Path:
Auslobung

Full text: Auslobung

Parklandschaft Gatow Berlin Spandau Urbane Landwirtschaft
Offener Landschaftsplanerischer Wettbewerb Auslobung

Offener landschaftsplanerischer Wettbewerb Parklandschaft Gatow – Urbane Landwirtschaft Berlin Spandau Auslobung

Berlin, Dezember 2010

Herausgeber und Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin Bearbeitung der Auslobungsunterlagen FUGMANN JANOTTA Büro für Landschaftsarchitektur und Landschaftsentwicklung BDLA Titelbild Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Druck A & W Digitaldruck, Berlin

WB Parklandschaft Gatow



Inhalt
Anlass und Ziel Teil 1	 1.1	 1.4	 1.5	 1.6	 1.7	 1.8	 1.9	 1.10	 1.11	 1.12	 1.13	 1.14	 1.15	 1.16	 1.17	 1.18	 Teil 2	 2.1	 2.2	 2.3	 2.4.1	 2.4.2	 2.4.3	 2.4.4	 2.4.5	 2.5.	 2.6.1	 2.6.2	 2.6.3	 2.6.4	 2.6.5	 2.7	 2.7.1	 	 2.7.2	 2.7.3	 2.8	 2.8.1	 2.8.2	 2.8.3	 2.8.4	 2.8.5	 2.9	 2.10	 2.11	 2.12	 Verfahren Auslober, Bauherr, Nutzer Teilnahmeberechtigung Preisgericht und Vorprüfung Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen Abgabe der Wettbewerbsarbeiten Ortsbesichtigung, Rückfragen Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen Geforderte Leistungen Beurteilungsverfahren und Vorprüfung Preise und Anerkennungen Weitere Bearbeitung Eigentum und Urheberrecht Verfassererklärung Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten Haftung und Rückgabe Zusammenfassung der Termine 3 4 4 6 7 9 9 10 11 11 14 14 14 15 15 15 15 16

Bestand und Planung 17 Lage des Wettbewerbsgebietes 17 Abgrenzung des Wettbewerbsgebietes  17 Historische Entwicklung  19 Eigentumsverhältnisse  22 Verkehrliche Erschließung 22 Nutzungen im Wettbewerbsgebiet 24 Wegebeziehungen  25 Luftwaffenmuseum 26 Landwirtschaftliche Nutzungen 27 Geologie, Bodenverhältnisse 28 Altlasten 29 Grundwasser 31 Biotop- und Artenschutz  31 Landschaftsbild 32 Übergeordnete planungsrechtliche Bindungen 36 Gemeinsamer Landesentwicklungsplan für den engeren 			 Verflechtungsraum Brandenburg Berlin (LEP e V, 2009) 36 Flächennutzungsplanung Berlin (Stand 2004) 37 Landschaftsprogramm / Artenschutzprogramm Berlin (1994) 38 Planungsrechtliche Bindungen 41 Bebauungsplan VIII - 422 Ehemaliger Flugplatz Gatow 41 Denkmalschutz 44 Altlastensanierung 45 Gasdruckregelanlage 46 Wasserversorgungsleitung 46 Übergeordnete Konzeptionen 46 Umsetzungsorientierte Konzeptionen 47 Realisierte Vorhaben 50 Konzept Urbane Landwirtschaft 54

WB Parklandschaft Gatow



Teil 3	 3.1	 3.2	 3.2.1	 3.2.2 	 3.3	 3.4	 3.5	 3.6	 3.7	 3.8	

Wettbewerbsaufgabe Übergeordnete Ziele Landschaftsplanerische Aufgabenstellung Allgemeine Zielsetzung Funktionale Zielsetzung Zielsetzung Urbane Landwirtschaft Möblierung Vorhandene Gehölzstrukturen Darstellung Kostenrahmen und Umsetzung Kriterien für die Beurteilung durch das Preisgericht

59 59 60 60 61 64 66 66 66 66 67 68 69 69 71

Literaturverzeichnis Abbildungsverzeichnis Fotoverzeichnis Anhang

WB Parklandschaft Gatow / Anlass und Ziel



Anlass und Ziel
Im Zusammenhang mit dem fortschreitenden Wohnungsneubau auf dem westlichen Teil der Landebahnen des ehemaligen Flugplatzes Gatow in Berlin Spandau ist vorgesehen, zwischen der sich entwickelnden Wohnsiedlung `Landstadt Gatow‘, der gegenüberliegenden Gatower Heide, der Potsdamer Chaussee und dem angrenzenden Areal des Luftwaffenmuseums eine Parklandschaft von etwa 90 ha Größe zu errichten. Das Wettbewerbsgebiet grenzt unmittelbar an das Land Brandenburg und ist Bestandteil des Regionalparks Döberitzer Heide. Das städtebauliche Gesamtkonzept für die Landstadt Gatow wurde in einem 1997 entschiedenen städtebaulichen Realisierungswettbewerb entwickelt. Auf der Basis des überarbeiteten Wettbewerbsergebnisses soll nun in diesem landschaftsplanerischen Realisierungswettbewerb die Parklandschaft Gatow konkretisiert werden. Ziel ist es, ein landschaftsgestalterisches Gesamtkonzept zu entwickeln, welches identitätsstiftende Wirkung für den im Bau befindlichen Siedlungsbereich hat. Aus der Geschichte des Raums, aus den natürlichen Gegebenheiten, alten und neuen Blickachsen und Wegeverbindungen sowie benachbarten Nutzungen lässt sich eine Vielzahl von Themen ableiten, die zu einem in sich schlüssigen Entwurf zusammengefügt werden können. Mit dem integrierten Konzept der urbanen Landwirtschaft soll ein attraktiver Landschafts- und Erholungsraum geschaffen werden, der auf Allianzen von Landwirtschaft und Stadt aufbaut. Diese Allianzen sollen im Rahmen des Konzeptentwurfes genutzt und gestärkt werden. Ihr Grundmuster besteht darin, dass über landwirtschaftliche Nutzungen Produkte und Service für die Städter angeboten werden und somit die Attraktivität der Landschaft als Erholungsraum gesteigert wird. Von der konzeptionellen Gesamtlösung wird eine über die Region hinausreichende Ausstrahlung erwartet. Verbindliche Vorgabe für die Gestaltung der Parklandschaft ist das Ausgleichskonzept zum Bebauungsplan VIII-422. Die darin vorgesehene Verteilung von Offenflächen mit Wiesen und Hochstaudenfluren sowie   Gehölzbeständen ist im Wesentlichen einzuhalten. Die vorhandenen Vegetationsstrukturen bieten einer Vielzahl von berlinweit gefährdeten Tierarten Lebensraum. Dieser soll erhalten bleiben. Gleichzeitig ist eine kostengünstige Pflege für die Freiflächen in erheblichen Umfang zu gewährleisten. Dazu soll das Konzept der Urbanen Landwirtschaft beitragen. Die Parklandschaft soll insgesamt in Bereiche mit verschiedenen Nutzungsschwerpunkten und -intensitäten gegliedert sein. Durch landschaftsgestalterische Mittel sind die Teilbereiche zu einer zusammenhängenden Anlage zu entwickeln. Der Pflege- und Unterhaltungsaufwand ist in allen Bereichen möglichst extensiv zu halten. Der Landschaftsraum ist als weiträumig zusammenhängende, offene Freifläche mit nur wenigen gliedernden Elementen zu entwickeln. Die landwirtschaftlichen Nutzungen sollen in diesen Raum integriert werden. Die Ausgestaltung hat die Bildung ausgeprägter Raumabfolgen, Blickbeziehungen und Wegeverbindungen zum Ziel und soll eine Ergänzung zum Freiraumangebot der angrenzenden Wohnsiedlung ‚Landstadt Gatow‘ bieten.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 1 Verfahren



Teil 1	 Verfahren 1.1	 Auslober, Bauherr, Nutzer

Auslober Auslober des Wettbewerbes ist das Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin (SenStadt) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Spandau von Berlin. Bauherr Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) Hauptstelle Berlin Fasanenstraße 87 10623 Berlin Tel.: 030 / 3181 3230, Fax: 030 / 3181 1460 e-mail: Renate.Siewert@bundesimmobilien.de
vertreten durch

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) Referat V Pommernallee 4 14052 Berlin Tel.: 030 / 401 8827 Karina.Reichhardt@bbr.bund.de Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung II Städtebau und Projekte Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Almut Jirku, II D 21 Tel.: 030 / 9025 2018, Fax: 030 / 9025 2535 e-mail: almut.jirku@senstadt.berlin.de Mit der Erstellung der Auslobung beauftragt Für den landschaftsplanerischen Teil: FUGMANN JANOTTA Büro für Landschaftsarchitektur und Landschaftsentwicklung Belziger Straße 25, 10823 Berlin Tel.: 030 / 700 1196 0, Fax: 030 / 700 1196 22 e-mail: buero@fugmannjanotta.de Für den Teil „Urbane Landwirtschaft“: Dr. Carlo W. Becker Becker Giseke Mohren Richard bgmr Landschaftsarchitekten Prager Platz 6, 10779 Berlin Tel.: 030 / 214 59 59 0, Fax: 030 / 214 5959 13 e-mail: becker@bgmr.de

WB Parklandschaft Gatow / Teil 1 Verfahren



1.2	

Art des Verfahrens

Die Auslobung erfolgt als offener Wettbewerb für Landschaftsarchitekten. Das gesamte Verfahren ist bis zum Abschluss anonym. Kommunikation Die Wettbewerbssprache ist Deutsch. Die Kommunikation mit den Teilnehmern erfolgt über Internet. Anmeldung Die Teilnehmer sind aufgefordert, sich unter der Adresse www.wettbewerbe-aktuell.de/wettbewerbe/3/teilnehmerbereich.html für den Wettbewerb anzumelden. Falls noch nicht vorhanden, muss ein Login über wettbewerbe-aktuell erstellt werden. Nach erfolgreicher Erstellung des Logins erhalten die Teilnehmer eine Benachrichtigung mit ihren Zugangsdaten für den eingeschränkten Teilnehmerbereich per EMail. In dem Teilnehmerbereich stehen ab dem 20.12.2010 alle dem Wettbewerb zugehörigen Unterlagen bereit. Alle Informationen, die während des Verfahrens versendet werden, werden an die E-Mail-Adresse gesendet, die im Bereich „Persönliche Daten“ vom Teilnehmer unter Ansprechpartner hinterlegt ist.

Dem Wettbewerb liegen die Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) sowie das Rundschreiben SenStadt VI A Nr. 06 / 2009 (Einführung der RPW 2008) zugrunde, soweit nachstehend nichts anderes ausgeführt ist. Die Architektenkammer wirkt vor, während und nach dem Wettbewerb beratend mit, sie registriert den Wettbewerb. Mit der Registrierung wird bestätigt, dass die Auslobungsbedingungen der Richtlinie entsprechen. Die besonderen Bestimmungen für öffentliche Auftraggeber (RPW 2008, § 9) sind anzuwenden. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer Berlin unter der Registrier-Nr. B-2010-24 geführt. Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast erklärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen und der Anwendung der RPW 2008 einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließlich der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse, dürfen nur über die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat II D, abgegeben werden. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit dem o.g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetragen werden Name, Anschrift, Telefon, Bankverbindung, Beauftragung im Wettbewerb, Kammermitgliedschaft und Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfahrens können auf Wunsch diese Daten gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung).

1.3	

Richtlinien für Wettbewerbe

WB Parklandschaft Gatow / Teil 1 Verfahren



Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt. Vergabekammer Öffentliche Aufträge, die gemäß den Vergabevorschriften der EU vergeben werden müssen, unterliegen einem Rechtsschutzverfahren. Für die öffentlichen Auftraggeber des Landes Berlin wird dieses Verfahren vor der Vergabekammer des Landes Berlin geführt. Vergabekammer des Landes Berlin Martin-Luther-Straße 105 10825 Berlin Tel.: +49 (0)30 9013 8316 Fax: +49 (0)30 9013 7613

1.4	

Teilnahmeberechtigung

Berechtigt zur Teilnahme am Wettbewerb sind gemäß der Anzeige im Supplement des Amtsblatts der europäischen Gemeinschaft Landschaftsarchitekten. Natürliche Personen, die am Tage der Auslobung im Zulassungsbereich ansässig sind und gemäß Rechtsvorschriften ihres Heimatstaates zur Führung der Berufsbezeichnung Landschaftsarchitekt berechtigt sind. Ist in dem jeweiligen Heimatstaat die Berufsbezeichnung gesetzlich nicht geregelt, so erfüllt die fachliche Voraussetzung als Architekt, wer über ein Diplom, Prüfungszeugnis oder sonstige Befähigungsnachweise verfügt, dessen Anerkennung nach der Richtlinie 85/384/EWG des Rates vom 10. Juni 1985 (EG-Architektenrichtlinie) oder für Beratende Ingenieure, Ingenieure nach der Richtlinie 89/48/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 (EG Hochschuldiplomrichtlinie) gewährleistet ist, Juristische Personen, sofern deren satzungsmäßiger Geschäftszweck auf Planungsleistungen ausgerichtet ist und der Wettbewerbsaufgabe entspricht und einer der Gesellschafter oder einer der bevollmächtigten Vertreter und der Verfasser der Wettbewerbsarbeit die an natürliche Personen gestellten Anforderungen erfüllt. Bei Arbeitsgemeinschaften muss jedes Mitglied teilnahmeberechtigt sein. Teilnahmehindernisse sind nach RPW § 4 Abs. 2 geregelt. Eine Beteiligung auch einzelner Mitglieder von Arbeitsgemeinschaften an mehr als einer Arbeitsgemeinschaft ist unzulässig und führt zum Ausschluss aller davon betroffenen Arbeitsgemeinschaften. Fachberater unterliegen nicht den genannten Teilnahmebedingungen. Ausgeschlossen von der Teilnahme am Wettbewerb sind Personen, die unmittelbar an der Ausarbeitung der Wettbewerbsaufgabe und der Auslobung beteiligt waren, sowie sämtliche am Preisgerichtsverfahren und der Vorprüfung beteiligte Personen. Gleiches gilt für deren Ehepartner, Verwandte und Verschwägerte ersten und zweiten Grades sowie deren ständige Geschäfts- oder Projektpartner. Den Wettbewerbsteilnehmern wird empfohlen, wettbewerbsbegleitend einen Fachberater für landwirtschaftliche Fragestellungen zu konsultieren.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 1 Verfahren



1.5	

Preisgericht und Vorprüfung
Dr. Carlo W. Becker Landschaftsarchitekt, Berlin Andrea Gebhard Landschaftsarchitektin, München Prof. Karin Helms Landschaftsarchitektin, Paris Prof. Dr. Andreas Kipar Landschaftsarchitekt, Duisburg/Mailand Margot Gerke Architektin, Berlin

Fachpreisrichter/Innen	

Stellvertretende Fachpreisrichter/Innen

Jens Henningsen Landschaftsarchitekt, Berlin Dirk Sadtler Landschaftsarchitekt, Berlin Anna Viader Landschaftsarchitektin, Berlin Wolf von Horlacher Architekt, Berlin

Sachpreisrichter/Innen

Manfred Kühne Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abteilungsleiter Städtebau und Projekte Carsten Röding Bezirksamt Spandau von Berlin, Stadtrat Horst Grothues Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Heidrun Hendricks Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

stellvertretende Sachpreisrichter/Innen

Dr. Michael Gödde Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat Naturschutz, Landschaftsplanung und Forstwesen Elke Hube Bezirksamt Spandau, Leiterin des Naturschutz- und Grünflächenantes

WB Parklandschaft Gatow / Teil 1 Verfahren



Prof. Dr. Hagen Eyink Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Renate Siewert Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Sachverständige (ohne Stimmrecht) Dr. Birgit König Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abteilung Stadt und Freiraumplanung Referat Naturschutz, Landschaftsplanung und Forstwesen Stephan Bätz Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abteilung Stadt und Freiraumplanung Referat Freiraumplanung und Stadtgrün Annalie Schoen/Ellen Mickley Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Entwicklungsmaßnahme Hauptstadt Stefan Pasch Bezirksamt Spandau von Berlin Naturschutz- und Grünflächenamt Hans-Werner Pillhofer Bezirksamt Spandau von Berlin Naturschutz- und Grünflächenamt Alexander Tietze Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Michael Berg Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Karina Reichhardt Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Dr. Ralf-Gunter Leonhardt Luftwaffenmuseum Elmar Lakenberg Berliner Forsten N.N Landwirtschaft Vorprüfung (ohne Stimmrecht) Leitung der Vorprüfung: Harald Fugmann, Martin Janotta Landschaftsarchitekten, Berlin Die Vorprüfung wird bei Bedarf verstärkt

WB Parklandschaft Gatow / Teil 1 Verfahren



Gäste (ohne Stimmrecht)

Sven Romeike Bundesanstalt für Immobilienaufgaben N.N Vertreter der Bezirksverordnetenversammlung Spandau von Berlin N.N Förderverein Regionalpark Döberitzer Heide e.V. N.N Landkreis Potsdam Mittelmark Perpetua Rausch Architektenkammer Berlin N.N Landschaftspflegeverband

1.6	

Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen

Im Teilnehmerbereich werden sämtliche Wettbewerbsunterlagen zum Download zur Verfügung gestellt. Wettbewerbsunterlagen können nur auf diesem Weg abgerufen werden. Eine Zusendung per Post erfolgt nicht. Die Unterlagen können ab dem 20.12.2010 heruntergeladen werden. Zur Anmeldung zum Wettbewerb siehe Punkt 1.2 der Auslobung.

1.7	

Abgabe der Wettbewerbsarbeiten

Die Arbeiten sind am 08.04.2011 von 14.00 bis 17.00 Uhr bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren Brückenstraße 6 – Jannowitzcenter 10179 Berlin Raum Nr. 4.026 abzugeben oder am selben Tag oder davor liegend per Post- oder Kurierdienst einzureichen. Bei der Einreichung durch Post- oder Kurierdienst ist eine Kopie des Aufgabebelegs in gleicher anonymisierter Weise wie die Arbeit selbst, mit der Kennziffer versehen an den Auslober nachzusenden. Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlossenem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk „Wettbewerb Parklandschaft Gatow“ einzureichen. Bei Zustellung durch Post- oder Kurierdienst ist der Empfänger als Absender anzugeben. Der Verfasser trägt die Verantwortung, dass die geforderten Leistungen bis zum 22.04.2011 vorliegen. Bei Einlieferung durch Post- oder Kurierdienst (porto- und zustellungsfrei für den Empfänger) gilt die Einlieferungsfrist als erfüllt, wenn der

WB Parklandschaft Gatow / Teil 1 Verfahren

10

Aufgabestempel das Datum des 08.04.2011 oder eines davor liegenden Tages trägt. Der Verfasser selbst ist für die Lesbarkeit des Aufgabestempels auf der Sendung verantwortlich. Verspätet eingegangene Arbeiten, deren Aufgabestempel/Aufgabebeleg fehlt, unleserlich oder unvollständig ist oder dessen Richtigkeit angezweifelt wird, werden vorbehaltlich des späteren Nachweises zeitgerechter Einlieferung, den der Teilnehmer zu erbringen hat, mitbeurteilt. Bei Einreichung durch Post- oder Kurierdienst ist eine Kopie des Aufgabebeleges in gleicher anonymisierter Weise wie die Arbeit selbst, mit der Kennziffer versehen, an den Auslober nachzu-senden. Die Teilnehmer können überprüfen, ob ihre Wettbewerbsarbeiten beim Auslober eingegangen sind. Auf der Seite „Übersicht“ werden die Kennzahlen der beim Auslober eingetroffenen Arbeiten veröffentlicht. Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlautende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1 cm Höhe und 4 cm Breite auf jedem Blatt und Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen. Die Zahl ist vom Teilnehmer selbst zu wählen. Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzugeben.

1.8	

Ortsbesichtigung, Rückfragen

Informationsveranstaltung Am 21. Januar 2011 wird eine Informationsveranstaltung mit Begehung des Wettbewerbsgebietes für die Wettbewerbsteilnehmer durchgeführt. Ein zweiter Termin wird Ende Februar stattfinden. Da aufgrund der Komplexität der Aufgabenstellung eine gute Kenntnis des Wettbewerbsgebiets unbedingt notwendig ist, wird den Teilnehmern dringend empfohlen, an mindestens einer der zwei Ortsbesichtigungen teilzunehmen. Rückfragen Rückfragen können bis zum 28.01.2011 nur im Rückfragenforum des Teilnehmerbereichs gestellt werden. Alle gestellten Fragen werden dort direkt und anonym angezeigt. Dadurch ist es möglich, dass alle Teilnehmer bereits gestellte Fragen nachlesen können. Jeder Teilnehmer ist verpflichtet selbst zu überprüfen, dass seine gestellten Fragen im Rückfragenforum angezeigt werden. Rückfragen können nur auf diesem Weg gestellt werden. Beim Stellen der Rückfragen ist auf das entsprechende Thema der Ausschreibung Bezug zu nehmen. Die Rückfragen werden ggf. mit dem Preisgericht erörtert und anschließend beantwortet. Die Antworten auf die Rückfragen werden spätestens am 08.02.2011 im Teilnehmerbereich veröffentlicht. Das Rückfragen-Protokoll ist Bestandteil der Ausschreibung. E-Mail Verteiler während des Wettbewerbs Die Wettbewerbs-Teilnehmer werden während des Wettbewerbs fortlaufend per E-Mail über das Wettbewerbsgeschehen informiert. Der EMail Verteiler stellt einen zusätzlichen Service für die Teilnehmer dar. Die per Verteiler versendeten E-Mails sind nicht Bestandteil der Ausschreibung. Für den Eingang der E-Mails beim Teilnehmer wird weder vom Auslober

WB Parklandschaft Gatow / Teil 1 Verfahren

11

noch von wettbewerbe-aktuell Garantie übernommen. Die Teilnehmer sind deshalb angehalten, sich fortlaufend selbst über das Verfahren im Internet zu informieren. Auf der Seite „Unterlagen“ im Teilnehmerbereich werden alle versendeten E-Mails dargestellt und abgelegt. Nicht erhaltene E-Mails stellen deshalb keine Benachteiligung eines Teilnehmers dar.

1.9	

Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen

Die vorliegende Ausschreibung und die im Folgenden aufgeführten Planunterlagen sind als Download im Internet verfügbar: —   	Wettbewerbsauslobung mit Anlagen (siehe Anlagenverzeichnis), — 	Sammlung der Rückfragen und deren schriftliche Beantwortung und — 	die im folgenden aufgeführten Planunterlagen. Informationspläne (als PDF-Datei) — Karte von Berlin, Bezirk Spandau, Maßstab 1 : 10.000 —   Lageplan (Bestandsplan), Maßstab 1 : 10.000 —   Lageplan (Bestandsplan), Maßstab 1 : 2.000 — Luftbild, Maßstab 1 : 4.000 — Historische Karte, Maßstab 1 : 10.000 Arbeitspläne (als DXF-Datei, TIFF-Datei) — ALK als .dxf im Maßstab 1 : 1.000 — K5 als .tif im Maßstab 1 : 5.000 —   Orthophoto 2009 als .tif, Bodenauflösung 0,1 m Hinweis Jeder Teilnehmer des Wettbewerbes verpflichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Wettbewerb zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbes zu löschen.

1.10	

Geforderte Leistungen

Von den Wettbewerbsteilnehmern sind folgende Leistungen zu erbringen: 1. Einbindung des Wettbewerbsgebietes in den Landschaftsraum Gatow/Kladow im Maßstab 1 : 10.000 — Darstellung der Wegebeziehungen unter Einbeziehung der vorhandenen und geplanten Wege — Berücksichtigung von Blickbeziehungen bzw. der ‚Blickweite‘ 2. Entwurf im Maßstab 1 : 2.000 — 	Integrierte Darstellung des landschaftsgestalterischen Leitbildes, der Gliederung, der Raumbildung und der Art der Flächennutzung — 	Einbindung des Wettbewerbsgebietes in den Raum Gatow-KladowGlienicker Heide unter Berücksichtigung des Wegesystems und der Blickbeziehungen, bzw. der ‚Blickweite‘ in Richtung Innenstadt und nach Brandenburg — 	Anknüpfungen an die umliegenden Frei- und Siedlungsräume in

WB Parklandschaft Gatow / Teil 1 Verfahren

12

Gatow/Kladow und im Land Brandenburg — 	Hauptwegeverbindungen, Entwicklung des Wegenetzes mit Nutzbarkeit für Fußgänger, Skater und Radfahrer, Anbindung an den ÖPNV — 	Gestaltkonzeption für die Übergangsbereiche zur Wohnsiedlung und zum Luftwaffenmuseum — 	Gestaltkonzeption für wichtige Orientierungspunkte, Kreuzungen und Eingangsbereiche — 	Darstellung des Umgangs mit dem Relief, Verdeutlichung durch Hoch- und Tiefpunkte (Schießplatz, Kiesgrube, Aufschüttung für Altlastsanierung) — 	Darstellung des Beitrages zur urbanen Landwirtschaft im Gesamtplan (Maßstab 1 : 2.000) 3. Entwurf von zwei Vertiefungsbereichen im Maßstab 1 : 500 —   	Konzeption für den Schießplatzbereich (inkl. 2 Schnitte in frei wählbarem Maßstab) — 	freie Wahl des zweiten Vertiefungsbereichs 4. Erläuternde Darstellungen — 	Nach freier Wahl Perspektive oder Isometrie zur Verdeutlichung der wesentlichen Entwurfsidee — 	Details, Ansichten oder Schnitte in Form von Zeichnungen, Skizzen, Collagen, Fotos, Modellfotos, Fotomontagen zur Veranschaulichung wichtiger Entwurfselemente 5. Kostenschätzung —  	 die zu erwartenden Kosten zur Gestaltung und Pflege der Parklandschaft sind unter Verwendung des Formblatts II (im Downloadbereich) darzustellen 6. Ergänzende Unterlagen —	 Erläuterungsbericht von maximal vier Seiten DIN A 4 als lose Blätter mit folgenden Inhalten –	 Erläuterung des Entwurfs –	 Darlegung des Pflegekonzepts zur Erhaltung der Parklandschaft inklusive der Pflegeintensität auf Flächen verschiedener Nutzung –	 Darlegung des Umgangs mit den belasteten Deponieflächen bei überlagernden Nutzungen –	 Darlegung der Berücksichtigung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen –	 Darlegung zum Umgang mit artenschutzrechtlichen Anforderungen —	 Verkleinerungen des Entwurfs für den Realisierungsbereich und den Vertiefungsbereich, schwarz-weiß lesbar für die Darstellung im Vorprüfbericht —	 Verfassererklärung (Formblatt I im Downloadbereich) —	 Verzeichnis der eingereichten Unterlagen 7. Nachweis naturschutzfachliche Kompensation —	 unter Verwendung von Formblatt III ist der Nachweis zu erbringen, dass die Festsetzungen des Ausgleichskonzepts aus dem B-Plan VIII422 erfüllt werden

WB Parklandschaft Gatow / Teil 1 Verfahren

13

Die eingereichten Pläne sollen rollbar sein. Für die schadensfreie Aufhängung von auf Tafeln aufgezogenen Plänen wird keine Haftung übernommen. Zusätzliche Leistungen, die über die Hängeflächen hinausgehen, werden nicht berücksichtigt. Weitere Leistungen wie Modell, Dias, Video etc. sind nicht zugelassen. Nicht rollbare Pläne werden nicht zurückgeschickt. Eine Abgabe in digitaler Form (CD, Diskette etc.) ist nicht zugelassen. Zusätzlich geforderte Leistungen in digitaler Form auf CD-ROM für Vorprüfung, Ergebnisprotokoll und Veröffentlichung: —	 	 —	 	 —	 die Präsentationspläne als Windows-kompatible .tif-Datei(en) in einer Auflösung von bevorzugt 300 dpi (ggf. LZW-komprimiert) die Präsentationspläne als pdf-Datei(en) mit eingebundenen Pixeldarstellungen in einer Auflösung von bevorzugt 300 dpi Erläuterungsbericht als pdf-Datei

Als verbindliche Form der Arbeit gilt der Papierausdruck. Hinweise zu den geforderten digitalen Leistungen „Offene“ Dateien aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkExpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten Windows-kompatiblen .tif-Format vorliegt, kann nicht berücksichtigt werden. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur die sechsstellige Kennzahl, mit der auch die schriftlichen Pläne gekennzeichnet werden (z.B. 123456). Die einzelnen Dateien auf der CD-ROM müssen wie folgt benannt werden: Der erste Teil des Dateinamens ist die sechsstellige Kennzahl, danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Dateititel, gefolgt von der Formatangabe, z.B. „tif“. Beispiele: – Lageplan:	 – Prüfplan:	 123456_lageplan.tif 123456_pruefplan.tif

In den Dateinamen dürfen keine Leer- und Sonderzeichen vorkommen. Die CD-ROM ist für Windows-kompatiblen PC zu erstellen. MacintoshFormate können grundsätzlich nicht verwendet werden. Allgemeine Hinweise Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Gemäß RPW § 5 Abs. 2 werden Darstellungen, die über die in der Auslobung geforderten Leistungen hinausgehen oder gegen bindende Vorgaben des Auslobers verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert. Farbige Darstellungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen. Für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten stehen pro Wettbewerbsteilnehmer max. zwei 2 m hohe Rolltafeln mit einer Hängefläche von 1,96 m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfügung. Ausschlusskriterien / Verstoß gegen bindende Vorgaben Es werden keine bindenden Vorgaben im Sinne der RPW 2008 § 5 Absatz 1 und § 6 Absatz 2 formuliert. Wettbewerbsbeiträge, die während der Laufzeit des Wettbewerbes veröffentlicht werden, verstoßen gegen die in § 1 Absatz 4 und § 6 Absatz 2 RPW 2008 geforderte Anonymität und sind von der Beurteilung auszu-

WB Parklandschaft Gatow / Teil 1 Verfahren

14

schließen.

1.11	

Beurteilungsverfahren und Vorprüfung

Das Beurteilungsverfahren ist unter § 6 Absatz 2 der RPW 2008 dargestellt. Ergänzend gilt folgendes: Die eingereichten Arbeiten werden mit Hilfe eines Kriterienkataloges vorgeprüft. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe können die Sachverständigen zur Unterstützung der Vorprüfer hinzugezogen werden. Eine zweiphasige Vorprüfung bleibt vorbehalten. Dem Preisgericht werden die Ergebnisse der Vorprüfung als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt, die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Preisgericht vorbehalten.

1.12	

Preise und Anerkennungen

Die Wettbewerbssumme (RPW 2008 § 7 Absatz 2) ist auf der Basis des § 39 HOAI ermittelt. Für Preise und Anerkennungen stehen insgesamt 66.000 Euro (netto; zzgl. 19% USt.: 78.540 €) zur Verfügung. Vorgesehen ist folgende Aufteilung: 1. Preis	Euro		 2. Preis	Euro		 3. Preis	Euro		 Anerkennung Euro	 Anerkennung Euro	 22.000,18.000,12.000,7.000,7.000,-

Über die Preise und Anerkennungen hinaus ist eine Kostenerstattung nicht vorgesehen. Die Preise und Anerkennungen werden nach Entscheidung des Preisgerichts unter Ausschluss des Rechtsweges zugeteilt. Das Preisgericht kann einstimmig eine andere Verteilung beschließen oder Preisgruppen bilden. Die Umsatzsteuer von derzeit 19 % ist in den genannten Beträgen nicht enthalten und wird den inländischen Teilnehmern zusätzlich ausgezahlt.

1.13	

Weitere Bearbeitung

Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe. Der Bauherr wird unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts einem oder mehreren Preisträgern die weitere Bearbeitung der Aufgabe mindestens mit den Leistungsphasen 2 - 5 nach § 38 HOAI übertragen, sofern kein wichtiger Grund einer Beauftragung entgegensteht, insbesondere soweit und sobald die dem Wettbewerb zugrundeliegende Aufgabe realisiert werden soll (RPW 2008 § 8 Absatz 2), unter der Voraussetzung, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Sollte er aus wichtigen Gründen von der Beauftragung entsprechend der Empfehlung des Preisgerichts abweichen wollen, wird er unter allen Preisträgern Verhandlungen nach VOF durchführen, im Rahmen derer er die oben genannten Leistungen an einen Preisträger vergeben wird. Eine abschnittsweise Beauftragung bleibt vorbehalten. Im Fall einer weiteren Bearbeitung werden die durch den Wettbewerb bereits erbrachten Leistungen der Wettbewerbsteilnehmer bis zur Höhe der Preissumme nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen weitgehend unverändert der weiteren

WB Parklandschaft Gatow / Teil 1 Verfahren

15

Bearbeitung zugrunde gelegt wird (RPW 2008 § 8 Absatz 2). Landschaftsarchitekten, die nicht Mitglieder der Berliner Architektenkammer sind, sind gemäß § 6 Bau- und Architektenkammergesetz verpflichtet, sich bei Auftragserteilung im Verzeichnis auswärtiger Architekten der Architektenkammer Berlin eintragen zu lassen.

1.14	

Eigentum und Urheberrecht

Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen und Anerkennungen ausgezeichneten Wettbewerbsarbeiten werden Eigentum des Auslobers. Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Verfasser erhalten (RPW 2008 § 8 Absatz 3). Der Auslober ist berechtigt, die zu Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.

1.15	

Verfassererklärung

Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung versichern die Wettbewerbsteilnehmer, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbeiten, gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur fach- und termingerechten Durchführung in der Lage sind. Die Verfassererklärung befindet sich als Formblatt im Download-Bereich (Formblatt I).

