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Ergebnisprotokoll

Full text: Ergebnisprotokoll

Kleiner Tiergarten / Ottopark

Berlin-Mitte

Nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb

Ergebnisprotokoll


Nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb Kleiner Tiergarten / Ottopark
Berlin-Mitte Ergebnisprotokoll

Berlin, Juli 2010

Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Maria Rünz Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte
Wettbewerbskoordination und Leitung der Vorprüfung LA.BAR Landschaftsarchitekten bdla Rüdiger Amend Alexandrinenstraße 2-3 10969 Berlin-Kreuzberg Vorprüfung: Katharina Schütze Annette Sprenger Kostenprüfung: Eike Richter Technische Mitarbeit: Maria Butscheike Michael Gareis Amena Grünberg Sarah Wiesner Titelbild: Latz und Partner, 1. Preis Druck A&W Digitaldruck, Berlin

Inhaltsverzeichnis

1. 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12

Protokoll des Preisgerichts Begrüßung / Feststellung der Anwesenheit Konstituierung des Preisgerichts Bericht der Vorprüfung und Informationsrundgang Erster Wertungsrundgang Zweiter Wertungsrundgang Arbeiten der engeren Wahl Festlegung der Rangfolge und Preise Empfehlung des Preisgerichts Abschluss der Preisgerichtssitzung Protokollfreigabe der Preisrichter Anwesenheitsliste Teilnehmer des Wettbewerbs

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Teil 2 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 2.7 2.8

Bericht der Vorprüfung Einlieferung der Arbeiten Vollständigkeit der Arbeiten Kriterienkatalog laut Auslobung Verfahren der Vorprüfung / Kostenprüfung Sachverständige Übersichtstabelle Gliederung der Einzelberichte der Arbeiten 1480 bis 1495 Stellungnahme des Frauenbeirats

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1. Protokoll der Preisgerichtssitzung am 06.07.2010
Beginn der Sitzung: 9:15 Uhr

1.1. Begrüßung / Feststellung der Anwesenheit
Für den Auslober begrüßt Staatssekretärin Hella Dunger-Löper die Anwesenden und führt in die Aufgabenstellung aus Sicht des Zuwendungsgebers ein. Im Auftrag des Auslobers eröffnet Patrick Weiss, Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren, von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die Preisgerichtssitzung. Herr Weiss berichtet, dass Cornelia Müller ihre Teilnahme im Preisgericht leider kurzfristig abgesagen musste. Unter den stimmberechtigten Preisrichtern besteht Einvernehmen, dass Timo Herrmann als stimmberechtigter Fachpreisrichter an ihre Stelle tritt. Herr Weiss stellt die Anwesenheit (s. Anwesenheitsliste, Punkt 1.11) und die Vollzähligkeit des Preisgerichts fest. Stimmberechtigte Fachpreisrichter/ -innen Leonard Grosch Landschaftsarchitekt, Berlin Gero Heck Landschaftsarchitekt, Berlin Timo Herrmann Landschaftsarchitekt, Berlin Peter Schmidt-Seifert Landschaftsarchitekt, Berlin

Stellvertretende/r Fachpreisrichter/-in

Adolf Walter Faust Landschaftsarchitekt, Berlin

Stimmberechtigte Sachpreisrichter/ -innen

Hella Dunger-Löper 
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 
 Staatssekretärin für Bauen und Wohnen 
 Manfred Kühne
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,
 Städtebau und Projekte
 Ephraim Gothe
 Bezirk Mitte von Berlin
 Baustadtrat


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Stellvertretende Sachpreisrichter/-innen

Maria Berning 
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 
 Stadterneuerung 
 Ursula Renker
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,
 Freiraumplanung und Stadtgrün
 Rainer Haase / Siegfried Dittrich 
 Bezirk Mitte von Berlin


Sachverständige	

Sabine Krutzsch 
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 
 Stadterneuerung 
 Helma Pritzkuleit
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,
 Freiraumplanung
 Klaus Lingenauber
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,
 Landesdenkmalamt,
 Gartendenkmalpflege
 Horst Wohlfarth v. Alm 
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,
 Verkehr
 Patrick Weiss
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,
 Auswahlverfahren, Wettbewerbe
 Cagla Ilk
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,
 Frauenbeirat
 Jürgen Götte
 Bezirk Mitte von Berlin, Straßen- und
 Grünflächenamt, Pflege / Unterhaltung
 Constanze Hurny
 Bezirk Mitte von Berlin, Stadtplanung 
 Guido Schmitz
 Bezirk Mitte von Berlin
 FB Denkmalschutz
 Christian Rau
 Bezirk Mitte von Berlin
 Amt für Umwelt und Natur


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Ekkart Eichhorst Bezirk Mitte von Berlin Straßen- und Grünflächenamt Andreas Wilke KoSP Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement, Prozesssteuerung Stadtteilzentrum Turmstraße Karl Bösel Polizeiabschnitt 33 Städtebauliche Prävention

Gäste	

Johannes Stumpf
 Architektenkammer Berlin
 Brigitte Nake-Mann Stadtteilvertretung, AG Grün Bezirk Mitte von Berlin

Koordination und Vorprüfung

Maria Rünz 
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 
 Rüdiger Amend LA.BAR Landschaftsarchitekten Katharina Schütze Annette Sprenger Eike Richter

Mitarbeiter / -innen der 	 Vorprüfung

Maria Butscheike Michael Gareis
 Amena Grünberg
 Sarah Wiesner


1.2 Konstituierung des Preisgerichtes
Auf Vorschlag aus dem Kreis der Fachpreisrichter wird Timo Herrmann bei eigener Enthaltung einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Der Vorsitzende Timo Herrmann übernimmt die Leitung der Sitzung und lässt sich von den Mitgliedern des Preisgerichts versichern, dass sie - keinen Meinungsaustausch mit Wettbewerbsteilnehmern über die Aufgabe und deren Lösung seit dem Rückfragenkolloquium geführt haben und während der Dauer der Sitzung führen werden; - bis zum Preisgericht keine Kenntnis von Wettbewerbsarbeiten erhalten haben, soweit sie nicht als Vorprüfer oder Sachverständiger bei der Vorprüfung mitgewirkt haben; - die Beratung des Preisgerichts vertraulich behandeln werden;

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- die Anonymität der Arbeiten aus ihrer Sicht gewahrt ist; - es unterlassen werden, sich über vermutete Verfasser zu äußern; - die vorliegenden Arbeiten als Leistung anerkennen und respektvoll bewerten. Herr Faust wird einstimmig zum ständig anwesenden stellvertretenden Fachpreisrichter gewählt.

1.3 	 Bericht der Vorprüfung und Informationsrundgang
Herr Amend berichtet von der technischen Vorprüfung im Bezug auf Einlieferung und Vollständigkeit der Arbeiten (s. Bericht der Vorprüfung Pkt. 2.1). Er bittet das Preisgericht um Entscheidung im Falle der frist­ gerecht eingereichten, jedoch verspätet eingegangenen Arbeiten 1494 und 1495 sowie der ursprünglich unvollständigen Arbeit 1491. Mit ei­ nem Abstimmungsergebnis von 7:0 entscheidet das Preisgericht über die Mitbewertung der Arbeiten 1491, 1494 und 1495, da die mitgelieferten digi­ talen Unterlagen eine fristgerechte Erstellung der geforderten Leistungen belegen und die Arbeiten vorgeprüft werden konnten. Im Falle der Arbeit 1495 entscheidet das Preisgericht einstimmig, dass die verspätet und nur im A4 - Format abgegebenen perspektivischen Darstellungen nicht zur Wertung zugelassen werden, da nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, ob diese Teil der ursprünglichen Lieferung waren und fristgerecht abgegeben wurden. Herr Amend referiert die Vorgehensweise der inhaltlichen Vorprüfung in Bezug auf Flächen, Massen und Mengen sowie in Bezug auf den Baumbestand und den Pflege- und Unterhaltungsaufwand. Herr Richter erläutert die Prüfung der Kosten (s. Bericht der Vorprüfung Pkt. 2.4). Die Vorprüferinnen Katharina Schütze und Annette Sprenger stellen im Informationsrundgang von 9:45 Uhr bis 11:45 Uhr alle Arbeiten von 1480 bis 1495 dem Preisgericht vor. Neben den Aussagen zum Konzept, zur Gestaltung / Einbindung, zu den Nutzungen und der Realisierbarkeit legt das Preisgericht besonderen Wert auf Angaben zu dem Umgang mit den Randzonen, den denkmalgeschütz­ ten Bereichen und auf die Nachhaltigkeit der vorgeschlagenen Lösungen. Im Anschluss wird über die anzulegenden Kriterien beraten. Herr Herrmann berichtet von der Bürgerveranstaltung, die am Abend zuvor in der Heilandskirche stattgefunden hat. Er gibt die Kernpunkte der Diskussion wieder: Viele Anwohner begrüßen die vorhandene Strauchpflanzung an den Parkrändern als erwünschte Abschirmung zum angrenzenden Straßenraum. Sie stellt ferner ein wichtiges ökologisches Element für den Vogelschutz dar. Demgegenüber steht der ebenfalls vorgetragene Wunsch nach Transparenz, Licht und Sicherheit. Es folgt eine Kaffeepause bis 12:30 Uhr

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1.4 Erster Wertungsrundgang
Der erste Wertungsrundgang beginnt um 12:30 Uhr. Herr Herrmann lässt über die Arbeiten abstimmen, die mit mindestens einer Stimme in der weiteren Wertung verbleiben. Arbeiten ohne eine Stimme verbleiben somit im ersten Rundgang. Dazu zählen die Arbeiten: 1484, 1485, 1486, 1492, 1494, 1495. Um 12:50 Uhr endet der 1. Wertungsrundgang. Es folgt die Mittagspause.

1.5 Zweiter Wertungsrundgang
Um 13:30 Uhr beginnt der zweite Wertungsrundgang. Einzelne Sachverständige bitten das Preisgericht, die im 1. Wertungsrundgang aus­ geschiedene Arbeit 1485 zurückzuholen. Nach Diskussion der Arbeit wird ein Rückholantrag seitens der Preisrichter abgelehnt. An allen verbliebenen Arbeiten werden die Vor- und Nachteile analog des Kriterienkatalogs der Auslobung diskutiert. Herr Richter gibt für jede ver­ bliebene Arbeit eine genaue Erläuterung zur Prüfung der Kosten, insbe­ sondere zum Umgang mit den Bäumen, zum Pflege und – Unterhaltungs­ aufwand und zu der Kostenverteilung auf die Vertiefungsbereiche und den allgemeinen Teil. Die Arbeiten werden anschließend hinsichtlich des Entwurfskonzepts und der Gestaltungsqualität, des Umgangs mit den Randbereichen, den Alverdeschen Gartenelementen und des Wegesystems disku­ tiert. Die Arbeiten werden im Bezug auf Nutzbarkeit, Pflege- und Unterhaltungsaufwand und Kosten analysiert. Das Preisgericht stimmt mit einfacher Mehrheit ab, welche Arbeiten im Wettbewerbsverfahren weiter diskutiert und bewertet werden, wobei Stimmenthaltungen ausgeschlossen werden: ja : nein 7:0 5:2 1:6 1:6 0:7 5:2 7:0 0:7 4:3 1:6

1480 1481 1482 1483 1487 1488 1489 1490 1491 1493

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Die Arbeiten 1482, 1483, 1487, 1490 und 1493 sind ausgeschieden. Somit sind die Arbeiten 1480, 1481, 1488, 1489 und 1491 in der engeren Wahl.

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Da statt der erwarteten 20 nur 16 Arbeiten abgegeben wurden, stellt Herr Herrmann den Antrag, die gemäß Auslobung für 4 Preise und 2 Anerkennungen vorgesehene Preissumme auf 3 Preise und 2 Anerkennungen zu verteilen. Der Antrag wird einstimmig angenommen.

1.6 Arbeiten der engeren Wahl
Von 15:50 Uhr bis 16:55 Uhr werden die Arbeiten der engeren Wahl durch die Sach- und Fachpreisrichter schriftlich beurteilt. Die Textentwürfe wer­ den abschließend im Planum verlesen, diskutiert und in der folgenden Form verabschiedet: Arbeit 1480 Der historische Wert der Parkanlage wird aufgegriffen. Die räumliche Grundstruktur ist zeitgemäß weiterentwickelt. Der straßenbegleitende Gehölzbestand wird durch Schneiden der Sträucher und Aufastung der Bäume zu einer durchlässigen Nutzungszone transformiert. Das Auslichten des Baumbestandes im Inneren des Parks schafft weite Blickbeziehungen und landschaftliches Erleben. Innerhalb der räumlichen Grundstruktur werden Funktionsperlen ausgewiesen, die Angebote für unterschiedliche Nutzer bieten. Die vielfältigen Angebote sollten jedoch nicht zu einer zu starken nutzungsspezifischen Zonierung führen. Parallel zur räumlichen Offenheit ist auch eine Nutzungsoffenheit anzustreben. Der Ottoplatz wird als Quartiersplatz in seinem Charakter gestärkt. Er präsentiert sich offen und aufgeräumt. Die räumlichen Elemente (Heckenkörper, Spielbereiche) leiten sich aus dem formalen Gesamtkonzept ab. Der Übergang vom Ottoplatz in den Park wird aufgeweitet und das bestehende Toilettenhäuschen integriert. Auch die Wegebeziehung ist durch Zurücknahme des Gehölzbestandes aufgeweitet. Das ergänzte Rasenoval verleiht dem Bereich eine selbstverständliche Kontur. Das geometrische Rasenparterre ist dem Platz an der Thusnelda-Allee schlüssig zugeordnet. Der zentrale Verbindungsbereich zwischen Alt-Moabit und Turmstraße wird klar und selbstverständlich angelegt. Die Gartendenkmal-Bereiche sind in ihrem Grundlayout erhalten und durch extensive Blumenwiesen nachgezeichnet. Der Senkgarten wird in seinem Charakter zugunsten einer offeneren, den heutigen Ansprüchen entsprechenden Gestalt weiterentwickelt. Ebenso werden die Gartenhöfe zeitgemäß überarbeitet. Die östlichen Spielbereiche erscheinen aus Nutzersicht zu sehr an den Rand gerückt und könnten in der flächigen Ausdehnung mehr Gewicht bekommen. Insgesamt greift der Entwurfsverfasser auf bestehende Materialien und Elemente zurück und ordnet diese neu an. Es gelingt der Arbeit, die komplexen räumlichen und funktionalen Anforderungen in einen schlüssigen Gesamtzusammenhang zu setzen. Die Bestandsituation mit ihren gartendenkmalpflegerischen Relikten wird behutsam aufgegriffen und in eine ausdrucksstarke, zeitgemäße Parkanlage überführt.

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Arbeit 1481 Das Konzept besticht durch das konsequente Ausräumen des Vegetationsbestandes. Die Strauchpflanzungen werden weitgehend entfernt. Der Baumbestand wird großzügig ausgelichtet. Die formalen Gartenelemente von Alverdes und die historische Wegeführung bleiben erhalten und werden in das Konzept integriert. Vorhandene Aktionsbereiche werden durch neue Plätze sowie rote Bänke und Sitzelemente und eine sich aus der Rollerbahn entwickelnde Spielskulptur ergänzt. Mit dieser Strategie wird eine großzügige, übersichtliche und vielseitig nutzbare Parkanlage mit besonnten Liegewiesen, Rückzugsnischen und hoher Aufenthaltsqualität geschaffen. Das undifferenzierte Auslichten der Vegetation beeinträchtigt Naturschutzbelange, die historische Konzeption und die Kleinteiligkeit der Raumbildung. Die Lange Bank im Ottopark ist an diesem Ort disfunktional, die starken neuen Farbakzente werden wegen des Kontrastes zu den Kirchen und der Materialität der Gartenhöfe kontrovers diskutiert. Die Wiederherstellung des historischen Blumengartens, des Senkgartens und der Gartenhöfe einschließlich der Wasserspiele trägt zu einer geringfügigen Budgetüberschreitung sowie zu hohen Unterhaltungskosten bei. Kompensatorisch werden keine extensiv bewirtschaftbaren Bereiche vorgeschlagen. Es bestehen Zweifel, ob die Kombination der Rollerbahn mit den vorgeschlagenen zusätzlichen Spielnutzungen konfliktfrei funktionieren kann. Arbeit 1488 Die Arbeit nimmt den Grundcharakter der Alverdeschen Wegeplanung in Führung und Materialwahl im Kleinen Tiergarten auf und überträgt sie auf alle Wege und Promenaden im gesamten Planungsbereich. Dies führt zu einer willkommenen Kontinuität und einem starken Zusammenhalt der durch Straßen und Gebäude geteilten Parkteile. Gleichzeitig wird der derzeitig vorhandene Materialmix beseitigt. Die Verfasser betonen durch eine umlaufende aufgeastete Bestandsbaumreihe die Ränder des Parks und fassen ihn damit zusätzlich zu einer Einheit zusammen. Die den Park fassenden Strauchflächen werden in Teilen auf die Höhe von 1,50 m zurückgeschnitten bzw. werden neue niedrige Sträucher gepflanzt. Dies ermöglicht einerseits eine wirksame psychologischen Abschirmung vom starken Verkehr und andererseits wegen der Überschaubarkeit ein hohes Sicherheitsgefühl. Die Anzahl an Eingängen erscheint zu gering, um die gewünschte Durchlässigkeit zu erhöhen. Durch die konsequente Rekonstruktion bzw. sinnfällige Ergänzung der historischen Wegestruktur ist der Entwurf in der Lage, Alverdes´ Wohngärten gelungen einzubinden. Bei dem Blumengarten und dem Senkgarten wird in Fassung und Füllung anscheinend auf die Originalpläne zurückgegriffen, die Gartenhöfe hingegen werden entgegen ihrer ursprünglichen Intention als Rückzugsort zu Spielhöfen umprogrammiert. Die Verfasser schlagen dort u.a. einen etwas beliebig wirkenden Wasserspielplatz vor. Zusätzliche Wasseranlagen zu den historischen werden jedoch aus Gründen des Unterhalts kritisch gesehen. Zusätzlich wird ein Skatepool, dessen eckige Form funktional fragwürdig erscheint, im Osten des Kleinen Tiergarten angeboten. Auf dem Ottoplatz wird ein schlichter Grandplatz vorgeschlagen. Angebote für Jugendliche fehlen. Insgesamt weicht das Angebot an Spielflächen stark von der

