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Bericht der Vorprüfung, zur 1. Sitzung des Preisgerichts am 18./19. Dezember 2008

Full text: Bericht der Vorprüfung, zur 1. Sitzung des Preisgerichts am 18./19. Dezember 2008

Metrogramma / Kipar, 1. Rundgang

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Leitidee „Der Blick in die Weite ist in nahezu jeder Großstadt eine Seltenheit. Diese zu erhalten und zu unterstützen ist ein grundlegendes und wesentliches Element der Planung.“ „Das Tempelhofer Feld war ein Ort der Mobilität, von dem aus Menschen in die ganze Welt flogen. Die Geschichte des Ortes als „Plattform der internationalen Mobilität“ soll auch weiterhin ablesbar bleiben.“ Gesamtkonzept Große Bereiche des gesamten Wettbewerbsgebietes werden von Bebauung freigehalten. Die zentrale Freifläche des Flugfeldes wird über eine großzügige Freiraumgestaltung an Südstern und Bergmannkiez angeschlossen. Diese große, sich zum Flugfeld öffnende, Freifläche ist als ein System der multifunktionalen Freiräume angelegt und besteht aus einem Geflecht von Plätzen, Stegen und Wasserkanälen. Die Lilienthalstraße schlägt als übergeordnete Verbindung einen Bogen bis nach Neukölln. An diese Verbindung lagert sich eine urbane Struktur an, die sich durch hohe Dichte und kompakte Gebäudestrukturen zwi-

schen 6-25 m Bauhöhe auszeichnet. Das Maß der baulichen Nutzung für einzelne Baufelder wird vorgegeben. Polizeikaserne: Aufheben der Barrierewirkung durch Teilung des Blockes. Einführung einer neuen Straßenerschließung in westlicher Verlängerung der neu angelegten Züllichauer Straße. Columbiahalle: Teilung des Blockes durch Einführung einer neuen Straßenerschließung in Ost-Westrichtung. An zwei Blockecken sind öffentliche Plätze mit Baumdach vorgesehen. Konzept Kernbereich Weite Bereiche des westlichen Kernbereiches sind vollständig von Bebauung freigehalten. Dort verbindet ein System von individuell gestalteten Plätzen in Verbindung mit drei großflächigen Wasserkanälen die Freifläche des Tempelhofer Feldes mit der nördlich angrenzenden Stadt. Im Lilienthal-Quartier flankieren verdichtete, bauliche Strukturen mit einer Höhenentwicklung bis 25m den öffentlichen Platzraum. Nach Süden zum Tempelhofer Feld und von dort Richtung Neukölln (entlang südlicher Friedhofsmauer) nimmt die Höhenentwicklung der baulichen Struktur ab.

Auf den unterschiedlichen Platzflächen werden als Reminiszenz an die internationale Vergangenheit des Ortes als zentrale Nutzungsidee internationale Märkte angesiedelt. Die Wasserkanäle übernehmen die Rückhaltung des Niederschlagswassers und fungieren als Leitelemente zwischen dem Eingang des Quartiers in der Lilienthalstraße und dem Tempelhofer Feld.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Der bestehende Straßenverlauf wird weitgehend übernommen. Die Lilienthalstraße wird in einem Bogen nach Süden auf das Columbia-Quartier verlängert und an den Ring-Boulevard angeschlossen. Richtung Neukölln mündet dieser Straßenzug in der Herrfurthstraße. Der Bereich östlich dieser neuen Erschließungsstraße (am Garnisonfriedhof) wird landschaftlich gestaltet. Die Züllichauerstraße wird in ihrem Verlauf leicht nach Süden verschwenkt und an eine neue, den Polizeikasernenblock teilende Erschließungsstraße angeschlossen. Nutzungs- / Stufenkonzept Die städtebauliche Entwicklung ist in drei Phasen unterteilt. 1. Phase: Barrieren werden geöffnet, das Gebiet für Fahrradfahrer und Fußgänger durchlässig gemacht. Ein Teil des Wasserbecken-Kanalsystems wird realisiert. Anlage von Sportflächen südlich des Columbiadamms (Beachvolleyball - Felder und temporäre Skaterbahn). Die Urbane Struktur beginnt zu wachsen, zunächst werden die niedrigeren, dreigeschossigen Gebäude errichtet.