1.16	

Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten

Das Ergebnis des Wettbewerbs wird (unter Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung) den Teilnehmern, deren Arbeit mit einem Preis oder einer Anerkennung ausgezeichnet wird, unmittelbar nach der Entscheidung des Preisgerichts, allen anderen durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls mitgeteilt und der Öffentlichkeit über die Presse bekanntgegeben sowie unter www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/ ausstellungen angekündigt. Die zur Beurteilung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleute, den Preisen und Anerkennungen , der Aufnahme in die engere Wahl und dem Preisgerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Ausstellung werden den Wettbewerbsteilnehmern und der Presse bekanntgegeben (RPW 2008 § 8 Absatz 1).

1.17	

Haftung und Rückgabe

Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens. Die nicht prämierten Arbeiten von in Berlin ansässigen Teilnehmern können zu einem

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

16

Zeitpunkt, der ihnen rechtzeitig mitgeteilt wird, bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - II D - abgeholt werden. Die nicht in Berlin ansässigen Büros werden vom Auslober nach Ausstellung der Arbeiten schriftlich bzw. per Mail angefragt ob Interesse an einer Rücksendung ihrer Arbeiten besteht. Die Rücksendung erfolgt nur dann, wenn die Arbeiten in transportgerechter und wieder verwendbarer Verpackung eingereicht wurden. Werden die Arbeiten innerhalb der genannten Fristen nicht abgeholt oder zurückgefordert, so geht der Auslober davon aus, dass die betreffenden Teilnehmer das Eigentum an ihren Arbeiten aufgegeben haben und wird dann mit diesen Arbeiten nach seinem Belieben verfahren.

1.18	

Zusammenfassung der Termine
20.12.2010 21.01.2011 28.01.2011 08.02.2011 08.04.2011 19. oder 21. KW 2011 21. oder 23. KW 2011

Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen:		 1. Ortsbesichtigung:				 Rückfragen über Internet bis:			 Rückfragen-Beantwortung über Internet bis:	 Abgabe der Wettbewerbsarbeiten:		 Sitzung des Preisgerichts:			 Ausstellung der Arbeiten:			

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

17

Teil 2	 Bestand und Planung 2.1	 Lage des Wettbewerbsgebietes

Das Wettbewerbsgebiet liegt am südwestlichen Stadtrand von Berlin, im Süden des Bezirkes Spandau. Es grenzt unmittelbar an die Gemeinde Groß-Glienicke, Landkreis Potsdam Mittelmark im Land Brandenburg. Es ist etwa 12 Straßenkilometer vom Stadtzentrum Potsdams und etwa 20 Straßenkilometer vom Berliner Stadtzentrum entfernt. Das Wettbewerbsgebiet gehört historisch zum Ortsteil Gatow, obwohl es mit den Siedlungsbereichen dieses Ortsteils räumlich nicht verbunden ist. Es grenzt vielmehr unmittelbar an die überwiegend von Einfamilienhäusern geprägten Siedlungsgebiete des Ortsteils Kladow, mit dem neu entstehenden Siedlungsteil der ‚Landstadt Gatow‘.

Abb. 1: Lage im Stadtgebiet (Datengrundlage: ÜK50 Berlin, SenStadt 2009)

2.2	

Abgrenzung des Wettbewerbsgebietes

Das Wettbewerbsgebiet umfasst im wesentlichen den Bereich des ehemaligen Schießübungsplatzes, den westlichen Teil der ehemaligen Start- und Landebahnen sowie die Deponieflächen und die Kiesgrube. Es wird von folgenden Flächen, Straßen oder Einrichtungen begrenzt: —   	im Nordwesten von der Potsdamer Chaussee (Bundesstraße B 2), — im Nordosten von der Gatower Heide und der angrenzenden Splittersiedlung Habichtswald, — 	im Westen und Südwesten von der Wohnsiedlung Kuckuck und dem Baufeld der neuentstehenden Wohnsiedlung Landstadt Gatow, — 	im Südosten vom Luftwaffenmuseum und dem südlichen Antennenfeld innerhalb des Geländes der General-Steinhoff-Kaserne. Das Wettbewerbsgebiet ist etwa 90 ha groß.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

18

Abb. 2: Abgrenzung des Wettbewerbsgebietes (Datengrundlage: ALK Berlin, SenStadt 2007)

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

19

2.3	

Historische Entwicklung

Bereits im 13. Jahrhundert war die Hochfläche des Havellandes mit einer Vielzahl von kleinen Dörfern besiedelt. Das Dorf Kladow entstand zeitgleich mit Gatow, Groß-Glienicke, Seeburg und Staaken. Die Flächen zu beiden Seiten des Ritterfelddammes waren durch den Wechsel von Wäldern (Ritterholz) und Feldern geprägt. Aufgrund der schlechten Ackerwertzahlen brachte die Landwirtschaft jedoch nur geringe Erträge hervor, so dass die Bevölkerung sich auch durch Holzeinschlag, Fischerei und Rohrernte den Lebensunterhalt erwirtschaften musste. Der Charakter des Wettbewerbsgebietes wurde bereits in der Vergangenheit durch die Mischung von weitgehend offenen Flächen mit einzelnen Forstflächen gekennzeichnet. Bei dem Vergleich der historischen Karten wird die Lage des Ritterholzes, heute das Waldgebiet im Kasernengelände, sowie des Ritterfeldes, heute das Baufeld und der künftige Park, deutlich. Durch den sich verändernden Arbeitsmarkt im 19. Jahrhundert fielen Ackerflächen brach und wurden durch Kiefernforste ersetzt. Die Fläche des Flugplatzes blieb jedoch weitgehend frei von Aufforstungen. Die historische Dörferverbindung Gatow – Groß-Glienicke verlief über das Wettbewerbsgebiet in der Verlängerung des Groß-Glienicker Weges aus Gatow kommend in Richtung Groß-Glienicke. Im Bereich der Drossel- und Gutsstraße findet die Dörferverbindung heute noch ihren Anschluss. Mit der Flugplatznutzung wurde diese Wegeverbindung unterbrochen. Um die Jahrhundertwende wurde Kladow als Naherholungsgebiet für die Berliner entdeckt und sein Havelufer für attraktive Baugrundstücke erschlossen. Bereits im 19. Jahrhundert wurde das Ritterfeld, wie der offene Landschaftsraum genannt wurde, auf dem später der Flugplatz Gatow entstehen sollte, für militärische Übungszwecke genutzt. Die Bezeichnung für die im Süden des Flugplatzgeländes liegende Siedlungseinheit „Alte Schanze“ mit der Straße „An der Bastion“ zeugt noch von dieser Vergangenheit. 1934 begann der Aufbau einer Luftwaffe in Gatow, anfangs noch unter dem Deckmantel einer „Sportschule“ mit einem angegliederten „Forst- und landwirtschaftlichem Flugversuchsinstitut“. Im gleichen Jahr wurde jedoch durch das Reichsluftfahrtministerium der Bau einer „Luftkriegsakademie“ und einer „Lufttechnischen Akademie“ auch offiziell angekündigt. In etwa einjähriger Bauzeit entstanden für 147 Millionen Reichsmark umfangreiche Anlagen südlich und nördlich des Kladower Damms, zu denen u.a. die noch heute erhaltenen Kasernengebäude, diverse Hangars und der Flugplatz gehörten. In dieser Zeit entstanden auch die Habichtswaldsiedlung und die Siedlung Fliegerhorst. Auch nach Kriegsausbruch war Gatow vermutlich nur eine Ausbildungsstätte. Von Bombenangriffen blieben die Anlagen weitgehend verschont. Am 26.04.45 wurde der Flugplatz Gatow von sowjetischen Truppen eingenommen. Bereits am 02.07.45 übernahmen die Briten den in ihrem Sektor gelegenen Flugplatz, der ab August 1945 RAF Gatow hieß (RAF=Royal Air Force). Der Flugplatz verfügte bis dato nur über eine Graspiste, so dass rasch mit dem Bau einer provisorischen, aber wenigstens befestigten Piste aus

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

20

Abb. 3: Historische Karte von 1826

Abb. 4: Historische Karte von 1927

Abb. 5: Historische Karte von 1973

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

21

perforierten Stahlblechen begonnen wurde, sogenannten PSP-Platten (Pierced Steel Planking). Hochrangige Politiker wie Churchill oder Eden gelangten über den Flugplatz Gatow nach Berlin. Auch die Sowjets nutzten Gatow als Zwischenstation bei Flügen von Moskau nach London oder Paris. Ab September 1946 bis 1950 führte British European Airways zivile Linienflüge zwischen Berlin und London über den Flugplatz Gatow durch, bevor sie ihre Aktivitäten nach Tempelhof verlagerten und Gatow wieder nur rein militärischen Nutzungen unterlag. Eine bedeutende Rolle spielte der Flugplatz Gatow in der Zeit der Blockade Berlins, als einer der vier Landepunkte für die Luftbrücke. Neben Gatow im britischen Sektor war dies zunächst noch der Flugplatz Tempelhof (amerikanischer Sektor) und in geringerem Umfang die Havel, wo sich in Nähe des Strandbades Wannsee ein Landeplatz für Wasserflugzeuge befand. Erst ab November 1948 waren auch Flüge zum Flugplatz Tegel möglich, der nach nur 93 Tagen Bauzeit speziell für die Luftbrücke im damaligen französischen Sektor erstellt wurde. Nachdem die sowjetische Besatzungsmacht in der Nacht vom 23. auf den 24.06.48 den kompletten Personen- und Güterverkehr in die Westsektoren Berlins gestoppt, sogar die Stromversorgung unterbrochen hatte, landete bereits zwei Tage später die erste Versorgungsmaschine der Royal Air Force in Gatow. Für die Luftbrücke wurde eine Betonpiste neben der alten Stahlplankenbahn erstellt und schon am 16.07.48 in Betrieb genommen. Außerdem entstanden in Gatow unterirdische Tanks für Treibstoffe, ein Kohlelager und ein zweiter Kontrollturm. Während der Luftbrücke, die über das Ende der Blockade am 12.05.1949 hinaus bis September 1949 andauerte, entwickelte sich der britische Stützpunkt in Gatow zu einem der verkehrsreichsten Flughäfen der Welt. Bis zu 400 Flüge pro Tag wurden hier abgefertigt. Im ersten halben Jahr der Luftbrücke landete oder startete ca. alle 34 Sekunden ein Flugzeug. Seit Ende der 50er Jahre fand intensiver Kies- und Sandabbau auf den heutigen Deponieflächen statt. Sie wurden bis Anfang der 80er Jahre weitgehend verfüllt. Die letzte teilweise noch unverfüllte Kiesgrube befindet sich westlich der Habichtswaldsiedlung. Die Schießübungsplatzanlage wurde Anfang der 80er Jahre für die „Berlin Infantry Brigade“ erstellt und war seinerzeit die modernste und größte Europas, in der auch Schießübungen mit Panzern durchgeführt wurden. Wenige Jahre später, nach dem Mauerfall, wurde der Schießübungsplatz jedoch wieder stillgelegt. Das Bundesverteidigungsministerium hatte kein Interesse an einer weiteren Nutzung. Aktuelle Entwicklungen Mit dem Abzug der Alliierten im Jahr 1994 übernahm die Bundesluftwaffe das Areal. Seit 1997 ist der Standort Gatow offiziell als Flugplatz entwidmet. Auf dem östlichen Teil des Flugplatzgeländes befindet sich nunmehr das Luftwaffenmuseum, das auf Teilen der Start- und Landebahnen sowie in den unter Denkmalschutz stehenden Hangars aus den 30er Jahren neben den

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

22

während der Luftbrücke zum Einsatz gekommenen Transportflugzeugen auch modernste Militärmaschinen präsentiert. Für den verbleibenden Bereich des Flugplatzes wurde 1996 der städtebauliche Realisierungswettbewerb zum ‚Wohnungsneubau auf dem ehemaligen Flugplatz Gatow‘ ausgelobt. Er wurde 1997 entschieden. Direkt anschließend wurde der Bebauungsplan erarbeitet und 1998 mit den Baumaßnahmen auf dem Baufeld begonnen. Inzwischen ist die gesamte Erschließung, die Gestaltung der Außenanlagen einschließlich des Sportplatzes sowie die Zufahrt zum Luftwaffenmuseum fertiggestellt. Die Bebauung erstreckt sich auf beide Baufelder, Abb. 21 gibt die Situation vom Sommer 2010 wieder. Die gesamte Erschließung sowie ein Großteil der Infrastruktureinrichtungen (Schulen, Sportplatz, Kitas) ist fertiggestellt. Die baulichen Anlagen des ehemaligen Flugplatzes, wie Start- und Landebahn, Sendemasten etc. sind komplett zurückgebaut. Da die bauliche Entwicklung der Landstadt zunächst voranschreiten sollte, wurden die Planungen für die Parklandschaft zeitlich ausgesetzt. 2004 wurde vom Büro Becker Giseke Mohren Richard bgmr Landschaftsarchitekten das Konzept der ‚Urbanen Landwirtschaft Landstadt Gatow’ als Strategie einer stadtnahen Landschaftsentwicklung erarbeitet. Das Konzept wurde in den folgenden Jahren hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit weiter konkretisiert. Anfang 2008 fanden Informationsveranstaltungen für die Anwohner und Initiativen im weiteren Umfeld statt. Mit den Landwirten wurden im Rahmen eines Workshops die Rahmenbedingungen und Anforderungen einer urbanen Landwirtschaft in diesem Raum vertiefend erarbeitet und vorabgestimmt. Die Öffentlichkeitsveranstaltungen zum Thema ‚Urbane Landwirtschaft Landstadt Gatow’ fanden bei den Anwohnern und den landwirtschaftlichen Akteuren in der Region ein positives Echo. Im nördlichen Teil des Schießplatzgeländes werden derzeit einige Flächensegmente von einem Hundeverein genutzt, dazu wurden Rasenflächen angelegt und Zäune gezogen. Die Betonwand am Kopfbau im Nordosten wird von einem Kletterverein als Klettwerwand genutzt. Die entsprechenden Nutzungsverträge sind als temporäre Vereinbarungen angelegt und sind kurzfristig kündbar.

2.4	
2.4.1	

Städtebauliche Rahmenbedingungen
Eigentumsverhältnisse

Das gesamte Wettbewerbsgebiet wie auch ein großer Teil der angrenzenden Flächen ist Eigentum der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (vgl. Abb. 6). Die Bauflächen der   Landstadt Gatow sind zum Teil veräußert bzw. sind zur Veräußerung angeboten. 2.4.2	 Verkehrliche Erschließung

Die Potsdamer Chaussee (B 2) ist die Haupterschließungsstraße für das Wettbewerbsgebiet. Sie stellt die Verbindung nach Spandau und zur Berliner Innenstadt sowie in die benachbarte Gemeinde Groß-Glienicke und zur brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam her.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

23

Bundeseigentum

Landeseigentum

Privat

Abb. 6:	 	Eigentumsverhältnisse (Röntz / Fugmann Janotta 1998)

Das Liniennetz des Öffentlichen Personennahverkehrs bindet das Gebiet von Norden durch Busse entlang der Potsdamer Chaussee (Bus-Nr. 135, 638), für die Habichtswaldsiedlung und den Groß-Glienicker Weg (Bus-Nr. 334) sowie über den Ritterfelddamm (von Norden Bus Nr. 135, von Süden aus Richtung Alt-Kladow Bus Nr. 234) an. Zur Verbesserung des Angebotes wurde zusätzlich eine Expressbuslinie von Kladow zum neuen Fern- und Regionalbahnhof sowie zum S- und U-Bahnhof Spandau eingerichtet (X34).

Abb. 7:	 	Öffentlicher Personennahverkehr (www.bvg.de)

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

24

2.4.3	

Nutzungen im Wettbewerbsgebiet

Einige Flächen an der Potsdamer Chaussee wurden bis 2000 noch als Pferdekoppeln genutzt. Teile des Schießplatzes sind zurzeit an einen Hundeverein mit kurzfristiger Kündigungszeit vermietet. Die Kiesgrube wurde auf dem Grund mit Bauschutt aus dem Unterbau der Start- und Landebahn verfüllt. Alle übrigen Flächen liegen brach. Die unmittelbare Umgebung der Ortsteile Gatow und Kladow ist durch hochwertige Grün- und Erholungsgebiete gekennzeichnet. Deshalb ist die zukünftige Entwicklung des Raumes auch wesentlich im Rahmen der gesamten Stadt und stadtnahen Region zu betrachten. Der GrunewaldHavelraum sowie die Gatower und Glienicker Heide bilden zusammen einen großräumigen Landschaftsraum mit übergeordneten Erholungsfunktionen für die ganze Stadt. Dieser Landschaftsraum soll weitgehend erhalten und weiterentwickelt werden. Im Nordosten und Osten bestimmen die bewaldeten Flächen der Gatower und der Glienicker Heide das Bild. Weiter östlich stellen die landwirtschaftlich genutzten Flächen der Gatower Feldflur sowie die Rieselfelder Karolinenhöhe die Verbindung zu der Ortschaft Gatow her. In Richtung Norden/Nordwesten begrenzen die Aufforstungsflächen auf dem ehemaligen Grenzstreifen das Wettbewerbsgebiet. Im Anschluss an den ehemaligen Grenzstreifen befindet sich die Waldsiedlung GroßGlienicke, für die eine Neubebauung für Wohnen und Mischnutzung vorgesehen ist (vgl. Anhang 7.1). Weiter nordwestlich grenzt die mit offenen und bewaldeten Bereichen stark strukturierte Groß-Glienicker Heide, ein ehemals durch Militär intensiv genutzter Landschaftsraum, an. Eingebettet in die Groß-Glienicker Heide befindet sich in unmittelbarer Nähe zur geplanten Parklandschaft zudem eine Kette kleiner Tümpel und Feuchtgebiete, die als NSG ‚Seeburger Fenn/Sümpelfichten‘ seit 2002 unter Naturschutz stehen. Eine deutliche Barriere zwischen der geplanten Parklandschaft auf dem ehemaligen Flugplatzgelände und den unterschiedlichen Landschaftsräumen in Brandenburg stellt die stark befahrene Potsdamer Chaussee (B2) als Verbindungsstraße zwischen Spandau und Potsdam dar. Im Süden und Osten grenzen Wiesen und Ruderalfluren auf dem Gelände des Luftwaffenmuseums (vgl. 2.4.5) sowie des Antennenstandortes (vgl. 2.6.5) an. Die Kladower Feldflur, die sich bis zum alten Ortskern von Kladow erstreckt und durch den Ritterfelddamm im Südwesten, den Kladower Damm im Südosten sowie durch den Golfplatz im Nordosten begrenzt wird, stellt die Verbindung zum angrenzenden Havelraum und dem Gutspark Kladow her. Im Rahmen des Ausgleichskonzepts zum Bebauungsplan Landstadt Gatow wurde eine Wegeverbindung „Kladower Feldflur“ zur Verbesserung der Verbindung des Wohngebietes mit Kladow und der Havel geplant und umgesetzt. In der südlich gelegenen, ehemaligen Kiesgrube, die zwischenzeitlich als Kohlelagerstätte des Senats genutzt wurde, ist die Erweiterung des Golfplatzes Gatow erfolgt. Im Westen wird das Wettbewerbsgebiet durch das kleine Einfamilienhausgebiet an der Drosselstraße und südlich daran angrenzend durch die neu entstehende Wohnbebauung eingefasst.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

25

Mit dem Sacrower und Groß-Glienicker See im Westen und den natürlichen und siedlungsgeprägten Ufern der Havel im Süden besitzt die weitere Umgebung des Untersuchungsraumes zwei vom Wasser geprägte Naturräume, die in enger Verbindung mit der neuen Parklandschaft zu sehen sind

Abb. 8: Umgebung des Wettbewerbgebietes (Datengrundlage: K10 Berlin, SenStadt 2005)

2.4.4	 Wegebeziehungen (vgl. Abb. 19, Anhang 7.3) Nach der Anlage 4 des städtebaulichen Vertrages sind folgende Wegeverbindungen zur Anbindung der Parklandschaft zu berücksichtigen: — 	Richtung Norden zur Waldsiedlung durch eine neu zu schaffende Anbindung im Südosten der Siedlung und durch die Verlängerung des Außenweges über die Potsdamer Chaussee hinweg in die Siedlung. Von hier aus gelangt man auch in die Glienicker Heide als Teil des angrenzenden Regionalparks Döberitzer Heide.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

26

— 	Die Gatower Heide ist über Wege nördlich und südlich der Habichtswaldsiedlung erreichbar. — 	Über den südlichen Teil der Parklandschaft gelangt man in Richtung Kladower Feldflur und Havelraum. — 	Über die vorhandene Drosselstraße und den neu entstanden Angerbereich innerhalb der Wohnsiedlung gelangt man an den GroßGlienicker See. —   	Darüber hinaus besteht in der Gatower Heide und Gatower Feldflur ein ausgewiesenes Reitwegenetz Mit der Aufnahme des Betriebes der Schulen und Kindertagesstätten gewann die historische Wegebeziehung über den Groß-Glienicker Weg aus Gatow kommend wieder an Bedeutung. Insbesondere von Fahrradfahrern wird heute auf unbefestigten Sandwegen die Verbindung von der Fliegerhorstsiedlung zu den Infrastruktureinrichtungen mit den Schulen und Kitas am Anger genutzt. Diese Wegeverbindung ist im Rahmen der Gestaltung der Parklandschaft aufzugreifen und als offizielle Wegeverbindung zu gestalten (vgl. Abb. 19, S. 49). 2.4.5	 Luftwaffenmuseum

Wegekonzept (Röntz / Fugmann Janotta 1998)

Das 1957 gegründete Luftwaffenmuseum wurde 1987 von der Bundeswehr übernommen und nach seiner Verlegung aus dem Hamburger Umland 1995 in Gatow eröffnet. Es soll der Öffentlichkeit einen Überblick durch die Geschichte der deutschen Militärluftfahrt vermitteln. Als Exponate dienen neben Uniformen und technischem Gerät schwerpunktmäßig Flugzeuge. Das Museum besitzt über 160 Flugzeuge aus der Zeit von 1914 bis heute, von denen zurzeit 70 besichtigt werden können. Ziel der Museumsleitung ist es, die Institution innerhalb der nächsten Jahre zu einem Luftwaffenmuseum von internationalem Standard zu erweitern. Das Museum umfasst neben dem ehemaligen Tower und sechs angrenzenden Hangars insbesondere das etwa 35.000 m² große Freigelände. Es ist durch einen Maschendrahtzaun zur Parklandschaft abgegrenzt. Im Jahr kommen ca. 85.000 Besucher in das Museum. Am jährlich einmal stattfindenden Tag der offenen Tür muss mit ca. 5-10.000 Besuchern gerechnet werden. Die Erschließung des Museums erfolgt vom Ritterfeldamm aus über die Straße am Flugplatz Gatow. In Verlängerung der Leonardo daVinci-Straße wurde eine neue Erschließungsstraße angelegt. Auf dem Museumsgelände befindet sich ein Parkplatz mit ca. 600 Stellplätzen. Auf dem Gelände besteht eine Reserve von zusätzlichen 1.500 Stellplätzen. Zudem ist das Luftwaffenmuseum auf gleichem Weg durch die Buslinie 135 (Haltestelle Seekorso) mit öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden. Der An- und Abtransport von Flugzeugen oder anderer Schwerlastverkehr erfolgt über die Zufahrt durch die General-Steinhoff-Kaserne vom Kladower Damm aus. Der vorhandene Zugang zum Luftwaffenmuseum im nördlichen Bereich des Ausstellungsgeländes soll für Fußgänger und Radfahrer aus Richtung Fliegerhorstsiedlung erhalten bleiben.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

27

2.5.	

Landwirtschaftliche Nutzungen

Der Gatower und Kladower Landschaftsraum wurde und wird landwirtschaftlich genutzt. Im Umfeld des ehemaligen Flugfeldes befinden sich zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe, wobei im Vergleich zur ruralen Landwirtschaft, die im hohen Maße großflächig und subventionsabhängig ist, die stadtnahe Landwirtschaft sich in einem hohen Grad mit ihren Produkten und Dienstleistungen auf den nahen Markt der Stadt eingestellt hat. Die allgemeinen Charakteristika der stadtnahen Landwirtschaft mit einem hohen Anteil an Sonderkulturen, durchschnittlich kleinerer Betriebsfläche, hoher Arbeitskraftdichte und kleinteiligeren landwirtschaftlichen Schlägen kann für den Gatower und Kladower Raum bestätigt werden. Viele Betriebe haben die Direktvermarktung für ihre Produkte ausgebaut oder bieten das Selberernten von Obst und Gemüse für die Berliner an. Die landwirtschaftliche Betriebsstruktur ist hochgradig ausdifferenziert. Es handelt sich um größere Betriebe im Haupterwerb, kleinere Betriebe im Nebenerwerb sowie um Neueinrichter und Einzelpersonen, die in ihrer Freizeit Pferde halten oder therapeutische Angebote anbieten möchten. Im Rahmen der Konzepterarbeitung Urbane Landwirtschaft wurden vom Büro bgmr Landschaftsarchitekten 10 Betriebe hinsichtlich des Flächenbedarfs für landwirtschaftliche Nutzungen befragt. Acht Betriebe bzw. Einzelpersonen bekundeten Interesse an landwirtschaftlich nutzbaren Flächen. Weitere Initiativen und Einzelpersonen haben Interesse an Flächen für therapeutische Nutzungen (Gartenbau), für Beschäftigungsgesellschaften (Landschaftspflege) oder als Weiden für Lamas. Entsprechend den unterschiedlichen betrieblichen Konzepten bestehen differenzierte Nachfrageprofile: — Weide — Pferde, Ponys, Lamas, Schafe — Mähwiese — Heugewinnung — Obst- und Gemüseanbau — Ackerbau —   Landschaftspflege Weide Die Flächennachfrage ist abhängig von den Betrieben und liegt je Nutzer zwischen 1 bis 20 Hektar. Die Weiden können kleinteilig strukturiert werden. Bei der Pflanzung von Bäumen und Gehölzgruppen bestehen Gestaltungsmöglich-keiten. Einzelne ‚Schatten’-Bäume sind für die Weidetiere zweckmäßig. Da Weideflächen nachgemäht werden müssen, ist ein Maschineneinsatz zu gewährleisten. Weideflächen müssen gut erreichbar sein. Kleinteilige Flächen sollten miteinander verbunden sein. Die Beweidung mit Schafen würde als Rotationsweide (Standweide) oder als Huteweide mit Schäfer durchgeführt werden. Bei der Hutebeweidung würde der Schäfer vergleichbar der Wanderschäferei lediglich einige Wochen oder Monate im Jahr die Beweidung durchführen. Bei der Rotationsbeweidung würde mit mobilen Weidezäunen eine abschnittsweise, über das Jahr

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

28

versetzte, rotierende Beweidung der Flächen erfolgen. Die militärisch genutzten Flugplatzflächen wurden in der Vergangenheit mit robusten Rinderarten bewirtschaftet (Galloways, französische Hochlandrinder). Mähwiese - Grünland Da die Bewirtschaftung mit größeren Maschinen erfolgt, sind Schlaggrößen von 2 ha die Untergrenze. Gehölzpflanzungen sollten linear ausgerichtet werden, damit sie keine Bewirtschaftungshindernisse darstellen. Obst- und Gemüseanbau Aufgrund der sandigen Böden ist eine Bewässerung der Flächen erforderlich. Für die Beregnung sind rechteckige Flächen mit einer Breite von 56 m, besser 102 m und einer Länge von 200 m, besser bis 400 m aus Sicht der Bewirtschafter erstrebenswert. Ackerbau Die armen Böden sind vor allem für den Roggenanbau geeignet. Schläge sollten eine Größe von zwei bis drei Hektar nicht unterschreiten, besser sind fünf und mehr Hektar. Durch das Nebeneinander von mehren kleineren Schlägen kann die Wirtschaftlichkeit für den Betrieb optimiert werden. Gehölze sollten linear angeordnet werden. Da die Deponieflächen dauerhaft mit Vegetation und einer Bodenschicht bedeckt sein müssen, sind im Bereich der Deponie ackerbauliche Nutzungen ausgeschlossen. Landschaftspflegemaßnahmen Mehrere Betriebe haben Interesse an der Durchführung von Landschaftspflegemaßnahmen. Hierbei würde überwiegend landwirtschaftliche Technik zum Einsatz kommen. Landschaftspflege bezieht sich vor allem auf Wiesenmahd, Heckenpflege, Anlage von Blumenfeldern oder Pflege mit Zeburindern und anderen robusten Weidetieren. Der Landschaftspflegeverband Gatow ist mit seinen Mitgliedern bereit, gegen eine entsprechende Aufwandsentschädigung solche Aufgaben der Landschaftspflege zu übernehmen. Damit sind hinsichtlich der landwirtschaftlichen Nutzungen entsprechend den betrieblichen Ansprüchen sehr große Unterschiede festzustellen. Dies eröffnet die Möglichkeit, eine erhebliche Vielfalt an Landnutzungsmustern zu verwirklichen. Vor diesem Hintergrund und der langfristigen Unsicherheit über die EU-Förderung wird eine robuste Grundstruktur erforderlich sein, die Ver-änderungen der Rahmenbedingungen und ein Wechsel der Nutzer mit ihren unterschiedlichen Betriebsprofilen abpuffern kann

2.6	
2.6.1	

Naturräumliche Gegebenheiten
Geologie, Bodenverhältnisse

Das Wettbewerbsgebiet ist Teil einer überwiegend ebenen Grundmoränenplatte mit Höhenlagen zwischen 40 und 50 m NN. Dieses Grundmoränengebiet besteht aus einem mehr oder weniger lehmigen Geschiebemergel, der im Flughafenbereich großflächig von Sanden überlagert ist. Diese Sande bilden das Ausgangsmaterial der Bodenentwicklung. Als Bodeneinheiten treten Para- und Rostbraunerden in unterschiedlichen Hemerobiestufen auf.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

29

Die Böden der ehemaligen Kiesgruben im Norden sind durch Verfüllung als sehr heterogen einzustufen (vgl. „Altlasten“). 2.6.2	 Altlasten

Schießübungsplatz Der Wall um den Schießübungsplatz besteht in weiten Teilen aus einer sandigen Aufschüttung, die vereinzelt mit Bauschutt von wechselnder Mächtigkeit durchsetzt ist. Die Qualität des Wallmaterials ist noch nicht abschließend erkundet, so dass Untersuchungen vor einer Wiederverwendung erfolgen müssen. Der Hang zur Potsdamer Chaussee zeigt im oberen Bodenmeter keinerlei Auffälligkeiten hinsichtlich einer chemischen Belastung. Der Schießplatzwall ist ebenfalls weitgehend unbelastet. Lokal wurden an drei Messpunkten im Südosten und im Nordosten in Mischproben Überschreitungen der Z 1.1 und der Z 1.2 Werte (nur im Nordosten) festgestellt. Bei Abtrag des Bodens muss dieser Bereich entsorgt werden. Bleibt die Ruderalvegetation an dieser Stelle erhalten, besteht kein Sanierungsbedarf. Unbelastetes Wallmaterial kann in Abhängigkeit von der Bodenbelastung und der geplanten Nutzung auf ehemaligen Deponieflächen (vgl. unten) für eine standortbezogene Überdeckung der Wettbewerbsflächen vorgesehen werden. Deponieflächen Seit Ende der 50er Jahre entstanden im heutigen Umfeld des Schießplatzes Kiesgruben. Insgesamt gab es 7 Kiesgruben mit einer Gesamtfläche von ca. 36 ha. Sie reichen teilweise bis ins Grundwasser hinein, das bei 10-12 m unter Geländeoberkante ansteht. Die Gruben wurden mit Bauschutt, Schlämmen aus der Abwasseraufbereitung, Sperrmüll und diversen anderen Abfällen verfüllt. Diese Deponiebereiche sind mit einer 1,5-2 m mächtigen, sandigen Auffüllung überdeckt, die wechselnde Anteile von Bauschutt aufweisen. Der Aufschüttungshorizont weist besonders über den Deponiekörpern Bodenbelastungen, insbesondere durch PAK, Cadmium, Kupfer und Blei, auf, die eine Gefahr für die geplanten Nutzungen aufweisen. Teilflächen in diesem Bereich müssen bei der Anlage von öffentlichen Grünflächen, in Abhängigkeit von der geplanten Nutzung, durch Bodenabdeckungen gesichert werden (vgl. Anhang 6). Andere Bereiche sind deutlich geringer belastet und in ihrer vorgesehenen Nutzung unbedenklich. In tieferen Lagen vorgefundene Schadstoffgehalte stellen keine Gefahr für die geplante Nutzung dar. Überschreitungen von Schadenswerten im Abstrom des Grundwassers von den Deponien konnten nicht festgestellt werden. Bei Untersuchungen der oberflächennahen Bodenluft wurde im Südosten der Deponie Deponiegas mit Methankonzentrationen von über 60 % nachgewiesen. Diese Gasentstehung stellte ein Gefahrenpotential für eine geplante Nutzung als Grünanlage dar. Durch gastechnische Sanierungsmaßnahmen konnte die Methankonzentration jedoch soweit gesenkt werden, dass sie keine Gefahr mehr für die geplante Nutzung darstellt (vgl. Kap. 2.8.3). Im Falle der konkreten Umsetzung der landwirtschaftlichen Nutzungen werden für bestimmte landwirtschaftliche Nutzungsarten in bestimmten Bereichen Nacherhebungen erforderlich. Im Grundsatz kann von folgenden Ergebnissen ausgegangen werden:

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

30

—   	Die Dauergrünlandnutzung ist flächendeckend möglich. — 	Für ackerbauliche Nutzungen und Sonderkulturen sind die ehemaligen Deponieflächen (36,6 ha) nicht geeignet. Ackerbau und Sonderkulturen sind vor allem im Bereich der ehemaligen Flugplatzflächen südlich der ehemaligen Dörferverbindung (33,5 ha) möglich. Bodenverbessernde Maßnahmen werden in Bereichen erforderlich, so dass sich erst mittelfristig die Bewirtschaftung hinsichtlich des Ertrages lohnen würde. —   	Sonderflächen wie der ehemalige Schießplatz und die Kiesgrube sind für landwirtschaftliche Nutzungen nicht oder nur sehr bedingt geeignet. Damit ergibt sich aus den Bodenverhältnissen bereits eine Vorgabe für die Verteilungsmuster der landwirtschaftlichen Nutzungen und das räumliche Grundgerüst (Details siehe 2.12 und Anhang 5).