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Anforderungen der Auslobung ab. Die Arbeit überzeugt durch ihre starke Konsequenz, erscheint aber in der Detaillierung und in ihrem Bezug zum umgebenden Kiez sowie als Verweis in die Zukunft etwas uninspiriert. Arbeit 1489 Der Entwurf zielt räumlich zunächst auf eine konsequente Stärkung der Ost-West-Ausrichtung: Das Alverdes-Prinzip des grünen Saums wird aufgegriffen, die Parkmitte durch gezielte Eingriffe in den Baumbestand in Längsrichtung geöffnet. Die Blickbeziehungen zu den Kirchtürmen werden prägend für den Innenraum. Die Säume werden perforiert und zu „Kontakträumen“. Dieses räumliche Leitbild ist plausibel und nachvollziehbar. Die Eingriffe in den Baumbestand sind im Detail nochmals kritisch zu prüfen. Die Nord-Süd-Beziehungen werden durch sensibel proportionierte Platzräume und Köpfe eingeleitet. Der Park erhält damit neue Nutzeroberflächen mit weitgehender Wahrung des historischen Wegenetzes. Der Ottoplatz ist in seiner Gewichtung und Gliederung als „Platz“ und „Aktionsfeld“ richtig geschnitten. Auch der Platz vor dem Gemeindehaus wird positiv gesehen. Nicht nachvollziehbar ist dagegen die expressive Ornamentik des Platzbelages. Das Toilettenhaus an der Ottostraße steht im Hinblick auf die notwendige soziale Kontrolle am falschen Ort. Gewürdigt wird das offene Spielkonzept an der Rollerbahn. Die Tierobjekte stellen dabei eine originelle Referenz zu Geschichte und Namen des Parks dar. Über die detaillierte Form dürfte noch gestritten werden. Ob die Zufügung neuer Materialitäten an den Plätzen und die sehr kräftigen skulpturalen Spielobjekte den Park zu stark überformen, wird kontrovers diskutiert. Die Strategie der Vereinfachung und punktuellen Aktivierung der Gartendenkmale stellt einen gangbaren Weg dar. Im Mittelpunkt steht dabei der Erhalt des Grundgerüsts. Die Wiederherstellung von Wasserbecken wird nicht als vordringlich angesehen. Der Entwurf stellt insgesamt einen räumlich überzeugenden und in vielen Details originellen Beitrag dar. Er schwebt etwas in der Gefahr, diese Originalität zu überziehen. Arbeit 1491 Der Vorschlag Moabitbeet stellt ein Konzept dar, das in 3 Phasen entwickelt werden soll. Die Verfasser gehen davon aus, dass die bestehende Substanz eine tragfähige Grundstruktur darstellt, die es weiter zu entwickeln gilt. Dieser prozessuale Ansatz wird positiv bewertet, insbesondere werden die partizipatorischen Ansätze, die den einzelnen Phasen zugeordnet sind begrüßt. Die Entwicklung der Parkbereiche gliedert sich in eine Vielfalt von Einzelmaßnahmen auf, die teilweise beliebig erscheinen. Die Entwicklung des Stadtrings trägt der Idee der Verfasser Rechnung, einen urbanen, aktiven Ort zu initiieren. Dadurch wird die heutige Situation

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der Abgeschlossenheit aufgebrochen und die innen liegenden Bereiche sollen dadurch eher den ruhigeren Nutzungen zugeordnet werden. Der Versuch, durch eine den Gesamtbereich umfassende Geste das Innen und Außen des Parks besser miteinander zu verbinden wird als positiv angesehen. Die Verortung und die Lage der verschiedenen Aktivitäten im Randbereich wird kritisch gesehen. Die Funktionsaufteilung von Bewegungsfläche und Fußgängerraum erscheint fragwürdig. Die bestehenden Gartendenkmale sowie Nutzungsinseln werden in ihrer Form beibehalten und sollen durch Bürgerengagement neu besetzt und aktiviert werden. Dieser Ansatz verlangt nach einem langfristigen Beteiligungsprozess der den Umbau des Parkfläche Kleiner Tiergarten/ Ottopark begleitet und auch die zukünftige Pflege und Unterhaltung muss in ein neues Konzept überführt werden. Für diesen partizipatorischen Ansatz zeigt die Arbeit jedoch keinen überzeugenden Weg auf. Insgesamt ist die Vielzahl der Einzelmaßnahmen doch sehr divers und die Gesamtstrategie führt nicht zu einem räumlich umsetzbaren Konzept.

1.7 Festlegung der Rangfolge und der Preise
Unter den Preisrichtern/ -innen wird ein Meinungsbild zur Rangfolge der Arbeiten hergestellt und mit inhaltlichen Stellungnahmen begründet. Um 18:00 Uhr wird zunächst über die Rang- und Preisverteilung abgestimmt: 5. Rang 4. Rang 3. Preis 2. Preis 1. Preis 1491 1488 1481 1489 1480 7:0 6:1 5:2 7:0 7:0

Anschließend beschließt das Preisgericht einstimmig folgende Aufteilung der Preissumme: 5. Rang 4. Rang 3. Preis 2. Preis 1. Preis 1491 1488 1481 1489 1480 3.400 € 3.400 € 6.000 € 11.100 € 16.100 €

1.8 Empfehlung des Preisgerichtes
Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober einstimmig, die Arbeit 1480 zur Grundlage der Realisierung der Freiraumgestaltung des Kleinen Tiergarten

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/ Ottopark zu machen und die Verfasser der Arbeit entsprechend Punkt 1.13 der Auslobung zu beauftragen. Bei der weiteren Bearbeitung sind die Empfehlungen der Preisrichterbeurteilung 1480 (siehe Punkt 1.6) zu be­ rücksichtigen. Darüber hinaus sind folgende Punkte zu beachten: - Die Strauchinseln sind gestalterisch zu präzisieren; - Das Spielangebot für Jugendiche ist zu konkretisieren; - Ein einfaches und nachvollziehbares Materialkonzept für die Wege ist 
 auszuformulieren; 
 - Der Spielfläche im östlichen kleinen Tiergarten ist eine größere 
 Bedeutung zuzuweisen;
 - Die Kostenobergrenze gem. Punkt 3.6 der Auslobung ist einzuhalten.

1.9 Abschluss der Preisgerichtssitzung
Nach Öffnung der Verfasserumschläge werden die Namen der Verfasser, der Preise, der Ränge und der Rundgänge verlesen. Die Namen aller teil­ nehmenden Planungsbüros sind der Liste unter Punkt 1.12 zu entneh­ men. Der Vorsitzende entlastet die Vorprüfung und bedankt sich für die fundierte und tiefgehende Prüfung der Arbeiten und gibt den Vorsitz zurück an den Auslober. Im Namen des Auslobers dankt Herr Kühne allen Beteiligten, insbesondere dem Vorsitzenden des Preisgerichtes. Darüber hinaus dankt er allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit und die gute Durchführung des Verfahrens. Im Namen des Bezirks bedankt sich Herr Gothe bei der Senatsverwaltung für Stadtenwicklung für die Durchführung des Wettbewerbsverfahrens. Die Sitzung endet um 18:45 Uhr. Die Preisträger werden im Anschluss an die Sitzung telefonisch von Herrn Herrmann informiert. Die anderen Wettbewerbsteilnehmer/ -innen und die Öffentlichkeit werden umgehend über das Wettbewerbsergebnis infor­ miert. Am 16. August ist ein Presserundgang durch den Kleinen-Tiergarten / Ottopark mit Staatssekretärin Dunger-Löper geplant. Die Ausstellungseröffnung ist für den 23. August vorgesehen. Der Ausstellungsort steht noch nicht fest und wird rechtzeitig bekannt gege­ ben. Das Protokoll wurde von dem Vorsitzenden des Preisgerichts gelesen und genehmigt. Protokoll: Rüdiger Amend

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1.10

Protokollfreigabe der Preisrichter

Das Protokoll wird genehmigt:

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1.11

Anwesenheitsliste

Nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb Kleiner Tiergarten / Ottopark Berlin Mitte Preisgerichtssitzung Dienstag, den 06.07.2010, Beginn 9:15 Uhr bis 18:45 Uhr
 Finanzamt Wedding (ehemaliger Kassenraum)
 Osloer Straße 37, 13359 Berlin


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1.12

Teilnehmer des Wettbewerbs

Preisträger Arbeit 1480 1. Preis Verfasser: Mitarbeiter: Latz & Partner GbR, Kranzberg Tillmann Latz, Gerwin Gruber Marcus Rindt, Michael Stegmeirer

Arbeit 1489 2. Preis Verfasser: Mitarbeiter: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden Till Rehwaldt Claudia Schreckenbach, Isabel Bartsch, Angelika Aurin, Frederike Holland, Laura Dehler

Arbeit 1481 3. Preis Verfasser: Mitarbeiter: a24_landschaft, Berlin Steffan Robel Jan Grimmek, Stefan Grieger, Guilia Rube, Indra Mattes, Clara Lescourret, Anand Thadani, Ariane Holz

Arbeit 1491 Anerkennung Verfasser: Mitarbeiter: ecosistema urbano architectos s.l.p., Madrid Belinda Tato Serrano José Luis Vallejo, Michael Moradiellos, Domenico Di Siena, Jaime Eizaguirre, Maria Luisa Zancada, Johannes Kettler, Elisa R. Laval, Charlotte Pfrommer, Fernando Claro

Arbeit 1488 Anerkennung Mitarbeiter: WES & Partner, Hamburg Berater: Hans-Herrmann Krafft Henriette Henning, Janin Knobloch, Anna Krawiec, Maria Gehrmann, Andreas Weber

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2. Rundgang Arbeit 1482 2. Rundgang 	 Verfasser: 	 atelier le balto, Berlin Marc Pouzol, Veronique Faucheur, Florian Heilbronner, Nil Lachkareff

Arbeit 1483 2. Rundgang Verfasser: Mitarbeiter: geskes.hack Landschaftsarchitekten, Berlin Kristina Hack, Christof Geskes Volker Röhrs, Lukas Mettler, Maik Karl

Arbeit 1487 2. Rundgang 	 Verfasser: 	 Mitarbeiter: 	 huttereimann Landschaftsarchitektur GmbH i.G., Berlin Barbara Hutter, Stefan Reimann Friederike Lichtenthal, Christian Roeder, Anja Schier, Lynn Hennies, Jana Neumann

Arbeit 1490 2. Rundgang Verfasser: Mitarbeiter: Büro Kiefer, Berlin Gabriele G. Kiefer, Andreas Westendorf Melanie Krebs, Erik Ott, Rickmeer Niehuuss, Guilia Ciccone

Arbeit 1493 2. Rundgang Verfasser: Mitarbeiter: 1. Rundgang Arbeit 1484 1. Rundgang Verfasser: Mitarbeiter: lohrer.hochrein, Mnchen Ursula Hochrein, Axel Lohrer Till Kwiotek Hahn Von Hantelmann, Berlin Inga Hahn Altan Arslanoglu, Kristian Daahlgard

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Arbeit 1485 1. Rundgang Verfasser: Mitarbeiter: Arge O., Berlin Marina Heine, Katrin Böhringer, Claudia Hilt Jenny Sprafke, Pia Custodis

Arbeit 1486 1. Rundgang Verfasser: Mitarbeiter: Henningsen Landschaftsarchitekten, Berlin Jens Henningsen Anna Martinez Sabann, Eva Zerjatke, Sebastian Thönnessen, Peter Bringt

Arbeit 1492 1. Rundgang Verfasser: Mitarbeiter: Landschafts.Architektur Birgit Hammer, Berlin BIrgit Hammer Ulrike Brinsa, Daniela Otto, Susanne Stiegat

Arbeit 1494 1. Rundgang Verfasser: Mitarbeiter: Ariol & Fiol, Barcelona Carmen Fiol Elisa Deina, Nicole Garlich, Jayon You, Stafano Tiracchia, Silva Floris, Illaria Congia, Cineia Cabras, Ramona Stiehl, Fanny Braillet

Arbeit 1495 1. Rundgang Verfasser: Mitarbeiter: Vogt Landschafstarchitekten AG, Zürich Günther Vogt Ralf Günther Voss, Rolf Heinrich Breer

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2.

Bericht der Vorprüfung

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CD-Rom 1 Räumliche Darstellung Ottopark / Ottoplatz 1 Räumliche Darstellung Kleiner Tiergarten
Verzeichnis der eingereichten Unterlagen Vertiefungsbereich Promenade M 1:250

Vertiefungsbereich Rollerbahn M 1:250

Verkleinerung des entwurfs in DIN A 4

Vertiefungsbereich Ottoplatz M 1:250

.pdf-Dteien der Präsentationspläne

.tif-Dateien der Präsentationspläne

Ausstattung, Materialverwendung

ersion 2000 oder tiefer)

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Leistung liegt vor Leistung liegt nicht vor anderer Maßstab keine Zusammendassungstabelle Text nicht in geforderten Umfang nur Zusammenfassungstabelle

5 kein A4 Format 6 mehr als 1 Perspektive 7 1 Blatt doppelt, 1 Blatt fehlt (digital vollständig abgegeben) - wurde nachgereicht 8 M 1:2500 9 Als separate A4 Blätter in 2. Lieferung, fristgerechte Erstellung nicht prüfbar.

Kostenermittlung als .xls-Datei
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Erläuterungsbericht (3 Seiten)

Prüfplan Promenade M 1:250

Prüfplan Rollerbahn M 1:250

Prüfplan Ottoplatz M 1:250

Ansichten, Schnitte. etc.

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Verfassererklärung

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Prüfplan M 1:500

Entwurf M 1:500

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Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll

28

2.3 Kriterienkatalog laut Auslobung
Konzept Leitidee, Grundstruktur Einbindung in das städtebauliche Umfeld Umgang mit dem Bestand Einbindung der Verkehrsansprüche und verkehrlichen Planung Beachtung der Belange des Denkmalschutzes Vernetzung der umliegenden Freiräume Raumbildung und -verknüpfung Orientierung und Erschließung Flexibilität Gestaltung Gestaltqualität Vegetation Material und Inventar Nutzungen Räumlich-gestalterische und räumlich­ funktionale Planung in Bezug auf unterschi­ edliche Nutzungsgruppen Nutzbarkeit ohne Barrieren Sicherheit und Transparenz Realisierbarkeit Einhaltung verbindlicher Vorgaben Einhaltung des Kostenrahmens Wirtschaftlichkeit in Bezug auf Folgekosten für Pflege und Unter-haltung Stufenweise Umsetzung Inhaltliche Aussagen sind Bewertungskriterien abgeprüft. anhand der

2.4 Verfahren der Vorprüfung / Kostenprüfung
Die Vorprüfung wurde im ehemaligen Kassenraum des Finanzamtes Berlin-Wedding, Osloer Str. 37, Berlin durchgeführt. Grundlage der Vorprüfung waren die Auslobung, speziell die geforderten Leistungen (Auslobung S. 13 f.) und die aufgeführten Kriterien (Auslobung S. 15 f.). Zusätzlich wurden die Aussagen zu den Rückfragen und die verbalen Stellungnahmen der Sachverständigen berücksichtigt. Die Flächen, Massen, Mengen und Kosten wurden überprüft und - im Sinne einer Vergleichbarkeit der Arbeiten untereinander - korrigiert. Die bestehenden Bäume des Wettbewerbsgebiets und der anliegenden Straßen wurden auf Erhalt bzw. Wegfallen geprüft. Entwurfsbedingte Baumfällungen wurden kostenmäßig erfasst, sofern diese nicht in den Kostenermittlungen erfasst worden sind. Die Entwürfe wurden im Hinblick auf den Pflegeund Unterhaltungsaufwand eingeschätzt. Lediglich Einzelelemente, die einen erhöhten Pflege- bzw. Unterhaltungsaufwand erwarten lassen, sind textlich erwähnt. Die eingegangenen Arbeiten wurden vom Kostenprüfer und den Mitarbeitern der Vorprüfung bezüglich Baukosten geprüft. Dazu wurden die von den Verfassern zu erstellenden Kostenschätzungen hinsichtlich Mengen, Leistungsumfang und Einheitspreisen überprüft. Die Verfasser hatten für die im Maßstab 1:250 darzustellenden drei

Vertiefungsbereiche (VTB) jew. eine Kostenschätzung 
 anzufertigen.
 Für die Summe der drei Vertiefungsbereiche (VTB 
 1: Ottopark, VTB 2: Promenade U-Bahn, VTB 3: Östlicher Kleiner Tiergarten, Bereich Rollerbahn) wurde ein Höchst-Kostenrahmen von insgesamt 1.850.000,- EUR netto Baukosten vorgegeben, der überprüft wurde. Für die einzelnen VTB wa­ ren nicht verbindliche Teil-Kostenrahmen vorge­ geben. Zur Vergleichbarkeit der Arbeiten wur­ den die Vertiefungsbereiche streng an den vorge­ gebenen Grenzen geprüft, Veränderungen bzw. Vergrößerungen der VTB wurden egalisiert. Mindestforderungen, die sich aus der Auslobung ergeben (Beleuchtung, Bewässerung, Sanierung Gartenhöfe und Pergola, Baumfällungen usw.) wur­ den, sofern nicht bereits in der Kostenschätzung ent­ halten, hinzugefügt. Im Falle einer Überschreitung des Budgets der Vertiefungsbereiche bis 5% wurde diese Überschreitung als „geringfügig“ bewertet. Um die Flächen außerhalb der Vertiefungsbereiche sanieren zu können, war ein Mindest-Kostenrahmen von 2.150.000,- EUR netto Baukosten vorgegeben worden. Eine Kostenschätzung war nur bei zusätz­ lichen Schwerpunkten außerhalb der VTB gefor­ dert. Um die Einhaltung des Gesamtbudgets von 4.000.000,- EUR netto Baukosten zu beurteilen, wur­ den im Rahmen der Kostenprüfung stichprobenartig Auswirkungen von Entwurfsteilen überprüft, die im vorgegebenen Sanierungsaufwand von 52,- EUR/m2 nicht realisierbar sind.

Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll

29

2.5.

Sachverständige

Während der Vorprüfung wurde den Sachverständigen die Gelegenheit gegeben, die Wettbewerbsarbeiten einzusehen, um den Vorprüfern fachliche Fragen zu beantworten bzw. die eigenen Belange abzuprüfen. Folgende Sachverständige haben am 21. bzw. 25.6. 2010 hiervon Gebrauch gemacht und waren bera­ tend tätig. Cagla Ilk Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Frauenbeirat Dr. Elke Baranek Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Frauenbeirat Constanze Hurny Bezirk Mitte von Berlin, Stadtplanung Guido Schmitz Bezirk Mitte von Berlin FB Denkmalschutz Sabine Krutzsch Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Stadterneuerung Andreas Wilke KoSP Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement, Prozesssteuerung Stadtteilzentrum Turmstraße

Ekkart Eichhorst Bezirk Mitte von Berlin SGA Karl Bösel Polizeiabschnitt 33 Präventionsbeauftragter

Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll

30

2.6 Übersichtstabelle

1480

1486

1492

1481

1487

1493

1482

1488

1494

1483

1489

1495

1484

1490

1485

1491

Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll

31

2.7 	 Einzelberichte der Arbeiten 1480 bis 1495
Jede Wettbewerbsarbeit wird auf einer Doppelseite dargestellt Gliederung der Einzelberichte Entwurfsabbildung mit Kenndaten des Entwurfs Gestaltungskonzept Ottoplatz/Ottopark Westlicher Kleiner Tiergarten Östlicher Kleiner Tiergarten Realisierbarkeit Zitate der Verfasser wurden im Bericht kursiv kenntlich gemacht.

Latz und Partner, / Ottopark Ergebnisprotokoll Kleiner TiergartenKranzberg / 1.Preis

1480 


Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m2 21 % 61 % 19 % 26 Stk 10 Stk 0 Stk

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 33 % 17 % 50 % 13 Stk 5 Stk 0 Stk 0 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 17 % 34 % 49 % 133 Stk 22 Stk 0 Stk 1 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Latz und Partner, / Ottopark 1.Preis Kleiner Tiergarten Kranzberg / Ergebnisprotokoll

1480
2. Der Baumbestand wird soweit zurückgenommen, wie es der ursprünglichen Planung näher kommt. Auf diese Weise sollen Licht und Wärme in den Park kommen, Blickbeziehungen und nutzbare Rasenflächen geschaffen werden. Die erhaltenen Bäume werden unterschiedlich hoch aufgeastet, so dass ein Dialog zwischen Heckeninseln und Baumdach entsteht. 3. Die neue Programmierung des Parks (s. unten) hat zum Ziel, allen Nutzergruppen angemessene Räume zur Verfügung zu stellen. Staudenbeete werden als Rasen oder Blumenwiese mit Geophyten oder extensiven Staudenpflanzungen gestaltet. Ottoplatz/ Ottopark Ottoplatz und Ottopark werden „aufgeräumt“ und geöffnet. Auf dem Ottoplatz entstehen Heckeninseln entlang der nördlichen und südlichen Ränder, an der Ottostraße ein modellierter Spielbereich (EPDM-Belag) mit einem benachbarten großen Sitzelement. Die innenliegende Fläche erhält eine wassergebundene Wegedecke. Der nördlich an die vorhandenen Spielplätze angrenzende Parkteil dient als Verbindungsraum und wird teilweise von Gehölzen freigestellt, so dass nutzbare Rasenflächen entstehen. Das Halboval im Ottopark wird komplettiert und als offene Rasenfläche gestaltet. Im Bereich der ehemaligen Spielflächen sind Heckeninseln vorgesehen.DeröstlichanschließendeThusneldaplatz wird verkehrsberuhigt und analog zum Platz vor der Heilandskirche mit Platten und Pflaster befestigt. Es wird ein großes Sitzelement angeboten. Westlicher Kleiner Tiergarten Die historische Parkform bleibt weitgehend erhalten. Durch Öffnung der Vegetation werden Blickbeziehungen zur Heilandskirche geschaffen. Die Bereiche um die U-Bahnstation dienen als Treffpunkt, Wegeverbindung und Wartebereich. Westlich der bestehenden Verbindung wird eine zusätzliche Wegeverbindung für U-Bahn-Nutzer angeboten. An der Stromstraße und der Strasse Alt-Moabit ist jeweils ein großes Sitzelemente verortet. Östlicher Kleiner Tiergarten An der Stromsraße entsteht eine leicht erhöhte Terrasse mit Café. Es schließen sich die Senkgärten an, die als Ruhezone dienen. Von einer Neubepflanzung wird abgesehen, die Einfassungen der historischen Beete sollen als Bodenreliefs sichtbar sein. Zwischen Senkgarten und Rollerbahn liegt die offene Rasenfläche. Die Gartenhöfe bleiben in ihrer historischen Abgrenzung erhalten. Das Dach des östlichen Hofs wird als regen- und lichtdurchlässige Holzpergola erneuert und mit Sitzbänken ausgestattet. Die benachbarte Rollerbahn (Skaterrail) erhält einen neuen Belag aus Asphalt. Sie wird durch Spielbereiche am östlichen Parkrand ergänzt. Die Spielflächen erhalten unterschiedliche Bodenbeläge wie z.B. Holz, Kies, EPDM. Die Eingänge im Nordosten und Südosten sind jeweils mit einem großen Sitzelement markiert. Realisierbarkeit o Die stufenweise Umsetzung des Konzepts erscheint möglich. o Die Pflege der Heckeninseln (Schnitt) erscheint aufwendig. o	 Die Arbeit unterschreitet den Kostenrahmen der Vertiefungsbereiche deutlich. Dies gilt für alle Vertiefungsbereiche. Die Einhaltung des Gesamtbudgets ist trotz zusätzlicher Schwerpunkte des Verfassers außerhalb der Vertiefungsbereiche möglich.

Gesamtkonzept Die Straße ist heute integraler Bestandteil des Systems öffentlicher Räume. Wir sehnen uns nach sonnigen und einsehbaren, sozial kontrollierten Parkräumen, die allen Nutzergruppen gerecht werden und wieder dazu einladen, sich einen Park anzueignen. Die Nutzungsansprüche haben sich gewandelt, weg von einer Konsensgesellschaft, die gepflegte Blumenarrangements und zurückhaltende Wasserspiele beim Spazieren und von entsprechend aufgestellten Bänken aus geniest, hin zu einem komplexen Miteinander, das Gemeinschaft in respektvollem Abstand zueinander kultiviert. Die Parkanlagen werden an ihren Rändern geöffnet und über Nord-Süd-Wege mit der Umgebung verknüpft. Der Grundcharakter der Parkteile mit ihren formalen und räumlichen Gartenelementen soll dabei erhalten und durch 3 Maßnahmen weiter entwickelt werden: 1. Der dichte Gehölzrand wird zu Heckenkörpern mit neuer Nutzungszone umgestaltet. So entsteht ein durchlässiger Filter mit kleinteiligen Räumen und einer Vielzahl an Ein- bzw. Ausgängen. Die Höhe der Heckeninseln bleibt größtenteils überschaubar. Künftig sollen sie ein unverwechselbares Merkmal werden und die Parkteile formal und inhaltlich miteinander verbinden. Zur klaren Zuordnung als Parkraum ist der Bodenbelag der Parkrandzone aus einer wassergebundenen Decke hergestellt. Die Heckeninseln werden überwiegend aus Bestandssträuchern hergestellt, vereinzelte Nachpflanzungen bestehen aus schnittextensiven Pflanzen wie z.B. Wildrosen oder Berberitzen. Bestandsbänke sind an der Innenseite der Heckenkörper angeordnet, während an ihren Außenseiten Sitzmauern den Schwung der Heckeninseln nachzeichnen. Große, amorph geformte Sitzelemente markieren Hauptzugänge und Sichtfenster.

a24_landschaft, Berlin / 3.Preis Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll

1481

Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m2 95 % 2% 3% 26 Stk 18 Stk 2 Stk

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 30 % 21 % 49 % 13 Stk 9 Stk 0 Stk 1 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 29 % 25 % 46 % 133 Stk 75 Stk 3 Stk 19 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll a24_landschaft, Berlin / 3.Preis

1481
vorhandenen Natursteinkante gefasst, Bänke werden frei auf den Rasen gestellt, Blickbeziehungen zur Heilandskirche sind möglich. Die Thusneldaallee bildet eine deutliche räumliche Öffnung. Sie wird bis zur Fassade der Heilandskirche einheitlich mit überfahrbaren Natursteinplatten belegt. Zum Ottopark bildet eine Betonbank den Platzabschluss. Westlicher Kleiner Tiergarten Der Blumengarten im westlichen Kleinen Tiergarten nimmt wesentliche Aspekte der Planung aus den 50er Jahren auf. Die Blumenbeete werden von wassergebundenen Wegen begleitet, es sind lange Blicke über die Rasenfläche möglich. Konzeptgemäß sind die Ränder geöffnet. An der Turmstraße sind aus den ehemaligen Spielbereichen für Kleinkinder drei in der Größe angelehnte Holzdecks auf der Pflasterfläche eingeordnet. Die Nord-Süd-Promenade ist unauffällig als 6 m breiter Weg eingeordnet. Östlicher Kleiner Tiergarten Östlich der Stromstraße bildet ein kleine Platzfläche den Auftakt in den Park. Das Park-Café erhält einen gradlinig abgegrenzten, befestigten Bereich für seine Außengastronomie. Der östliche Bereich des kleinen Tiergartens ist mit seinen drei historischen Elementen Senkgarten/ Rosengarten, Gartenhöfe und Rollerbahn in seiner Struktur wieder erstellt. Innerhalb der historischen Elemente werden die Wasserspiele erneuert und die Bepflanzung wieder erstellt. In den Gartenhöfen sind die Pflanzbeete spielerisch in Qudratform variiert und nur in Anlehnung an die historischen Vorgaben dargestellt. Die Sitznischen entlang der Straße Alt-Moabit sind ohne neue Staudenflächen erhalten. 
 Im östlichen Vertiefungsbereich ist eine neue 
 Spiellandschaft entstanden. Entlang einer gradlinigen 
 Durchwegung von der Turmstraße nach Alt-Moabit entsteht nördlich eine kleine Platzfläche mit drei Spielangeboten. Einzelne Bäume und eine bestehende Skulptur akzentuieren die Öffnung in den Park. Eine neue Spielfläche ist an der Grenze zur Oberschule/ St. Johannisgemeinde vorgeschlagen. Hier bildet wie am Ottopark/ Ottoplatz eine lange Holzbank einen Abschluss und Identifikationspunkt. Die Rollerbahn ist in ihrer südlichen Schleife freigestellt, Kletterbäume aus Holz sind zwischen realen Bäumen auf dem bestehenden Hügel von 2,50 m eingeordnet, die nördliche Schleife ist als Mulde um etwa 1 m abgesenkt. Der neue Belag aus EPDM geht teilweise über die historische Schleifenfigur hinaus und bildet den Untergrund für neue Schaukeln. Realisierbarkeit o	 Der Teilbereich östlich des Sommergartens ist nur im Prüfplan als Natursteinfläche dargestellt. Der Vorplatz der Heilandskirche ist mit überplant. o	 Die stufenweise Umsetzung des Konzepts erscheint möglich. o	 In den historischen Gartenteilen erscheinen die komplett rekonstruierten Staudenpflanzungen pflegeaufwendig. o	 Die Arbeit überschreitet den Kostenrahmen der Vertiefungsbereiche geringfügig. Während die VTB 2 und 3 unterhalb des Kostenrahmens liegen, liegt VTB 1 darüber. Aufgrund von Schwerpunkten im Mobiliar ist eine Überschreitung des Gesamtbudgets nicht auszuschließen.

Gesamtkonzept Ziel ist es, die beiden Straßen Turmstraße und Alt-Moabit über die Parkanlage wieder zu einer räumlichen Einheit zu verbinden. Unter der Zielsetzung der Verbindung ist eine Öffnung nach außen unumgänglich. Die Parkanlage wird luftiger, transparenter und übersichtlicher. Gleichzeitig ist die räumliche Qualität der historischen Anlage prägend und erhaltenswert. Punktuelle Eingriffe strukturieren die Parkanlagen und setzen die historischen Elemente in Wert. Die umrahmenden Gehölzstreifen werden zugunsten von Transparenz komplett entfernt. Die Erhöhung der Querungsmöglichkeiten und die Gliederung des Parkes in Ost-West-Richtung durch kleinere Platzflächen verbinden den Park funktional mit dem Straßenraum. Der jetzt mögliche Durchblick ermöglicht zusätzliche Blickbeziehungen und räumliche Orientierung. Die Verfasser ordnen die beiden Parkanlagen neben dem Fritz-Schloss-Park und dem Spreeufer im übergeordneten Freiraumkonzept der Stadt ein. Die Anbindung erfolgt über konsequente Straßenbaumpflanzungen, jedoch wird auch der innerhalb des Blockes liegende Essener Park als Baustein im Grünsystem der Stadt begriffen. Ottoplatz/ Ottopark Der Ottoplatz wird als kleiner Stadtplatz neu gestaltet. Kiosk und WC-Gebäude bleiben erhalten. Der Platz wird mit Mosaikpflaster befestigt, auf der lose Holzsitzobjekte vorgesehen sind. Parkseitig sind auf einer Fläche von 13 x 5 m verschiedene Spielangebote eingeordnet: Vier Tischtennisplatten, zwei Boulespielbahnen und ein Kleinspielfeld beleben in strenger Anordnung den Platz. Zum Rasenoval des Ottoparks führt ein wassergebundener Weg nördlich des großen Spielplatzes, die Gehölzflächen werden begleitet von der mit Vor- und Rücksprüngen versehenen Ottobank aus Holz. Das Rasenoval des Ottoparks ist von der

atelier Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll Kleinerle balto, Berlin / 2. Rundgang

1482


Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m
2

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 24 % 28 % 48 % 13 Stk 0 Stk 0 Stk 0 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 28 % 12 % 60 % 133 Stk 3 Stk 0 Stk 3 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

27 % 62 %

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

11 %
26 Stk 0 Stk 13 Stk

atelier Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll Kleinerle balto, Berlin/ 2. Rundgang

1482
Alt-Moabit. Im Zentrum des baumüberstandenen Ottoplatzes sind vier Sitzblockstufen angeordnet, die ein Karree bilden. Der Ort dient als Treffpunkt, als Forum. Im Boden zeichnen sich Belagsstreifen ab, mit Heckensequenzen an der Straße Alt-Moabit. Es werden Sitzbänke, Tischtennisplatten und ein WC angeboten, der Bodenbelag eignet sich zum BouleSpiel. Am nördlichen Rand des Ottoparks sind die o.g. schirmartigen Formgehölze mit integrierten Pflegewegen vorgesehen. Sie begleiten die dort verlaufende Promenade. Das vorhandene Toilettenhäuschen ist gestalterisch eingebunden. Der östliche Teil des Ottoparks wird im Übergang zur Thusneldaallee analog zum Ottoplatz platzartig gestaltet – mit Belagsstreifen und Heckensequenzen. Westlich schließt sich das Rasenoval an, östlich führen Belagsbänder über die Thusneldaallee und den Vorplatz der Heilandskirche. Der vorhandene Strauchbestand wird ausgelichtet. Westlicher Kleiner Tiergarten Die historischen Wegeformen und Begrenzungen (z.B. Spielbereiche) werden zum Teil aufgegriffen und zum Teil neu interpretiert. Im Vertiefungsbereich U-Bahnpromenade werden neben dem bestehenden Nord-Süd-Weg vier neue Wege, die Hain-Pfade, angeboten, die an der Straße Alt-Moabit von Heckensequenzen begleitet werden. Im Norden an der Turmstraße entsteht benachbart zur Promenade ein aus dem Bestand abgeleitetes leicht erhöht liegendes Plateau. Die ehemaligen Blumengärten werden mit präzisen Pflanzungen neu interpretiert, und stellen sich als streifenförmig angelegte Beete dar. Den platzartigen Übergang zur Stromstraße markieren wechselnde Belagsbänder und Heckensequenzen. Östlicher Kleiner Tiergarten Auf der gegenüberliegenden die Belagsbänder und Heckenstreifen erneut aufgenommen. Ein Imbiss ist im nördlichen Bereich nahe der Stromstraße vorgesehen. Das Wegesystem im östlichen Kleinen Tiergarten wird begradigt und vereinfacht. Der Park ist geprägt von zwei Bereichen mit unterschiedlichen Atmosphären: 1. Dem Senkgarten, der über einen breiten Weg mit Treppe und Rampe zu erreichen ist. 2. Dem Bewegungsbereich weiter östlich. Dort sind gemütliche Plätze für Ältere und vier Spielhöfe als Neuinterpretation der Gartenhöfe von Alverdes vorgesehen. Sie nehmen Sandspiele, Planschbecken, Streetsport und Schaukeln auf. Die Rollerbahn bleibt erhalten und erhält eine neue Asphaltdecke. Die nördliche Schlaufe wird innenliegend als Skaterpool ausgestaltet. Weiter östlich liegt ein in Gehölzen eingebettetes Belvedere. Den Parkabschluss bildet der Platz am Belvedere mit Holzterrasse, Sitzbereich und Kompostthek – ein offen gehaltenes Baustofflager zur Veranschaulichung der Bewirtschaftungsvorgänge. Realisierbarkeit o Der Vorplatz Heilandskirche wird in die Gestaltung einbezogen. o Die stufenweise Umsetzung des Konzepts ist von den Verfassern in einem Phasenkonzept dargelegt. o Die Pflege der Hecken und Strauchpflanzungen erscheint aufwendig. o Der Verfasser vergrößert die Vertiefungsbereiche über den vorgegebenen räumlichen Umgriff o Nach Herausrechnen der Zusatzflächen die Vertiefungsbereiche unterschreitet die Arbeit das Budget der VTB deutlich. Dies gilt für alle Vertiefungsbereiche. Die Einhaltung des Gesamtbudgets ist möglich.