2. Phase: Weitere Bausteine des Systems aus Plätzen und Kanälen werden errichtet. Urbane Struktur wächst weiter und beginnt sich nach Innen zu verdichten. 3. Phase: Vervollständigung des Freiraumsystems. Die Urbane Struktur wächst weiter, verbliebene Bauplätze für Baukörper mit maximal 5 Geschossen vorgesehen. Zu den inhaltlichen Nutzungen der Baustruktur werden keine Aussagen getroffen. Ressourceneffizienz Regenwassermanagement spielt eine besondere Rolle, auch bezogen auf Gebäudetechnologie (Regen- und Grauwassernutzung). Textlich wird der Einsatz von recyclebaren Baustoffen, regionalen Produkten und der Einsatz erneuerbarer Energien erwähnt.

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gmp / Rainer Schmidt, 2. Rundgang

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Leitidee Das Zusammenspiel von weitergeführten vorhandenen städtischen Strukturen und Bezügen ... in Form von Grünzügen einerseits und die Setzung von zwei Bebauungsfeldern als verbindende urbane Strukturen andererseits verflechten das Flugfeld mit der umliegenden Stadtlandschaft. Das ... Konzept betont die prägende Form des ovalen Flugfelds als identitätsstiftende Figur. Gesamtkonzept Ziel ist die Schaffung einer erfahrbaren, zusammenhängenden elliptischen Großform auf dem Tempelhofer Feld. Dazu wird die vorhandene äußere Flugfeldstraße als zentrale Erschließungsstraße und Stadtkante herausgebildet und zur Tempelhofer Promenade entwickelt. Gleichzeitig legen sich große, Nord - Süd orientierte Grünzüge im Wechsel mit Baufeldern über das Wettbewerbsgebiet und stellen eine Verbindung zwischen offenem Flugfeld und der nördlich angrenzenden Stadt her. Im südöstlichen Wettbewerbsgebiet wird durch eine Neuordnung von Grundstücksgrenzen die grüne Durchwegung vom ehem. Flugfeld durch

einen Park in die Hasenheide sowie die Zugänglichkeit des Sommerbades von Süden geschaffen. Columbiahalle: Bestehende Hallen werden durch einen dritten kulturellen Baustein (Aufführungsort) im Süden ergänzt und zu einem Gesamtkomplex entwickelt. Der nördliche Straßenraum wird durch einen Berliner Block geschlossen. Gebäude-Vorfeld Columbiadamm: Die Treppentürme als dominierendes architektonisches Element werden durch vorgelagerte Brücken, die auch als Terrassen dienen, inszeniert. Polizeikaserne: Nachverdichtung durch Wohnnutzung und Aufheben der Barrierewirkung durch blockinterne Wegeerschließung nach der zukünftigen Verlagerung der polizeilichen Nutzung. TiP - Sportgelände: Positionierung von Gebäudezeilen entlang Lilienthalstraße. Konzept Kernbereich Drei urbane Siedlungsfelder im Wechsel mit thematisch unterschiedlich entwickelten Grünräumen überspannen den Kernbereich von Norden nach Süden. Ein solitärer Stadtblock als Auftakt

des zentralen Parkbandes in Verlängerung der Lilienthalstraße bildet das Zentrum des Quartiers. Der Blickbezug zwischen Stadt und „Flughafenlandschaft“ wird durch die Ausrichtung des Freiraumes hervorgehoben. Jedes Siedlungsfeld ist eigenständig um interne Grünräume organisiert. An den Schnittkanten zu Flugfeld, Tempelhofer Promenade und Columbiadamm nehmen die Gebäude mit einer Traufhöhe von 22 m die Maßstäblichkeit der Polizeikaserne auf. Die dazwischenliegende Bebauung ist 3 - 4geschossig. Der Columbiadamm wird an der Kante zwischen TiB - Sportplatz und Hasenheide ausgelichtet und als großzügige Promenade entwickelt. In Verlängerung der zentralen Grünachse der Hasenheide wird als Übergang zum südlich anschließenden Park eine Platzfläche entwickelt, die gleichzeitig als Adresse für das Sommerbad funktioniert. Die südöstlichen Teilflächen des Columbia-Quartiers werden im Süden des Friedhofes mit einem Wasserpark, einem weiteren Baufeld sowie einem größeren Gebäudevolumen als baulicher Endpunkt (Nutzungsvorschlag:

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Freizeit/Thermen) belegt. Im Süden wird die Blockstruktur des Schillerquartiers an die Tempelhofer Promenade herangeführt. Der Ring-Boulevard wird durch eine klar definierte Stadtkante (Sitzstufen) und eine Baumreihe akzentuiert. Der Erhalt des Heizwerks wird nicht berücksichtigt. Erschließung / Vernetzung Die bestehende Straßenführung wird weitgehend übernommen. Die Züllichauer Straße wird leicht nach Süden verschwenkt und schafft Platz für ein Gebäude. Die äußere Flugfeldstraße wird zur zentralen Erschließungsachse ausgebildet, welche über drei Durchstiche im zentralen Wettbewerbsbereich und durch eine weitere Erschließungsstraße zwischen Friedhof und Sommerbad an den Columbiadamm angebunden wird. Die Oderstraße wird zur Promenade aufgewertet und linear auf den Columbiadamm geführt. Nutzungs- / Stufenkonzept Nutzungen: Es wird eine Mischung aus Wohnen, Gewerbe sowie sozialen und kulturellen Einrichtungen angeboten. Als Gebäudetypologien werden

das Lofthaus, das Stadthaus und das Dachhaus vorgeschlagen. Die städtebauliche Entwicklung wird in drei Stufen unterteilt. Stufe 1: Entwicklungsgerüst ist die Anlage des zentralen Parkbands, des Wasserparks und die Entwicklung des Tempelhofer Boulevards als Ost-West-Rückgrat. Siedlungsfelder können in einzelnen unabhängigen Stufen nach Bedarf entwickelt werden. Als Zwischennutzung für unbebaute Felder werden urbane Gärten (Selbstversorger-Parks) vorgeschlagen: Erdbeeren ernten, Sonnenblumen pflücken etc. Stufe 2: Stufenweise werden Baufelder und der Bereich um die Columbiahalle entwickelt. Stufe 3: Langfristiges Ziel ist die Anbindung des Schwimmbades an den Tempelhofer Boulevard. An dieser Stelle wird ein Freizeit-ErlebnisBaustein (Therme) sowie die Anlage einer großzügigen Verbindung zwischen Hasenheide und Flugfeld (zwischen Schwimmbad und Schillerquartier) vorgeschlagen.

Ressourceneffizienz Textliche Erwähnung des Einsatzes von Regenwassermanagement (Regen- und Grauwassernutzung) sowie Einsatz erneuerbarer Energien in Kombination mit effizienten Heizsystemen.

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a24_landschaft / a24_ landschaft, 2. Rundgang

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Leitidee Wachsende Stadt: Die Lage des Columbiaquartiers, zwischen den lebendigen Stadtquartieren Bergmannstraße und Südstern sowie dem zukünftigen Park auf dem Tempelhofer Feld, ist in Berlin einzigartig. Die Verbindung von experimentellen Wohnformen im Grünen und der zentralen, innerstädtischen Lage wird das Columbiaquartier mittelfristig zu einem beliebten Wohnquartier werden lassen. Gesamtkonzept Im Entwurf wird die Ausbildung starker Ränder mit einer eigenständigen Identität angestrebt, um das Tempelhofer Feld im Stadtkörper zu verorten. Da sich ein ablesbarer Rand in Form einer Neubebauung aber erst allmählich abbilden wird, werden die Ränder im Bereich des Columbia-Quartiers zunächst durch Initialpflanzungen von Bäumen betont. Im Laufe der Entwicklung werden sie allmählich durch eine Bebauung ersetzt. Das Teilgebiet der Polizeikaserne wird geöffnet, neu geordnet und erschlossen. Das benachbarte Gebiet um die Columbiahalle wird ebenfalls neu geordnet. Am Columbiadamm Ecke Friesenstraße ist eine ergänzende Bebau-

