die veränderte Verkehrsführung am Königsplatz und die daraus resultierenden Verkehrsverlagerungen eingearbeitet. Mit diesen Unterlagen soll die Planfeststellung zum Umbau des Hauptbahnhofes noch im 3. Quartal 2010 eingeleitet werden. Für den Bereich beiderseits der Maximilianstraße wird derzeit der Bebauungsplan Nr. 470 aufgestellt, mit dem die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Umgestaltung der Straße, die Führung einer neuen Straßenbahnlinie und die Steuerung der Gastronomienutzung geschaffen werden sollen. Die Gestaltungsplanung für die Maximilianstraße, die auf dem Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs für die „Kaisermeile“ basiert, wird dabei auf die geänderte Erschließung der südlichen Innenstadt abgestimmt. Die im Zuge der Neuordnung des Königsplatzes vorgesehene Unterbrechung der Verbindung zwischen Schießgrabenstraße und Hallstraße stellt eine wirksame Maßnahme zur Unterbindung des Schleichverkehrs durch Hallstraße, Maximilianstraße und Milchberg dar. Dies eröffnet die Möglichkeit, die Hallstraße zum verkehrsberuhigten Campus des Holbeingymnasiums auszubauen.

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“

D.3.5. Sanierungsgebiete Große Teilbereiche des Plangebietes befinden sich innerhalb des Umgriffs der Vorbereitenden Untersuchungen für die Sanierungsgebiete „Mobilitätsdrehscheibe Hauptbahnhof und Bahnhofsumfeld“ und „Westliche Innenstadt“. In den Vorbereitenden Untersuchungen wurden eine Reihe städtebaulicher Missstände festgestellt und erste Maßnahmenvorschläge aufgezeigt. So weisen beide Untersuchungen auf verkehrliche Missstände und die geringe Aufenthaltsqualität am Königsplatz hin. Zur Aufwertung der Fuggerstraße, deren stadträumlich unbefriedigende Situation noch durch die Trennwirkung des Verkehrs und die mangelnde Aufenthaltsqualität verstärkt wird, werden zusätzliche Baumpflanzungen, Möglichkeiten zur ebenerdigen Querung und die gestalterische Aufwertung der Fußgängerbereiche durch neue Beläge und Beleuchtung vorgeschlagen. Die funktional und gestalterisch erneuerungsbedürftige Fußgängerachse zwischen Bahnhof und Innenstadt soll durch verbesserte Straßenquerungen und breitere, neu gestaltete Fußgängerbereiche gestärkt werden. Für den Umbau von Königsplatz und Augsburg-Boulevard wurden zwischenzeitlich einheitliche Voraussetzungen für den Einsatz von Städtebaufördermitteln geschaffen. Bisher lag das Plangebiet teilweise im Sanierungsgebiet „Mobilitätsdrehscheibe Hauptbahnhof und Bahnhofsumfeld“ (zuerst förmlich festgelegt am 03.02.2006) und teilweise im Sanierungsgebiet „Westliche Innenstadt“ (zuerst förmlich festgelegt am 18.11.2005). Am 29. April 2010 beschloss der Stadtrat die Grenzen der förmlich festgesetzten Sanierungsgebiete so zu ändern, dass sich der Geltungsbereich und die geplanten Maßnahmen des BP 500 vollständig im Sanierungsgebiet „Mobilitätsdrehscheibe Hauptbahnhof und Bahnhofsumfeld“ befinden. D.3.6. Wettbewerbe, Planungswerkstatt und Beirat In seiner Sitzung am 27.07.2006 beschloss der Stadtrat die Durchführung eines Realisierungswettbewerbes für den Neubau des Haltestellendreiecks und die Gestaltung der Grün- und Freiflächen des Königsplatzes. In diesem Wettbewerb, der von April bis Juni 2007 durchgeführt wurde, war den Teilnehmern die damalige Konzeption für den ÖPNV und MIV vorgegeben. Aufgrund der zwischenzeitlich veränderten Rahmenbedingungen kann die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Arbeit der Planungsgemeinschaft Atelier pk und bbz Landschaftsarchitekten nicht mehr realisiert werden. Als Vorstufe für die weitere Umsetzung der Verkehrsplanungen zur „Mobilitätsdrehscheibe Augsburg“ beschloss der Stadtrat im Mai 2007 die Durchführung einer Planungswerkstatt „Innenstadt und Mobilität“.
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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500
Diese bestand aus mehreren Modulen (Runder Tisch der Interessenverbände, Bürgerinformation und Ideensammlung, Expertenklausur) und fand im Oktober/November 2007 statt. Neben grundsätzlichen Überlegungen zur Organisation der Verkehrsnetze wurden in diesem Zusammenhang insbesondere für den Straßenzug Konrad-Adenauer-Allee / Fuggerstraße auch erste Planungsansätze entwickelt, die im weiteren Verlauf der Planung aufgegriffen wurden. Als Konsequenz aus dem Bürgerentscheid zum Königsplatzumbau beschloss der Stadtrat am 24.04.2008 die Durchführung des städtebaulichverkehrsplanerischen Ideenwettbewerbs „Innenstadt Augsburg“. Gegenstand dieses Wettbewerbs war die Entwicklung eines integrierten Konzepts für Stadtraum und Mobilität für die Innenstadt von Augsburg. Basierend auf diesem Konzept sollten für wichtige Straßen und Platzbereiche exemplarisch stadträumliche Leitideen aufgezeigt und Gestaltungsansätze entwickelt werden, die auf die jeweilige Nutzung und Verkehrsbedeutung des öffentlichen Raumes abgestimmt sind. Ausgangspunkt für die Überlegungen zum Verkehrsnetz waren die bereits bestehenden Konzepte Gesamtverkehrsplan, Nahverkehrsplan, Planung Mobilitätsdrehscheibe und die Empfehlungen der Planungswerkstatt, die von den Teilnehmern auch geändert oder stufenweise fortentwickelt werden konnten. Der Wettbewerb wurde am 09.07.2008 als offener, einstufiger, interdisziplinärer Ideenwettbewerb ausgelobt. Das Preisgericht tagte am 04./05.02.2009. Am 19.02.2009 beschloss der Stadtrat einstimmig, dass der mit dem ersten Preis ausgezeichnete Entwurf (Architekten Eberhard Wunderle und Klaus Stumpf / Verkehrsplaner Horst Billinger / Landschaftsarchitektin Julia Zimmer) weiterverfolgt werden soll. In die anschließende Detailprüfung und Fortentwicklung der Planung flossen die Anregungen aus der umfangreichen Beteiligung und die Vorschläge des Planungsbeirats Innenstadt ein, der auf Empfehlung der Wettbewerbsjury eingerichtet wurde. Der Beirat besteht aus einem inneren und äußeren Kreis. Dem inneren Kreis gehören externe Fachleute an, die bereits in der Planungswerkstatt „Innenstadt und Mobilität“ oder in der Jury des Ideenwettbewerbs mitwirkten. Der äußere Kreis dient der Einbindung lokaler Akteure, die in besonderem Maße von der Planung berührt werden. Dieser äußere Kreis überschneidet sich weitestgehend mit Institutionen und Interessengruppen, die über eine Beiratssitzung hinaus in sogenannten Dialogterminen während der frühzeitigen Beteiligung und in weiteren Terminen im Zuge der Konkretisierung der Planung beteiligt wurden.

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“
Auf Grundlage der geänderten Konzeption für die Verkehrsanlagen und Freiflächen am Königsplatz wurde am 22.03.2010 erneut ein Architektenwettbewerb für die Hochbauten und Überdachungen des Haltestellendreiecks ausgelobt. Nach der Preisgerichtssitzung am 12.05.2010 sind die Ergebnisse dieses Wettbewerbs in die Unterlagen zum vorliegenden Bebauungsplan aufgenommen worden. D.3.7. Umliegende Strukturen und Nutzungen Das Umfeld des Plangebietes ist durch die Art und Maßstäblichkeit der Bebauung sowie die vorhandenen Verkehrs- und Grünstrukturen grundsätzlich innerstädtisch geprägt. Die gesamte das Plangebiet umgebende, bis zu 10-geschossige Innenstadtbebauung weist eine außergewöhnlich hohe Dichte an öffentlichen und kulturellen Einrichtungen sowie eine dichte soziale Infrastruktur auf. Neben weitgehend unempfindlichen Nutzungen wie Einzelhandel, Gewerbe und Dienstleistungen, finden sich im Umfeld des Plangebietes auch zahlreiche sensible Nutzungen (Wohngebäude, Bildungsstätten, kirchliche Einrichtungen, etc.). Vor allem entlang des boulevardartigen Straßenzuges zwischen TheodorHeuss-Platz und Kennedy-Platz weisen die straßenbegleitenden Gebäude stark unterschiedliche Charaktere auf. Dabei betonen insbesondere mehrere bereits als Baudenkmal eingestufte gründerzeitlichen Gebäude (Stadttheater, Justizpalast, ehem. Königsbau, Riegele-Block, ehem. Annagymnasium, Stadtarchiv, etc.) das gesamte gestalterisch bedeutende Gebäudeensemble des Altstadtringes. Im Süden des Plangebietes folgt auf den Theodor-Heuss-Platz und die Eserwallstraße das gründerzeitliche Wohnquartier des Bismarckviertels, das im Wesentlichen durch mehrgeschossige Wohnhäuser geprägt wird. Die von Wohnhäusern sowie Büro- und Dienstleistungsgebäuden verschiedener Epochen und einer städtischen Grünanlage gesäumte Eserwallstraße stellt die Verbindung zu den Rote-Torwall-Anlagen und der darin integrierten Freilichtbühne im Osten des Planareals her. Die RoteTorwall-Anlagen fungieren ihrerseits als wichtiger Baustein des stadtbildprägenden Grünringes der Wallanlagen der Altstadt. Westlich des Theodor-Heuss-Platzes schließen sich an eine für das Bismarckviertel bedeutende städtische Grünanlage, die baulichen Anlagen der Industrieund Handelskammer an. Der Straßenraum der Stettenstraße wird im weiteren Verlauf vor allem durch mehrgeschossige gründerzeitliche Wohnhäuser räumlich gefasst. Westlich der Schießgrabenstraße liegt das Beethovenviertel. Neben gründerzeitlichen Wohnhäusern finden sich hier auch schulische Einrichtungen (z.B. Staatl. Realschule). Die mehrgeschossigen Gebäude unmittelbar am Straßenraum der Schießgrabenstraße werden zu Wohnzwecken sowie für Büros und Dienstleistungseinrichtungen genutzt.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Die Konrad-Adenauer-Allee bildet den Übergang zur südlichen Innenstadt. Nachdem die gewerblichen Nutzungen (z.B. Hasen-Bräu) östlich der Allee in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen sind, entwickelt sich dieser Bereich immer mehr zu einem neuen, attraktiven innerstädtischen Wohnquartier. Daneben finden sich insbesondere im Bereich der Hallstraße und der Weiten Gasse auch mehrere Bildungseinrichtungen (Holbeingymnasium, Kindertagesstätten etc.) in diesem Quartier. Die teilweise unter Denkmalschutz stehenden gründerzeitlichen Wohnhäuser unmittelbar entlang der Konrad-Adenauer-Allee, werden neben ihrer Wohnfunktion u.a. auch durch Büros oder Dienstleistungseinrichtungen genutzt. Im Umfeld des Königsplatzes finden sich nur wenige sensible Nutzungen. Insbesondere die Gebäude in der Fußgängerzone werden vorwiegend als Kaufhäuser bzw. Läden genutzt. Zudem sind noch gewerbliche Gebäude (LEW, etc.) sowie durch Büros und sonstige Einrichtungen (Dienstleistung, Gastronomie, etc.) genutzte Bauwerke unterschiedlichster Entstehungszeit in Nachbarschaft des Königsplatzes vorhanden. Das markanteste Bauwerk entlang des überplanten Abschnittes der Halderstraße stellt die Augsburger Synagoge mit dem integrierten jüdischen Museum dar. Die größtenteils unter Denkmalschutz stehenden Gebäude entlang der Fuggerstraße werden vorwiegend für öffentliche Verwaltungen oder kulturelle Einrichtungen genutzt. Hier finden sich auch mehrere Büros und Dienstleistungseinrichtungen sowie Gastronomie und Hotels. Sensible reine Wohnnutzungen sind hingegen nur untergeordnet vertreten. Östlich der Fuggerstraße folgen die Fußgängerzone, der Stadtmarkt sowie das Areal des Annahofes mit der evangelischen St. Annakirche. Den nördlichen Abschluss der Fuggerstraße bildet das Stadttheater. Die Schaezlerstraße stellt in ihrem südlichen Abschnitt den Übergang zum Bahnhofsviertel dar, das im Wesentlichen durch Einzelhandel (Kaufhäuser, Läden), öffentliche Einrichtungen und Verwaltungen, Gastronomie und sonstige weniger sensible Nutzungen (Büros, etc.) geprägt wird. Der nördliche Abschnitt der Schaezlerstraße sowie das Umfeld der Volkhartstraße werden vorwiegend durch Wohnnutzung bestimmt. Darüber hinaus finden sich im nördlichen Umfeld des Planareals wiederum verschiedene Bildungseinrichtungen (z.B. Maria-Theresia-Gymnasium, St.-AnnaVolksschule). Die städtischen Grünflächen nördlich des Kennedy-Platzes haben als Bestandteil des stadtbildprägenden Grünrings der Wallanlagen auch eine hohe stadtökologische Bedeutung für das Stadtgebiet. Sie fungieren als wichtige Erholungs- und Aufenthaltsquartiere für die Bewohner der dicht bebauten Innenstadt.

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D.3.8. Eigentumsverhältnisse Die im Plangebiet überplanten Verkehrsflächen und Grünbereiche sind Bestandteile öffentlich gewidmeter Straßen und Grünanlagen. Das Eigentum an diesen Flächen liegt bei der Stadt Augsburg. Im Zuge der geplanten Umbau-/Anpassungsmaßnahmen an den bestehenden Verkehrsflächen werden in den Randbereichen einige wenige Privatgrundstücke von der Planung berührt (s. Beiplan F.8.). Die betroffenen Teilflächen sind unbebaut und werden bisher als Freibereiche genutzt. Die Stadt Augsburg beabsichtigt den Erwerb dieser Grundstücksteilflächen.

D.4. Ziele der Planung, Planungskonzept und wesentliche Auswirkungen der Planung
Die zentralen Ziele der Planung sind neben der Neuordnung des Königsplatzes insbesondere die Stärkung der Achse Bahnhof – Innenstadt sowie der Achse vom Theodor-Heuss-Platz zum Kennedy-Platz mit der Ausformung des sogenannten „Augsburg-Boulevards“ im Zuge der historischen Wallanlagen. Neben den Umbaumaßnahmen, die aus dem Projekt Mobilitätsdrehscheibe resultieren, wird dabei auch eine grundlegende funktionale und gestalterische Neuordnung des öffentlichen Raums angestrebt. Das Gesamtkonzept basiert u. a. auf folgenden verkehrlichen und städtebaulichen Leitideen: Neuordnung des zentralen Straßenbahn-Haltestellendreiecks und der Gleisanlagen zur Modernisierung, Steigerung der ÖPNVLeistungsfähigkeit und Integration der neuen Straßenbahnlinie 5/6, Reduzierung des MIV-Durchgangsverkehrs in der Innenstadt, der Quell- und Zielverkehr soll weiterhin in vollem Umfang gewährleistet bleiben, Attraktivitätssteigerung für Radverkehr und Fußgänger, Steigerung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, Schaffung und Wiederherstellung hochwertiger städtischer Räume, Reduktion der Trennwirkung der Fuggerstraße, insbesondere am Übergang vom Königsplatz zur Fußgängerzone, Erhalt und Stärkung des Wallgrüns in der Konrad-Adenauer-Allee / Schießgrabenstraße und der Fuggerstraße.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

D.4.1. Städtebau und Grünordnung Durch die im Bebauungsplan vorgesehene Unterbrechung der Fuggerstraße auf Höhe des Königsplatzes und die gegenläufige Befahrbarkeit von Schießgraben- und Schaezlerstraße werden die verkehrlichen Voraussetzungen für eine umfassende Neuordnung und städtebauliche Aufwertung des Königsplatzes mit einer Verbesserung der Anbindung der Innenstadt an den Hauptbahnhof geschaffen. Auf der Nordseite des Königsplatzes entsteht eine neue, multifunktional nutzbare Platzfläche, die ebenso wie das Haltestellendreieck direkt an die Fußgängerzone angebunden ist. Das Haltestellendreieck kann nach Osten und Süden ausgebaut werden. Die Fuggerstraße kann zu einem urbanen Boulevard mit vier Baumreihen entwickelt werden, dessen nördliches Ende das aufgewertete Umfeld des Theaters bildet. Konrad-Adenauer-Allee und Fuggerstraße übernehmen zukünftig weiterhin die Erschließungsfunktion für die anliegenden Quartiere und können als übergeordnete Nord-Süd-Fahrradachse genutzt werden. Der Augsburg-Boulevard (Konrad-Adenauer-Allee / Fuggerstraße) schließt zusammen mit der geplanten Begrünung von Eserwall und Volkhartstraße die bisherige Lücke im stadtbildprägenden Grünring der ehemaligen Wallanlagen. Um den unerwünschten Durchgangsverkehr durch Hallstraße, Maximilianstraße und Milchberg zu unterbinden wird die direkte Verbindung von der Schießgrabenstraße zur Hallstraße aufgegeben. Dies eröffnet die Chance, die Hallstraße zum Holbein-Campus aufzuwerten. D.4.1.1. Planerisches Konzept Für den Königsplatz, der sich im Schnittpunkt der beiden wichtigen Stadtachsen (Bahnhof-Innenstadt und Konrad-Adenauer-Allee/Fuggerstraße) befindet, wird eine qualitätvolle Gestaltung angestrebt, die seiner Funktion als zentralem Stadtplatz gerecht wird und vorhandene Gestaltungselemente integriert. Im nördlichen und östlichen Platzbereich soll als neu erlebbarer Auftakt der Innenstadt eine urbane Platzfläche geschaffen werden. Die insbesondere für die städtebauliche Struktur, das Stadtbild und die Aufenthaltsqualität bedeutende Grünanlage am Königsplatz wird mit der aktuellen Planung in weiten Teilen erhalten und aufgewertet. Der umgestaltete Königsplatz wird sich somit in drei Bereiche untergliedern: Im Norden liegt die neue Platzfläche, im Zentrum die bestehende Grünfläche und im Süden das modernisierte Haltestellendreieck.

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Abb. 1: Freianlagenplanung für den Königsplatz (Vorentwurf)

Die neu definierte, multifunktional nutzbare Platzfläche im nördlichen Teil des Königsplatzes öffnet sich trichterförmig von der Einmündung der Bahnhofstraße zu den Zugängen zur Altstadt, der Bgm.-Fischer-Straße, Annastraße und Zeuggasse. Zwischen dem Ausgang der Bahnhofstraße und dem Auftakt der Bgm.-Fischer-Straße wird dabei eine klare Sichtbeziehung hergestellt. Die östliche Platzfront mit ihren repräsentativen Geschäftshausfassaden und der Blick in den gebogenen Verlauf der Bgm.Fischer-Straße kommen damit wieder zur Geltung. Die neue Platzfläche wird durch eine besonders gestaltete Pflasterung akzentuiert, die wie ein dreieckiger Teppich die wichtige Laufrichtung zwischen Bahnhofstraße und den Innenstadtzugängen betont. Im südlichen Bereich des Platzes werden acht kreisrunde begrünte „Inseln“ angelegt, welche mit Bäumen bestanden sind.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Dadurch wird die Platzfläche abwechslungsreich gegliedert und begrünt. Umlaufende runde Sitzmauern und die ruhigen, schattigen Bereiche zwischen den Grüninseln schaffen kleine Bereiche mit hoher Aufenthaltsqualität zum Verweilen. Mit der Anlage der Grüninseln wird ein fließender Übergang zwischen dem gepflasterten Platzteil im Norden und dem begrünten Platzteil im Zentrum des Königsplatzes hergestellt. Die stadtbildprägenden und ökologisch hochwertigen Bäume am heutigen Nordrand der Grünfläche werden innerhalb dieser Grüninseln erhalten und in das neue Gesamtkonzept integriert. Die neue Platzfläche wird in ihrem östlichen Teil von Straßenbahngleisen gequert, die auf das Haltestellendreieck zulaufen. Ein zusätzlicher neuer Gleisbogen zwischen der Fuggerstraße und der Bgm.-Fischer-Straße stellt eine Schienenverbindung her, die im Falle einer Störung im Haltestellendreieck für Umleitungsverkehre genutzt werden kann. Da die neue Platzfläche straßenrechtlich eine Fußgängerzone darstellt, werden die Straßenbahnen diesen Bereich mit einer reduzierten Geschwindigkeit befahren, womit der Sicherheit und dem Komfort der Passanten einen hohen Stellenwert eingeräumt wird. Dementsprechend können die Gleisanlagen als gestalterisch untergeordnetes Element in die Platzanlage integriert werden. Unkontrollierte Querungen der Gleiskreuzungen und Weichen in der unmittelbaren Zufahrt des Haltestellendreiecks sollen jedoch durch gestalterische Maßnahmen wie einen deutlichen Belagswechsel oder das Heranrücken der Grünanlage möglichst unterbunden werden. Insbesondere die nördlichen und die östlichen Platzkanten können entlang der Bebauungen durch Außengastronomie belebt werden. In der Nähe der Eingänge zur Innenstadt ist ein Info-Kiosk vorgesehen. Die Statue des Manzù-Brunnens verbleibt in einer Baumgruppe an ihrem heutigen Standort. Der Manzù-Brunnen selbst kann aufgrund der oben geschilderten Gleisverbindungen nicht erhalten werden. Seine gestaltgebende wuchtige Balustrade schirmt heute den östlichen Königsplatz von der stark befahrenen Fuggerstraße ab, während sie künftig wie ein Sperrriegel über dem zusammenhängenden Platz quer zur wichtigsten Bewegungsrichtung der Passanten zu stehen käme. Daher ist, mit Ausnahme der Statue, auch keine Wiederherstellung der Brunnenanlage vorgesehen. Durch die Umwandlung des östlichsten Abschnitts der Bahnhofstraße in eine Fußgängerzone und die große Breite der Querung über die Schaezlerstraße, die neben der Viktoriastraße als letzte Straßenquerung auf dem Weg vom Bahnhofsvorplatz in die Innenstadt verbleibt, wird diese wichtige Fußgängerachse gestärkt. Der Übergang über die Schaezlerstraße wird in voller Breite der Bahnhofstraße angelegt, so dass durch die nicht mehr eingeengte Aufstellfläche die Zäsurwirkung der Schaezlerstraße reduziert und eine hohe Annehmlichkeit für die Fußgänger erreicht wird.

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Ab der östlichen Seite der Schaezlerstraße sind Annastraße, Rathausplatz, Maximilianstraße und andere wichtige Orte der Innenstadt dann ohne weitere Straßenquerungen und Wartezeiten bequem zu erreichen. Die neue Pflasterung des Königsplatzes soll im östlichen Bereich der Bahnhofstraße aufgegriffen werden und stellt damit auch eine gestalterische Verknüpfung dieser beiden Stadträume her. Die Mitte des Königsplatzes wird als eine dreieckige Grünfläche bewahrt. Die erhaltenswerten großen Bäume prägen auch weiterhin die Grünanlage. Anstatt der bisherigen geometrischen Wegestruktur entsteht ein neues Netz aus drei Wegen, welches sich an den tatsächlichen Wegebeziehungen entlang der Schaezlerstraße sowie zwischen der Bahnhofstraße bzw. der Fuggerstraße und dem Haltestellendreieck orientiert. Die Wege sind entsprechend ihrer Frequentierung unterschiedlich breit ausgebildet. Ihre Führung nimmt sensibel Rücksicht auf den Baumbestand. Der denkmalgeschützte Thormannbrunnen fügt sich in die neue Grünflächengestaltung ein. Der wichtigste der neuen Wege tangiert den Brunnen im Süden, während um das Brunnenbecken herum eine kleine Platzfläche angelegt wird, die sich nach Norden öffnet. Diese Aufweitung mit dem Thormannbrunnen im Zentrum unterstützt damit den weichen Übergang zwischen der Grünanlage und der angrenzenden urbanen Platzfläche. Durch den Brunnen, die Sitzmauern und die schattenspendenden Bäume entsteht hier ein weiterer Bereich mit hoher Verweilqualität. Den südlichen Platzbereich nimmt das nach Süden und Osten verschobene und erweiterte Haltestellendreieck auf, das von Fahrgästen und Passanten barrierefrei und sicher jeweils über die Spitzen betreten wird. Von besonderer Bedeutung wird der Übergang im Nordosten sein, der den kürzesten Zugang zur Innenstadt bildet, von der das Haltestellendreieck künftig nicht mehr durch die Fuggerstraße getrennt ist. Der zentrale Umsteigepunkt des städtischen ÖPNV ist somit nahtlos an die Fußgängerbereiche angebunden. Das schlichte, aber prägnante Aluminiumdach über dem Inneren des Haltestellendreiecks wird von sieben Meter hohen, schlanken Stützen getragen. Im Zentrum der Anlage werden die bisher am ÖPNV-Knotenpunkt Königsplatz bestehenden Funktionen und Nutzungen in einem neuen gläsernen Gebäude untergebracht. Neben dem nach Norden ausgerichteten Kundencenter für Information, Beratung und Fahrscheinverkauf sind dies Einzelhandel, Kioske und andere Dienstleistungen, die der Versorgung der Fahrgäste und Passanten dienen können. Die Konzentration aller Nutzungen in einem zentral angeordneten und wirtschaftlich organisierten Baukörper schafft großzügige, komplett überdachte Warte- und Verkehrsflächen entlang der Bahnsteige und an den Zugängen zum Dreieck. Die außen liegenden Bahnsteige werden mit ca. drei Meter hohen durchgängigen Dächern versehen, die sich dem zentralen Dach gestalterisch

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unterordnen. Die neuen Hochbauten fügen sich in die besondere städtebauliche Situation ein, indem sie u. a. die Sichtachse der Fuggerstraße / Konrad-Adenauer-Allee freihalten und Abstand zu den erhaltenswerten Bäumen im Osten und Westen wahren. Die architektonisch hochwertige Gestaltung des neuen Haltestellendreiecks stellt eine komfortable Umsteigesituation und hohe Aufenthaltsqualität sicher. Die Fuggerstraße wird zum urbanen Boulevard mit vier Baumreihen und hoher Aufenthaltsqualität aufgewertet. Beidseitige breite und baumüberstandene Gehsteige fördern eine attraktive Nutzung der anliegenden Erdgeschosszonen z.B. mit Außengastronomie. Die sehr urban wirkende Bebauung der Fuggerstraße, welche aus repräsentativen öffentlichen Gebäuden und Geschäftshäusern der Zeit zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und der Gegenwart besteht, wird durch eine angemessene Gestaltung des öffentlichen Raums vervollständigt. Insbesondere auf der Ostseite verbindet eine breite Flanierzone die öffentlichen Einrichtungen (Archiv, Gerichtsgebäude, etc.) und die stark frequentierten Zugänge zu Annahof, Stadtmarkt und Stadtbibliothek mit der neuen Fußgängerzone am Königsplatz und dem neu gestalteten Umfeld des Stadttheaters. Die im Straßenraum angeordneten Kurzzeitparkplätze, Haltestellen der Regionalbusse und Taxistände (jeweils 6 Plätze im Süden direkt am Königsplatz und im Norden nahe dem Theater) beleben den Boulevard durch die mit ihnen verbundene Passantenfrequenz. Die Entlastung der Fuggerstraße vom Durchgangsverkehr schafft nicht nur eine höhere Aufenthaltsqualität (geringere Lärm- und Luftbelastung) sondern ermöglicht auch die Reduzierung der Fahrbahnbreiten auf eine Spur je Richtung. Der somit gewonnene Raum wird für die Verbreiterung der Fußgängerbereiche und die zusätzlichen Baumreihen genutzt. Die Fußgängerbereiche sollen mit einem hochwertigem Belag und entsprechenden Ausstattungselementen versehen werden. Aufgrund der größeren Bedeutung der Ostseite wird der dortige Bürgersteig auf großzügige 15 m verbreitert. Auf der Westseite erreicht der Bürgersteig eine Breite von 8 m. Durch eine platzsparendere Ausbildung des Verkehrsknotens am Kennedy-Platz (Verzicht auf die heutige freie Führung der Abbiegespuren), entsteht auf der Ostseite eine Aufweitung des Fußgängerbereichs, rund um die Großplastik „Ostern“. Passanten können die Fuggerstraße an mehreren Stellen bequem überqueren. Am Südende des Boulevards liegt die neue Fußgängerzone des Königsplatzes. Auf halber Länge der Fuggerstraße sind vor den Zugängen zum Stadtmarkt zwei barrierefreie und signalisierte Überwege vorgesehen. Am nördlichen Abschluss der Fuggerstraße wird im Zusammenhang mit dem Knotenpunkt Kennedy-Platz ein weiterer Überweg hergestellt. Auf Höhe des Annahofs und der Kleinen Grottenau als Zugang zur Stadtbibliothek sind zusätzliche untergeordnete Querungshilfen vorgesehen.