Gesamtkonzept Das derzeitige Profil des Parkrandes besteht unvorteilhaft aus: Einerseits einem sehr schmalen Bürgersteig mit abweisendem dichten „AbstandsGrün“ und andererseits einem breiten, heute veralteten Tennenweg als Hauptweg. Stattdessen schlagen wir eine großzügige Promenade vor, die die großen hallenartigen, teils über 130 Jahre alten Baumbestände der Anlage zur Geltung bringt, einen Zwischenraum anbietet und Transparenz schafft. Die Lust-Promenade bietet sich den Stadtbewohnern an, dennoch gehört sie zum Park. Sie ist eine urbane Promenade und gleichzeitig eine Parkpromenade. Die neuen Promenaden sind ca. 5 – 6 m breit und lagern sich an die bestehenden Bürgersteige an. Der nördliche Promenadenstreifen (Turmstraße) erhält einen Belag aus Kleinstein-Mosaik, die südliche Promenade (Alt-Moabit) einen Tennenbelag mit einer mittigen Reihe aus Granit-Großplatten. Der Strauchbestand im Bereich der Promenaden wird entfernt oder ausgelichtet, vorhandene Bäume werden integriert. Neben den Promenaden werden weitere wiederkehrende bzw. verbindende Elemente vorgeschlagen: 1. kleine, mehrstämmige Bäume (schirmartige Formgehölze) mit teppichartiger Untervegetation im Norden des Ottoparks und an ausgewählten Rändern im östlichen Tiergarten. Sie sind durch Pflegewege voneinander getrennt. 2. streifenförmig wechselnde Bodenbeläge (Tenne oder Rasen und Mosaikpflaster) in Verbindung mit kurzen Heckensequenzen im Übergang zur Straße Alt-Moabit. Ottoplatz/ Ottopark Die von der Turmstraße kommende Promenade umschließt den Ottopark an seinem nördlichen und westlichen Rand und endet im Süden an der Promenade

Seite

werden

geskes.hack Landschaftsarchitekten, Berlin / 2. Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll Rundgang

1483 


Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m2 41 % 59 % 0% 26 Stk 6 Stk 1 Stk

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 54 % 8% 38 % 13 Stk 8 Stk 0 Stk 1 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 12 % 46 % 42 % 133 Stk 40 Stk 2 Stk 1 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

geskes.hack Landschaftsarchitekten, Berlin / 2. Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll Rundgang

1483
Öffnungen vorgesehen. Der Bereich der Thusneldaallee wird platzartig erweitert. Die Strauchpflanzung östlich des Rasenovals wird entfernt; dadurch werden lange Blickbezüge unter den Baumschirmen hindurch im Inneren des Parkes möglich. Die vorhandene Natursteinkante bildet die Schnittstelle zwischen befestigter Platzfläche aus Tenne bzw. mit Platten belegter Thusneldaallee und dem weichem Rasen. Westlicher kleiner Tiergarten Hier entsteht am U-Bahneingang als Auftakt der Parkquerung ein kleiner Platz. Im Inneren des Blumengartens werden die Großgehölze entfernt, die Blumenbeete werden erhalten und neu mit Stauden bepflanzt. Der Kleinkindersandspielplatz bleibt erhalten, für das nördliche Beet werden Bodendecker vorgesehen. An den Straßen Alt-Moabit und Turmstraße werden bodendeckende Pflanzflächen mit einer Sitzmauer gefasst. Lange Blickbeziehungen sind über die Stromstraße bis in den östlichen Teil des Kleinen Tiergartens möglich. Östlicher Kleiner Tiergarten Die Promenade wird nördlich und südlich weiter geführt. Entlang der Turmstraße sind in Aktionsfeldern Spielelemente eingeordnet: Riesenwippen, Tischtennis und Outdoorfitness. Die Rasenfläche des Parks schließt nördlich ohne Gehölzflächen an. Südlich sind bodendeckende Gehölzstreifen vorgesehen. An der Stromstraße steht das Café auf einem kleinen Platz. Von hier wird auch der Senkgarten erschlossen, in dem Gehölze entfernt und seine Pflanz- und Wasserflächen denkmalgerecht rekonstruiert werden. Die Gartenhöfe werden wieder hergestellt. Östlich der Gartenhöfe gelangt man zu einem neuen Lindenplatz, dem neuen Eingang in den Park von Nordosten her. Ein öffentliches WC ist hier eingeordnet. 
 Im Bereich des gesamten Kleinen Tiergartens 
 werden Interventionen vorgeschlagen, die an die 
 Geschichte des Ortes als kurfürstliches Jagdrevier 
 anknüpfen. Sitz- und Spielskulpturen abstrahieren 
 Jagdwild. Die linearen Bänke symbolisieren die 
 Einfriedung des Reviers. Farbige Objekte werden 
 zu Gruppen von grasenden Rehen. Die Rollerbahn 
 liegt im Rasen eingebettet, der Hügel im südlichen 
 Bereich ist zu einem Ansitz umgestaltet, im alten 
 Baumbestand werden Hochsitze installiert. Die 
 Spiellandschaft an der Grenze zum Sommergarten 
 der St.Johannisgemeinde besteht aus Sitz- und 
 Spielelementen, einer 4 m hohen Boulderwand 
 sowie einem Pool schafft ein Freizeitangebot für 
 Jugendliche. 
 Von hier aus ist perspektivisch eine Wegeverbindung 
 zur Wilsnacker Straße vorgesehen. 
 An Stelle der Sitznischen im südlichen Parkbereich 
 wird ein Fitnessparcour entworfen. 
 Realisierbarkeit o	 Die stufenweise Umsetzung des Konzepts erscheint möglich. o	 Der 10m-Streifen für die vorgesehene Straßenbahntrasse (Alt-Moabit) enthält wichtige Bestandteile des Entwurfs. Der Aufzug am UBahnhof Turmstraße ist leicht versetzt. o	 Schnitthecken und Stauden im Denkmalbereich erscheinen pflegeaufwendig. o	 Der Verfasser orientiert sich weitgehend an den Kostenrahmen der drei Vertiefungsbereiche. Nach Prüfung sind die VTB innerhalb des Kostenrahmens realisierbar. Aufgrund von Schwerpunkten im Mobiliar ist eine Überschreitung des Gesamtbudgets nicht auszuschließen.

Gesamtkonzept Der Entwurf basiert auf der Idee, das verborgene gartenhistorische Juwel „Kleiner Tiergarten“ für die quirlige Mitte Moabits zurück zu gewinnen. Mittels zweier neuer Promenaden entlang der Turmstraße bzw. Alt-Moabit öffnet sich der Kleine Tiergarten zu den angrenzenden Stadtquartieren. Die damit verbundene Auslichtung der Ränder schafft Offenheit und Transparenz für den Park in seiner Gesamtanlage. Die abschnittsweise entweder 5 oder 8 m breiten Promenaden umschließen das Parkareal. Im Übergang von der Promenade zur offenen Rasenfläche werden nur teilweise bodendeckende Gehölzabpflanzungen vorgeschlagen. Es gibt mehrere markante Eingangssituationen in den Park, der Bereich Thusneldaallee wird platzartig aufgeweitet. Durch den Ottopark und den Blumengarten führen Nord-Süd-Verbindungen, im östlichen Teil des Kleinen Tiergartens finden sich drei weitere Querungen. Sie schaffen überörtliche Bezüge von den nördlich angrenzenden Wohnquartieren bis in den Spreeuferbereich. Als Identität stiftendes Mobiliar ist ein langgestrecktes, orangefarbiges Sitzelement in winkliger oder langgestreckter Form entworfen. Ottoplatz/ Ottopark Der Ottoplatz erhält eine Oberfläche aus wassergebundener Decke, gerahmt wird diese dreieckige Fläche von Gehwegen aus Natursteinmaterial. Entlang der Ottostraße wird eine lange Bank platziert. Auf dem Platz selbst stehen vier teils bühnenartig verbreiterte Spiel- und Sportskulpturen. Das ehemalige WC-Häuschen wird als Nachbarschaftstreff umgenutzt. Hier ist ein neuer Kletterparcours eingeordnet. Die Strauchpflanzungen nördlich des Weges werden teilweise mit niedrigen Mauern gefasst, dabei sind Rhythmisierungen und

lohrer.hochrein Landschaftsarchitekten, München Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll / 2. Rundgang

1484 


Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m2 35 % 58 % 7% 26 Stk 8 Stk 3 Stk

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 46 %

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 47 % 6% 47 % 133 Stk 36 Stk 1 Stk 20 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

11 %
43 % 13 Stk 3 Stk 0 Stk 3 Stk

lohrer.hochrein Landschaftsarchitekten, München Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll / 2. Rundgang

1484
Nadelöhre aufweiten. Als Flächenersatz werden ergänzende Spielräume geschaffen. Der betreute Spielplatz wird in zwei Bereiche aufgeteilt, die jeweils von niedrigen, ovalen Hainbuchenhecken und einem gemeinsamen Zaun umgeben sind. Eingänge sind über Drehtore vorgesehen. Der anschließende öffentliche Spielplatz erhält ebenfalls eine Heckenumpflanzung. Zwischen beiden Spielbereichen besteht eine öffentliche Wegeverbindung. Das benachbarte Rasenoval wird von einem Deck gefasst. Die anschließende Fläche wird als ‚sharedspace’-Zone ausgebildet, d.h. sie erhält einen einheitlichen Platzbelag, der sich ausgehend vom Rasenoval um die Heilandskirche mit Kirchenparkett bis zum Blumengarten erstreckt. In Korrespondenz mit dem neuen Deck am Rasenoval kann ein Bistro einen weiteren Akzent setzen. Westlicher Kleiner Tiergarten Der Blumengarten bleibt in seinen Abgrenzungen erhalten. Als Bepflanzung sind Bodendecker, niedrige Sträucher und Stadtstauden vorgesehen, bestehende Taxushecken werden ergänzt. Die nördlichen Pflanznischen des Blumengartens werden in Sitz- und Liegedecks umgewandelt und mittels Ausleuchtung als Lesezimmer und Pausendecks nutzbar gemacht. Im Süden werden Bänke angeboten. Im Bereich der U-Bahnpromenade schlagen die Verfasser einen breiten Fuß- und Radweg parallel zum Bestandsweg vor. Die Flächen östlich und westlich der Stromstraße sind mit einem einheitlichen Plattenbelag versehen. Auf östlicher Seite ist ein Bistro integriert. Östlicher Kleiner Tiergarten Der Senkgarten und die Gartenhöfe werden denkmalgerecht saniert. Um Graffitimalereien entgegen zu wirken werden die Ziegelmauern der Gartenhöfe als schmale Gabionenmauern mit Füllung aus Ziegelbruch und dem Dach aus Wellblech neu interpretiert. Südlich der großen Wiesenfläche entsteht ein Rollsportbereich, der mit einer nabelhohen, dunkelgrünen Tartanbande zur Wiesenfläche hin abgegrenzt ist. Im Bereich der südlichen Rollerbahn wird der Baumbestand ausgelichtet. Im Schwungbereich der Rollerbahn und entlang der Parkrandzonen sind weitere Spielangebote vorgesehen, wie z.B. Tischtennisplatten, ein ParcoursGarten, ein Slackline-Garten und ein Rollgarten. Eine Spielpromenade schließt den Park nach Osten hin ab. Zur Anbindung des Spielplatzes an der Wilsnackerstraße schlagen die Verfasser einen neuen Weg durch die Gemeindeflächen vor, und im Unterstand am Stützpunkt GSA könne ein Kiosk oder Parkcafé integriert werden. Realisierbarkeit o Die Flächen an der Heilandskirche sind in die Gestaltung integriert. o Durch die Fläche der St.-Johannis-Gemeinde führt ein Weg zum Spielplatz Wilsnackerstraße. o Eine stufenweise Umsetzung des Konzepts erscheint möglich. o Die Pflege (der Schnitt) der ovalen Heckenkörper und der hüfthohen Hecken erscheint aufwendig. o Der Verfasser vergrößert den Vertiefungsbereich 1 über den vorgegebenen räumlichen Umgriff o Nach Herausrechnen der Zusatzflächen von VTB 1 ist die Arbeit im Budget der VTB realisierbar. Während VTB 1 im Kostenrahmen liegt, liegen VTB 2 und 3 darüber. Aufgrund von Schwerpunkten im Bereich Ottopark/Spielplätze ist eine Überschreitung des Gesamtbudgets nicht auszuschließen.

Gesamtkonzept Die aus der Form ‚gewachsene’ Gestaltung hat auch heute noch ihre Reize erhalten und das wohl komponierte Raumerleben blitzt an einigen Stellen deutlich hervor. Diese Bereiche gilt es zu ‚entstauben’, aus dem Verwachsenen herauszuschneiden und in neue, städtebauliche funktionierende Zusammenhänge zu betten. Die ‚Geschwindigkeit’ des Parks ist an den richtigen Stellen anzupassen bzw. die Offenheit und Dichte einzelner Räume zu erhöhen, um die gelungenen, ruhigen Momente der Alverdesschen Gestaltung als Besonderheit im städtischen Trubel wieder fühlbar werden zu lassen. Der Park wird über die Schaffung neuer Zugänge und Nord-Süd-Wege mit dem übergeordneten Freiraumsystem verknüpft. Im Ottopark wird über die Aufteilung der Flächen in einzelne Parkovale eine Verbesserung der Anknüpfung an übergeordnete Wegeverbindungen angestrebt. Blumen- und Senkgarten sollen ihre gefühlte Introvertiertheit behalten und die längsgerichtete Offenheit durch Eingriffe in den Baumbestand herausgearbeitet werden. Die Randbereiche des Kleinen Tiergartens werden durch hüfthoch geschnittene Heckenkörper gefasst. Ottoplatz/ Ottopark Der Ottoplatz wird als Entrée mit halbovalen Bänken, ovalen, niedrigen Buschinseln, einem Rasenoval, Bambusbüschen und Sitzelementen gestaltet. Der Platzbelag besteht im südlichen Bereich aus Asphalt, im nördlichen aus einer wassergebundenen Decke. Im Norden wird eine Kiezkantine vorgeschlagen. Sie könnte laut Verfasser ein gefördertes Projekt werden, eine anmietbare Plattform für städtebauliche Workshops, Stadtteilfest, Geburtstage etc. Durch ‚Zellteilung’ der östlich angrenzenden Spielbereiche wollen die Verfasser einen erlebbaren Parkzusammenhang schaffen, und räumliche

Arge O., Berlin / 1. Ottopark / Kleiner Tiergarten / Rundgang Ergebnisprotokoll

1485


Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m
2

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 71 % 2% 27 % 13 Stk 7 Stk 0 Stk 0 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 38 % 5% 57 % 133 Stk 20 Stk 0 Stk 0 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

57 % 30 % 13 % 26 Stk 10 Stk 1 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Arge O., Berlin / 1. Ottopark / Kleiner Tiergarten / Rundgang Ergebnisprotokoll

1485
wird erhöht wieder eingebaut, sie rahmt den tiefer liegenden Tennenbereich ein. Zusätzlich wird die Rundung durch in die Mauer integrierte Beleuchtung betont. Westlicher Kleiner Tiergarten Im Blumengarten wird die historische Struktur erhalten, die breiten Wege mit hell abgestreutem Asphalt befestigt, auf den schmaleren Wegen bleibt das Mosaik erhalten. Entlang der Turmstraße begrenzt eine niedrige Mauer die auf 60 cm Höhe zurückgenommenen Strauchfläche. Das nördliche Staudenbeet sowie eine ehemalige Sandspielfläche erhalten eine Schmuckstaudenbepflanzung, die anderen Pflanzflächen werden mit Staudenmatten, die einmal jährlich zu mähen sind, gestaltet. An der Straße Alt-Moabit ist ein weiterer WC-Standort vorgeschlagen. Die querende Promenade wird 23 m breit. Sie erhält einen Belag aus großformatigen Platten, Holzdecks sind in Querrichtung eingeschoben. Eine Lichtinstallation aus Leuchtkuben mit Emblemen von 21 weltweiten U-Bahn-Gesellschaften prägen den Übergang. Östlicher Kleiner Tiergarten Der östliche Kleine Tiergarten ist von elf Stellen aus zugänglich, die begrenzende Strauchpflanzung auf 1,20 m zurückgeschnitten. Man betritt den Park über die Meyersche Eingangssituation. Stromstraßenseitig ist eine neue Hecke vorgesehen, hinter der sich der Außenbereich des Cafés und eine Rasenfläche einordnen, nach Osten hin wird der Senkgarten zentral erschlossen. Dieser wird durch zweimal jährlich gemähte Wiesenflächen eingerahmt. Am Wasserbecken werden Stauden gepflanzt, sonst sind Staudenmatten vorgesehen. Weiter östlich sind angrenzend an historischen Gartenhöfe Spiel- und Sportflächen entworfen. Ein 10 m breites Spielband wird von Holzbänken zum Rasen hin begleitet, umfängt die nördliche Schleife der Rollerbahn und führt perspektivisch weiter bis an die Wilsnaker Straße. Die historischen Pergolen begrenzen die formal reduzierten Gartenhöfe, in denen eine Staudenmattenfläche, die umgesetzte Puttengruppe, ein Spielplatz für Kleinkinder und eine Beetstaudenfläche Akzente setzen. Die nördliche Schleife der Rollerbahn erhält nach innen eine Erweiterung der befestigten Fläche, der Bewegungsraum ist durch eine Sitzmauer abgetrennt. Die südliche Schleife führt weiterhin durch dichte Gehölzflächen. Entlang der östlichen Grenze sind weitere Spielangebote (ein Bolzplatz, ein Kletternetz, zwei Spielgeräte) und in Anlehnung an den vorhandenen Hügel eine Kunststoffböschung sowie eine Basketballfläche vorgesehen. Die Sitznischen entlang des südlichen Randes werden entfernt, hier entsteht ein Wiesenstreifen. An der Turmstraße ist ein weiteres WC-Häuschen vorgeschlagen. Realisierbarkeit o Die stufenweise Umsetzung des Konzepts erscheint möglich. o Das Nutzungskonzept sieht die Einbeziehung der Bewohner vor. o Eine Erweiterung der Mittelinsel in der Turmstraße ist vorgesehen. o Staudenmatten sind als pflegeleichte Variante vorgeschlagen. Arten sind nicht genannt. o Die Arbeit überschreitet den Kostenrahmen der Vertiefungsbereiche geringfügig. Während VTB 3 im Kostenrahmen liegt, liegen VTB 1 und 2 darüber. Die Einhaltung des Gesamtbudgets ist möglich.