ung (Blockstruktur) vorgesehen, im rückwärtigen Bereich sind baumüberstandene Freiflächen geplant. Im Bereich des Gebäude-Vorfeldes wird das vorhandene Wegesystem erneuert und die Baumreihe nach Westen fortgeführt. Nahezu im gesamten Verlauf des Columbiadamms sind ergänzende, lineare Baumpflanzungen vorgesehen. Konzept Kernbereich Das Straßenraster der umgebenden Stadtquartiere wird in den Kernbereich hineingezogen. Drei grüne Verbindungsachsen enden jeweils mit einem Holzsteg im ehemaligen Flugfeld. Das Straßenraster bildet das Gerüst für die künftige Entwicklung und ist zugleich verbindliche Baulinie. Die in der ersten Entwicklungsphase angelegten Gärten (s.u.) strukturieren die Bebauung. Im Laufe der Entwicklung entsteht ein perforierter Block mit verschiedenen Bebauungstypologien - vom Geschosswohnungsbau, über kleinere Einheiten von Baugruppen bis zur Einzelhausbebauung. Die Bauhöhen variieren zwischen 3 und 6 Geschossen. Am westlichen Rand des ColumbiaQuartiers ist zwischen Columbia-

damm und Ring-Boulevard ein breites, grünes Band gespannt. Benachbart schließt sich das Heizkraftwerk und 2 große, befestigte Betonflächen (Bestand) an. Sie können als multifunktionale Platzflächen für temporäre Veranstaltungen oder im Winter als Schlittschuhbahn genutzt werden. In den Randbereichen der Betonfläche werden Aussparungen mit Pioniergehölzen bepflanzt. Südlich des Friedhofs werden die bestehenden Grillplätze erhalten und durch Freizeit- und Sportnutzungen ergänzt. Es schließt sich ein Band mit Baufeldern für Stadtvillen mit Blick über das Flugfeld an, für besonders hochwertiges Wohnen. Südlich des Sommerbades entsteht der Columbiapark. Mit Wiesenflächen und lockeren Baumgruppen bildet er ein grünes Bindeglied zwischen der Hasenheide und dem zukünftigen Park auf dem Tempelhofer Feld. Das Lilienthal-Quartier erhält eine Randbebauung mit unterschiedlichen Sequenzen und Größenverhältnissen. Eine grüne Verbindungsachse mit einer straßenbegleitenden Wohnbebauung betont die Anbindung nach Norden in Richtung Südstern. Der Sportplatz an der Züllichauer Straße

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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bleibt erhalten und das benachbarte TiB Sportgelände ist in den Entwurf integriert. Erschließung / Vernetzung Die Kfz-Erschließung des Lilienthalund Columbia-Quartiers ist über Sammel- und Anliegerstraßen organisiert. Die grünen Verbindungsachsen verspannen die Stadt mit dem zukünftigen Park auf dem Tempelhofer Feld. Eine der Verbindungsachsen knüpft an die Lilienthalstraße in Richtung Südstern an. Das Teilgebiet der Polizeikaserne wird langfristig geöffnet und erschlossen. Zwei neue Ost-West-Straßenzüge binden von dort an das benachbarte Lilienthal-Quartier an. Eine Neugliederung des Parkrandes der Hasenheide ermöglicht durchgängige Wegebeziehungen zwischen Hasenheide und Tempelhofer Feld. Nutzungs- / Stufenkonzept In der ersten Entwicklungsphase markieren Bäume als räumliches Volumen die künftigen Baufelder. Sie bestehen aus schnellwüchsigen Pioniergehölzen wie Birke, Pappel, Robinie und aus dauerhaften Ziergehölzen wie Paulownia, Eiche und Amberbaum. Die Verfasser schlagen zudem vor, ei-