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Den nördlichen Abschluss und Blickpunkt des Boulevards bildet das Stadttheater, das durch die weitgehend symmetrische Straßengestaltung und insbesondere die seitlichen Doppelbaumreihen inszeniert wird. Die Flächen südlich und westlich des Stadttheaters werden als Fußgängerbereich repräsentativ gestaltet und neu begrünt. Der Straßenraum der Schaezlerstraße bleibt weitgehend unverändert. Durch verkehrliche Anpassungsmaßnahmen werden im Abschnitt zwischen Altem Einlass und Königsplatz einige Baumstandorte verändert. Die Aufwertung und Wiederherstellung des grünen Innenstadtrings der ehemaligen Wallanlagen ist ein wesentliches grünordnerisches Ziel der Planung. Durch die Pflanzung von Bäumen in der Mittelachse der Volkhartstraße kann die Grünverbindung des Boulevards nach Norden bis zum Klinkertorplatz fortgeführt werden, wo sie den Anschluss an die Grünanlage im Bereich Gesundbrunnen findet. Südlich des Königsplatzes wird aufgrund des Entfalls der direkten Überfahrt von der Schießgraben- in die Hallstraße die heute bestehende Zäsur in der Wallanlage geschlossen. Nach Rückbau der Verkehrsflächen werden im Bereich um den Kesterbrunnen neue Grünflächen angelegt und Bäume gepflanzt. Die gesamten Wallanlagen zwischen Schießgrabenstraße und Konrad-Adenauer-Allee werden als dauerhaft leistungsfähige Grünstruktur gesichert. Die Gestaltung der Straßenräume von KonradAdenauer-Allee und Schießgrabenstraße erfährt keine Veränderung. Am südlichen Abschluss des Straßenzuges Schießgrabenstraße / Konrad-Adenauer-Allee wird der Theodor-Heuss-Platz gestalterisch aufgewertet, so dass er neben seiner Funktion als Quartiersplatz künftig auch wieder als stadträumliches Scharnier zwischen der Innenstadt und den angrenzenden Gründerzeitquartieren fungiert. Die Gestaltung sieht einen inneren Platzbereich mit einer zentralen rechteckigen Grünfläche vor, die von großzügigen gepflasterten Wegen eingerahmt wird. Nach Norden hin wird dieser innere Platzbereich durch eine 1,3 Meter hohe Mauer abgeschlossen, an welcher zwei Wasserbecken mit Fontänen liegen. Damit wird der innere Platz leicht von der stark befahrenen Eserwallstraße abgeschirmt. Nach Süden hin begrenzt eine Hecke den inneren Platzbereich. Durch den äußeren Platzbereich werden die StraßenbahnWendeschleife sowie die Fuß- und Radwege entlang der Eserwallstraße, der Bismarckstraße und im Osten die fußläufige Verbindung zur Singerstraße geführt. Diese umliegenden Bereiche werden durch Baumreihen gegliedert. Entlang der Eserwallstraße wird die Straßenbahn im eigenen Gleiskörper auf der Nordseite geführt. Zwischen der Straßenbahntrasse und den KfzSpuren wird ein 3 bis 5 m breiter baumbestandener Grünstreifen angelegt, der den breiten Straßenraum untergliedert. Baumreihe, Straßen-

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begleitgrün und die Ausbildung der Straßenbahntrasse als Rasengleis erhöhen die Begrünung der Eserwallstraße signifikant und schaffen eine optische Reduzierung der großen Straßenbreite. Insgesamt schließt der „Augsburg-Boulevard“ somit den stadtbildprägenden grünen Innenstadtring der historischen Wallanlagen und trägt dadurch zu einer Aufwertung der innerstädtischen Grünachsen in NordSüd- bzw. Ost-West-Richtung bei. Um am Königsplatz und in den Wallanlagen zwischen Schießgrabenstraße und Konrad-Adenauer-Allee leistungsfähiges Großgrün für die Zukunft zu sichern bzw. zu schaffen, wird im Zuge der weiteren Objektplanung ein Pflege- und Entwicklungskonzept für diese Bereiche erarbeitet. Inhalt dieses Konzept ist die zeitlich gestaffelte Erneuerung des teilweise überalterten Baumbestandes, die den langfristigen Bestand der Grünanlagen sichert. D.4.1.2. Städtebauliche, grünordnerische und gestalterische Festsetzungen Art und Maß der baulichen Nutzung In dem gemäß § 11 BauNVO mit der Zweckbestimmung „Kundencenter ÖPNV“ (SOKC) ausgewiesenen Sondergebiet am Haltestellendreieck sollen die erforderlichen Serviceeinrichtungen für ÖPNV-Kunden sowie Läden, Gastronomie oder kleine Dienstleistungsbetriebe zur Versorgung der Fahrgäste möglich sein. Ferner sind die für den ÖPNV-Betrieb notwenigen Räume für Büro und Verwaltung sowie Lagerräume und Anlagen zur Ver- und Entsorgung des Haltestellendreiecks zulässig. Mit dieser Festsetzung soll die Funktion des Königsplatzes als wichtiger ÖPNVUmsteigepunkt auch zukünftig gesichert bleiben. Das Maß der baulichen Nutzung wird im Sondergebiet „Kundencenter ÖPNV“ durch die Festlegung von Grundflächenzahl und Gebäudehöhe bestimmt. Um auf dem begrenzten Raum im Inneren des Dreiecks eine kompakte Baustruktur zu ermöglichen, wird die zulässige Grundflächenzahl auf 1,0 festgelegt. Mit der festgesetzten maximalen Gebäudeoberkante von 10,0 m wird eine zweigeschossige Bauweise zugelassen, die es durch die Stapelung von Nutzungen ermöglicht, breite Warte- und Verkehrsbereiche zu schaffen. Die Baugrenzen des Sondergebiets erlauben zusammen mit der Regelung zur Zulässigkeit von Haltestellenüberdachungen innerhalb von Flächen für die Straßenbahn die Ausbildung eines für den Komfort der Fahrgäste komplett überdachten Haltestellendreiecks.

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Grünordnung Mit den in Planzeichnung und Satzungstext getroffenen grünordnerischen Festsetzungen wird die angestrebte Stärkung und langfristige Sicherung des grünen Innenstadtrings gewährleistet und gleichzeitig eine ausreichende Flexibilität für die weitere Objektplanung eröffnet. Gestaltung im öffentlichen Raum Mit den Festsetzungen zu Gastronomiemöblierung, Einfriedungen und Markisen im öffentlichen Raum soll ein Erscheinungsbild dieser Ausstattungselemente gesichert werden, dass der geplanten hochwertigen Gestaltung von Königsplatz und Augsburg-Boulevard gerecht wird. Durch die Pflicht zur unterirdischen Verlegung von Ver- und Entsorgungsleitungen sollen Beeinträchtigungen des Stadtbilds verhindert werden.

D.4.2. Aktuelle Verkehrsbelastung und allgemeine weitere Entwicklung D.4.2.1. ÖPNV Der Königsplatz ist Hauptumsteigepunkt und Ziel für die meisten Fahrgäste sowohl der Straßenbahnen als auch der Busse. Die Straßenbahnlinien 1, 2, 3 und 4 (ca. 83.900 Fahrgäste/Tag) bedienen heute den Königsplatz mit einer Taktfolge von 5 Minuten in der Hauptverkehrszeit und 10 bzw. 15 Minuten in der Neben- und Schwachverkehrszeit. Zusätzlich zu den Straßenbahnen befahren das Haltestellendreieck auch noch neun städtische Buslinien (ca. 16.600 Fahrgäste/Tag). Die zwischen 1976 - 1978 errichtete Umsteigeanlage am Königsplatz wurde betriebstechnisch für 4 durchgängige Straßenbahnlinien konzipiert. Fahrzeugbemessungsgrundlage waren zur Zeit der Planungen für den jetzigen Königsplatz die im Jahr 1976 neu ausgelieferten Großraumgelenktriebwagen vom Typ GT8 mit einer Länge von ca. 25 m. Als zentraler Umsteigeplatz und Verkehrsknoten des Augsburger Straßenbahnnetzes ist der Königsplatz in der vorliegenden Form bereits heute überlastet und bedarf aus Gründen der Verkehrssicherheit einer Neuordnung. Im derzeitigen Betriebszustand kommt es durch die lineare Aufstellung der Straßenbahnfahrzeuge aus dem 40-m-Segment zu gegenseitigen Behinderungen und damit zu Verspätungen. Im 5-Minuten Takt ist der vorhandene Stellplatz in den Haltestellen kaum ausreichend. Die Zugänglichkeit des Haltestellendreiecks ist für mobilitätseingeschränkte Menschen heute unzureichend. Keine der Haltestellen ist barrierefrei ausgebaut, Blindenleitsysteme sind nicht vorhanden. Lediglich die umliegenden Lichtsignalanlagen sind mit Blindensensoren ausgestattet.

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Die Haltestelle am Theodor-Heuss-Platz dient der ÖPNV-Erschließung der südwestlichen Altstadt und des angrenzenden Beethoven- und Bismarckviertels. Sie wird derzeit von den Straßenbahnlinien 2 und 3 sowie fünf städtischen Buslinien angefahren. Im Bereich des Kennedy-Platzes befinden sich in der Volkhartstraße die Haltestelle „Theater“ der Straßenbahnlinie 4 sowie Bushaltestellen für 3 städtische Buslinien am Alten Einlass. Diese Haltestellen werden zur Erschließung der nordwestlichen Altstadt und der nördlichen Innenstadt genutzt. Um neben dem Hauptbahnhof auch die zentrale Innenstadt an den regionalen Busverkehr anzubinden und direkte Umsteigemöglichkeiten vom regionalen auf den innerstädtischen Nahverkehr zu bieten, befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Königsplatz Haltestellen der AVV Regionalbusse in der Konrad-Adenauer-Allee, in der Halderstraße und in der kurzen Bahnhofstraße. Zur Erschließung der nordwestlichen Innenstadt und der benachbarten Schulen halten die von Norden und Osten kommenden Regionalbusse darüber hinaus auch im Umfeld des Theaters. Mit der in Bau befindlichen Straßenbahnlinie 6 wird zukünftig eine weitere Linie über den Königsplatz und den Theodor-Heuss-Platz geführt werden. In welchem Umfang der Königsplatz auch weiterhin als zentrale Umsteigehaltestelle dienen soll und welche Anzahl an Haltstellenpositionen und Gleisanlagen dafür notwendig sind, hängt von der Struktur des Augsburger Straßenbahnnetzes und seiner zukünftigen Entwicklung ab. Sowohl der städtische Nahverkehrsplan (Zielnetz 20xx) als auch das modifizierte Zielnetz des Siegerentwurfs aus dem Ideenwettbewerb Innenstadt streben im Endzustand die Ausbildung weiterer Umsteigeknoten und damit eine Entlastung der Haltstellenanlage am Königsplatz an. Die hierfür erforderlichen Netzergänzungen (z.B. eine Trasse über Karlstraße und Grottenau) sind jedoch erst langfristig zu verwirklichen. Das Haltestellendreieck am Königsplatz wird daher nicht nur auf den derzeit geplanten künftigen Zustand hin ausgelegt, sondern so flexibel dimensioniert, dass auch weitere Ausbauvarianten des Straßenbahnnetzes realisierbar bleiben und es für alle maßgeblichen Zwischenzustände jederzeit funktionsfähig ist. Das Haltestellendreieck am Königsplatz stellt eine Weiterentwicklung aus den ursprünglichen Planungen der Stadtwerke Verkehrs GmbH und dem Vorschlag der Wettbewerbssieger dar. Die gewählte Lösung trägt einerseits den betrieblichen Anforderungen des Straßenbahnbetriebs und den verkehrstechnischen Aspekten der MIV-Abwicklung Rechnung, eröffnet andererseits aber auch gestalterischen Spielraum für eine städtebauliche

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Aufwertung des Königsplatzes. Die geplante Form des Haltestellendreiecks mit jeweils vier Gleisen am Süd- und Nordwestschenkel sowie zwei Gleisen am Ostschenkel ermöglicht für die Zukunft ein hohes Maß an Flexibilität bei der Auslegung des Augsburger Straßenbahnnetzes. D.4.2.2. MIV Das Plangebiet des BP 500 umfasst wesentliche Teile der Straßenverkehrsinfrastruktur des Augsburger Stadtzentrums. Hier bündeln sich viele Quell- und Zielverkehre der westlichen Innenstadt sowie Durchgangsverkehre in Nord-Süd- wie Ost-West-Richtung. Im Rahmen einer Analyse der Querschnittsbelastungen des Straßennetzes in der Augsburger Innenstadt wurden durch das Tiefbauamt gemeinsam mit dem Büro gevas Humberg & Partner die Verkehrsmengendaten für verschiedene Analyse- und Prognoseplanfälle abgeschätzt. Die Verkehrsbelastungen der maßgebenden Straßen im Umfeld des Königsplatzes sind in Kapitel D.4.3.4. „Verkehrsmengen, Leistungsfähigkeit“ abgebildet und erläutert. Zudem wurde als Vorbereitung auf die Auslobung des Ideenwettbewerbs Innenstadt im Mai und Juni 2008 eine umfangreiche Verkehrserhebung entlang eines Kordons um die Innenstadt mit insgesamt 25 Zählstellen und einer weiteren Zählstelle im Innenstadtbereich durchgeführt. Dabei wurden nicht nur alle Fahrzeuge gezählt, die die Kordongrenzen durchfuhren, sondern zur Ermittlung des Anteils des Durchgangsverkehrs auch die Fahrzeugführer nach ihrem Ausgangs- und Zielort sowie dem Zweck ihrer Fahrt stichprobenhaft befragt. Der Kordon umfasst den Bereich zwischen der Senkelbach- und Thommstraße im Norden, dem Oblatterwall, der Jakoberwall- und Forsterstraße im Osten, der Rote-Torwall-, Eserwall-, Stettenstraße im Süden und der Wertach im Westen. Im Ergebnis der Verkehrserhebungen lässt sich festhalten, dass werktäglich etwa 250.000 Fahrzeuge die Grenzen des Kordons (in beiden Richtungen) queren. Bei ca. 105.000 Fahrten handelt es sich um Durchgangsverkehr, bei dem sowohl Quelle als auch Ziel außerhalb des Kordons liegen. Bei den restlichen etwa 145.000 Fahrten handelt es sich um Quelloder Zielverkehr (jeweils über 70.000 Fahrten). Etwa jeweils 40% dieses Quell- und Zielverkehrs hat seinen Ziel- bzw. Ausgangspunkt außerhalb der Stadtgrenzen. Aus den im Zuge der Verkehrserhebungen gewonnenen Erkenntnissen ist ersichtlich, dass für Verkehre aus der Innenstadt grundsätzlich weiterhin ein gewisses Verlagerungspotential im Stadtgebiet besteht. Um diese Verkehre aufnehmen zu können, werden die im städtischen Gesamtverkehrsplan bereits enthaltenen Ziele zum Ausbau des Tangentensystems um die Innenstadt herum weiter vorangetrieben. Aufgrund
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der im Innenstadtbereich vorgesehenen Maßnahmen erhält neben der Nordtangente (Holzbachstraße zur Heinrich-von-Buz-Straße) und der MAN-Spange hierbei insbesondere die westliche Entlastungsstraße zwischen den Bahngleisen des Rangierbahnhofes und der Rosenaustraße eine hohe Priorität. Mit letztgenannter Trasse könnte ein Teil des aus der Kernstadt zu verlagernden nord-süd-gerichteten Durchgangsverkehrs aufgenommen werden. Die grundsätzliche Machbarkeit dieser Trasse wurde bereits im Rahmen der Vorbereitungen der Planfeststellung zum Umbau des Hauptbahnhofs, zumindest mit einem eingeschränkten Querschnitt von zwei Fahrspuren, nachgewiesen. Ohne eine städtebauliche Entwicklung des Rangierbahnhof-Areals wäre dieser Querschnitt ausreichend leistungsfähig. Für den Fall, dass die Gleisharfe des Rangierbahnhofs entbehrlich wird und städtebaulich entwickelt werden kann, stehen ausreichend Flächen für eine günstige Trassenführung der dann 4-spurigen Entlastungs- und Erschließungsstraße zur Verfügung. Die Ergebnisse der Kordonerhebung wurden in das städtische Verkehrsmodell eingearbeitet. In Verbindung mit einem entsprechend den Planungszielen modifizierten Streckennetz konnten auf diese Weise Umlegungen, bezogen auf die derzeitigen Verkehrsmengen, durchgeführt werden. Die Ergebnisse hierzu finden sich in Kapitel D.4.3.4. „Verkehrsmengen, Leistungsfähigkeit“. Die genauen Auswirkungen der geplanten veränderten Verkehrsführung und die damit zusammenhängenden Auswirkungen auf die Verteilung der Verkehre innerhalb des Stadtgebietes wurden im Zuge der weiteren Planungen gutachterlich untersucht und bewertet. Mit dem städtischen Verkehrsmodell konnten Aussagen zum Bestand und zur Situation im Prognosejahr 2025 erarbeitet werden. Die Ergebnisse hierzu sind in Kapitel D.4.3.4. „Verkehrsmengen, Leistungsfähigkeit“ abgebildet und näher erläutert. D.4.3. Verkehrskonzept D.4.3.1. ÖPNV Nach dem aktuellen Nahverkehrsplan der Stadt Augsburg für den Zeitraum 2006 - 2011 soll das bestehende Straßenbahnnetz mit den Projekten der Mobilitätsdrehscheibe in wichtigen Siedlungskorridoren ergänzt und optimal mit dem Schienenpersonenfern- und -nahverkehr verknüpft werden. Zu diesen Projekten zählen u.a. der Umbau des Haltestellendreiecks am Königsplatz und die verkehrstechnische Optimierung des TheodorHeuss-Platzes.

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Königsplatz Mit dem Ausbau des Straßenbahnnetzes im Rahmen des Gesamtprojekts Mobilitätsdrehscheibe wird über den Königsplatz die neue Straßenbahnlinie 5/6 geführt. Fahrplantechnisch soll der Königsplatz auch in Zukunft in der Nebenverkehrszeit als so genannter „Zeitknoten“ direkte Umsteigemöglichkeiten bieten, indem alle Straßenbahnen möglichst zeitgleich einfahren und aufeinander warten. Somit sind fünf Haltestellenbereiche für den Straßenbahnverkehr zuzüglich der verbleibenden Buslinien und damit die Erweiterung der betrieblichen Anlagen erforderlich. Mit der vorliegenden Planung erhält die neue Linie 5/6 den erforderlichen eigenen Haltestellenbereich am Südschenkel des Haltestellendreiecks.

Abb. 2: Belegungsplan (Planung)

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Das vorliegende Konzept erlaubt einerseits vielfältige Möglichkeiten der städtebaulichen Gestaltung und berücksichtigt andererseits weitestgehend die betrieblichen Anforderungen der Straßenbahnen und Busse. Dies ist dadurch möglich, dass das Haltestellendreieck gegenüber heute nach Osten und Süden verschoben und in seiner Geometrie geändert wird. Am Südschenkel sind vier Gleise mit jeweils einer Haltestelle (Netto-Länge 42 m), am Nord-Westschenkel vier Gleise mit jeweils hintereinander liegenden Haltestellen für ein Straßenbahnfahrzeug und einen Gelenkbus (Netto-Länge 60 m) und am Ostschenkel zwei Gleise mit jeweils hintereinander liegenden Haltestellen für ein Straßenbahnfahrzeug und einen Gelenkbus (Netto-Länge 60 m) vorgesehen. Die geplante parallele Aufstellung ermöglicht ein unabhängiges Ein- und Ausfahren der Straßenbahnfahrzeuge. Zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit wird vom Hauptbahnhof kommend ein Vorsortiergleis Richtung Königsplatz vorgesehen. Auf der Ostseite des Königsplatzes wird die Zuund Abfahrt der Straßenbahnen und Busse durch die Unterbrechung der Fuggerstraße vereinfacht und beschleunigt. Richtung Theodor-HeussPlatz verbessert sich die Situation ebenfalls durch den Wegfall der Kreuzung mit der „kurzen Hermanstraße“ und der Straßenverbindung Schießgrabenstraße - Hallstraße. Zukünftig ist auf Höhe der Hallstraße anstelle der Kreuzung mit MIV nur noch eine signalisierte Fußgängerquerung vorgesehen. Das Vorsortiergleis in der Konrad-Adenauer-Allee ist nicht mehr erforderlich. Durch die Verlagerung des MIV in die Schaezler- und Schießgrabenstraße entsteht ein komplexer Knotenpunkt mit der Herman- und Halderstraße („Kaiserhofknoten“). An diesem Knoten wird eine größtmögliche Priorisierung für den ÖPNV vorgesehen. Dies gilt ebenfalls für die verbleibenden Buslinien am Königsplatz. Im Gesamtergebnis entstehen aufgrund der o.g. Aspekte trotz der geringen Fahrgeschwindigkeiten der Straßenbahnen in den komplexen Knotenpunkten und in der neuen Fußgängerzone am Königsplatz Fahrzeitverbesserungen für sämtliche Straßenbahnlinien von insgesamt ca. 30 % gegenüber heute. Diese Reisezeitverbesserungen kommen einerseits direkt dem Fahrgast zugute, zum anderen entstehen infolge der Verbesserung des Betriebsablaufes auch positive Auswirkungen für die Stadtwerke. Da die gegenwärtige Planung ausreichend Platz für die geordnete Aufstellung von Straßenbahnen und Bussen bietet, können für die Fahrgäste eindeutige und ausreichend breite Überwege und somit eine erhebliche Verbesserung der Verkehrssicherheit geschaffen werden. Die Bahnsteiglängen sind ausreichend dimensioniert, die Straßenbahnen ragen nicht mehr in die Kreuzungsbereiche hinein.

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Damit ein sicherer Ein- und Ausstieg in die Straßenbahnen und Busse gewährleistet ist, wird das Haltestellendreieck im Zuge der Baumaßnahme, soweit technisch und betrieblich möglich, niederflurgerecht und barrierefrei ausgebaut. Die Einbauten im Haltestellendreieck (Kundencenter, Kioske, etc.) sind derart angeordnet, dass entlang der Bahnsteige und an den Zugängen zum Haltestellendreieck großzügig dimensionierte Wartebereiche und Verkehrsflächen entstehen. Dieses kommt insbesondere mobilitätseingeschränkten Personen zu Gute. Zur Gewährleistung eines stabilen Linienbetriebs der Straßenbahn auch bei Störungen und Umleitungen im Straßenbahnnetz und damit zur Verbesserung des Komforts für die Fahrgäste wird zwischen der Bgm.Fischer-Straße und der Fuggerstraße eine Betriebsgleisverbindung hergestellt. Theodor-Heuss-Platz Der Ausbau des Straßenbahnnetzes im Rahmen des Gesamtprojekts Mobilitätsdrehscheibe Augsburg bedeutet für den Abschnitt Königsplatz Theodor-Heuss-Platz – Rotes Tor die Anlage einer weiteren Straßenbahnlinie, so dass zukünftig 3 Straßenbahnlinien im 5-Min-Takt (Hauptverkehrszeit) hier verkehren. Hinzu kommt der temporäre Linienverkehr zur Messe und zur Fussball-Arena. Ziel des Umbaus aus verkehrlicher Sicht ist die Verkürzung der ÖPNVFahrzeiten durch Priorisierung an den Lichtsignalanlagen und gleichzeitig eine ausreichende Leistungsfähigkeit für den MIV. Dies gewährleistet die geplante Nordlage der Straßenbahn in der Eserwallstraße durch die größtmögliche Entflechtung der Verkehrsströme von MIV und ÖPNV am Theodor-Heuss-Platz. Neben den verkehrlichen Vorteilen zeichnet sich die kreuzungsfreie Lage von Straßenbahn und Hauptverkehrsstrom des Kfz-Verkehrs auch durch ihre übersichtliche und eindeutige Verkehrsführung sowie den – im Vergleich zur alternativ untersuchten Mittel- und Südlage – geringeren Flächenverbrauch aus. Der Wechsel von der geplanten Nordlage auf die heutige Südlage der Straßenbahn erfolgt unmittelbar vor der Haltestelle am Roten Tor. Auch an dieser neuen Kreuzung ist eine Priorisierung des ÖPNV bei ausreichender Leistungsfähigkeit für den MIV möglich. Die bestehende Wendeschleife am Theodor-Heuss-Platz wird aus beiden Richtungen befahrbar gemacht, um sowohl im Störungsfall als auch im Regelbetrieb (z.B. Verstärkerfahrten) flexibel reagieren zu können. In diesen Fällen ist eine Querung der Fahrspuren des MIV erforderlich.

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Kennedy-Platz Auch am Kennedyplatz ist zur Gewährleistung eines stabilen Linienbetriebs, insbesondere bei Störungen im Straßenbahnnetz und bei Verstärkerfahrten, eine in beide Richtungen befahrbare Wendemöglichkeit erforderlich. Die Fahrtrichtung in der Wendeschleife muss aufgrund des zukünftigen Zwei-Richtungs-Verkehrs des MIV in der Schaezlerstraße gegenüber heute geändert werden. Dies hat zur Folge, dass am Alten Einlass das Gleis auf die südliche Fahrbahnhälfte verlegt wird. Der eigene Gleiskörper in der Schaezlerstraße muss zugunsten des MIV aufgegeben werden. Stattdessen wird in der Holbeinstraße das Gleis in die Fahrbahnmitte gelegt und der Bereich so abmarkiert, dass die Straßenbahn ohne Behinderung des durchgehenden Verkehrs halten kann. Die Gleisbögen zur Anbindung an die in ihrer Lage unveränderte Trasse in der Fuggerstraße werden entsprechend der neuen Fahrtrichtung angepasst. Regionalbuslinien Neben dem Straßenbahnnetz musste im Rahmen der Planungen auch das städtische Busnetz sowie der regionale Busverkehr berücksichtigt werden. Heute führt eine Vielzahl an Buslinien aus der Region in die Innenstadt, um dort insbesondere die Haltestellen Königsplatz und Hauptbahnhof anzufahren. Mit der Unterbrechung der Fuggerstraße und der Einbeziehung der kurzen Bahnhofstraße in die künftig ausschließlich den Fußgängern vorbehaltene Platzfläche des Königsplatzes fallen die dort vorhandenen Haltestellen zukünftig weg. Um unnötigen Parallelverkehr zu vermeiden und die Innenstadt zu entlasten soll der regionale Busverkehr in Zukunft soweit möglich sinnvoll am Stadtrand gebrochen und an das städtische Nahverkehrsnetz (z.B. Straßenbahn) angebunden werden. Für eine Reihe von Regionalbuslinien stehen jedoch keine sinnvollen Verknüpfungspunkte zur Verfügung, so dass diese weiterhin das Stadtzentrum und den Hauptbahnhof anfahren werden. In diesem Zusammenhang wurden gemeinsam mit dem AVV alternative Linienführungen sowie neue Haltestellenstandorte für die betroffenen Buslinien entwickelt. Für sämtliche aus dem nordöstlichen (Grottenau), nördlichen (Blaue Kappe) und nordwestlichen (Klinkerberg) Umland zum Hauptbahnhof fahrenden Regionalbuslinien werden im nördlichen Abschnitt der Fuggerstraße neue Haltestellenbereiche für die stadteinwärts (Westseite) und die stadtauswärts (Ostseite) fahrenden Busse eingerichtet. Die Anbindung an den Hauptbahnhof erfolgt über die Holbeinstraße, wobei die stadtauswärts fahrenden Busse bei der Einfahrt in den „Augsburg-Boulevard“ den Gleiskörper der Straßenbahn in Verlängerung der Holbeinstraße queren können. Für die Regionalbusse aus dem südlichen Umland wird für die in Richtung Hauptbahnhof fahrenden Linien in der Schaezlerstraße unmittelbar nördlich der Bahnhofstraße eine neue Haltestelle eingerichtet.

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Die weitere Linienführung zum Hauptbahnhof führt wiederum über die Holbeinstraße. Die stadtauswärts ins südliche Umland fahrenden Buslinien halten nahe des Königsplatzes auf der Südseite der Halderstraße. Mit den vorgesehenen neuen Haltestellen und den an die veränderte Verkehrsabwicklung angepassten Linienführungen kann auch nach dem geplanten Umbau der Verkehrswege weiterhin ein attraktiver Regionalbusverkehr von und zur Innenstadt sichergestellt werden. D.4.3.2. Verkehrsführung MIV Mit der vorliegenden Planung soll der Innenstadtbereich mittel- bis langfristig von Durchgangsverkehr - sowohl regional als auch zwischen Augsburger Stadtteilen - entlastet werden. Die Erreichbarkeit der Innenstadt sowie die Abwicklung des Quell- und Zielverkehrs sollen dabei weiterhin in vollem Umfang gewährleistet bleiben. Kernstück der neuen Verkehrsführung ist die Unterbrechung der Fuggerstraße auf Höhe des Königsplatzes sowie die Auflösung des heute bestehenden Einbahnstraßensystems auf der Westseite der Innenstadt (Schaezlerstraße / Schießgrabenstraße in Nord-Süd-Richtung und Konrad-Adenauer-Allee / Fuggerstraße in Süd-Nord-Richtung). Zwischen dem Theodor-Heuss-Platz und dem Alten Einlass wird der Straßenzug Schießgrabenstraße – Schaezlerstraße zukünftig in beide Richtungen befahrbar. Die Auflösung des Einbahnstraßensystems in der Schaezler- und Fuggerstraße bedeutet eine direktere Verkehrsführung ohne die heute erforderlichen Umwegefahrten und Wendevorgänge. Sie trägt damit zu einer Reduzierung der Verkehrsbelastung bei. Konrad-Adenauer-Allee und Fuggerstraße übernehmen künftig nur noch die Erschließungsfunktion für den Quell- und Zielverkehr der angrenzenden Quartiere. Eine direkte Durchfahrtsmöglichkeit von der KonradAdenauer-Allee zur Fuggerstraße ist für den MIV nicht mehr möglich.

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Abb. 3: Erschließung der Fuggerstraße (Zufahrt)

Abb. 4: Erschließung der Fuggerstraße (Ausfahrt)

Die Fuggerstraße wird als Corso ausgebildet, der im Norden über den Kennedy-Platz, im Osten über die Kleine Grottenau und im Westen über die für den Gegenverkehr geöffnete Holbeinstraße erschlossen wird. Auf Höhe der Einmündung der Holbeinstraße in die Fuggerstraße gewährleistet eine Überfahrt über den Gleiskörper der Straßenbahn kurze Wege für den MIV, eine direkte Zufahrt zu den Parkhäusern auf der Ostseite der Fuggerstraße und eine geringe Verkehrsbelastung der südlichen Fuggerstraße. Am Alten Einlass wird der Süd-Nord-Verkehr wieder auf die heutige Route in der Volkhartstraße zurückgeführt. Ausschlaggebend für diese Führung des Süd-Nord-Verkehrs ist neben der verkehrlichen Leistungsfähigkeit auch die Vermeidung zusätzlicher Betroffenheiten der an der Schaezlerstraße nördlich der Frölichstraße stark zunehmenden Wohnnutzung (z.B. durch Lärm und Luftschadstoffe). Nördlich des Alten Einlass bleibt die Schaezlerstraße weiterhin eine Einbahnstraße in Nord-Süd-Richtung. Zusammen mit dem starken Linksabbiegestrom aus der nördlichen Schaezlerstraße benötigt die Rückführung des Süd-Nord-Verkehrs alle vier Fahrspuren, die am Alten Einlass zur Verfügung stehen, so dass dieser Bereich zukünftig nur noch in West-Ost-Richtung befahrbar sein wird. Der Ost-West-Verkehr – z.B. aus der Grottenau in Richtung Hauptbahnhof – wird über die Volkhartund Frölichstraße abgewickelt.

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Abb. 5: Erschließung südliche Innenstadt (Zufahrt)

Abb. 6: Erschließung südliche Innenstadt (Ausfahrt)

Um den störenden Schleichverkehr durch die südliche Innenstadt (Hallstraße, südliche Maximilianstraße, Milchberg) wirkungsvoll zu unterbinden und insbesondere die Hallstraße mit der sensiblen Schulnutzung zu entlasten, sieht die vorliegende Planung eine Unterbrechung der direkten Zufahrt von der Schießgrabenstraße in die Hallstraße vor. Da zukünftig keine Ausfahrtmöglichkeit über den Königsplatz in Richtung Norden mehr besteht, wird auch der Schleichverkehr in der Gegenrichtung (Milchberg, südliche Maximilianstraße, Hallstraße) wirkungsvoll unterbunden. Die Anbindung der südlichen Innenstadt erfolgt dann über eine Reihe von Straßen, auf die sich der Quell- und Zielverkehr verteilt (KonradAdenauer-Allee, Kitzenmarkt, Margaretenstraße - Milchberg, Am Schwall - Predigerberg, untergeordnet über die Spitalgasse). Aus Richtung Westen bzw. Nord-Westen ist die südliche Innenstadt somit über eine Abbiegemöglichkeit in den Kitzenmarkt und einen U-Turn aus der Schießgrabenstraße in die Konrad-Adenauer-Allee anfahrbar. Da die vom Durchgangsverkehr entlastete Konrad-Adenauer-Allee künftig in beide Richtungen befahrbar ist, stehen diese zwei Routen auch für die Ausfahrt aus dem Quartier zur Verfügung. Auch die Anbindung des Bismarckviertels erfolgt in Zukunft über mehrere Straßen. Der aus Norden und Westen kommende Verkehr wird weiterhin die Bismarckstraße nutzen, für den aus Osten kommenden Verkehr wird eine neue Zufahrt über die Hochfeldstraße geschaffen.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Abb. 7: Erschließung Bahnhof (Zufahrt)

Abb. 8: Erschließung Bahnhof (Ausfahrt)

Mit der Neuordnung des Verkehrs am Königsplatz und AugsburgBoulevard ergeben sich auch Veränderungen in der Erschließung des Bahnhofsviertels. So werden Halderstraße und Schrannenstraße künftig in beide Richtungen befahrbar sein. Im westlichen Teilstück kann die Gegenläufigkeit der Halderstraße jedoch erst im Zuge des Bahnhofsumbaus hergestellt werden, so dass zunächst nur der Abschnitt zwischen Königsplatz und Schrannenstraße für den Gegenverkehr freigegeben werden kann. Um die wichtige Fußgängerachse vom Hauptbahnhof in die Innenstadt zu stärken und die Querung der Schaezlerstraße zu erleichtern, wird das östliche Ende der Bahnhofstraße zur Fußgängerzone. Über die Holbeinstraße wird eine Zufahrt in das Bahnhofsviertel aus allen Richtungen möglich sein. Der Verkehr aus Richtung Norden kann vorher schon die Frölich- oder Prinzregentenstraße nutzen. Im Zuge der Entwicklung der ehemaligen Ladehöfe der Bahn entsteht eine zusätzliche Zufahrtsmöglichkeit zum Hauptbahnhof aus Richtung Süden (Linksabbieger aus der Hermanstraße) und aus Richtung Osten (Abzweig von der Stettenstraße auf Höhe der Gratzmüllerstraße). In Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer werden derzeit die technischen, finanziellen und rechtlichen Modalitäten für einen zeitnahen Bau dieser Straße geklärt.