Abb. 9: Bodenbeeinträchtigungen, Grundwassermessstellen (Fugmann Janotta, BA Spandau)

Sicherung des Grundwassers Zur Sicherung des Grundwassers und des Trinkwassereinzugsbereiches des Wasserwerkes Kladow wird an den Deponieflächen ein fortlaufendes, regelmäßiges Grundwassermonitoring durchgeführt. Im Wettbewerbsgebiet befinden sich zur Zeit drei Grundwasserbeobachtungsbrunnen, weitere sollen am südlichen Rand des Deponiekörpers im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Flächen geschaffen werden (vgl. Abb. 9). Die Brunnen sind zu erhalten und für weitere ständige Beobachtungen des Grundwassers eine Zugänglichkeit (Anfahrung) mit einem Kleinbus zu gewährleisten. Die Messrohre mit einem Durchmesser von 5-15 cm ragen bis zu 50 cm aus dem Boden heraus und sind mit einer verschließbaren Kappe abgedeckt. Ein ebenerdiger Einbau ist ebenfalls möglich.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

31

2.6.3	

Grundwasser

Die Flurabstände des Grundwassers liegen bei mehr als 10 m unter Flur. Aufgrund der geringen bis mäßigen Versiegelung wird der Grundwasserspiegel im Kladower Raum noch stark von den jährlichen Niederschlägen gespeist. Das Wettbewerbsgebiet liegt im Einzugsbereich des Wasserwerks Kladow an der Havel. Dieses beeinflusst den Grundwasserstand und die Grundwasserfließrichtung im Gebiet. Die Grundwasserfließrichtung erfolgt somit überwiegend in südöstlicher Richtung zum Wasserwerk. 2.6.4	 Biotop- und Artenschutz (vgl. weitere Darstellungen in Anhang 1-3) Das Wettbewerbsgebiet ist im wesentlichen durch ausgedehnte Hochstaudenfluren, Wiesenflächen und Gehölzreihen und -gruppen geprägt. Der Wert der Vegetationsflächen ist weniger durch die floristische Zusammensetzung als vielmehr durch ihre Struktur, Größe und Ungestörtheit, die für die Fauna von hoher Bedeutung als Lebensraum ist, bestimmt. Der gesamte ehemalige Flugplatzbereich weist eine für den Berliner Raum sehr seltene Kombination von großflächig ausgebildeten und aneinandergrenzenden, artenreichen Frischwiesen, Hochstaudenfluren und Magerrasen auf. Begünstigt durch dieses Vegetationsmosaik und durch den weitgehenden Schutz vor Störungen aufgrund der weiträumigen Umzäunung des Gebietes hat sich eine Vielzahl von Vogelarten angesiedelt. In einer faunistischen Erfassung von April bis Juli 2010 wurden 57 Arten erfasst. Darunter befanden sich zahlreiche Arten, die in der Roten Liste der Brutvögel Berlins verzeichnet sind. Aufgrund ihres Gefährdungsstatus besonders hervorzuheben sind Braunkehlchen (Rote-Liste-Status Berlin 3, Deutschland 3), Grauammer (RL-B 3, RL-D 3) und Haubenlerche (RL-B 2, RL-D 1) als Brutvögel im Wettbewerbsgebiet sowie Sperber (RL 3, RLD -) und Wendehals (RL 2, RL-D 2) als Durchzügler bzw. Nahrungsgast. Der Neuntöter ist im Anhang I der Vogelschutzrichtlinine aufgeführt und brütet im Gebiet. Grünspecht, Mäusebussard und Turmfalke sind streng geschützte Vogelarten, die das Gebiet als Nahrungsgäste nutzen. Alle Vogelarten sind gemäß der europäischen Vogelschutzrichtlinie besonders geschützt. Besonders viele wertgebende Vogelarten kommen auf den großräumigen, durch Hochstauden- und Ruderalfluren geprägten Offenflächen zwischen Schießplatz und Luftwaffenmuseum vor. Bemerkenswert ist das zahlreiche Vorkommen des Braunkehlchens mit 33 Brutpaaren, was auf eine relative Störungsfreiheit im Vergleich zur Gatower Feldflur und den Rieselfeldern im Nordosten des Wettbewerbsgebietes hinweist. Zwischen April und September 2010 wurden Erfassungen zur Reptilienfauna durchgeführt. Hierbei wurden 68 Exemplare der Zauneidechse nachgewiesen. Die Zauneidechse ist im Anhang IV der FFH-Richtlinie aufgeführt und damit naturschutzfachlich streng geschützt. Sie unterliegt damit dem besonderen Artenschutzrecht des Bundesnaturschutzgesetzes. Die Zauneidechse besiedelt reich strukturierte, offene Lebensräume mit einem kleinräumigen Mosaik aus vegetationsfreien und grasigen Flächen, Gehölzen, verbuschten Bereichen und krautigen Hochstaudenfluren. Sie findet daher im Wettbewerbsgebiet optimale Lebensraumbedingungen und ist daher auch in allen Bereichen nördlich von Sportplatz und Luftwaffenmuseum zu finden.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

32

Auch für andere Artengruppen bietet die beschriebene Kombination und Ausprägung der Vegetationsbestände ähnlich günstige Bedingungen wie für die Avifauna. Bei Erfassungen im Jahr 1996 wurden beispielsweise nahezu 20 Heuschrecken- und Grillenarten beobachtet, was mehr als der Hälfte des in Berlin noch vorhandenen Artenspektrums dieser Gruppe entspricht. Aus Sicht des Biotop- und Artenschutzes bieten die reichhaltig strukturierten, relativ störungsfreien Offenland-Landschaften des Wettbewerbsgebietes ideale Lebensbedingungen für viele Tierarten, darunter viele in Berlin seltene und streng geschützte Arten. Die großräumigen Wiesen- und Staudenfluren mit vereinzelten Gehölzbeständen stellen hier das wesentliche wertgebende Element dar. Im Rahmen der Gestaltung des Landschaftsparkes sollten diese Vegetationsstrukturen möglichst störungsfrei erhalten bleiben und durch entsprechenden Pflegemaßnahmen gesichert werden. Dabei ist vor allem der Zusammenhang bzw. die Durchgängigkeit von Flächen mit Hochstaudenfluren zu erhalten. Daneben bieten mit Gehölzen reicher strukturierte Bereiche wie das ehemalige Schießplatzgelände wertvolle Lebensräume für Arten der Gehölze und Vorwälder sodass auch derartig gestaltete Bereiche zum Erhalt der Artenvielfalt vorgesehen werden können. Dabei ist auch das Ausgleichskonzept des B-Plans VIII-422 zu beachten, das für den Schießplatzbereich Gehölz- und Waldbestände, Wiesen- und Hochstaudenfluren sowie Trockenrasenbereiche in gleichen Anteilen vorsieht. Im Rahmen des Konzepts zur Urbanen Landwirtschaft ist darauf zu achten, dass zwischen intensiver landwirtschaftlich genutzten Flächen Streifen aus extensiv genutzten Wiesen bzw. Hochstaudenfluren bestehen bleiben, um die Biotopverbundsfunktion für Arten des ungestörten Offenlands zu erhalten. Alle europäischen Vogelarten und die Zauneidechse unterliegen dem besonderen Artenschutz. Bei Überformung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten dieser Arten ist zu prüfen, ob Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG erfüllt werden und gegebenenfalls Maßnahmen zum Erhalt der ökologischen Funktion der Lebensstätten im räumlichen Zusammenhang bzw. Kompensationsmaßnahmen zum Erhalt des günstigen Erhaltungszustands der Arten erforderlich werden. 2.6.5	 Landschaftsbild

Die Raumgrenzen Durch ihre Unterschiede in Struktur, Dichte und Farbe bilden alle natürlichen Grenzen einen markanten Kontrast zur hellen, offenen Fläche des Wettbewerbsgebietes, begrenzen den Blick und rahmen das Gelände deutlich ein. Die Siedlungsgebiete an der Drosselstraße und die Habichtswaldsiedlung sind als solche nur an wenigen Stellen wahrnehmbar, da sie durch dichte, strukturreiche Gehölzbestände weitgehend verdeckt werden. Ebenso sind die Potsdamer Chaussee und das Schießplatzgelände im Norden durch Gehölzstreifen vom Wettbewerbsgebiet abgegrenzt. Das Gelände des Luftwaffenmuseums ist durch einen Zaun vom Wettberbsgelände abgegrenzt, die ehemaligen Landebahnen sind jedoch offen und gut einsehbar. Im Osten wird der Raum durch den Waldrand, im Südosten durch die aneinandergereihten Hangars des ehemaligen Flugplatzes begrenzt. Die verbleibenden Landebahnabschnitte dienen als Ausstellungsfläche für Flugzeuge.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

33

Nach Süden öffnet sich die Landschaft wieder und ist südlich des Antennenstandortes von Gewächshäusern der Gartenbaubetriebe und Erdwällen begrenzt. Das neue Siedlungsgebiet grenzt mit seinen Parkrandstraßen direkt an die Parklandschaft (vgl. 2.10). Der Straßenbaumbestand wird eine transparente Kulisse bilden. Der Übergang zur Parklandschaft wird durch eine aus schrägen Ebenen gebildete, segmentierte Rasenmulde markiert (vgl. Fotodokumentation im Anhang 8). Übergeordnete Sichtbeziehungen Durch die Offenheit der Fläche und die geringe Reliefausbildung bietet sich eine gute Blickmöglichkeit über weite Teile des ehemaligen Flugfeldes und über seine Grenzen hinaus. Eine von allen Teilbereichen sichtbare dominante Kulisse bildet das Ensemble der Flugplatzgebäude mit seinen Hangars und Kontrolltürmen.

Abb. 10: 	Sichtbeziehungen und Raumstrukturen (Fugmann Janotta 1996)

Von der Mitte der ehemaligen Start- und Landebahn aus bietet sich nach Westen ein Blickbezug bis zum Höhenzug um den Krampnitzberg. In Richtung Osten sind die Anlagen auf dem Teufelsberg, der Grunewaldturm sowie bei guter Sicht der Fernsehturm des Alexanderplatzes erkennbar. Im Süden ist der Fernmeldeturm auf dem Schäferberg eine weithin sichtbare

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

34

Landmarke. In Richtung Südwesten besteht eine Blickbeziehung zur Kladower Feldflur. Sie wird teilweise durch Gewächshäuser und einen Erdwall unterbrochen. Gehölzstrukturen Im September 2008 wurden die Gehölzstrukturen im Wettbewerbsgebiet erfasst und in einem Plan dargestellt. Gegenüber der im Jahr 1996 durchgeführten Vegetationskartierung haben sich einige neue Strukturen herausgebildet bzw. haben sich vorhandene ausgeweitet und sind deutlich höher geworden. Der Plan in Anhang 2 verdeutlicht die heute vorzufindenden Strukturen. Darin sind die Bestände nach den bestimmenden Baumarten und nach Höhe differenziert und farblich unterschieden. Insgesamt ist in Teilbereichen eine neue Raumstruktur entstanden. Folgende Veränderungen haben sich ergeben: Westlicher Parkbereich (Teilfläche A, Abb. 13c): Deutliche Zunahme des Gehölzaufwuchses, insbesondere in der Nähe des Gehölzbestande entlang der Potsdamer Chaussee. Hier kommen neben den dominanten pioniergehölzarten auch Eichen und Bergahorn auf. Die östlich angrenzende Fläche ist weitgehend offen geblieben. Neu ist ein Bestand im Mündungsbereich der Anbindung an die Potsdamer Chaussee. Hier haben sich Robinien und Eschenahorn ausgebreitet. Mittlerer Parkteil (Fläche B, Abb. 13c) Hier haben sich entlang dem Groß-Glienicker Weg und dem nach Norden abzweigenden Trampelpfad zusätzliche Gehölzstrukturen ausgebildet mit Höhen bis zu 16 m ausgebreitet auch in der Fläche nehmen die Gehölzstrukturen zu. Es handelt sich überwiegend um Pionierarten wie Eschenahorn, Pappeln und Weiden. Am Groß Glienicker Weg kommen auch Holunder, Späte Traubenkirsche und Walnuss vor. Der östliche Bereich ist in folge der Weidenutzung überwiegend gehölzfrei geblieben. Der Parkteil südlich des Groß Glienicker Weges ist weitgehend frei geblieben von Gehölzaufwuchs. Hier haben sich nach dem Rückbau der Start- und Landebahnen wieder Wiesenbestände ausgebreitet. Schießplatz (Fläche C, Abb. 13b, c) Hier ist auffällig, dass der Wall fast flächendeckend mit Gehölzen bewachsen ist. Auch auf der nordöstlichen Seite hat der Gehölzaufwuchs deutlich zugenommen und die offenen Wiesenflächen zurückgedrängt. Entlang des Zaunes um den Schießplatz hat sich ein bis zu 16 m hoher Bestand aus überwiegend Pappeln und Eschenahorn gebildet. Auf der südwestlichen Fläche des Schießplatzareals dominiert die offenen Wiesenlandschaft, die Gehölze sind als Gruppen oder Einzelgehölze eingestreut und haben ebenfalls deutlich zugenommen. Kiesgrube (Fläche D und südlich angrenzend bis zum Weg, Abb. 13c) Hier haben Gehölze deutlich zugenommen. Die Ruderalfluren und Wiesenflächen nehmen mittlerweile den geringeren Teil ein. Die Gehölze haben sich auf der Ebene flächig ausgebreitet und nehmen auch in der Kiesgrube deutlich zu. In der Ebene dominieren Weiden und Pappeln, in der Kiesgrube Eschenahorn und Robinie und vereinzelt die Kiefer. Die Bestandshöhe hat 12 m erreicht. Deponieflächen und Kiesgrube Das Bild der Deponieflächen wird weitgehend durch die großflächigen Hochstaudenbestände und dem Gehölzaufwuchs geprägt, die die Flächen der ehemaligen Kiesgruben bis an den Schießübungsplatz heute bedecken. Durch die geringe Pflege und die eingestellte Nutzung dieser Flächen

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

35

vermitteln sie zunächst einen verwilderten Eindruck im Vergleich zu den gemähten Wiesenflächen des ehemaligen Flugplatzes. An der nördlichen Grenze des Untersuchungsgebietes westlich vom Schießübungsplatz sind einige ehemals als Pferdekoppeln genutzte eingezäunte Weideflächen zu finden. Die offene Kiesgrube westlich der Habichtswaldsiedlung beeinträchtigt in ihrer heutigen Form als großflächiger Landschaftsschaden das Bild. Durch die Höhenunterschiede zwischen aufgeschütteten Erdhügeln und teilweise verfüllter Grube mit steilen Böschungen stellt sie einen deutlichen Kontrast zum sich nach Süden anschließenden, ebenen Umfeld dar. Eine geschotterte Zufahrt führt in die Grube, die zur Ablagerung des Unterbaus der Start- und Landebahnen des Flugplatzes Gatow teilweise verfüllt wurde. Bauliche Elemente in der Landschaft stellen die versiegelten Erschließungsstraßen und ein Holz-Mast, die im Zusammenhang mit der Flugplatznutzung standen, dar. Schießübungsplatz (vgl. Anhang 5, 7, 8) Der Schießübungsplatz nimmt einschließlich der Wälle und der Erschließung insgesamt eine Fläche von ca. 125.000 m² ein und erstreckt sich über eine Länge von 700 m parallel zur Potsdamer Chaussee. Das eigentliche Übungsgelände ist gegenüber dem umgebenden Gelände um 3,50 bis 7,00 m abgesenkt und allseitig zusätzlich durch einen bis zu 15 m hohen, streng trapezförmigen Erdwall geschützt. Der Erdwall ist mit Gehölzaufwuchs und Resten ruderaler Wiesen bewachsen, im Innern haben sich Wiesen- und Hochstaudenfluren entwickelt. Im Norden fasst ein Waldrand den Schießübungsplatz ein, die nordwestliche Böschung ist durch Kiefernaufwuchs und Vorwälder von Pionierbaumarten gekennzeichnet. Der Schießübungsplatz verfügt über drei großzügige Tunnelzugänge im Wall. Erschlossen wird er von einer im Süden gelegenen Straße, die Anschluss an die Potsdamer Chaussee hat. Im Innern der Anlage präsentiert sich durch quer eingestellte, brückenartig ausgebildete Betonblenden und wandartige Seitenteile, die ihrerseits Höhen von 7,50 bis 11,00 m erreichen, ein stark rhythmisierter Raum, der erst beim Durchlaufen erlebbar ist. Von den ehemals 25 Brückenelementen wurden seitens des Natur- und Grünflächenamtes Spandau bereits 12 abgetragen. Die Betonblendenelemente und die Wälle dienten als Munitionsfang für „Querschläger“ bzw. auch als Lärmschutz. Die Schießübungen fanden von Südwest in Nordostrichtung statt, wobei die Geschosse in einem großen Bauwerk mit Sandbunker, das in den östlichen Wallkopf integriert ist, eingefangen wurden. Der Kugelfang ist unterkellert. Hier befinden sich u.a. technische Einrichtungen zur Steuerung der Zielscheiben. Den Betonblendenelementen sind in westlicher (d.h. Schuss-) Richtung vollflächig Holzlattungen und schallabsorbierende Gewebematten vorgehängt. Beiderseits der Blendenelemente, entlang der Wälle sind zusätzlich noch Betonwandscheiben in unterschiedlichen Höhen gesetzt. Entlang dem südöstlichen Wall wurde zusätzlich eine Schallschutzwand auf gesamter Länge eingerichtet. Im Südwesten sind 2 Elemente und im Nordosten 11 Elemente verblieben. Ebenfalls verblieben sind die seitlichen Elemente der Schallschutzwand, am Südostrand und die Stützpfeiler am Nordostrand.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

36

Im nördlichen Teil werden einige Flächensegmente von einem Hundeverein genutzt, dazu wurden Rasenflächen angelegt und Zäune gezogen. Die Betonwand am Kopfbau wird von einem Kletterverein genutzt. Das ehemalige Flugfeld Der zentrale Bereich des ehemaligen Flugplatzes stellt sich, bedingt durch seine Nutzung, als weit überblickbare, ebene Fläche dar. Sie wurde nur durch die befestigten Start- und Landebahnen sowie zahlreiche Erschließungs- und Standflächen gegliedert. Innerhalb der sich ergebenden Teilflächen wechseln sich, teilweise kleinflächig, verschiedene Vegetationsbestände wie ruderale Hochstaudenfluren mit regelmäßig gemähten und ungemähten Wiesen ab. Vertikale Gliederungselemente, wie Bäume und Sträucher sind nur inselartig und sehr kleinflächig südlich der Habichtswaldsiedlung zu finden. Weiterhin prägten technische Bauwerke wie z.B. Masten zur Flugplatzbefeuerung, Antennenanlagen, Laternen u.a. das Landschaftsbild. Die versiegelten Flächen der ehemaligen Start- und Landebahnen und die Nebenflächen vor den Hangars werden vom Luftwaffenmuseum als Ausstellungsflächen für die verschiedenen Flugzeugtypen verwendet. Sie stehen im unmittelbaren Blickfeld von der Parklandschaft und von der Siedlung aus. Zur Zeit trennt ein Bauzaun das Gelände des Luftwaffenmuseums vom Wettbewerbsgebiet ab. Der vorhandene Zugang zum Luftwaffenmuseum im nördlichen Bereich des Ausstellungsgeländes soll für Fußgänger und Radfahrer aus Richtung Fliegerhorstsiedlung erhalten bleiben. Der südliche Antennenstandort Südlich an das Wettbewerbsgebiet grenzt ein Antennenstandort, der weiträumig eingezäunt ist. Die Raumgrenzen dieses korridorartigen Abschnittes bilden die Hangars südwestlich und nordöstlich sowie ein Erdwall und die Gewächshäuser der Gärtnereien im Südosten. Das Bild der Fläche wird großflächig durch bewirtschaftete Wiesen, kleinere ungemähte Wiesen und unter den Antennen von kreisförmigen Hochstaudenflächen geprägt. Durch mehrere befestigte Erschließungsstraßen wird der Bereich durchschnitten. Ein auffälliges natürliches Strukturelement bildet eine lineare Gruppe von Birken und Traubenkirschen mit einem Saum aus Hochstauden. Eine weitere Gruppe aus Gehölzen und Hochstauden hat sich um eine kleine betonierte Fläche südlich des großen Antennenstandortes entwickelt. Nördlich der Hangars am Ritterfelddamm wurde eine kleine Fläche mit ca. 20 Pappeln rasterförmig bepflanzt.

2.7	

Übergeordnete planungsrechtliche Bindungen

Aus Planungen oder Planwerken mit planungsrechtlicher Bindung werden nachfolgend die für das Wettbewerbsgebiet relevanten Aussagen dargestellt. 2.7.1	 Gemeinsamer Landesentwicklungsplan für den engeren Verflechtungsraum Brandenburg Berlin (LEP e V, 2009) Im Landesplanungsvertrag zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg ist als Instrument der Landesplanung ein Gemeinsamer Landesentwicklungsplan für den engeren Verflechtungsraum Brandenburg/ Berlin (LEP eV) festgelegt worden. Der Gemeinsame Entwicklungsplan wurde am 31.03.2009 von beiden Ländern beschlossen und trat am 15.05.2009 in Kraft. Der LEP B-B trifft Aussagen zu raumbedeutsamen

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

37

Planungen, Vorhaben und sonstigen Maßnahmen, durch die Raum in Anspruch genommen oder die räumliche Entwicklung oder Funktion eines Gebietes beeinflusst wird, als Rechtsverordnung der Landesregierungen mit Wirkung für das jeweilige Landesgebiet. Dem Raum Gatow/Kladow werden keine besonderen Aufgaben zugewiesen. Die umgebenden Grünräume Gatower Feldflur, Glienicker See und Döberitzer Heide sind als Flächen mit Funktionen für den Freiraumverbund ausgewiesen. Die Errichtung der Parklandschaft stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Kern des Regionalparks Döberitzer Heide und dem Erholungsraum Havel-Grunewald dar.

Abb. 11: Regionalparks im engeren Verflechtungsraum Berlin - Brandenburg (Raumordnungsbericht, 1998)

2.7.2	

Flächennutzungsplanung Berlin (Stand 2004)

Der Flächennutzungsplan Berlin (Fassung in der neuen Bekanntmachung vom 08. Januar 2004, zuletzt geändert September 2008) stellt in den Grundzügen die Ergebnisse des Wettbewerbs von 1997 dar. Das Wettbewerbsgebiet wird als Parkanlage dargestellt und nimmt die Funktion einer Sportanlage mit auf. Der Bereich der ehemaligen Deponie einschließlich des Schießplatzes ist als Fläche mit schadstoffbelasteten Böden ausgewiesen. Das Baufeld ist als Wohnbaufläche mit einer GFZ bis 0,8 mit hohem Grünanteil eingetragen. Das angrenzende Luftwaffenmuseum ist zusammen mit der General-Steinhoff-Kaserne als Sonderbaufläche des Bundes eingetragen. Die Grünflächen sollen vorrangig der öffentlichen Erholung dienen und ökologisch aufgewertet werden. Die vorhandenen landwirtschaftlichen Flächen der Kladower Feldflur sind in die Erholungsnutzungen zu integrieren. Dies wird durch das Lagesymbol „Feld, Flur und Wiese“ verdeutlicht. Planerisches Ziel ist eine regional wirksame Verbindung der Grünräume zwischen Havelufer und Döberitzer Heide. Hierzu wird eine ergänzende Grünverbindung östlich des Ritterfelddamms auf dem ehemaligen Kohleweg dargestellt. Der Golfplatz wird in den Grünraum integriert.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

38

Abb. 12: Flächennutzungsplan Berlin 2004

2.7.3	

Landschaftsprogramm / Artenschutzprogramm Berlin (1994)

Das für die Behörden verbindliche Landschaftsprogramm und Artenschutzprogramm qualifiziert als eigenständiges Planwerk die Belange von Natur und Landschaft im Flächennutzungsplan. Flächennutzungsplan und Landschaftsprogramm sind aufeinander bezogen und ergänzen sich. So stellt das Landschaftsprogramm zusammen mit dem Artenschutzprogramm die Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege für das Stadtgebiet von Berlin dar. In vier Teilplänen werden Anforderungen und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege konkretisiert. Die vier Einzelpläne des Landschaftsprogramms enthalten folgende Aussagen: Landschaftsbild Der Teilplan „Landschaftsbild“ betont den Aspekt des kulturlandschaftlich geprägten Raumes, zu dem u.a. der Bereich des ehemaligen Flugplatzes Gatow gerechnet wird. Für diese Räume wird die Beseitigung von Landschaftsbildbeeinträchtigungen bzw. der Erhalt und die Wiederherstellung typischer Landschaftselemente gefordert. Dazu gehört auch die Berücksichtigung der kulturlandschaftlichen Prägung und ihrer typischen Strukturelemente. Die kleinteilig strukturierte Landwirtschaft der Kladower Feldflur soll als wichtiger Bestandteil der Erholungslandschaft erhalten werden, da sie für den Erholungssuchenden einen hohen Erlebniswert hat.	

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

39

Erholung und Freiraumnutzung Der Teilplan „Erholung und Freiraumnutzung“ weist alle Flächen des ehemaligen Flugplatzes wie auch die anschließenden Wald und Landwirtschaftsflächen als Naherholungsgebiet von gesamtstädtischer Bedeutung aus. Daraus ergibt sich für das Wettbewerbsgebiet die Forderung nach einer Entwicklung von Konzepten für die öffentliche Erholungsnutzung (Regionalpark). Dabei soll die Entwicklung erholungswirksamer Freiraumstrukturen und eine Verknüpfung mit dem Umland angestrebt werden. Naturhaushalt und Umweltschutz Der Teilplan „Naturhaushalt/Umweltschutz“ fordert den Erhalt und die Entwicklung   der Freiflächen des Flugplatzes Gatow aus Gründen der Klimawirksamkeit, der Grundwasserbildung und des Bodenschutzes. Darüber hinaus soll bei allen Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich wie auch in anderen Gebieten Bodenversiegelung vermieden werden. Biotop- und Artenschutz Im Teilplan „Biotop- und Artenschutz“ werden die Siedlungsgebiete Kladows als Waldbaumsiedlungsbereich, der Flugplatzbereich und die Feldflur als kulturlandschaftlich geprägter Raum ausgewiesen. Für den Flugplatzbereich wird die Aufstellung von Biotoppflegekonzepten zum Erhalt und zur Entwicklung typischer Landschaftselemente, der Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Dorf/Feldflur Zusammenhänge und die Berücksichtigung der kulturlandschaftlichen Prägung gefordert.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

40

Abb. 13a:	B-Plan VIII-422

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

41

2.8	
2.8.1	

Planungsrechtliche Bindungen
Bebauungsplan VIII - 422 Ehemaliger Flugplatz Gatow

Das wesentliche Ziel des festgesetzten Bebauungsplanes ist die Schaffung von Wohnraum im Rahmen des Umzugs von Bundesbediensteten von Bonn nach Berlin einschließlich aller infrastruktureller Maßnahmen sowie die Ausweisung einer großen zusammenhängenden öffentlichen Parkanlage von regionaler Bedeutung. Der Bebauungsplan weist drei Nutzungsbereiche aus: Das Baugebiet mit der Anbindung an die Potsdamer Chaussee, die Waldfläche und die öffentliche naturnahe Parkanlage (vgl. Abb. 13a). Im Baugebiet können rund 1200 neue Wohneinheiten gebaut werden. Direkt am Ritterfelddamm ist ein Mischgebiet für einen kleinen, dreigeschossigen Versorgungsbereich festgesetzt. Am geplanten Anger werden als Gemeinbedarfsflächen die Standorte für ein fünfzügiges Gymnasium und für eine dreizügige Grundschule jeweils mit Sporthalle mit maximal dreigeschossiger Bebauung gesichert. In unmittelbarer Nähe des Gymnasiums wird eine Fläche für einen Schulsportplatz (Kampfbahn Typ C) vorgesehen. Die Wohnbebauung erfolgt in Baublöcken, die durch ein orthogonales Erschließungsraster gebildet werden. Es werden zwei Bautypen festgesetzt, die schachbrettartig angeordnet sind. Es sind Blockrandbaustrukturen mit einer GFZ 0,8, GRZ 0,4 (WA1) und Einzelbzw. Doppelhäuser mit GFZ 0,5, GRZ 0,25 (WA2) vorgesehen. Innerhalb des Baugebietes ist eine großzügige öffentliche Parkanlage (Anger) mit einer 5.500 m² Spielplatzfläche ausgewiesen. Die Freiflächen werden durch drei weitere Spielplätze für Kleinkinder, die den Kindertagesstätten räumlich zugeordnet sind, ergänzt. Um die ökologische Gesamtsituation des Plangebietes zu verbessern, werden die Grün- und Freiflächen nördlich des Baugebietes als Flächen für ‚Erholungswald‘ und östlich bzw. südlich davon als öffentliche, naturnahe Parkanlage ausgewiesen. Die Flächen sind für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft festgesetzt und sind als Flächen für zugeordnete Ausgleichsmaßnahmen nach § 1a Baugesetzbuch vorgesehen. Unter dem Begriff ‚Erholungswald‘ sind hier nicht zwingend mit Bäumen bestandene Fläche zu verstehen. Die ausgewiesene Waldfläche soll den Festsetzungen des B-Plans entsprechend als offene Flächen mit wenig Waldanteil entwickelt werden. Die Ausweisung im Bebauungsplan regelt in erster Linie die Zuständigkeit der Forstverwaltung für die Unterhaltung der Fläche im Sinne des Waldgesetzes. Der Bebauungsplanentwurf VII-422 stellt die Ausgleichsflächen für Eingriffe in Natur und Landschaft innerhalb des Bebauungsplangebietes dar. Sie teilen sich auf in Maßnahmen innerhalb des Baugebietes und Maßnahmen innerhalb der Parklandschaft. Die wesentlichen Bindungen sind der Abb. 13c zu entnehmen. Die weiteren Ausgleichsmaßnahmen außerhalb des B-Plan Gebietes werden im städtebaulichen Vertrag geregelt. Dieser konkretisiert darüber hinaus sämtliche Ausgleichsmaßnahmen und legt den finanziellen Rahmen für alle Maßnahmen fest.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

42

Für das Wettbewerbsgebiet werden im o.g. Bebauungsplanentwurf die vier Ausgleichsflächen A-D festgelegt. Darin sind gemäß den Festsetzungen des Bebauungsplanes die im folgenden dargestellten Aussagen bindend (vgl. Abb. 13a und c). Die textlichen Festsetzungen des Bebauungsplanes werden hier teilweise vereinfacht wiedergegeben: Fläche A - Waldfläche Auf der Fläche sind ein Kiefern-Eichen Mischwald und eine Wiesenfläche im Verhältnis 1 : 1 zu entwickeln. Fläche B - Kernfläche der öffentlichen Parkanlage Die Fläche ist als offener Wiesenraum mit mehrschichtigen Gehölzinseln und Baumgruppen (200 Bäume mit Stammumfang 14 cm - vgl. Pflanzempfehlung im Anhang) sowie 100 Einzelbäumen (Stammumfang 18 cm) zu entwickeln. Die Gehölzinseln sollen 20.000m² umfassen. Auf zwei Fünftel der Fläche sollen ruderale Hochstaudenfluren und auf dem Rest der offenen Fläche Mähwiesen entwickelt werden. Sämtliche versiegelten Flächen und verbliebenen baulichen Anlagen sind zu entfernen. Fläche C - Schießübungsplatz Die Fläche C ist als vegetative Mischstrukturfläche eines aufgegebenen Schießplatzes zu erhalten und zu entwickeln. Auf der Fläche C1-C18 (Abb. 13b) sind die Wallaufschüttungen einschließlich der Wallbauwerke teilweise abzutragen sowie mindestens die Hälfte der wandartigen Schutzelemente zu entfernen. Die Fläche C ist jeweils zu einem viertel zu artenreichen Mähwiesen, zu Magerrasen, zu ruderalen Hochstaudenfluren und zu Gehölzbeständen zu entwickeln. Von den Gehölzbeständen sind zu einem 15.000 m² Eichen- Kiefern-Mischwald auf der Fläche C1-C18 zu entwickeln. Je 100 m² der weiteren Fläche für Gehölzbestände sind einen Eiche mit einem Mindeststammumfang von 0,14 m zwei Eichen-Heister mit einer Höhe von 1,50 m bis 2,00 m, eine Kiefer mit einer Höhe von 1,50 m bis 1,75 und zwei Kiefern mit einer Höhe von 1,00 m bis 1,25 m anzupflanzen. Die Bepflanzungen sind zu erhalten Fläche D - Kiesgrube Die Kiesgrube ist teilweise zu verfüllen und als Senke auszubilden. Sie ist als offener Wiesenraum mit mehrschichtigem Gehölzbestand zu entwickeln. Ein Fünftel soll der Gehölzbestand (vgl. Pflanzempfehlung Anhang 3) und jeweils zwei Fünftel die artenreiche Mähwiese und die ruderale Hochstaudenflur einnehmen. Parallel zur Erstellung des Bebauungsplanes und in Vorbereitung des städtebaulichen Vertrages wurde ein Gutachten zum Landschaftspark Gatow/Kladow (RÖNTZ / FUGMANN JANOTTA 1998) erstellt. Darin wurden die Möglichkeiten für Ausgleichsmaßnahmen außerhalb des Baufeldes untersucht und Gestaltungsvorschläge für die Ausgleichsflächen entwickelt. Das Gutachten enthält Gestaltkonzepte für die Parklandschaft sowie für sämtliche Anbindungen der Parklandschaft (vgl. Anhang 7.2).
Abb. 13b:	Fläche C1-C18 im B-Plan VIII-422

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

43

Abb. 13c 	 andschaftspflegerische Maßnahmen zum Bebauungsplan VIII-422 (Fugmann L Janotta 1998

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

44

2.8.2	

Denkmalschutz

Flugplatz Gatow Das Reichsluftfahrtministerium ließ 1935/36 nach Plänen der Architekten R. Binder, J. Braun und A. Gunzenhauser auf dem Ritterfeld, dem heutigen Grundstück Kladower Damm 182/288, den Flugplatz Gatow mit der Kriegsschule der Luftwaffe anlegen. Auf der Südseite des Kladower Damms wurden zeitgleich die Reichsakademie für Luftfahrt und die Lufttechnische Akademie errichtet. Beide Gesamtanlagen bilden die baulichen und technischen Voraussetzungen für die Aufstellung der Luftwaffe im Rahmen der Aufrüstung durch das NS-Regime. Der Flugplatz Gatow mit seinen gesamten Anlagen ist ein bedeutendes Dokument der Zeit- und Baugeschichte der NS-Zeit. Die Gesamtanlage mit allen Schul- und Verwaltungsgebäuden, Kasernen, Werkstätten, Hangars und deren Umgebung einschließlich des Flugfeldes stehen heute unter Denkmalschutz. Jeder der Hangars ist unterschiedlich konstruiert. Sie bilden zusammen eine baukonstruktive Versuchsreihe. Die ehemaligen Startund Landebahnen tragen wesentlich zur Erkennbarkeit des ehemaligen Flugplatzes bei und sind laut Stellungnahmen des Landesdenkmalamtes zu erhalten. Der ursprüngliche Verlauf sollte auch außerhalb des Geländes des Luftwaffenmuseums erkennbar bleiben. Dies ist durch Entfernung der Befestigungen der Bahnen im Bereich der Parklandschaft derzeit nicht gegeben. Schießübungsplatz Der Schießübungsplatz ist nicht Teil des Denkmalbereiches. Die Schießanlage gilt als ein Zeugnis der militärischen Präsenz der Britischen Besatzungsmacht nach dem zweiten Weltkrieg, die fast fünfzig Jahre währte. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand wird seitens des Landesdenkmalamtes nicht beabsichtigt, diese in die Denkmalliste von Berlin aufzunehmen. Es würde vom Landesdenkmalamt jedoch begrüßt werden, wenn - auch im Hinblick auf den kostenaufwendigen Rückbau der Anlagen - einige Segmente am Beginn und am Ende der Anlage zur Nachvollziehbarkeit der Dimension des Bauwerkes erhalten blieben.