nen Teil der für den Park auf dem Tempelhofer Feld benötigten Ziergehölze auf den noch unbebauten Baufeldern im Columbia-Quartier vorzuziehen. Bestehende Nutzungen wie z.B. ein Softballfeld und Grillplätze bleiben erhalten. Sie werden ergänzt durch Pioniernutzungen. Zum Beispiel können Gärten durch die späteren Bewohner angelegt werden. Zusätzliche Themengärten wie der Beerengarten oder Kaninchengarten befriedigen die Sehnsucht nach ländlicher Idylle mitten in der Stadt. Diese Nutzungen liegen wie Lichtungen innerhalb des Pionierwaldes. In kleinen Pioniergebäuden sind weitere temporäre Nutzungen wie z.B. ein Gewächshaus-Restaurant oder ein Kultur- und Ausstellungsraum vorgesehen. Während der weiteren Entwicklung werden die Pioniergehölze nach und nach durch eine Bebauung ersetzt. Ressourceneffizienz Zur Energiegewinnung wird in die Betonflächen des Ring-Boulevards ein Ornament aus Wärmesammelleitungen eingefräst (Wärmetauscherornament), das Teile des Wohnquartiers mit Wärme versorgt. Die Regenwasserversickerung erfolgt auf den

Grundstücken, und Mulden in den grünen Verbindungsachsen nehmen die Entwässerung der Siedlungsstraßen auf. Laut Verfasser können einige Baumarten den Boden durch Phytodegradation von Altlasten reinigen (indem der Abbau von Schadstoffen durch Mikroorganismen stimuliert wird) und das Bauland vorbereiten.

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Höhne / KuBuS, 1. Rundgang

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Leitidee Das neue Columbia-Quartier wird als citynahes großstädtisches Wohnquartier ausgebildet, welches in seiner Maßstäblichkeit den direkt angrenzenden Maßstäben des bestehenden Flughafengebäudes und der Größe des Flugfeldes gerecht wird. Gesamtkonzept Das ehemalige Flugfeld wird als großstädtische Parkanlage (Central Park) aufgefasst und erhält mit einer 7- bis 14-geschossigen Parkrandbebauung entlang des Parkboulevards (RingBoulevard) eine städtebauliche Kante. Im Übrigen entwickelt sich das Stadtquartier in Form einer Blockbebauung mit unterschiedlichen Traufhöhen beidseitig des Columbiadamms und bindet an die bestehenden Wohnquartiere und zum Südstern an. Das Teilgebiet Columbiahalle wird baulich ergänzt. Im rückwärtigen Bereich ist eine Blockbebauung vorgesehen, östlich der Columbiahalle zwei 7-geschossige Punkthäuser. Konzept Kernbereich Hauptzufahrt und Rückrat beider Quartiere ist eine großzügig in NordSüdrichtung verlaufen Straße, der Quartiersboulevard. Mittig ist sie als

Parkanlage mit Alleebäumen gestaltet. 14-geschossige Eckgebäude am Columbiadamm bilden Torsituationen und betonen die Zufahrten in die beiden Quartiere. Nach Süden besteht entlang der Hauptzufahrt eine Blickbeziehung bis zum Park auf dem Tempelhofer Feld. Innerhalb der Quartiere gibt es unterschiedliche stadträumliche Maßstäblichkeiten, die mit verschiedenen Wohnformen belegt werden können: Die im Süden an den künftigen Park angrenzenden 7- bis 14-geschossigen Gebäude sind für eine Wohnnutzung vorgesehen, können im Erdgeschoß aber teilweise auch gastronomische Einrichtungen aufnehmen. Der zentrale Quartiersboulevard in NordSüd-Richtung ist 6- bis 7-geschossig bebaut. Im Erdgeschoß können sich Laden-, Gewerbe- und Gastronomienutzungen und in den Obergeschossen Wohnnutzungen ansiedeln. Die 7- bis 8-geschossigen Neubauten am Columbiadamm bzw. Stadtboulevard sind vorwiegend für Büros oder eine gewerbliche Nutzung vorgesehen, können vereinzelt aber auch Wohnnutzungen aufnehmen. In den kleinmaßstäblichen Wohnstraßen entstehen 3- bis 4-geschossige Stadthäuser