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D.4.3.3. Ausbildung der Knotenpunkte Schaezlerstraße/Schießgrabenstraße/Halderstraße/Hermanstraße Da der Umbau des Königsplatzes die vordringlichste Maßnahme innerhalb des Gesamtkonzeptes Mobilitätsdrehscheibe ist, werden bis zum Abschluss der Bauarbeiten am Königsplatz die im Gesamtkonzept angestrebten Entlastungsstraßen noch nicht zur Verfügung stehen, um den zu verlagernden Durchgangsverkehr aufzunehmen. Daher muss der Knoten Schaezlerstraße - Halderstraße - Hermanstraße - Schießgrabenstraße („Kaiserhofknoten“) ausreichend leistungsfähig gestaltet werden, um in der ersten Umsetzungsstufe möglichst wenig Verlagerungen auszulösen. Um für den Kaiserhofknoten eine möglichst hohe Leistungsfähigkeit zu erreichen, wurden in Abstimmung mit dem Preisträger des Ideenwettbewerbs Innenstadt die über den Knoten laufenden Verkehrsbeziehungen angepasst.

Abb. 9: Kaiserhofknoten am Königsplatz

Für die Schaezlerstraße wird jeweils eine Geradeausfahrspur in die Schießgraben- und Hermanstraße (kombiniert mit Rechtsabbieger in Halderstraße) zur Verfügung stehen. Die Schießgrabenstraße soll mit zwei Geradeausfahrspuren in die Schaezlerstraße ausgebildet werden, außerdem ist eine Fahrspur als direkte Verbindung in die Halderstraße vorgesehen.
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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Aus der Halderstraße ist eine Fahrbeziehung geradeaus in die Schießgrabenstraße sowie ein Rechtsabbiegen in die Hermanstraße möglich. Für die Halderstraße ist ein direktes Linksabbiegen in die Schaezlerstraße als Ersatz für die heute in nördliche Richtung bestehende Beziehung über die kurze Hermanstraße in die Fuggerstraße nicht mehr vorgesehen. Diese Verkehrsbeziehung soll künftig durch die in beide Richtungen befahrbare Halderstraße und Viktoriastraße bzw. über das Bahnhofsviertel (z.B. Schrannenstraße) gewährleistet werden. Der Querschnitt der Hermanstraße entspricht dem Bestand, wobei aufgrund der geänderten Verkehrsführung die beiden zulaufenden Fahrstreifen für den Halblinksabbieger in die Schaezlerstraße dienen, außerdem ist ein Rechtsabbiegen von der Hermanstraße in die Schießgrabenstraße möglich. Über alle Knotenpunktszufahrten sind gesicherte Fußgängerquerungen vorgesehen. Der Radverkehr wird auf eigenen Radfahrstreifen geführt. Schaezlerstraße/Bahnhofstraße Ein wichtiges Element im Siegerentwurf des Ideenwettbewerbs ist die Stärkung der Verbindung zwischen dem Hauptbahnhof und der Innenstadt. Aus diesem Grund wird zusätzlich zur neuen Platzfläche im Bereich der heutigen „kurzen“ Bahnhofstraße auch jenseits der Schaezlerstraße im östlichsten Abschnitt der Bahnhofstraße eine Fußgängerzone eingerichtet wird. Die Querungsmöglichkeit für Fußgänger über die Schaezlerstraße wird dann auf einer deutlich größeren Breite möglich sein. Auf Höhe der Bahnhofstraße weist die Schaezlerstraße zwei Fahrspuren nach Norden und eine Fahrspur in Richtung Süden auf, die sich unmittelbar nach der Fußgängerquerung auf zwei Fahrspuren im Zufluss zum „Kaiserhofknoten“ aufweitet. Schaezlerstraße/Holbeinstraße Der Knotenpunkt der Schaezlerstraße mit der Holbeinstraße muss aufgrund der geänderten Führung des Individualverkehrs sowie der geänderten Führung der Wendeschleife der Straßenbahn an die neuen Anforderungen angepasst werden. Im Bereich der Holbeinstraße führen auf der Schaezlerstraße zwei Fahrspuren nach Norden, die jeweils kombiniert geradeaus/links und geradeaus/rechts genutzt werden. In Fahrtrichtung Süden ist eine gemeinsame Fahrspur für den Verkehr geradeaus und die Rechtsabbieger vorgesehen. Ein Linksabbiegen in die Holbeinstraße wird dort nicht zugelassen. Aus der Holbeinstraße selbst sind in beiden Zufahrten alle Fahrbeziehungen möglich, auf der Ostseite in einer gemeinsamen Fahrspur, auf der Westseite ist eine eigene Linksabbiegespur geplant.

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Im östlichen Teil der Holbeinstraße ist in Straßenmitte eine Abstellmöglichkeit für die Straßenbahn auf einem eigenen überfahrbaren Gleiskörper vorgesehen. Die Straßenbahn fährt über ein Sondersignal aus der Holbeinstraße nach Norden in die Schaezlerstraße und dann dort weiter auf der rechten Fahrspur mit dem Individualverkehr. Schaezlerstraße/Prinzregentenstraße/Am Alten Einlass/Kennedy-Platz Über den Alten Einlass erfolgt zukünftig die Rückführung des Süd-NordVerkehrs aus der Schaezlerstraße auf seine heutige Route. Dazu ist eine grundlegende Anpassung der Verkehrsführung im Straßenverlauf Schaezlerstraße/Am Alten Einlass/Volkhartstraße/Frölichstraße notwendig (vgl. Kapitel D.4.3.2. „Verkehrsführung MIV“).

Abb. 10: Schaezlerstraße/Prinzregentenstraße/Am Alten Einlass/Kennedy-Platz

Der Knotenpunktsbereich Schaezlerstraße/Prinzregentenstraße wird an die neue Verkehrsführung angepasst. Von Norden kommend ist die Schaezlerstraße auch weiterhin eine Einbahnstraße, die drei vorhandenen Fahrspuren werden als je eine Spur für den Rechtsabbieger, den Geradeausverkehr sowie den Linksabbieger vorgesehen. Südlich des Knotenpunktes führt in der Schaezlerstraße eine Fahrspur Richtung Holbeinstraße, zwei Fahrspuren führen von der Holbeinstraße kommend als Rechtsabbiegespuren in den Alten Einlass. Im Straßenquerschnitt der Prinzregentenstraße führt eine Fahrspur Richtung Bahnhof und in der Gegenrichtung eine kombinierte Geradeaus-Rechtsabbiege-Spur in den Alten Einlass bzw. in die Schaezlerstraße.

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Der Alte Einlass ist eine vierspurige Einbahnstraße Richtung Osten. Die vier Fahrspuren teilen sich auf in zwei Linksabbiegespuren Richtung Volkhartstraße sowie zwei Geradeausspuren Richtung Grottenau. Zudem ist das Rechtsabbiegen in den Fugger-Boulevard möglich. Der Rechtsabbieger wird auf der südlichen Geradeausspur mitgeführt. Die bestehende Bushaltestelle auf der Südseite Am Alten Einlass ist auch weiterhin vorgesehen. In der Volkhartstraße führen westlich der Straßenbahntrasse zwei Fahrspuren Richtung Kennedy-Platz, eine davon geradeaus weiter in den Fugger-Boulevard, eine als Linksabbiegespur in Richtung Grottenau. Östlich der Straßenbahntrasse führen wie im Bestand weiterhin drei Fahrspuren Richtung Frölichstraße. Von der Grottenau zum Kennedy-Platz kommend ist ein Linksabbiegen in den Fugger-Boulevard sowie ein zweispurig geführtes Rechtabbiegen in die Volkhartstraße vorgesehen. Nur der Radverkehr wird auch geradeaus auf einem eigenen Radweg entgegen der Einbahnrichtung am Alten Einlass geführt. Vom Fugger-Boulevard aus kann auf einer Fahrspur sowohl in Richtung Volkhartstraße als auch in Richtung Grottenau gefahren werden. Fußgängerquerungen sind über die Schaezlerstraße sowie die Prinzregentenstraße und am Knotenpunkt Alter Einlass/Kennedy-Platz/FuggerBoulevard/Volkhartstraße über alle Knotenpunktszufahren vorhanden. Schießgrabenstraße/Beethovenstraße Der Knotenpunkt der Schießgrabenstraße mit der Beethovenstraße muss aufgrund der geänderten Führung des Individualverkehrs an die neuen Anforderungen angepasst werden. Der Knotenpunkt wird auch zukünftig mit einer Lichtsignalanlage gesteuert. Im Bereich der Beethovenstraße führen auf der Schießgrabenstraße zwei Fahrspuren nach Norden, ein Linksabbiegen ist nicht zugelassen. In Richtung Süden ist eine Fahrspur vorgesehen, auf der auch das Rechtsabbiegen in die Beethovenstraße möglich ist. Aus der Beethovenstraße ist auf einer Fahrspur sowohl das Rechtsabbiegen als auch das Linksabbiegen möglich. Gesicherte Fußgängerquerungen werden über die Beethovenstraße als auch nördlich der Einmündung über die Schießgrabenstraße geplant. Theodor-Heuss-Platz Der Theodor-Heuss-Platz stellt mit dem südlichen Beginn des AugsburgBoulevards einen wesentlichen Abschnitt für die Verkehrslenkung auf den neuen Zweirichtungsverkehr im Zuge der Schießgraben- und Schaezlerstraße dar. Hinzu kommt die Verlegung der Straßenbahntrasse auf die Nordseite.

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Abb. 11: Theodor-Heuss-Platz

Zukünftig sind am Theodor-Heuss-Platz zwei durchgehende Fahrspuren von der Stettenstraße in Richtung Eserwall vorgesehen. In der Gegenrichtung führen am Eserwall ab der Hochfeldstraße zwei durchgehende Fahrspuren Richtung Westen, die sich zwischen Konrad-Adenauer-Allee und Schießgrabenstraße in eine Rechtsabbiegespur in die Schießgrabenstraße und eine Geradeausfahrspur in Richtung Stettenstraße teilen. In den Kitzenmarkt sowie in die Konrad-Adenauer-Allee gibt es jeweils eigene Rechts- und Linksabbiegespuren. Diese sind erforderlich, damit die Linksabbieger den Geradeausverkehr nicht behindern und weil die Gleistrasse gequert werden muss. Eine Linksabbiegemöglichkeit von der Stettenstraße in die Schießgrabenstraße besteht nicht, da diese Verkehrsbeziehung rückläufig ist bzw. über die Hermanstraße oder die neue Straße durch die ehemaligen Ladehöfe der Bahn abgewickelt werden kann. Die Konrad-Adenauer-Allee hat zukünftig eine Fahrspur je Richtung. In der Schießgrabenstraße führen zwei Fahrspuren zum Theodor-HeussPlatz und eine Spur in Richtung Königsplatz. Sowohl aus der Bismarckstraße als auch aus der Konrad-Adenauer-Allee kann am Theodor-HeussPlatz in alle Richtungen gefahren werden. Eine Linksabbiegespur aus Osten in die Bismarckstraße besteht zukünftig nicht mehr. Diese Verkehrsbeziehung wird über die Hochfeldstraße abgewickelt.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500
Die Verkehrsführung aus dem Kitzenmarkt bleibt im Wesentlichen gegenüber dem Bestand unverändert, in Richtung Eserwall werden getrennte Abbiegespuren nach Osten und Westen vorgesehen. Fußgängerquerungen werden über den Eserwall östlich der Bismarckstraße sowie über die Stettenstraße, die Bismarckstraße, die Konrad-Adenauer-Allee, die Schießgrabenstraße und den Kitzenmarkt angelegt. Am Eserwall / Hochfeldstraße Die Hochfeldstraße dient zukünftig der Erschließung des Bismarckviertels für den von Osten kommenden Verkehr. Dazu wird der Knotenpunkt an die neue Verkehrsführung angepasst und eine eigene Linksabbiegespur eingerichtet. In die Hochfeldstraße besteht auch eine Rechtsabbiegemöglichkeit. Aus der Hochfeldstraße selbst kann nur nach rechts in Richtung Rotes Tor ausgefahren werden. Für die Zufahrt zum Oberen Zwinger / Baumgärtleingässchen ist eine gesicherte, signalisierte Gleisquerung erforderlich. Dazu wird eine eigene Rechtsabbiegespur am Eserwall eingerichtet. Für die Fußgänger wird eine neue, gesicherte Querungsmöglichkeit über den Eserwall vorgesehen. Am Eserwall / Am Roten Tor Im Einmündungsbereich Am Eserwall/Am Roten Tor ist eine Anpassung der Verkehrsführung an die neue Gleislage mit der signalisierten Querung der Straßenbahntrasse notwendig. In Fahrtrichtung Westen stehen ab der Einmündung Am Roten Tor zwei Fahrspuren zur Verfügung, in Fahrtrichtung Osten durchgehend zwei Spuren bis zum Kreuzungsbereich mit der Haunstetter Straße. An den Abbiegebeschränkungen werden ansonsten im Vergleich zum heutigen Bestand keine Änderungen vorgenommen. Die Spitalgasse kann auch zukünftig nur im Wege des Rechtsabbiegens erreicht werden, aus der Spitalgasse kann nur in Richtung Theodor-Heuss-Platz ausgefahren werden. Die Busbucht im Kurvenbereich wird zurückgebaut, die Haltestelle für die Busse zur Puppenkiste sowie die Nachtbusse bleibt weiterhin bestehen. Vom Eserwall zur Roten-Torwall-Straße wird zukünftig ein eigener durchgehender Radfahrstreifen angeboten. Konrad-Adenauer-Allee / Hallstraße Der Einmündungsbereich der Hallstraße in die Konrad-Adenauer-Allee wird entsprechend der zukünftigen reduzierten Verkehrsbedeutung und Verkehrsbelastung beider Straßen zurückgebaut.

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Im Bereich der Konrad-Adenauer-Allee ist eine Fahrspur je Fahrtrichtung vorhanden, ebenso in der Hallstraße. Abbiegebeziehungen werden nicht eingeschränkt. Der Knotenpunkt wird mit einer Lichtsignalanlage geregelt und über die Hallstraße sowie über die nördliche Knotenpunktszufahrt der Konrad-Adenauer-Allee wird eine gesicherte Fußgängerquerung eingerichtet. Diese wird weiter über die Straßenbahntrasse zum Verbindungsweg in den Wallanlagen geführt, über den sowohl der Haltestellenbereich am Königsplatz als auch die Beethovenstraße erreichbar sind. Konrad-Adenauer-Allee / Katharinengasse Mit Einrichtung der Fußgängerzone am Königsplatz verläuft die Straßenführung für den Kfz-Verkehr zukünftig von der Konrad-Adenauer-Allee in die Katharinengasse. Lediglich der Radverkehr kann weiter geradeaus entlang der Haltestellenanlage zum Königsplatz fahren. Halderstraße / Schrannenstraße Mit der für die verbesserte Erreichbarkeit des Bahnhofsviertels geänderten Verkehrsführung am „Kaiserhofknoten“ und dem Zweirichtungsverkehr in der Halderstraße ist eine Anpassung des Knotenpunktes mit der Schrannenstraße erforderlich. Die vollständige Gegenläufigkeit der Halderstraße kann jedoch erst mit dem Umbau des Hauptbahnhofs und der damit verbundenen geänderten Verkehrsführung im Bahnhofsumfeld erreicht werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wird der Zweirichtungsverkehr in der Halderstraße zunächst bis zur Schrannenstraße geführt. Dort biegt der aus Osten kommende Verkehr nach rechts in die Schrannenstraße ab. Eine Weiterführung über die Bahnhofstraße ist in Richtung Westen bzw. Norden (Burgkmairstraße) möglich. D.4.3.4. Verkehrsmengen, Leistungsfähigkeit Die Umsetzung des BP Nr. 500 hat Auswirkungen auf die Verkehrsführung und die Verteilung der Verkehrsbelastung im direkten Planbereich und damit auch auf die Verkehrsbelastung im umgebenden städtischen Straßennetz. Als Grundlage für die Ermittlung der Verkehrsmengen im städtischen Straßennetz sowie für die Leistungsfähigkeitsberechnungen der einzelnen Knotenpunkte wurde von der Stadt in Zusammenarbeit mit gevas humberg & partner, München ein Verkehrsmodell aufgebaut. Übersicht der Modellbestandteile und Umgriff des Verkehrsmodells Das Verkehrsmodell dient als Werkzeug, um das aktuelle Verkehrsgeschehen möglichst weitgehend nachzubilden und um zukünftige Entwicklungen aufgrund der Veränderung von verhaltensspezifischen, strukturellen oder verkehrlichen Rahmenbedingungen mit ausreichender Genauigkeit abschätzen zu können.
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Grundlagen für das Verkehrsmodell sind Daten zur Beschreibung des jeweils gewählten Untersuchungsraums und der Mobilität der sich darin bewegenden Personen. Dazu zählen: - Strukturdaten zum Untersuchungsgebiet - Verkehrsverhaltensdaten der Einwohner - Daten zu den Verkehrsnetzen bzw. zum Verkehrsangebot Die vorgenannten Grundlagen sind in das Verkehrsmodell der Stadt Augsburg eingeflossen, das mit dem Softwareprodukt VISUM aufgebaut wurde und zur Softwarefamilie PTV-VISION gehört. PTV-VISION ist eine weltweit führende Software für Verkehrsplanung, Verkehrsanalysen, Prognosen und Umlegungsberechnungen. Die Software wird für innerbetriebliche, städtische, regionale, landes-, bundesweite und internationale Anwendungen und Aufgabenstellungen eingesetzt. Das vorliegende Verkehrsmodell umfasst im räumlichen Umgriff die gesamte Region von Augsburg, wobei die Aussagefähigkeit zum derzeitigen Planungsstand auf das Stadtgebiet Augsburg begrenzt ist. Im Verkehrsmodell sind das Stadtgebiet sowie unmittelbar angrenzende Städte und Gemeinden detailliert abgebildet, die weitere Region ist gemeindescharf dargestellt. Die Verkehrsmengen und die Verkehrsnachfrage werden derzeit nur für den motorisierten Individualverkehr ermittelt und dargestellt, mittelfristig ist ein intermodales Modell mit MIV und ÖPNV vorgesehen, um auch Verlagerungen zwischen den Verkehrsträgern abbilden zu können. Dazu werden in weiteren Schritten die Nahverkehrspläne für die Stadt und die Region eingearbeitet. Im April 2010 wurde die erste Modellierungsstufe für den MIV mit Kalibrierung auf das Stadtgebiet umgesetzt. Als grundlegendes Straßennetz für die Kalibrierung wurde das Straßennetz im Jahr 2005 angesetzt, da zu diesem Zeitpunkt die „Schleifenstraße“ / Nagahama-Allee usw. (ohne höhenfreie Kreuzung Blücherstraße) in Betrieb war, keine relevanten Baustellen vorhanden waren und viele Zählungen an Knotenpunkten im Stadtgebiet durchgeführt wurden. Darauf aufbauend wurden die unterschiedlichen Analyse- und PrognosePläne für den aktuellen Zustand und die zukünftigen Planungen aufgestellt. Die Prognosefälle wurden für das Jahr 2025 erstellt. Als Grundlage für die Prognosen wurden prognostizierte Entwicklungen und Daten zu weiteren geplanten Baumaßnahmen verwendet. Analyse-Nullfall 2010 Aufbauend auf dem kalibrierten Analysefall 2005/2009 wurde der Analyse-Nullfall 2010 gebildet. Dieser stellt die Grundlage für die weiteren Modellberechnungen dar und umfasst gegenüber dem Analysefall 2005/2009 folgende Veränderungen im Straßenverkehrsnetz:

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höhenfreier Ausbau Kreuzung Schleifenstraße / Blücherstraße Fertigstellung der großen Ostumgehung (AIC25) Südtiroler Straße zwischen kleiner Ostumgehung und AIC25 vierspuriger Ausbau kleine Ostumgehung Linie 6 mit 2-spuriger Friedberger Straße in Hochzoll höhenfreier Ausbau B17 (Gabelsberger- und Leitershofer Straße) Erschließung ehemalige Reese-Kaserne (nur Ausbau Ulmer Straße), Erschließung ehemalige Sheridan-Kaserne Güterverkehrszentrum, Impulsarena (FCA)

Der Analyse-Nullfall 2010 stellt damit den idealen baustellenfreien Straßennetzzustand 2010 an einem Schulwerktag dar. Da mittlerweile auch erste Zählungen aus 2010 sowie Verkehrszählungen im Bereich der AIC25 aus 2009 neu vorliegen, erfolgte anhand dieser neuen zusätzlichen Verkehrszählungen eine Fortschreibung der Quelle-Ziel-Matrix vom Analysefall 2005/2009 zum Analyse-Nullfall 2010. In Abbildung 12 ist das Verkehrsnetz der Innenstadt Augsburg mit Kennzeichnung wesentlicher Straßenzüge zur leichteren Orientierung abgebildet. Die sich für den Analyse-Nullfall 2010 ergebenden Verkehrsbelastungen sind in der nachfolgenden Abbildung 13 für die Gesamtstadt sowie in der daran anschließenden Abbildung 14 für die Innenstadt dargestellt.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Abb. 12: Verkehrsnetz der Innenstadt mit Kennzeichnung wesentlicher Straßenzüge

Abb. 13: Analyse-Nullfall 2010 - Gesamtstadt [Kfz/ 24h]

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Abb. 14: Analyse-Nullfall 2010 - Innenstadt [Kfz/ 24h]

Analyse-Planfall 2011/2012 Aufbauend auf dem Analyse-Nullfall 2010 wird der Analyse-Planfall 2011/2012 durch folgende Netzergänzungen zusätzlich zum Straßennetz 2010 gebildet: - Realisierung des BP Nr. 500 „Augsburg-Boulevard“ - Straße durch die Ladehöfe (zwischen Halderstraße und Hermanstraße / Stettenstraße) Die Quelle-Ziel-Matrix des Kfz-Verkehrs wurde aus dem Analyse-Nullfall 2010 unverändert übernommen. Die sich für diesen Netzzustand ergebenden Verkehrsbelastungen sind in Abbildung 15 für die Gesamtstadt und in Abbildung 16 für die Innenstadt dargestellt. Im Anschluss daran sind die Veränderungen zum AnalyseNullfall 2010 in Abbildung 17 für die Gesamtstadt und Abbildung 18 für die Innenstadt eingefügt. Dabei stehen in grün dargestellte Verkehrsmengen für Entlastungen und in rot dargestellte Verkehrsmengen für Belastungssteigerungen gegenüber dem Analyse-Nullfall 2010.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Abb. 15: Analyse-Planfall 2011/2012 - Gesamtstadt [Kfz/ 24h]

Abb. 16: Analyse-Planfall 2011/2012 - Innenstadt [Kfz/ 24h]

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Abb. 17: Differenzbelastungen Analyse-Planfall 2011/2012 zu Analyse-Nullfall 2010 – Gesamtstadt [Kfz/ 24h]

Abb. 18: Differenzbelastungen Analyse-Planfall 2011/2012 zu Analyse-Nullfall 2010 – Innenstadt [Kfz/ 24h]

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500
Für das Prognosejahr 2025 wurden ebenfalls ein Nullfall und ein Planfall untersucht. Prognose-Nullfall 2025 Der Prognose-Nullfall 2025 baut auf dem Straßennetz des AnalyseNullfalls 2010 auf und beinhaltet gemäß dem Gesamtverkehrsplan die nachfolgenden Netzergänzungen: - Straße durch die Ladehöfe (zwischen Halderstraße und Hermanstraße / Stettenstraße) - Straße durch den westlichen Rangierbahnhof (von der Bgm.-Ackermann-Str. bis zur Gögginger Brücke) - Nordtangente (Holzbachstraße - Heinrich-von-Buz Straße) - MAN-Spange (Riedingerstraße - Berliner Allee) - Umgestaltung der Landsberger-/Königsbrunner Straße - Erschließung des Innovationsparks Augsburg (Verbindung Friedrich-Ebert-Straße – Bgm.- Ulrich-Straße) - Vollständige Erschließung der Reese-Kaserne Die im Prognose-Nullfall 2025 für die genannten Straßennetzergänzungen mit der Prognose-Quelle-Ziel-Matrix 2025 ermittelten Verkehrsbelastungen sind in Abbildung 19 für die Gesamtstadt und in Abbildung 20 für die Innenstadt dargestellt. Die Verkehrsentwicklungen zwischen dem Prognose-Nullfall 2025 und dem Analyse-Nullfall 2010 sind anschließend in Abbildung 21 für die Gesamtstadt und Abbildung 22 für die Innenstadt eingefügt. Darin stehen grün dargestellte Werte für Verkehrsentlastungen und rot dargestellte Angaben für Belastungszunahmen.

Abb. 19: Prognose-Nullfall 2025 - Gesamtstadt [Kfz/ 24h]

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Abb. 20: Prognose-Nullfall 2025 - Innenstadt [Kfz/ 24h]

Abb. 21: Differenzbelastungen Prognose-Nullfall 2025 zu Analyse-Nullfall 2010 – Gesamtstadt [Kfz/ 24h]

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Abb. 22: Differenzbelastungen Prognose-Nullfall 2025 zu Analyse-Nullfall 2010 – Innenstadt [Kfz/ 24h]

Prognose-Planfall 2025 Auf dem Prognose-Nullfall 2025 aufbauend wurde der Prognose-Planfall 2025 gebildet. Dabei wurde das Straßennetz 2025 des Prognose-Nullfalls unterstellt und zusätzlich die nachfolgenden Netzergänzungen bzw. Netzveränderungen eingebracht: - Realisierung des BP Nr. 500 „Augsburg-Boulevard“ - Umgestaltung des Straßenzugs Karlstraße - Leonhardsberg auf eine Fahrspur je Richtung mit Straßenbahnlinie auf eigenem Bahnkörper gemäß des Ergebnisses des städtebaulichen Ideenwettbewerbs - Umbau des Hauptbahnhofs als zentrales Teilprojekt der Mobilitätsdrehscheibe Augsburg Die Prognose-Quelle-Ziel-Matrix 2025 wurde unverändert übernommen. Die sich für diesen Netzzustand ergebenden Verkehrsbelastungen sind in Abbildung 23 für die Gesamtstadt und in Abbildung 24 für die Innenstadt dargestellt. Im Anschluss daran sind die Veränderungen zum Prognose-Nullfall 2025 in Abbildung 25 für die Gesamtstadt und in Abbildung 26 für die Innenstadt eingefügt. Dabei stehen wiederum die in grün dargestellten Verkehrsmengen für Entlastungen gegenüber dem Prognose-Nullfall 2025, die in rot dargestellten Verkehrsmengen für Belastungssteigerungen.

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Abb. 23: Prognose-Planfall 2025 - Gesamtstadt [Kfz/ 24h]

Abb. 24: Prognose-Planfall 2025 - Innenstadt [Kfz/ 24h]

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Abb. 25: Differenzbelastungen Prognose-Planfall 2025 zu Prognose-Nullfall 2025 – Gesamtstadt [Kfz/ 24h]

Abb. 26: Differenzbelastungen Prognose-Planfall 2025 zu Prognose-Nullfall 2025 – Innenstadt [Kfz/ 24h]

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Für die wesentlichen Straßenzüge im Plangebiet stellen sich die Ergebnisse somit folgendermaßen dar:
AnalyseNullfall 2010 [Kfz/ 24h] 17500 22000 15500 23000 15000 3500 9500 7500 9000 24000 25000 19500 13000 12500 23500 AnalysePlanfall 2011/2012 [Kfz/ 24h] 23500 2500 17500 20500 19000 2500 15000 2000 1500 20500 22000 22500 15500 11500 22000 PrognoseNullfall 2025 [Kfz/ 24h] 19000 22000 14500 21000 15500 3000 10000 7500 10500 25500 26500 21500 14000 12500 500 PrognosePlanfall 2025 [Kfz/ 24h] 25000 3000 20000 15500 20000 3500 16500 2500 2000 22000 25000 25000 17500 12000 500

Schaezlerstraße Fuggerstraße Volkhartstraße Grottenau Frölichstraße Halderstraße Schießgrabenstraße Konrad-Adenauer-Allee Hallstraße Eserwallstraße Rote-Torwall-Straße Forsterstraße Oberer Graben Stettenstraße Rosenaustraße

Tab. 1: Verkehrsbelastung wesentliche Straßenzüge

Vergleich der Verkehrsbelastungen und Bewertung Die Verkehrsmengen auf maßgebenden Streckenabschnitten im Planbereich und entstehende Verlagerungseffekte sind wie folgt zu bewerten: Schaezlerstraße zwischen Frölichstraße und Prinzregentenstraße Die Verkehrsbelastung in der Schaezlerstraße zwischen Frölichstraße und Prinzregentenstraße bleibt durch die Planung im AnalysePlanfall 2011/2012 wie auch im Prognose-Planfall 2025 unverändert. Schaezlerstraße zwischen Prinzregentenstraße und Königsplatz Die Verkehrsbelastung in der Schaezlerstraße zwischen Prinzregentenstraße und Königsplatz verändert sich im Analyse-Planfall 2011/2012 wie auch im Prognose-Planfall 2025 aufgrund der veränderten Verkehrsführung und somit der Öffnung in Beidrichtungsverkehr deutlich, wobei dies auf die Verlagerung der Verkehrsmengen von Konrad-Adenauer-Allee bzw. Fuggerstraße zurückzuführen ist. Ein Großteil der Verkehrsmengen der Konrad-Adenauer-Allee/ Fuggerstraße fließt somit zukünftig über die Schaezlerstraße. Aufgrund von Verkehrsverlagerungen in das weitere Hauptstraßennetz, des Entfalls nicht mehr erforderlicher Wendefahrten und des weiterhin in der Fuggerstraße abgewickelten Erschließungsverkehrs

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

kommt es mit Umsetzung des BP 500 dabei nicht zu einer vollständigen Addition der Verkehrsmengen aus den heutigen Einbahnstraßen (Schaezlerstraße / Fuggerstraße). In der Schaezlerstraße nehmen die Verkehrsmengen Richtung Norden im Analyse-Planfall 2011/2012 wie auch im Prognose-Planfall 2025 deutlich zu. Richtung Süden nimmt die Verkehrsbelastung auf diesem Abschnitt deutlich ab. Fuggerstraße Da die Fuggerstraße aufgrund der veränderten Verkehrsführung und ihrer zukünftigen Funktion als Erschließungsstraße entlastet wird, nimmt ihre Verkehrsbelastung im Analyse-Planfall 2011/2012 wie auch im Prognose-Planfall 2025 deutlich ab. Bei dem verbleibenden Verkehr handelt es sich fast ausschließlich um Quell- und Zielverkehr. Schießgrabenstraße Die Verkehrsbelastung in der Schießgrabenstraße zwischen Königsplatz und Theodor-Heuss-Platz verändert sich im AnalysePlanfall 2011/2012 wie auch im Prognose-Planfall 2025 aufgrund der veränderten Verkehrsführung und somit der Öffnung in Beidrichtungsverkehr deutlich, wobei dies auf die Verlagerung der Verkehrsmengen von Konrad-Adenauer-Allee bzw. Fuggerstraße zurückzuführen ist. Ein Großteil der Verkehrsmengen der KonradAdenauer-Allee/ Fuggerstraße fließt somit zukünftig über die Schießgrabenstraße. Aufgrund von Verkehrsverlagerungen in das weitere Straßennetz und des weiterhin in der Konrad-AdenauerAllee abgewickelten Erschließungsverkehrs kommt es mit Umsetzung des BP 500 auch in diesem Straßenabschnitt nicht zu einer vollständigen Addition der Verkehrsmengen aus den heutigen Einbahnstraßen (Schießgrabenstraße / Konrad-Adenauer-Allee). In der Schießgrabenstraße nehmen die Verkehrsmengen Richtung Norden im Analyse-Planfall 2011/2012 wie auch im PrognosePlanfall 2025 deutlich zu. Richtung Süden nimmt die Verkehrsbelastung auf diesem Abschnitt deutlich ab. Konrad-Adenauer-Allee Da die Konrad-Adenauer-Allee aufgrund der veränderten Verkehrsführung und ihrer zukünftigen Funktion als Erschließungsstraße entlastet wird, nimmt ihre Verkehrsbelastung in Richtung Norden im Analyse-Planfall 2011/2012 wie auch im Prognose-Planfall 2025 deutlich ab. Durch ihre Öffnung in beide Richtungen und ihre Funktion als Erschließungsstraße der Maximilianstraße, tritt künftig auch eine geringe Verkehrsbelastung Richtung Süden auf. In beide Fahrtrichtungen handelt es sich um Quell- und Zielverkehr.