Abb. 14: Denkmalgeschützter Bereich (LDA Berlin 2000)

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

45

2.8.3	

Altlastensanierung

Schutzentgasung Im südöstlichen Bereich der ehemaligen Bauschuttdeponie Hafemeister haben die Altlastenuntersuchungen ergeben, dass auch Anteile hausmüllähnlicher Abfälle eingelagert wurden. Bei den nachfolgenden Bodenluftuntersuchungen wurde Deponiegas mit Methankonzentrationen von über 60 % nachgewiesen. Gasentstehung stellte unter bestimmten Umständen ein Gefahrenpotential für die geplante Nutzung als Parkanlage dar und machte daher eine Sanierung erforderlich. Ziel der Sanierungsmaßnahme war die Gewährleistung uneingeschränkten Nutzung der betroffenen Teilflächen. der

Zur Sanierung wurde ein Schutzentgasungssystem eingerichtet. Es besteht aus 6 dezentralen Absauganlagen und einer zentralen Abblaseanlage (vgl. Abb.15). In der zentralen Anlage wird die Bodenluft auf ihre Zusammensetzung analysiert, falls erforderlich soweit verdünnt, dass kein relevantes Gefährdungspotential mehr besteht, und kontrolliert in die Atmosphäre abgeleitet.

Abb. 15:		Lage der Schutzentgasung

Inzwischen wurde festgestellt, dass die Methanbildung durch eine nachgeschaltete Belüftungsphase abgesenkt wurde. Eine Neubildung des Methangases wird nur noch in sehr geringen Mengen prognostiziert. Eine Gefährdung durch Bodengase an der Bodenoberfläche bis in 1m Tiefe wird dauerhaft als gering angesehen. Für die Planung der Parkanlage ist folgendes zu berücksichtigen: —   	Die Apparatetechnik der Sanierungsanlage (oberirdischer Teil) ist bereits zurückgebaut; es stehen noch die Fundamente von 6 Gaskollektoren inklusive Betonflächen und Entgasungsrohren für Kontrollmessungen zu Methan und Kohlendioxid (Abb. 16). Diese sollen verbleiben, um weitere Kontrollmessungen zu ermöglichen — 	Bei Umnutzung der Fläche als Parkanlage sowie bei Änderung der Ver- und Entsiegelung der Flächen, Einrichtung von Bauwerken, unterirdischen Leitungssystemen etc, ist eine Neubewertung der Belastungssituation durch Deponiegase notwendig.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

46

Abb. 16: Lage der zu verbleibenden Gaskollektoren (BTB 2007)

2.8.4	

Gasdruckregelanlage

Die GASAG hat an der Straße Am Landschaftspark Gatow (Planstraße. 15) / Ecke Potsdamer Chaussee eine Gasdruckregelanlage errichtet. Der Standort der Anlage und die Größe der Grundstücksfläche sind u.a. Abb. 21 zu entnehmen. 2.8.5	 Wasserversorgungsleitung

Die Berliner Wasserbetriebe haben eine Trinkwasserversorgungsleitung eingerichtet, die von der Planstraße 15, unter dem Groß Glienicker Weg verlaufend, bis zur Habichtswald-Siedlung führt.

2.9	

Übergeordnete Konzeptionen

Aus verwaltungsintern abgestimmten Konzeptionen und Gutachten ohne planungsrechtliche Bindung werden die im folgenden für das Wettbewerbsgebiet relevanten Aussagen dargestellt. Regionalpark Döberitzer Heide Am westlichen Rand des Wettbewerbsgebietes liegt auf Brandenburger Seite der Kernbereich des Regionalparks Döberitzer Heide als einer von acht Regionalparks im engeren Verflechtungsraum Berlin-Brandenburg. In der durch Jahrhunderte lange militärische Nutzung und ihre problematischen Altlasten (Munition) besonders geprägte Region wollen sich die betroffenen neun Gemeinden zu einem Zweckverband zusammenschließen. Es liegt ein Konzept zur Weiterentwicklung des Regionalparks vor (BASLER + PARTNER, 1999), das die Ziele und Umsetzungsstrategien aufzeigt. Ziel ist die nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region im Einklang mit Natur und Landschaft. Die landschaftsverträgliche Förderung von Tourismus und Erholung steht dabei im Fordergrund.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

47

Herzstück des Regionalparks ist die Döberitzer Heide, ein ehemaliger Truppenübungsplatz, der heute eine weiträumige Heidelandschaft durchsetzt mit jungen Kiefernwäldern darstellt. Die Heinz Sielmann Stiftung hat ca. 3.500 ha des ehemaligen Truppenübungsplatzes aufgekauft und richtet hier unter dem Titel ‚Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide’ eine Wildniskernzone für Wisente, Wild-Pferde und Rothirsche sowie eine Naturerlebnis-Ringzone als Naherholungsgebiet ein (vgl.: www.sielmann-stiftung.de).

2.10	

Umsetzungsorientierte Konzeptionen

Landstadt Gatow Am 28.04.1997 wurde der städtebauliche Realisierungswettbewerb „Wohnungsneubau für Bundesbedienstete auf dem ehemaligen Flugplatz Gatow“ entschieden. Ziel war die Errichtung von 1200 Einfamilienhäusern als Reihen-, Doppeloder Einzelhäuser. Die ökologische sowie die erholungsbezogene Gesamtsituation sollte durch die Anlage eines ca. 90 ha großen Parks verbessert werden. Der Entwurf der Preisträger (Linie 5 - Architekten mit Büro A. Röntz - Landschaftsarchitektur, beide Berlin) bzw. die darauf basierende Überarbeitung aus dem Jahre 1998 sieht folgende konzeptionelle Prinzipien vor: „Der Entwurf sieht eine konzentrierte Bebauung östlich des Ritterfelddammes vor, die der Weite des großräumigen Parks, als Verbindung zwischen den südlich und nördlich gelegenen Landschaftsräumen, gegenübersteht. Durch die zusätzliche Aufnahme, Weiterführung und Stärkung der bestehenden Grünverbindungen zwischen Groß-Glienicker See und projektiertem Park gliedert sich das neue Baufeld in mehrere Siedlungseinheiten. Das ortsspezifische Thema der bebauten „Inseln“ im Grünraum wird aufgegriffen. Auch zum Ritterfelddamm erhält das Baufeld eine baumbestandene Rahmung, so dass es insgesamt von „Grün“ umgeben ist.“ (Aus der Beurteilung durch das Preisgericht) Strukturell gliedert sich das gesamte Baufeld in ein nördliches und südliches Areal, die im Zentrum durch einen sich in West-Ost-Richtung aufweitenden Anger verbunden werden. Der Entwurf sieht dabei die Überleitung zu den prägenden, auf der Fläche des zukünftigen Parks liegenden Landebahnen vor. Entlang des Angers sind die großmaßstäblichen öffentlichen Einrichtungen (Grundschule und Gymnasium mit Sporthallen, Einzelhandels- und Dienstleistungseinrichtungen) angeordnet. In Verlängerung der Achse der öffentlichen Einrichtungen ist östlich des Gymnasiums ein Sportplatz, Kampfbahntyp C, vorgesehen. Die lang zugeschnittenen Nord-Süd-ausgerichteten Baufelder werden mit einer versetzt wechselnden Bebauungsstruktur („offen“/“geschlossen“) als Schachbrett besetzt. Auf dem „geschlossenen“ Feld wird die Bebauung in Straßenflucht platziert und bildet Straßenraum. Auf dem „offenen“ Siedlungsfeld stehen die Häuser frei in versetzter Anordnung. Der hausbezogene Freiraum verstärkt den „grünen“ Charakter der Siedlung.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

48

Im Baugebiet verteilen sich gleichmäßig drei Kindertagesstätten (vgl. Abb. 13a). Jedem Standort ist ein kleiner (ca. 300 qm großer) öffentlicher Spielplatz angelagert, alle Kitas werden zusätzlich von einem ca. 400 qm großen Vorplatz begleitet.

Abb 17: 1. Preis - städtebaulicher Realisierungswettbewerb (Linie 5 / Büro Röntz, 1997)

Abb. 18:	 Städtebauliche Überarbeitung des 1. Preises (Projektgemeinschaft: LINIE 5 Architekten mit Büro A. Röntz, Landschaftsarchitektur, Januar 1998)

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

49

Die Spielflächen dienen primär dem Spiel kleinerer Kinder (bis ca. 6 Jahren) und ergänzen somit den großzügigen, zentralen Spielbereich im Anger. Wegekonzept zur Anbindung des Parks Im Rahmen der Erarbeitung der Ausgleichskonzeption für den Bebauungsplan VIII-422 wurde ein Fuß- und Radwegekonzept zur Anbindung des Parks an die Kernfläche des Regionalparks Döberitzer Heide, an die Gatower Heide und Gatower Feldflur sowie an das Havelufer erstellt (Büro A. Röntz / Büro Fugmann Janotta, 1998).

Abb. 19:	 Wegekonzept (Röntz / Fugmann Janotta 1998)

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

50

Unter Berücksichtigung der Eigentumsverhältnisse sind folgende Wegeverbindungen vorgesehen. Die genau Lage der Wegeverbindungen wird durch das Wettbewerbsergebnis festgelegt. — 	Anbindung der Waldsiedlung am südlichen Ende des Schießplatzes und in 	 Verlängerung des Außenweges —   	Anbindung der Groß-Glienicker Heide und der Gatower Feldflur über einen Weg nördlich des Wettbewerbsgebietes. — 	Aufwertung vorhandener Waldwege zur Anbindung der Gatower Heide — 	Anbindung der Gatower Heide südlich der Habichtswaldsiedlung — 	Anbindung an den Sacrower See und den Königswald in südwestlicher Richtung Im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen für den Bebauungsplan zur Landstadt wurden bereits folgende Wegeverbindungen realisiert: —   	Anbindung der Kladower Feldflur am südwestlichen Rand des Antennenstandortes auf der Trasse des ehemaligen Kohleweges, entlang der Erweiterungsfläche des Golfplatzes in der ehemaligen Kohlelagerstätte mit direkter Zuwegung zur Neukladower Allee und von dort ans Havelufer. — 	Anbindung des Dorfkerns von Alt Kladow/Havelpromenade Waldsiedlung Etwa 700 m nördlich des Wettbewerbsgebietes und jenseits der Potsdamer Chaussee liegt auf Brandenburger Gebiet das ehemalige Reichswehrbzw. NVA Kasernengelände der „Waldsiedlung“. Entsprechend dem festgesetzten B-Plan ist der westliche Teil der Bausubstanz mit den teilweise unter Denkmalschutz stehenden Kasernengebäude als Gemeinbedarfsfläche (Schule, Verwaltung) ausgewiesen. Die südlich angrenzenden Gebäude werden u.a. vom Landesumweltamt Brandenburg als Verwaltungsgebäude genutzt. Eine größere beräumte Fläche im Osten der Waldsiedlung ist als Wohngebiet ausgewiesen und soll vollkommen neu geordnet und gestaltet werden. Auf dieser etwa 42 ha großen Fläche mit umfangreichem Baumbestand sollen Wohnungen in Form von Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern, mit Gemeinbedarfseinrichtungen und Grünflächen entstehen (vgl. Anhang 7.1).

Abb. 20: Waldsiedlung

2.11	

Realisierte Vorhaben

Landstadt Gatow Realisierungsstand Die Erschließungsstraßen sind im gesamten Baugebiet fertiggestellt. Das Infrastrukturband mit Schulgebäude, die Kindertagesstätte und die straßenbegleitenden Grünflächen des Seekorso und der Parkrandstraßen ist ebenfalls fertiggestellt. Im nördlichen Baufeld ist ungefähr die Hälfte, im südlichen Baufeld mehr als die Hälfte der Bauflächen bebaut (Abb. 21). Der jeweils aktuelle Stand der Bebauung kann im Internet unter www. landstadt-gatow.com eingesehen werden.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

51

Abb. 21: Realisierungsstand Landstadt Gatow (Sommer 2010, Fugmann Janotta / BImA)

Erschließung Das Baugebiet wird mit drei Straßentypen erschlossen: die Haupterschließung erfolgt von der Potsdamer Chaussee über Am Landschaftspark Gatow (Planstraße 15) und führt über den Seekorso zum Ritterfelddamm. Die neuen Wohnstraßen und die Parkrandstraßen sind als ‚Tempo 30‘-Zonen ausgewiesen, und die kleinste Kategorie bilden die Wohnwege, die als Mischflächen ausgebildet und verkehrsberuhigt sind.   Hier ist nur Schritttempo zulässig. Um Durchgangsverkehre zu vermeiden, werden die Nord-Süd-Verbindungen auf zwei durchgängige Straßen beschränkt. In Anlehnung an die Erschließungsebenen begleiten Baumpflanzungen die Straßen. Dem liegt ein differenziertes Pflanzkonzept zugrunde (Büro Röntz 2000). Die östliche Siedlungskante zum Wettbewerbsgebiet wird einheitlich durch untergeordnete Erschließungsstraßen („Parkrandstraßen“) gebildet. Der Straßenraum wird durch 2 m breite Gehwege, die entlang der privaten Vorgärten verlaufen, und von einer 5,5 m breiten Fahrbahn einschließlich Stellplatzstreifen bestimmt. Eine Reihe von Feld-Ahornen (Acer campestre „Senator“) begleiten die Parkrandstraßen parkseitig. Diese werden im Abstand von 12 m auf dem 1,5 m breiten Bankett aus Schotterrasen gepflanzt. Das anfallende Regenwasser wird über offene Rinnen in den Straßen zum einen in straßenbegleitende Mulden (z.B. Parkrandbereich), zum anderen in semizentrale Mulden-Rigolen im verlängerten Seekorso und der verlängerten Uferpromenade geleitet. Die maximale Anstauhöhe des Regenwassers soll in den Parkrand-Mulden 40 cm betragen (vgl. Abb. 22). Eine umfassende Darstellung der Siedlungsränder befindet sich im Anhang 7.5.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

52

Abb. 22: Parkrand (Röntz 1999)

Baufelder Die Struktur der Baufelder orientiert sich am städtebaulichen Konzept des Büros Linie 5 und folgt der entsprechenden Festsetzung im Bebauungsplan. Dabei ist ein Wechsel von „offenen“ (Einzel- und Doppelhäuser) und „geschlossenen“ (Reihenhäuser) Baufeldern vorgesehen. Grundschule (Carola Schäfers - Architekten, Büro Kiefer - Landschaftsarchitekten) Das von vier Planstraßen gebildete Mittelstück der Infrastrukturachse südlich des Angers wird von der 3-zügigen Grundschule eingenommen. Das Schulgebäude besteht aus einem u-förmigen Klassentrakt, der mittels einer Kolonnade mit einer Großsporthalle verbunden ist. Die Schulfreiflächen werden als gestalterische Einheit aufgefasst. Die Gliederung in Flächenstreifen erfolgt über Bänder aus Betonplatten, die unterschiedliche Flächentexturen und Nutzungen abgrenzen: wassergebundene Decke im Umfeld der Schule, Asphalt als Spielfläche für Tischtennis und Streetball, Rasen- und Wiesenflächen, Schülergärten sowie ein Kleinsportfeld. Auf den Eingangsplätzen vor dem Schulgebäude und der Turnhalle laden Holzpodeste zum Sitzen und Verweilen ein. Hans-Carossa-Gymnasium (Linie 5 - Architekten, Büro A. Röntz - Landschaftsarchitektur) Das Schulgebäude des 5-zügigen Gymnasiums mit Dreifach-Sporthalle ist

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

53

in Anlehnung an das Grundstück Ost-West orientiert. Der Haupteingang der Schule liegt an einem großzügigen Vorplatz im westlichen Grundstücksrand. Das Schulgebäude umfasst einen innenliegenden, mit Betonplatten befestigten Hof, der über einen breiten Durchgang mit einem „äußeren“ Hofbereich und einem darin liegenden Streetballfeld sowie der Sporthalle verbunden ist. Neben den Höfen, die im wesentlichen als Pausenflächen dienen, befindet sich entlang der südlichen Grundstücksgrenze ein großer Gartenbereich. In einer Rasenfläche sind hier quadratische Felder eingelassen, die als Schulgärten, Freiklasse sowie „Steingarten“ besondere pädagogische Funktionen übernehmen. Der Anger Der 3,3 ha große Anger (Länge: 700m, Breite: 25-65m) stellt das räumliche Rückgrat der Landstadt Gatow dar. Über die westlich anschließende Uferpromenade wird die direkte Verbindung zum Groß-Glienicker See hergestellt. Im Osten gewährleistet die Aufweitung die Verbindung zur offenen Landschaft. Im Süden wird der Anger von einer doppelreihigen Allee aus Spitzahorn (Acer platanoides) mit einer weichen Böschungskante zur Versickerungsmulde eingefasst. Im Norden bildet eine steinerne Kante, die sich zur zukünftigen Parklandschaft zu einer 2m breiten Stützmauer entwickelt, die räumliche Begrenzung. Hier begleiten im westlichen Teil eine Reihe von Spitzahornen und zur Parklandschaft Feldahorne (Acer campestre) den Anger. Die ehemalige Landebahn tritt als prägendes Element hervor, anstelle des Asphaltes ist eine Rasenfläche angelegt. Ihre gestalterische Fortsetzung in der Parklandschaft ist Bestandteil des Gesamtkonzeptes. Die OstWest-Erschließung erfolgt über „steinerne Linien“ (0,8-1,6m Breite) aus Betonwerkstein, in unregelmäßigen Abständen begleitet von Gleditschien (Gleditsia triacanthos „Shademaster“). Aktionsfelder für Kinderspiel gliedern und rhythmisieren den Anger. Sie werden durch Wege eingefasst, die das nördliche Baufeld mit den Infrastruktureinrichtungen im Süden verbinden. Es finden sich vielfältige Angebote für Kinder aller Alterstufen (u.a. Wasserspielelement, Kletterobjekte, Kombinationsgeräte, ein Kleinspielfeld, Skatebahn sowie Seilbahn), die den gesamten Bedarf an Kinderspiel aus dem Siedlungsgebiet abdecken. Lediglich an den drei Kita-Standorten finden sich noch kleine, 300 m² große Spielplätze, die jedoch den Kleinkindern vorbehalten sind. Der Seekorso Die zweite Ost-West verlaufende, 5.200 m² große Grünverbindung (Breite 8 m, Länge: 650 m) zwischen Groß-Glienicker See und Parklandschaft dient ausschließlich der Regenwasserversickerung. Der Seekorso wird beidseitig von einer Mauer gefasst und von einer zweireihigen Birkenallee (Betula pendula) begleitet. Die Grünfläche des Seekorso ist wellenförmige ausgestaltet und ist mit mehrstämmigen Birken-Solitären bepflanzt. Die insgesamt 4 Nord-Süd-Querungen für Fußgänger erfolgen über großformatige Betonplatten. Der Sportplatz Südwestlich des Angers liegt der 1,5 ha große Schulsportplatz des Gymnasiums (Kampfbahn Typ C). Er ist gegenüber der umgebenden Parklandschaft um 1-2,5 m auf eine Höhe von 43.50 m NN abgesenkt.
Abb. 23:	 Sportplatz

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

54

2.12	
	

(vgl. Gutachten bgmr 2004 im Downloadbereich)

Konzept Urbane Landwirtschaft

Das vom Büro BGMR-Landschaftsarchitekten 2004 erarbeitete Konzept der Urbanen Landwirtschaft Landstadt Gatow zielt darauf ab, unter Berücksichtigung der natur- und kulturräumlichen Ausstattung die aktuelle Nachfrage nach landwirtschaftlichen Nutzflächen und die Erwartungen der Bewohner und Besucher an einen stadtnahen Landschaftsraum miteinander zu verknüpfen. Hierbei geht es nicht darum, die ländliche Idylle vergangener Zeiten wieder zurückzuholen, sondern um eine zeitgemäße und angepasste Weiterentwicklung des Raumes unter Integration der Nutzer und Akteure. Die Nähe von Stadt und Land(-wirt-)schaft wird als eine Chance für die Raumentwicklung verstanden. Anstelle der klassischen Stadtentwicklung mit einem weiteren Herausschieben der Grenze zwischen Stadt und Land geht es um eine Kooperation von Stadt und Landwirtschaft. Synergien zwischen Stadt und Landwirtschaft sollen aktiviert und in eine Win-Win-Strategie eingebunden werden. Die Landwirtschaft bietet Produkte und Freizeit-Service vom Reiten bis zum Blumen-Selber-Pflücken für die Städter an, pflegt die Landschaft und generiert dabei Einkommen. Für die Städter entsteht so stadtnah eine Kulturlandschaft mit einer hohen Angebotsvielfalt. Damit eine solche WinWin-Situation eintritt, benötigen die landwirtschaftlichen Akteure möglichst große Freiheiten in ihrer Betriebsführung und gleichzeitig bedarf es Regeln für einen gestaltgebenden Rahmen. Das Konzept der Urbanen Landwirtschaft integriert die zahlreichen Nutzungsansprüche an den Raum und stellt dabei gleichzeitig die Gebrauchsfähigkeit des Raumes als Erholungslandschaft her. Aufteilung der Flächennutzungen nach Szenario Um die Vielfalt der Ansprüche an diese Landschaft miteinander zu verknüpfen, ist die Grundlage der urbanen Landwirtschaft ein robuster und gleichzeitig flexibler räumlich-gestalterischer Rahmen, der einen hohen Grad an Freiheiten ermöglicht und gleichzeitig die erforderlichen Regeln setzt. Mit der urbanen Landwirtschaft soll keine Museumslandschaft gestaltet werden, sondern sie setzt auf einen Prozess der schrittweisen Weiterentwicklung. Daher kommt dem Gestalt gebenden Rahmen eine zentrale Steuerungsaufgabe zu. Die Bausteine des Konzeptes der Urbanen Landwirtschaft für den Landschaftsraum Gatow sind: 1.	 2.	 3.	 Gestalt gebendes robustes Raumgerüst Flexibilität der landwirtschaftlichen Flächennutzungen Beiläufige Erholungsangebote in der Landschaft.

Das Raumgerüst wird maßgeblich durch das Netz der Wege und die raumbildenden Bepflanzungen hergestellt. Die Flexibilität in den Flächennutzungen ist vor dem Hintergrund wechselnder Bewirtschafter mit unterschiedlichen Betriebskonzepten sowie möglichen Änderungen in der Agrarförderung von besonderer Bedeutung. Im Rahmen der Betriebsbefragung, den Gesprächen mit Landwirten sowie dem durchgeführten Workshop mit den landwirtschaftlichen Akteuren wurden folgende Anforderungen an die Landbewirtschaftung aus der Sicht

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

55

der Akteure ermittelt: Erschließung Die Erschließung der Parklandschaft muss mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen möglich sein. Dabei sind Wegebreiten von 3,00 bis 3,50 m notwendig. Zur Vermeidung von Konflikten mit den Wohnnutzungen in der Landstadt sollte die Erschließung mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen über die Potsdamer Chaussee bzw. den Groß-Glienicker Weg erfolgen. Hauptwege für Skater sollen aufgrund der Verschmutzung durch die landwirtschaftlichen Fahrzeuge möglichst getrennt geführt werden. Für Reitwege, für die ein Bedarf besteht, ist grundsätzlich ein eigenes Wegenetz anzulegen. Art der landwirtschaftlichen Flächennutzung Besonderer Bedarf besteht aktuell nach Grünland und Weideflächen im Gatower und Kladower Raum. Weiterhin werden Acker- und Gartenbauflächen nachgefragt. Nutzungsintensität Die Nutzungsintensität sollte aus Sicht der landwirtschaftlichen Betriebe nicht eingeschränkt werden. Eine extensive Bewirtschaftung (insbesondere von Grünland) ist aber denkbar. Aufgrund der ökologischen Ausgleichsfunktion des Raumes muss jedoch ein hoher Anteil an extensiv genutzten und gepflegten Flächen gesichert werden. Schlaggröße Für landwirtschaftliche Nutzungen sind Schlaggrößen ab vier bis fünf Hektar günstig. Werden kleinere Schläge ausgewiesen, so sollten diese im Verbund liegen, so dass zum Beispiel 3 x 2 Hektar erreicht werden. Von einzelnen landwirtschaftlichen Akteuren werden auch Kleinflächen von ein bis drei Hektar nachgefragt. Zonierung Landwirtschaftliche Nutzungen sollten bevorzugt siedlungsfern angeordnet werden, um Beeinträchtigungen des Wohnens (z.B. Staub, Geruch) auszuschließen. Mit einer siedlungsferneren Lage können Konflikte mit Hundehaltern, Vandalismus, Müllablagerung gemindert werden. Ausstattung Die Weideflächen müssen durch Zäune gesichert werden. In der Regel reichen hierfür Elektrozäune, bei der Schafhaltung können diese auch mobil sein. Weiterhin müssen Tränken für die Tiere vorhanden sein. Unterstände als Wetterschutz sind für viele robustere Tierarten nicht zwingend, sie dienen aber der Akzeptanz bei ganzjähriger Beweidung durch die städtischen Besucher. Agrarförderung Für die landwirtschaftliche Betriebskalkulation ist eine Förderung durch die EU-Agrarsubventionen von besonderer Bedeutung. Daher sind Flächen mit eindeutiger Widmung für die Landwirtschaft betriebswirtschaftlich gewünscht. Beteiligung Im Rahmen der weiteren Konzepterarbeitung sollen die Landwirte als zukünftige Bewirtschafter mit eingebunden werden. Von Seiten der Landwirtschaft besteht die Bereitschaft der aktiven Mitwirkung. Im Rahmen der Konzepterarbeitung der Urbanen Landwirtschaft wurde von

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

56

bgmr Landschaftsarchitekten 2007 eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zur ‚Urbanen Landwirtschaft Landstadt Gatow’ erarbeitet. Hierbei wurden vier Szenarien unterschiedlicher Bewirtschaftungsformen und -intensitäten miteinander verglichen. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die Kosten für die Pflege maßgeblich von den Pflegestandards, Nutzungsintensitäten sowie vom Maschineneinsatz abhängen. Bei einer weitgehend uneingeschränkten landwirtschaftlichen Nutzung entstehen die geringsten Kosten für die Pflege und Bewirtschaftung der Flächen. Wenn mit den landwirtschaftlichen Flächen Zahlungsansprüche entsprechend den EU-Agrarprogrammen aktiviert werden können, kann die Bewirtschaftung der förderfähigen Flächen für das Land Berlin weitgehend kostenneutral erfolgen. Wenn forstwirtschaftliche Bewirtschaftungsgrundsätze oder Methoden der Landschaftspflege mit landwirtschaftlichen Geräten Grundlage der Bewirtschaftung sind, so liegen die Bewirtschaftungskosten für das Land Berlin in einem niedrigen Bereich. Wenn gärtnerische Maßstäbe der Pflege und Unterhaltung zur Anwendung kommen sowie differenzierte Flächenausweisungen erfolgen, so steigern sich die Kosten erheblich und können den Pflegeansätzen in öffentlichen Parkanlagen nahe kommen. Kleinteilig intensiv gepflegte gärtnerische Flächen und einzelne gärtnerische Ausstattungselemente fallen angesichts der Größe des Gesamtgebietes nicht erheblich ins Gewicht. Die Kosten entstehen durch die Großflächigkeit des gesamten Geländes. Das Szenario ‚Urbane Landwirtschaft im Park’ Im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wurde das Szenario ‚Urbane Landwirtschaft im Park’ mit ca. 65 Hektar landwirtschaftlichen Nutzflächen (z.T. sehr extensiv), ca. 20 Hektar Wald- und Gehölzflächen sowie ca. 5 Hektar gärtnerische sowie Wege- und Aufenthaltsflächen als besonders tragfähig ermittelt. Das Szenario ‚Urbane Landwirtschaft im Park’ verbindet Elemente der Parkgestaltung mit den Nutzungsmustern der Landwirtschaft. Damit entsteht eine neue Qualität einer stadtnahen urbanen Kulturlandschaft. Es besteht die Zielsetzung, das Miteinander von städtischen Ansprüchen an einen stadtnahen Landschaftsraum mit einer wirtschaftlich tragfähigen Nutzung und Pflege der Landschaft zu verknüpfen. Die Landwirtschaft schafft Angebote für den Städter und sichert sich damit ein Einkommen. Ziel ist es, dass zumindest Teilflächen eine wirtschaftliche Tragfähigkeit erzielen und ohne Mittelzuwendung der öffentlichen Hand gepflegt werden. Gleichzeitig sollen an ausgewählten Standorten mit gestalterischen Interventionen und Parkelementen die räumlichen Qualitäten und Nutzungsangebote geschaffen und entwickelt werden, um den Freizeitwert zu steigern. Der Raum erhält eine gestalterische Handschrift, die sich weniger durch einen hohen Anteil an gärtnerischen Flächen auszeichnet, sondern durch Raumbildung und begleitende und punktuelle Akzente an wichtigen Orten. Gleichzeitig werden bei diesem Szenario die Anforderungen der Ausgleichskonzeption zum Bebauungsplan berücksichtigt. Es entsteht eine sich überlagernde Struktur, die einen interessanten Kontrast bildet. Wirtschaftlich genutzte Flächen und kleinteilige gärtnerisch gestaltete Flächen und Elemente sind eingebettet in einen naturnahen

WB Parklandschaft Gatow / Teil 2 Bestand und Planung

57

Raum mit offenen Wiesenflächen sowie einzelnen Gehölzgruppen. Die ehemalige Dörferverbindung mit begleitender Alleebepflanzung stellt das ‚Rückgrat’ des Freiraumes dar. Die entsprechend der Ausgleichskonzeption erforderlichen Eichen-KiefernMischwaldflächen werden entsprechend Bebauungsplan als waldartige Gehölzpflanzung angelegt. Mit der Pflanzung von Solitärbäumen und größeren Heistern wird im Vergleich zum Forststandard bereits frühzeitig ein ansprechendes Landschaftsbild erzeugt. Die Offenflächen werden zu einem Großteil vergleichbar einer Allmende als Mähwiesen oder als Hutungen genutzt. Die Hutungen können mit einer kleineren Schafherde ganzjährig beweidet werden (10 Schafe/ha). Bei Bedarf erfolgt punktuell eine Nachmahd. Damit ergibt sich über das Jahr ein sehr heterogenes Mosaik in der  Gesamtfläche. Die Offenflächen haben den Charakter einer Allmende und werden nicht dauerhaft eingezäunt. Sie werden durch Solitärbäume und Baumgruppen gegliedert. Von den Mähwiesen wird das Mahdgut entfernt, um durch die Aushagerung mittelfristig eine höhere ökologische Qualität zu erreichen. Innerhalb dieser Mähwiesen und Hutungsflächen werden vergleichbar mit Intarsien landwirtschaftlich genutzte Flächen eingelegt, die eine Größe von durchschnittlich zwei Hektar haben. Nach Bedarf können die Flächen ‚zu- und abgeschaltet’ werden. Mit dieser ‚Einlagerung’ der Nutzflächen wird die Bedeutung des Raumes für den Biotopschutz nur graduell eingeschränkt, da der großräumige Verbund erhalten bleibt. Im Falle der Nutzungsaufgabe würden die Flächen relativ schnell von Pflanzen und Tieren der artenreichen Mähwiesen und Hutungsflächen wieder besiedelt werden. Weiterhin ist dieses Konzept sehr flexibel und kann auf unterschiedliche Nachfrage in der Landwirtschaft reagieren. Die in die   Allmende eingelagerten Grünlandflächen werden als Wiese (zweimalige Mahd pro Jahr) oder Standweiden mit bis zu zwei Großvieheinheiten/ha unter Berücksichtigung landwirtschaftlicher Anforderungen bewirtschaftet. Auf zwei Schlägen mit einer Einzelgröße von ca. zwei Hektar kann Ackerbau in Fruchtfolge durchgeführt werden. Um die ökologische Wertigkeit zu sichern, sollen die Ackerrandstreifen nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Damit sich die Bewirtschaftung wirtschaftlich trägt und Anfahrtswege gemindert werden, sollten die beiden Flächen an einen Landwirt vergeben werden. Dauerkulturen (z.B. Heidelbeerfelder) werden auf einer Fläche von knapp zwei Hektar möglich. Im nördlichen Bereich können neben dem eingelagerten Grünland auch mit Eichen bestockte Flächen angelegt werden, die vergleichbar der Niederwaldwirtschaft alternierend und kleinflächig bewirtschaftet werden. Eine Bewirtschaftung dieser Flächen kann z.B. durch Selbstwerber zur Brennholzgewinnung erfolgen. Eine Vermarktungsstrategie wird erforderlich, wobei die Nachfrage nach Brennholz durch Selbstwerber deutlich angewachsen ist. Brennholzgewinnung hat den Status ‚billiger Rohstoff für sozial Schwache’ verloren und hat sich zu einer nachgefragten Freizeitaktivität entwickelt, die ‚gemütliche Abende vor dem Kamin verspricht’. Im Gegensatz zum Alley Cropping haben solche Eichen-

WB Parklandschaft Gatow / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

58

Niederwälder eine hohe ökologische Wertigkeit. Krautgärten, Blumenfelder zum Selberpflücken, Kartoffelfelder zum Selberernten, Mais- oder Hanflabyrinthe können als temporäre Interventionen kleinteilig zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Angebotsvielfalt für Freizeit und Erholung integriert werden. Sie nehmen in dem dargestellten Szenario etwa 1,3 Prozent der Gesamtfläche ein. Das Szenario bietet breites Nutzungsspektrum, wobei Flächengrößen und Bewirtschaftungsintensitäten begrenzt werden. In Ergänzung zu den landwirtschaftlichen Nutzungen werden punktuell zusätzliche Angebote geschaffen, die dem Charakter eines Landschaftsparks entsprechen. Gärtnerisch gepflegt werden kleinteilige Liegewiesen und Aktionsfelder im Bereich der Siedlungskante zur Landstadt. Dieses Szenario eignet sich aufgrund der Nutzungsvielfalt auch dazu als kultureller Programmort entwickelt zu werden. Landschaft wird zur Kulisse für die unterschiedlichsten Aktivitäten. Das Spektrum kann weit gespannt sein und vom Weihnachtsmarkt bis Erntedankfest, von der Freilichtausstellung bis zum Wandertheater, von der Lichtkunst bis zur Langen Nacht der Kulturlandschaft reichen. Mit diesem Ansatz der ‚kulturellen Sukzession’ entsteht ein urbaner Landschaftsraum, der trotz geringer extensiver Pflegeaufwendungen zu einem Identifikationsort wird und einen Imagegewinn für den gesamten Raum bringt. Die Kulturlandschaft wird in Wert gesetzt.