Gesamtkonzept Die Unterschiedlichkeit der Räume wird respektiert, der Entwurf wird nutzungsorientiert und sensibel aus dem Bestand heraus weiter entwickelt und ergänzt durch eine Neuinterpretation in Form und Materialität. Das Lichtkonzept inszeniert die Besonderheiten des Ortes und wertet die gesamte Parkanlage auf. Das Parkareal wird von den randständigen Gehölzflächen unterschiedlicher Höhe gefasst. Der Entwurf geht schonend mit dem Altbaumbestand um, Querungen und Bezüge in die angrenzenden Stadtquartiere sind durch das Belagsmaterial gekennzeichnet. Die denkmalgeschützten Bereiche werden in ihrer Form und Materialität erhalten und innerhalb des bestehenden Handlungsspielraumes an die zeitgemäßen Anforderungen an eine öffentliche Grünfläche angepasst. Ottoplatz/ Ottopark Der Ottoplatz wird als Stadtplatz mit der Aufforderung zu sportlicher Betätigung gestaltet. Zur Ottostraße ist der Platz durch eine Sitzmauer gefasst. Als Bodenbelag sind Asphaltflächen und Tennenstreifen vorgesehen. Eine Kunststofffläche von ca. 20 x 25 m schiebt sich in die Mitte des Platzes, die nördliche Kante wird durch Hochdrucklaminat zur Sitzgelegenheit. Drei Kletterwände von ca. 2,70 m Höhe sind vorgesehen. Die Formensprache und Materialität wird durch weitere Sitzelemente im nördlichen Teil des Platzes aufgenommen. Zum Ottopark leitet ein Weg, der von Fitnessgeräten begleitet wird. Das öffentliche WC bleibt von Gehölzen gerahmt. Im Ottopark entsteht aus Kirchenvorplatz, Thusneldaallee und der bisherigen Randfläche am Rasenoval eine durchgehende Platzfläche, die durch ein zusätzliches Café belebt wird. Die vorhandene Natursteinkante um das ehemalige Rasenoval

Henningsen Landschaftsarchitekten, Berlin / 1. Kleiner Tiergarten / Ottopark / ErgebnisprotokollRundgang

1486


Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m
2

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 79 % 0% 21 % 13 Stk 7 Stk 2 Stk 0 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 40 % 1% 59 % 133 Stk 48 Stk 6 Stk 3 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

78 % 9% 13 % 26 Stk 7 Stk 0 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Henningsen Landschaftsarchitekten, Berlin / 1. Kleiner Tiergarten / Ottopark / ErgebnisprotokollRundgang

1486
vorgesehen. Im Anschluss an den wiederhergestellten Senkgarten öffnet sich die Rasenfläche mit den Gartenhöfen im Nordosten. Die Rollerbahn wird saniert und in gefärbtem Asphalt hergestellt. Der Spielplatz am östlichen Parkrand erhält eine Einfriedung. Er beherbergt in seinem nördlichen Teil Angebote für Kleinkinder (Holzdeck um Sandbereich mit integrierten Baggern, Sandspielbahnen und –tischen), und in seinem südlichen Teil Angebote für ältere Kinder (2m hoher Rutschhügel, Schaukeln, Kletterwand, Reckstangen, Seilgarten). Eine langgezogene Bankschlange durchzieht die Spielbereiche. Der Boden wird aus farbigem Kunststoff modelliert und ist in Teilbereichen als synthetischer Fallschutz ausgebildet. Realisierbarkeit o	 Die stufenweise Umsetzung des Konzepts erscheint möglich. o	 Die Pflege der zusätzlichen Staudenpflanzungen in den 3 Hochbeeten erscheint aufwendig. Der Senkgarten und die Gartenhöfe sollen unter Berücksichtigung der heutigen Anforderungen an den Pflegeaufwand wiederhergestellt werden. o	 Wegbegleitende Strauchpflanzungen sind teilweise niedriger als Augenhöhe dargestellt, der damit verbundene Pflegeaufwand (Schnitt) erscheint aufwendig. o	 Die Arbeit überschreitet den Kostenrahmen der Vertiefungsbereiche geringfügig. Hierbei liegen die VTB 1 und 2 weitgehend innerhalb des Budgets, VTB 3 darüber. Aufgrund von Schwerpunkten im Westlichen Kleinen Tiergarten ist von einer Überschreitung des Gesamtbudgets auszugehen.

Gesamtkonzept Die Querungen der Thusnelda-Allee und Stromstraße gliedern den Park in drei Bereiche, die funktional und charakterlich eigenständig werden: 1. Der Ottopark ist durch den zentralen Spielbereich geprägt und der Ottoplatz als Entrée bzw. Treffpunkt und Aufenthaltsbereich gestaltet. Der Bereich am Rasenoval bietet Angebote (Boule, Schachtische) insbesondere für ältere Nutzer. An der Turmstraße entsteht eine platzartige Aufweitung und bietet Anknüpfungspunkt nach Norden hin zum Rathaus. 2. Der westliche Teil des Kleinen Tiergartens verschreibt sich der Urbanität – als Reaktion auf die Anforderungen durch den öffentlichen Nahverkehr und zur Verdichtung zum lokalen Zentrum des Stadtteils. Die historische Gestaltung wird bewusst zugunsten einer stärkeren Öffnung des Freiraums verworfen - Wege und Blickbeziehungen weiten sich auf, schaffen Orientierung und Verknüpfungen. 3. Zentrale Elemente im östlichen kleinen Tiergarten sind die denkmalgerecht wiederhergestellten Gartenbereiche. Sie sind in eine neue Wegestruktur eingebettet. Nach Osten wird der Parkraum zunehmend ruhiger und schließt mit der Rollerbahn und einem neu gestalteten Spielbereich ab. Durch den Hauptweg in Ost-West-Richtung, die Verwendung einheitlicher Grundmaterialien und wegbegleitende Strauchpflanzungen werden alle drei Teilbereiche miteinander verknüpft: Hauptwege erhalten einen mit hellem Splitt abgestreuten Asphaltbelag und werden von einem 20 cm breiten Betonstein eingefasst. Als Mauer- und Stufenmaterial wird ausschließlich Werkbeton verwendet, so dass historische Bestandsstrukturen aus Naturstein als besondere Elemente in Erscheinung treten. Insbesondere Strauchpflanzungen werden in Anlehnung an die Alverdessche Planung als wiederkehrendes Thema aufgenommen – d. h. Pflanzungen rahmen einen innenliegenden, offenen Raum.

Der Baumbestand wird ausgelichtet, wobei historische Baumstrukturen Berücksichtigung finden, randseitige Sträucher werden verjüngt und schmaler gemacht. Ost-West-Hauptwege sind mit Mastleuchten ausgestattet (mit Ausnahme der geöffneten Bereiche im westlichen Kleinen Tiergarten). Platzartige Räume werden durch eine indirekte Beleuchtung von z.B. Sitzstufen, Bäumen oder Holzdecks betont. Ottoplatz/ Ottopark Das Entrée am Ottoplatz ist mit unterschiedlich großen Holzpodesten ausgestattet, die um die Bestandsbäume herum gruppiert sind und mit Rückenlehnen kombiniert werden. Zusätzlich werden Tischtennisplatten angeboten. Ein Hochbeet mit Schmuckpflanzungen betont die Aufenthaltsqualität. Zwischen den zwei Spielbereichen wird eine breite Nord-Süd-Verbindung vorgeschlagen. Nördlich führt ein mit Parkbänken ausgestatteter Hauptweg zum Rasenoval mit den o.g. Nutzungsangeboten für ältere Parkbesucher. Westlicher Kleiner Tiergarten Die Aufweitungen im Übergang zu den Straßen sind mit monolithischen Holzsitzkörpern (ohne Lehne) ausgestattet. Der breite Nord-Süd-Weg im Bereich der U-Bahnpromenade wird von zwei in Sitzstufen ansteigenden Rasenebenen gefasst und zur städtischen Bühne gemacht. Zwei Hochbeete mit Schmuckpflanzungen stellen eine Reminiszenz an die gärtnerischen Gestaltungselemente der 50er Jahre dar. Nebenwege erhalten einen Tennenbelag und sind mit Parkbänken ausgestattet. Östlicher Kleiner Tiergarten An der Stromstraße entsteht ein platzartiger Eingangsbereich. Es werden monolithische Holzsitzkörper angeboten und im Norden ist ein Café

hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH i.G., Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll Berlin / 2. Rundgang

1487


Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m
2

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 45 % 0% 55 % 13 Stk 2 Stk 0 Stk 0 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 25 % 1% 74 % 133 Stk 0 Stk 0 Stk 1 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

16 % 83 % 1% 26 Stk 0 Stk 0 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

hutterreimann Landschaftsarchitektur, Berlin / 2. Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll Rundgang

1487
die tiefer liegende Rasenfläche. Auf der östlichen Seite wird Tennenbelag unter den Bäumen hindurch bis zur Straßenkante der Thusneldaallee vorgeschlagen, die Straßenfläche ist mit kleinformatigem Plattenbelag befestigt. Belagsbündig liegt ein Wasserspiel mit Bodendüsen auf der ehemaligen Straßenfläche der Thusneldaallee. Westlicher Kleiner Tiergarten Im Blumengarten wird das Prinzip der Vegetationsbänder – Turmstraße höher, Alt-Moabit niedriger - fortgeführt. Darin eingebunden ist mit einer Sonderpflanzung die Fläche des ehemaligen Kleinkinderspielplatzes. Die Pflanzflächen an nördlichen Eingang sowie entlang der Straße AltMoabit erhalten eine niedrige, 40 cm hohe Sitzmauer als Einfassung. Die Nord-Süd-Querung wird als doppelte Wegeachse aus Mosaikpflaster eingebettet. Im Inneren des Blumengartens werden die Wegeund Beetstrukturen restauriert und denkmalgerecht wieder hergestellt. Die Blickbeziehungen sind von den Sitzplätzen aus bis über die Stromstraße möglich. Östlicher Kleiner Tiergarten Im östlichen Tiergarten werden die Hauptwegeverbindungen straßenparallel weitergeführt. Zusätzlich gibt es eine diagonale Erschließung, die an der nordwestlichen Kreuzung eine offene und sonnige Eingangssituation in den Park bildet und durch den Senkgarten bis zum östlichen Rand des Kleinen Tiergartens führt. Die Nord-SüdVerbindung führt in diesem Parkteil neu durch den rekonstruierten Senkgarten. Auch die Gartenhöfe werden denkmalpflegerisch rekonstruiert. Innerhalb der nördlichen Schleife der Rollerbahn entsteht ein Sandspielbereich, durch eine niedrige Mauer von der Asphaltbahn abgetrennt, sind hier Spielgeräte eingeordnet. Nördlich anschließend und durch eine Pflanzfläche gefasst sind Trampolin und Wippen sowie ein Kleinkindersandbereich. Die südliche Schleife wird mit Rindenmulch belegt und ist ebenfalls als Spielbereich mit Balancierbalken und Rutschen geplant, die die bestehende Topografie aufnehmen. Über eine kleine Mauer hinweg nach Osten führt eine Wasserrinne. Östlich im Bereich der Grenze zum Sommergarten der St.Johannisgemeinde entsteht eine gewellte Landschaft aus Beton, ein Skater-Dot-Spot. Die Bestandsbäume geben die Struktur der Hügel und Wellen vor. Sitzmauern, aus Kreisformen zusammengesetzt, umgeben abschnittsweise einige Bäume. Es ist keine Anbindung zum Sommergarten vorgesehen. Die Sitznischen entlang der Straße Alt-Moabit werden entfernt. Realisierbarkeit o Die Wettbewerbsgrenzen sind im Bereich des pädagogisch betreuten Spielplatzes überschritten. o Die stufenweise Umsetzung des Konzepts erscheint im östlichen Kleinen Tiergarten durch die Veränderung der Wegestruktur möglicherweise schwierig. o Aufwändige denkmalgerechte Rekonstruktion von Pflanzungen und Wasserspielen o Im östlichen Kleinen Tiergarten gibt es einen Wasserspielplatz. Auf dem Platz an der Thusneldaallee ist eine belagsbündige Brunnenanlage vorgesehen. o Die Arbeit ist im Kostenrahmen der Vertiefungsbereiche realisierbar. Während VTB 1 unterhalb des Kostenrahmens liegt, liegen VTB 2 und 3 darüber. Die Einhaltung des Gesamtbudgets ist möglich.

Gesamtkonzept Ein imposanter Altbaumbestand ... bildet die Grundlage des neuen Parks. Auf der Basis der sich daran orientierenden, historischen Wegeführung wird ein neues ... Wegesystem angeboten.... Vegetationsbänder statt hoher Strauchpflanzungen entstehen. So wird der Park zum umgebenden Stadtraum geöffnet, Sichtbezüge in den Park entstehen, von innen wird der Blick nach außen möglich. Das Parkareal wird im Süden von einer streng gradlinigen Parkpromenade erschlossen, das begleitende Vegetationsband aus bodendeckenen Gehölzen ist 30 cm hoch. Die nördliche Parkpromenade ist ebenfalls streng geführt, etwas breiter und liegt abgeschirmt hinter der ca. 1,20 m bis 1,50 m hohen randständigen Strauchpflanzung. Die stadträumlichen Eingänge in den Park werden großzügig geöffnet. Eine neue Wegeverbindung durch den Ottopark bindet den Grünzug Essener Straße mit an. Gegenüber dem Rathaus wird die Thusneldaallee mit den angrenzenden Flächen zu einem großen Stadtplatz verschmolzen. Gartenhistorische Elemente werden entsprechend dem kleinteiligen, historischen Bild wieder hergestellt. Ottoplatz/ Ottopark Die wassergebundene Wegedeckewird von Charlottenburger Gehwegplatten gerahmt. Ein lichtes Baumdach steht über vier halbkreisförmigen Bänken unterschiedlicher Radien. Zwei parallele Wege aus farbigem Asphalt verbinden beidseits des Spielplatzes den Ottoplatz mit dem Rasenoval des Ottoparks. Der südliche Weg wird durch ein Vegetationsband begleitet, der nördliche führt an den Bestandgehölzen entlang. Auf die Nord-Süd-Querung zum Rathaus wird durch eine dreieckige Wegeaufweitung Bezug genommen. Im Ottopark umfasst die bestehende Natursteinkante

WES & Partner, Hamburg / Annerkennung Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll

1488 


Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m2 60 % 28 % 12 % 26 Stk 10 Stk 7 Stk

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 36 % 22 % 42 % 13 Stk 3 Stk 0 Stk 1 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 24 % 30 % 46 % 133 Stk 22 Stk 0 Stk 3 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

WES & Partner, Hamburg / Annerkennung Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll

1488
sich zu Sitzelementen. Der Bereich Thusneldaallee und Platz vor der Heilandskirche wird in einem durchgehenden Teppich aus Kleinsteinpflaster, ohne Niveausprünge, ausgeführt. Das Rasenoval wird von Sträuchern freigestellt, so dass der Platzraum fließend in den Park übergeht. Westlicher Kleiner Tiergarten Der Blumengarten bleibt in seinen formalen Abgrenzungen vollständig erhalten. Nur im Bereich des U-Bahneingangs wird die Sitznische zurückgebaut, zur Schaffung eines kleinen Platzes, der in die NordSüd-Promenade übergeht. Dort entsteht parallel zum vorhandenen Weg (Mosaik mit Tenne) ein zweiter Weg in gleicher Gestalt. Die Verfasser schlagen vor die Beete im Blumengarten mit blühenden Stauden, Wechselflor oder Gräsern zu bepflanzen, um mittels Höhenstaffelung einen differenzierten Parkraum zu schaffen. Die Staffelung setzt sich randseitig mit ca. 1,5 m hohe Strauchpflanzungen und darüber angeordneten Bäumen fort. Im Übergang zur Stromstraße werden die Strauchpflanzungen zur besseren Einsehbarkeit reduziert und durch Mosaikstein- oder Tennenflächen ersetzt. Östlicher Kleiner Tiergarten Auf der östlichen Seite entsteht eine von Bäumen überstellte Platzfläche (Tennenbelag). Die Bäume sollen so dicht wie möglich an die Stromstraße herangezogen werden, um die Parkteile über die Straße hinweg zu verbinden. Die Verfasser schlagen eine Vergrößerung der Außengastronomie als Biergarten vor. Der vom Platz ausgehende nördliche Parkweg nimmt die vorhandene Wegeführung auf und wird dann in Richtung Gartenhöfe verlängert. In den Gartenhöfen sind Spielflächen angeordnet. Die historischen Mauern sollen durch senkrechte Stahlstäbe zitiert werden und dienen darüber hinaus als Klettermöglichkeit. Der Senkgarten wird von Bäumen und Sträucher freigestellt. Historische Strauchpflanzungen, Mauern, Einfassungen, Bodenbeläge und das schmale Wasserbecken sollen wiederhergestellt werden. Die anschließende, zentrale Rasenfläche bleibt weitgehend unverändert, einzelne Bäume werden ausgelichtet. Die Bäume im Bereich des Rollerhügels sollen ebenfalls ausgelichtet werden. Die Rollerbahn erhält einen farbigen Asphaltbelag im Wechsel mit unterschiedlichen Materialien, um das Fahrerlebnis für die Kinder zu stärken. Innenliegend ist eine Spielmulde vorgesehen. Östlich wird eine Skaterbahn und Skatermulde angeboten. Sitzstufen schließen den Park im Osten ab. Realisierbarkeit o Der Vorplatz an der Heilandskirche wird niveaugleich mit der Thusneldaallee ausgeführt. o Die Verfasser schlagen eine stufenweise Umsetzung von West nach Ost in fünf Bauphasen vor. o Die Pflege der Bepflanzung (von Blumen- und Senkgarten) erscheint aufwendig. Für die randseitigen Sträucher wird vorgeschlagen Pflanzen zu wählen, die nicht wesentlich höher als 1,5m werden, um die Pflegemaßnahmen zu reduzieren. o Die Arbeit ist im Kostenrahmen der Vertiefungsbereiche realisierbar. Während VTB 2 und 3 unterhalb des Kostenrahmens liegen, liegt VTB 1 darüber. Die Einhaltung des Gesamtbudgets ist möglich.