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Stettenstraße Die Verkehrsbelastung in der Stettenstraße wird sich im AnalysePlanfall 2011/2012 wie auch im Prognose-Planfall 2025 minimal gegenüber heute verändern. Richtung Westen nimmt die Verkehrsbelastung leicht ab und Richtung Osten nimmt die Verkehrsbelastung leicht zu. Eserwallstraße Die Verkehrsbelastung in der Eserwallstraße nimmt aufgrund der geänderten Verkehrsführung im Analyse-Planfall 2011/2012 wie auch im Prognose-Planfall 2025 leicht ab. Hermanstraße und Halderstraße Die Verkehrsbelastung in der Hermanstraße und Halderstraße nimmt sowohl im Analyse-Planfall 2011/2012 als auch im PrognosePlanfall 2025 ab. Der Verkehr verlagert sich teilweise auf die neue Straße über die ehemaligen Ladehöfe der Bahn, die als zusätzliche Anbindung von Hauptbahnhof und Bahnhofsviertel aus Süden und Osten entsteht. Karlstraße Die Verkehrsbelastung in der Karlstraße nimmt sowohl im AnalysePlanfall 2011/2012 als auch im Prognose-Planfall 2025 ab. Besonders deutlich findet sich die Abnahme im Prognose-Planfall 2025, da die Karlstraße durch die neuen Tangenten entlastet wird. Kitzenmarkt Die Verkehrsbelastung am Kitzenmarkt nimmt sowohl im AnalysePlanfall 2011/2012 als auch im Prognose-Planfall 2025 zu, da der Kitzenmarkt neben der Konrad-Adenauer-Allee zur Erschließung der südlichen Innenstadt dient. Es handelt sich dabei um Quell- und Zielverkehr. Hallstraße Die Verkehrsbelastung in der Hallstraße nimmt sowohl im AnalysePlanfall 2011/2012 als auch im Prognose-Planfall 2025 deutlich ab, da die Verbindung zwischen der Schießgraben- und der Hallstraße geschlossen wird. Die Hallstraße als Verbindung zwischen der Konrad-Adenauer-Allee und der Maximilianstraße dient somit nur noch der Erschließung der südlichen Innenstadt. Bei dem verbleibenden Verkehr handelt es sich um Quell- und Zielverkehr. Milchberg Die Verkehrsbelastung am Milchberg nimmt sowohl im AnalysePlanfall 2011/2012 als auch im Prognose-Planfall 2025 minimal zu. Da die Verbindung zwischen der Schießgrabenstraße und der Hallstraße geschlossen wird und damit die alternative Umfahrungsmöglichkeit des Roten Tors über den Milchberg entfällt, handelt es sich dabei um Quell- und Zielverkehr der südlichen Innenstadt.
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Bismarckstraße Die Verkehrsbelastung der Bismarckstraße nimmt sowohl im Analyse-Planfall 2011/2012 als auch im Prognose-Planfall 2025 ab, da zukünftig eine weitere Erschließung für das Bismarckviertel über die Hochfeldstraße angeboten wird. Hochfeldstraße Die Verkehrsbelastung der Hochfeldstraße nimmt sowohl im Analyse-Planfall 2011/2012 als auch im Prognose-Planfall 2025 zu, da sie künftig der Erschließung des Bismarckviertels aus Richtung Osten dient. Durch die Abbiegebeschränkung aus der Hochfeldstraße nur nach rechts handelt es sich dabei nur um Quell- und Zielverkehr für das Viertel. Unterer – Mittlerer – Oberer Graben Die Verkehrsbelastung des Grabens nimmt sowohl im AnalysePlanfall 2011/2012 als auch im Prognose-Planfall 2025 deutlich zu. Aufgrund von Verkehrsverlagerungen übernimmt er eine größere Erschließungsfunktion für die Innenstadt. Rosenaustraße Die Verkehrsbelastung im Querschnitt der Rosenaustraße nimmt im Analyse-Planfall 2011/2012 leicht ab. Mit Führung der neue Tangente über den westlichen Rangierbahnhof reduziert sich ihre Funktion auf die reine Erschließung des Thelottviertels, was sich im Prognose-Planfall 2025 durch eine deutlich Abnahme der Verkehrsbelastung ausdrückt.

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Leistungsfähigkeitsberechnungen und Verkehrssimulationen In einem abgestimmten Verfahren wurde basierend auf den im Verkehrsmodell für die verschiedenen Planfälle ermittelten Verkehrsmengen die Leistungsfähigkeit der maßgebenden Knotenpunkte im Plangebiet durch Berechnungen untersucht. Aufgrund ihrer Komplexität sowie dem Zusammenspiel zwischen Fußgängern, Radfahrern, ÖPNV und MIV wurden für Königsplatz und Theodor-Heuss-Platz/Eserwall zusätzliche Verkehrsfluss-Simulationen erstellt. Die hierfür modellierte Steuerung der Lichtsignalanlagen kann nach Fertigstellung der Umbaumaßnahmen ohne weitere Ergänzungen umgesetzt werden. Die in der Simulation verwendeten Knotenpunktskapazitäten korrespondieren mit denen des Verkehrsmodells.

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„Kaiserhofknoten“ (Schaezler-/ Schießgraben-/ Herman-/ Halderstraße) An diesem zentralen Knotenpunkt wurde die Leistungsfähigkeit mit dem Aufbau einer Simulation im Programm Vissim nachgewiesen. Für die Lichtsignalanlage wurde eine verkehrsabhängige Steuerung mit zwei unterschiedlichen Varianten zur Berücksichtigung des ÖPNV erstellt, die über den Tag verteilt je nach Verkehrsaufkommen Verwendung finden. In Variante 1 wurde von einer vollständigen Priorisierung ausgegangen, in Variante 2von einer ÖPNVBedienung. Die in beiden Varianten möglichen Verkehrsmengen stellen sich wie folgt dar:
Verkehrsbeziehung Schaezlerstraße -> Hermanstraße Schaezlerstraße -> Schießgrabenstr. Halderstraße Hermanstraße Schießgrabenstr. -> Schaezlerstraße Schießgrabenstr. -> Halderstraße Tab. 2: Abflusswerte Kaiserhofknoten Abflusswerte Variante 1 (Kfz/h) 500 450 250 450 800 200 Abflusswerte Variante 2 (Kfz/h) 500 550 250 500 800 200

Über weite Zeiträume können mit der geplanten Knotenpunktsgeometrie und Signalisierung demnach sowohl eine vollständige ÖPNVPriorisierung als auch eine ausreichende Leistungsfähigkeit im MIV gewährleistet werden (Variante 1). Während der Hauptverkehrszeiten ist eine angepasste Verteilung der Freigabezeiten und der Phasenfolgen vorgesehen (Variante 2), die eine höhere Leistungsfähigkeit im MIV und gleichzeitig in jedem Umlauf auch ÖPNV-Fahrtmöglichkeiten zu und aus den Haltestellen sicherstellt. Betrachtet man den gesamten Königsplatz ergeben sich somit in beiden Varianten Reisezeitgewinne für den ÖPNV, die nicht zu einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit für den MIV führen (vgl. auch Kapitel D.4.3.1 „ÖPNV“) Schaezlerstraße/ Bahnhofstraße Der Knotenpunkt wurde im Rahmen der Simulation für den Königsplatz mit berücksichtigt und ist sowohl hinsichtlich der Freigabezeiten und der Koordinierung mit in die Untersuchungen eingeflossen. Der Knotenpunkt erreicht eine abgestimmte Leistungsfähigkeit für den Individualverkehr. Für den Fußgänger wirkt sich eine im Vergleich zum Bestand deutlich breitere Aufstellfläche sehr positiv aus. Die Freigabezeiten sind gemäß den Richtlinien für Lichtsignalanlagen an Straßen (RiLSA) ausreichend für eine Querung bemessen.
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Schaezlerstraße/ Holbeinstraße, Schaezlerstraße/ Prinzregentenstraße Kennedy-Platz/ Am Alten Einlass Für diese Knotenpunkte wurde aufgrund der geänderten Verkehrsführung, der geänderten Knotenpunktsgeometrien und der maßgebenden Verkehrsbelastungen jeweils ein Leistungsfähigkeitsnachweis durchgeführt. Im Ergebnis ist festzustellen, dass alle drei Knotenpunkte für die geplante Verkehrsführung und die maßgebenden Belastungen auch in den Spitzenstunden eine ausreichende Leistungsfähigkeit aufweist. Schaezlerstraße/ Frölichstraße, Volkhartstraße/ Frölichstraße Für die beiden Knotenpunkte mit der Frölichstraße wurde aufgrund der maßgebenden Verkehrsbelastungen jeweils ein Leistungsfähigkeitsnachweis durchgeführt. Demnach weisen diese Knoten nach Anpassung der Signalprogramme an die neue Verkehrsführung auch in den Spitzenstunden eine ausreichende Leistungsfähigkeit auf. Schießgrabenstraße/ Beethovenstraße Der Knotenpunkt wurde im Rahmen der Simulation für den Königsplatz mit berücksichtigt und ist sowohl von den Freigabezeiten und der Koordinierung mit in die Untersuchungen eingeflossen. Der Knotenpunkt erreicht eine abgestimmte Leistungsfähigkeit für den Individualverkehr in der Hauptrichtung mit ausreichenden Freigabezeiten für den Fahrverkehr aus der Nebenrichtung sowie für die Fußgänger. Theodor-Heuss-Platz/ Eserwall (Schießgrabenstraße/ Konrad-Adenauer-Allee/ Eserwallstraße/ Bismarckstraße/ Stettenstraße) Wie am Kaiserhofknoten wurde auch für den Knotenpunkt am Theodor-Heuss-Platz sowie den weiteren Verlauf über die Einmündungen Kitzenmarkt, Hochfeldstraße bis zur Gleisquerung auf Höhe der Einmündung Am Roten Tor die Leistungsfähigkeit mit dem Aufbau einer Simulation im Programm Vissim nachgewiesen. Grundlage der Simulation war der aktuelle Planungsstand der Verkehrsanlagen mit der Spuraufteilung, der Gleislage, der Radwegführung sowie aller Fußgängerquerungen.

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Abb. 27: Verkehrsmengen MIV Verkehrssimulation Theodor-Heuss-Platz

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Aufgrund der Entflechtung der Hauptverkehrsströme von MIV und ÖPNV, die sich künftig nicht mehr gegenseitig behindern, konnte die Leistungsfähigkeit des Hauptknotens sowohl für den AnalysePlanfall 2011/2012 wie auch für den Prognose-Planfall 2025 nachgewiesen werden. Mit den zwei Linksabbiegemöglichkeiten in die Konrad-AdenauerAllee und den Kitzenmarkt wird eine ausreichende Erschließung der südlichen Innenstadt gewährleistet. Eserwallstraße/ Kitzenmarkt, Eserwallstraße/ Hochfeldstraße, Eserwallstraße/ Am Roten Tor Die drei Einmündungen wurden im Rahmen der Simulation für den Theodor-Heuss-Platz/ Eserwall mit berücksichtigt und sind sowohl hinsichtlich den Freigabezeiten als auch der Koordinierung mit in die Untersuchungen eingeflossen. Diese Knotenpunkte erreichen eine abgestimmte Leistungsfähigkeit für den Individualverkehr, die Freigabezeiten sind gemäß den Richtlinien für Lichtsignalanlagen an Straßen (RiLSA) ausreichend für eine Querung bemessen. Halderstraße / Schrannenstraße Für den Knotenpunkt wurde für den in Kapitel D.4.3.3. „Ausbildung der Knotenpunkte“ beschriebenen Zwischenzustand der Verkehrsführung bis zur Fertigstellung des Teilprojektes Hauptbahnhof der Mobilitätsdrehschreibe Augsburg eine Überprüfung der Leistungsfähigkeit durchgeführt. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass mit einer Anpassung der Signalisierung an die geänderte Verkehrsführung eine ausreichende Leistungsfähigkeit erzielt wird.
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D.4.3.5. Touristikbusse, Taxen, Wirtschaftsverkehr Im nördlichen Abschnitt der Fuggerstraße ist in Verlängerung der Haltestellen für die Regionalbuslinien auch eine Haltezone für Touristikbusse vorgesehen. In diesem zentrumsnahen Bereich soll ein zeitlich begrenzter Halt von Touristikbussen für das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste ermöglicht werden. Für die im Zuge der Neuordnung des Königsplatzes entfallenden TaxiStandplätze westlich des Manzù-Brunnens kann in der Fuggerstraße Ersatz geschaffen werden. In unmittelbarer Nähe zum neuen Fußgängerbereich befindet sich am südlichen Ende der Fuggerstraße ein neuer Taxistand mit 6 Plätzen. Weitere 6 Standplätze liegen in Nachbarschaft zum Theater am nördlichen Ende der Fuggerstraße. Die An- und Abfahrt in alle Richtungen ist für beide Taxistände künftig über die Fuggerstraße möglich. Grundsätzlich ist mit der geplanten Verkehrsführung (vgl. Kapitel D.4.3.2. „Verkehrsführung MIV) eine Andienung aller Betriebe in der südlichen und westlichen Innenstadt weiterhin gewährleistet. Für den Lieferverkehr in den neuen Fußgängerbereichen am Königsplatz und im östlichsten Abschnitt der Bahnhofstraße wird eine vergleichbare verkehrsrechtliche Lösung wie in der bestehenden Fußgängerzone angestrebt. D.4.3.6. Ruhender Verkehr Da die vorhandenen Parkraumreserven in den bestehenden Parkhäusern noch stärker ausgeschöpft werden sollen, wurde bei der Planung auf die einfache Anfahrbarkeit der Parkhäuser geachtet. Über die gegenläufige Holbeinstraße und die Überfahrt über den Gleiskörper der Straßenbahn auf halber Höher der Fuggerstraße sind die dortigen Parkhäuser (Annagarage, Ernst-Reuter-Parkhaus, Tiefgarage im Neubau der Patrizia Immobilien AG) ohne Umwege erreichbar. Die Erreichbarkeit des Schaezler-Parkhauses aus Richtung Norden bleibt unverändert („rechts rein - rechts raus“). Die auch im Bestand nicht direkt gegebene Zufahrt aus Süden ist über eine kurze Schleife z.B. über Holbein- und Prinzregentenstraße möglich. Durch die Gegenläufigkeit der Halderstraße und die neue Anbindung des Hauptbahnhofs über die ehemaligen Ladehöfe verbessert sich die Erreichbarkeit der Parkhäuser im Bahnhofsumfeld. Für die Parkhäuser im Zeughausviertel (Zeuggasse, Katharinengasse) ist eine leistungsfähige Zu- und Abfahrt über die gegenläufige KonradAdenauer-Allee, den Kitzenmarkt, den Milchberg und den Predigerberg gegeben.

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Im südlichen Abschnitt der Fuggerstraße sind 28 zentrumsnahe Parkplätze im Straßenraum vorgesehen. Als Ersatz für die in der Schaezlerstraße zwischen Holbeinstraße und Königsplatz entfallenden Parkmöglichkeiten am Straßenrand werden dort Parkbuchten vorgesehen. Die straßenbegleitenden Parkplätze auf der Westseite der Schießgrabenstraße (zwischen Mozartstraße und Theodor-Heuss-Platz) und in der Konrad-Adenauer-Allee bleiben erhalten. D.4.3.7. Fußgänger- und Radverkehr Ein wesentliches Ziel der Planung ist die Attraktivitätssteigerung für den Fußgänger- und Radverkehr. Durch die Unterbrechung der Fuggerstraße entsteht anstelle der bisherigen Querung einer Hauptverkehrsstraße eine neue Fußgängerzone, was die Verbindung von der Innenstadt zum Haltestellendreieck bzw. zum Hauptbahnhof erheblich aufwertet. An der verbleibenden Querung der Schaezlerstraße werden die Aufstellflächen für die wartenden Fußgänger auf die gesamte Breite der Bahnhofstraße aufgeweitet. Ermöglicht wird dies durch die Ausweisung des östlichsten Abschnitts der Bahnhofstraße als Fußgängerzone. Die neue Lage des Haltestellendreiecks gewährleistet auch eine sichere Fußwege-Anbindung an der Südspitze, die insbesondere von vielen Schülern des Holbeingymnasiums oder der Ulrichsschule genutzt wird. Die Entlastung der Konrad-Adenauer-Allee und Fuggerstraße schafft dort angenehme Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer. (vgl. Kapitel D.4.1.1. „Planerisches Konzept“) Dieser Straßenzug wird als übergeordnete Radwegeachse in Nord-Südund Süd-Nord-Richtung ausgebaut. Aufgrund der vorgesehenen Tempo-30-Regelung können die Radfahrer sicher auf der Fahrbahn geführt werden. Damit eine durchgängige Befahrbarkeit der Achse ohne Schiebestrecken möglich ist, wird die neue Fußgängerzone am Königsplatz für Radfahrer freigegeben. Eine entsprechende Gestaltung des Bodenbelags soll die konfliktfreie Führung des Radverkehrs über den Platz unterstützen. Über einen Geh- und Radweg durch die Grünanlage am Königsplatz wird eine Anbindung an die Hermanstraße und Halderstraße hergestellt. Am Kennedy-Platz werden Anschlüsse der neuen Radverkehrsachse an die bereits im Bau befindliche Ost-West-Achse und an die bestehenden Radwege / Radfahrstreifen in Richtung Nord-Süd (Schaezlerstraße, Am Alten Einlass) und Süd-Nord (Volkhartstraße) geschaffen. Am Theodor-Heuss-Platz sind über die Tempo-30-Zone in der Bismarckstraße und die Radwege bzw. kombinierten Geh- und Radwege beiderseits der Eserwallstraße gute Anbindungen nach Süden und Osten gewährleistet.
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Der Radfahrstreifen in der Schießgrabenstraße bleibt für den FahrradQuell- und Zielverkehr erhalten, in der Schaezlerstraße sollen zwischen Prinzregentenstraße und Kaiserhofknoten die Gehwege für den Radverkehr freigegeben werden. Am Knotenpunkt mit der Beethovenstraße ist ein signalisierter Überweg über die Schießgrabenstraße vorgesehen, der eine sichere Anbindung des Beethovenviertels an die Innenstadt (entweder durch die verkehrsberuhigte Hallstraße oder über die Fußgängerzone am Königsplatz) schafft. Am östlichen Ende der Eserwallstraße wird der Radverkehr bis zum Knoten mit der Haunstetter Straße künftig nicht mehr auf dem engen Geh- und Radweg durch die Grünanlage sondern auf einem Radfahrstreifen auf der Kurveninnenseite der Straße geführt. Auf Höhe der Hochfeldstraße wird ein neuer Übergang über die Eserwallstraße geschaffen, der die Trennungswirkung dieser Straße mildert. D.4.4. Planungsalternativen Im Planfeststellungsverfahren für den ursprünglich geplanten Umbau des Königsplatzes wurden 10 unterschiedliche Varianten für diesen Bereich einander wertend gegenübergestellt. Die untersuchten ÖPNV-Lösungen beinhalteten unterschiedliche Ausbauvarianten des Haltestellendreiecks sowie dessen Auflösung durch eine Haltestelle am Manzù-Brunnen oder eine Trassenführung durch die Bahnhofstraße. Für den MIV wurden neben Konzepten mit U-Turn südlich des Königsplatzes auch diverse Tunnelführungen (kurzer und langer Tunnel Fuggerstraße, Tunnel Hermanstraße, Tunnel Schaezlerstraße) aufgezeigt. Im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Innenstadt Augsburg“ wurden von den Wettbewerbsteilnehmern grundsätzliche Alternativen für ein städtebauliches und verkehrliches Gesamtkonzept entwickelt. Dabei wurden von einer Fortentwicklung des sternförmigen Straßenbahnnetzes über die Ausbildung eines Straßenbahnringes bis hin zu einem Gitternetz mit dezentralen Umsteigeknoten verschiedene Lösungen für das künftige ÖPNV-Netz im Stadtgebiet vorgeschlagen. Letztendlich wurde in der Gesamtschau der Ergebnisse des Wettbewerbs die Funktion des Königsplatzes als zentrale Umsteigehaltestelle nochmals weiter gestärkt. Zur Entlastung der Innenstadt vom Durchgangsverkehr wurden unterschiedlich weit gefasste Tangenten- bzw. Ringlösungen entwickelt. Die MIV-Konzepte für den Straßenzug Konrad-Adenauer-Allee – Fuggerstraße bewegten sich im Spektrum zwischen der vollständigen Unterbrechung oder teilweisen Reduzierung des Verkehrs, der Beibehaltung des derzeitigen Zustands oder der Bündelung des gesamten Verkehrs in beiden

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Richtungen auf dieser Achse. Abgestimmt auf die jeweiligen Verkehrskonzepte wurde eine Vielzahl unterschiedlicher städtebaulich-grünordnerischer Gestaltungsansätze vorgeschlagen. Die interdisziplinär besetzte Wettbewerbs-Jury beurteilte die eingereichten Arbeiten anhand der Qualität des stadträumlichen Konzepts, der Qualität des Mobilitätskonzepts sowie ihrer Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit und empfahl einstimmig die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Arbeit der Verfasser Eberhard Wunderle und Klaus Stumpf / Verkehrsplaner Horst Billinger / Landschaftsarchitektin Julia Zimmer als Grundlage für ein Innenstadtkonzept. Die vorliegende Planung des BP 500 basiert auf der Konzeption der erstplatzierten Arbeit. Im Rahmen der Weiterentwicklung der Planung des Wettbewerbssiegers wurden für die Trassenführung der Straßenbahn am Theodor-HeussPlatz/Eserwall und die Rückführung des Süd-Nord-Verkehrs aus der Schaezlerstraße auf seine heutige Route unterschiedliche Varianten entwickelt und im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung zum Vorentwurf des Bebauungsplans zur Diskussion gestellt. Am Theodor-Heuss-Platz/Eserwall wurden eine Süd-, Mittel- und Nordlage des Gleiskörpers unter verschiedenen Aspekten (MIV, ÖPNV, Umwelt, Städtebau, etc.) eingehend geprüft und auch unter Berücksichtigung der in der frühzeitigen Beteiligung vorgebrachten Anregungen bewertet. Dabei wurde für alle Trassen eine ÖPNV-Priorisierung an allen maßgebenden signalisierten Knotenpunkten zugrunde gelegt. Die letztendlich gewählte Nordlage bedingt infolge der Herstellung eines neuen Gleiskörpers und einer neuen MIV-Fahrbahn zwar grundsätzlich einen höheren baulichen Eingriff, stellt aber hinsichtlich der verkehrlichen Leistungsfähigkeit, der Reisezeitgewinne für den ÖPNV und der Straßenraumgestaltung die insgesamt beste Lösung dar. Durch die Verlagerung der Gleisquerung aus dem Hauptknoten am Theodor-Heuss-Platz an die Spitalgasse kann im Bereich des Hauptknotens künftig eine ausreichende Leistungsfähigkeit für alle Verbindungen gewährleistet werden. Zudem trägt die kreuzungsfreie Führung von ÖPNV und MIV-Hauptverkehrsstrom am Theodor-Heuss-Platz zu einer eindeutigen und übersichtlichen Gestaltung in diesem Bereich bei. Die neue mittige Baumreihe und das Rasengleis der Straßenbahntrasse gliedern und begrünen den Straßenraum der Eserwallstraße, was zur Stärkung des grünen Rings um die Altstadt beiträgt. Im Bereich des Kennedy-Platzes wurden verschiedene Varianten für die Rückführung des künftig auf der gegenläufigen Schaezlerstraße fahrenden Süd-Nord-Verkehrs auf seine heutige Streckenführung am nördlichen Ende des Plangebiets untersucht. Dabei wurden verschiedene Lösungen zur Abwicklung der maßgebenden Verkehrsbeziehungen (SüdNord, Süd-Ost, Nord-Ost, Ost-West) im Zweirichtungs- bzw. Einbahn-

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verkehr über den Klinkertorplatz, die Frölichstraße und den Alten Einlass bzw. als Blockumfahrung geprüft. Bei der Bewertung der Varianten wurden auch die in der frühzeitigen Beteiligung vorgebrachten Anregungen berücksichtigt. Ausschlaggebend für die letztendlich gewählte Variante mit einer Rückführung des Süd-Nord-Verkehrs über den Alten Einlass ist die Leistungsfähigkeit aller maßgeblichen Knotenpunkte. Darüber hinaus führt diese Variante auch zu einer Reduzierung möglicher Betroffenheiten von Anwohnern, insbesondere im Bereich nördlich der Frölichstraße bis zum Klinkertorplatz. D.4.5. Ver- und Entsorgung D.4.5.1. Ver- und Entsorgungsleitungen Aufgrund der innerstädtischen Lage des Planbereichs ist eine Vielzahl von Ver- und Entsorgungsleitungen, insbesondere auch verschiedene Hauptversorgungsleitungen zahlreicher Sparten vorhanden, die ggf. teilweise an die neue Situation angepasst werden müssen. Die tatsächlich erforderlichen Umbau- bzw. Verlegemaßnahmen werden im Rahmen der weiteren Objektplanung mit den zuständigen Dienststellen abgestimmt und konkretisiert. Im Schatten der durch den BP 500 ausgelösten Umbaumaßnahmen werden teilweise auch ohnehin erforderliche Erneuerungsmaßnahmen an den Sparten vorgesehen. D.4.5.2. Niederschlagswasserentsorgung Grundsatz der Niederschlagswasserbehandlung ist unter wasserwirtschaftlichen Aspekten die Vermeidung weiterer Bodenversiegelung und die Erhaltung bzw. Förderung der Versickerfähigkeit von Flächen. Dies dient neben der Grundwasserneubildung der Entlastung des Kanalnetzes und der Kläranlage sowie der Verringerung von Abflussspitzen in Gewässern. Eine Oberflächenversiegelung ist auf ein zielgerechtes Mindestmaß auszulegen. Nicht schädlich verunreinigtes Niederschlagswasser muss daher im Interesse eines vorsorgenden Umweltschutzes im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben und den einschlägigen technischen Regelwerken dem Untergrund zugeführt werden. In diesem Zusammenhang wird die Entwässerung der anzupassenden bzw. neu zu gestaltenden Grünbereiche soweit möglich weiterhin über die belebte Bodenzone erfolgen. Das auf den befestigten Verkehrsbereichen bzw. den Gleistrassen anfallende, schädlich verunreinigte Oberflächenwasser wird wie bisher über Straßensinkkästen bzw. Gleisentwässerungskästen der bestehenden städtischen Kanalisation zugeführt.

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D.4.6. Finanzielle Auswirkungen Das Gesamtprojekt „Mobilitätsdrehscheibe Augsburg“, wozu auch der Umbau des Königsplatzes gehört, wird u. a. durch Fördermittel des Bundes und des Freistaates Bayern finanziert. Die Stadtwerke Augsburg Verkehrs GmbH hat hierfür im Jahr 2006 einen Rahmenantrag zur Förderung nach Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) für alle Teilprojekte der Mobilitätsdrehscheibe gestellt. Auf diesen Antrag hin wurden alle Teilprojekte in die B-Liste, das Teilprojekt der Straßenbahnlinie 6 sogar in die A-Liste des GVFG-Programms aufgenommen. Grundlage für diese Finanzierungszusage ist der mit dem Gesamtprojekt erzielte gesamtwirtschaftliche Nutzen. Mit Hilfe von Sensitivitätsuntersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass der Nutzen-Kosten-Indikator des Gesamtprojekts Mobilitätsdrehscheibe mit der veränderten Planung für den Königsplatz und TheodorHeuss-Platz bei ca. 1,2 liegt. Zum derzeitigen Planungsstand ist ein genauer Kostenrahmen für das Projekt noch nicht exakt bezifferbar, der den Umbau des Straßenraumes, der Knotenpunkte, der Gleis- und Haltstellenanlagen, der Grün- und Freiflächen sowie die erforderlichen Anpassungsmaßnahmen (Signalanlagen, Beschilderung, Lärmschutz, etc.) umfasst. Eine Klärung des Kostenumfanges und der Kostenteilung zwischen der Stadt und der Stadtwerke Augsburg Verkehrs GmbH muss im Zuge der weiteren Planung noch erfolgen. Mit der Anpassung der Grenzen des Sanierungsgebiets „Mobilitätsdrehscheibe Hauptbahnhof und Bahnhofsumfeld“ und einer Fortschreibung der Vorbereitenden Untersuchung werden die Voraussetzungen für eine Bezuschussung der städtebaulichen Aufwertungsmaßnahmen aus Mitteln der Städtebauförderung geschaffen. Diesbezüglich wurden bereits erste Abstimmungsgespräche mit der Obersten Baubehörde und der Regierung von Schwaben geführt.