Abb. 24: mögliche Aufteilung der Flächennutzungen (bgmr 2007)

WB Parklandschaft Gatow / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

59

Teil 3	 Wettbewerbsaufgabe 3.1	 Übergeordnete Ziele

Aufgabe der Landschaftsarchitektur und künftigen Landnutzung ist es, eine Parklandschaft zu gestalten, die wichtiger Bestandteil der großräumigen Erholungslandschaft und Teil des Regionalparks Döberitzer Heide ist und gleichzeitig die wohnungs- und siedlungsnahe Grünanlage für das neue Wohngebiet bildet. Dabei sind die Vorgaben aus dem Ausgleichskonzept zum Bebauungsplan VIII-422 Grundlage für die Flächenaufteilung in der Parklandschaft. Die Parklandschaft ist in Bereiche mit verschiedenen Nutzungsschwerpunkten und -intensitäten zu gliedern. Durch landschaftsgestalterische Mittel sind die Flächen zu einer zusammenhängenden Anlage zu entwickeln únd die Eingänge zur Parklandschaft zu formulieren. Die landwirtschaftliche Nutzung ist als integraler Bestandteil des Gesamtkonzeptes aufzufassen. Die Auslober erwarten Entwürfe, die identitätsstiftend auf das Gesamtgebiet einwirken. Die landwirtschaftliche Nutzung soll ästhetisch und im Hinblick auf bestehende funktionale und naturschutzfachliche Zusammenhänge eingebunden werden und gleichzeitig zur Entlastung des Unterhaltungsund Pflegeaufwandes der Parkanlage beitragen. Bei der Gestaltung der Parklandschaft sind die Grundzüge des vorangegangenen städtebaulichen Realisierungswettbewerbes verbindliche Grundlage. Der dort beschriebene Kontrast zwischen kompakter Siedlungsfläche und offener Parklandschaft soll beibehalten und entwickelt werden. Die Kontinuität des Grünzuges vom Glienicker See über den Anger im Verlauf der ehemaligen Landebahnen zu den weiterhin bestehenden Landeflächen im Bereich des Luftwaffenmuseums ist prägendes Merkmal des städtebaulich- landschaftsplanerischen Konzeptes. Bei der Gestaltung sind die Geschichte des Ortes, die Anforderungen aus den bestehenden und neu hinzukommenden Siedlungsbereichen, die naturräumlichen und naturschutzfachlichen Gegebenheiten sowie die übergeordneten Bezüge zu berücksichtigen. Mit der Anlage der Parklandschaft soll ein attraktives Naherholungsgebiet entstehen sowie die Erreichbarkeit vorhandener Anziehungspunkte - Seen, Heiden und Wälder - verbessert werden. Die Idee der Integration der urbanen Landwirtschaft soll einen neuen Typ von Parkanlage kreieren, in dem Nutzung und Pflege von Landschaft mit den ästhetischen Zielsetzungen verknüpft werden sollen. Die Parklandschaft besteht aus zwei unterschiedlichen Teilbereichen, deren Trennlinie die verlängerte Drosselstraße darstellt. Der südliche, räumlich und gestalterisch unmittelbar der Bebauung zugeordnete Teil ist eher nutzungsorientiert auszugestalten. Die Ausgestaltung des nördlichen Teiles soll sich eher am Leitbild einer naturnahen Parklandschaft orientieren und in stärkerem Maße ökologische Gesichtspunkte berücksichtigen. Die landwirtschaftliche Nutzung soll als übergreifendes Element in beide Parkteile integriert werden.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

60

3.2	
3.2.1	

Landschaftsplanerische Aufgabenstellung
Allgemeine Zielsetzung

Die Parklandschaft soll ein Übergangsbereich von den kleinstrukturierten privaten Gärten der Siedlungsgebiete zu der östlich angrenzenden großräumigen Kulturlandschaft darstellen. Sie ist im inneren Bereich als weiträumig zusammenhängende Freifläche auszubilden, in der die kleinteilig ausgeprägte landwirtschaftliche Nutzung gewissermaßen „schwimmt“. In den nordwestlichen Randbereichen, zur B 2 hin, sollen die vorhandenen Gehölzbestände ergänzt werden (vgl. Abb. 13c, Anhang 2). Außer den bestehenden Sichtbezügen in das Umland müssen auch die markante Kulisse des Flughafens und die grünen Raumgrenzen als bedeutende Elemente berücksichtigt werden. Dabei ist eine deutliche räumliche und gestalterische Eigenständigkeit zu entwickeln. Bei der Ausgestaltung der Parklandschaft sind die aus dem Bebauungsplan resultierenden Anforderungen an Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen verbindliche Grundlage für den Entwurf (vgl. Kap. 2.8). Die Pflanzenwahl zur Bildung von Attraktionspunkten, besonderen Flächen und zur Raumbildung ist darzustellen. Dabei dienen die in der Pflanzliste zum Bebauungsplan empfohlenen Arten zur Orientierung (vgl. Anhang). Es werden Aussagen zu folgenden Aspekten erwartet: —	 Ein räumliches Konzept ist auszuarbeiten, das sowohl die Fläche strukturiert wie auch die vorhandene Offenheit des Gebiets beibehält. Insgesamt soll die Eigenständigkeit des Ortes unter Berücksichtigung seiner Geschichte gestärkt werden. —	 Für die Erholungsnutzung sollen differenzierte, über das Wettbewerbsgebiet verteilte Angebote geschaffen werden. Dabei ist auf einen möglichst geringen Pflege-und Unterhaltungsaufwand zu achten. Die geschaffenen Flächen sollen überwiegend nicht auf eine bestimmte Nutzungen festgelegt werden. Eine Lärmbelästigung der Wohnsiedlung soll vermieden werden. Wertvolle Biotope sind zu respektieren. —	 Für die Ausgestaltung eines hierarchisch abgestuften Wege-systems sollen sowohl die vorhandenen Strukturen Berücksichtigung finden als auch das bezirks- und landesübergreifende Erschließungskonzept. Der Gestaltung von Eingangsbereichen kommt eine besondere Bedeutung zu. —	 Die Bedeutung des Gebietes für den Arten- und Biotopschutz soll insgesamt unterstützt werden. Die bereits vorhandenen wertvollen Gebiete sollen von den intensiver genutzten Erholungsflächen mittels Pufferzonen abgegrenzt werden. Zu der Entwicklung der Biotopfunktion und zur Strukturanreicherung gehört der Umgang mit den vorhandenen Biotopqualitäten des Gebietes. Das Entwurfskonzept soll es ermöglichen, die Biotopstrukturen mit besonderer Relevanz für geschützte Tierarten in dem Gebiet zu erhalten und weiterzuentwickeln. — 	 Die für die Umsetzung des Konzeptes der urbanen Landwirtschaft erforderlichen Flächen und deren Erschließung sollen in das Konzept integriert werden. Die Herausforderung an den Entwurf besteht darin, die Vielzahl der Ziele und Ansprüche an das Gebiet angemessen zu berücksichtigen, Synergien zu entwickeln und Nutzungsüberlagerungen bei geeigneten Flächen und Nutzungen zu erzielen. Es wird ein integriertes Gesamtkonzept erwartet.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

61

Für das gesamte Bearbeitungsgebiet ist ein Konzept für eine Parklandschaft im Maßstab 1:2.000 zu entwickeln. Dieses soll die wesentlichen Ideen des Entwurfs darstellen. Darüber hinaus sind von den Wettbewerbsteilnehmern drei Vertiefungsbereiche im Maßstab 1:500 auszuarbeiten. Mit Hilfe von Schnitten, perspektivischen Darstellungen und Isometrien sollen die wesentlichen Bestandteile des Entwurfs veranschaulicht werden. 3.2.2 	 Funktionale Zielsetzung Erholung Die Anordnung von unterschiedlichen Erlebnisräumen und die Verteilung von attraktiven Zielorten innerhalb des Wettbewerbsgebietes ist in Abhängigkeit zu den übergeordneten Bezügen und zu den Leitideen zu entwickeln. Die Nutzung soll sich in den naturnahen Bereichen auf das Landschaftserlebnis und die stille Erholung beschränken. Das Wegenetz soll so ausgerichtet sein, dass es wichtige Zielpunkte außerhalb und innerhalb der Parklandschaft miteinander verbindet. Einrichtungen für konkrete Freizeitnutzungen sollen die Einrichtungen im Anger nicht wiederholen sondern ergänzen. Weiterhin ist es möglich, dass in der neu entstehenden Landschaft ebenfalls Anreize für die Besucher geschaffen werden, sich Teilbereiche für unbestimmte Freizeitaktivitäten anzueignen. Vorrangflächen für den Arten- und Biotopschutz Es ist anzustreben, die Freiflächen im zentralen Bereich des Wettbewerbsgebietes als möglichst große, zusammenhängende, offene Bereiche zu sichern. Die wertvollen Biotope und vorhandenen Vegetationsbestände, insbesondere die großflächigen Hochstauden- und Ruderalfluren sollen weitgehend erhalten und in das landschaftsplanerische Gesamtkonzept integriert werden. Baum- und andere Gehölzpflanzungen sollen innerhalb der Parklandschaft nur als Einzelexemplare oder in kleinen Gehölzinseln vorgenommen werden. In den Rand- und Übergangsbereichen ist die Entwicklung von Saum- und Mantelgesellschaften zu fördern. Das Wegenetz ist sehr locker zu halten, von der Errichtung einer intensiv genutzten Spielinfrastruktur in den Hochstaudenbeständen ist abzusehen. Die Eichen- und Buchenbestände entlang der Potsdamer Chaussee sowie der Kiefernaufwuchs im nordwestlichen Böschungsbereich des Schießplatzes sind zu erhalten. Es ist darauf zu achten, dass zwischen intensiver landwirtschaftlich genutzten Flächen Streifen aus extensiv genutzten Wiesen bzw. Hochstaudenfluren bestehen bleiben, um die Biotopverbundsfunktion für Arten des ungestörten Offenlands zu erhalten. Ziel der Gestaltung der Parklandschaft muss es sein, die Habitatstrukturen insbesondere der gefährdeten Vogelarten und der Zauneidechse so zu erhalten bzw. zu entwickeln, dass die lokalen Populationen dieser Arten in einem guten Zustand verbleiben. Grünvernetzung, Wegeverbindungen Von großer Bedeutung für die Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten der zu planenden Parklandschaft ist ihre Anbindung und Erschließung durch ein Fuß- und Radwegenetz. Durch das Wegenetz wird der Park mit der umgebenden Erholungslandschaft verknüpft und erhält somit die Funktion als ein überörtlich bedeutendes Bindeglied für Freizeit und Erholung.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

62

Hierzu werden Vorschläge von den Wettbewerbsteilnehmern erwartet. In Richtung Westen erfolgt die Anbindung über die sich in der neuen Wohnsiedlung anschließenden Straßen- und Grünverbindungen und führen weiter in die bestehenden Straßen (Gutsstraße, Seekorso, Uferpromenade). In Richtung Süden ist eine Rad- und Fußwegeverbindung entstanden, die zwischen der bestehenden Antennenanlage und den privaten Grundstücken hindurchführt. Sie verknüpft das Wettbewerbsgebiet mit dem alten Ortskern von Kladow und der Havel. In Richtung Norden und Nordwesten sind mehrere Anbindungsmöglichkeiten gegeben und im Rahmen des Parkkonzeptes darzustellen. Zielpunkte sind die Waldsiedlung, die Glienicker Heide und die Gatower Feldflur. Eine besondere Bedeutung hat die Verbindung von der Fliegerhorstsiedlung zur Landstadt Gatow (vgl. 2.4.4) als Anbindung zur Schule Der Ausbau dieser Wegeverbindung soll im ersten Bauabschnitt erfolgen und so geplant werden, dass ihre Realisierung unabhängig von anderen Baumaßnahmen im Gebiet erfolgen kann. Die Einbindung und Nutzungsmöglichkeit des Schießplatzgeländes und der zukünftigen Senke im Bereich der Kiesgrube sind dabei besonders zu beachten. Eine Verbindungsmöglichkeit nach Osten ist insbesondere zur Verknüpfung der Gatower Heide mit der Parklandschaft von großer Bedeutung. Der Verlauf und die Ausgestaltung weiterer Wegeverbindungen zur Erschließung des Parkgeländes und der neuen Siedlungsbereiche soll im Rahmen des Wettbewerbes dargestellt werden. Ein besonderer Augenmerk ist auf die Gestaltung der jeweiligen Eingangsbereiche zu richten. Die Möglichkeit der Anbindung von Wegen außerhalb des Wettbewerbsgebietes ist dabei zu berücksichtigen. Das Wegenetz wird entsprechend den land- und forstwirtschaftlichen sowie pflegetechnischen Anforderungen angelegt, es bietet aber gleichzeitig auch Angebote für die Erholungsnutzung. Die Anlage von Reitwegen ist erwünscht, ein Ausgangspunkt ist der Gutshof des ehemaligen Gutes Ritterfeld am Nordende des Groß-Glienicker Sees. Diese sollen als getrenntes System mit Anbindungen nach Brandenburg angelegt werden, um Konflikte zwischen den unterschiedlichen Nutzergruppen zu vermeiden (vgl. Anhang 7.3). Hauptwege, die regelmäßig von Radfahrern benutzt werden, insbesondere der Verbindungsweg zwischen Fliegerhorstsiedlung und Schule, sollen asphaltiert werden. Weitere Wege können auch als Wege mit grobem Schotterbelag angelegt werden. Auch hier sind Pflegeaspekte zu berücksichtigen. 3.2.3	 Spezielle Zielsetzungen für einzelne Teile der Parklandschaft

Nördlicher Teil der Parklandschaft Der nördliche Teil umfasst den im B-Plan als Waldfläche ausgewiesenen Bereich (vgl. Abb 13a). Er soll als naturnahe Parklandschaft entwickelt werden. Zentrale Aufgabe des Wettbewerbes ist der gestalterische Umgang mit dem ehemaligen Schießübungsplatz. Ideen zu neuen Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten können sowohl auf der jetzigen Gestalt des Geländes aufbauen oder auch eine völlige Neugestaltung des Areals beinhalten. Dabei sind die Vorgaben aus dem Maßnahmenkonzept des B-Plan VII-422 zu beachten. Im Umfeld des Schießplatzes sind größere zusammenhängende Entwicklungsbereiche für den Biotop- und

WB Parklandschaft Gatow / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

63

Artenschutz als Teil des Konzeptes vorzusehen. Das schließt eine Nutzung dieser Fläche durch Erholungssuchende nicht aus. Die teilweise verfüllte Kiesgrube westlich der Habichtswaldsiedlung ist in das Gestaltungskonzept zu integrieren. Sie ist als Senke zu gestalten. Schießübungsplatz Im Bereich des Schießplatzes sind die versiegelten Flächen zurückzubauen und sämtliche Sicherheitsrisiken zu entfernen. Mit den vorhandenen Einbauten ist gemäß den Festsetzungen im B-Plan VIII-422 wie folgt zu verfahren: —	 	 —	 	 —	 	 Mindestens die Hälfte der Betonbrückenelemente einschließlich der Seitenteile sind zu entfernen. Die Wallaufschüttungen einschließlich der Wallbauwerke sind teilweise abzutragen. Sämtliche Gebäude, Elektroleitungen und sonstigen Einbauten sind zu entfernen.

Bei der Gestaltung des Schießplatzbereiches ist darauf zu achten, dass keine abgeschlossenen Bereiche entstehen, die sich der sozialen Kontrolle entziehen. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Rückbau der Tunnelanlagen ist darauf zu achten, dass keine Angsträume entstehen und die Folgekosten zur Instandhaltung der Anlage gering bleiben. Die Dimensionen der Schießplatzanlage soll ablesbar bleiben. Die Hälfte der Betonbrückenelemente ist bereits vom Natur- und Grünflächenamt Spandau entfernt worden. Die noch verbliebenen Elemente könnten demnach im Gelände verbleiben, wenn sie in ein gestalterisches Konzept eingebunden sind. Dies ist jedoch freigestellt. Bei den Vorschlägen für Rück- und Umbau sind Kostengesichtspunkte im besonderen Maße zu beachten. Unter Umständen kann Aushub zur Abdeckung von Altlastbereichen verwendet werden. Mögliche Szenarien für den Umgang mit dem Schießübungsplatz sind im Anhang dargestellt, jeweils mit den überschlägigen Kosten (Anhang 5, 6). Deponieflächen einschließlich Kiesgrube Der Bereich unterteilt sich entsprechend den Festsetzungen im B-Plan in drei unterschiedlich zu strukturierende Bereiche (vgl. Abb. 13c): —	 	 —	 	 	 —	 Der westliche von dichten Gehölzstrukturen und Wiesenflächen geprägte Bereich (Ausgleichsfläche A). Der mittlere überwiegend aus Hochstaudenfluren bestehende, offene Bereich mit einzelnen Gehölzgruppen oder Einzelgehölzen (Ausgleichsfläche B Nord). Der Bereich der Kiesgrube im Osten (Ausgleichsfläche D)

Auf den nach Abschluss der Kies- und Sandgewinnung entstandenen Deponieflächen ist die vorhandene Vegetation, bestehend aus großflächigen ruderalen Hochstaudenfluren, in die Gestaltung der Flächen mit einzubeziehen und die vorhandene Belastung des Bodens durch Altlasten zu berücksichtigen: —	 	 —	 	 	 	 Die Hochstaudenflächen sind weitestgehend zu erhalten bzw. wieder zu entwickeln. Die belasteten Böden sind je nach Belastungsgrad und Nutzung mit einer unbelasteten Bodenüberdeckung von 0,30-1,00 m Mächtigkeit zu versehen. Alternativ ist auch eine vorherige Abgrabung und Entsorgung der Altlasten möglich. Die

WB Parklandschaft Gatow / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

64

	 	 —	 	 —	 	 —	 	 	

betroffenen Flächen und Maßnahmen zur Nutzbarmachung sind in Anhang 6 dargestellt. Die verbliebenen Anlagen zur Messung von Gasbelastungen ist in die Gestaltung der Flächen mit einzubeziehen (vgl. 2.8.3) Die offene Kiesgrube ist so zu gestalten, dass sie als Senke ausgebildet ist Der im B-Plan vorgeschriebene Anteil an Vegetationsflächen für Wiesen, Hochstaudenfluren und Gehölzbestände ist einzuhalten (vgl. 2.8, Abb. 13c und Anhang 3)

Südlicher Teil der Parklandschaft Der südliche Teil umfasst den im B-Plan als ‚öffentliche, naturnahe Parkanlage‘ ausgewiesenen Teil. Der Teil soll entsprechend seiner Nähe zur Siedlung der intensiveren Erholungsnutzung dienen. Dabei sollen vor allem komplementäre Angebote zur Nutzung des Angers entwickelt werden. Als besonderes Element ist der Verlauf der ehemaligen Startund Landebahnen in die Gestaltung, entsprechend dem städtebaulich - landschaftsplanerischen Gesamtkonzept einzubeziehen. Als Element des Denkmalbereichs ist die ehemalige Lage der Start- und Landebahnen unbedingt als ablesbare Spur zu erhalten. Der bestehende Sportplatz ist in die Parklandschaft zu integrieren. Im Süden ist im Bereich des Ritterfelddammes ein Eingangsbereich zu schaffen und der Übergang an die Wegeanbindung zur Kladower Feldflur herzustellen. Abgrenzungen Ein besonderes Augenmerk gilt den Abgrenzungen des Luftwaffenmuseums und der südlichen Peilantenne. Sie dienen gleichzeitig als Schutzzaun für die militärische Anlage der General-Steinhoff-Kaserne und sollen die entsprechenden Sicherheitsanforderungen erfüllen. Die Einfriedung im Bereich des Luftwaffenmuseums besteht aus einem Maschendrahtzaun mit einer Gesamthöhe von 2 m einschließlich drei Züge Stacheldraht (nicht abgewinkelt). Die Maschenweite beträgt 50 mm. Im Bereich der Peilantenne ist ein 2m hoher Holzlattenzaun errichtet. Der Zaun darf nicht bepflanzt werden. Für Gehölzpflanzungen auf der Seite der Parklandschaft gelten die Bestimmungen des Nachbarschaftsrechts. Erwartet werden Vorschläge zur Einbindung der Zaunanlagen und ihrer topografischen Einordnung. Die Offenheit der Landschaft soll möglichst wenig eingeschränkt werden. Insbesondere soll die Kontinuität der Blickbeziehungen entlang der ehemaligen bzw. im Bereich des Museums noch bestehenden Landebahnen erhalten bleiben.

3.3	

Zielsetzung Urbane Landwirtschaft

Im letzten Jahrzehnt hat die stadtnahe Landwirtschaft wieder mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen als es in den Vorjahren der Fall war. Dies hängt zusammen mit einer stärkeren Hinwendung zur Gestaltung der Peripherie, den so genannten Zwischenlandschaften, und den reduzierten Wachstumserwartungen. Weiterhin spielen die begrenzten finanziellen Verhältnisse der meisten Kommunen in diesem Zusammenhang eine Rolle. Nicht jeder Wunsch nach Pflege und Gestaltung von Grünflächen kann noch kommunal organisiert werden. Dies macht es erforderlich, nach neuen Akteuren in der Landschaft zu suchen, mit denen gemeinsam das gewünschte Ergebnis erzielt werden kann. Auch in der Parklandschaft Gatow soll mit dem Konzept der Urbanen Landwirtschaft ein attraktiver Landschafts- und Erholungsraum geschaffen werden, der auf Allianzen von Landwirtschaft und Stadt aufbaut. Diese

WB Parklandschaft Gatow / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

65

Allianzen sollen im Rahmen des Konzeptentwurfes genutzt und gestärkt werden. Zusätzlich zu den positiven Aspekten einer Parklandschaft soll die Vielfalt der Erlebnismöglichkeiten erhöht werden. So stellen zum Beispiel Tiere in der Landschaft oder Angebote zum Mitmachen zusätzliche Attraktionen dar. So gewinnen beide Seiten: die Stadt wird von Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen entlastet und die Besucher und Besucherinnen haben mehr interessante Freizeitangebote. Zur Integration der Landwirtschaftsflächen in die Parklandschaft wird ein robustes räumliches Strukturkonzept erwartet, das einen gestalterischen Rahmen vorgibt und gleichzeitig flexibel genug ist, um landwirtschaftliche Nutzungen je nach Nachfrage einzubinden. Da landwirtschaftliche Nutzungen entsprechend den unterschiedlichen Betriebsstrukturen im Gatower und Kladower Raum variieren, außerdem sich auch mit den Jahren ändern können, sind Flächenzuschnitte und die Nutzungsarten möglichst flexibel zu gestalten. Flächen sollen möglichst gut kombinierbar sein, das heißt, je nach Nachfrage zusammengeschaltet und auch wieder getrennt werden können. Das Spektrum der landwirtschaftlichen Nutzungen ist weit zu verstehen und kann sich auf Landschaftspflege, Serviceangebote für Städter und die Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten (Direktvermarktung, Selber-Pflücken) beziehen. Auch die Anpflanzung mehrjähriger Kulturen beispielsweise als Rohstoffe für die Energiegewinnung (nachwachsende Rohstoffe) ist unter Berücksichtigung des Landschaftsbildes einer halboffenen Landschaft denkbar. Bei der Integration von Formen der urbanen Landwirtschaft in das Gesamtkonzept sind folgende Anforderungen zu berücksichtigen: —	 Die Erschließung der Flächen muss für landwirtschaftliche Fahrzeuge gewährleistet sein. Diese sollte von der Potsdamer Chaussee und in der Verlängerung des Groß-Glienicker Weges erfolgen. Wege für landwirtschaftliche Fahrzeuge sollten 3,00 bis 3,50 m breit sein. — 	 Es ist ein Zonierungskonzept zu entwickeln, durch das Konflikte von Landwirtschaft und Wohnnutzung ausgeschlossen werden. —	 Die ökologischen Ausgleichsfunktionen des Gesamtgebiets sind durch eine naturnahe und extensive Bewirtschaftung auf einem großen Flächenanteil zu gewährleisten. Dabei sind landwirtschaftlich intensiver genutzte Flächen in einer Kulisse von extensiv genutzten Flächen als besonders nachhaltig und flexibel anzusehen. —	 Bei der Nutzungsverteilung sind die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen zu beachten (vgl. Anhang 6). —	 Die für die Landbewirtschaftung erforderlichen Ausstattungselemente wie Zäune, Tränken und Unterstände sollen sich in das gestalterische Gesamtkonzept einfügen. —	 Das Konzept der Urbanen Landwirtschaft muss so robust sein, dass besondere Nutzungsansprüche der Bewirtschafter im weiteren Verfahren noch ausdifferenziert werden können. Eine Akteursbeteiligung der Landwirte ist im Rahmen der Konzeptkonkretisierung nach dem Wettbewerb zu integrieren. Wesentliche Zielsetzung für die Integration der Urbanen Landwirtschaft in die Gestaltung der Parklandschaft ist es, mit unterschiedlichen Formen der landwirtschaftlichen Nutzung die Attraktivität der Landschaft für Freizeit und Erholung zu steigern und gleichzeitig eine kostengünstige Form der Pflege zu etablieren (vgl. Kap 2.12, bgmr 2004). Die Konzepte müssen langfristig tragfähig sein, um den Pflegeaufwand für Bezirk und Berliner Forste in der Parklandschaft dauerhaft so gering wie möglich zu halten.

WB Parklandschaft Gatow / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

66

3.4	

Möblierung

Die vorzusehenden Parkmöbel sollen dem gesamten Park ein einheitliches und prägnantes Bild verleihen. Dabei ist zu beachten, dass in der freien Landschaft befindliche Elemente kaum der sozialen Kontrolle unterliegen und deswegen ein insgesamt sparsamer Umgang damit geboten ist und die Elemente besonders robust und pflegeleicht sein müssen. Es sind Hinweise auf den Charakter der zukünftigen Parkmöbel zu geben (Images).

3.5	

Vorhandene Gehölzstrukturen

Zu erhalten sind die randlichen Gehölzstrukturen, die den Raum deutlich begrenzen. Innerhalb der Fläche kommen vornehmlich Pioniergehölze vor, die nur bedingt erhaltenswert sind und teilweise im Gegensatz zu den Biotopentwicklungsplänen stehen. Von größerer Bedeutung sind die aufkommenden Kiefern an der westlichen Böschung des Schießübungsplatzes, die in das Konzept integriert werden sollen.

3.6	

Darstellung

Durch Ansichten, Details und Schnitte sind die grundlegenden Gestaltungsideen zu veranschaulichen. Die Höhenentwicklung ist durch Höhenlinien bzw. durch Höhenangaben zu dokumentieren. Veranschaulicht werden soll die Materialwahl für die Gestaltung von Wegen, Eingangsbereichen und Kleinbauwerken sowie die Möblierung.

3.7	

Kostenrahmen und Umsetzung

Der Bauherr gibt für die Umsetzung der Wettbewerbsaufgabe die maximalen Kosten (Kostengruppe 200 bis 500) mit 5.400.000 € brutto (inkl. Umsatzsteuer) für die Realisierung verbindlich vor. Bei einer Gesamtfläche von ca. 90 ha entspräche das durchschnittlich 6 €/m² brutto (inkl. Umsatzsteuer). Die Realisierbarkeit dieser Kostenvorgabe wird der Auslober im Rahmen der Vorprüfung für die eingereichten Entwürfe überprüfen. Das Ergebnis der kostenorientierten Planung fließt in die Beurteilungskriterien nach 1.13 / 3.8 ein (Wirtschaftlichkeit). Es ist den Teilnehmern überlassen, räumliche Schwerpunkte auch hinsichtlich der Kostenverteilung zu setzen. Die Vorgaben aus dem Bebauungsplan, insbesondere bezüglich des Rückbaus des Schießplatzes, sind zu erfüllen. Mögliche Varianten zum Rückbau des Schießplatzes finden sich im Anhang 5. Die Kosten für den Rückbau müssen in den Gesamtkosten enthalten sein. Pflege Für die Einzelmaßnahmen im Landschaftsraum sind ein geringer Pflegeaufwand und eine große Robustheit Voraussetzung. Für die unterschiedlichen Breiche sind folgende Pflegestandards vorzusehen: — 	 	 — 	 Bewaldete Flächen: Jungwuchspflege und Mischungsregulierung alle 3-5 Jahre, ab Stangenholzalter, regelmäßige Durchforstungen alle 8-10 Jahre Gebüschstrukturen: Mischregulierung alle 3 Jahre. Nach Etablierung (ca. 10 Jahre) alle 10 Jahre Verjüngungsschnitt, vergleichbar mit der Pflege der Knicks. —   Wiesenflächen:

WB Parklandschaft Gatow / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

67

Offenhalten entsprechend den Pflegekonzeptzielen (vgl. Anhang 1) für die jeweiligen Biotope, durch ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr. 	 Alternativ: Offenhalten durch Beweidung, z.B. Hutung von Schafen —   Ruderalfluren: 	 Offenhalten entsprechend dem Pflegekonzept (vgl. Anhang 1) durch 	 Herbstmahd alle 3 Jahre oder Entkusseln, alle 3-5 Jahre. —   Wegeflächen: 	 Bei der Ausbildung der Haupt- und Erschließungswege als wassergebundene Waldwege ist auf eine Begrenzung (Kantensteine) 	 zu verzichten. Es erfolgt eine regelmäßige Unterhaltungspflege ca. 	 alle 3-5 Jahre Es ist zu beachten, dass der nördliche Teil der Parklandschaft zukünftig von den Berliner Forsten gepflegt wird, entsprechend den in Waldflächen üblichen Bedingungen. Der südliche Teil geht in das Fachvermögen des Fachbereiches Naturschutz, Grünflächen und Umwelt des Bezirksamtes Spandau über und wird von ihm gepflegt. Die Abgrenzung der Zuständigkeiten soll in der Parklandschaft jedoch nicht ablesbar sein.