Gesamtkonzept Kleiner Tiergarten und Ottopark werden entlang der Parkränder von einer Baumarkade und Strauchpflanzungen gefasst. Fast überall entlang der Ränder werden die Strauchpflanzungen reduziert bzw. auf 1,5 m zurückgeschnitten und die Bäume aufgeastet. Auf diese Weise kann in den Park eingesehen werden. In Ihrem Verlauf erhalten die Ränder z.T. großzügige Öffnungen als Eingangsbereiche in den Park und Anknüpfungspunkte in den umgebenden Stadtraum. Die vorhandene Parkwegeführung in Nord-Süd-Richtung wird aufgenommen und punktuell ergänzt. Ost-West-Wege (Bestand und neu) werden als durchgehendes Prinzip innenseitig entlang der Baumarkaden geführt. Wege werden mit einem mittigen Asphaltband und seitlichen Tennenstreifen ausgeführt. Ottoplatz/ Ottopark Der Ottoplatz wird von einem lichten Baumdach überstellt. Die Platzmitte erhält eine wassergebundene Decke mit einer breiten Fassung aus Betonplatten, die im Osten Platz für Steinbänke bietet. Der Platzrand besteht aus einer hell eingefärbten Asphaltdecke mit rechteckig geformten Baumscheiben. Sie sind ebenfalls von Betonplatten umgeben und mit Sitzbänken ausgestattet. Der Platz kann zum Aufenthalt, Boulespielen oder Spazierengehen genutzt werden. Im Norden wird eine Außengastronomie vorgeschlagen. Nördlich der Spielflächen führt ein Weg zum Ottopark vorbei an Rasenflächen und Sitzfeldern. Im Süden des Spielplatzes wird die Erneuerung des vorhandenen Weges vorgeschlagen, geschützt vor dem Verkehr durch Strauch- und Rasenflächen. Auch hier werden randseitig Sitzfelder integriert. Zwischen öffentlichem und betreutem Spielbereich wird eine alternative Durchwegung vorgeschlagen. Im Osten des Ottoparks entstehen 55cm hohe Pflanz­ und Sitzinseln. Einfassungen aus Beton entwickeln

Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden / 2. Kleiner Tiergarten / Ottopark / ErgebnisprotokollPreis

1489


Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m
2

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 30 % 26 % 44 % 13 Stk 7 Stk 0 Stk 1 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 23 % 8% 69 % 133 Stk 70 Stk 4 Stk 10 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

72 % 17 %

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

11 %
26 Stk 13 Stk 3 Stk

Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden / 2. Kleiner Tiergarten / Ottopark / ErgebnisprotokollPreis

1489
mit einem neuen Café. Westlicher Kleiner Tiergarten Der Blumengarten wird formal rekonstruiert, die vorhandenen Beetflächen werden neu bepflanzt, im Inneren des Gartens sind Gehölze entfernt. Es wird hier eine Neuinterpretation der Schmuckidee vorgesehen: Interessierte Anwohner erhalten die Möglichkeit, ihre prämieren Lieblingspflanzen des Wettbewerbes „Mein schönster Topf“ öffentlich zur Schau zu stellen. Die Querung des Blumengartens führt von einer Platzfläche an der Turmstraße nach Süden. An der Straßenecke Stromstraße/ Turmstraße ist ein Standort für ein öffentliches WC vorgesehen. Östlicher Kleiner Tiergarten Östlicher und westlicher Kleiner Tiergarten sind beidseitig der Stromstraße durch gleiche Oberflächen und offene Blicke optisch verknüpft. Die Vegetation konzentriert sich auf randständige Bestandbäume, dadurch wirkt der Turm der St.-Johannis-Kirche wieder in den Parkraum hinein. Neue Nord-SüdVerbindungen erhöhen die Durchlässigkeit. Das Parkcafé an der Stromstraße erhält einen zugeordneten Schankgarten. Die Haupterschließung führt über den erhaltenen Meyerschen Zugang durch den Senkgarten. Dieser wird unter der Prämisse des verringerten Pflegeaufwandes teilweise vereinfacht, es ist jedoch vorgesehen, mindestens ein Element in der ursprünglichen Form zu bepflanzen, um den ursprünglichen Charakter zu verdeutlichen. Die Wasserbecken werden wieder in Betrieb genommen. Die Gartenhöfe werden grundsätzlich erhalten, die Klinkermauer zur Turmstraße erneuert. Auch hier werden die Wasseranlagen wieder hergestellt und ausgewählte Teile der Beete aufwändig mit Schattenstauden bepflanzt, während sonst vereinfachte bodendeckende Pflanzungen vorgesehen sind. Die Klinkermauer der Gartenhöfe bildet an der Turmstraße eine Begrenzung des plattenbelegten, baumbestandenen Eingangsplatzes. Von hier führt ein Weg gradlinig nach Süden zum Platz am Sommergarten. Die Anbindung an die Wilsnaker Straße ist perspektivisch vorgesehen. Der große Spielbereich im östlichen Vertiefungsgebiet greift das Thema des Tiergartens mit dem Element der „Wildspiele“ auf. In Ergänzung der Rollerbahn werden skulpturale Spielfiguren vorgeschlagen, die in Gruppen zusammengefasst und in die bestehenden Baumkulisse eingeordnet sind. Konkret entworfen sind Kraxelhirsche, Rutschhörnchen, Schaukelkauze, Hüpfhörnchen, Sandschweine und ein Skaterplatz. Realisierbarkeit o Die Wettbewerbsgrenzen sind im Bereich des Vorplatzes Heilandskirche überschritten. o Die stufenweise Umsetzung des Konzepts erscheint möglich. o Das Nutzungskonzept sieht die aktive Einbeziehung der Bewohner vor. o Es ist ein schematischer Pflanzplan beigefügt. o Der Verfasser vergrößert die Vertiefungsbereiche über den vorgegebenen räumlichen Umgriff o	 Nach Herausrechnen der Zusatzflächen der Vertiefungsbereiche überschreitet die Arbeit das Budget der VTB geringfügig (VTB 1: deutliche Überschreitung, VTB 2 und 3: unter dem Budget). Aufgrund von Schwerpunkten im Mobiliar ist eine Überschreitung des Gesamtbudgets nicht auszuschließen.

Gesamtkonzept Zentrale Lage, historische Bedeutung sowie die intensive Alltagsnutzung begründen ... (den)... ganz besonderen Charakter als „Grüne Mtte von Moabit“. ... Mit dem Motiv des „grünen Saumes“ wird ein typisches Merkmal der Alverdes-Anlage aufgegriffen. ... Er verwandelt sich von einer reinen „Schutzgeste“ in einen durchlässigen Kontaktraum. ... Die in großen Teilen freie Mitte ... ist eine übergeordnete Strukturidee des gesamten Parksystems. Die Erhöhung der Querungsmöglichkeiten des Parks, ein Öffnen der Ränder und die Gliederung des Parks in Ost-West-Richtung durch kleinere Platzflächen verbinden den Park funktional mit dem umgebenden Stadtraum und dem angrenzenden Grünsystem der Stadt. Zusätzliche Blickbeziehungen ermöglichen eine räumliche Orientierung. Historische Intarsien und aktivierte Orte fügen sich zu einer neuen Aufenthaltsqualität im Park zusammen. Ottoplatz/ Ottopark Der Ottoplatz erhält eine Decke aus strukturiertem Asphalt, es gibt keine Abgrenzung zum Straßenraum. Einzelne Bäume erhalten winklige Sitzelemente als Baumscheibenbegrenzung. An der Grenze zum pädagogisch betreuten Spielplatz ist ein Aktionsfeld von 15 m Breite eingeordnet: Hier werden verschiedenste technikorientierte, innovative Freiraumelemente aufgereiht: Maschinenähnliche, in Bewegung zu setzende Körper, die den Bezug zur Geschichte Moabits als Standort von industrieller Produktion herstellen. Im nördlichen Übergang sind eine große wassergebundene Platzfläche und eine Nutzung des Bestandsgebäudes als Spielhaus vorgesehen. Im Ottopark verbessern größere Auslichtungen im westlichen und nördlichen Bereich die Blickbezüge, der Park wird sonniger. Die historische Natursteinkante begrenzt eine wassergebundene Platzfläche, zur Turmstraße hin entsteht ein plattenbelegter Stadtplatz

Büro Kiefer, Berlin 2. Rundgang Kleiner Tiergarten // Ottopark / Ergebnisprotokoll

1490

Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m
2

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 10 % 47 % 43 % 13 Stk 1 Stk 0 Stk 1 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 31 % 26 % 43 % 133 Stk 40 Stk 4 Stk 12 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

21 % 71 % 7% 26 Stk 7 Stk 5 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Büro Kiefer, Berlin 2. Rundgang Kleiner Tiergarten //Ottopark / Ergebnisprotokoll

1490
Turmstraße z.B. Bügel für Fahrräder, skulptural gestaltete Objekte wie Wippgeräte, Einzelsitze und Mehrsitze vorgeschlagen. Am Straßenzug Alt-Moabit wird der neue Plattenbelag von einer Sitzkante aus Beton begleitet. Sämtliche innenliegenden Parkflächen sind mit den vorhandenen Bänken ausgestattet (und vorh. Außenstandorte nach Innen verlegt). Ottoplatz/ Ottopark Der Ottoplatz ist mit einer wassergebundenen Decke befestigt. Es werden mehrere Objekte für Spiel, Sport und zum Aufenthalt (Sitzmöglichkeiten) angeboten. Die Spielskulpturen sollen nachts beleuchtet werden. Der Kiosk erhält eine Außenbestuhlung. Nördlich der Spielbereiche führt ein Weg mit Promenadenstreifen (wassergebunden) in Richtung Ottopark. Die Natursteinstufe mit Rasenoval bleibt erhalten und kann als Aufenthaltsort und „Naturtheater“ dienen. Im Übergang zur Turmstraße (gegenüber Rathaus) und an der Thusneldaallee entsteht eine platzartige Aufweitung der wassergebundenen Promenade. Westlicher Kleiner Tiergarten Der Blumengarten bleibt als Gartendenkmal nahezu unverändert erhalten. Im Norden reicht die neue Promenade bis an den Park heran. Der ehemalige Sandspielbereich in der Nähe des U-Bahneingangs wird als Fahrradstellplatz umgenutzt. Im Süden, im Gehbereich der Straße Alt-Moabit, verläuft der neue Plattenbelagsstreifen mit Banklinie. Anstelle einer Strauchschicht wird die Banklinie von einem Wildstaudensaum begleitet. Für die Beete im Blumengarten schlagen die Verfasser Zierpflanzungen vor. Östlicher Kleiner Tiergarten An der Stromstraße entsteht eine Platzfläche mit Café. Von dort führen mehrere Parkwege nach Osten. Der Senkgarten und die Gartenhöfe sollen gartendenkmalpflegerisch wiederhergestellt werden. Die Gartenhöfe erhalten ihre vollständigen Mauern und bilden besonders geschützte Inseln im urban geschäftigen Park. Das Erschließungs-Kreuz südlich der Gartenhöfe (aus der Zeit nach Alverdes) wird respektiert und in die Gestaltung integriert. Die aufgeweitete Promenade nördlich der Gartenhöfe und der Spielbereich östlich der Rollerbahn sind mit Spiel-, Sitz- und Aufenthaltsobjekten ausgestattet. Spielskulpturen sollen nachts beleuchtet werden und die Rollerbahn kann künftig von z.B. Inline-Skatern genutzt werden. Realisierbarkeit o Die stufenweise Umsetzung des Konzepts erscheint möglich. o Im Bereich der Heilandskirche reicht die Promenade bis an die nördliche Kirchenfassade. o Der Plattenstreifen mit Sitzkante (Str. Alt-Moabit) überschreitet teilweise die WB-Grenzen. o Der Senkgarten ist nicht barrierefrei erreichbar (Treppen). o	 Die großflächige Bepflanzung mit Wildstauden und die im Blumengarten vorgeschlagenen Zierpflanzungen erscheinen pflegeaufwendig. o	 Die Arbeit unterschreitet den Kostenrahmen der Vertiefungsbereiche deutlich. Dies gilt für alle Vertiefungsbereiche. Die Einhaltung des Gesamtbudgets ist möglich.

Gesamtkonzept Das neue Gestaltungskonzept respektiert und erhält die Gestaltung Willy Alverdes überwiegend – insbesondere das Innere des Parkzuges mit allen Bäumen, Wegen und Sondergärten – verändert seine Konzeption jedoch in einem wesentlichen Punkt: Die gesamte „Strauchschicht“ wird beseitigt und im südlichen Saum durch Wildstauden, im nördlichen Saum durch eine begehbare wassergebundene Decke (unter Bäumen) ersetzt. Die neuen visuellen und funktionalen Verbindungen von Norden nach Süden, die Blickbeziehungen unter den Bäumen hindurch, stellen das Kernelement der Neubewertung des Kleinen Tiergartens dar. (…) Turmstraße und Alt-Moabit verschmelzen zu einem städtischen Erlebnisraum mit einer grünen Mitte. Die Barrierewirkung der Parkanlage wird durch eine konsequente Öffnung der Ränder aufgehoben. Unter Beibehaltung des Wegesystems von Willy Alverdes entstehen vielfältige Anknüpfungspunkte zum umliegende Straßen- und Stadtraum - insbesondere entlang der Promenade an der Turmstraße. Die Promenade wird funktional und gestalterisch über den Ottoplatz, den Platz mit Café an der Stromstraße und die Platzfläche im Osten (Spiel) fortgeführt, d.h. sie greift bis zur Straße Alt-Moabit über und schafft flächige Verbindungen unter Bäumen. In Ergänzung zu der wassergebundener Decke entlang der Turmstraße schlagen die Verfasser eine Verbreiterung der bestehenden Gehwege sowohl an der Turmstraße als auch Straße Alt Moabit vor, indem jeweils parkseitig ein breiter Streifen aus Betonplatten verlegt wird. Zugangsbereiche in die Parkanlage werden mit dem gleichen Belag markiert. Der erweiterte Querschnitt im Gehwegsbereich soll durch die Umorganisation von Senkrechtstellplätzen zu Längsparkern (z.B. im Osten der Straße Alt Moabit) unterstützt werden. Als Ausstattungselemente werden entlang der

ecosistema urbano architectos, Madrid / Anerkennung Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll

1491 


Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m
2

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 62 % 26 % 12 % 13 Stk 3 Stk 0 Stk 0 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 38 % 18 % 44 % 133 Stk 13 Stk 0 Stk 3 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

48 % 42% 10 % 26 Stk 0 Stk 0 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

ecosistema urbano architectos, Madrid / Anerkennung Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll

1491
Gehölzflächen werden zu Gehölzinseln. Zusätzliche Spielgeräte bieten Nutzungsangebote unter den aufgeasteten Großgehölzen. Das Rasenoval des Ottoparks ist von einer wassergebundenen Wegedecke gefasst, die nördliche Platzfläche öffnet sich nach Osten, auf dem Rasen stehen zwei Rundbänke. Der Stadtring führt hier um zwei Gehölzinseln und schließt sich um den Bereich des Ottoparks. Westlicher Kleiner Tiergarten Der Heilandskirche und Blumengarten sind ebenfalls vom Stadtring umschlossen. Der Garten ist in seiner historischen Form erhalten, neue Kirschbäume werden auf der Rasenfläche gepflanzt. Die querende Promenade erhält eine wassergebundene Decke. Darüber entsteht eine veränderbare, ca. 6 m hohe Schattendachkonstruktion. Das Dach überspannt den Durchgangsbereich und ist etwa 50 x 25 m groß, integriert sind drei größere Bestandsbäume. An der südlichen platzartigen Aufweitung der Promenade sind zwei weitere Baumbänke angeboten, beidseitig bilden Gehölze den Abschluss nach Süden. Östlicher Kleiner Tiergarten Das Parkcafé bildet das Entrée, umlaufend führt der Stadtring entlang der Turmstraße bzw. Alt-Moabit. Die Sitznischen sind hier als Eingangsflächen an die Straße Alt-Moabit angeschlossen. Am östlichen Wettbewerbsrand entsteht ein großer, zusammenhängender Rollerskate-Park. Innerhalb der Rollerbahn aus gefärbtem Asphalt ist der Hügel mit Gummigranulat befestigt, in der nördlichen Schleife liegen drei asphaltierte SkaterWannen unterschiedlichen Durchmessers und Tiefe. Der Kleinkinderspielplatz wird in der bestehenden Lage durch eine Wasserspielanlage aufgewertet, die Gartenhöfe bleiben in ihrer Form erhalten, hier entsteht ein Kiosk/ Tauschbörse. Der Unterstand wird erneuert, die der Turmstraße zugewandte Seite wird großzügige Bewegungsfläche. 
 Der Senkgarten erhält gemeinschaftliche 
 Pflanzungen nach dem Vorbild des Schulgartens, 
 außerdem sind Schaugärten und eine Fläche 
 für Blumenzüchterwettbewerbe vorgeschlagen. 
 Grillen ist erlaubt. Der Rosengarten wird zum 
 Rhododendrongarten. 
 Die große Wiese erhält durch 
 Blumenzwiebelpflanzungen und Kirschbäume 
 Blühaspekte. Acht weitere Baum-Rundbänke sind 
 vorgesehen. 
 Realisierbarkeit o Es ist ein Phasenkonzept beigefügt: zuerst werden vorhandene Qualitäten überarbeitet und im Bewusstsein der Bewohner verankert, dann werden punktuelle Umgestaltungen vorgeschlagen, die neue Nutzungen und Funktionen in Einklang mit dem Ort bringen, zuletzt werden großflächige Verfeinerungen umgesetzt. o Das Nutzungskonzept sieht die konkrete Einbeziehung der Bewohner vor. o Innerhalb des 10 m-Streifens für die vorgesehene Straßenbahntrasse (Alt-Moabit) liegt auch der asphaltierte Stadtring. o Sechs Pflanzflächentypen mit Artenlisten sind erarbeitet, die Idee der Pflegepatenschaften ist genannt. o Die Arbeit überschreitet den Kostenrahmen der Vertiefungsbereiche geringfügig. Während VTB 1 und 3 unterhalb des Kostenrahmens liegen, liegt VTB 2 darüber. Die Einhaltung des Gesamtbudgets erscheint aufgrund des prozesshaften Ansatzes möglich.

Gesamtkonzept Der Vorschlag „Moabitbeet“ konzentriert sich neben den notwendigen physischen Veränderungen des Parks besonders auf die Funktionen und Nutzungsangebote ... Der Park wird ... prozesshaft als vielfältiger öffentlicher Raum gesehen ... dazu gehört auch eine kommunikative und soziale Strategie. Ein neues Element ist der „Stadtring“, eine die Wettbewerbsfläche umfassende Drain-Asphaltfläche. Diese ist Kontaktfläche des Parks zu den umgebenden Stadtquartieren und dient als Bewegungs-Parcours, Band als Rückschnitt in der Bepflanzung, als Wartezone oder als städtischer Platz. Die Gartendenkmäler werden in ihrer Form beibehalten, das Nutzungskonzept eines individualisierten Gebrauches wird durch gemeinschaftliche Funktionen ersetzt. Der Entwurf setzt sich aus einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen innerhalb einer dreistufigen Umsetzung zusammen. Ottoplatz/ Ottopark Der Ottoplatz erhält eine wassergebundene Decke, entlang der östlichen Seite liegt ein Basketballspielfeld mit Kunststoffbelag über der Platzfläche, durch drei umlaufende Treppenstufen, teils Sitzmauern, umrahmt. Sechs Rundbänke mit innenliegenden Hecken umstellen einzelne Bestandsbäume. Als weitere Nutzungsangebote gibt es eine geschliffene Gussasphaltfläche Breakdancefloor sowie eine Holländerscheibe. Kleinere Pflanzflächen strukturieren die Platzkante zur Ottostraße. Am Ottoplatz beginnt der „Stadtring“, der sich südlich des pädagogisch betreuten Spielplatzes nach Osten weiter entwickelt. Die Verbindung zum Ottopark wird über zwei Wege geführt: In der bestehenden Lage nördlich des Spielplatzes sowie entlang der angrenzenden Bebauung ganz nördlich als wassergebundener Weg. Die durchgehenden

Landschafts.Architektur Birgit Ergebnisprotokoll Kleiner Tiergarten / Ottopark / Hammer, Berlin / 1. Rundgang

1492 


Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m
2

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780m2 69 % 13 % 18 % 13 Stk 3 Stk 0 Stk 7 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 44 % 7% 49 % 133 Stk 13 Stk 1 Stk 5 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

18 % 42 % 40 % 26 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

11 Stk
2 Stk

Landschafts.Architektur Birgit Ergebnisprotokoll Kleiner Tiergarten / Ottopark / Hammer, Berlin / 1. Rundgang

1492
Sitzbänke und Staudenbeete geplant. Benachbart schließt sich eine Liegewiese an. Im Bereich der Thusneldaallee entsteht ein neuer Stadtplatz. Im Bodenbelag sind ost-west-gerichtete Pflasterbänder eingelassen, die im Übergang zum Ottopark von linearen Heckenpflanzungen begleitet werden. Die vorhandenen Linden an der Thusneldaallee sind zu einem Baumraster ergänzt. Westlicher Kleiner Tiergarten Die Randbereiche des Blumengartens werden von Strauchpflanzungen befreit, durch einen Tennenbelag (Anger) ersetzt und mit einer Kante aus niedriger Heckenpflanzung mit langer Sitzbank gefasst. Die formalen Abgrenzungen im Innenbereich bleiben erhalten. Die Längsorientierung der zentralen Wiesenfläche zur Heilandskirche hin wird durch Auslichten des Gehözbestandes betont. Die Wiesenfläche wird von Staudenbeeten gefasst. Eine ca. 20m breite Nord-Süd-Promenade quert den Blumengarten. Sie wird aus einem Geästverschiedener Bodenmaterialien hergestellt (Mosaikpflaster, Asphalt, Tenne). Amorphe Aussparungen im Belag nehmen die Bestandsbäume auf und werden teilweise von Bänken gerahmt. Östlicher Kleiner Tiergarten Beidseitig der Stromstraße und auf dem Mittelstreifen ist die Pflanzung eines Baumblocks mit japanischen Schnurbäumen geplant - zur Herstellung einer optischen Verbindung der Straßenseiten. Die Wirkung des Baumdachs soll durch beidseitige Heckenpflanzungen in Ost-West-Richtung unterstrichen werden. Sie dienen als Filter und lassen zugleich Sichtbeziehungen zu. Das vorhandene Café auf östlicher Seite wird in die Gestaltung integriert. DieoriginalgetreueWiederherstellungdesSenkgartens mit Wasserbecken ist nach Auffassung der Verfasser wünschenswert. Die Gartenhöfe sollen dagegen mit neuen Inhalten belegt werden, wie z.B. Heilpflanzen, einem Wasserbecken für Kneipkuren, Schach- und Backgammon-Spiel, Skattischen, einem Laufband. Der zur Straße weisende, überdachte Sitzbereich soll zu einem abschließbaren Raum umgebaut werden, in dem Sportgeräte, Schachfiguren etc. lagern. Die Rollerbahn erhält einen neuen Asphaltbelag und ist Ausgangspunkt für die Entwicklung eines aus Hügeln und Tälern geformten Rollerparcours, der sich nach Süden und Osten ausdehnt. Dort befinden sich jeweils neue Spielbereiche. Der gesamte östliche Parkabschluss beherbergt eine Reihe von Spiel- und Freizeitangeboten insbesondere für Jugendliche: Ballspielfelder, Tischtennis, Trampolin, Tischtennis. Ergänzend ist eine Sandspielfläche vorgesehen. Realisierbarkeit o Die stufenweise Umsetzung des Konzepts erscheint möglich. o Pflasterbänder reichen bis in den Vorplatz der Heilandskirche. o	 Der Fahrbereich für den ÖPNV im Bereich Thusneldaallee scheint aufgrund der vorgeschlagenen Elemente (Bänke, Bäume) leicht eingeschränkt. o	 Der Heckenschnitt erscheint aufwendig. Für die Staudenbeete (Blumengarten, Ottoplatz) schlagen die Verfasser pflegeleichte Gruppenpflanzungen vor. o	 Die Arbeit überschreitet den Kostenrahmen der Vertiefungsbereiche geringfügig. Während VTB 1 unterhalb des Kostenrahmens liegt, liegen VTB 2 und 3 darüber. Aufgrund der Verlängerung des Spielbandes westlich VTB 3 ist eine Überschreitung des Gesamtbudgets nicht auszuschließen.

Gesamtkonzept Das neue Herzstück der Doppelparkanlage Ottopark – Kleiner Tiergaren ist der Anger, der unterschiedliche Grünbereiche wie den Blumengarten, die Flächen um die Heilandskirche und die Thusneldaallee zusammenfügt und damit einen starken Verbindungsraum zwischen den beiden Parkanlagen schafft. Für den Bereich des Angers (Blumengarten bis Thusneldaallee) ist eine Öffnung und bewusste Einbeziehung der angrenzenden Straßenräume vorgesehen. Die Ränder des Blumengartens werden von einer niedrigen Hecke und langen Sitzbankelementen gefasst. Im Gegensatz dazu sollen Ottopark und östlicher Kleiner Tiergarten mittels dichter Bepflanzung entlang der Ränder vom Straßenraum abgegrenzt werden - für eine ruhigere Parknutzung. Das bestehende Wegesystem in den Parkteilen wird aufgenommen und zur Verbesserung der Zugänglichkeit und Verknüpfung mit dem Stadtraum punktuell ergänzt. Die Parkeingänge werden insgesamt großzügiger und besser einsehbar gestaltet. An der Straße Alt-Moabit sind Querungshilfen vorgesehen. Die bestehenden Parkwege werden teilweise verbreitert und erhalten ein einheitliches Wegeprofil aus einem befestigten Weg (Pflaster oder Asphalt) und seitlichen Tennenflächen. Ottoplatz/ Ottopark Der Ottoplatz wird von den Verfassern als Entrée zum Park mit ruhigen Aufenthaltsmöglichkeiten aufgefasst. Parallel zur Ottostraße entsteht eine Gartenmauer mit begleitender Sitzbank und Hecke. Nahe dem Kiosk wird eine zweite, kürzere Hecken-Mauer-BankKombination angeboten. Die straßenzugewandte Fläche (Tenne) ist von Bäumen überstanden und mit Tischtennisplatten und Skattischen ausgestattet. Innen, entlang der Gartenmauer, sind weitere

Hahn Von Hantelmann, Berlin / 2. Rundgang Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll

1493 


Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m
2

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 2% 54 % 44 % 13 Stk 7 Stk 1 Stk 7 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 17 % 20 % 63 % 133 Stk 67 Stk 5 Stk 30 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

12 % 85 % 3% 26 Stk 10 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

11 Stk

Hahn Von Hantelmann, Berlin / 2. Rundgang Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll

1493
an dem die Gehölzpflanzungen ebenfalls durch eine Sitzmauer begleitet sind. Als Nutzung für das ehemalige WC-Gebäude wird eine Parkbibliothek vorgeschlagen. Das Rasenoval erhält konzeptgemäß zwei weitere Stufen, auf der randständigen höheren Fläche werden alle Gehölze entfernt, die Platzfläche zieht sich großzügig über die Thusneldaallee bis zur Heilandskirche. Westlicher Kleiner Tiergarten Der Blumengarten wird axial symmetrisch neu erstellt, das leicht geschwungene Sommerblumenbeet sowie die ehemaligen Sandspielbereiche an der Turmstraße entfallen. Die tiefer liegende Rasenfläche erhält an der Kante zur Stromstraße zwei Stufen. Die Nord-Süd-Querung Promenade ist zweischenklig geführt, zwischen den beiden Wegeverbindungen entstehen an den Straßen kleinere Platzflächen mit Bänken. Die niedrigen Begrenzungsmauern öffnen sich an dieser Stelle. Östlicher Kleiner Tiergarten Beidseitig der Stromstraße sind die Gehweg- und Pflanzflächen zu durchgehenden Platzflächen mit dem erhaltenen Baumbestand umgestaltet, östlich ist das Parkcafé eingeordnet. In den Östlichen Kleinen Tiergarten gelangt man über die seitlichen Parkpromenaden mit wassergebundener Oberfläche oder durch den Senkgarten. Der Senkgarten ist formal rekonstruiert, die Bepflanzung wird gemäß des Pflegeetats und in Absprache mit dem Denkmalamt entwickelt. Jegliche Beete sind extensiv. Nur einzelne, besonders wertvolle Großbäume und Einzelgehölze bleiben in diesem historischen Parkteil erhalten, es entsteht wieder ein vollsonniger Standort. Die Wegeverbindung von Nord nach Süd ist ca. 60 m nach Osten verschoben und führt über eine Grünverbindung zur Spree. Alle Nord-Süd-Querungen erhalten eine Oberfläche aus Mosaik. Die Gartenhöfe sind durch die neue nördliche Parkpromenade von Norden her erschlossen und liegen an der inneren Parkwiese. Sie erhalten einen Belag aus graugrüner wassergebundener Decke und eine extensive Bepflanzung. Der Unterstand wird integriert. Am Ende der großen Parkwiese liegt die Rollerbahn aus grünem Asphalt in die Rasenfläche eingebunden. Ausgehend von der nördlichen Schleife wird ein den gesamtenÖstlichenKleinenTiergartendurchziehender Skaterweg hergestellt, die Rollerbahn selbst wird in einigen Kurvenbereichen erweitert. Die Parkwiese ist über zwei Stufen mit dem östlich angrenzenden Platz an der St.-Johanniskirche verbunden. Hier entstehen neue Aufenthaltsbereiche: Spielfelder, Kletterfelsen, Bewegungsangebote und ein neuer Kleinkinderspielbereich. Die historischen Sitznischen liegen direkt an der südlichen Parkpromenade. Realisierbarkeit o Die Wettbewerbsgrenzen sind im Bereich Stützpunkt GSA überschritten. o Die stufenweise Umsetzung ist von den Verfassern in einem Phasenkonzept dargelegt. o	 Die Arbeit überschreitet den Kostenrahmen der Vertiefungsbereiche (VTB 1 und 3: geringfügige Überschreitung, VTB 2: deutliche Überschreitung). Aufgrund zusätzlicher Mauern und Stufen außerhalb der Vertiefungsbereiche ist von einer Überschreitung des Gesamtbudgets auszugehen

Gesamtkonzept Warum nimmt man den Park ... nicht wahr? Die Verfasser schlagen folgendes Konzept vor: Das Parkareal erhält eine einheitliche Grundstruktur, die in den Teilbereichen wiederkehrt: Ein einheitliches Sitzmäuerchen zeichnet den Park nach und fasst die semitransparenten, abschirmenden Gehölzflächen entlang der Turmstraße bzw. AltMoabit. Im Inneren der Parke sind durch zahlreiche Baumfällungen/ Gehölzrodungen Blickbeziehungen über die Wiesenfläche zwischen den Türmen der Heilandskirche und der Kirche St.-Johannis möglich. Diese Wiesen liegen jeweils zwei Stufen vertieft. Nördlich und südlich des Gehölzstreifens liegen innen die streng gradlinigen Parkpromenaden. Als Gegenstück zum Ottoplatz entsteht am östlichen Ende des Kleinen Tiergartens der Platz an der St.Johanniskirche. Gartenhistorische Elemente werden in ihrer Grundform erhalten, Symmetrien mit vorhandenen Materialien nachgezeichnet. ... Die historischen Schalenbrunnen werden wieder integriert. Das zusammenhängende Parkareal ... stellt einen wichtigen Baustein in einer übergeordneten grünräumlichen Einbindung dar. Ottoplatz/ Ottopark Auf dem Ottoplatz werden drei wassergebundene Bereiche mit Betonmauern eingefasst, die sich zu Sitzbänken und variablen Raumteilern erheben. Für den südlichen Bereich ist der Kiosk mit Außengastronomie und Boulespiel als Nutzung vorgesehen, weiter östlich sind Aktivitätsangebote wie Tischtennisplatten, Kicksäcke, Trampoline, nördlich zwei Streetballfelder vorgeschlagen. Die Bestandsbäume spenden Schatten, eine Abgrenzung des Platzes zu der Straße ist nicht vorgesehen. Die Anbindung an den Ottopark erfolgt nördlich des Spielplatzes gradlinig entlang der bestehenden Gehölzflächen bzw. über den Gehweg Alt-Moabit,

Ariol & Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll Kleiner Fiol, Barcelona / 1. Rundgang

1494


Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m
2

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 20 % 36 % 44 % 13 Stk 2 Stk 1 Stk 0 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 34 % 31 % 35 % 133 Stk 0 Stk 0 Stk 0 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

12 % 30 % 58 % 26 Stk 0 Stk 0 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Ariol & Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll Kleiner Fiol, Barcelona / 1. Rundgang