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D.5. Umweltbericht
Bei der Aufstellung von Bauleitplänen muss gemäß § 2 Abs. 4 BauGB für die Belange des Umweltschutzes nach § 1 Abs. 6 Nr. 7 und § 1 a BauGB zwingend eine Umweltprüfung durchgeführt werden. Dabei sind die voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen zu ermitteln und in einem Umweltbericht zu beschreiben und zu bewerten. Dieser Umweltbericht ist gemäß § 2 a BauGB der Begründung zur Bauleitplanung als gesonderter Teil beizufügen. Entsprechend dem Stand des Verfahrens sind im Umweltbericht die auf Grund der Umweltprüfung ermittelten und bewerteten Belange des Umweltschutzes darzulegen. Aus der planfeststellungsersetzenden Funktion des vorliegenden Bebauungsplanes (vgl. Kap. D.1.) ergeben sich gemäß § 17 UVPG dabei für die Umweltprüfung und den Umweltbericht keine über die Regelungen der §§ 2 und 2 a BauGB hinausgehenden Anforderungen. Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung gemäß § 4 Abs. 1 BauGB wurden die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange zur Äußerung auch im Hinblick auf den erforderlichen Umfang und Detaillierungsgrad der Umweltprüfung aufgefordert. Die in diesem Zusammenhang eingegangenen Stellungnahmen und Anregungen wurden in den vorliegenden Entwurf des Bebauungsplans integriert. Um eine sachgerechte Bearbeitung sicherzustellen, wurden sowohl die vorliegenden Gutachten aus den vorangegangenen Planungen (insbesondere den Planfeststellungsverfahren für den Umbau des Königsplatzes sowie die Umgestaltung der Haltestelle und Wendeschleife am Theodor-Heuss-Platz) als auch die im Rahmen der Aufstellung des gegenständlichen Bebauungsplans erstellten Untersuchungen ausgewertet und berücksichtigt. Eine detaillierte Auflistung der verwendeten Unterlagen ist Kap. D. 5.3.1 zu entnehmen.

D.5.1. Einleitung D.5.1.1. Kurzdarstellung der Inhalte und Ziele der Planung Siehe hierzu Kapitel D.1. "Anlass der Planung" und D.2 "Beschreibung des Planbereiches". D.5.1.2. Darstellung der im Fachrecht festgelegten Umweltziele und deren Berücksichtigung Grünordnung und Naturschutz Der überwiegende Teil der innerhalb des Plangebietes bestehenden älteren Gehölzbestände (z. T. auch Einzelbäume) ist in der Stadtbiotopkartierung erfasst und / oder fällt unter die Verordnung der Stadt Augsburg

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zum Schutz von Bäumen und Sträuchern im Bereich des Altstadtrings vom 06.11.1981. Darüber hinaus gilt für einen Großteil der Gehölzbestände die Baumschutzverordnung der Stadt Augsburg vom 19.12.1989. Das wesentliche grünordnerische Ziel der Planung ist die Stärkung und langfristige Sicherung des grünen Altstadtrings. Mit dem freiraumplanerischen Konzept, den im Bebauungsplan getroffenen Festsetzungen und den geplanten Maßnahmen zu Vermeidung, Minderung und Ausgleich der projektbedingten Eingriffe werden dabei auch die Aspekte des Naturschutzes berücksichtigt. Lärmaktionsplan Im Jahr 2008 wurde ein Entwurf eines Lärmaktionsplanes erarbeitet. Nach der öffentlichen Auslegung (April / Mai 2009) und anschließenden Überarbeitung stimmte der Umweltausschuss des Stadtrats der Stadt Augsburg dem Lärmaktionsplan im Dezember 2009 zu. Aktuell findet die Prüfung des Lärmaktionsplanes durch die Regierung von Schwaben statt. Nachdem diese ihr Einvernehmen erklärt hat, kann der Lärmaktionsplan in Kraft treten. Mit seiner Veröffentlichung kann im zweiten Quartal 2010 gerechnet werden. Der Lärmaktionsplan formuliert u.a. folgende mögliche Lärmminderungsmaßnahmen: Förderung des ÖPNV Umbau von Stadtachsen zugunsten des Umweltverbunds Förderung des Radverkehrs Ausbau des Fußgängerverkehrs Reduzierung der Geschwindigkeit in Sammelstraßen In der vorliegende Planung für den Umbau von Königsplatz und Augsburg-Boulevard spiegeln sich diese wesentlichen Ziele des Lärmaktionsplans wieder (z.B. durch den Ausbau des ÖPNV-Knotens, die Verkehrsberuhigung und Aufwertung von Konrad-Adenauer-Allee und Fuggerstraße, die neue Fußgängerzone am Königsplatz) Luftreinhalteplan Im Jahr 2004 wurde von der Regierung von Schwaben ein Luftreinhalteplan für den Ballungsraum Augsburg erarbeitet. Der Luftreinhalteplan ermittelt und analysiert die gegebene Luftschadstoffbelastung in Augsburg und hält einen Maßnahmenkatalog zur Luftreinhaltung vor. Im Mai 2004 legte die Stadtverwaltung den Luftreinhalteplan für die Stadt Augsburg vor, der im Juni 2004 vom Stadtrat an die Regierung von Schwaben weitergeleitet und im Dezember 2004 vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz beschlossen wurde. Aufgrund der in der Folge weiterhin gegebenen Überschreitungen der geltenden Luftschadstoffgrenzwerte wurde durch die Stadt Augsburg in 2006 ein Aktionsplan erarbeitet, der zur Reduzierung der vorherrschenden Schadstoffkonzentrationen (verursacht im Stadtgebiet) eine Reihe von kurzfristigen Maßnahmen, wie die Einführung einer Umweltzone in

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der Innenstadt sowie ein Lkw-Durchfahrtsverbot im räumlichen Umgriff der Umweltzone vorsah. Insbesondere zielte der Aktionsplan neben der Reduzierung von PM10 auf die Verringerung der Konzentration von NO2 ab. Mit der vorgelegten Planung werden keine Luftschadstoff-Belastungen entstehen, welche neue Betroffenheiten i. S. der 22. BImSchV erzeugen. Darüber hinaus wird gerade am südlichen Königsplatz durch die verkehrliche Neuordnung eine deutliche Entlastung bei der Feinstaubkonzentration erreicht, welche ein wesentlicher Auslöser für die Aufstellung des Luftreinhalteplans war. Somit steht die Planung auch im Einklang mit den Zielen des Luftreinhalteplans der Stadt Augsburg. Weitere Informationen zu den im Fachrecht festgelegten Umweltzielen und deren Berücksichtigung enthalten die Kapitel D.3. "Planungsrechtliche Ausgangssituation" und D.4. "Ziele der Planung, Planungskonzept und wesentliche Auswirkungen der Planung".

D.5.2. Beschreibung und Bewertung der ermittelten Umweltauswirkungen D.5.2.1. Bestandsaufnahme der einschlägigen Aspekte des derzeitigen Umweltzustandes Zur Bestandsaufnahme siehe auch Kapitel D.2. "Beschreibung des Planbereiches", D.5.2.2. Entwicklungsprognose des Umweltzustandes bei Durchführung und Nichtdurchführung der Planung Schutzgutübergreifend ist zunächst festzuhalten, dass bei Nichtdurchführung der Planung die projektbedingt verursachten Eingriffe in Gehölzlebensräume (insbesondere am Königsplatz und auch am Theodor-HeussPlatz) unterbleiben würden. Auch wäre von keinen Beeinträchtigungen durch verkehrsbedingte Immissionen entlang von Straßen mit projektbedingt verursachtem erhöhtem Verkehrsaufkommen auszugehen. Allerdings könnten die mit Durchführung der Planung verbundenen positiven Effekte (insbesondere die vorgesehenen Gehölzpflanzungen / Grünstrukturen entlang der Fuggerstraße, Volkhartstraße, Eserwall sowie das Schließen des Grünzugs zwischen Königsplatz und Theodor-Heuss-Platz durch den Wegfall der kurzen Hermannstraße und der Abbiegespur in die Hallstraße) ebenfalls nicht verwirklicht werden. Darüber hinaus sind mit Umsetzung der Planung erhebliche städtebauliche Verbesserungen verbunden. Neben der deutlich verbesserten Anbindung des Hauptbahnhofs an die Innenstadt und der Umgestaltung / Öffnung des Königsplatzes ist in diesem Zusammenhang die Aufwertung der Nord-Süd-Verbindung entlang der Konrad-Adenauer-Allee und der Fuggerstraße zu nennen.

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Die mit der Umsetzung der Planung verbundene Attraktivitätssteigerung für den ÖPNV sowie den Fuß- und Radverkehr zielt auf eine Verschiebung der Verkehrsmittelwahl (Modal Split) zugunsten des Umweltverbunds und die damit verbundenen positiven Umwelteffekte sowohl im Plangebiet als auch weit darüber hinaus ab. Nachfolgend werden mögliche Umweltauswirkungen der beiden Planungsalternativen (Nichtdurchführung der Planung / Durchführung der Planung) auf die einzelnen Schutzgüter dargestellt. Schutzgut Mensch Beurteilungsgegenstand für das Schutzgut Mensch sind die Wohn- und Wohnumfeldfunktion sowie die Erholungs- und Freizeitfunktion eines Gebietes. Das innerstädtische Plangebiet im Kernbereich der Stadt Augsburg ist von unterschiedlichen Verkehrsflächen (Straßen, Geh- und Radwege, Straßenbahn inkl. Haltestellen) geprägt. Angrenzend an diese Verkehrsflächen bestehen überwiegend Wohn- und Gewerbenutzungen als Büros oder Einzelhandel sowie Flächen für Erziehung und Verwaltung. Demnach weist das Projektgebiet – trotz der bestehenden Vorbelastung durch verkehrsbedingte Immissionen - eine hohe Bedeutung speziell im Hinblick auf die Wohnfunktion auf. Die gehölzgeprägten Grünstrukturen (u. a. Volkhartstraße, Frölichstraße, Kennedy-Platz, Am Alten Einlass, Königsplatz, Theodor-Heuss-Platz, Fuggerstraße, Schaezlerstraße, Holbeinstraße, Bahnhofstraße, KonradAdenauer-Allee, Schießgrabenstraße, Eserwall) sind hinsichtlich ihrer Erholungsfunktion von besonderer Bedeutung (vgl. Kap. D.2.3.). Dies gilt insbesondere für die Grünanlage am Königsplatz mit überwiegend wertvollem Altbaumbestand, die Gehölzbestände am Theodor-Heuss-Platz sowie die Grünstrukturen entlang der Geländestufe zwischen KonradAdenauer-Allee und Schießgrabenstraße. Hinzu kommen in diesem Zusammenhang die zahlreichen bestehenden Fuß- und Radwegeverbindungen (vgl. Kap. D.2.2.). Hinsichtlich der Freizeit- und Erholungsfunktion würden bei einer Nichtdurchführung der Planung zwar Eingriffe in die o. g. Gehölzlebensräume unterbleiben. Allerdings wären auch die im Hinblick auf die Freizeit- und Erholungsfunktion umfangreichen Aufwertungen des Planungsraumes nicht gegeben. Hier sind beispielhaft die Gehölzpflanzungen entlang der Fuggerstraße (4 Baumreihen und breite Gehsteige), die Stärkung der Nord-Süd-Grünachse durch den Wegfall der kurzen Hermanstraße, die Schließung der historischen Wallanlage zwischen Konrad-AdenauerAllee und Schießgrabenstraße im Bereich der bestehenden Abbiegespur in die Hallstraße, die vorgesehene Begrünung der Volkhartstraße und des Eserwalls, die Umgestaltung / Öffnung des Königsplatzes sowie die Verbesserungen für den Geh- und Radwegeverkehr zu nennen (vgl. Kap. D.4.3.7).
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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Hinsichtlich der Altlastensituation im Plangebiet wird auf die Ausführungen zum Schutzgut Boden verwiesen.

Immissionen

Grundlage für die aktuellen Aussagen sind die Verkehrsmengendaten des aktuellen städtischen Verkehrsmodells, auf deren Basis die durchgeführten Untersuchungen (Schalltechnisches Gutachten EM Plan vom 06.05.2010) erfolgten. Weiterhin werden die bis zur vorläufigen Aussetzung der Planfeststellungsverfahren bzw. -genehmigungsverfahren im Januar 2008 erstellten Gutachten zum Lärm, zur Lufthygiene, zu den Erschütterungen und zur elektromagnetischen Verträglichkeit für den Königsplatz, den TheodorHeuss-Platz und die Wendeschleifen am Stadttheater und TheodorHeuss-Platz berücksichtigt. Diese Gutachten wurden im Rahmen des gegenständlichen Bebauungsplanverfahrens fortgeschrieben bzw. aktualisiert.

Lärmimmissionen:
Bei Nichtdurchführung der Planung würde die mit ihr verbundenen Entlastungswirkungen auf die Wohn- und Wohnumfeldfunktion in Bereichen mit deutlich reduziertem Verkehrsaufkommen nicht realisiert. Hierzu zählen insbesondere die Konrad-Adenauer-Allee, Fuggerstraße und Hallstraße sowie der östliche Königsplatz. Andererseits ergeben sich bei Nichtdurchführung der Planung auch keine zusätzlichen Belastungen für die Anwohner, die an Straßen mit projektbedingt verursachtem erhöhten Verkehrsaufkommen wohnen (v. a. Schaezler- und Schießgrabenstraße sowie westlicher Königsplatz). In diesem Zusammenhang ist jedoch zu berücksichtigen, dass bei einer Nichtdurchführung der Planung auch kein Anspruch auf passive Lärmschutzmaßnahmen gegeben wäre. Insbesondere für die bereits in der Bestandssituation erheblich belasteten Bereiche (bei Beurteilungspegeln von 70 dB(A) am Tage bzw. von 60 dB(A) in der Nacht) kann die praktische Umsetzung dieses Anspruchs eine wesentliche Verbesserung des subjektiven Lärmempfindens bedeuten. Beim gegenständlichen Projekt ist dies im Bereich der Schaezlerstraße und am westlichen Königsplatz der Fall. Anwendung der Verkehrslärmschutzverordnung Die Beurteilung des Vorhabens erfolgt auf der Grundlage der Verkehrslärmschutzverordnung - 16. BImSchV. Liegt ein Neubau oder eine wesentliche Änderung (erheblicher baulicher Eingriff) eines Verkehrswegs vor und werden, bedingt durch das Vorhaben, die Grenzwerte der Lärmvorsorge erstmalig oder weitergehend überschritten, sind Maßnahmen der Lärmvorsorge erforderlich.

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“

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Der Bau eines dritten durchgängigen Fahrstreifens in der Schaezlerstraße zwischen dem Alten Einlaß und der Holbeinstraße stellt eine wesentliche Änderung i. S. der 16. BImSchV dar. Der Umbau des Königsplatzes wird als ein erheblicher baulicher Eingriff sowohl in Schienenverkehrswege, als auch in Straßenverkehrswege beurteilt. Der erhebliche bauliche Eingriff reicht hierbei jeweils etwa 100 m in die Halderstraße und in die Schießgrabenstraße / Konrad-Adenauer-Allee hinein. Der Umbau von Theodor-Heuss-Platz und Eserwallstraße vom Knoten "Bismarckstraße" bis zur Einmündung der Straße "Am Eser" wird analog zum Umbau des Königsplatzes als ein erheblicher baulicher Eingriff sowohl in Schienenverkehrswege, als auch in Straßenverkehrswege beurteilt. Die Überplanung des Kennedy-Platzes und der Fuggerstraße stellt u. a. durch den Rückbau der Fahrspuren Richtung Norden einen erheblichen baulichen Eingriff dar. Der Umbau der Holbeinstraße stellt durch den Entfall des eigenen Gleiskörpers der Straßenbahn und die damit verbundene geänderte Führung des Straßenverkehrs einen erheblichen baulichen Eingriff dar. Ebenso findet am Alten Einlass ein erheblicher baulicher Eingriff durch die Verlegung der Straßenbahn-Wendeschleife zum Justizpalast hin statt. In der Schießgrabenstraße findet (südlich der Hausnummer 8) kein erheblicher baulicher Eingriff statt. Die Straße wird lediglich neu abmarkiert und für den Gegenrichtungsverkehr freigegeben. Damit sind die Voraussetzungen für Lärmschutzmaßnahmen auf der Grundlage der 16. BImSchV nicht gegeben. Analog zur Schießgrabenstraße stellt sich der Sachverhalt an der Schaezlerstraße zwischen der Holbeinstraße und der Halderstraße dar. Weiterhin wird eine Lärmberechnung an der Konrad-Adenauer-Allee unter Anwendung der Grenzwerte der Lärmsanierung nicht erforderlich, da dort ausweislich der zugrunde gelegten Verkehrsprognose eine deutliche Reduktion der Verkehre, und mithin eine Entlastung, eintritt. Die übrigen planerischen Maßnahmen im Umgriff des Bebauungsplans (z.B. geänderte Fahrbahnmarkierung in der Volkartstraße und Grottenau, Anpassung der Verkehrsführung an den umgebauten Königsplatz in der Halderstraße und Hermanstraße etc.) sind flankierender Art und stellen lediglich Anpassungen an das bestehende Wegenetz dar. Neubauten bzw. erhebliche bauliche Eingriffe sind hier nicht festzustellen.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500
Schienenverkehr: Durch die vorgenommenen erheblichen baulichen Eingriffe ergibt sich ein Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen insbesondere im Bereich der östlichen Halderstraße und "Am Eser". Der Anspruch entsteht dort jeweils durch das Näherrücken der Gleise an die Bebauung in Verbindung mit Kurvenzuschlägen für enge Radien. Insgesamt sind 11 Gebäude durch Überschreitungen der Grenzwerte tags und / oder nachts betroffen. Im Bereich Halderstraße liegen die Beurteilungspegel im Bereich von 68/58 dB(A) tags/nachts, „Am Eser“ im Bereich von 62/52 dB(A) tags/nachts. Am Königsplatz tritt tendenziell eine Entlastung ein, da die Linienführung in der Planung weniger enge Radien(längen) aufweist als der Bestand. In den Abschnitten der Eserwallstraße, in denen der neue Gleiskörper als Rasengleis ausgebildet wird, wird das Heranrücken der Gleise an die nördliche Randbebauung durch diese Bauart überkompnesiert. Straßenverkehr: Im Folgenden sind die resultierenden Betroffenheiten aus der Baumaßnahme bezüglich des Straßenverkehrs tabellarisch zusammengestellt. Die ausgewiesenen Beurteilungspegelniveaus beziehen sich auf die Analyse- und Prognosefälle in der Überlagerung aller Quellen.
Straße Beurteilungspegel Tag / Nacht in dB(A) im Mittel der betrachteten Straße AnalyseAnalysePrognose- PrognoseNullfall Planfall Nullfall Planfall 71 / 62 73 / 64 71 / 62 73 / 64 69 / 60 71 / 64 71 / 62 73 / 63 72 / 63 68 / 59 67 / 59 62 / 53 63 / 54 70 / 61 73 / 64 71 / 62 62 / 55 69 / 60 65 / 57 62 / 53 69 / 60 71 / 63 71 / 62 72 / 62 72 / 63 68 / 59 67 / 59 62 / 53 63 / 54 70 / 61 73 / 64 71 / 62 62 / 55 69 / 60 65 / 57 62 / 53 Differenz in dB(A) Analyse +2 / +2 -6 / -6 - 1 / -3 +2/+ 2 +-1 / +1 -10 / -8 +1 / +1 -2 / -2 Prognose +2 / +2 -6 / -6 -1 / -2 +2 / +2 +-1 / +-1 -10 / -8 +1 / +1 -2 / -2

Schaezlerstraße Fuggerstraße Holbeinstraße Königsplatz West Königsplatz Süd Königsplatz Ost Schießgrabenstraße K.-Adenauer-Allee Theodor-HeussPlatz (Süd) Eserwallstraße

+-1/ ++-1 / +-1 1 64 / 55 65 / 56 64 / 55 65 / 56 +-1 / +- +-1 / +-1 1 Tab. 3: Beurteilungspegel im Analyse- und Prognose-Fall (gemittelt und gerundet)

Es zeigt sich, dass im Rahmen der schalltechnischen Berechnung eine große Übereinstimmung zwischen Analyse- und Prognosefall besteht. Pegelzunahmen sind im Bereich der Schaezlerstraße, des westlichen Königsplatzes, der Schießgrabenstraße und des Theodor-Heuss-Platzes zu verzeichnen. Die Zunahmen liegen im Bereich zwischen 0 und 2 dB(A) und bewegen sich mithin am unteren Rand des Wahrnehmbaren, bzw. sind teilweise nicht hörbar.

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“

Im Bereich der Schaezlerstraße, am westlichen Königsplatz sowie punktuell an der Schießgrabenstraße und am nördlichen Theodor-Heuss-Platz werden dabei Lärmpegel von 70 dB(A) am Tage bzw. von 60 dB(A) in der Nacht erreicht bzw. nehmen Pegel oberhalb dieses Niveaus weiter zu. Am südlichen Königsplatz und in der Eserwallstraße ergibt sich in etwa ein gleichbleibendes Pegelniveau, wobei lokal kleinere Zu- und Abnahmen zu verzeichnen sind. Reduktionen ergeben sich im Bereich der Fuggerstraße, der Holbeinstraße, des östlichen Königsplatzes und der Konrad-Adenauer-Allee. Mit Ausnahme der Fuggerstraße und des östlichen Königsplatzes liegen die Reduktionen im Bereich der menschlichen Hörschwelle bzw. darunter. An der Fuggerstraße ebenso wie am östlichen Königsplatz tritt mit einer Reduktion von - 6 dB(A) bzw. - 8 bis - 10 dB(A) eine sehr deutlich hörbare Entlastung ein. Schallschutzmaßnahmen Schallschutzmaßnahmen auf der Grundlage der Lärmvorsorge werden dort ausgelöst, wo eine wesentliche Änderung des Verkehrswegs erfolgt und zudem eine Überschreitung der Grenzwerte der Lärmvorsorge gegeben ist. Dies ist der Fall in der nördlichen Schaezlerstraße, am südlichen und westlichen Königsplatz, sowie in Teilen der Schießgrabenstraße und der Eserwallstraße. Da aktive Schallschutzmaßnahmen nicht in Betracht kommen sind zum Schutz der betroffenen Gebäude passive Schallschutzmaßnahmen vorgesehen. An folgenden Gebäuden besteht dem Grund nach ein Anspruch auf passive Schallschutzmaßnahmen:
Nr.
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

Straße
Am Alten Einlass Am Alten Einlass Am Eser Am Eser Am Eser Eserwallstraße Eserwallstraße Eserwallstraße Eserwallstraße Eserwallstraße Halderstraße Hermanstraße Hochfeldstraße Holbeinstraße Holbeinstraße

Hausnummer Straße
1 zu 1 2 17 19 1 3 17 8O 8W 3 2 2 4 zu 4 x x x x x x x x

Anspruch aus Schiene Summe

x x x x x x x

x x

x x x

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31

Prinzregentenstraße Schaezlerstraße Schaezlerstraße Schaezlerstraße Schaezlerstraße Schaezlerstraße Schaezlerstraße Schaezlerstraße Schaezlerstraße Schießgrabenstraße Schießgrabenstraße Schießgrabenstraße Singerstraße Singerstraße Theodor-Heuss-Platz Theodor-Heuss-Platz

1 2 3 13 13,5 15 17 19 zu 3 4 6 8 1O 1W 1 3

x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x

Tab. 4: Ansprüche auf passiven Schallschutz auf Grundlage der 16. BImSchV

Die Bemessung der notwendigen passiven Schallschutzmaßnahmen erfolgt gemäß 24. BImSchV auf der Grundlage des Bebauungsplans Nr. 500. Die jeweiligen Fassaden, Pegel und Überschreitungszeiträume sind den Anlagen 2 bis 4 der schalltechnischen Untersuchung zu entnehmen. Die schutzbedürftigen Fassaden anspruchsberechtigter Gebäude, für die ein grundsätzlicher Anspruch auf passive Schallschutzmaßnahmen besteht, sind Beiplan F.7. „Anspruch auf passiven Schallschutz“ grün gekennzeichnet. Insbesondere in der Schaezlerstraße würden für einzelne Straßenabschnitte (z.B. zwischen Holbein- und Bahnhofstraße), an denen dem Grunde nach kein Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen im Sinne der 16. BImSchV besteht, weder aktive noch passive Schutzmaßnahmen zum Tragen kommen. Als freiwillige kommunale Maßnahme der Lärmminderung wird daher im Bebauungsplan für den gesamten Bereich der künftig stark frequentierten Achse Schaezler- / Schießgrabenstraße der Einbau eines lärmmindernden Fahrbahnbelags festgesetzt. Mit diesem Fahrbahnbelag können nachweislich Pegelminderungen von bis zu 4 dB(A) erzielt werden. Durch den Einbau eines derartigen Belages können die mit der Planung verbundenen nachteiligen Auswirkungen auf die Verkehrslärmbelastung aller Anwohner mehr als kompensiert werden. Somit entsteht in diesem Straßenzug zumindest keine Verschlechterung gegenüber der heutigen Situation.

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Betroffenheiten außerhalb des Plangebiets Der Umbau von Königsplatz und Augsburg-Boulevard führt zu einer Veränderung der Verkehrsverhältnisse auch über den Planungsumgriff hinaus. In den beiden nachstehenden Grafiken sind für den Innenstadtbereich außerhalb des Plangebiets jeweils die Zu- (rot) und Abnahmen (grün) der Emissionspegel für den Analysefall bzw. den Prognosefall dargestellt.

Abb. 28 + 29: Emissionspegelveränderungen außerhalb des Plangebiets
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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Entsprechend der Veränderungen der Verkehrsbelastung kommt es in einigen Straßen (z.B. Hermanstraße, südliche Rosenaustraße, Pilgerhausstraße, Karlstraße, Grottenau) zu einer Abnahme der Schallemissionen, in anderen Straßen jedoch zu einer Zunahme der Lärmbelastung (z.B. Forsterstraße, Oberer Graben, Frölichstraße, Perzheimstraße). An einzelnen Straßenabschnitten mit vergleichsweise hohen Verkehrsmengen im Analyse- /bzw. Prognose-Nullfall sind bedingt durch die prognostizierten Verkehrszunahmen Pegelerhöhungen von rd. 1 dB(A) zu erwarten. Da außerhalb des Planungsumgriffs das Merkmal einer wesentlichen Änderung des Verkehrswegs nicht vorliegt, werden grundsätzlich keine Ansprüche auf Lärmschutz auf Grundlage der 16. BImSchV ausgelöst. Sofern aber erhebliche Auswirkungen durch das Projekt vorliegen und die Werte der Lärmvorsorge (70 dB(A) tags / 60 dB(A) nachts) erreicht bzw. weiter erhöht werden, können entsprechende Lärmschutzmaßnahmen mit weiteren aktuellen Planungen bzw. Vorhaben abgestimmt werden. Zu diesen Planungen und Vorhaben zählen u.a., das Lärmsanierungsprogramm der Stadt Augsburg, der Lärmaktionsplan der Stadt Augsburg, die Umsetzung passiver Schallschutzmaßnahmen aus dem Bau von Verkehrswegen (z. B. Linie 6) oder andere Bebauungsplanverfahren (z. B. BP Nr. 470 „Beiderseits der Maximilianstraße“), deren Maßnahmen auf den Bebauungsplan 500 abstimmt bzw. fortgeschrieben werden.

Luftschadstoffe:
Die Beurteilung der Luftschadstoffbelastung erfolgt nach der Zweiundzwanzigsten Verordnung zur Durchführung des BundesImmissionsschutzgesetzes –Verordnung über Immissionswerte für Schadstoffe in der Luft - 22. BImSchV. Als maßgebliche Luftschadstoffe aus dem Straßenverkehr werden Partikel (PM10) und Stickstoffdioxid (NO2) betrachtet. Im Folgenden wird ein Überblick über die wesentlichen Auswirkungen des Vorhabens gegeben. Auf der Basis der bestehenden Situation zum Fahrplanwechsel 2010 ohne und mit Realisierung des Bebauungsplans (Analyse-Nullfall und AnalysePlanfall) sowie der künftig abzusehenden Entwicklung ohne (PrognoseNullfall) und mit der Neubaumaßnahme (Prognose-Planfall) wurde eine Berechnung der Luft-Schadstoffimmissionen im Planungsgebiet durchgeführt. Die lufthygienische Beurteilung von EM-Plan vom 06.05.2010 kommt zu folgenden Ergebnissen: Generell ergibt die Berechnung, dass in der Schaezlerstraße und dem westlichen Königsplatz von Zunahmen der Schadstoffkonzentrationen in den Planfällen gegenüber den Nullfällen auszugehen ist. Im Bereich Schießgrabenstraße / Konrad-Adenauer-Allee ist von einer stagnierenden Situation auszugehen. In der Holbeinstraße bleibt die Konzentration von

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PM10 unverändert, NO2 nimmt leicht zu. In der Fuggerstraße, am östlichen und südlichen Königsplatz sowie am Theodor-Heuss-Platz und der Eserwallstraße reduziert sich die Belastungssituation. Im Prognosehorizont 2025 ist davon auszugehen, dass in allen Straßenquerschnitten die Grenzwerte der 22. BImSchV bezüglich der zulässigen Jahresmittewerte für PM10 und NO2 eingehalten werden. Als Folge der Baumaßnahme tritt im Bereich des südlichen Königsplatzes eine deutliche Entlastung hauptsächlich durch den Wegfall sowohl der kurzen Hermanstraße, als auch der Überleitung zur Hallstraße ein. Mit Ausnahme punktueller Überschreitungen am südlichen Königsplatz und an der Schaezlerstraße ist davon auszugehen, dass nach Durchführung der Baumaßnahme das PM10-Tagesmittel von 50 μg/m³ im Untersuchungsgebiet nicht häufiger als 35 Mal pro Jahr überschritten wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Überschreitung des Grenzwerts für den Stundenmittelwert von 200 μg/m³ für NO2 häufiger als 18 Mal / Jahr auftritt liegt, in allen Prognose-Szenarien im unteren einstelligen Prozentbereich und ist somit nicht sehr wahrscheinlich. Betroffenheiten außerhalb des Plangebiets In den nachfolgenden tabellarischen Übersichten sind die Ergebnisse einer Luftschadstoffberechnung an kennzeichnenden Querschnitten hoher und zunehmender Luftschadstoffbelastung dargestellt.
Analyse – Nullfall Analyse – Planfall PM10 NO2 DTV PM10 NO2 DTV [Kfz/24h] μ/m³ μ/m³ [Kfz/24h] μ/m³ μ/m³ Forsterstraße 19376 26,4 28,6 22316 26,8 30,1 Frölichstraße 14849 29,2 33,5 19003 31,9 39,3 Jakoberwallstraße 11081 27,0 29,4 12151 27,3 31,0 Milchberg 9335 --* --* 9212 --* --* Oberer Graben 12170 28,8 32,7 15487 30,1 35,0 Perzheimerstraße 14269 28,8 32,8 18368 30,2 35,8 Pferseer Straße 10902 29,8 34,5 11962 30,6 37,4 Rosenaustraße 15098 29,2 33,6 16143 29,8 35,9 Volkhartstraße 15685 29,2 33,5 18280 30,2 36,6
* hier nicht relevant

Tab. 5: PM10- und NO2-Konzentrationen (Analysefall)

Aus obiger Zusammenstellung ist ersichtlich, dass im Analyse-Planfall (2011/2112) trotz gegebener Zunahmen bei PM10 und NO2 an keinem außerhalb des Plangebiets untersuchten Immissionsort die Grenzwerte der 22. BImSchV überschritten werden.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Prognose – Nullfall DTV PM10 NO2 [Kfz/24h] μ/m³ μ/m³ Forsterstraße 20992 26,5 27,9 Frölichstraße 15033 29,1 32,4 Jakoberwallstraße 12899 27,6 29,9 Milchberg 11080 29,5 31,6 Oberer Graben 13019 28,9 30,8 Perzheimerstraße 11158 27,6 28,9 Pferseer Straße 12999 --* --* Rosenaustraße 1751 --* --* Volkhartstraße 17024 29,6 33,2
* hier nicht relevant

Prognose – Planfall DTV PM10 NO2 [Kfz/24h] μ/m³ μ/m³ 24821 27,0 29,9 19701 30,7 34,8 14796 28,1 30,8 12213 30,1 32,4 16969 30,4 33,1 11936 27,9 29,3 12522 --* --* 1826 --* --* 19765 30,5 34,6

Tab 6: PM10- und NO2-Konzentrationen (Prognosefall)

Auch in den beiden Prognosefällen für das Jahr 2025 führen die Zunahmen der Schadstoffkonzentrationen außerhalb des Plangebiets demnach nicht zu Überschreitungen der Grenzwerte bezüglich der Jahresmittelwerte der 22. BImSchV.