	

3.8	
•

Kriterien für die Beurteilung durch das Preisgericht

Entwurfsidee

• Landschaftlich-städtebauliche Leitidee 				 übergeordnetes Konzept 				 Einbindung 	 	 	 	 Verflechtung der Bereiche 		 		 Raumbildung 		 		 Blickbeziehungen • Urbane Landwirtschaft	 				 				 				 Innovation, Robustheit und Flexibilität des Konzepts Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit

• Erschließung und Wegeführung 				 innere Ordnung 				 Erlebbarkeit 		 		 Orientierung • Gestalt	 		 				 		 		 		 		 • Nutzung / Funktionalität 		 		 		 		 Umgang mit Vegetation Materialwahl Sonderbauwerke Nutzungsmöglichkeiten und -vielfalt Anordnung

• Berücksichtigung übergeordneter Vorgaben 				 aktuelle Wegekonzeption 	 	 	 	 Hochstauden- und Wiesenflächen 		 		 Baumbestand, Alleen 				 Schutzgebiete 		 		 Ausgleichserfordernisse 				 Artenschutz

WB Parklandschaft Gatow

68

• Realisierbarkeit / Wirtschaftlichkeit 			 	 Einhaltung des Kostenrahmens 	 	 	 	 geringer Pflege- und 				 Unterhaltungsaufwand 				 Witterungsbeständigkeit • Folgekosten 				 	 	 	 	 Langfristige Wirtschaftlichkeit in Hinblick auf Pflege und Unterhaltung

Literaturverzeichnis
Becker Giseke Mohren Richard bgmr Landschaftsarchitekten 2004: Urbane Landwirtschaft Landstadt Gatow – Strategien einer urbanen Landschaftsentwicklung, i.A. Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Ref. W 12 und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat IID, Berlin. Becker Giseke Mohren Richard bgmr Landschaftsarchitekten 2007 (in Zusammenarbeit mit Dipl. agr. Katja Arzt): Urbane Landwirtschaft Landstadt Gatow – Vergleichende Wirtschaftlichkeitsberechnungen für vier Entwicklungsszenarien, i.A. Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Ref. W 12 und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat IID, Berlin. Becker Giseke Mohren Richard bgmr Landschaftsarchitekten 2008: Urbane Landwirtschaft Landstadt Gatow – Beteiligung der Bürger und landwirtschaftlichen Akteure, i.A. Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Ref. W 12 und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat IID, Berlin. BTB 2007: Bericht über den Belüftungsversuch auf der ehemaligen Deponie Hafemeister Landstadt Gatow, Berlin-Spandau, mit Hilfe der Entgasungsanlagen Büro Röntz / FUGMANN JANOTTA Landschaftsarchitektur und Landschaftsentwicklung 1998: Landschaftspark Gatow/Kladow, Gestaltungskonzept und Konkretisierung der Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen des Bebauungsplan VIII-422 „Flugplatz Gatow“, auf dem ehemaligen Flugplatz Gatow in BerlinSpandau, im Auftrag des Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz. FUGMANN JANOTTA Landschaftsarchitektur und Landschaftsentwicklung 1996: Städtebaulicher Realisierungswettbewerb „Flugplatz Gatow – Wohnen für Bundesbedienstete“. Landschaftsplanerischer Fachbeitrag zur Auslobung im Auftrag des Landes Berlin, SenSUT. FUGMANN JANOTTA Landschaftsarchitektur und Landschaftsentwicklung 1997/98: Bebauungsplan VIII-422, ‘Flugplatz Gatow’, auf dem ehemaligen Flugplatz Gatow in Berlin-Spandau. Landschaftsplanerischer Fachbeitrag zum Bebauungsplan im Auftrag des Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau und der OFD.

WB Parklandschaft Gatow

69

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1:		 Lage im Stadtgebiet 17 Abb. 2:		 Abgrenzung des Wettbewerbsgebietes 18 Abb. 3: 		 Historische Karte von 1826 20 Abb. 4:		 Historische Karte von 1927 20 Abb. 5:		 Historische Karte von 1973 20 Abb. 6:		 Eigentumsverhältnisse  23 Abb. 7:		 Öffentlicher Personennahverkehr 23 Abb. 8:		 Umgebung des Wettbewerbgebietes  25 Abb. 9:		 Bodenbeeinträchtigungen, Grundwassermessstellen 30 Abb. 10: 	 Sichtbeziehungen und Raumstrukturen 33 Abb. 11:	 Regionalparks im engeren Verflechtungsraum Berlin - 	 	 	Brandenburg (Raumordnungsbericht, 1998) 37 Abb. 12:	 Flächennutzungsplan Berlin 2004 38 Abb. 13a:	 B-Plan VIII-422 40 Abb. 13b 	 Fläche C1-C18 im B-Plan VIII-422 42 Abb. 13c:	 Landschaftspflegerische Maßnahmen zum 		 Bebauungsplan VIII-422 43 Abb. 14:	 Denkmalgeschützter Bereich (24.01.2000) 44 Abb. 15:	 Lage der Schutzentgasung 45 Abb. 16:	 Lage der zu verbleibenden Gaskollektoren 46 Abb. 17:	 1. Preis - städtebaulicher Realisierungswettbewerb 		 	 Linie 5/ Büro Röntz, 1997) ( 48 Abb. 18:	 Städtebauliche Überarbeitung des 1. Preises (Projektgemeinschaft: LINIE 5 - Architekten mit Büro A. Röntz, Landschaftsarchitektur, Januar 1998) 48 Abb. 19:	 Wegekonzept 49 Abb. 20	 Waldsiedlung 50 Abb. 21:	 Realisierungsstand Landstadt Gatow (Sommer 2010) 51 Abb. 22:	 Parkrand 52 Abb. 23:	 Sportplatz 53 Abb. 24:	 mögliche Aufteilung der Flächennutzungen 58

Fotoverzeichnis
Engel & Leonhardt Betonwerke			 Landstadt Gatow (BImA)	 Fugmann Janotta		 SenStadt			 Nummer 1-6 Titel, Nummer 28-30, 41+42 7-27, 31-40 Luftbild

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

70

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

71

Anhang

1. Biotoptypen im Wettbewerbsgebiet (S. 73) 2. Gehölzstrukturen (S. 84) 3. Liste der Pflanzempfehlungen aus dem Bebauungsplan VIII-422 (S. 86) 4. Faunistische Untersuchungen Avifauna / Reptilien (S. 88) 5. Szenarien zum Rückbau und zur Gestaltung des Schießplatzes Gatow (S. 93) 6. Szenarien zur Sanierung der Altlasten mit Bodenabtrag vom Wall des Schießplatzes Gatow (S. 106) 7. Erläuternde Abbildungen 	 1. B-Plan Nr. 11a „Waldsiedlung Groß Glienicke“ (S. 112) 	 2.   Konzept Landschaftspark Gatow/Kladow (S. 114) 	 3.   Wegeverbindungen (S. 116) 	 4.   Lageplan Anger (S. 117) 	 5.   Parkrandstraßen (S. 118) 	 6.   Möblierung Anger (S. 119) 	 7.   Schießanlage (Schallschutzwand, Blendenwände, 	 	       Kugelfang) (S. 120) 8. Fotodokumentation (S. 123) 	 1.- 6. Historische Bilder 	 7.- 12. Schießanlage 	 13.- 24. Freigelände 	 25.- 42. Landstadt Gatow 9. Luftbild

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

72

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

73

1	

Biotoptypen im Wettbewerbsgebiet

Die vorliegenden Aussagen beruhen auf mehrtägigen Begehungen des Flugplatzes Mitte August 1996. Dabei wurden die Biotoptypen abgegrenzt und die charakteristischen Pflanzen und Tierarten grob erfasst. Zudem wurden Daten von W. LIPPERT und B. MACHATZI zur Brutvogelfauna vom Juni 1996 sowie einige Ergänzungen zur Flora durch B. MACHATZI (ebenfalls aus dem Juni 1996) ausgewertet. Die Aussagen dienten der groben Einschätzung der Bedeutung der Flächen für Flora und Fauna. Die vorgefundenen Biotoptypen wurden im Maßstab 1:2000 kartiert, die Zuordnung und Nummerierung „( )“ der vorgefundenen Vegetationsbestände zu den Biotoptypen erfolgte nach AUHAGEN & PARTNER GMBH, 1994. Die Bewertung der Biotoptypen wurde hinsichtlich der Eingriffsbewertung ebenfalls nach AUHAGEN durchgeführt. Dabei wurde auf Grundlage der Biotopkartierung der spezifische ‚Situationswert‘ der vorgefundenen Biotoptypen ermittelt. Abbruchkanten (4.3) In der an der Habichtswaldsiedlung liegenden, aufgelassenen Kiesgrube gibt es in den oberen, sehr steilen Hangteilen einige vegetationsfreie bis vegetationsarme Abbruchkanten. In den Resten dieser ehemals großflächigen vegetationsfreien Strukturen, sind die verlassenen Niströhren der in Berlin gefährdeten Uferschwalbe (Riparia riparia) zu erkennen. Auch wenn die Abbruchkanten ihre Bedeutung für die Uferschwalben mittlerweile verloren haben (keine frischen Anrisse und dichter werdende Vegetationsbestände), so haben die Flächen zumindest eine potentielle Bedeutung, da sich der Wert für die Uferschwalben sehr schnell wieder herstellen ließe (Schaffung frischer Hangabstiche und Beseitigung der aufgewachsenen Vegetation). Die Uferschwalbe kann noch immer über dem Gelände des Flugplatzes jagend beobachtet werden und würde nach Schaffung frischer Abbruchkanten in der Kiesgrube vermutlich sehr schnell wieder zuwandern. Derzeit brütet sie noch in der südlich an den Flugplatz angrenzenden Kiesgrube der Firma Havemeister. Die Flora und Vegetation der Abbruchkanten besteht aus in Berlin häufigen und weit verbreiteten Arten der ein und zweijährigen Ruderalfluren (z. B. Melilotus albus et officinalis und Sisymbrium loeseli) sowie wenigen, nur einzeln eingestreuten Hochstauden (u. a. Artemisia vulgaris und Tanacetum vulgare). Vegetationsarme Flächen mit bindigem Substrat im Bereich der aufgelassenen Kiesgrube (4.4) Am Grunde der zuvor genannten Kiesgrube wachsen sehr lückige Vegetationsbestände auf bindigen Böden. Es handelt sich um Bestände, in denen zumeist einjährige Pflanzenarten wachsen (z. B Polygonum persicaria, Apera spicaventi und Bidens frondosus) und nur hin und wieder treten mehrjährige Pflanzen, wie das kleine Bulte bildende Weiße Straußgras (Agrostis gigantea), auf. Bemerkenswert sind die relativ individuenreichen Vorkommen des in Brandenburg als gefährdet (3) geltenden Niedrigen Fingerkrauts (Potentilla supina). Die Betrachtung der Verteilung der Arten in diesen Beständen, zeigt ein kleinräumiges Nebeneinander von feuchtigkeitsliebenden (z. B. Bidens frondosus und Potentilla supina) sowie trockenheitsertragenden Arten (Apera spicaventi, Conyza canadensis und Sonchus oleraceus). Dies

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

74

deutet auf eine für bindige Böden typische, wechselfeuchte Situation hin (Herbst und Frühjahr feucht oder nass, im Sommer trocken). Beobachtungen zur Fauna liegen nicht vor, es ist jedoch anzunehmen, dass die Bestände speziell für einige Insektengruppen von Bedeutung sein dürften. Die geringe Ausdehnung der Bestände wird diesen Wert aber vermutlich stark einschränken. Genauere Kenntnisse hierzu können nur über eine detailliertere Untersuchung verschiedener Tiergruppen (z. B. Carabidae) in Erfahrung gebracht werden. Anzustreben ist der Erhalt der vegetationsarmen Flächen in der Kiesgrube an der Habichtswaldsiedlung und in ihrer Umgebung. Langfristig ließe sich dies nur über intensive Pflegemaßnahmen erreichen. Ruderale Halbtrockenrasen, artenarm (6.1.3.2) Sie haben sich auf den aufgeschütteten Hängen der Schießanlage entwickelt. Die Bestände sind sehr artenarm. Die dominierenden Arten sind Gemeine Quecke (Agropyron repens), Graukresse (Berteroa incana), Nelkenköpfchen (Petrorhagia polifera) und Rainfarn (Tanacetum vulgare). Dort, wo die Bestände an nicht aufgeschüttete Standorte angrenzen, treten vermehrt Arten der Sandtrockenrasen auf. Die artenarmen Bestände sind floristisch von untergeordneter Bedeutung, für die Wirbellosenfauna besitzen sie jedoch auf Grund ihres reichen Blütenangebotes, der lückenhaften Vegetationsdecke und der über den Winter stehen bleibenden Pflanzenreste einen höheren Wert. Ausdauernde Sandtrockenrasen mit geschlossener Narbe (6.2.3) Südlich und westlich grenzen an die zuvor beschriebenen Silbergrasfluren dichte und meist artenarme Schwingelrasen an. Diese sind, wie das Dominieren einzelner Arten und die streifenförmige Form der Dominanzbestände zeigt, aus Ansaaten hervorgegangen. Die Bestandsdichte ist hoch und es werden meist Deckungen von über 90 % bis nahe 100 % erreicht. Die Rasen werden offensichtlich seltener als andere Bereiche gemäht. Dies wirkte sich positiv auf das Vorkommen verschiedener Tierarten, wie zum Beispiel der Wespenspinne (Agriope bruennichi) und der in Berlin gefährdeten (Gefährdungsgrad 3) Zweifarbigen Beißschrecke (Metrioptera bicolor) aus, die in hohen Dichten in diesen halbhohen, lockeren und trockenen Vegetationsstrukturen angetroffen wurden. Einen Verbreitungsschwerpunkt hatte in diesen Beständen auch der in Berlin stark gefährdete (2) Heidegrashüpfer (Stenobothrus lineatus), welcher in unserem Raum Schwingelrasen als Lebensraum bevorzugt. Weitere Informationen zum Vorkommen gefährdeter Tierarten sind unter dem Punkt 6.2.2 genannt, da ein Teil der Fauna der Sandtrockenrasen auch im Bereich der Schwingelrasen bzw. in den breiten Übergängen zwischen den Schwingelrasen und den Sandtrockenrasen beobachtet wurde. Die Bestände der Schwingelrasen sind relativ artenarm, da nur wenige Arten in dem oft sehr dichten Schwingelrasen aufkommen können. Wo dieser lückiger ist oder kleinflächig offener Boden ansteht, treten einzelne Arten auf, die auch auf den Sandtrockenrasen beobachtet werden können. Die Struktur der Bestände und ihre Artenarmut zeigen, dass sich die Bestände noch nicht zu Grasnelken-Schafschwingel-Rasen entwickelt haben, sondern weiterhin als „Schwingelansaaten“ zu bezeichnen sind.

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

75

Im Bereich des Schießplatzes haben sich kleinflächig ausdauernde Trockenrasenbestände entwickelt. Hier treten insbesondere die Grasnelke und die Bergjasione als typische Vertreter der Sandtrockenrasen aspektbildend auf. Die Trockenrasen sind auch für die Fauna von Bedeutung. Insbesondere Heuschreckenarten finden hier wertvolle Lebensräume. Die Schwingelrasen gehören wie die Sandtrockenrasen zu den nach § 30 a Abs. 1 NatSchG Bln besonders geschützten Pflanzengesellschaften. Frische Mähwiese, artenarm (6.3.1.2) Bei den Mähwiesen handelt es sich um wenige mit sog. „Hochleistungsgräsern“ bewachsene und regelmäßig gemähte Flächen. Das floristische Arteninventar ist gering und besteht neben dem Nutzgras zumeist nur aus Arten ruderaler Unkrautfluren, wie z. B. Chenopodium album, Stellaria media und Cirsium arvense. Bei schlechter Pflege gesellen sich vereinzelt Hochstauden (z. B. Artemisia vulgaris und Tanacetum vulgare) hinzu. Die frischen, artenarmen Mähwiesen sind für den Natur und Artenschutz von untergeordneter Bedeutung. Frische Weide, artenarm (6.3.2.1) Frische Weiden sind im Bereich der Pferdekoppeln westlich des Schießplatzes ausgebildet. Aufgrund der intensiven Beweidung sind hier nur artenarme Bestände vorzufinden. Sie sind für den Arten und Biotopschutz ohne Bedeutung. Frische Grünlandbrache, artenreich (6.3.3.1) In die Grünlandbrachen sind Hochstaudenarten in die „frischen Mähwiesen, artenreich“ eingedrungen und erreichen Deckungen von 10 20%. Es handelt sich um wohl schon seit einiger Zeit nicht mehr oder nur unregelmäßig gemähte Bestände. Sofern diese Flächen noch in Kontakt zu regelmäßig gemähten Wiesen stehen, erhöhen sie die Strukturvielfalt dieses Lebensraums (z. B. den Anteil von Überwinterungsstrukturen für die Wirbellosenfauna) und sind im Untersuchungsgebiet entsprechend positiv zu bewerten. Bei einer zu starken Ausbreitung der Hochstaudenfluren besteht jedoch die Gefahr des Verlustes von für die Flora und Fauna wichtigen Wiesenstrukturen. Ruderale Krautfluren aus überwiegend ein bis zweijährigen Arten, artenreich (11.7.1.1) In der Kiesgrube nahe der Habichtswaldsiedlung sowie auf den angrenzenden Flächen sind Bestände vorhanden, die sich den Steinkleefluren zuordnen lassen. Die Vegetationsdecke der zum Teil auf grobem Schotter wachsenden Bestände ist noch sehr lückig (auch hier wandern aber schon mehrjährige Arten ein). Unter floristischen Gesichtspunkten sind die Steinkleefluren von untergeordneter Bedeutung, für die Wirbellosenfauna besitzen sie jedoch aufgrund ihres reichen Blütenangebotes, der lückenhaften Vegetationsdecke und der über den Winter stehen bleibenden Pflanzenreste einen höheren Wert. Die derzeit größte Bedeutung besitzt ein südlich an die Kiesgrube angrenzender Bestand, auf dem in diesem Jahr der in Berlin vom Aussterben bedrohte Brachpieper (Anthus campestris) gebrütet hat (W. LIPPERT UND B. MACHATZI, MDL. MITT. 1996). Möglicherweise brüten hier auch die im

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

76

Bereich der nahen Hochstaudenbestände zu beobachtenden, in Berlin stark gefährdeten Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe). Die Ansiedlung dieser gegen Störungen empfindlichen Bodenbrüter ist nicht nur auf das Vorhandensein kleinflächig offener Schotterflächen zurückzuführen, sondern beruht sicherlich wesentlich auf dem durch die Umzäunung erreichten Schutz vor Störungen durch den Menschen. Dieser Schutz sollte nach Möglichkeit auch in Zukunft aufrechterhalten werden. Gleichzeitig müsste in mehrjährigen Abständen die Vegetationsdecke entfernt werden, um längerfristig die Existenz vegetationsarmer Schotter zu sichern. Ruderale Staudenflur, artenreich (11.7.2.1) Für Berliner Verhältnisse außerordentlich großflächige und artenreiche Hochstaudenbestände haben sich vor allem im Norden des Flugplatzgeländes um den Schießübungsplatz entwickelt. Es handelt sich um ein reiches Mosaik mit Dominanzbeständen verschiedener in Berlin häufiger Arten (v. a. Artemisia vulgaris, Tanacetum vulgare und Solidago canadensis), in die immer wieder kleinere Bestände von Arten der ruderalen Halbtrockenrasen (z. B. Bromus inermis, Agropyron repens und Calamagrostis epigeios) eingesprengt sind. In den Lücken dieser Dominanzbestände wachsen eine Vielzahl ruderaler Stauden und Gräser. Die größte Bedeutung besitzen die Hochstaudenbestände jedoch auf Grund ihrer Ausdehnung für die Avifauna. W. LIPPERT UND B. MACHATZI, MDL. MITT. 1996 erbrachten in diesen Beständen mehrere Brutnachweise für das in Berlin stark gefährdete Braunkehlchen (Saxicola rubetra), den ebenso eingestuften Neuntöter (Lanius collurio, in den in die Hochstaudenbestände eingestreuten Gehölzen) und den potentiell gefährdeten Feldschwirl (Locustella naevia). Andere Besonderheiten der Brutvogelfauna sind Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris), Rohrammer (Emberiza schoeniclus) und Dorngrasmücke (Sylvia communis, in den eingestreuten Gehölzen). Für die Wirbellosenfauna sind diese Bestände sicherlich ebenfalls von großer Bedeutung, da sie nicht nur der eigentlichen Hochstaudenfauna Lebensraum bieten, sondern (zu Zeiten der Mahd) auch für Arten der Wiesen Rückzugsräume und später Überwinterungsquartiere bereit halten. Diese Hochstaudenbestände sollten zukünftig unbedingt in großer Ausdehnung erhalten werden. Vorwälder und Gehölzbestände (13.7.2 14.4, 13.5) Auf den Wällen der Schießanlage haben sich junge Vorwälder ruderaler Standorte (14.4) entwickelt, die überwiegend aus Eschen-Ahorn aufgebaut sind. Sie weisen unterschiedlich dichte Bestände auf und sind mit den Flächen der ruderalen Halbtrockenrasen durchsetzt. Kleinere, jüngere Bestände wurden den Gebüschen aus nicht autochthonen Arten zugeordnet (13.5). Südlich des Schießplatzes befindet sich ein aus Pappel-Hybriden und Robinien aufgebauter Vorwaldbestand. Auf den nicht aufgeschütteten Standorten siedeln sich zunehmend Kiefern an und bilden zum Teil dichte Vorwaldbestände aus (14.3.1). In Übergangsbereichen am Schießübungsplatz, im Bereich der offenen Kiesgrube, südlich der Habichtswaldsiedlung und am Ritterfelddamm befinden sich mehrschichtige Gehölzbestände in unterschiedlicher

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

77

Artenzusammensetzung, wobei nichtheimische Arten überwiegen (13.8.2). Bestandsbildend sind Pappel-Hybride, Robinie, Späte Traubenkirsche und Birke sowie in der Strauchschicht Sanddorn, Holunder und vereinzelt Eberesche. Die Bestände stellen für die Fauna wichtige Biotopstrukturen in der offenen, weitgehend ausgeräumten Landschaft dar. Floristisch sind sie von untergeordneter Bedeutung. Baumreihen und Einzelgehölze (13.9 13.12.4) Geschützte Einzelgehölze befinden sich auf den Pferdekoppeln (Weide, Robinie, Eschen-Ahorn) und westlich der Habichtssiedlung (Stiel-Eiche, Winter-Linde, Birke). Die Bestände stellen für die Fauna wichtige Biotopstrukturen in der offenen Landschaft dar. Floristisch sind insbesondere die einheimischen Gehölzarten wie Winter-Linde, Birke und Eiche von Bedeutung. Die nichteinheimischen Arten wie Robinie, Eschen-Ahorn und verschiedene Pappelarten sind von untergeordneter Bedeutung. Waldartige Bestände (15.3.3 16.2.3) Die waldartigen Bestände beschränken sich auf die Randbereiche des Untersuchungsgebietes. Der wertvollste Bestand ist ein langgezogener Streifen entlang der Potsdamer Chaussee. Er ist dominiert von Stiel-Eichen, die im Bereich des Schießplatzes jünger sind und in südwestlicher Richtung einen über 80-jährigen Bestand darstellen (15.3.3/15.3.4). Beigemischt sind weitere Laubbaumarten, insbesondere Spitzahorn und WinterLinde. Die Kraut und Strauchschicht ist nur äußerst spärlich ausgebildet. Diese Bestände stellen insbesondere für die Avifauna einen wichtigen Lebensraum dar und sind als Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes Gatow/Kladow und Groß-Glienicke unbedingt zu erhalten. Westlich der Habichtswaldsiedlung befindet sich eine jüngere Eichenanpflanzung (15.3.3). Aufgrund ihrer Struktur und des hohen Entwicklungspotentials ist diese zu erhalten und weiter zu entwickeln. Nördlich an das Gebiet angrenzend befinden sich etwa 50-jährige Kiefernforsten (16.2.3). Im Bereich des Schießplatzes reichen sie bis auf das Flugplatzgelände, östlich der Habichtswaldsiedlung enden sie an der Abzäunung des Flugplatzes. Vegetationsarme Flächen, kaum verdichtet (17.1) Dieser Kategorie wurden Flächen zugeordnet, deren Vegetationsdecken im Zuge der gerade stattfindenden „Munitionssuche“ zerstört wurden. Während der Begehungen stand hier offener Boden an und nur wenige Arten ruderaler Unkrautgesellschaften begannen die Flächen wieder zu besiedeln (z. B. Chenopodium album, Solanum nigrum ssp. schultesii, Conyza canadensis, Galinsoga ciliata, Sonchus asper und Arabidopsis thaliana). Die Flächen sind derzeit für den Natur und Artenschutz von untergeordneter Bedeutung.

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

78

Zusammenfassende Bewertung Der gesamte ehemalige Flugplatzbereich weist eine für den Berliner Raum sehr seltene Kombination von großflächig ausgebildeten und aneinandergrenzenden, artenreichen Frischwiesen, Hochstaudenfluren und Magerrasen auf. Begünstigt durch dieses Vegetationsmosaik und durch den weitgehenden Schutz vor Störungen aufgrund der weiträumige Umzäunung des Gebietes haben sich eine größere Zahl gefährdeter und sogar vom Aussterben bedrohter Vogelarten angesiedelt. Im Interesse des Schutzes dieser Arten sollte ihr notwendiger Lebensraum, d.h. die Ausdehnung und das Nebeneinander der Vegetationsbestände des Bestandes möglichst erhalten bleiben. Für die Wirbellosenfauna ist die beschriebene Kombination und Ausprägung der Vegetationsbestände vermutlich von ähnlich großer Bedeutung wie für die Avifauna. Die Tatsache, dass auf dem Flugplatz Gatow (außerhalb des Wettbewerbsgebietes) nahezu 20 Heuschrecken und Grillenarten beobachtet wurden, was mehr als der Hälfte des in Berlin noch vorhandenen Artenspektrums dieser Gruppe entspricht, unterstützt eine derartige Einschätzung. Empfehlungen zur weiteren Entwicklung Wichtig für den Schutz von Flora und Fauna ist der Erhalt ihrer Lebensräume in Form von möglichst großen, zusammenhängenden Freiflächen. Die vorhandenen Vegetationsbestände sollten daher bei der Planung der Freiräume erhalten, weitmöglichst integriert und regelmäßig gepflegt werden. Zur Schonung der Bestände sollte das Planungsgebiet nur durch ein sehr lockeres Wegenetz erschlossen werden. Soweit möglich ist der Verlauf des Wegenetzes an den derzeit noch versiegelten Flächen zu orientieren, um die Vegetationsbestände möglichst wenig zusätzlich zu zerschneiden. Um die Struktur einer offenen Landschaft und das Mosaik von Wiesen und Hochstaudenbeständen zu erhalten, sind lediglich vereinzelte Baum- und andere Gehölzpflanzungen in Form von Einzelbäumen oder kleinen Gehölzinseln zu ergänzen. Dabei ist den einheimischen Arten aus Brandenburger Herkunft der Vorzug zu geben. Aufgrund ihrer Barrierefunktion für Arten der Wiesen und Hochstaudenfluren sowie ihrer Auswirkungen auf das Mikroklima ist von der Anlage größerer Hecken auf der offenen Freifläche eher abzuraten. Die Tier und Pflanzenarten des Lebensraums „Hecke“ besiedeln auch die Gehölzinseln. Vorteilhaft ist zudem die Entwicklung von Hochstaudensäumen um die Gehölzinseln. Diese bilden einen sanften Übergang zu den Wiesen, bieten zu Zeiten der Mahd ein Rückzugsgebiet und dienen im Winter als Überwinterungsquartier. Es ist mit den Zielen des Natur und Artenschutzes vereinbar, wenn Teile der großflächig zu erhaltenden Hochstaudenbestände den Kindern und Jugend-lichen als bespielbare Landschaft zugänglich sind. Auf die Errichtung von intensiven Spiellandschaften mit zahlreichen Spielgeräten sollte jedoch in den zentralen Flächen der Parklandschaft verzichtet werden und diese eher innerhalb der Baugebiete und in den Übergängen zum Siedlungsbereich eingegliedert werden.

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

79

In jedem Falle sind die nach § 30 a Abs. 1 NatSchGBln besonders geschützten Magerrasen zu erhalten. Die Ausweisung von Schutzzonen für die Vogelwelt muss im Rahmen einer notwendigen Detailplanung für den gesamten Bereich berücksichtigt werden. Pflegekonzept Ziel der Pflegemaßnahmen ist es, die Lebensraumqualität für Pflanzen und Tiere der großflächigen offenen Landschaft langfristig zu sichern. Entsprechend dem Gutachten zum Landschaftspark Gatow/Kladow sind folgende Pflegemaßnahmen vorgesehen: Wiesenflächen: Die Wiesenflächen sind jährlich 2malig Mitte Juni und im September zu mähen. Die Mahd sollte alternierend erfolgen. D. h., es sollten verschiedene Abschnitte zeitversetzt gemäht werden. Das Mahdgut ist zu entfernen. Hochstaudenfluren: Die Hochstaudenfluren sind im Durchschnitt alle 2 Jahre im Herbst zu mähen. Auch hier ist eine alternierende Mahd vorzusehen, damit Teilbereiche stehenbleiben, die als Rückzugsraum für Tiere dienen. Das Mahdgut ist zu entfernen. Gehölzanpflanzungen: Die neu anzulegenden Gehölzbestände bedürfen der normalen Entwicklungspflege. In der Unterhaltung ist im Abstand von 5 Jahren gegebenenfalls ein Auslichten erforderlich, um langfristig einen dichten mehrschichtigen Bestand aufzubauen. Schießplatzanlage: Der starke Gehölzaufwuchs auf dem südöstlichen Wall der Schießplatzanlage ist zu reduzieren. Die als ruderale Wiesen und Hochstaudenfluren ausgebildeten Zwischenräume sind alle zwei Jahre zu mähen, um neuen Gehölzaufwuchs zu vermeiden. Am nordwestlichen Hang soll sich ein mehrstufiger, lockerer mit offenen Wiesenflächen durchsetzter Gehölzsaum entwickeln, dabei sollen der vorhandene Kiefernaufwuchs teilweise erhalten bleiben, eine weitere Sukzession jedoch verhindert werden. Die vorhandenen Wiesen sind 1-2 mal pro Jahr zu mähen, mit dem Ziel, Trockenrasen zu entwickeln. Die Gehölzränder sind alle 2 Jahre alternierend zu mähen, mit dem Ziel einer Saumentwicklung. Langfristig ist der Gehölzrand zugunsten der offenen Wiesenflächen auszulichten.

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

80

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

81

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

82

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

83

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

84

2.	

Gehölzstrukturen

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

85

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

86

3	

Liste der Pflanzempfehlungen aus dem Bebauungsplan VIII-422

Pflanzliste vom 16. Februar 1998 Empfehlungen zur Verwendung von Gehölzen

Baumarten / Heister I. und II. Ordnung: Acer campestre			 Fraxinus excelsior 		 Acer platanoides		 Salix alba			 Acer pseudoplatanus		 Quercus robur	 	 	 Feld-Ahorn	 Gem. Esche Spitz-Ahorn	 Silber-Weide Berg-Ahorn	 Stiel-Eiche Schwarz-Erle	 Eberesche Sand-Birke	 Feld-Ulme Hainbuche	 Berg-Ulme Baum-Hasel	 Walnuss Weißdorn	 Winter-Linde Rotbuche	 Obstbäume 					 wie Apfel, 					 Birne, Kirsche 					 etc.