1494
und werden rollstuhl- bzw. kinderwagengerecht sowie für Radfahrer (Nord-Süd-Wege) mit einer wassergebundenen Decke ausgebaut. Zur Öffnung der Parkanlage werden die randseitigen Strauchpflanzungen vollständig entfernt. Ottoplatz/ Ottopark Im Bereich des Ottoplatzes entsteht eine geschwungene Platzfläche als (wassergebundene Decke) als Teil der Mäanderstruktur. Die mäandrierende Struktur mit Rasen, Stauden, Betonbändern und wassergebundener Decke legt sich auch über die Umgebungsflächen der Spielbereiche. Nördlich entsteht eine ruhige Zone zum Aufenthalt und Flanieren. Das Rasenoval mit Rasenstufe bleibt erhalten und bildet einen Kontrast zu den gegenläufigen Strukturen des Mäanders. Innerhalb des Rasenovals erheben sich die Betonbänder zu Sitzstufen und bilden ein Amphitheater. Östlich schließt sich der ThusneldaPlatz mit überwiegend wassergebundener Decke und integrierten, Betonbändern an. Die Betonbänder werden auch in die Flächen der Heilandskirche eingelassen und bis zum benachbarten Blumengarten fortgesetzt. Westlicher Kleiner Tiergarten Die Abgrenzungen der Wege- Wiesen- und Beetstrukturen im Blumengarten bleiben erhalten. Als Teil der Mäanderstruktur legen sich Sommerblumen in violetten, blauen und weißen Farbtönen über die Fläche. Die o.g. Stauden sollen in diesem Bereich ergänzt werden und, zusammen mit den dortigen Bäumen, mit kleinen Infotafeln mit Name und Herkunft der Pflanzen versehen werden. Im Bereich des UBahn-Eingangs entsteht eine kleine Platzfläche. Östlicher Kleiner Tiergarten Beide Seiten der Stromstraße erhalten eine platzartige Ausformung mit wassergebundener Decke. Die Betonbänder der Mäanderstruktur laufen auch über die Stromstraße hinweg bzw. sind in den Straßenbelag eingelassen. Das Café aus östlicher Seite ist in den Platz integriert. Der Senkgarten und die Gartenhöfe sollen nach historischem Vorbild rekonstruiert werden und ruhen wie kleine Inseln im Strom. Die Rollerbahn wird in ihrer nördlichen Schleife mit einem Skaterpool ausgestattet. Die Verfasser schlagen vor die Durchfahrtshöhe der Brücke (jetzt bis 2,0m) zu vertiefen. Im südlichen Teil ist ein Jugendbereich mit Aufenthaltsmöglichkeiten vorgesehen. Einzelne Betonbänder erheben sich hier zu Sitzstufen. Nach Osten wird der Park mit einem Spielbereich abgeschlossen. Realisierbarkeit o	 Die vorgeschlagene Mäanderstruktur überzieht die Spielbereiche (im Westen), Flächen an der Heilandskirche und St.-Johannis-Gemeinde, den Mathilde-Jakob-Platz und die Stromstraße. o	 Als stufenweise Umsetzung schlagen die Verfasser eine abschnittsweise Realisierung von West nach Ost oder umgekehrt vor. o	 Die Staudenpflanzungen, insbesondere im Blumengarten, erscheinen pflegeaufwendig. o	 Die Arbeit ist im Kostenrahmen der Vertiefungsbereiche realisierbar. Während VTB 1 und 2 unterhalb des Kostenrahmens liegen, liegt VTB 3 darüber. Aufgrund der flächenhaften wellenförmigen Umgestaltung mit Mäandern ist eine Überschreitung des Gesamtbudgets nicht auszuschließen.

Gesamtkonzept „Zwei parallel verlaufende Flüsse“: Der mäanderförmige Flussverlauf der Spree, welcher die südliche Grenze Moabits bildet, wird als verbindendes und strukturierendes Element auf den inmitten der „Moabiter Insel“ gelegenen Kleinen Tiergarten und Ottopark übertragen. Die kontinuierlichen Mäander durchströmen alle Parkfragmente und lassen diese zu einer Einheit zusammenwachsen. Sie binden auch den neu entstehenden Thusnelda-Platz sowie den MathildeJakob-Platz mit ein. Ziel der Verfasser ist, dem Park eine einheitliche und ausdrucksstarke Struktur zu geben. Die dafür eingesetzte Mäanderstruktur setzt sich aus vier verschiedenen Materialien zusammen: 1. Rasen, 2. Stauden bzw. Halbsträuchern (wie Lavendel, Thymian, Salbei), 3. ockerfarbene wassergebundene Decke (für Wege, Plätze) und 4. ockerfarbenes Band aus kleinformatigen Betonplatten (30 x 30cm). Letzteres ist zumeist ebenerdig, erhebt sich aber punktuell zu einer Sitzstufe. Die Mäander nehmen die gesamte Parkinfrastruktur wie Beleuchtung, Beund Entwässerung und Mobiliar (Bestands-Bänke, Sitzstufen, Mülleimer, Fahrradstellplätze etc.) auf. Außerdem ergänzen sie die bestehende Wegestruktur und geben das Grundgerüst für die funktionale und gestalterische Aufteilung der Fläche vor – die Zwischenräume werden zu Rasen-, Stauden-, Platzund Spielplatzflächen. Die jeweilige Besetzung der Streifen mit den genannten vier Grundmaterialien ist dabei flexibel und kann an sich ändernde Bedürfnisse angepasst werden. Die Mäander legen sich als neue transparente Schicht über die Strukturen und Elemente nach Willy Alverdes. Diese sollen in ihrer Form erhalten und sichtbar bleiben, z.T. rekonstruiert und mit zeitgemäßen Nutzungen ergänzt werden. BestehendeWege(mitMosaikpflaster)bleibenerhalten

Vogt Landschaftsarchitekten, Ergebnisprotokoll Kleiner Tiergarten / Ottopark / Zürich / 1. Rundgang

1495

Kenndaten Ottoplatz Gesamtfläche 3.480 m
2

Kenndaten U-Bahn Promenade Gesamtfläche 1.780 m2 36 % 32 % 32 % 13 Stk 2 Stk 0 Stk 10 Stk

Kenndaten Rollerbahn Gesamtfläche 14.465 m2 21 % 3% 76 % 133 Stk 33 Stk 2 Stk 60 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume Neue Bäume

25 % 70 % 5% 26 Stk 9 Stk 7 Stk

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche
Unversiegelte Fläche Bestandsbäume ges. Gefällte Bäume davon historische Bäume Neue Bäume

Vogt Landschaftsarchitekten, Ergebnisprotokoll Kleiner Tiergarten / Ottopark / Zürich / 1. Rundgang

1495
ehemaligen WC-Gebäude. Der Weg ist beidseitig von Wiesenflächen begleitet und führt unter dem Ahornbestand hindurch. Skattische sind hierher gestellt. Das Rasenoval wird von Wiesenfläche, dem Rondell und einer Kleinsteinpflasterfläche begrenzt. Sitzbänke und Skattische sind erhalten. Westlicher Kleiner Tiergarten Der Blumengarten wird in der Struktur erhalten, die Pflanzungen erneuert. In den Randbereichen zur Turmstraße bzw. Alt-Moabit entsteht eine Wiese unter Bestandsbäumen,das Blätterdach wird entlang der Turmstraße durch Neupflanzungen ergänzt. Im Inneren des Parks bleiben die Eiben erhalten (Stand By Modus Eiben). Der neue Weg führt geschwungen über die mittige Rasenfläche. Als Abschluss an der Heilandskirche wird eine transparente Klinkermauer vorgesehen. Die Promenade führt in Bestandslage und -dimension durch den Parkteil. Östlicher Kleiner Tiergarten Der östliche Kleine Tiergarten ist konzeptgemäß mit einer langen Blickachse im Inneren entworfen. Im Übergang zu den angrenzenden Straße gibt es keine Gehölzpflanzungen, die Baumblöcke haben jedoch Einbuchtungen und markieren so die Parkeingänge. Teilweise werden sie durch Neupflanzungen verdichtet. Der Meyersche Zugang bleibt an der Stromstraße erhalten. Die innere Parkfläche besteht im östlichen Teil rund um den Senkgarten aus Wiesenfläche, im östlichen Teil wird Sportrasen vorgeschlagen. Der Senkgarten und die Gartenhöfe werden rekonstruiert,essindaufwändigeStaudenpflanzungen, jedoch nur ein Wasserspiel vorgesehen. Im Senkgarten sind Temporäre Events vorgesehen. In den Gartenhöfen werden die Mauern erneuert, ebenso die Dachkonstruktion. Die Rollerbahn ist in historischer Lage und Anbindung erhalten und mit neuer Oberfläche versehen. Die südliche Schleife führt durch ein Kiefernwäldchen mit Spielgeräten. Östlich der Nord-Süd-Querung ist ein neuer, größerer Kleinkinderspielbereich vorgesehen, der die bestehende Topografie ausnutzt und zwei Bereiche mit Sand- bzw. Fallschutzbelag darstellt. Die Sitznischen am südlichen inneren Parkrand sind überplant. Der geschwungene Weg (beauty line) führt in diesem Parkbereich von der südlichen Stromstraßenquerung nördlich über den Senkgartenbereich, schwingt zweimal über die Sportrasenfläche und dient dann am östlichen Rand als Erschließung des Kinderspielplatzes. Realisierbarkeit o	 Die Wettbewerbsgrenzen sind im Bereich der westlichen Abgrenzung des pädagogisch betreuten Spielplatzes überschritten. o	 Die stufenweise Umsetzung des Konzepts erscheint möglich. o	 Die Rekonstruktion der Gartendenkmäler deuten auf erhöhten Pflegeaufwand hin. Ein Wasserbecken ist erneuert. o	 Die Modellfotos des halbkugeligen Unterstandes sind nicht zuzuordnen und kostenmäßig nicht erfasst. o	 Die Arbeit unterschreitet den Kostenrahmen der Vertiefungsbereiche. Dies gilt für alle Vertiefungsbereiche. Die Einhaltung des Gesamtbudgets ist möglich.

Gesamtkonzept Der Entwurf besteht im wesentlichen aus zwei Layern. Der Stadtgarten, der alle Elemente der Planung Alverdes in sich aufnimmt und diese in einer Art „Stand By“ Modus erhält. Der Stadtpark, der durch die Parkgeschichte vor Alverdes geprägt ist. Der Stadtpark bildet die räumliche Neugliederung des Parks. Das Programm besteht aus drei Elementen. Erstens gibt es eine Blickachse im Inneren des Parks, die über die einzelnen Parkteile als visuelle Verbindung hinweg führt. Zweitens wird das Baummuster durch gezielte Rodung und Aufpflanzung wieder ablesbar: Die Verfasser nennen Ahornwäldchen, Lindenblock und Buchenhain. Als drittes Element wird ein neuer Weg (beauty-line) geschwungen durch die Parkteile gelegt. Die Verfasser beschreiben das Parkareal als Gelenk von den angrenzenden Stadtquartieren zur Spree und dem Großen Tiergarten. Der randständige Gehölzbestand wird bis auf die südliche Spielplatzbegrenzung im Ottopark gerodet, der Baumbestand wird zu artengleichen Pflanzungen (Baummustern) zusammengefasst. Eine Verbindung zur historisch existierenden fiskalischen Baumschule auf den südlich angrenzenden Grundstücken bis zur Spree wird dadurch hergestellt. Ottoplatz/ Ottopark DerOttoplatzerhälteinewassergebundeneOberfläche, in die eine Kreisfläche zur Streetballnutzung eingelegt ist. Der Kiosk ist nicht dargestellt, das WC ist erhalten. Auf dem Platz befinden sich zehn quadratische Pflanzkübel, entlang der angrenzenden Straßen sind längliche Pflanzkübel aufgestellt. Im Norden des Platzes beginnt/ endet die beauty-line, eine geschwungene Wegeverbindung, angegliedert ist der neue Quartierstreff im umgenutzten

Kleiner Tiergarten / Ottopark / Ergebnisprotokoll

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Stellungnahme des Frauenbeirats

Frauenbeirat Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Dip.Ing Cagla Ilk, Dr. Elke Baranek (Landschaftsplanerin) 29.06.2010

Frauenbeirat Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Kleiner Tiergarten / Ottopark Nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb Gestalterische Prozesse von Freiräumen in der Stadt sind nicht nur als Baumaßnahmen zu begreifen, sondern vor allem als eine Impulsmöglichkeit für ein vielseitiges, soziales und kulturelles Leben im öffentlichen Raum. Ein wichtiges Element zur Entwicklung neuer gendergerechter Stadtquartiere und -strukturen sind die Spannungsfelder zwischen Individuum und Gesellschaft, bekannten Rollen und dem Verhandeln neuer Rollenmuster und zwischen räumlich/sozialer Tradition und Innovation. Freiräume können beispielsweise Orte des informellen gesellschaftlichen Austausches und gleichzeitig der Erholung sein. An Hand von neun Kriterien wurde analysiert, ob die Entwürfe einem Leitbild folgen, welche dem Grundgedanken des Gender Mainstreamings entsprechen. Die Kriterien mündeten in einer Gesamtbewertung, die die Meinung der Vertreterinnen des Frauenbeirates zu den einzelnen Entwürfen wiedergibt. 1.	 Bewegung im Raum: Die Räume sind abgestuft und differenziert. Sie ermöglichen die Wahl der Wege zu Tag- und Nachtzeiten und zwischen unterschiedlichen Bewegungsintensitäten. 2.	 Blickbeziehungen, Übersichtlichkeit: Die Gesamtanlage muss gut zu überblicken sein. Blickbeziehungen und ausreichende Transparenz unterstützen eine soziale Kontrolle. 3.	 Puffer, räumliche Struktur: Unterschiedliche Puffer strukturieren den Gesamtraum in ruhige und aktive Bereiche. 4.	 Räume für Kommunikation und Austausch: „community building“ 5.	 Infrastruktur für Erholung, Spiel und Sport: Wünsche/Ansprüche unterschiedlicher
 Nutzungsgruppen an Gestaltungsmöglichkeiten in der Freizeit werden integriert.
 6.	 Vielfältige Nutzer/innen-Gruppen: Die Bedürfnisse der Nutzer/innen in ihrer Verschiedenheit werden integriert und spezifische Anforderungen der Altersgruppen und Nutzungspräferenzen werden berücksichtigt ohne andere Gruppen auszuschließen. 7.	 Aufenthaltsqualität: Die Aufenthaltsflächen haben eine hohe Nutzungsqualität zu
 verschiedenen Jahreszeiten.
 8.	 Räumliche Wahlmöglichkeiten für unterschiedliche Gruppen (Alter, Geschlecht, Mobilität, sozio-ökonomischer Hintergrund). 9.	 Sicherheit: Privatheit und soziale Kontrolle werden gleichermaßen ermöglicht. Ergebnis: 1.	 Die Wettbewerbsaufgabe hat durch die eingeschränkte Zielsetzung in dem dreigeteilten Gelände aufgrund des Gartendenkmalschutzes, die Vielfalt der Lösungen zwar begrenzt aber auch zu klaren Entwürfe beigetragen (vgl. Kriterien 4, 5 und 8). 2.	 Im Auslobungstext sind Gender- und Diversity-Kriterien definiert und als eine Zielsetzung beschrieben. Einige Entwürfe setzen sich mit diesen Kriterien intensiv auseinander. 3.	 Viele Beitragen lösen den introvertierten Zustand des Parks auf und nehmen sich der gewünschten extrovertierten Gestaltung an (vgl. Kriterien 1,2,3 und 9.) 4.	 Im Auslobungstext fehlt eine Beschreibung der Rolle der Milieus in den umliegenden Quartieren, die überwiegend migrantisch geprägt sind. Die überwiegende Zahl der Entwürfe hat deshalb kaum soziale Verbindungen zu den Nachbarquartieren entwickelt.

Frauenbeirat Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

5.	 Strategien zur Partizipation spielen im Auslobungstext und in den Wettbewerbsbeiträgen, mit Ausnahme einer geplanten Bürger- und Bürgerinnenveranstaltung, kaum eine Rolle. Damit wird eine Chance verpasst, Idee und Vorstellungen der Bewohner/innen und potenziellen Nutzer/innen in die Planungen zu integrieren. 6.	 Zu zwei Wettbewerbsbeiträgen können kaum Aussagen getroffen werden, weil sie aufgrund ihrer Darstellung keine oder nur wenige Aussagen zur Funktion des Raumes oder ihrer Nutzer/innen machen 7.	 Fünf Beiträge konnten bezogen auf die dargestellten Gender- und Diversity-Kriterien als sehr gut bewertet werden. Als entwicklungsfähig können die mit mehreren (+) Zeichen gekennzeichneten Entwürfe betrachtet werden. Dipl.Ing. Cagla Ilk, Dr. Elke Baranek Legende: Integration der Kriterien

niedrig/wenig neutral gut hoch Nicht definiert

(-) 0 (+) (+)(+) ?

29.06.2010	

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Blickbezie., Übersichtlichkeit

Räume für Kommunikation

Puffer, räumliche Struktur

Infrastruktur für Spiel+Sport

Sicherheitsbedürfnisse

Zielgruppen + Vielfalt

Räumliche Diversität

Bewegung in Raum

1491 1493 1482 1489 1490 1488 1486 1494 1480 1484 1487 1485 1483 1495 1481 1482

(+)(+) (+) (+) (+) (+) 0 (+)(+) Nicht (+) (+) (+) (+) (+) Nicht (+)(+) (+)

(-) (+) 0 (+)(+) (+)(+) 0 (+)(+) zu (+) 0 (-) (-) (+)(+) zu (+)(+) (-)

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Gesamt Bewertung

Aufenthaltsqualität

Kennziffer
        
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