Erschütterungen:
Im Zusammenhang mit den bereits begonnenen Planfeststellungs- bzw. Plangenehmigungsverfahren für den Königsplatz, den Theodor-HeussPlatz und die Wendeschleife Stadttheater wurde ein Erschütterungsgutachten durch den Bausachverständigen Dipl.-Ing. Wolfgang Rösener, Erschütterungsgutachten vom 30.08.2006 (Königsplatz) und jeweils eine Stellungnahme der TU München, Bewertung der Körperschallemissionen im Bereich der Wendeschleife am Theodor-Heuss-Platz vom 26.02.2007 und im Bereich der Wendeschleife am Stadttheater vom 14.03.2007 erstellt. Diese Gutachten wurden im Rahmen des weiteren Verfahrens zum Bebauungsplan fortgeschrieben (Dipl.-Ing. Wolfgang Rösener, Erschütterungsgutachten vom 07.04.2010, Stadtwerke / Umbau Königsplatz – 10/061 und Erschütterungsgutachten vom 26.04.2010, Stadtwerke / Theodor-Heuss-Platz – 10/062). Königsplatz Im Erschütterungsgutachten des Bausachverständigen Dipl.-Ing. Wolfgang Rösener vom 07.04.2010 wurde die Erschütterungsgefährdung der vorhandenen Bauwerkssubstanz betrachtet. Zusammenfassend betrachtet ist festzuhalten, dass in der KonradAdenauer-Allee einzelne Gebäude mit dem Gefährdungsgrad I (groß) eingestuft wurden. Aufgrund der Lageveränderung gegenüber der heutigen Situation werden entlang der Konrad-Adenauer-Allee 1 bis 19 spezielle Körperschallmaßnahmen vorgesehen, ebenfalls in der Halderstraße

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“
im Bereich der LEW aufgrund des geringen Gleisabstandes zum Gebäude. Durch diese Maßnahmen wird sichergestellt, dass keine erheblichen Auswirkungen durch Erschütterungen auf die betroffenen Bauwerke zu erwarten sind. Die Gebäude Schießgrabenstraße 2 ½ und Beethovenstraße 2 wurden mit dem Gefährdungsgrad II (mittel) eingestuft. Die Neuverlegung der Gleise erfolgt in diesem Abschnitt auf der bestehenden Betontragplatte. Die Lageänderung der Schienen beträgt maximal 50 cm. Aufgrund der geringen Veränderung gegenüber der heutigen Situation (Bestandsschutz) werden in diesem Abschnitt keine Maßnahmen vorgesehen. Sollte wider Erwarten eine Verschlechterung gegenüber heute auftreten, wäre ein nachträgliches Herstellen einer Abfugung des Gleiskörpers von der Stahlbetondecke möglich. Detaillierte Angaben über die unterschiedlichen Gefährdungsgrade der umliegenden Gebäude können dem fortgeschriebenen Erschütterungsgutachten entnommen werden (Dipl.-Ing. Wolfgang Rösener „Erschütterungsgutachten, Stadtwerke / Umbau Königsplatz – 10/061“; Gutachten vom 07.04.2010). Wendeschleifen Stadttheater und Theodor-Heuss-Platz, Gleisbogen zwischen Bgm.-Fischer-Straße und Fuggerstraße Die geplanten Gleisradien der nur im Ausnahmefall befahrenen Wendeschleifen sowie des Gleisbogens zwischen der Bgm.-Fischer-Straße und der Fuggerstraße erfordern langsamere Fahrgeschwindigkeiten der Straßenbahnen, so dass keine wesentlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Ergänzend hierzu wurden für die beiden Wendeschleifen gutachterliche Stellungnahmen der TU München eingeholt, die besagen, dass bei den vorgesehenen Geschwindigkeiten mit V < 18 km/h nicht mit deutlich erhöhten Pegeln gegenüber einem normalen Streckengleis gerechnet werden muss. Eserwall Im Erschütterungsgutachten des Bausachverständigen Dipl.-Ing. Wolfgang Rösener vom 26.04.2010 wurde die Erschütterungsgefährdung der vorhandenen Bauwerkssubstanz entlang des Eserwalls betrachtet. Demnach wurden auch am Eserwall einzelne Gebäude mit dem Gefährdungsgrad I (groß) eingestuft. Aufgrund der Lageveränderung gegenüber der heutigen Situation sind entlang dem Eserwall spezielle Körperschallmaßnahmen vorgesehen. Durch diese Maßnahmen wird sichergestellt, dass keine erheblichen Auswirkungen durch Erschütterungen auf die betroffenen Bauwerke zu erwarten sind.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500
Detaillierte Angaben über die unterschiedlichen Gefährdungsgrade der umliegenden Gebäude können dem Erschütterungsgutachten entnommen werden (Dipl.-Ing. Wolfgang Rösener „Erschütterungsgutachten, Stadtwerke / Theodor-Heuss-Platz – 10/062“, Gutachten vom 26.04.2010).

Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV):
Zur Beurteilung der elektromagnetischen Verträglichkeit für die Straßenbahn-Energieversorgungsanlagen der Stadtwerke Augsburg Verkehrs GmbH kann nicht die 26. BImSchV herangezogen werden, da es sich hier um ein mit Gleichstrom (0 Hz) betriebenes System handelt. Für die Planfeststellungs- bzw. Plangenehmigungsunterlagen zum Umbau von Königsplatz, Theodor-Heuss-Platz und Wendeschleife Stadttheater wurden jeweils Gutachten zur elektromagnetischen Verträglichkeit durch das Büro ELBAS, EMV-Gutachten vom 08.09.2006 (Königsplatz), 13.10.2006 (Theodor-Heuss-Platz) und 30.08.2007 (Wendeschleife Stadttheater) erstellt. Im Zusammenhang mit dem Bebauungsplanverfahren Nr. 500 wurden diese Gutachten fortgeschrieben (EMV-Gutachten Umplanung „Augsburg Boulevard“ – Ergänzung zum EMV-Gutachten Theodor-Heuss-Platz vom 15.04.2010). Die Gutachten haben ergeben, dass die zulässigen Werte für den Personenschutz um ein Vielfaches unterschritten werden. Eine Beeinflussung von Elektronenstrahl-Bildschirmen ist an bestimmten Orten wahrscheinlich. Bei einer Umstellung der Nennspannung auf DC 750 V wird sich das ohnehin schon sehr geringe magnetische Feld noch weiter verringern. Schutzgut Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt Die Grünanlagen des Plangebietes sind überwiegend intensiv gepflegte Grünflächen. Für die Bewertung des Schutzgutes Tiere und Pflanzen sind vor allem der alte Baumbestand in den Grünanlagen am Königsplatz, am Theodor-Heuss-Platz sowie auf der Wallanlage zwischen Schießgrabenstraße und Konrad-Adenauer-Allee maßgeblich. Das Plangebiet befindet sich in der Innenstadt von Augsburg und ist vor allem durch urbane Straßen und Häuserzeilen geprägt. Im Süden des Geltungsbereichs befinden sich der Theodor-Heuss-Platz mit der gleichnamigen Straßenbahnhaltestelle sowie die Eserwallstraße. Im Bereich des Theodor-Heuss-Platzes sind nach derzeitigem Planungsstand im Rahmen der Umgestaltung der Parkanlage sowie zur Schaffung einer Linksabbiegespur in den Kitzenmarkt Eingriffe in bestehende Gehölzbestände unvermeidlich (insgesamt 13 Einzelbäume).

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“
Entlang der Eserwallstraße sind im nördlichen Bereich zusätzliche Gehölzpflanzungen vorgesehen, die im Vergleich zur Bestandssituation einer Verbesserung der Durchgrünung darstellen. Die projektbedingten Rodungen im Bereich der Eserwallstraße liegen bei 15 Bäumen. Zwischen Konrad-Adenauer-Allee und Schießgrabenstraße kommt es nach derzeitigem Planungsstand lediglich im nördlichen Straßenabschnitt (im Bereich der Einmündung in den Königsplatz) zu projektbedingten Eingriffen in Gehölzlebensräume. Hier muss vor allem im Abschnitt südlich der Einmündung der Beethovenstraße an der östlichen Straßenseite der Schießgrabenstraße eine Baumreihe aus verkehrsplanerischen Gründen gerodet werden. Auch im Einmündungsbereich der Hallstraße in die Konrad-Adenauer-Allee müssen zwei Einzelbäume gefällt werden, so dass in diesem Abschnitt insgesamt 10 Bäume gerodet werden müssen. Im Bereich der heutigen Überfahrt von der Schießgraben- in die Hallstraße wird die derzeit durchschnittene Grünanlage des Walles dagegen wieder bepflanzt und geschlossen. Darüber hinaus wirkt sich der Wegfall der kurzen Hermanstraße in diesem Zusammenhang ebenfalls positiv aus. Insgesamt betrachtet kann der bestehende Grünzug zwischen TheodorHeuss-Platz und Königsplatz – der eine wichtige Leit- und Jagdstruktur für die Fledermausfauna darstellt – weitestgehend erhalten bzw. zum Teil sogar gestärkt werden. Aufgrund der geänderten Verkehrsführung müssen nach derzeitigem Planungsstand vor allem am westlichen Rand der Grünanlage am Königsplatz einige Bäume weichen (Baumreihe zwischen dem heutigen Gehweg und der Schaezlerstraße). Weiterhin ist am nördlichen Rand der Grünanlage aus städtebaulicher Sicht eine platzartige Aufweitung der Kurzen Bahnhofstraße vorgesehen. Auch infolge des geänderten Gehund Radwegekonzeptes müssen einige Bäume gerodet werden. Darüber hinaus sind die aus verkehrsplanerischer Sicht unvermeidbaren Eingriffe in die Gehölzbestände am Königsplatz zu berücksichtigen (innerhalb des Haltestellendreieckes, auf den Bahnsteigen des nordwestlichen Gleisschenkels, im Umfeld des Manzú-Brunnens, am östlichen Rand der Grünanlage, sowie im Bereich des Gehölzbestandes südlich der Kurzen Hermanstraße). Insgesamt sind im Umfeld des Königsplatzes 101 Einzelbäume von Rodung betroffen. Auf dem Beiplan F.5.1 sind die unvermeidbar zu rodenden Gehölzbestände zusammenfassend dargestellt. Um den Bestand der Grünanlage nicht zu gefährden erfolgt der Ausbau des Haltestellendreiecks in Richtung Süden und Osten, so dass am südlichen Rand der Grünanlage nur noch in so geringem Flächenumfang wie möglich eingegriffen wird. In der neuen Platzfläche am Nordrand der Grünanlage sind Grüninseln vorgesehen, die es ermöglichen, wesentliche Teile des dortigen Baumbestands zu erhalten. Auf der Ostseite wird die Grünanlage durch Neupflanzungen ergänzt.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500
Am Königsplatz befindet sich eine Saatkrähenkolonie mit ca. 100 Nestern (Beutler et. al. 2006). Entsprechend den aktuellen Bestandsaufnahmen durch LARS consult befinden sich mittlerweile etwa 130 Niststandorte am Königsplatz. Von den projektbedingt verursachten Rodungen sind ca. 20 % dieser Niststandorte der Saatkrähenkolonie betroffen. Zwischen Königsplatz und der nördlichen Begrenzung des Geltungsbereichs sind Gehölzrodungen in einem Umfang von 27 Bäumen vorgesehen (v.a. in der Fugger- und Schaezlerstraße). Dafür werden aber im Bereich Fuggerstraße deutlich mehr Bäume neu gepflanzt (4 Baumreihen geplant), denen durch die Verkehrsberuhigung auch mehr Standplatz zur Verfügung steht. Der Grünzug zwischen Königsplatz und Volkhartstraße wird dadurch insgesamt betrachtet deutlich aufgewertet. Die Gehölzbestände am Kennedy-Platz bleiben von der gegenwärtigen Planung unberührt, vielmehr werden auch hier zusätzliche Baumpflanzungen vorgenommen. Die vorgesehene Begrünung der Fugger- und Volkhartstraße und des Eserwalls sowie der Lückenschluss des Wallgrüns auf Höhe der Hallstraße wirken sich insgesamt positiv auf die wichtige Nord-Süd-Grünachse aus. Für die Planung der Mobilitätsdrehscheibe Augsburg wurden faunistische Untersuchungen auf dem Königsplatz zu den Artengruppen Vögel, Fledermäuse und Altholzkäfer durchgeführt (Beutler et. al. 2006). Die beiden erstgenannten Artengruppen wurden durch aktuelle Bestandsaufnahmen ergänzt (Avifauna und Fledermäuse, LARS consult 2009 und 2010). Daneben wurde die Artenschutzkartierung des Landesamtes für Umweltschutz ausgewertet. Im Untersuchungsgebiet wurden 11 Vogelarten nachgewiesen. Weitere 7 Vogelarten wurden laut spezieller artenschutzrechtlicher Prüfung (saP) als potentiell vorkommend angenommen. Folgende Arten wurden dabei festgestellt bzw. sind als potenziell vorkommend zu berücksichtigen:

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“

Tab. 7: Vögel
deutscher Name

wissenschaftlicher Name

RL D

RL BY

RL T/S (TertiärHügelland / Schotterplatten)

Nachweise am Königsplatz und in der Wallanlage zw. Schießgrabenstr. und Konrad-AdenauerAllee
1 Brutpaar am Königsplatz (2006) 1 Brutpaar am Königsplatz (2006) Nachweis in den Wallanlagen (2010)

Amsel Buchfink Buntspecht Dohle

Turdus merula Fringilla coelebs Dendrocopus major Corvus monedula

-

-

-

V

V

2 Brutpaare im Bereich des Königsplatzes (2006) Brutverdacht Königsplatz und Wallanlagen (2010)

Gartenbaumläufer Gartenrotschwanz

Certhia brachydactyla

Phoenicurus phoenicurus

V

3

Kein Nachweis; aber potentiell vorkommend lt. saP Kein Nachweis; aber potentiell vorkommend lt. saP

Grauschnäpper

Muscicapa striata

Haussperling

Parus domesticus

V

5 Brutpaare im Bereich Königsplatz (2006) Kein Nachweis; aber potentiell vorkommend lt. saP 1 Exemplar (2006); Brutverdacht (2010) V Kein Nachweis; aber potentiell vorkommend lt. saP Kein Nachweis; aber potentiell vorkommend lt. saP

Kernbeißer

Coccothraustes coccothraustes

Kleiber

Sitta europaea

Kleinspecht

Dendrocopus minor

Mauersegler

Apus apus

V

V

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93

Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

deutscher Name

wissenschaftlicher Name

RL D

RL BY

RL T/S (TertiärHügelland / Schotterplatten)

Nachweise am Königsplatz und in der Wallanlage zw. Schießgrabenstr. und Konrad-AdenauerAllee
1 Brutpaar (2006); Brutverdacht (2010) Kolonie mit 101 Brutpaaren (2006); ca. 130 Brutpaare (2010) 3 Brutpaare im Bereich Königsplatz (2006); Nahrungsgast (2010) Kein Nachweis; aber potentiell vorkommend lt. saP 2 Brutpaare Königsplatz (2006)

Rabenkrähe

Corvus corone

-

-

-

Saatkrähe

Corvus frugilegus

V

Straßentaube

Columba livia f. domestica

Trauerschnäpper

Ficedula hypoleuca

Türkentaube

Streptopelia decaocto

Wanderfalke

Falco peregrinus

3

3

Kein Nachweis; aber potentiell vorkommend lt. saP

RL D RL BY RL T/S

Rote Liste Deutschland Rote Liste Bayern Rote Liste Tertiäres Hügelland und Voralpines Schotterland 0 1 2 3 G R V D ausgestorben oder verschollen vom Aussterben bedroht stark gefährdet gefährdet Gefährdung anzunehmen, aber Status unbekannt extrem seltene Art mit geographischer Restriktion Arten der Vorwarnliste Daten defizitär

Als weitere häufige Vogelarten wurden potentiell vorkommend angenommen: Blaumeise (Parus caeruleus), Grünfink (Carduelis chloris), Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros), Kohlmeise (Parus major), Ringeltaube (Columba palumbus), Singdrossel (Turdus philomelos), Star (Sturnus vulgaris), Sumpfmeise (Parus palustris), Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) und Zilp-Zalp (Phylloscopus collybita).

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“

Im Untersuchungsraum wurden 4 Fledermausarten nachgewiesen. Überwinterungsquartiere wurden nur vom Abendsegler festgestellt. Weitere 6 Fledermausarten wurden laut spezieller artenschutzrechtlicher Prüfung (saP) als potentiell vorkommend angenommen. Tab. 8: Fledermäuse
deutscher Name

wissenschaftlicher Name

RL D

RL BY

RLT/S (TertiärHügelland / Schotterplatten)

Nachweise am Königsplatz und in der Wallanlage zw. Schießgrabenstr. und Konrad-AdenauerAllee
Nachweis auf dem Königsplatz, bekanntes Winterquartier am Stadttheater, weiteres Winterquartier bei Baumfällungen auf Wallanlage entdeckt (Schmidt 2009), Detektornachweis auf Wallanlagen (2009) Kein Nachweis; aber potentiell vorkommend lt. saP

Abendsegler

Nyctalus nyctalus

3

3

3

Braunes Langohr

Plecotus auritus

Breitflügelfledermaus

Eptesicus serotinus

V

3

3

Kein Nachweis; aber potentiell vorkommend lt. saP Einzelnachweis vor einigen Jahren Kein Nachweis; aber potentiell vorkommend lt. saP Kein Nachweis; aber potentiell vorkommend lt. saP Kein Nachweis; aber potentiell vorkommend lt. saP Nachweis in Nähe der Wallanlagen (2009)

Kleine Bartfledermaus Kleiner Abendsegler

Myotis mystacinus Nyctalus leisleri

3 G

2

2

Nordfledermaus

Eptesicus nilssonii

2

3

2

Rauhautfledermaus

Pipistrellus nathusii

G

3

3

Weißrandfledermaus

Pipistrellus kuhlii

D

D

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

deutscher Name

wissenschaftlicher Name

RL D

RL BY

RLT/S (TertiärHügelland / Schotterplatten)

Nachweise am Königsplatz und in der Wallanlage zw. Schießgrabenstr. und Konrad-AdenauerAllee
Kein Nachweis; aber potentiell vorkommend lt. saP Nachweis mehrerer Individuen, Sommerquartier in Nachbarschaft (2006) , Nachweis mehrerer Individuen (2009)

Zweifarbfledermaus

Vespertilio discolor

G

2

2

Zwergfledermaus

Pipistrellus pipistrellus

-

-

-

RL D RL BY RL T/S

Rote Liste Deutschland Rote Liste Bayern Rote Liste Tertiäres Hügelland und Voralpines Schotterland 0 1 2 3 G R V D ausgestorben oder verschollen vom Aussterben bedroht stark gefährdet gefährdet Gefährdung anzunehmen, aber Status unbekannt extrem seltene Art mit geographischer Restriktion Arten der Vorwarnliste Daten defizitär

Die Fledermauskartierung (Beutler et. al. 2006) erbrachte keine Quartiere für den Königsplatz. Laut Aussagen der Unteren Naturschutzbehörde wurde bei der Fällung eines älteren Baumes in den Wallanlagen zwischen Schießgrabenstraße und Konrad-Andenauer-Allee ein Winterquartier des Großen Abendseglers (Nyctalus nyctalus) festgestellt. Daher ist bei allen Höhlenbäumen, die geeignete Quartiere für diese Art aufweisen, davon auszugehen, dass diese als Winterquartier genutzt werden. Während am Königsplatz bei den Detektoruntersuchungen von Beutler (2006) und LARS consult (2009) wenige Fledermausbewegungen festgestellt werden konnten, wurden von LARS consult (2009) auf den Wallanlagen mehrere Tiere, darunter auch ein Exemplar der Weißrandfledermaus nachgewiesen. Daraus lässt sich ableiten, dass vor allem die Wallanlagen zwischen Schießgrabenstraße und Konrad-Andenauer-Allee als Leitlinie und Jagdhabitat genutzt werden. Über die Bedeutung des Königsplatzes als Jagdlebensraum kann mit den vorhandenen Ergebnissen nur spekuliert werden. Er besitzt aber sicherlich eine weitaus geringere Bedeutung als die Wallanlagen.

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“
Neben der Avi- und der Fledermausfauna wurden auch Käfer kartiert (Beutler et. al. 2006). Dabei konnten 17 Käferarten nachgewiesen werden, von denen 4 auf der Roten Liste Bayerns geführt werden. 8 Arten sind zumindest in gewissen Entwicklungsstadien von Totholz abhängig, obwohl das Habitatpotential durch intensive gärtnerische Pflege und den damit einhergehenden Mangel an Totholz deutlich eingeschränkt wird. Europarechtlich streng geschützte Arten waren nicht darunter. In nachfolgender Tabelle sind die Käferarten zusammenfassend aufgelistet: Tab. 9: Käfer
deutscher Name
Blattkäfer Zipfelkäfer Rüsselkäfer Düsterkäfer Breitrüssler Speckkäfer Hüpfkäfer Seidenkäfer Seidenkäfer Bockkäfer Pochkäfer Düsterkäfer Bockkäfer Seidenkäfer Weichkäfer Marienkäfer Speckkäfer
RL D RL BY

wissenschaftlicher Name
Oulema gallaeciana Charopus flavipes Stereocorynes truncorum Mycetochara linearis Brachytarsus nebulosus Globicornis nigripes Trixagus dermestoides Scraptia fuscula Anaspis rufilabris Anisarthron barbipes Anobium nitidum Isomira semiflava Leiopus nebulosus Anaspis maculata Malthodes (sp. Weibchen) Oenopia conglobata Globicornis nigripes

RL D
3 3 2 3

RL BY
3 3 3 3

Totholz

Nachweise am Königsplatz
Platane Platane

X X

Platane Spitzahorn Spitzahorn Spitzahorn Spitzahorn

X X X

Spitzahorn Spitzahorn Spitzahorn Spitzahorn Kastanie

X X X

Kastanie Kastanie Kastanie Kastanie Kastanie

Totholz

Rote Liste Deutschland Rote Liste Bayern 0 ausgestorben oder verschollen 1 vom Aussterben bedroht 2 stark gefährdet 3 gefährdet G Gefährdung anzunehmen, aber Status unbekannt R extrem seltene Art mit geographischer Restriktion V Arten der Vorwarnliste D Daten defizitär X zeitweilig von Totholz abhängig

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Aus der Sicht des Artenschutzes ist der Königsplatz hinsichtlich seiner Käferfauna hoch zu bewerten. Er beherbergt u.a. einen durchaus beachtlichen Artenbestand von holzbewohnenden Käfern, wenn auch zum Teil in sehr schwachen Populationen. Die Bestände sind relativ gut mit denen von anderen Altholzinseln (Baumbeständen in Parks und in der Lechaue) in Augsburg vernetzt. Dementsprechend ist bei Eingriffen in den Königsplatz die Beeinträchtigung der Altholzbestände so weit möglich zu minimieren. Eine besondere Bedeutung für Altholzkäfer dürfte vor allem den beprobten Altbäumen zukommen, die unbedingt erhalten werden müssen (Beutler et. al. 2006). Allerdings ist natürlich auf Grund der Sicherungspflicht gerade bei Bäumen mit Tot-/Altholz eine verstärkte Baumpflege notwendig, bei der wiederum Lebensräume dieser Käferarten verloren gehen. Beutler et. al. (2006) schlägt in seinem Fachgutachten als Kompensationsmaßnahmen für die hoch bewertete Altholzkäferfauna neben der Neupflanzung von Gehölzen das Liegen lassen gefällter Baumstämme bzw. Stehenlassen von Stubben und Stümpfen, die Anlage von Rindenund Asthaufen im Stammfußbereich stehen bleibender Bäume und die Anlage von Doldenblütersäumen vor. Darüber hinaus sollten seiner Ansicht nach Neupflanzungen von Bäumen nicht in so engen Abständen erfolgen, dass – wie in der derzeitigen Situation – fast nur stark beschattete Stämme vorhanden sind. Diese Vorschläge werden in die „Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich“ (vgl. Kap. D. 4.2.3) aufgenommen und innerhalb der Ausgleichsfläche am der Senkelbachstraße entsprechend umgesetzt. Bei den Neupflanzungen von Bäumen werden ausreichende Abstände eingehalten. Die zur Fällung vorgesehenen alten Bäume >40 cm Durchmesser werden auf Käfervorkommen untersucht. Für die Versetzung wird eine ökologische Baubegleitung installiert, die die geeigneten Stämme bzw. Äste für diese Maßnahme auswählt. Der Königsplatz ist nicht als geeigneter Standort für Totholz anzusehen. Die Realisierung des Vorhabens führt zu relativ geringen Eingriffen in den Baumbestand am Theodor-Heuss-Platz sowie zwischen Schießgrabenstraße und Konrad-Adenauer-Allee. Die Gehölzbestände am Königsplatz sind dagegen stärker betroffen. Dem stehen umfangreiche Neuanpflanzungen vor allem im Bereich der Fuggerstraße gegenüber (4 Baumreihen). Auch die Schließung des Grüngürtels durch den Wegfall der kurzen Hermanstraße und im Bereich Schießgrabenstraße/Hallstraße sowie die vorgesehene Begrünung der Volkhartstraße und des Eserwalls führen zu einem sowohl aus ökologischer als auch aus grünplanerischer Sicht gewünschten positiven Effekt. Verluste sind vor allem für die Saatkrähenkolonie am Königsplatz zu erwarten (ca. 20 % der Niststandorte).