auf eigener Parzelle. Neben zwei kleinen Pocketparks entsteht am westlichen Quartiersrand ein auf drei Seiten baulich gefasster, öffentlicher Quartierspark. Der Radarturm wird in die Anlage integriert und steht in der Blickachse einer in OstWest-Richtung verlaufenden Wohnstraße. In den Innenhöfen der Wohnbebauung sind private Grünflächen vorgesehen. Das Regenrückhaltebecken und die Kleingärten im Lilienthal-Quartier werden in die Parkanlage südlich des Schwimmbades verlagert. Der Erhalt des Heizwerkes wurde nicht berücksichtigt.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Der Stadtboulevard (Columbiadamm) soll künftig eine durchgängige Gestaltung erhalten mit einer Verbesserung der vorhandenen Fuß- und Radwege. Er bildet die Ost-West-Verbindung zwischen Hasenheide und Platz der Luftbrücke. Über den grüngeprägten Quartiersboulevard wird das neue Quartier über die Lilienthalstraße hinaus mit dem nördlichen Stadtgebiet und nach Süden mit dem Flugfeld verbunden. Die neuen Quartiere werden entlang ihrer Blockränder erschlossen. Entlang der Parkkante im Süden entsteht mit dem Parkboulevard eine Straße direkt am Park. Der Boulevard bindet an das östlich angrenzende Quartier (die Schillerpromenade) an. Im weiteren Planungsverlauf soll er das gesamte Flugfeld umlaufen und die unterschiedlichen Bereiche miteinander verknüpfen. Der Parkboulevard wird von Gehölzreihen begleitet. Nutzungs- / Stufenkonzept Die beiden Quartiere können in mehreren Bauabschnitten, die in sich geschlossene homogene städtebauliche Ensembles bilden, realisiert werden. Startpunkt ist der in Nord-Süd-Rich-

tung verlaufende Quartiersboulevard südlich des Columbiadamms, dann die Stadtkante im Süden entlang des Parks, gefolgt von den untergeordneten Straßen des Columbia-Quartiers und schließlich das Lilienthal-Quartier. Ressourceneffizienz Bei der Entwicklung des Stadtgebietes sind folgende Punkte zu berücksichtigen: Nachhaltigkeit der Baumaterialien; Nutzung von alternativen Energien; standortgerechte Bepflanzung; möglichst geringe Bodenversiegelung bzw. Verwendung versickerungsfähiger Oberflächenbeläge; Versickerung und Nutzung von anfallendem Dachwasser und Oberflächenwasser.

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K1 / Seliger, 1. Rundgang

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Leitidee Die Großfigur des Flughafengebäudes wird aufgenommen und im Norden und Osten zu einer definierenden Wand weitergeführt, so dass das Areal im Norden und Osten eine feste bauliche Kante erhält. Gesamtkonzept Eine Rasterstruktur, von den Verfassern als flexibel bezeichnet, definiert das Lilienthal-Quartier, in das auch das Areal des TiB-Sportgeländes einbezogen wird. Im Columbia-Quartier reichen die Baufelder auf seiner gesamten Länge bis an den Columbiadamm heran. Das erfordert die Verlegung des Friedhofs, des Sommerbades Neukölln, der Jahn-Sporthalle, der Wetterstation und des Zwischenpumpwerks. Auch der Erhalt des Heizwerks wurde nicht berücksichtigt. Zur Parklandschaft hin definieren die Verfasser eine geschwungene südliche Kante des Columbia-Quartiers, die auf der Westseite den Bogen des Flughafengebäudes aufnimmt und nach Osten hin in den Ring-Boulevard übergeht. Der als Block interpretierte Bereich Polizeikaserne erhält bauliche Ergän-

zungen seiner südlichen Kanten. Auch der Bereich Columbiahalle erhält eine blockartige Fassung, die kleinere Bauten nicht berücksichtigt. Konzept Kernbereich Lilienthal- und Columbia-Quartier werden gemeinsam entwickelt. Die geschwungene südliche Kante des Columbia-Quartiers wird zur Parklandschaft hin durch ein Band aus mehreren Baumreihen betont, das auf der Südseite eine unregelmäßig geformte Mulde begleitet. Sie übernimmt die Funktion des Regenwassersammelbeckens, das aus dem Lilienthal-Quartier hierher verlegt wurde. Nach Norden wird das ColumbiaQuartier durch den Columbiadamm begrenzt. Er erhält zwei Spuren in jeder Richtung und wird von drei Baumreihen begleitet. Das gesamte Columbia-Quartier definiert ein annähernd an den Himmelsrichtungen orientiertes Straßennetz, das sich nördlich des Columbiadamms im Lilienthal-Quartier fortsetzt. Dieses erhält durch die Verlegung der Golßener Straße eine annähernd rechteckige Kubatur. Den Zusammenhang beider Quartie-