Alnus glutinosa			 Sorbus aucuparia		 Betula pendula			 Ulmus minor			 Carpinus betulus 		 Ulmus glabra			 Corylus colurna			 Juglans regia			 Crataegus monogyna		 Tilia cordata			 Fagus sylvatica			 diverse Malus-, Pyrus- 		 und Prunus-Arten		 				 				

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

87

Straucharten: 			 Cornus sanguinea		 Rhamnus frangula		 Corylus avellana		 Rosa canina agg.		 Cornus mas			 Rosa corymbifera		 Crataegus monogyna		 Rosa multiflora	 	 	

Roter Hartriegel	 Faulbaum Haselnuss	 Hunds-Rose Kornelkirsche	 Busch-Rose Eingrif.Weißdorn	 Vielblütige Rose Zweigrif. Weißdorn	 Schott. Zaunrose Europ. Pfaffenhütchen Hechtrose Faulbaum	 Sal-Weide Sanddorn	 Korbweide Liguster		 Schwarzer Holunder Heckenkirsche	 Wolliger Schneeball Schlehe		 Gewöhnl. Schneeball Kreuzdorn		

Crataegus laevigata		 Rosa rubiginosa		 Evonymus europaeus		 Rosa rubrifolia			 Frangula alnus			 Salix caprea			 Hipp. rhamnoides		 Salix viminalis			 Ligustrum vulgare		 Sambucus nigra		 Lonicera xylosteum		 Viburnum lantana		 Prunus spinosa			 Viburnum opulus		 Rhamnus catharticus 		

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

88

4.	
Amsel

Faunistische Untersuchungen Avifauna /Reptilien
Wissenschaftlicher Name Turdus merula Motacilla alba Anthus trivialis Parus caeruleus Carduelis cannabina Saxicola rubetra Fringilla coelebs Dendrocopos major Sylvia communis Garrulus glandarius Pica pica Carduelis spinus Phasanus colchicus Alauda arvensis Locustella naevia Passer montanus Phylloscopus trochilus Phoenicurus phoenicurus Hippolais icterina Serinus serinus Emberiza citrinella Emberiza calandra Muscicapa striata Carduelis chloris Picus viridis Galerida cristata Parus cristatus Phoenicurus ochruros Passer domesticus Sylvia curruca Sitta europaea Parus major Apus apus Buteo buteo Delichon urbicum Sylvia atricapilla Luscinia megarhynchos Corvus cornix Lanius collurio Hirundo rustica Columba palumbus Emberiza schoeniclus RL D V V 3 III 3 V V 3 1 V V V RL B V V 3 V V V V V 3 V V 2 V SG X X X X VSRL BP Dz Gr Ng I 2 9 1 15 50 1 16 3 2 1 5 3 5 5 1 1 22 30 1 20 19 13 3 9 2 2 3 10 9 1 2 2 1 1 1 24 2 7 25 5 33 17 4 27 1 1 5 1 1 5 1

Deutscher Name Bachstelze Baumpieper Blaumeise Bluthänfling Braunkehlchen Buchfink Buntspecht Dorngrasmücke Eichelhäher Elster Erlenzeisig Fasan Feldlerche Feldschwirl Feldsperling Fitis Gartenrotschwanz Gelbspötter Girlitz Goldammer Grauammer Grauschnäpper Grünfink Grünspecht Haubenlerche Haubenmeise Hausrotschwanz Haussperling Klappergrasmücke Kleiber Kohlmeise Mauersegler Mäusebussard Mehlschwalbe Mönchsgrasmücke Nachtigall Nebelkrähe Neuntöter Rauchschwalbe Ringeltaube Rohrammer

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

89

Deutscher Name Rotkehlchen Schafstelze Schwanzmeise Schwarzkehlchen Singdrossel Sperber Star Stieglitz Sumpfmeise Sumpfrohrsänger Turmfalke Waldbaumläufer Wendehals Zilpzalp

Wissenschaftlicher Name Erithacus rubecula Motacilla flava Aegithalos caudatus Saxicola rubicola Turdus philomelos Accipiter nisus Sturnus vulgaris Carduelis carduelis Parus palustris Acrocephalus palustris Falco tinnunculus Certhia familiaris Jynx torquilla Phylloscopus collybita

RL D V 2 -

RL B V 3 V 2 -

SG X X X -

VSRL BP Dz Gr Ng 1 1 1 2 7 1 13 1 5 1 1 14 5 2 1

Legende: RLB		 =	Rote	Liste	Berlin	(WITT	2003)	 RLD		 =	Rote	Liste	Deutschland	(SÜDBECK	et	al.	2007)	 VSRL		 =	Art	ist	in	Anhang	I	der	EU-Vogelschutzrichtlinie aufgeführt SG		 =	Streng	geschützte	Art nach § 7 BNatSchG BP		 =	Anzahl	Brutpaare	2010	erfasst	 1	=	Vom	Aussterben	bedroht,	2	=	Stark	gefährdet,	3	=	Gefährdet,	R	=	Art	mit	geographischer	 Restriktion, V	=	Vorwarnliste	 Bv	=	Brutvogel,	Dz	=	Durchzügler,	Ng	=	Nahrungsgast,	Gr	=	Brutvogel	im	Großrevier	 Deutscher Name Zauneidechse Wissenschaftlicher Name Lacerta agilis RL D V	 RL B 3	 FFH IV	 SG X	

Legende: RLB		 =	Rote	Liste	Berlin	(KÜHNEL	et	al.	2004)	 RLD		 =	Rote	Liste	Deutschland	(KÜHNEL	et	al.	2009)	 FFH		 =	Auflistung	der	Art	in	Anh.	II	bzw.	IV	der	FFH-Richtlinie	 SG		 =	Streng	geschützte	Art nach § 7 BNatSchG 1	=	Vom	Aussterben	bedroht,	2	=	Stark	gefährdet,	3	=	Gefährdet,	R	=	Im	Rückgang,	V	=	Vorwarnliste	

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

90

Wettbewerb Parklandschaft Gatow
Brutvogelkartierung

! !! ! ! !! ! !! !! ! ! ! ! ! ! !! !! ! ! ! FR01 ! !! ! ! ! ! ! ! !! ! !! ! ! ! !! ! ! ! !!! ! !! ! ! !!!! !! ! !! ! ! ! !! !! ! !! ! ! !! !!! !! ! ! !! ! ! ! !! !! ! !! ! !!! ! ! ! ! ! ! ! !! ! !! !! ! ! ! ! ! ! !! !! ! ! !! ! FR02 ! !! !! !! ! !! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! !! ! ! ! ! ! FR04 ! !! ! !!! ! ! ! ! ! ! ! !! !! ! ! !!!! !!! ! ! ! !! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! !! ! ! !! ! ! ! ! ! ! !! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! !! ! ! ! ! ! !! !! ! ! ! ! !! ! ! ! !! ! ! ! ! ! !! ! !! ! ! ! ! ! !! !! ! ! ! ! ! !! !! ! ! ! ! ! ! !! ! ! ! ! ! ! !!! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! !! ! ! ! FR05 ! ! ! ! ! ! !! ! ! ! !!! ! ! ! ! ! !! ! ! ! ! ! !! !! !! ! ! ! ! ! !! ! ! ! ! !! ! !! ! ! !! ! ! ! ! !! !
B K Gs Wb R Sum B Mg B Mg Rt Sti Su K B Bs K Bm S Ga R Su Hm N Gp Bp Bm B Sd A Sp N G Hr Bm Bm B R A Bm Mg B R Bs Gr K B Bm Bp Bs K B K Hr Mg K Hm K Bm A Hr A G F Gf Zi Bm Ba Hr Gr A Nt A Kl K B A Mg G Dg B Dg A Bs Bm Mg A K Bm Hr Mg Hm A Sd Ei A Bm Bm Bm Gr Sti Wh Bs Su Sd Kg K A Mg Gp B F Bp K N G B Sd Su Bm Sd K N A A Bp Rt K F Bp F Dg Mg Mg Bp G A F A B Mg N Fl Bp F B K Gü R Sp F Sm G Fs Dg Bp Bm S K Bm Bm Fa Gü B Bm Tf G A Mg Bk Fs Mg K A Ga Dg Nt K Bp F Bm K Nt Dg Rs G Bp F A Mg Fl Sti Gf A G Bp Dg Nt Bk F Mg Dg Ro A Fl Fl Swk M Swk Nt Bm Nk Bk A K B Ba Bm Fs Mg Swk Nt Bk Swk Swk Ro Su DgBk Swk Ga Bk Fl Swk Ro Ga Hl Ms Dg Dg Fl Dg K Bm Hl H Su Dg Fl Swk Bk Bk Fl Bk Fl Ro Ez Sti Su H Hä Gi Sti Ga Fs Swk Bk Nt Bk Dg Nt Fe K Bk Dg Fl Bk Bp Nt Swk Fl Bk Ga Bk Dg Bm Fe Nt E A Ga G Fs Bk Dg Su Swk Dg Su Fs Dg Fe Dg Ga Dg Hl Nt Bk Fl Nt Dg Bk Swk Fs Fl Bk Ro Bk Fs Bk Swk Dg Dg Bm Bk Nt Nt Bk Su Sti Fl Hä Fs Ro Su Fs Bk Mb Bk Fl Dg Su Bk Ro Hä Fs Hl Bk Dg Hä St Su Swk Bk Hl Ro Gi Bk Fl Ga Hä Fs Ba Gi Bk St Bk Fl Ro Bk Hä Fs Fl Bk Sti A

Nachgewiesene Vogelarten
(wertgebende Arten fett gedruckt)

A, Amsel, Turdus merula B, Buchfink, Fringilla coelebs Ba, Bachstelze, Motacilla alba Bk, Braunkehlchen, Saxicola rubetra Bm, Blaumeise, Parus caeruleus Bp, Baumpieper, Anthus trivialis Bs, Buntspecht, Dendrocopos major Dg, Dorngrasmücke, Sylvia communis E, Elster, Pica pica Ei, Eichelhäher, Garrulus glandarius Ez, Erlenzeisig, Carduelis spinus F, Fitis, Phylloscopus trochilus Fa, Fasan, Phasanus colchicus Fe, Feldsperling, Passer montanus Fl, Feldlerche, Alauda arvensis Fs, Feldschwirl, Locustella naevia G, Goldammer, Emberiza citrinella Ga, Grauammer, Emberiza calandra

FR03

FR06

Gf, Grünfink, Carduelis chloris Gi, Girlitz, Serinus serinus Gp, Gelbspötter, Hippolais icterina Gr, Gartenrotschwanz, Phoenicurus phoenicurus Gs, Grauschnäpper, Muscicapa striata Gü, Grünspecht, Pcus viridis H, Haussperling, Passer domesticus Hl, Haubenlerche, Galerida cristata Hm, Haubenmeise, Parus cristatus Hr, Hausrotschwanz, Phoenicurus ochruros Hä, Bluthänfling, Carduelis cannabina K, Kohlmeise, Parus major Kg, Klappergrasmücke, Sylvia curruca Kl, Kleiber, Sitta europaea M, Mehlschwalbe, Delichon urbicum Mb, Mäusebussard, Buteo buteo Mg, Mönchsgrasmücke, Sylvia atricapilla Ms, Mauersegler, Apus apus N, Nachtigall, Luscinia megarhynchos Nk, Nebelkrähe, Corvus cornix Nt, Neuntöter, Lanius collurio R, Rotkehlchen, Erithacus rubecula Ro, Rohrammer, Emberiza schoeniclus Rs, Rauchschwalbe, Hirundo rustica Rt, Ringeltaube, Columba palumbus S, Star, Sturnus vulgaris Sd, Singdrossel, Turdus philomelos Sm, Schwanzmeise, Aegithalos caudatus Sp, Sperber, Accipiter nisus St, Schafstelze, Motacilla flava Sti, Stieglitz, Carduelis carduelis Su, Sumpfrohrsänger, Acrocephalus palustris Sum, Sumpfmeise, Parus palustris Swk, Schwarzkehlchen, Saxicola rubicola Tf, Turmfalke, Falco tinnunculus Wb, Waldbaumläufer, Certhia familiaris Wh, Wendehals, Jynx torquilla Zi, Zilpzalp, Phylloscopus collybita

Status

dunkle Färbung = planungsrelevant

!!
Dg Fl

! ! ! !

! ! ! !

Brutverdacht Nahrungsgast Durchzügler Brutvogel im Großrevier

Avifaunistische Funktionsräume
Funktionsraum mit Nummer

Sonstige Informationen

Untersuchungsgebiet

Wettbewerb Parklandschaft Gatow
Brutvogelkartierung
im Auftrag von

Land Berlin Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Ökoplan Institut für ökologische Planungshilfe
Hochkirchstr. 8 D-10829 Berlin
Fon: 03 0-46 21765 Fax: 030-4606 5420 oekop lan -brande nburg@ t-on line.d e

Ökoplan

Z
1 : 5.000

September 2010

Bearb.:

M. Kruse

Gez.:

M. Kruse

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

91

Wettbewerb Parklandschaft Gatow
Reptilienkartierung

Transekt 11 Max. Juv.: 1 Max. Adult: 3

Transekt 10 Max. Juv.: 0 Max. Adult: 3 Transekt 9 Max. Juv.: 0 Max. Adult: 3 Transekt 5 Max. Juv.: 2 Max. Adult: 1

Transekt 6 Max. Juv.: 0 Max. Adult: 5

Transekt 4 Max. Juv.: 1 Max. Adult: 3

Transekt 3 Max. Juv.: 1 Max. Adult: 2

Transekt 2 Max. Juv.: 1 Max. Adult: 8

Transekt 7 Max. Juv.: 0 Max. Adult: 3

Transekt 8 Max. Juv.: 2 Max. Adult: 3

Transekt 1 Max. Juv.: 0 Max. Adult: 4

Transekt 12 Max. Juv.: 0 Max. Adult: 0

Transekte

Transekte zur Zählung der Zauneidechse mit Nummer und Anzahl maximal nachgewiesener Individuen

Sonstige Informationen

Untersuchungsgebiet

Wettbewerb Parklandschaft Gatow
Reptilienkartierung
im Auftrag von

Land Berlin Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Ökoplan Institut für ökologische Planungshilfe
Hochkirchstr. 8 D-10829 Berlin
Fon: 03 0-46 21765 Fax: 030-4606 5420 oekop lan -brande nburg@ t-on line.d e

Ökoplan

Z
1 : 5.000

September 2010

Bearb.:

M. Kruse

Gez.:

M. Kruse

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

92

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

93

5	

Szenarien zum Rückbau und zur Gestaltung des Schießplatzes Gatow

Die im Folgenden aufgeführten Szenarien sollen eine Entscheidungshilfe und Kalkulationsgrundlage darstellen, wie mit dem Um- bzw. Rückbau des Schießübungsplatzes umzugehen ist. Die Szenarien gehen von den im B-Plan VIII-422 „Wohnungsneubau auf dem ehemaligen Flugplatz Gatow“ festgesetzten Gestaltungsanforderungen aus und zeigen beispielhaft 4 verschiedene Varianten auf. Die Anforderungen des B-Plans lauten: Die Fläche C ist als vegetative Mischstrukturfläche eines aufgegebenen Schießplatzes zu erhalten und zu entwickeln. Auf der Fläche C1-C2-C3-C4-C5-C6-C7-C8-C9-C10-C11-C12-C13C14-C15-C16-C17-C18-C1 sind die Wallaufschüttungen einschließlich der Wallbauwerke teilweise abzutragen sowie mindestens die Hälfte der wandartigen Schutzelemente zu entfernen. Die Fläche C ist jeweils zu einem Viertel zu artenreichen Mähwiesen, zu Magerrasen, zu ruderalen Hochstaudenfluren und zu Gehölzbeständen zu entwickeln. Von den Gehölzbeständen sind 15.000 m² Eichen- Kiefern-Mischwald auf der Fläche C1-C2-C3-C4-C5-C6-C7-C8-C9-C10-C11-C12-C13-C14-C15C16-C17-C18-C1 zu entwickeln. Je 100 m² der weiteren Fläche für Gehölzbestände sind eine Eiche mit einem Mindeststammumfang von 0,14 m, zwei Eichen-Heister mit einer Höhe von 1,50 m bis 2,00 m, eine Kiefer mit einer Höhe von 1,50 m bis 1,75 und zwei Kiefern mit einer Höhe von 1,00 m bis 1,25 m anzupflanzen. Die 4 Varianten zum Rückbau der Anlagen auf dem Schießplatzgelände, für die Massen und Kosten beispielhaft berechnet wurden, beruhen auf folgenden Szenarien: — Minimalvariante mit Entfernung des südlichen Stirnwalls — Minimalvariante mit Entfernung des südlichen Stirnwalls sowie Entfernung der quer verlaufenden Betonblenden — Teilrückbau mit zusätzlicher Entfernung der Südhälfte des Längswalls — Kompletter Rückbau Alle Varianten berücksichtigen die Minimalanforderungen des B-Plans sowie die Anforderungen an die Verkehrssicherheit des Geländes. Dies beinhaltet den Rückbau aller Gebäude, den Abbruch der Tunnelanlagen, die Überdeckung des Kugelfangs sowie die Beseitigung aller losen Teile wie Schallschutzplatten und Holzteile. Im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens ist darauf zu achten, dass möglichst viel anfallendes Material aus dem Rückbau der Wallanlagen des Schießplatzes für die Gestaltungsmaßnahmen, insbesondere im Bereich der Deponien wiederverwendet wird. Zwischen Rückbauvariante und vorgesehener Geländemodellierung für die Parklandschaft besteht daher ein direkter Zusammenhang.

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

94

Lageplan Flächen

1 Betonbelag 2 Wiese 3 Asphalt

Lageplan Gebäude und Betonelemente

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

95

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag

Abb. 7: Übersicht über die Wallanlagen

Abb. 8: Noch bestehende Betonblenden und Kugelfang

Abb. 9: Übersicht über die Dimensionen der Wallanlagen

FUGMANN JANOTTA

Januar 2010

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

96

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag

Grundlegende Massenberechung

Abb. 10: Teilabschnitte der Wallanlagen am Schießplatz Gatow

Erdmassen des Rückbaus
Tab. 1: Berechnung für Abtrag auf Umgebungsniveau (40-42 müNN)

Wallabschnitt Stirnwall Süd gerader Teil West abgerundet Ost GESAMT Stirnwall Nord schmaler gerader Teil Ende West breiter gerader Teil Ende Ost GESAMT

Querschnittfläche (m²)

Länge(/Radius) (m)

Volumen (m³)

V gerundet (m³)

290,58

38,67 26,68

11.235,47 6.088,62 17628,11 34.952,20

11.200,00 6.100,00 17.600,00 35.000,00

176,82 220,53

66,93 33,53 44,39 41,14

11.835,47 4.656,23 9.788,62 3.563,22 29.843,53

11.800,00 4.700,00 9.800,00 3.600,00 29.800,00

Längswall Teil Süd Teil Nord Durchbrüche an den Tunneln Süd Mitte Nord GESAMT

194,37 177,78 194,37 158,81 177,78

294,42 304,47 6,30 6,18 7,18

57.225,14 54.128,48 1.225,46 981,88 1.276,22 114.837,18

57.200,00 54.100,00 1.200,00 1.000,00 1.300,00 114.800,00

durchschnittliche Abböschungen an den Durchbrüchen Grundfläche Höhe 4.576,65

9,00

13.729,95 179.595,73

13.700,00 179.600,00

Gesamtvolumen der Wallanlage (bei Abtrag auf Umbegungsniveau):

FUGMANN JANOTTA

Januar 2010

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

97

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag

Tab. 2: Berechnung für Abtrag auf Niveau der Senke (zur Umgebung angeböscht)

Wallabschnitt Stirnwall Süd gerader Teil West abgerundet Ost GESAMT Stirnwall Nord schmaler gerader Teil Ende West breiter gerader Teil Ende Ost GESAMT Längswall Teil Süd Teil Nord Durchbrüche Süd Mitte Nord GESAMT

Querschnittfläche (m²)

Länge(/Radius) (m)

Volumen (m³)

V gerundet (m³)

400,89

38,67 26,68

15.500,76 8.400,03 24.679,35 48.580,14

15.500,00 8.400,00 24.700,00 48.600,00

295,67 377,58

66,93 33,53 44,39 41,14

19.790,75 7.785,94 16.759,65 6.100,79 50.437,13

19.800,00 7.800,00 16.800,00 6.100,00 50.400,00

477,54 660,15 477,54 451,97 660,15

294,42 304,47 6,30 6,18 7,18

140.595,22 200.997,86 3.010,80 2.794,49 4.739,05 352.137,42

140.600,00 201.000,00 3.000,00 2.800,00 4.700,00 352.100,00

durchschnittliche Abböschungen an den Durchbrüchen Grundfläche Höhe 4.576,65 14,00 Gesamtvolumen der Wallanlage (bei Abtrag auf Niveau der Senke):

21.357,71 451.117,27

21.400,00 451.100,00

FUGMANN JANOTTA

Januar 2010

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

98

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag

Rückbauvarianten
Variante 1 Erläuterung der Variante: Die Variante 1 enthält alle Kosten, die zur Umsetzung des Bebauungsplans erforderlich sind. Die Mindestanforderungen zur dauerhaften Sicherung des Gesamtareals werden umgesetzt. Der südliche Stirnwall wird durch Abtrag auf Umgebungsniveau geöffnet. Sämtliche oberund unterirdischen Bauwerke mit Ausnahme der quer verlaufenen Betonblenden sowie die Ortbetonwände im nördlichen Stirnwall werden entfernt. Der nördliche Stirnwall wird lageweise verdichtet mit Sand abgedeckt. Alle drei Zufahrtstunnel werden abgebrochen, der Längswall wird hier mit angepasster Böschung eingekerbt. voraussichtliche Mindestbauzeit: 14 Wochen Hinweise zu den Massen und zur Kalkulation: Bei der Kalkulation sind sämtliche erforderliche Rückbaukosten angegeben. Die Baustelleneinrichtungskosten sind in die Positionspreise eingerechnet. Wiederverwendungsfähriger	Boden	(BK	3	-	Sand),	der	nicht	direkt	zur	Sicherung	(Südwall,	Pos.	 1.5.4)	erforderlich	ist,	wird	auf dem Gelände in Haufwerken gelagert. Wiederverwendungsfähiger	Oberboden	(BK	1)	wird	gesichert, aufbereitet und auf dem Gelände gelagert. Betonabbruch	(sauber,	sortenrein)		wird	vor	Ort	zu Ersatzbaustoff aufbereitet. Ein Großteil des "Beton-RC" wird als Bauprodukt vermarktet, ein Teil wird für Tragschichten/Schotterrasen für den späteren Landschaftsbau vorgehalten. Abgesiebte Grasnarbe und geschreddertes Naturholz werden auf Kompost-Rotte gelegt und sind etwa 18 Monate später für den Landschaftsbau verfügbar. Zur Entsorgung fallen Absiebmaterial, nicht verwendungsfähiger Bauschutt, nichtmineralisches Abbruchmaterial	(z.B.	Schrott)	und diverse gefährliche Abfälle an. Zusammenstellung der Massen 	 	 	 	 Abtrag	(Gesamt)	 Wiedereinbau	 Haufwerke	 	 	 	 	 	 	 	 Vermarktung	 	 Entsorgung	 	 	 	 Boden,	z.T.	schuttdurchsetzt 	 Boden	(Abböschung	Südwall,	Pos.	1.5.4)	 Füllboden	(BK	3,	gesiebt)	 	 Oberboden	(BK	1,	gesiebt)	 	 Beton-RCT	(Körnung	0/32)	für	Wegebau	 Grasnarbe,	Hackschnitzel	auf	Kompostrotte	 Beton-RCT	(Körnung	0/32)	 	 Boden/Schutt	aus	Absiebung	/	Separierung	 separierte	gefährliche	Abfälle	(Holz,	KMF	etc.)	 sonstige Abbruchabfälle 38.500	m³	 2.600	m³	 28.000	m³	 600	m³	 4.000	m³	 500	m³	 11.000	m³	 7.700	m³	 		

	

FUGMANN JANOTTA

Oktober 2010

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

99

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag Abbruchkosten: Kosten Summen 1.1 Separierung und Entsorgung gefährlicher Abfälle, inkl. Arbeitsschutz 1.1.1	 Vorgreifende	Separierung	und	Entsorgung	Altholz	(HSM) 	 90.000	€	 1.1.2 Vorgreifende Separierung u. Ent. Schallschutzplatten	etc.	(KMF)	 22.000	€	 1.1.3 Vorgreifende Separierung u. Ent. sonstiger gefährlicher Abfälle aus Ab12.000	€	 124.000 € bruch 1.2 Entsiegelung (Abbruch befestigter Flächen) 1.2.1	 Ortbetonflächen		 	 	 	 75.000	€	 1.2.2	 Asphalt-Flächen	 	 	 	 30.000	€	 1.2.3	 Betonpflaster-Flächen	/	Rasengittersteine	 	 6.000	€	 111.000 € 1.3 Abbruch von Gebäuden und techn. Anlagen 1.3.1	 Gebäudeabbruch	(Komplettabbruch	inkl.	Entsorgung)	 	 20.000	€	 1.3.2 Seitenwände, Reststützen, demontierte Teile etc.	(Abbruch,	Lagern)	 52.000	€	 1.3.3 Zielanlagen und Kugelfang im nördlichen Wall	(Teilabbruch,	Sicherung)	 40.000	€	 1.3.4	 Schächte,	Rohre,	Installationen	(Wasser,	Abwasser,	Elektro,	Datenkabel)	 30.000	€	 1.3.5	 Abbruch	von	drei	Tunneln	(Abbruch,	Lagern,	ohne	Erdarbeiten)	 22.000	€	 1.3.6	 Sonstige	Abbrüche	(Treppen,	Einzelelemente,	Zäune,	Beleuchtung	etc.)	 20.000	€	 184.000 € 1.4 Vegetationsarbeiten (nur südlicher Wall, Einkerbungen an Tunneln, Kleinflächen) 1.4.1 Bäume fällen, Jungaufwuchs entfernen,	Naturholz	schreddern	 9.600	€	 1.4.2 Grasnarbe abschälen, sieben, lagern 6.000	€	 15.600 € 1.5 Erdarbeiten (Auf- und Abtrag) 1.5.1	 Abtrag	südlicher	Stirnwall	(Abtrag,	Separieren,	Sieben,	Lagern)	 160.000	€	 1.5.2	 Abtrag	Tunnelkerben	(Abtrag,	Separieren,	Sieben,	Lagern)	 22.000	€	 1.5.3 Entsorgung von Absiebmaterial, Schuttnester,	Müll	etc.	 	 210.000	€	 1.5.4	 Einbau	zur	Abböschung	des	nördlichen	Stirnwalls	 	 10.000	€	 402.000 € 1.6 Bauschuttaufbereitung 1.6.1	 Beton	brechen	zu	RC-Baustoff	(Tragschicht	0/32),	Lagern	auf	dem	Baugelände	 60.500	€	 1.6.2 Vermarktung von Beton-RCT	(ca.	11.000	m³),	Erlös	 	 -22.000	€ 38.500 € 1.7 gutachterliche Betreuung (Bodenschutz / Altlasten, Abfall, Qualitätssicherung) 1.7.1	 Fachgutachterliche	Baubetreuung		 	 	 15.000	€	 1.7.2	 Laborkosten	für	chem.	Analysen	 	 	 12.000	€	 27.000 € Kosten Abriss, geschätzt 902.100 € USt. 19% 171.400 € Gesamtkosten 1.073.500 €

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

100

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag Variante 2: Erläuterung der Variante: Variante 2 enthält alle Kosten, die zur Umsetzung des Bebauungsplans erforderlich sind. Die Mindestanforderungen zur dauerhaften Sicherung des Gesamtareals werden umgesetzt. Der südliche Stirnwall wird durch Abtrag auf Umgebungsniveau geöffnet. Sämtliche oberund	 unterirdischen	 Bauwerke	 (inklusive	 Betonblenden)	mit	Ausnahme	der	Ortbetonwände im nördlichen Stirnwall werden entfernt. Der nördliche Stirnwall wird lageweise verdichtet mit Sand abgedeckt. Alle drei Zufahrtstunnel werden abgebrochen, der Längswall wird hier mit angepasster Böschung eingekerbt. Das Belassen einiger weniger Betonelemente aus gestalterischer Sicht führt zu keiner nennenswerten Kostenreduzierung und bleibt daher unberücksichtigt. voraussichtliche Mindestbauzeit: 14 Wochen Hinweise zu den Massen und zur Kalkulation: Bei der Kalkulation sind sämtliche erforderliche Rückbaukosten angegeben. Die Baustelleneinrichtungskosten sind in die Positionspreise eingerechnet. Wiederverwendungsfähriger	Boden	(BK	3	-	Sand),	der	nicht	direkt	zur	Sicherung	(Südwall,	Pos.	 1.5.4)	erforderlich	ist,	wird	auf dem Gelände in Haufwerken gelagert. Wiederverwendungsfähiger	Oberboden	(BK	1)	wird	gesichert, aufbereitet und auf dem Gelände gelagert. Betonabbruch	(sauber,	sortenrein)		wird	vor	Ort	zu Ersatzbaustoff aufbereitet. Ein Großteil des "Beton-RC" wird als Bauprodukt vermarktet, ein Teil wird für Tragschichten/Schotterrasen für den späteren Landschaftsbau vorgehalten. Abgesiebte Grasnarbe und geschreddertes Naturholz werden auf Kompost-Rotte gelegt und sind etwa 18 Monate später für den Landschaftsbau verfügbar. Zur Entsorgung fallen Absiebmaterial, nicht verwendungsfähiger Bauschutt, nichtmineralisches Abbruchmaterial	(z.B.	Schrott)	und diverse gefährliche Abfälle an. Zusammenstellung der Massen 	 	 	 	 Abtrag	(Gesamt)	 Wiedereinbau	 Haufwerke	 	 	 	 	 	 	 	 Vermarktung	 	 Entsorgung	 	 	 	 Boden,	z.T.	schuttdurchsetzt 	 Boden	(Abböschung	Südwall,	Pos.	1.5.4)	 Füllboden	(BK	3,	gesiebt)	 	 Oberboden	(BK	1,	gesiebt)	 	 Beton-RCT	(Körnung	0/32)	für	Wegebau	 Grasnarbe,	Hackschnitzel	auf	Kompostrotte	 Beton-RCT	(Körnung	0/32)	 	 Boden/Schutt	aus	Absiebung	/	Separierung	 separierte	gefährliche	Abfälle	(Holz,	KMF	etc.)	 sonstige Abbruchabfälle 38.500	m³	 2.600	m³	 28.000	m³	 600	m³	 4.000	m³	 500	m³	 13.000	m³	 7.700	m³	 		

	

FUGMANN JANOTTA

Oktober 2010

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag

101

Abbruchkosten: Kosten Summen 1.1 Separierung und Entsorgung gefährlicher Abfälle, inkl. Arbeitsschutz 1.1.1	 Vorgreifende	Separierung	und	Entsorgung	Altholz	(HSM) 	 90.000	€	 1.1.2 Vorgreifende Separierung u. Ent. Schallschutzplatten	etc.	(KMF)	 22.000	€	 1.1.3 Vorgreifende Separierung u. Ent. sonstiger gefährlicher Abfälle aus Abbruch	 12.000	€	 124.000 € 1.2 Entsiegelung (Abbruch befestigter Flächen) 1.2.1	 Ortbetonflächen		 	 	 	 75.000	€	 1.2.2	 Asphalt-Flächen	 	 	 	 30.000	€	 1.2.3	 Betonpflaster-Flächen	/	Rasengittersteine	 	 6.000	€	 111.000 € 1.3 Abbruch von Gebäuden und techn. Anlagen 1.3.1	 Gebäudeabbruch	(Komplettabbruch	inkl.	Entsorgung)	 	 20.000	€	 1.3.2 Sämtliche Betonelemente Schießplatz inkl. Blendenwände, Seitenblenden, Stützen, Schallschutzelemente,	demont.	Teile	etc.		(Abbruch,	La98.000	€	 gern) 1.3.3 Zielanlagen und Kugelfang im nördlichen Wall	(Teilabbruch,	Sicherung)	 40.000	€	 1.3.4	 Schächte,	Rohre,	Installationen	(Wasser,	Abwasser,	Elektro,	Datenkabel)	 30.000	€	 1.3.5	 Abbruch	von	drei	Tunneln	(Abbruch,	Lagern,	ohne	Erdarbeiten)	 22.000	€	 1.3.6	 Sonstige	Abbrüche	(Treppen,	Einzelelemente,	Zäune,	Beleuchtung	etc.)	 20.000	€	 230.000 € 1.4 Vegetationsarbeiten (nur südlicher Wall, Einkerbungen an Tunneln, Kleinflächen) 1.4.1 Bäume fällen, Jungaufwuchs entfernen,	Naturholz	schreddern	 9.600	€	 1.4.2 Grasnarbe abschälen, sieben, lagern 6.000	€	 15.600 € 1.5 Erdarbeiten (Auf- und Abtrag) 1.5.1	 Abtrag	südlicher	Stirnwall	(Abtrag,	Separieren,	Sieben,	Lagern)	 160.000	€	 1.5.2	 Abtrag	Tunnelkerben	(Abtrag,	Separieren,	Sieben,	Lagern)	 22.000	€	 1.5.3 Entsorgung von Absiebmaterial, Schuttnester,	Müll	etc.	 	 210.000	€	 1.5.4	 Einbau	zur	Abböschung	des	nördlichen	Stirnwalls	 	 10.000	€	 402.000 € 1.6 Bauschuttaufbereitung 1.6.1	 Beton	brechen	zu	RC-Baustoff	(Tragschicht	0/32),	Lagern	auf	dem	Baugelände	 71.500	€	 1.6.2 Vermarktung von Beton-RCT	(ca.	13.000	m³),	Erlös	 	 -26.000	€ 45.500 € 1.7 gutachterliche Betreuung (Bodenschutz / Altlasten, Abfall, Qualitätssicherung) 1.7.1	 Fachgutachterliche	Baubetreuung		 	 	 15.000	€	 1.7.2	 Laborkosten	für	chem.	Analysen	 	 	 12.000	€	 27.000 € Kosten Abriss, geschätzt 955.100 € USt. 19% 181.470 € Gesamtkosten 1.136.570 €

FUGMANN JANOTTA

Oktober 2010

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

102

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag

Variante 3 Erläuterung der Variante: Die Variante Teilrückbau enthält alle Kosten aus Variante 2, die zur Umsetzung des Bebauungsplans erforderlich sind. Darüber hinaus wird die Südhälfte des Längswalls entfernt. Abtragsniveau ist die Umgebungshöhe	 (ursprüngliches	 Geländeniveau).	Die	Variante	3	stellt	ein	rein	exemplarisches Modell zwischen den Extremen Varianten 1 und 4 dar. Übergänge können interpoliert werden. Voraussichtliche Mindestbauzeit: 20 Wochen