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“

Da vor allem die an der Kolonie randlich gelegenen Horstbäume betroffen sind und die Bäume im Kernbereich der Kolonie von den Maßnahmen überwiegend verschont bleiben, ist davon auszugehen, dass der Eingriff zu keiner signifikanten Verschlechterung der Brutpopulation dieser Art führt. Nichts desto trotz kann es zu Abwanderungen von Einzelpaaren kommen, die dann evtl. im Stadtgebiet eine neue Kolonie gründen. Derzeit wird vom Landesbund für Vogelschutz für ganz Schwaben ein Saatkrähenmonitoring durchgeführt. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, das durch ein Monitoring die Entwicklung der Saatkrähenkolonie während und nach den Maßnahmen zu erfassen ist, um neu entstehende Kolonien frühzeitig sicherstellen zu können. Aus artenschutzrechtlicher Sicht ist die Reduktion von ca. 20% der Horstbäume vertretbar, wenn die Vermeidungsmaßnahmen die in der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung festgelegt sind, eingehalten werden. Da der Königsplatz für die Saatkrähen schon jetzt die Kapazitätsgrenze erreicht hat, ist auch ohne die Umsetzung des gegenständlichen Projektes davon auszugehen, dass in absehbarer Zukunft neue Koloniestandorte gegründet werden. Geeignete Niststandorte in Form von Grünanlagen und Parks mit altem Baumbestand sind im gesamten Stadtgebiet vorhanden. Im Zuge der Umsetzung der Planung werden darüber hinaus zusammenhängende Grünstrukturen mit einer großräumigen Vernetzung zu den angrenzenden Siedlungs- und Landschaftsräumen geschaffen. Die neuen Grünachsen übernehmen langfristig eine ausgleichende Wirkung für die mit der Planung verbundenen Eingriffe in Flora und Fauna. Eine umfassende Beurteilung des geplanten Projektes insbesondere aus artenschutzrechtlicher Sicht (vgl. nachfolgendes Unterkapitel „Artenschutzrechtliche Beurteilung“) ist den „Naturschutzfachlichen Angaben zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) zum Bebauungsplan 500“ (LARS consult, 2010) zu entnehmen. Ohne Durchführung der Planung würden sowohl die Eingriffe in die bestehenden Gehölzlebensräume (v. a. am Königsplatz) als auch die geplanten Neupflanzungen (v. a. 4 Baumreihen entlang der Fuggerstraße, im Bereich des Walls zwischen Konrad-Adenauer-Allee und Schießgrabenstraße sowie die vorgesehene Begrünung der Volkhartstraße und des Eserwalls) unterbleiben. Inwieweit einzelne Bäume in den nächsten Jahren aufgrund der Verkehrssicherungspflicht entfernt werden müssten ist derzeit nicht quantifizierbar.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500
Artenschutzrechtliche Beurteilung Im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens wurde eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP) durchgeführt. Um diese notwendige Prüfung der artenschutzrechtlichen Belange auf einer gesicherten Datengrundlage erstellen zu können, wurden – in Abstimmung mit der Unteren sowie Höheren Naturschutzbehörde– aktuelle faunistische Kartierungen durchgeführt. Die Schwerpunkte lagen dabei auf der Erfassung der Saatkrähenkolonie im Bereich des Parks am Königsplatz, sowie der Erfassung der Fledermausaktivitäten im Bebauungsplangebiet. Die Ergebnisse der Erfassungen von LARS consult (2010) und Beutler (2006) bilden die Grundlage für die Bewertung der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände gemäß § 44 BNatSchG. Folgende Vorkehrungen zur Vermeidung werden durchgeführt, um Gefährdungen von Tier- und Pflanzenarten des Anhangs IV der FFHRichtlinie und von Vogelarten zu vermeiden oder zu mindern. Die Ermittlung der Verbotstatbestände gem. § 44 Abs. 1 i.V.m. Abs. 5 BNatSchG erfolgt unter Berücksichtigung dieser Vorkehrungen:
-

V1: Die notwendigen Rodungen werden sukzessive allesamt je nach Baufortschritt durchgeführt. Die Rodung von Gehölzen ist vom 01.03. – 30.09. nicht zulässig. Die Bäume am Königsplatz sind bei Rodungen im Februar vor der Fällung auf neu errichtete Krähennester zu untersuchen. Die Rodung von Bäumen mit neu angelegten Nestern ist ohne Ausnahmegenehmigung nicht zulässig. Großbäume mit einem Stammdurchmesser von mehr als 40 cm sind vor der Rodung auf Ausfaulungen und Baumhöhlen zu untersuchen. Bäume mit festgestellten Aushöhlungen dürfen nur vom 01.10. – 30.11. gerodet werden um überwinternde Fledermäuse nicht zu stören. V2: Nichts desto trotz werden alle Höhlenbäume die als Quartiere für Fledermäuse dienen können endoskopisch untersucht. Bei Feststellung von schon überwinternden Fledermausarten werden diese von Fledermausexperten evakuiert und an einen sicheren Standort verbracht. Die Höhlenbäume werden an einen geeigneten Standort versetzt, um weiterhin als natürliches Höhlenangebot fungieren zu können. Im Bebauungsplanbereich wird als Ersatz für jeden zu fällenden Höhlenbaum ein winterfester Fledermauskasten aufgehängt, um das verminderte Höhlenangebot zu kompensieren. V3: Es werden nicht mehr als 20% der Bäume, die von Saatkrähennestern besetzt sind entfernt. Die Entfernung der Bäume geschieht zeitgestaffelt nach Baufortschritt. Die Rodungen müssen immer vor Brutbeginn abgeschlossen sein. Während der Brutphase sind Störungen auf das notwendigste Mindestmaß, um den Baubetrieb aufrecht zu erhalten, zu reduzieren. Aktive Vergrämungsmaßnahmen werden im Zusammenhang mit der Umsetzung des Bebauungsplanes 500 nicht durchgeführt. Für die Auswirkungen auf die Kolonie wird ein Monitoring durchgeführt, welches die Reaktion der Saatkrähen auf die Baumaßnahmen erfasst und bewertet. V4: Schutz und Erhalt der nicht direkt von der Planung betroffenen Bäume

-

-

-

100

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“

Aufgrund des jetzigen Erkenntnisstandes werden mit Einbezug der genannten Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen keine Verbotstatbestände nach § 44 BNatSchG erfüllt. Damit ist auch kein Ausnahmeantrag nach § 45 Abs. 8 BNatSchG. i.V. mit Art. 16 Abs.1 FFH-RL erforderlich. Schutzgut Boden Im überwiegenden Flächenanteil des Projektgebietes liegt eine intensive bauliche Nutzung vor, so dass grundsätzlich von einem erheblich anthropogen überprägten Bodengefüge auszugehen ist. Hinzu kommen die mit der Bombardierung während des Zweiten Weltkrieges verbundenen künstlichen Auffüllungen, welche ebenfalls einen weitgehend gestörten Bodenaufbau zur Folge haben. Entsprechend den Aussagen des von Dipl.-Ing. Hermann Schall zum BV Mobilitätsdrehscheibe Königsplatz erstellten Gutachtens („Erfassung und Bewertung des Baumbestandes“ vom 03.08.2006), sind für den Bereich des Königsplatzes (innerhalb des Parks) folgende Verhältnisse vorzufinden: „Unter der Rasendecke steht eine ca. 60 cm mächtige Schicht eines technisch hergestellten Vegetationssubstrates an, die Bestandteile Lehm und Oberboden dominieren. Im Zuge späterer Bodenlockerungs- und Bodenbelüftungsmaßnahmen wurden Perlithe zugegeben. Unterhalb der Schicht stehen bis in ca. 120 cm Tiefe (Sohle der Sondiergrabung) Füllböden sandiger Lehme an. Die Bodenzusammensetzung wechselt von stark lehmigen bis hin zu tonigen Sanden. Durchsetzt ist das Material mit Kies, Steinen, Ziegelbruch o. ä. Das Bodenmaterial dieser Füllbodenschicht ist stark verdichtet.“ Darüber hinaus wurde im Sommer 2006 eine Baugrunderkundung im Bereich des Königsplatzes mit insgesamt 7 Bohrungen durchgeführt (Prof. Dr. Schuler, Dr. Ing. Gödecke vom 28.09.2006), ergänzt durch aktuelle Baugrundaufschlüsse (Prof. Dr. Schuler, Dr. Ing. Gödecke) aus dem Jahr 2010: „Die bei natürlichem Schichtaufbau zu erwartende mehrere Meter dicke Deckschicht aus Lößlehm wurde nur in zwei der sieben Bohrungen in einer Tiefe von 1,3 bis 1,7 m bis 5,6 m unter GOK angetroffen. In den weiteren Bohrungen fanden sich an Stelle des Decklehms anthropogene Auffüllungen bis in eine Tiefe von 10,3 m unter GOK. Die Auffüllungen waren dabei heterogen mit unterschiedlichen Schichtdicken, Kornzusammensetzungen und wechselnden anthropogenen Beimengungen wie z. B. Beton- und Mauerwerksreste, Stahl, Holz und Aschenreste etc.. Mit kleinräumig stark unterschiedlicher Zusammensetzung der Auffüllungen ist zu rechnen.“

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Trotz der Tatsache, dass die o. g. Ausführungen ausschließlich für den Bereich Königsplatz Gültigkeit besitzen, erscheint eine Übertragung der Aussage, dass ausschließlich gestörte Bodenverhältnisse vorliegen, auf das gesamte Planungsgebiet vom Grundsatz her möglich. Unter Berücksichtigung dieser Voraussetzungen ist eine sonst übliche Bewertung der vorliegenden Böden – unterteilt in Speicher- und Reglerfunktion, Ertragsfunktion und Lebensraumfunktion – nicht zielführend. Vielmehr werden sich die projektbedingt verursachten Auswirkungen auf das Schutzgut Boden im Wesentlichen in einem Vergleich zwischen neuversiegelten (z. B. im Bereich Königsplatz / Schaezlerstraße) und entsiegelten (u. a. im Bereich der geplanten Baumpflanzungen auf der Fuggerstraße aber auch am Eserwall sowie im Bereich des Wegfalls der Abbiegespur in die Hallstraße) Flächenanteilen bemessen lassen. Diese Gegenüberstellung zeigt, dass die projektbedingt verursachte Entsiegelung (ca. 6.450 m²) die Neuversiegelung (ca. 4.941 m²) sogar noch um etwa 1.509 m² übertrifft. Demnach sind keine projektbedingten negativenAuswirkungen auf das Schutzgut Boden zu erwarten.

Altlasten, Kampfmittel

Nach derzeitigem Kenntnisstand liegen keine besonderen Hinweise auf Altlasten / Kampfmittel im Planungsgebiet vor. Bei Kontrollanalysen im Rahmen von Probebohrungen aus dem Jahr 2006 wurden an Proben der oberflächennahen Schichten vereinzelt erhöhte Stoffkonzentrationen festgestellt (PAK, Quecksilber, Blei). Mit Ausnahme einer örtlich hohen Bleikonzentration lagen die festgestellten Stoffkonzentrationen unterhalb der Hilfswerte des LfW-Merkblattes 3.8/1. Insgesamt ergaben sich jedoch keine besonderen Hinweise auf Gefährdungen durch Altlasten im Bereich des Königsplatzes. Diese Aussage wird auch durch eine Stellungnahme der Regierung von Schwaben vom 25.09.2009 (im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange) für den gesamten Geltungsbereich bestätigt, wonach „eine Vorprüfung über das Altlasten-, Bodenschutz- und Deponie-Informationssystem (ABuDIS) ergeben hat, dass Altlasten im Zuständigkeitsbereich der Regierung von Schwaben im Bebauungsplangebiet nicht vorhanden sind.“ Auch in den aktuellen Baugrundaufschlüssen (Prof. Dr. Schuler, Dr. Ing. Gödecke aus dem Jahr 2010) ergaben sich keine organoleptischen Hinweise auf altlastenrelevante Kontaminationen. Hinsichtlich einer Gefährdung des Grundwassers durch etwaige Schadstoffimmissionen über Sickerwassertransport (Wirkungspfad BodenGewässer) wäre auch im Falle von höheren Kontaminationen in Anbetracht der Oberflächenversiegelungen und des relativ hohen Grundwasser-Flurabstandes von 12 bis 13 m nur von einem entsprechend geringem Transmissionspotential bzw. von einer günstigen Abbau- und Rückhaltewirkung für die o. g. festgestellten Schadstoffe auszugehen.

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“
Weiter wäre durch die geplante Ausführung von Oberflächenversiegelungen und Frostschutzschichten im Bereich der Verkehrsflächen eine Gefährdung über den Wirkungspfad Boden-Mensch (Direktkontakt) bereits wirksam unterbunden. Andererseits kann ein Vorkommen von schädlichen Bodenveränderungen, Altlasten / Kampfmitteln innerhalb des gesamten Projektgebietes insbesondere aufgrund der Kriegseinwirkungen nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden. Demnach ist bei Erdarbeiten sorgfältig darauf zu achten, ob eventuell künstliche Auffüllungen, Altablagerungen u. ä. (mit entsprechen Auffälligkeiten) angetroffen werden. In diesem Fall wäre umgehend das Umweltamt der Stadt Augsburg einzuschalten sowie eine Untersuchung des Bodens, insbesondere zur Gefährdungsabschätzung bzw. zur Entsorgung durchzuführen. Unabhängig davon sind sämtliche Aushubmaterialien nach den einschlägigen abfallrechtlichen Bestimmungen im Hinblick auf ihre schadlose Verwertung oder Entsorgung zu überprüfen. Bei Nichtdurchführung der Planung würden sich keine mit den geplanten baulichen Maßnahmen verbundenen Versiegelungen bisher unversiegelter Flächen ergeben. Im Gegenzug würden jedoch auch keine Entsiegelungen durchgeführt werden. Der mit der Verkehrsverlagerung verbundene, veränderte Schadstoffeintrag in andere Bodenbereiche (Erhöhung bzw. Reduzierung des Schadstoffeintrages) stellt keinen wesentlichen Beurteilungsparameter dar (zumal sich auch hier nahezu gleichermaßen positive und negative Wirkungen ergeben). Schutzgut Wasser Im Projektgebiet liegen keine Oberflächengewässer vor, so dass im Rahmen der gegenständlichen Betrachtungen nur die projektbedingten Auswirkungen auf das Grundwasser zu untersuchen sind. Wasserschutzgebiete liegen nicht innerhalb des Planungsraumes, auch ist kein oberflächennahes Grundwasservorkommen zu erwarten. Entsprechend den Darstellungen der Grundwasserkarte der Stadt Augsburg liegt der höchste Grundwasserstand (für den Bereich Königsplatz) bei mehr als 10 m unter der Geländeoberkante. Grundsätzlich ist bei Projekten, die zu einer Erhöhung des Versiegelungsanteiles führen, zu überprüfen inwiefern sich dies negativ auf die Grundwasserneubildungsrate auswirken könnte. Wie die Bilanzierung zwischen versiegelter und entsiegelter Fläche zeigt, übertrifft die projektbedingt verursachte Entsiegelung (ca. 6.450 m²) die Neuversiegelung (ca. 4.941 m²) sogar noch um etwa 1.509 m². Demnach sind diesbezüglich keine nennenswerten Auswirkungen auf den Grundwasserkörper zu erwarten (vgl. in diesem Zusammenhang auch entsprechende Verminderungs© Stadtplanungsamt Augsburg cdeckarm, F:\Internet\500\Textteil.doc

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500
maßnahmen zur Versickerung bzw. zur Reduzierung der Flächenversiegelung in den Kap. D.4.5.2 und D.5.2.3). Bezüglich eines möglichen Schadstoffeintrages in das Grundwasser durch Freilegung von Altlasten / Kampfmittel sind die im Kap. Schutzgut Boden getroffenen Aussagen zu berücksichtigen. Demnach ist hinsichtlich einer Gefährdung des Grundwassers durch etwaige Schadstoffimmissionen über Sickerwassertransport auch im Falle von höheren (als den bisher nachgewiesenen) Kontaminationen nur von einem relativ geringem Transmissionspotential bzw. von einer günstigen Abbau- und Rückhaltewirkung für die festgestellten Schadstoffe auszugehen. In diesem Zusammenhang ist darüber hinaus das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth frühzeitig in die weiteren Erkundungsschritte einzubeziehen. Bau- und Gestaltungsmaßnahmen dürfen im Plangebiet nur dann begonnen werden, wenn dadurch die Erkundungsmaßnahmen nicht beeinträchtigt werden und die evtl. erforderlichen Sanierungsmaßnahmen uneingeschränkt möglich bleiben. Schutzgut Luft/Klima Entsprechend den Aussagen eines Stadtklimagutachtens aus dem Jahr 2000 (Baumüller et al, Stuttgart + Karlsruhe) wurde der Bereich Königsplatz als Teil eines zusammenhängenden „Stadtkern-Klimatops“ im Bereich der Innenstadt von Augsburg bewertet. Die Grünanlage des Königsplatzes besitzt demnach zwar keine wesentliche klimatische Ausgleichsfunktion für die umliegende dicht bebaute Umgebung. Allerdings wirkt sich der Baumbestand im unmittelbaren Nahbereich deutlich reduzierend auf sommerliche Hitzeereignisse aus. Kleinklimatisch betrachtet kommt dem Königsplatz damit sehr wohl eine thermische Ausgleichsfunktion zu. Ähnliches gilt (wenn auch je nach Größe des Gehölzbestandes in eingeschränkter Form) sicherlich auch für die Gehölzbestände am Theodor-Heuss-Platz sowie zwischen Konrad-Adenauer-Allee und Schießgrabenstraße. Als wesentlichste projektbedingte Auswirkungen auf das Schutzgut Klima sind somit die notwendigen Rodungen im Bereich des Königsplatzes sowie des Theodor-Heuss-Platzes anzusehen. Im Rahmen der Beurteilung der projektbedingten Auswirkungen auf das Schutzgut Lufthygiene sind jedoch die geplanten Gehölzpflanzungen (Fuggerstraße, 4 Baumreihen) sowie das Schließen des Grünzuges zwischen Königsplatz und Theodor-Heuss-Platz durch den Wegfall der kurzen Hermanstraße sowie im Bereich der bestehenden Abbiegespur in die Hallstraße und die vorgesehene Begrünung der Volkhartstraße und des Eserwalls positiv zu bewerten. Unter Berücksichtigung des günstigen Verhältnisses von Neupflanzungen zu projektbedingt verursachten Rodungen sind zusammenfassend betrachtet keine erheblichen negativen Auswirkungen auf die kleinklimatischen Verhältnisse zu befürchten.

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Hinsichtlich der lufthygienischen Auswirkungen (insbesondere die mit der Verkehrsverlagerung verbundene, veränderte Schadstoffemissionssituation) wird auf die entsprechenden Textpassagen beim Schutzgut Mensch verwiesen. Ohne Durchführung der Planung würden sowohl die Eingriffe in die bestehenden Gehölzlebensräume (v. a. am Königsplatz und Theodor-HeussPlatz) als auch die geplanten Neupflanzungen (v. a. entlang der Fuggerstraße, im Bereich des Walls zwischen Konrad-Adenauer-Allee und Schießgrabenstraße sowie die vorgesehene Begrünung der Volkhartstraße und des Eserwalls) unterbleiben. Schutzgut Orts- und Landschaftsbild Das Orts- und Landschaftsbild im Projektgebiet wird u. a. von folgenden stukturbildenden Elementen geprägt. - an die Verkehrs- und Grünflächen angrenzende dichte Bebauung (bis zu 10 Geschosse) - Gehölz- und Altbaumbestände am Theodor-Heuss-Platz - Geländestufe zwischen Schießgrabenstraße und Konrad-AdenauerAllee (Reste der historischen Wallanlagen) mit Altbaumbestand - Flächige Grünanlage auf dem Königsplatz mit prägendem Altbaumbestand (waldartiger Charakter), inkl. Brunnen und diagonal sich kreuzender Wegestruktur (Grundstruktur aus dem 19. Jhd. noch weitgehend erhalten) - Straßenbegleitende Gehölzbestände jüngeren Alters entlang der Fuggerstraße - Gehölzbestände entlang der Schaezlerstraße, Holbeinstraße und Bahnhofstraße - Gehölz- und Altbaumbestände am Kennedy-Platz sowie am Alten Einlass - Gehölzbestände entlang der Volkhartstraße und Frölichstraße - Sonstige Brunnen, Denkmäler etc. außerhalb des o.g. Grünbestandes (z.B. Manzu-Brunnen) Augenfälligste negative Auswirkung des geplanten Projektes ist auch im Hinblick auf das Schutzgut Orts- und Landschaftsbild die notwendige Inanspruchnahme von Gehölzbeständen. Wie bereits bei den Schutzgütern Tiere / Pflanzen und Lufthygiene erläutert, sind insbesondere im Bereich des Königsplatzes und des Theodor-Heuss-Platzes am vorhandenen Grünbestand Reduktionen vorzunehmen. Aber auch im Bereich zwischen Konrad-Adenauer-Allee und Schießgrabenstraße (im Abschnitt südlich der Einmündung der Beethovenstraße) sowie im Einmündungsbereich der Hallstraße in die Konrad-Adenauer-Allee müssen in kleinerem Umfang Gehölze gerodet werden.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Dem sind jedoch die Aufwertung der Nord-Süd-Grünachse durch die geplanten Baumpflanzungen entlang der Fuggerstraße (4 Baumreihen), die vorgesehene Begrünung der Volkhartstraße und des Eserwalls sowie das Schließen der bestehenden Lücken innerhalb des Grünzuges zwischen Königsplatz und Theodor-Heuss-Platz durch den Wegfall der kurzen Hermanstraße und im Bereich der bestehenden Abbiegespur in die Hallstraße gegenüberzustellen. Hinzu kommt die mit der geplanten Verkehrsberuhigung und der Öffnung / Umgestaltung des Königsplatzes etc. verbundene deutlich gesteigerte Attraktivität der Nord-Süd-Verbindung Volkhartstraße – Kennedy-Platz – Fuggerstraße – Königsplatz – KonradAdenauer-Allee – Theodor-Heuss-Platz. Dieser sogenannte AugsburgBoulevard ist ein wesentliches Planungsziel des Ideenwettbewerbes „Innenstadt Augsburg“, das im Bebauungsplan Nr. 500 umgesetzt wird. Ohne Durchführung der Planung würde die angestrebte Aufwertung der Nord-Süd-Achse ebenso unterbleiben wie die negativen Auswirkungen infolge der Eingriffe in die Gehölz- bzw. Baumlebensräume. Schutzgut Kulturgüter und sonstige Sachgüter Entsprechend einer Stellungnahme des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege vom 23.09.2009 umfasst die Planung verschiedene in der Denkmalliste für die Stadt Augsburg aufgeführte Ensembles und die in den Ensembles liegenden Einzelbaudenkmäler beziehungsweise den Nähebereich von Ensembles. Es sind dies: - Ensemble Altstadt Augsburg - Ensemble Fuggerstraße / Volkhartstraße / Schaezlerstraße - Ensemble Schießgrabenstraße - Ensemble Gesundbrunnenstraße Von der Vielzahl der in diesen Flächen liegenden Einzelbaudenkmale sind stellvertretend einige bekannte zu nennen: - Justizpalast (Am alten Einlaß 1) - Stadttheater (Kennedy-Platz 1) - Fuggerstraße 10 (ehem. St. Anna Gymnasium) - Fuggerstraße 12 (Stadtarchiv), - Konrad-Adenauer-Allee 15, 17a, 17/19, 23, 25, 27, 31, 33, 43, 43 1/2, 45, 51, 53, 55/57 Dazu kommen – außerhalb der Ensembleflächen liegend – der Thormannbrunnen auf dem Königsplatz sowie der Kesterbrunnen in den Wallanlagen.

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Darüber hinaus liegt das Planungsgebiet im Bereich oder in unmittelbarer Nähe folgender eingetragener oder vermuteter Bodendenkmäler (gemäß Stellungnahme des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege vom 17.09.2009): - Spätrömisch-frühmittelalterliches Gräberfeld (Inv.Nr. D-7-7631-0282) - Augusta Vindelicum: Hauptstadt der römischen Provinz Rätien – Siedlungsbereich extra muros, Kastell und Gräberfelder (Inv.Nr. D-7-7631-0517) - Augsburg: Untertägige Siedlungsteile der befestigten spätmittelalterlichen Stadterweiterung „Frauenvorstadt“ (Inv.Nr. D-7-7631-0520) - Augsburg: Untertägige mittelalterliche und neuzeitliche Siedlungsteile im Bereich der befestigten hochmittelalterlichen Reichsstadt (Inv.Nr. D-7-7631-0521) - Augsburg: Befestigungen der hochmittelalterlichen Reichsstadt (Inv.Nr. D-7-7631-0522) - Augsburg: Befestigungen der spätmittelalterlichen Stadterweiterung „Frauenvorstadt“ (Inv.Nr. D-7-7631-0523) - Kloster des Mittelalters und der Neuzeit (Inv.Nr. D-7-7631-0532) - Kloster des Mittelalters und der Neuzeit (Inv.Nr. D-7-7631-0540) - Römische, mittelalterliche und neuzeitliche Fundstellen im Weichbild der Stadt, insbesondere Vorstädte, gewerbliche und infrastrukturelle Einrichtungen, wie Straßen, Brücken, Mühlen, Anlegestellen, Dämme, Lehm- und Kiesgruben, Müll- und Schuttabladeplätze. In den ehemaligen Hochwassergebieten von Lech und Wertach können diese unter meterhohen Kiesablagerungen verborgen sein (Inv.Nr. D-7-7631-0006) Für die Lokalisierung und Ausdehnung dieser aufgeführten Bodendenkmäler sind die Eintragungen in nachfolgender Abbildung maßgeblich.

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Abb. 30: Bodendenkmale im weiteren Umgriff der Planung

Mit Ausnahme der aus verkehrsplanerischen Aspekten zwingend notwendigen Beseitigung des Manzú-Brunnens und der Versetzung der Brunnenfigur um einige Meter sind mit dem geplanten Vorhaben keine baulichen Eingriffe in die bestehende Gebäudesubstanz bzw. die sonstigen vorhandenen Einzeldenkmäler und Kulturgüter verbunden, so dass diesbezüglich keine negativen Auswirkungen zu erwarten sind. Demnach besteht mit der Planung aus Sicht des Landesamtes für Denkmalpflege, Abt. für praktische Bau- und Kunstdenkmalpflege, vom Grundsatz her Einverständnis (Stellungnahme vom 23.09.2009). Aus denkmalfachlicher Sicht ist jedoch sicherzustellen, dass das Bodenniveau in den gebäudenahen Bereich der Ensembles in keinem Fall erhöht wird und die Entwässerung jeweils von den Gebäuden wegführt.

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Auch direkte Eingriffe in Bodendenkmäler sind relativ unwahrscheinlich, da auf den durch die Planung betroffenen Flächen aufgrund früherer Baumaßnahmen überwiegend bereits erheblich beeinträchtigte Böden zu erwarten sind. In diesem Zusammenhang ist darüber hinaus zu berücksichtigen, dass bei den geplanten Vorhaben nur im Bereich der Untergeschosse des neuen Haltestellendreiecks bzw. der neu geplanten Straßenbahntrassen mit Eingriffstiefen (1,0 m und tiefer) zu rechnen ist, die evtl. bisher ungestörte Bereiche berühren. Zwischen den Gleisen in der Bgm.-Fischer-Straße und der Fuggerstraße ist für Ausweichverkehre im Störungsfall ein zusätzlicher Gleisbogen notwendig. In diesem Bereich ist mit Überresten des ehemaligen Gögginger Tors zu rechnen. Grundsätzlich sind die Bodendenkmäler gem. Art. 1 DSchG in ihrem derzeitigen Zustand vor Ort zu erhalten. Ihre ungestörte Erhaltung vor Ort besitzt aus Sicht des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege Priorität. Weitere Planungsschritte sollten diesen Aspekt bereits berücksichtigen und Bodeneingriffe auf das unabweisbar notwendige Mindestmaß beschränken (Stellungnahme des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege vom 17.09.2009). Auf die in der o. g. Stellungnahme aufgeführten Bestimmungen für eine nach § 1 Abs. 6 Nrn. 5, 7a, 7d, Abs. 7 BauGB zulässige Überplanung der Bodendenkmäler wird hingewiesen (vgl. in diesem Zusammenhang auch entsprechende Verminderungsmaßnahmen zum Thema Kultur- und Sachgüter im Kap. D.5.2.3). Die gestalterische Wirkung der geplanten Maßnahmen (Umgestaltung / Öffnung des Königsplatzes, grünordnerische Maßnahmen z. B. auf der Fuggerstraße, der Konrad-Adenauer-Allee / Schießgrabenstraße sowie der Volkhartstraße und dem Eserwall) wird sich in Verbindung mit der geplanten Verkehrsverlagerung in diesem Bereich insbesondere auf die Nord-Süd-Achse Kennedy-Platz – Fuggerstraße – Königsplatz – KonradAdenauer-Allee – Theodor-Heuss-Platz und damit auch die dort situierten Denkmäler äußerst positiv auswirken. Erhebliche nachteilige Auswirkungen auf Sachgüter (z. B. bestehende Infrastrukturanlagen) sind bei Durchführung der Planung nicht zu erwarten. Bei Nichtdurchführung der Planung würden sowohl die obig beschriebenen positiven als auch die negativen Effekte auf die Kultur- und Sachgüter unterbleiben.

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Wechselwirkungen Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern wurden, soweit beurteilungsrelevant, bei den jeweiligen Schutzgütern mit erfasst (z. B. Eingriffe in Grünbestände bei den Schutzgütern Lufthygiene, Tiere / Pflanzen, Mensch, Orts- und Landschaftsbild oder auch verkehrsbedingte Emissionen bei den Schutzgütern Mensch und Lufthygiene etc.). Darüber hinaus sind nach aktuellem Kenntnisstand keine Wechselwirkungen ersichtlich, bei denen relevante Auswirkungen durch das Vorhaben zu erwarten wären. D.5.2.3. Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich Prinzipiell wird im Rahmen des vorliegenden Bebauungsplanverfahrens versucht, eventuelle Eingriffe in Grünbestände soweit als möglich zu minimieren. Darüber hinaus werden folgende Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen vorgeschlagen: Lufthygiene Verbesserung der kleinklimatischen Verhältnisse durch entsprechende grünordnerische Maßnahmen (Entsiegelung von bisher versiegelten Flächen sowie umfangreiche Baumpflanzungen) als Beitrag für die Frischluftzufuhr und Lufterneuerung (Adsorptions- und Filtervermögen der Bäume) sowie Verbesserung der Infrastruktur des ÖPNV und dadurch langfristig Reduzierung von Individualverkehr im Stadtzentrum. Immissionsschutz Entsprechend den Ausführungen innerhalb des Schutzgutes Mensch (Lärm) sind zum Schutz betroffener Gebäude passive Schallschutzmaßnahmen vorgesehen. Eine detaillierte Auflistung dieser Gebäude ist dem Schutzgut Mensch (Tabelle im Unterkapitel „Lärmimmissionen“) sowie dem Schalltechnischen Gutachten EM Plan vom 06.05.2010 zu entnehmen. Als freiwillige kommunale Maßnahme der Lärmminderung wird im gesamten Bereich der künftig stark frequentierten Achse Schaezler- / Schießgrabenstraße der Einbau eines lärmmindernden Fahrbahnbelags vorgenommen. Mit diesem Fahrbahnbelag können nachweislich Pegelminderungen von bis zu 4 dB(A) erzielt werden. Durch den Einbau eines derartigen Belages können die mit der Planung verbundenen nachteiligen Auswirkungen auf die Verkehrslärmbelastung aller Anwohner mehr als kompensiert werden.

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Orts- und Landschaftsbild Zur dauerhaften Sicherung des stadtbildprägenden leistungsfähigen Großgrüns wird für die Grünanlage am Königsplatz und die Wallanlagen zwischen Schießgrabenstraße und Konrad-Adenauer-Allee ein Pflegeund Entwicklungskonzept erarbeitet, in dem der langfristige Erhalt der das Orts- und Landschaftsbild prägenden Grünstrukturen sichergestellt wird. Tiere / Pflanzen Aufbauend auf die aktuellen und gesicherten Grundlagendaten wurden als Ergebnis der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) besondere Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen v.a. für die Avi- und Fledermausfauna getroffen. Diese sind im Schutzgut Tiere / Pflanzen (im Unterkapitel „Artenschutzrechtliche Beurteilung“) zusammenfassend aufgelistet. Darüber hinaus sind im Bebauungsplan 500 Festsetzungen zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt enthalten. Sie betreffen z.B. den Schutz bestehender Gehölze (Schutzmaßnahmen gem. DIN 18920, Unterlassung von Eingriffen im Abstand < 1,50 m zur Kronentraufe, schonende Arbeitsweise bei unvermeidbaren Baumaßnahmen im Wurzelbereich, Maßnahmen zum Erhalt straßenbegleitender Bäume), die Vermeidung / Minimierung von Beeinträchtigungen der Saatkrähenkolonie und Fledermausvorkommen (Verbot der Rodung von Bäumen mit neu angelegten Krähennestern, eingeschränkter Rodungszeitraum für Höhlenbäume) oder Maßnahmen speziell zum Schutz der Käferpopulation (Einbau von Totholz aus den Fällungen am Königsplatz in der Ausgleichsfläche am Senkelbach). Boden / Altlasten / Kampfmittel Grundsätzlich sollte vor Beginn von Erdarbeiten eine detaillierte Luftbildauswertung und Kampfmittelabklärung im Plangebiet erfolgen. Bei Bedarf sind entsprechende Maßnahmen zur Gefahrenabwehr durchzuführen. Bei Erdarbeiten ist sorgfältig darauf zu achten, ob eventuell künstliche Auffüllungen, Altablagerungen u. ä. angetroffen werden. In diesem Fall ist umgehend das Umweltamt der Stadt Augsburg einzuschalten sowie eine Untersuchung des Bodens, insbesondere zur Gefährdungsabschätzung bzw. zur Entsorgung durchzuführen. Wasser Die Beeinträchtigungen des Schutzgutes Wasser werden durch Regelungen zur Reduzierung des oberflächennahen Abflusses von Niederschlagswasser auf befestigten Flächen (z. B. durch Ausbau nach Möglichkeit mit wasserdurchlässigen Belägen) minimiert.

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Kultur- und Sachgüter Zum Schutz der Baudenkmäler und Ensembles ist aus denkmalfachlicher Sicht sicherzustellen, dass das Bodenniveau in den gebäudenahen Bereich der Ensembles in keinem Fall erhöht wird und die Entwässerung jeweils von den Gebäuden wegführt. Bauarbeiten sollten grundsätzlich so durchgeführt werden, dass möglichst geringe Bodenveränderungen entstehen, d. h. Bodeneingriffe auf das unabweisbar notwendige Mindestmaß beschränkt werden. Bei nach § 1 Abs. 6 Nrn. 5, 7a, 7d, Abs. 7 BauGB zulässiger Überplanung von Bodendenkmälern hat der Antragsteller im Bereich von Denkmalflächen eine Erlaubnis nach Art. 7 DSchG bei der Unteren Denkmalschutzbehörde einzuholen und deren entsprechenden fachlichen Vorgaben zu beachten. Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung Die Ermittlung des Ausgleichsbedarfes erfolgte methodisch soweit als möglich in Anlehnung an die Eingriffsermittlungen der bereits durchgeführten Planungen (Planfeststellungsverfahren für den Umbau des Königsplatzes sowie die Umgestaltung der Haltestelle und Wendeschleife am Theodor-Heuss-Platz). Demnach sind in die Eingriffsermittlung sowohl die projektbedingt verursachte Neuversiegelung (abzüglich der entsiegelten Flächen) als auch die unvermeidbaren Rodungen von Gehölzbeständen einzustellen. Details zur Eingriffsregelung inkl. einer tabellarischen Auflistung der betroffenen Bäume sind den „Angaben zur naturschutzfachlichen Eingriffsregelung zum Bebauungsplan 500 „Augsburg – Boulevard“(LARS consult 2010) zu entnehmen

Tab. 10: Ausgleichsflächenbedarf für die Neuversiegelung
Wirkfaktor
projektbedingt verursachte Neuversiegelung abzüglich Entsiegelung Summe

Fläche in m²
4.941

Kompensationsfaktor
1,0

Ausgleichsflächenbedarf
4.941

6.450

1,0 1,0

6.450

- 1.509

- 1.509

Für die projektbedingt verursachte Versiegelung bisher unversiegelter Bereiche entsteht demnach kein Ausgleichsflächenbedarf. Vielmehr übersteigt die Entsiegelung die Neuversiegelung um ca. 1.509 m². Dieser Flächenüberschuss der entsiegelten Flächen ist jedoch im Hinblick auf die eher lineare Struktur der Entsiegelungsflächen (v. a. im Bereich des Eserwalls) – im Vergleich zur eher flächenhaften Versiegelung im Bereich

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des Königsplatzes – als „Zuschlag“ zum rechtlich notwendigen Flächenbedarf zu verstehen. Demnach soll durch diese Vorgehensweise der geringeren ökologischen Wertigkeit der neu geplanten überwiegend linienhaften Grünflächen (im Vergleich zu den in Anspruch genommenen flächenhaften Grünflächen v. a. Königsplatz) Rechnung getragen werden (insbesondere hinsichtlich Aufenthaltsqualität und Habitatqualität). Die Untere Naturschutzbehörde hat ihr grundsätzliches Einverständnis mit diesem Ansatz erklärt.

Ausgleichsbedarf für die Rodung von Bäumen:

In Beiplan F.5.1 werden die unvermeidbar zu rodenden Gehölzbestände zusammenfassend dargestellt. Dabei erfolgt eine Unterscheidung zwischen zu rodenden Bäumen, die entlang einer Straße stehen (Straßenbäume) und Bäumen, die zu einer Parkanlage gezählt werden können (Parkbäume). Je nach Alter, Vitalität und faunistischer Bedeutung werden den einzelnen Bäumen Kompensationsfaktoren zwischen 1 und 4 zugeordnet. Insgesamt ergibt sich demnach für die 166 zu rodenden Bäume ein Bedarf von 269 Ersatzpflanzungen. Davon entfallen für die Rodung von 112 straßenbegleitenden Bäumen 175 neu zu pflanzende Bäume, während für die projektbedingte Entfernung von 54 Parkbäumen 94 Bäume innerhalb einer größeren Grünfläche neu zu begründen sind. Aufgrund der Schließung und Stärkung der Grünanlagen entlang des Altstadtrings und der damit verbundenen erheblichen funktionalen Aufwertung dieser Biotopverbindung kann nach Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde ein Abschlag bei der Anzahl der neu zu pflanzenden Parkbäume von 10 % in Anrechnung gebracht werden. Somit reduziert sich der Bedarf von den rechnerisch ermittelten 94 (um 9 Bäume) auf 85 Neupflanzungen innerhalb von größeren Grünflächen (Parkbäume). Den Rodungen stehen innerhalb des Geltungsbereichs ,v.a. am Eserwall und in der Fugger- und Volkhartstraße aber auch in der Schießgrabenstraße und am Königsplatz, Neupflanzungen von 177 Bäumen gegenüber (vgl. Beiplan F.5.2.). Davon werden innerhalb von Grünanlagen (Königsplatz) 11 Bäume gepflanzt, die restlichen 166 Bäume sind als straßenbegleitende Pflanzungen einzustufen. Der verbleibende Bedarf an Ersatzpflanzungen von 83 Bäumen (74 Parkbäume und 9 Straßenbäume) muss demnach auf externen Ausgleichsflächen außerhalb des Geltungsbereiches des Bebauungsplans erbracht werden. Entlang der Rote-Torwall-Straße wurden bereits 9 straßenbegleitende Bäume gepflanzt und waren per Stadtratsbeschluss vom 03.11.2006 (Umbau der Haltestelle Königsplatz – Ausgleichsflächen Altstadtring, Drucksache Nr. 06/00501) für den Ausgleich zum Umbau des Königsplatzes vorgesehen. Diese Baumreihe wird dem Eingriff durch eine textliche Festsetzung im gegenständlichen Bebauungsplan zugeordnet (vgl. Beiplan F.6.1).
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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500
Zusammenfassend betrachtet ist der Ausgleichsbedarf für Straßenbäume durch die Neupflanzung von 175 Bäumen damit erfüllt. Die noch notwendigen Pflanzungen von 74 Parkbäumen werden auf folgenden zwei externen Ausgleichsflächen durchgeführt: - Ausgleichsfläche nordwestlich der Senkelbachstraße (vgl. Anlage F.6.2): Pflanzung von 32 heimischen Einzelbäumen; zugunsten einer lockeren Struktur der neuen Grünfläche und besserer Entwicklungsmöglichkeiten für die Neupflanzungen wurde auf eine bei dem bestehenden Platzangebot (Gesamtfläche der Ausgleichsfläche: ca. 3.740 m²) durchaus möglichen erheblich dichteren Bepflanzung verzichtet. Nach Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde werden – da im vorliegenden Fall über die Baumpflanzungen hinaus eine umfangreiche ökologische Aufwertung auf der gesamten Ausgleichsfläche erfolgt – die vorgesehenen 32 Pflanzungen einem Ausgleich von 62 Bäumen gleichgestellt. - Ausgleichsfläche ehemaliger Parkplatz P 4 am Rosenaustadion (vgl. Anlage F.6.3): Pflanzung von 12 heimischen Laubbäumen. Zusammenfassend betrachtet ist damit auch der Ausgleichsbedarf für Parkbäume erfüllt. Im Einzelnen sind auf den Ausgleichsflächen folgende Maßnahmen zu ergreifen: Ausgleichsfläche nordwestlich der Senkelbachstraße (vgl. Beiplan F.6.2.) - Flächengröße gesamt ca. 3.740 m² - Rückbau des vorhandenen provisorischen Parkplatzes (Entsiegelung gesamt ca. 2.280 m²; hiervon ca. 790 m² Asphaltfläche und ca. 1.490 m² Schotterfläche); Tiefenlockerung des Untergrundes - Pflanzung von 32 standortgerechten heimischen Laubbäumen; Pflanzqualität H, 3 x v, STU 18 – 20 cm; bei ungeeignetem Untergrund sind Pflanzgruben mit mind. 1 m Tiefe und 12 m³ Baumsubstrat gemäß ZTV-Vegtra-Mü herzustellen - Errichtung eines Walls mit ca. 0,5 m Höhe und ca. 1,0 m Breite aus kiesigem Material als Abgrenzung zur angrenzenden Parkplatzfläche - Strukturanreicherung durch Einbau von Totholz, mindestens 3 stehende Altbaumtorsi und mindestens 4 liegende Stämme, hierfür sind geeignete Stämme mit vorhandenen Mulmhöhlen aus den Fällungen am Königsplatz bzw. aus anderen unvermeidbaren Fällungen von Altbäumen im Stadtgebiet zu verwenden - Andecken des Oberbodens mit humusarmem kiesigem Oberboden; Entwicklungsziel Schotterrasen (keine Ansaat) - gezieltes Freistellen und Förderung einzelner Jungbäume durch Pflegemaßnahmen (Stockhieb) im Bereich der Gehölzsukzession auf der südlichen und östlichen Böschung - weitere Pflegemaßnahmen: 2-malige Mahd / Jahr der neu anzulegenden Grünfläche, 1-malige Mahd / Jahr der Altgrasbestände im Böschungsbereich.

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Die Ausgleichsfläche liegt auf Teilflächen der Flurstücke Nr. 4648/11 und 4648/12, Gemarkung Augsburg. Sie ist im rechtskräftigen Bebauungsplan Nr. 449 „Langenmantelstraße“ als „Fläche für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft“ festgesetzt. Die Fläche befindet sich im Eigentum der Stadt Augsburg und wurde bisher keinem anderen Eingriff als Ausgleichsfläche zugeordnet. Die Fläche liegt unmittelbar benachbart zu den Schutzgebietsgrenzen der BaumSchVO des Altstadtrings und grenzt zudem an einen ausgedehnten Altbaumbestand. Aufgrund dieser naturschutzfachlich günstigen Lage und des vorhandenen Aufwertungspotenzials ist die Fläche gut als Ausgleichsfläche geeignet. Die Fläche am Senkelbach war per Stadtratsbeschluss bereits im Rahmen des ausgesetzten Planfeststellungsverfahrens als Ausgleich für den Umbau des Königsplatzes vorgesehen (Umbau der Haltestelle Königsplatz – Ausgleichsflächen nordwestlich der Senkelbachstraße, Drucksache Nr. 07/00139). Ausgleichsfläche ehem. Parkplatz P 4 am Rosenaustadion (vgl. Beiplan F.6.3.) - Flächengröße ca. 750 m² - Pflanzung von 12 standortgerechten heimischen Laubbäumen auf einem ca. 10 m breiten Grünstreifen (Fläche ca. 750 m²); Pflanzqualität H, 3 x v, STU 18 – 20 cm; bei ungeeignetem Untergrund sind Pflanzgruben mit mind. 1 m Tiefe und 12 m³ Baumsubstrat gemäß ZTVVegtra-Mü herzustellen Die Ausgleichsfläche liegt auf den Fl.Nrn. 1818/8 und 1884/3, Gemarkung Göggingen. Die hier vorgesehenen Baumpflanzungen sind als Abrundung des Gesamtkonzeptes einer Ausgleichsfläche für die Erneuerung des Curt-Frenzel-Stadions zu betrachten. Die Ausgleichsflächen und die darauf vorgesehenen Maßnahmen sind dem Eingriff durch textliche Festsetzungen im gegenständlichen Bebauungsplan zugeordnet (vgl. Beiplan F.6.2 und F.6.3). Sowohl die methodische Vorgehensweise zur Ermittlung des Ausgleichsflächenbedarfes als auch die Festlegung von naturschutzfachlich sinnvollen Ausgleichsmaßnahmen erfolgte in enger Abstimmung mit der Unteren und der Höheren Naturschutzbehörde. D.5.2.4. Planungsalternativen Siehe hierzu Kapitel D.4.4. "Planungsalternativen".

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

D.5.3. Zusätzliche Angaben D.5.3.1. Beschreibung der verwendeten technischen Verfahren und Hinweise auf Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben Für die Beurteilung der einzelnen Schutzgüter wurden folgende Unterlagen herangezogen: Verkehr - Verkehrsmodell - Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 500 „Königsplatz und Augsburg-Boulevard“, Bericht von gevas humberg & partner, Mai 2010 - Verkehrssimulation Königsplatz - Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 500 „Königsplatz und Augsburg-Boulevard“, Bericht von gevas humberg & partner, Juni 2010 - Verkehrssimulation Theodor-Heuss-Platz - Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 500 „Königsplatz und Augsburg-Boulevard“, Bericht von gevas humberg & partner, Juni 2010 - Leistungsfähigkeit Kennedy-Platz - Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 500 „Königsplatz und Augsburg-Boulevard“, Bericht von gevas humberg & partner, Juni 2010 - Stadtratsbeschluss vom 25.06.2009, Ideenwettbewerb Innenstadt – Teilbereich Augsburg-Boulevard, Grundsatzbeschluss zur Verkehrsführung, Drucksache Nr. 09/00293 Schutzgut Mensch, Kultur und Sachgüter - Schalltechnische und lufthygienische Beurteilungen von EM-Plan vom 06.05.2010 - Stellungnahme des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Dienststelle Thierhaupten vom 17.09.2009 - Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege, Abt. für praktische Bau- und Kunstdenkmalpflege vom 23.09.2009 - Dipl.-Ing. Wolfgang Rösener, Erschütterungsgutachten vom 07.04.2010, Stadtwerke / Umbau Königsplatz – 10/061 - Dipl.-Ing. Wolfgang Rösener Erschütterungsgutachten vom 26.04.2010, Stadtwerke / Theodor-Heuss-Platz – 10/062 - Dipl.-Ing. Wolfgang Rösener, Erschütterungsgutachten vom 30.08.2006 (Königsplatz), - Stellungnahmen der TU München, Bewertung der Körperschallemissionen im Bereich der Wendeschleife am Theodor-Heuss-Platz vom 26.02.2007 und im Bereich der Wendeschleife am Stadttheater vom 14.03.2007 - Gutachten zur elektromagnetischen Verträglichkeit durch das Büro ELBAS, EMV-Gutachten vom 08.09.2006 (Königsplatz), 13.10.2006 (Theodor-Heuss-Platz) und 30.08.2007 (Wendeschleife Stadttheater) - Gutachten zur elektromagnetischen Verträglichkeit durch das Büro ELBAS, EMV-Gutachten Umplanung „Augsburg Boulevard“ – Ergänzung zum EMV-Gutachten Theodor-Heuss-Platz vom 15.04.2010

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Verkehrsmengendaten des städtischen Verkehrsmodells für den Analyse-Nullfall (2010), den Analyse-Planfall (2011/2012) sowie die Prognosefälle (2025)

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500
Schutzgut Tiere / Pflanzen: - LARS consult (2010): Kartierung der Avifauna (insbesondere der Saatkrähenkolonie im Bereich des Königsplatzes) und der Fledermausvorkommen - LARS consult (2010): Naturschutzfachliche Angaben zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) zum Bebauungsplan 500 „Augsburg - Boulevard“ - LARS consult (2010): Angaben zur naturschutzfachlichen Eingriffsregelung zum Bebauungsplan 500 „Augsburg-Boulevard“ - Stadtratsbeschluss vom 19.04.2007, Umbau der Haltestelle Königsplatz – Ausgleichsflächen nordwestlich der Senkelbachstraße, Drucksache Nr. 07/00139 - Stadtratsbeschluss vom 03.11.2006, Umbau der Haltestelle Königsplatz – Ausgleichsflächen Altstadtring, Drucksache Nr. 06/00501 - Erfassung und Bewertung des Baumbestandes vom 03.08.2006 zum BV Mobilitätsdrehscheibe Königsplatz; Dipl.-Ing. Hermann Schall - Gutachten zum Planfeststellungsverfahren Mobilitätsdrehscheibe Augsburg, Umbau Königsplatz, Unterlagen zur Umweltverträglichkeit vom März 2007; Eger & Partner, Landschaftsarchitekten BDLA - Gutachten zum Planfeststellungsverfahren Mobilitätsdrehscheibe Augsburg, Umbau Königsplatz, Landschaftspflegerischer Begleitplan – Textteil vom März 2007; Eger & Partner, Landschaftsarchitekten BDLA - Gutachten zum Planfeststellungsverfahren Mobilitätsdrehscheibe Augsburg, Umbau Königsplatz, Unterlagen zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) vom März 2007; Eger & Partner, Landschaftsarchitekten BDLA - Gutachten zum Planfeststellungsverfahren Mobilitätsdrehscheibe Augsburg, Haltestelle und Wendeschleife Theodor-Heuss-Platz, Dreigleisiger Ausbau, Planfeststellung vom 21.05.2007, Änderung vom 11.12.2007, Erläuterungsbericht Natur und Landschaft, Landschaftsarchitekturbüro A. Mattmer Schutzgut Boden: - Baugrunderkundung im Bereich des Königsplatzes durch Prof. Dr. Schuler, Dr. Ing. Gödecke vom 28.09.2006 ergänzt durch aktuelle Baugrundaufschlüsse (Prof. Dr. Schuler, Dr. Ing. Gödecke) aus dem Jahr 2010 sonstige Schutzgüter: - diverse Grundlagendaten des „Ideenwettbewerbs Augsburg“ zu den Themen Denkmalschutz, Grünordnung, Landschaftsökologie (z. B. entsprechende Lagepläne, Landschaftsplan, Schutzverordnung Altstadtring, Grünordnerische Konzepte etc.) - Baumüller et al, Stuttgart + Karlsruhe: Stadtklimagutachten aus dem Jahr 2000 in Gutachten zum Planfeststellungsverfahren Mobilitätsdrehscheibe Augsburg, Umbau Königsplatz, Landschaftspflegerischer Begleitplan – Textteil vom März 2007; Eger & Partner, Landschaftsarchitekten BDLA.

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“

D.5.3.2. Beschreibung der geplanten Überwachungsmaßnahmen (Monitoring) Insbesondere im von Dipl.-Ing. Hermann Schall zum BV Mobilitätsdrehscheibe Königsplatz erstellten Fachgutachten („Erfassung und Bewertung des Baumbestandes“ vom 03.08.2006) wurde die Befürchtung geäußert, dass eine erhebliche Gefährdung des empfindlichen (Rest-)Baumbestandes innerhalb des Königsplatzes bestehe, wenn einzelne Bäume gerodet würden. Um diesen Befürchtungen ausreichend Rechnung zu tragen, hat sich die Stadt Augsburg entschlossen, mögliche projektbedingte Beeinträchtigungen von Baumbeständen im Bereich des Königsplatzes (und hier insbesondere entlang der Schaezlerstraße) durch ein begleitendes Monitoring zu überwachen. Zu diesem Zweck wird u.a. für die Grünanlage am Königsplatz ein Pflege- und Entwicklungskonzept erarbeitet werden. Vor Beginn der Baumaßnahmen ist der Vitalitätszustand des Baumbestandes erneut detailliert aufzunehmen und zu dokumentieren. Zudem ist die Vitalität der Gehölze in regelmäßigen Abständen zu überprüfen (alle 3 Jahre). Sollten sich im Rahmen dieser Überwachungen Hinweise ergeben, dass einzelne Bäume – als Folge der im gegenständlichen Bebauungsplan vorgesehenen Baumaßnahmen – in ihrem Bestand gefährdet sind, müssen in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde entsprechende Ersatzpflanzungen vorgenommen werden. Inwiefern sich hier ein – über den Ersatz des betroffenen Baumbestandes hinausgehender – zusätzlicher Ausgleichsflächenbedarf ergibt, ist im Einzelfall mit den zuständigen Fachbehörden zu überprüfen. Sollte dies notwendig werden, hat sich die Ermittlung des Ausgleichsflächenbedarfes an der Bedarfsermittlung des gegenständlichen Bebauungsplanes methodisch zu orientieren. Unabhängig von diesen Ausführungen werden diese Bäume jedoch durch geeignete Maßnahmen vor Beeinträchtigungen geschützt (vgl. Kap. D 5.2.3). Darüber hinaus wird die Entwicklung der Saatkrähenkolonie am Königsplatz während und nach den Baumaßnahmen im Rahmen eines Monitorings erfasst und bewertet. Zu diesem Zweck werden die Brutvogelbestände am Königsplatz (sowie eventuelle vom Königsplatz abgewanderte und neu gegründete Saatkrähenkolonien) während der ersten fünf Jahre in einem ein- bis zweijährigen Rhythmus erfasst um so langfristige Aussagen über die Bestandsentwicklung treffen zu können. D.5.3.3. Allgemeinverständliche Zusammenfassung Mit der Aufstellung des gegenständlichen Bebauungsplans sollen wesentliche Bestandteile des Ideenwettbewerbes „Innenstadt Augsburg“ umgesetzt werden. Aufgabe des vorliegenden Umweltberichtes ist es, die mit dem geplanten Projekt verbundenen Auswirkungen auf die einzelnen Schutzgüter zu ermitteln und zu bewerten sowie die Eingriffs/Ausgleichsbilanzierung vorzunehmen.

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

Im Hinblick auf die Schutzgüter Wasser, Klima, Boden, das Landschaftsbild sowie Kultur- und Sachgüter ist festzustellen, dass keinerlei erheblichen nachteiligen Auswirkungen bei einer Realisierung des vorliegenden Projektes zu erwarten sind. So wird insgesamt mehr Fläche entsiegelt als neu versiegelt und damit werden im Zuge der Umsetzung der Planung sogar neue Bodenstandorte geschaffen. Dies führt insgesamt auch dazu, dass zukünftig mehr Wasser in den Boden versickern kann als bisher, wovon der Bodenwasserhaushalt profitiert. Trotz der notwendigen Rodungen, auch von z. T. größeren bzw. älteren Bäumen ist nicht davon auszugehen, dass sich die kleinklimatische Situation im Geltungsbereich des Bebauungsplanes bzw. dessen näheren Umfeldes verschlechtern wird. Beim Schutzgut Landschaftsbild wird es bei einer Realisierung des geplanten Vorhabens zu einer Veränderung des Landschafts- bzw. Stadtbildes kommen. Rodungen im Bereich Königsplatz, Theodor-Heuss-Platz sowie Schießgrabenstraße und Konrad-Adenauer-Allee stehen umfangreiche Neupflanzungen in der Fuggerstraße, Volkhartstraße sowie am Eserwall entgegen. Insgesamt erfährt das Stadtbild bei einer Umsetzung der Ziele des Ideenwettbewerbes eine deutliche Aufwertung. Die Grünstrukturen werden in ihrer Gesamtheit, vor allem durch die Schließung des Wallgrüns auf Höhe der Hallstraße sowie die Fortführung des Grünzuges in die Fuggerstraße deutlich gestärkt und aufgewertet. Die Auswirkungen des Projektes auf die Schutzgüter Wasser, Boden und Landschaftsbild können somit als positiv, die Auswirkungen auf Klima sowie Kultur- und Sachgüter als gering eingestuft werden. Die Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch sind differenziert zu betrachten. Die Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf die menschliche Gesundheit sind insgesamt als sehr gering einzustufen, eine Beeinflussung von Elektronenstrahl-Bildschirmen kann an bestimmten Orten jedoch eintreten. Auch zusätzliche Erschütterungen spielen nur eine untergeordnete Rolle bzw. werden durch geeignete Maßnahmen in ihren Auswirkungen deutlich reduziert. Durch das teilweise Näherrücken der Gleise an die Wohnbebauung ergibt sich ein Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen für 11 Häuser im Bereich Halderstraße und am Eser. Am Königsplatz sowie am Theodor-HeussPlatz treten durch die neuverlegten Straßenbahngleise tendenziell eher Entlastungen ein. Durch den Straßenverkehr kommt es zu geringen (0 - 2 dB(A)), und somit kaum hörbaren Lärmpegelzunahmen im Bereich der Schaezlerstraße, des westlichen Königsplatzes, der Schießgrabenstraße und des TheodorHeuss-Platzes. Im Bereich des südlichen Königsplatzes und der Eserwallstraße ergibt sich in etwa ein gleichbleibendes Pegelniveau, wobei lokal kleinere Zu- und Abnahmen (+/+ 1 dB (A)) zu verzeichnen sind.

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“
Reduktionen ergeben sich im Bereich der Fuggerstraße, der Holbeinstraße, des östlichen Königsplatzes und der Konrad-Adenauer-Allee. Mit Ausnahme der Fuggerstraße und des östlichen Königsplatzes liegen die Reduktionen im Bereich der menschlichen Hörschwelle bzw. darunter. An der Fuggerstraße ebenso wie am östlichen Königsplatz tritt mit einer Reduktion von - 6 dB(A) bzw. - 8 bis - 10 dB (A) eine sehr deutlich hörbare Entlastung ein. Bereiche mit Entlastungen stehen demzufolge Bereiche mit Zusatzbelastungen entgegen. Ansprüche auf Schallschutzmaßnahmen auf der Grundlage der Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV) ergeben sich grundsätzlich nur bei Neubauten oder wesentlichen Änderungen von Verkehrswegen und gleichzeitiger Überschreitung der Grenzwerte der Lärmvorsorge. Beim Umbau von Königsplatz und Augsburg-Boulevard liegen diese Voraussetzungen in der nördlichen Schaezlerstraße, am südlichen und westlichen Königsplatz sowie in Teilen der Schießgrabenstraße und der Eserwallstraße vor. Als freiwillige kommunale Maßnahme der Lärmminderung wird im gesamten Bereich der künftig stark frequentierten Achse Schaezler- / Schießgrabenstraße der Einbau eines lärmmindernden Fahrbahnbelags vorgenommen, mit dem Pegelminderungen von bis zu 4 dB(A) erzielt werden können. Durch den Einbau eines derartigen Belages können die mit der Planung verbundenen nachteiligen Auswirkungen auf die Verkehrslärmbelastung aller Anwohner dieser Straßen mehr als kompensiert werden. Bei den Luftschadstoffen ist davon auszugehen, dass im Prognosehorizont bis zum Jahr 2025, in allen Querschnitten die Grenzwerte der 22. BImSchV bezüglich der zulässigen Jahresmittelwerte für PM10 (Feinstaub) und NO2 (Stickstoffdioxid) eingehalten werden. Beim Schutzgut Tiere/Pflanzen und biologische Vielfalt ist als wesentlicher Eingriff vor allem die Rodung von Bäumen zu nennen. Ferner ist davon auszugehen, dass sich die vorhandene Saatkrähenkolonie durch die Rodungen am Königsplatz um ca. 20% reduzieren wird und die betreffenden Tiere eventuell an andere geeignete Standorte im Stadtgebiet ausweichen werden. Da vor allem die an der Kolonie randlich gelegenen Horstbäume betroffen sind und die Bäume im Kernbereich der Kolonie von den Maßnahmen überwiegend verschont bleiben, ist davon auszugehen, dass der Eingriff zu keiner signifikanten Verschlechterung der Brutpopulation dieser Art führt. Ferner können im Zuge der Fällung älterer Bäume eventuell Fledermausquartiere (Höhlenbäume) verloren gehen. Hier erfolgt gegebenenfalls ein Ausgleich durch Fledermauskästen bzw. durch Versetzen von Höhlenbäumen. Die Eingriffe in die Grünstruktur und der Verlust der ökologischen Wertigkeiten können dementsprechend durch geeignete Maßnahmen ausgeglichen werden. Als Ergebnis der „Naturschutzfachlichen
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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500
Angaben zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) zum Bebauungsplan 500“ kann festgehalten werden, dass unter Berücksichtigung des derzeitigen Erkenntnisstandes mit Einbezug der in Kap. D 5.2.3 vorgeschlagenen Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen keine Verbotstatbestände nach § 44 BNatSchG erfüllt werden. Damit ist auch kein Ausnahmeantrag nach § 45 Abs. 8 BNatSchG. i.V. mit Art. 16 Abs.1 FFHRL“erforderlich. Bei der naturschutzfachlichen Ermittlung des Eingriffs und dem daraus resultierenden notwendigen Ausgleich spielen vor allem die Versiegelung und die Rodung von Bäumen eine Rolle. Insgesamt steht einer Neuversiegelung von 4.941 m² eine Entsiegelung von 6.450 m² gegenüber. Somit werden 1.509 m² mehr entsiegelt als versiegelt. Infolge der projektbedingt verursachten Eingriffe in Gehölzbestände werden entlang der überplanten Straßenräume sowie am Königsplatz 166 Bäume gerodet. Im Geltungsbereich des vorliegenden Bebauungsplanes werden jedoch bereits 177 neue Bäume gepflanzt. Vor der Schule Am Roten Tor, am Senkelbach sowie auf dem ehemaligen Parkplatz P 4 am Rosenaustadion werden weitere Ausgleichmaßnahmen umgesetzt und 53 weitere Baumpflanzungen vorgenommen. Insgesamt kann damit der Eingriff sowohl in den Boden als auch in die Grünstrukturen vollständig ausgeglichen werden, so dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass nachhaltige negative Auswirkungen für die Flora und Fauna eintreten werden. Zusammenfassend betrachtet sind mit dem gegenständlichen Bebauungsplan unter Berücksichtigung der vorgesehenen Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung keine erheblichen Auswirkung auf die Umwelt verbunden.

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“

D.6. Städtebauliche Statistik
Flächen Bauflächen Sondergebiet „Kundencenter ÖPNV“ (SOKC) Verkehrsflächen Straßenflächen, öffentlich Verkehrsflächen mit der besonderen Zweckbestimmung „Verkehrsberuhigter Bereich“, öffentlich Verkehrsflächen mit der besonderen Zweckbestimmung „Fußgängerbereich“, öffentlich Fuß- und Radwege / Radfahrerstreifen, öffentlich Fläche für Straßenbahn Straßenbegleitgrün, öffentlich Fläche für Stellplätze (Stawa, Anlieferung) Grünflächen Öffentliche Grünflächen Private Grünflächen Gesamtfläche in ha 0,13 0,13 11,62 4,82 0,19 2,12 2,34 1,81 0,33 0,01 1,93 1,81 0,12 13,68 in % 1,0 1,0 84,9 35,2 1,4 15,5 17,1 13,2 2,4 0,1 14,1 13,2 0,9 100,0

Für die Planung: Referat 6 Gerd Merkle Berufsmäßiger Stadtrat

Stadtplanungsamt Norbert Diener Amtsleiter

Planungsbüros Arnold Consult AG EM Plan / Lars Consult

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

E. Textliche Hinweise und nachrichtliche Übernahmen
E.1. Altlasten
Bei Erdarbeiten ist sorgfältig darauf zu achten, ob eventuell künstliche Auffüllungen, Altablagerungen u.ä. angetroffen werden. In diesem Fall ist umgehend das Umweltamt der Stadt Augsburg einzuschalten sowie eine Untersuchung des Bodens, insbesondere zur Gefährdungsabschätzung bzw. zur Entsorgung durchzuführen.

E.2. Umlegung der Versorgungsnetze
Im Zusammenhang mit der Umlegung von Anlagen für die Elektrizitäts-, Gas-, Wasserversorgung sowie den Fernmeldeanschluss ist mit den zugehörigen Vertretern der einzelnen Sparten bei den Stadtwerken bzw. der LEW/TelNet oder der Deutschen Telekom rechtzeitig Kontakt aufzunehmen.

E.3. Denkmalschutz
Da im gesamten Plangebiet mit dem Vorhandensein von archäologischen Fundstellen zu rechnen ist, muss für alle Eingriffe in den Boden, Erdbewegungen und bauliche Einrichtungen im Bereich des Bebauungsplanes eine denkmalrechtliche Genehmigung beantragt werden (Art. 7 und 15 DSchG). Die Stadtarchäologie/Abt. Römisches Museum und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, Außenstelle Schwaben, sind an allen Verfahren zu beteiligen. Eine Genehmigung nach Art. 7 DSchG für jegliche Bodeneingriffe in den betreffenden Bereichen, auch für alle Maßnahmen zur Erschließung, kann erst dann erteilt werden, wenn mit geeigneten Untersuchungen die archäologische Situation geklärt ist und in den betroffenen Bereichen die Rettungsgrabungen abgeschlossen sind.

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„Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Klinkertor- und Theodor-Heuss-Platz)“

F. Anlagen

siehe gesonderte PDF-Dateien im Verzeichnis „Planungsunterlagen“

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Aufstellung Bebauungsplan Nr. 500

G. Verfahrensvermerke
Aufstellungsbeschluss Bekanntmachung im Amtsblatt Nr. 31 Frühzeitige Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung Bekanntmachung im Amtsblatt Nr. 31 Billigungs- und Auslegungsbeschluss Bekanntmachung der öffentlichen Auslegung im Amtsblatt Nr. 23-24/2010 Benachrichtigung und erneute Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange Öffentliche Auslegung 22.07.2009 31.07.2009

29.07.2009 vom 03.08.2009 mit 25.09.2009 31.07.2009 10.06.2010 18.06.2010 18.06.2010 vom 28.06.2010 mit 30.07.2010

Satzungsbeschluss Mitteilung der Würdigung der Stellungnahmen durch den Stadtrat an die Verfasser

Stadt Augsburg Augsburg, Dr. Kurt Gribl Oberbürgermeister

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