Hinweise zu den Massen und zur Kalkulation: Bei der Kalkulation sind sämtliche erforderliche Rückbaukosten angegeben. Die Baustelleneinrichtungskosten sind in die Positionspreise eingerechnet. Wiederverwendungsfähiger	Boden	(BK	3	-	Sand),	der	nicht	direkt	zur	Sicherung	(Südwall,	Pos.	 1.5.4)	erforderlich	ist,	wird	auf	dem	Gelände	in	Haufwerken	gelagert.	 Wiederverwendungsfähiger	Oberboden	(BK	1)	wird	gesichert,	aufbereitet	und	auf	dem	Gelände	gelagert. Betonabbruch	(sauber,	sortenrein)		wird	vor	Ort	zu Ersatzbaustoff aufbereitet. Ein Großteil des "Beton-RC" wird als Bauprodukt vermarktet, ein Teil wird für Tragschichten/Schotterrasen für den späteren Landschaftsbau vorgehalten. Abgesiebte Grasnarbe und geschreddertes Naturholz werden auf Kompost-Rotte gelegt und sind etwa 18 Monate später für den Landschaftsbau verfügbar. Zur Entsorgung fallen Absiebmaterial, nicht verwendungsfähiger Bauschutt, nichtmineralisches Abbruchmaterial	(z.B.	Schrott)	und diverse gefährliche Abfälle an. Zusammenstellung der Massen 	 	 	 	 Abtrag	(Gesamt)	 Wiedereinbau	 Haufwerke	 	 	 	 	 	 	 	 Vermarktung	 	 Entsorgung	 	 	 	 Boden,	z.T.	schuttdurchsetzt	 	 93.500	m³	 Boden		(Abböschung	Südwall,	Pos.	1.5.4)	 2.600	m³	 Füllboden	(BK	3,	gesiebt)	 	 72.000	m³	 Oberboden	(BK	1,	gesiebt)	 	 1.500	m³	 Beton-RCT	(Körnung	0/32)	für	Wegebau	 4.000	m³	 Grasnarbe,	Hackschnitzel	auf	Kompostrotte 1.200	m³	 Beton-RCT	(Körnung	0/32)	 	 13.000	m³	 Boden/Schutt	aus	Absiebung	/	Separierung 18.700	m³	 separierte	gefährliche	Abfälle	(Holz,	KMF	etc.)	 	 sonstige Abbruchabfälle

	

FUGMANN JANOTTA

Oktober 2010

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

103

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag Abbruchkosten: Kosten Summen 1.1 Separierung und Entsorgung gefährlicher Abfälle, inkl. Arbeitsschutz 1.1.1	 Vorgreifende	Separierung	Altholz	(HSM) 	 	 90.000	€	 1.1.2 Vorgreifende Separierung Schallschutzplatten	etc.	(KMF) 	 22.000	€	 1.1.3 Vorgreifende Separierung sonstiger gefährlicher	Abfälle	aus	Abbruch	 12.000	€	 124.000 € 1.2 Entsiegelung (Abbruch befestigter Flächen) 1.2.1	 Ortbetonflächen		 	 	 	 75.000	€	 1.2.2	 Asphalt-Flächen	 	 	 	 30.000	€	 1.2.3	 Betonpflaster-Flächen	 	 	 	 6.000	€	 111.000 € 1.3 Abbruch von Gebäuden und techn. Anlagen 1.3.1	 Gebäudeabbruch	(Komplettabbruch	inkl.	Entsorgung)	 	 20.000	€	 1.3.2 Sämtliche Betonelemente Schießplatz inkl. Blendenwände, Seitenblenden, Stützen, Schallschutzelemente,	demont.	Teile	etc.		(Abbruch,	Lagern)	 98.000	€	 1.3.3 Zielanlagen und Kugelfang im nördlichen Wall	(Teilabbruch,	Sicherung)	 40.000	€	 1.3.4	 Schächte,	Rohre,	Installationen	(Wasser,	Abwasser,	Elektro,	Datenkabel)	 30.000	€	 1.3.5	 Abbruch	von	drei	Tunneln	(Abbruch,	Lagern,	ohne	Erdarbeiten)	 22.000	€	 1.3.6	 Sonstige	Abbrüche	(Treppen,	Einzelelemente,	Zäune,	Beleuchtung	etc.)	 20.000	€	 230.000 € 1.4 Vegetationsarbeiten (südlicher Stirn- und Längswall, Einkerbungen an Tunneln, Kleinflächen) 1.4.1 Bäume fällen, Jungaufwuchs entfernen,	Naturholz	schreddern	 24.000	€	 1.4.2 Grasnarbe abschälen, sieben, lagern 15.000	€	 39.000 € 1.5 Erdarbeiten (Auf- und Abtrag) 1.5.1	 Abtrag	südlicher	Wälle	(Abtrag,	Separieren,	Sieben,	Lagern)	 420.750	€	 1.5.2	 Abtrag	Tunnelkerbe	Nord	(Abtrag,	Separieren,	Sieben,	Lagern)	 9.375	€	 1.5.3 Entsorgung von Absiebmaterial, Schuttnester,	Müll	etc.	 	 522.500	€	 1.5.4	 Einbau	zur	Abböschung	des	nördlichen	Stirnwalls	 	 10.000	€	 962.625 € 1.6 Bauschuttaufbereitung 1.6.1	 Beton	brechen	zu	RC-Baustoff	(Tragschicht	0/32),	Lagern	auf	dem	Bau71.500	€	 gelände 1.6.2 Vermarktung von Beton-RCT	(ca.	13.000	m³),	Erlös	 	 -26.000	€ 45.500 € 1.7 gutachterliche Betreuung (Bodenschutz / Altlasten, Abfall, Qualitätssicherung) 1.7.1	 Fachgutachterliche	Baubetreuung		 	 	 25.000	€	 1.7.2	 Laborkosten	für	chem.	Analysen	 	 	 26.000	€	 51.000 € Kosten Abriss, geschätzt 1.563.125 € USt. 19% 296.995 € Gesamtkosten 1.860.120 €

FUGMANN JANOTTA

Oktober 2010

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

104

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag Variante 4 Erläuterung der Variante: Bei	Variante	4	(Maximalvariante)	werden	alle	 Erd- und Ingenieurbauwerke und sonstige Anlagen entfernt. Abtragsniveau	 ist	 die	 Umgebungshöhe	 (ursprüngliches	Geländeniveau).	 Voraussichtliche Mindestbauzeit: 35 Wochen

Hinweise zu den Massen und zur Kalkulation: Bei der Kalkulation sind sämtliche erforderliche Rückbaukosten angegeben. Die Baustelleneinrichtungskosten sind in die Positionspreise eingerechnet. Wiederverwendungsfähiger	Boden	(BK	3	-	Sand)	wird	auf	dem	Gelände	in	Haufwerken	gelagert.	 Wiederverwendungsfähiger	Oberboden	(BK	1)	wird	gesichert,	aufbereitet	und	auf	dem	Gelände	gelagert. Betonabbruch	(sauber,	sortenrein)		wird	vor	Ort	zu Ersatzbaustoff aufbereitet. Ein Großteil des "BetonRC" wird als Bauprodukt vermarktet, ein Teil wird für Tragschichten/Schotterrasen für den späteren Landschaftsbau vorgehalten. Abgesiebte Grasnarbe / geschreddertes Naturholz werden auf Kompost-Rotte gelegt und sind etwa 18 Monate später für den Landschaftsbau verfügbar. Zur Entsorgung fallen Absiebmaterial, nicht verwendungsfähiger Bauschutt, nichtmineralisches Abbruchmaterial und diverse gefährliche Abfälle an. Zusammenstellung der Massen 	 	 	 Abtrag	(Gesamt)	 Wiedereinbau Haufwerke	 	 	 	 	 	 	 	 Vermarktung	 	 Entsorgung	 	 	 	 	 	 Boden,	z.T.	schuttdurchsetzt	 	 176.000	m³	 entfällt Füllboden	(BK	3,	gesiebt)	 	 140.800	m³	 Oberboden	(BK	1,	gesiebt)	 	 3.000	m³	 Beton-RCT	(Körnung	0/32)	für	Wegebau	 4.000	m³	 Grasnarbe,	Hackschnitzel	auf	Kompostrotte	 2.400	m³	 Beton-RCT	(Körnung	0/32)	 	 14.000	m³	 Boden/Schutt	aus	Absiebung	/	Separierung	 35.200	m³	 Sandboden	(munitionsbelastet	aus	Kugelfang)	 1.450	m³	 separierte	gefährliche	Abfälle	(Holz,	KMF	etc.)	 	 sonstige Abbruchabfälle

	

FUGMANN JANOTTA

Oktober 2010

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

105

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag Abbruchkosten: Kosten Summen 1.1 Separierung und Entsorgung gefährlicher Abfälle, inkl. Arbeitsschutz 1.1.1	 Vorgreifende	Separierung	Altholz	(HSM) 	 	 90.000	€	 1.1.2 Vorgreifende Separierung Schallschutzplatten	etc.	(KMF) 	 22.000	€	 1.1.3 Vorgreifende Separierung sonstiger gefährlicher	Abfälle	aus	Abbruch	 12.000	€	 1.1.4 Separierung und Entsorgung munitionsbelasteter	Böden	aus	Kugelfang	 160.000	€	 284.000 € 1.2 Entsiegelung (Abbruch befestigter Flächen) 1.2.1	 Ortbetonflächen		 	 	 	 75.000	€	 1.2.2	 Asphalt-Flächen	 	 	 	 30.000	€	 1.2.3	 Betonpflaster-Flächen	 	 	 	 6.000	€	 111.000 € 1.3 Abbruch von Gebäuden und techn. Anlagen 1.3.1	 Gebäudeabbruch	(Komplettabbruch	inkl.	Entsorgung)	 	 20.000	€	 1.3.2 Sämtliche Betonelemente Schießplatz inkl. Blendenwände, Seitenblenden, Stützen, Schallschutzelemente,	demont.	Teile	etc.		(Abbruch,	Lagern)	 98.000	€	 1.3.3 Zielanlagen und Kugelfang im nördlichen	Wall	(Komplettabbruch)	 80.000	€	 1.3.4	 Schächte,	Rohre,	Installationen	(Wasser,	Abwasser,	Elektro,	Datenkabel)	 30.000	€	 1.3.5	 Abbruch	von	drei	Tunneln	(Abbruch,	Lagern,	ohne	Erdarbeiten)	 22.000	€	 1.3.6	 Sonstige	Abbrüche	(Treppen,	Einzelelemente,	Zäune,	Beleuchtung	etc.)	 20.000	€	 270.000 € 1.4 Vegetationsarbeiten (südlicher Stirn- und Längswall, Einkerbungen an Tunneln, Kleinflächen) 1.4.1 Bäume fällen, Jungaufwuchs entfernen,	Naturholz	schreddern	 48.000	€	 1.4.2 Grasnarbe abschälen, sieben, lagern 30.000	€	 78.000 € 1.5 Erdarbeiten (Auf- und Abtrag) 1.5.1	 Abtrag	sämtlicher	Wälle	(Abtrag,	Separieren,	Sieben,	Lagern)	 792.000	€	 1.5.3 Entsorgung von Absiebmaterial, Schuttnester,	Müll	etc.	 	 968.000	€	 1.760.000 € 1.6 Bauschuttaufbereitung 1.6.1 Beton brechen zu RC-Baustoff (Tragschicht	0/32),	Lagern	auf	dem	 77.000	€	 Baugelände 1.6.2 Vermarktung von Beton-RCT	(ca.	14.000	m³),	Erlös	 	 -28.000	€ 49.000 € 1.7 gutachterliche Betreuung (Bodenschutz / Altlasten, Abfall, Qualitätssicherung) 1.7.1	 Fachgutachterliche	Baubetreuung		 	 	 35.000	€	 1.7.2	 Laborkosten	für	chem.	Analysen	 	 	 40.000	€	 75.000 € Kosten Abriss, geschätzt 2.627.000 € USt. 19% 499.130 € Gesamtkosten 3.126.130 €

FUGMANN JANOTTA

Oktober 2010

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

106

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag

6	

Szenarien zur Sanierung der Altlasten mit Bodenabtrag vom (Problematik Deponieflächen/künftige Nutzungen) Bodenschutz und Altlasten Wall des 	Schießplatzes Gatow
Tab. 3: mögliche Überdeckung der ehemaligen Deponieflächen mit vorhandenem Material

Gesamtfläche Deponie: 307.150 m² (nicht inbegriffen sind der Schießplatz und die Kiesgrube) Höhe der Überdeckung (m) nötige Erdmassen (m³) Erläuterung

0,30 0,50 1,00

92.100,00 153.600,00 307.200,00

ist mit dem Material aus dem Rückbau des Längswalls bis auf Umgebungsniveau zu bewältigen ist mit dem Material aus dem Rückbau der gesamten Wallanlage bis auf Umgebungsniveau zu bewältigen ist mit dem Material aus dem Rückbau des Längswalls bis auf das Niveau der Senke zu bewältigen

FUGMANN JANOTTA

Januar 2010

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

107

1. Feststellungen zu Bodenschutz und Altlasten: Die Zuständigkeit bezüglich Altlasten und Bodenschutz für die Flächen liegt vollständig beim Bezirksamt Spandau – Umweltamt (Hr. Nießen). Das Grundwasser am Standort zeigt laut Auskunft des Umweltamtes hinsichtlich chemischer Belastungen bislang keine Auffälligkeiten, die die geplante Nutzung einschränken könnten. Es besteht kein konkreter Erkundungs- oder Sanierungsbedarf. Das Grundwassermonitoring wird fortgeführt und eventuell verdichtet. Bei der weiteren Planung sind die derzeitigen Messstellen zu erhalten. Die Zugänglichkeit sowie die Sicherung (im Bau- und Endzustand) sind zu gewährleisten. Deponiegasentwicklung scheint laut vorliegendem Bericht (2008) und aktueller Beprobungen aus 2009 abgeschlossen zu sein, eine weitere Entgasung wird laut vorliegenden Gutachten nicht erwartet. Die unterirdischen Bauteile der Gaspegel bzw. –fassungen bleiben aber erhalten. Die Zugänglichkeit sowie die Sicherung (im Bau- und Endzustand) sind zu gewährleisten. Der Boden ist im Projektgebiet hinsichtlich der Bodenart (Sand, Lehm, Mergel), der Bodenqualität und der Schadstoffbelastung sehr heterogen. Die ehemaligen Deponieflächen wurden mit einer ca. 1,5 m mächtigen Bodenschicht abgedeckt. Die Qualität dieser Abdeckung wechselt zwischen mehr oder weniger stark bauschutthaltiger Auffüllung, sandiger oder lehmiger Auffüllung und Oberböden unterschiedlicher Mächtigkeit und Qualität. Ebenso wechselt die Oberflächenmorphologie und Geländerauheit in Abhängigkeit von der Qualität der Auffüllung. In Teilflächen finden sich größere Mulden oder Höhenversätze. Es ist nicht auszuschließen, dass infolge unzureichender Verdichtung bei der Verfüllung der Deponien und/oder durch den natürlichen Abbau organischer Abfälle lokale Senken bzw. großflächige Sackungen entstanden sind. Bei der Maßnahmeplanung ist zu berücksichtigen, dass z.B. Hohlräume oder weitere Sackungen nicht auszuschließen sind. Für die geplanten Maßnahmen gilt: Maßgeblich sind bei allen Maßnahmen die Vorgaben der BBodSchV (Prüfwerte, Maßnahmewerte) im Hinblick auf die geplante Nutzung. Es werden bei Flächenbewertungen ausschließlich die Parameter Schwermetalle und PAK im Feststoff herangezogen. Die Vorsorgewerte der BBodSchV finden keine Anwendung für Material, das vom Gelände stammt. Für die Wiederverwendung von umgelagertem Material (z.B. aus dem Rückbau der Schießplatz-Wälle) gelten die Vorgaben des zuständigen Umweltamtes Spandau (Einzelfallentscheidung auf Grundlage durchzuführender Haufwerksanalysen). Es ist zu berücksichtigen, dass die Böden für die geplante Nutzung auch aus bodenkundlicher Sicht geeignet sein müssen. Untersuchungen (bodenkundliche / chemische Detailerkundung): Die vorliegenden Untersuchungen (ca. 184 Datensätze mit chemischen Analysen für die Gesamtfläche) sind für eine flächenhafte und abschließende Bewertung des oberen Bodenmeters nicht geeignet, da das grobe Untersuchungsraster mit Punktabständen zwischen 50 und 70 Meter keine ausreichend verlässlichen Rückschlüsse für die betrachteten Einzelflächen zulässt. Bei sensiblen Nutzungen, für die eine Gefährdung von Schutzgütern nicht ausgeschlossen werden kann, sind wegen der punkthaft festgestellten Schadstoffe Maßnahmen und/oder Detailerkundungen (bodenkundlich, chemisch) erforderlich. Für Detailerkundungen können Mischproben aus Flächenschlägen gebildet werden (z.B. 20 Einzelproben im 20 m Raster zu einer Mischprobe).

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

108

Wiedereinbau von Boden: Bei allen Bodenmaterialien bis zum Zuordnungswert Z 2 nach LAGA entscheidet das Bezirksamt ohne Beteiligung der Abfallbehörde des Senats über die Zulässigkeit des Wiedereinbaus vor Ort. Bei Zuordnungswerten größer Z 2 (gefährliche Abfälle) greift das Abfallrecht und die Zuständigkeit liegt dann bei der Abfallbehörde; eine Entsorgung ist obligatorisch. Das Bezirksamt unterstützt im Sinne einer ökologischen Gesamtbetrachtung die Maßgabe einer möglichst hohen Wiederverwendungsquote für Rückbaustoffe auf dem Gesamtbaugelände. 2. Nutzungsbezogene Maßnahmen: Das Bodenschutz- und Altlastenrecht unterscheidet differenziert hinsichtlich der Schutzgüter und der Gefährdungspfade. Da auf der über 30 ha großen Fläche unterschiedliche Nutzungen geplant sind, müssen auch die Maßnahmen hinsichtlich der Nutzung angemessen angepasst werden. Allgemeine Hinweise: • Die örtliche Lage und die Flächenanteile für die dargestellten Nutzungen sind derzeit noch nicht festgelegt. • Die beschriebenen Maßnahmen gelten für die ehemaligen Deponieflächen (siehe Kartendarstellung). Für die Teilflächen außerhalb der Deponieflächen wird von einem natürlichen Bodenaufbau ausgegangen. • Als Mindestanforderung für die Flächenbearbeitung wird das Absammeln von oberflächigem Unrat (z.B. Siedlungsabfälle, Sperrmüll, grober Bauschutt) und die Nachverfüllung von Versackungen bzw. Hohlräumen definiert, so dass Gefährdungen bei der späteren Bewirtschaftung ausgeschlossen sind. • Die Gewinnung von verwendungsfähigem Oberboden aus Flächen mit geringeren nutzungsbezogenen Qualitätsanforderungen an den Boden (z.B. Waldsukzession, Hochstaudenflur oder nährstoffarme Wiesen-Biotopfläche) ist eine Option für den Fall, dass Teilflächen für eine Nutzung mit höheren Anforderungen an die Oberbodenqualität (z.B. urbaner Ackerbau) aufgewertet werden sollen. 2.1 Kinderspielflächen (Gefährdungspfad Boden-Mensch) Werden im Bereich der ehemaligen Deponien Spielflächen für Kinder ausgewiesen, sind wegen festgestellter Schadstoffgehalte (hier: Blei, Benzo(a)pyren) folgende Maßnahmen erforderlich: • Abtrag des vorhandenen Oberbodens • Einbau einer Buddelsperre (Geotextil) • Auftrag von Boden, der nachweislich die Vorsorgewerte nach BBodSchV bzw. die entsprechenden Zuordnungswerte Z 0 nach LAGA Boden einhält 2.2 Waldsukzession / Hochstaudenflur / Wiesen-Biotopfläche Es muss unterschieden werden zwischen nicht oder kaum zugänglichen Bereichen und solchen Flächen, die als Park- und Freizeitanlagen (öffentliche Flächen, Wegeränder) genutzt werden. Auf den Flächen, für die eine Waldsukzession bzw. Hochstaudenflur mit regelmäßiger Mahd vorgesehen ist, sind aus Sicht der Schutzgutbetrachtung keine Maßnahmen erforderlich. Gleichwohl wird dringend empfohlen, die Auswahl der Pflanzen auf die vorhandenen Böden (z.T. stark bauschutthaltiger Boden) abzustimmen und gegebenenfalls Bodenverbesserung im Wurzelbereich durchzuführen (z.B. Bodenaustausch für Pflanzlöcher). Die Mindestanforderungen an die Flächenbearbeitung (Absammeln von Unrat, Verdichtung von Hohlräumen) sind um Maßnahmen zu ergänzen, die für die spätere Bewirtschaftung erforderlich sind. Beispielsweise ist für eine regelmäßige Mahd der Hochstaudenflur oder der Wiesen-Biotopfläche das Gelände so zu glätten und von Hindernissen zu säubern, dass eine Bearbeitung mit Landmaschinen gefahrlos und wirtschaftlich

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

109

möglich ist. 2.3 öffentliche Parkflächen (Gefährdungspfad Boden-Mensch) Für Teilflächen, die als Park- und Freizeitanlagen regelmäßig für Besucher zugänglich sind, gelten die Prüfwerte der BBodSchV. Die vorliegenden chemischen Untersuchungen (184 Beprobungspunkte) zeigen nach unserem Kenntnisstand kaum Überschreitungen hinsichtlich der anzuwendenden Prüfwerte. Es besteht derzeit somit kein konkreter schutzgutbezogener Handlungsbedarf. Die Datenlage ist allerdings für einen Gefährdungsausschluss nicht ausreichend. Da die Gesamtbeschaffenheit des oberen Bodenmeters in weiten Teilen der ehemaligen Deponieflächen nicht für die Anlage von Park- und Freizeitanlagen geeignet ist, empfehlen wir eine Qualifizierung für die oberen 30 cm. Hierfür wird vorhandenes Material aus der Gesamtmaßnahme verwendet. Art und Umfang der Oberbodenqualifizierung hängen vom vorhandenen Substrat (hier: Bodenart, Bauschuttanteil) und von der geplanten Gestaltung ab. 2.4 Grünland / Weideland (Gefährdungspfad Boden/Pflanze-Tier) Die Auswertung der vorhandenen bodenchemischen Untersuchungen für den obersten Bodenmeter ergab einige wenige leichte Überschreitungen des Maßnahmewertes für Grünlandnutzung bezüglich der Quecksilber-Gehalte. Falls eine Beweidung mit Schafen vorgesehen ist oder nicht ausgeschlossen werden soll, sind die für diese Nutzung vorgesehenen Flächen mindestens hinsichtlich der Kupfer-Belastung durch ein entsprechend enges Raster (s.o.: 20 m-Raster) zu untersuchen, da Kupfer in direkter oraler Bodenaufnahme bzw. indirekt über das Gras besonders auf Schafe toxisch wirkt. Vor einer Freigabe vonTeilflächen für die Grünlandnutzung sind aus Vorsorgegründen Maßnahmen zur Qualifizierung des Oberbodens (10 bis 30 cm) vorzusehen. Alternativ oder kombinierend kann mit detaillierten Bodenuntersuchungen eine Gefährdung für Teilflächen ausgeschlossen werden. 2.5 urbaner Ackerbau / Nutzgarten Die Bewertung der Deponieflächen im Hinblick auf eine Nutzung für „urbanen Ackerbau“ ist auf Grundlage der vorhandenen bodenchemischen Untersuchungen nicht möglich und nicht zulässig, da gemäß BBodSchV die Pflanzenverfügbarkeit von Schadstoffen über besondere Aufschlussverfahren (Ammoniumnitrat-Extrakt) zu prüfen ist. Hierfür liegen derzeit keinerlei Daten vor. Es ist nach derzeitigem Kenntnisstand davon auszugehen, dass auf Flächen, die ackerbaulich genutzt werden sollen, in jedem Fall folgende Mindestmaßnahmen erforderlich sind: • Abtrag des vorhandenen Oberbodens (Sicherung verwendungsfähiger Oberböden). • Bodenchemische und bodenkundliche Rasteruntersuchung bis in die pflanzenverfügbare Tiefe in einem Mindestraster-Abstand von 20 m. • Festlegung der erforderlichen Auftragsmächtigkeit für eine herzustellende qualifizierte Durchwurzelungszone. Hierfür kann geeigneter Abtragsboden (Sand) aus dem Rückbau der Schießplatzwälle verwendet werden. Die Auftragsmächtigkeit dieser „Pufferzone“ zwischen vorhandener Deponiefläche und der Ackerkrume aus Oberboden wird voraussichtlich ca. 30 bis 50 cm betragen. •   uftrag von Oberboden (20 bis 30 cm), der nachweislich über Haufwerksbeprobung A die Prüf- und Maßnahmewerte für Ackerbau/Nutzgarten nach BBodSchV einhält und aus landwirtschaftlicher Sicht (Bodenstruktur, Bodenchemie) für die angestrebte Nutzung geeignet ist. • Da der neu hergestellte Bodenaufbau nicht entwickelt ist, sollten von qualifizierter Stelle Maßnahmen zur Förderung der Bodenentwicklung geplant werden.

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag

Grundlagen:		 	 	 	 	 	 	 	 (x)	–	Maßnahme	ist	bei	Schadstoffbelastungen des Bodens durchzuführen -Bundesbodenschutzgesetz	(u.a.	§	8	Abs.	1	Satz	2	Nr.	1)		 -Maßnahmeplan des Umweltamtes Spandau -Nutzungs- und Entwicklungskonzepte gemäß Bebauungsplan und Wettbewerbsvorlage Maßnahmen Untersuchung

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

Nutzung / Vegetationskonzept 0,45	€	 0,80	€	 8,70	€	 3,50	€	 2,50	€	

Kurzbeschreibung

Aufbringen einer AusGlätten gleichAufbrinSicherung schicht	(aus	 für Landgen Nutzungsart nach Problematik aus Sicht maschiAbtrag guter Schießwäl- Oberbonen len) den BBodSchG / BBodSchV BBodSchG Grasnarbe Oberböden Bemerkgungen / sonstige Maßnahmen 		

Kosten	pro	m²	

		

bodenkundliche / chemische Detailerkundung 0,10	€/m²	 250x125,00€		

1 x	 (x)	 (x)	 		

Hochstaudenflur

		

		

Eventuell bodenkundliche Kartierung

2 	 (x)	

Waldsukzession

		 		 Keine sensible Nutzung gem. BBodSchG. Die offene Hochstaudenflur, magerer öffentlich zugänglichen ausschließlich im Standort, Widmung als Forst, PubliBereiche	(z.B.	entlang	 Falle einer sensiblen kumsverkehr nur auf Wegen, HerbstNutzung von	Wegen)	sind	als	 mahd alle 2 Jahre Park- und Freizeitanlage zu betrachten. Keine sensible Nutzung Waldstandort, der aus dem Bestand gem. BBodSchG. Die heraus durch gezielte Pflanzungen öffentlich zugänglichen ausschließlich im hochwertig entwickelt wird, Widmung Bereiche	(z.B.	entlang	 Falle einer sensiblen als Fort, Publikumsverkehr nur auf Nutzung von	Wegen)	sind	als	 Wegen Park- und Freizeitanlage zu betrachten. (x)	

event. Pflanzlochverbesserung

3

WiesenBiotopfläche

Keine sensible Nutzung gem. BBodSchG. Die extensives Grünland: Durch mindesöffentlich zugänglichen ausschließlich im tens jährliche Mahd wird die offene Bereiche	(z.B.	entlang	 Falle einer sensiblen Landschaft dauerhaft erhalten. Magevon	Wegen)	sind	als	 Nutzung rer Standort angestrebt. Park- und Freizeitanlage zu betrachten. x	

(x)	

(x)	

(0,3	m)	

	

Aufbringen von SandEventuell bodenboden für kundliche KartieStandortrung entwicklung sinnvoll

4 a Weide / Grünland

Weideland	(z.B.	Pferde,	Rinder)	oder	 Grünland Grünland für Futtergewinnung

Gefährdungspfad Boden-Nutzpflanze z.T. Überschreitungen der Maßnahmenwerte für	Quecksilber	

x	

(x)	

(x)	

(0,3	m)	

nach Erfordernis

alternativ / ergänzend zu den Maßnahmen

4	b	 Weide	(Schafe)	

Gefährdungspfad Boden-Nutzpflanze Weideland für Schafe unterliegt Grünland	(Weideland	für	 hinsichtlich der Kupfergehalte größez.T. Überschreitungen Schafe) der Maßnahmenwerte rer Einschränkungen für Kupfer

x	

(x)	

(x)	

(0,3	m)	

nach Erfordernis

alternativ / ergänzend zu den Maßnahmen

110

FUGMANN JANOTTA

Oktober 2010

Rückbau des Schießplatzes Gatow – Materialien zum UEP-Antrag

Maßnahmen

Untersuchung

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

Bemerkgungen / sonstige Maßnahmen

bodenkundliche / chemische Detailerkundung

5

alternativ / ergänzend zu den Maßnahmen

6

Buddelsperalternativ / ergänre	(Geotexzend zu den til),	SpielMaßnahmen sand

7

Aufbringen einer AusGlätten gleichAufbrinNutzung / Sicherung schicht	(aus	 für Landgen VegetationskonNutzungsart nach Problematik aus Sicht maschiAbtrag guter Schießwäl- Oberbozept Kurzbeschreibung nen len) den BBodSchG / BBodSchV BBodSchG Grasnarbe Oberböden Gefährdungspfad Boden-Nutzpflanze, je Teile der Flächen sollen für landwirtnach Nutzung auch schaftliche Pächter vorbereitet werBoden-Mensch den.	Die	tatsächliche	Nutzung	(z.B.	 Z.T. ÜberschreitunUrbaner Ackerbau, 0,2 bis Spargelanbau, Erdbeeren, Getreide, Ackerbau, Nutzgarten gen der Prüfwerte für x x 0,3 bis 0,5 m Nutzgärten 0,3 m Obst)	kann	im	Vorfeld	nicht	näher	 Benzo(a)Pyren.	Die	 festgelegt oder eingeschränkt werDatenlage ist für den. einen Gefährdungsausschluß nicht ausreichend. Gefährdungspfad Boden-Mensch z.T. Überschreitungen nach ausgewiesene Spielbereiche für der Prüfwerte für Blei Spielplatz Kinderspielflächen x x 1m ErforderKinder und	Benzo(a)Pyren.	 nis Keine ausreichend dichten flächenhaften Analysen vorhanden. Kaum relevante Überschreitungen in Flächen, die als "Park- und Freizeitden vorhandenen anlage" bzw. "öffentliche Grünanlage" nach Park- und Freizeitanla- Meßdatensätzen. Die Öffentliche Flächen ausgewiesen sind, x x ca. 0,3 m Erfordergen Datenlage ist für oder	Streifen	(ca.	2	bis	5	m	beidseinis einen Gefährdungtig)	entlang	öffentlicher	Wege	 sausschluß nicht ausreichend.

alternativ / ergänzend zu den Maßnahmen

111

FUGMANN JANOTTA

Oktober 2010

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

112

7	

Erläuternde Abbildungen

1. Bebauunsplan Nr. 11a „Waldsiedlung“ Gemeinde Groß Glienicke

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

113

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

114

2. Konzept Landschaftspark Gatow / Kladow

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

115

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

116

3 Wegeverbindungen

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

117

4 Lageplan Anger

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

118

5 Parkrandstreifen

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

119

6 Möbelierung

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

120

7a Schießanlage (Schallschutz)

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

121

7b Schießanlage (Kugelfang)

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

122

7c Schießanlage (Blendenwände)

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

123

8	

Fotodokumentation

1. Historisch - eine Hastings landet in Gatow

2. Historisch - per Lichtsignal werden die Piloten zum Start 	 		 aufgefordert

3. Historisch - Britische und amerikanische Flieger in Gatow.

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

124

4. Historisch - deutsche Arbeiter beim PSP-Platten verlegen 5. Historisch - „refreshment van“ ein mobiler Imbissstand fuhr direkt an die Flugzeuge heran

6. Plan für den Lagebezug

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

125

7. Schießanlage

8. Schießanlage - Proportion für Betonteile zu Mensch 9. Schießanlage 	 Die Westansicht der Betonblenden ist mit 	 absorbierendem Material verkleidet

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

126

10. Schießanlage - Platz in der Mitte der Anlage - 300m-Abschußstelle

11. Schießanlage - restliche Betonelemente

12. Schießanlage - Blick vom Osten über den Wall und die Betonblenden

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

127

13. Landreitgrasflur

14. Zaunanlage Luftwaffenmuseum

15. Bank

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

128

16. Kiesgrube mit Blick auf den Tower

17. Kiesgrube mit Blick auf Hundeverein am Außenweg

18. Teilverfüllung der Kiesgrube

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

129

19. Ruderalflur nahe der Kiesgrube

20. Ruderalflur mit Blick auf den Schießplatz

21. Sukzessionsfläche an der Kiesgrube

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

130

22. Luftwaffenmuseum mit Denkmalgeschützten Gebäuden

23. Start - und Landebahn im Wettbewerbsgebiet

24. Luftwaffenmuseum

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

131

25. Straßenbeleuchtung im neuen Wohngebiet

26. „Grüne Welle“ im Seekorso

27. Neues Wohnquartier

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

132

28. Gymnasium

29. Grundschule

30. Kita

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

133

31. Parkrandstraße mit Rasenmulde

32. Rasenmulde mit Straßenentwässerung am Ritterfelddamm

33. Regenwasserablauf

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

134

34. Rasenmulde mit Speicherfunktion

35. Segmentierte Rasenmulde

36. Die Treppenanlage im Wohngebiet

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

135

37. Staßenquerschnitt mit offener Rinne

38. Außenweg

39. Denkmalgeschützte Gebäude des ehemaligen Fluplatzes Gatow

WB Parklandschaft Gatow / Anhang

136

40. Südliches Antennenfeld

41. Luftbild vom Wettbewerbsgebiet

42. Luftbild mit Havelblick

WB Parklandschaft Gatow

137

Luftbild 2008
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.