re betont die nach Süden verlängerte Lilienthalstraße, vor allem aber ihre kreisförmig ausformulierte Kreuzung mit dem Columbiadamm. Wie er wird auch die Lilienthalstraße von Straßenbäumen begleitet. Im westlichen Kernbereich prägt eine Blockrandbebauung die Baufelder beiderseits des Columbiadamms. Blockstrukturen dienen auch der Arrondierung der Stadtkante Neuköllns im Osten des Columbia-Quartiers. Auf den Baufeldern dazwischen finden sich unterschiedliche Varianten und Kombinationen von Zeilen- und Blockbebauung.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Deutliche Schwerpunkte des Erschließungsnetzes bilden der Columbiadamm und die Lilienthalstraße, deren Kreuzung ein kreuzförmiger Platz betont. Hier soll ein weiterer U-Bahnhof Columbiaplatz entstehen. Die rasterartige Erschließung der Baufelder ist zwischen begradigter Golßener und Züllichauer Straße, neuer Straße am Volkspark Hasenheide, Columbiadamm und geschwungener Kante zur Parklandschaft eingebunden. Das Straßennetz weist Differenzierungen auf. Nicht alle Achsen verlaufen parallel zueinander. Nicht alle werden schematisch fortgeführt, so dass Baufelder unterschiedlicher Größe und Gewichtung entstehen. Die Kante zur Parklandschaft wird erst östlich der verlängerten Lilienthalstraße von einer Straße begleitet, die das Columbia-Quartier an den kreisförmigen Herfuth-Platz in Neukölln anbindet. Wie Columbiadamm und Lilienthalstraße weist auch diese Straße einen begrünten Mittelstreifen auf und wird von drei Baumreihen begleitet.

Nutzungs- / Stufenkonzept Die Grundstruktur wird in einer ersten Zeitschiene die städtebaulichen Rahmenbedingungen schaffen, nämlich die der Platzwand. In einer zweiten Schiene wird der Friedhof und das Freizeitbad nach Süden verlagert und die Basisstruktur erweitert sich zum Columbiadamm hin. In einer dritten Zeitschiene erweitert sich die Basisstruktur nach Norden über den Columbiadamm hinweg. Die Verfasser betonen, dass die Grundstruktur des Erschließungsrasters zwar die Basis der Entwicklung bilden soll, in sich aber flexibel ist, so dass auf unterschiedliche Entwicklungen oder Strömungen reagiert werden könne. Ressourceneffizienz Es finden sich keine Aussagen zur Ressourceneffizienz.

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Philipp Ullrich Walter / foundation 5+, Auswahl für 2. Stufe

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Leitidee Die Öffnung des Feldes macht aus der Rückseite eine Vorderseite. Gesehen werden zwei Strategien: Stärkung des Stadtraums auf der einen Seite und/ oder des Landschaftsraums auf der anderen. Wir schlagen einen Prozess vor, der diesen beiden Strategien ein Grundgerüst bietet, innerhalb dessen sich sowohl die Stadt als auch der Landschaftsraum nach Bedarf entwickeln können. Gesamtkonzept Auf die phasenweise Entwicklung wird im Konzept sehr viel Wert gelegt. Die Flächenzuordnungen zur Konzeptentwicklung sind unvollständig. Letztlich wird im Bereich Columbiahalle die Umwidmung des Kleingartenareals in einen Stadtpark oder zur Baugruppenfläche vorgeschlagen. Der Bereich zur Schwiebusser Straße wird zum Mischgebiet entwickelt (45% Wohnen, 15% Einzelhandel). Gewerbestandorte orientieren sich zum Columbiadamm (40%). Der Bereich Polizeikaserne wird für eine Mischnutzung mit dem Schwerpunkt Wohnen freigegeben.
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Das Lilienthal-Quartier wird als Baugruppenfläche definiert. Im Columbia-Quartier erfolgt in der letzten Phase eine urbanistische Rochade, indem die Sportfelder an den Boulevard und die Baufelder an die Straße rücken. Konzept Kernbereich Das Lilienthal-Quartier kennzeichnen in der letzten Ausbaustufe Baugruppenflächen, die experimentell bebaut werden (50% Wohnen, 10% Gewerbe). Zwischen ihnen spannt sich ein Netz aus Grünräumen auf (15%). Der vorhandene Sportbereich bleibt erhalten. Beim Columbia-Quartier gehen die Verfasser ebenfalls von einer Kombination experimentellen Bauens in Mischnutzung (65% Wohnen, 20% Gewerbe und Einzelhandel) mit Landschaftsräumen und Sportflächen (15%) aus. Der Bereich südlich des Sommerbades wird durch Nutzgärten, Obstwiesen, Permakulturflächen und Basis der Flughafenschafte definiert. Für den Bereich des Columbia-Quartiers ist die graphische Darstellung des Konzepts nicht eindeutig nachvollziehbar.

Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Andere als die bestehenden Straßen sind nicht erkennbar. Nord-SüdVerbindungen zu stärken wird als Ziel der zweiten Maßnahme bzw. der 1. Phase formuliert. Nutzungs- / Stufenkonzept Das Konzept nennt öffnen, erschließen, entdecken, verbinden als Inhalte einer ersten Maßnahme. These 1 hierzu lautet: Wege entstehen von selbst. Erste konkrete Schritte betreffen Stadtmöblierung und Zwischennutzung. Verknüpfungen stärken ist Inhalt der zweiten Maßnahme. verbunden mit These 2: Rückseite wird Haupteingang zum Tempelhofer Feld. Dieser Maßnahme ist eine 1. Phase der Aneignung zugeordnet. Hauptaktivitäten dieser Phase sind die Gestaltung des Vorfeldes am Flughafengebäude durch expressiven Bewuchs, Ruheräume und Picknickplätze und die Ausweisung von Sportbereichen südlich des Columbiadamms. Flächen definieren ist die dritte Maßnahme. These 3 hierzu lautet: Nutzungen finden sich selbst. Dennoch wird hier nach Pioniernutzungen gesucht. An Kreuzungspunkten des Wettbe-

werbsgebiets zur Stadt und zum Feld werden bestehende Gebäude zu Ankerbauwerken. In der hiermit korrespondierenden 2. Phase werden unter dem Begriff Setzung Aktionsfelder definiert. Eines entsteht südlich des Sportgeländes am Columbiadamm, ein weiteres südlich des Sommerbades. Hier entstehen Nutzgärten, Obstwiesen, Permakulturflächen und ein Streichelzoo. Im Bereich Columbiahalle erfolgt eine Umwidmung der Flächen zu Aktionsfeldern. Im Bereich Polizeikaserne ist die Zwischennutzung der Zulassungsstelle durch kulturelle und soziale Initiativen vorgesehen. Flächen finden Formen ist Oberbegriff der vierten Maßnahme. These 4 lautet: Grundstruktur ermöglicht Aneignung. In der hier zugeordneten 3. Phase wird unter dem Begriff Gewöhnung im Bereich Columbiahalle die Entwicklung des Kleingartenareals zum Park oder als Baugruppenfläche vorgeschlagen. Es erfolgt eine Mischnutzung des Bereichs Polizeikaserne mit Schwerpunkt Wohnen. Im Lilienthal-Quartier entstehen Baugruppenflächen. Das

Sportareal wird beibehalten. Im Columbia-Quartier erfolgt die urbanistische Rochade, die am Columbiadamm nun Baugruppenflächen an Stelle der Sportflächen entstehen lässt. Die landschaftlichen Aktionsfelder am Sommerbad werden in südlicher Richtung erweitert. Ressourceneffizienz Es finden sich keine Aussagen zur Ressourceneffizienz.

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Braunfels / gebhard konzepte, 1. Rundgang

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Leitidee In Anlehnung an den Central Park in New York soll das Tempelhofer Feld als größte Parklandschaft Berlins mit großzügigen Wasserflächen und Freizeit- und Erholungsangeboten entwikkelt werden. Gesamtkonzept Zur Verdeutlichung der städtebaulichen Entwurfsidee wird das gesamte Areal des Tempelhofer Feldes in das Projekt einbezogen. Die Idee des RingBoulevards wird aufgegriffen, dieser wird in seiner Lage jedoch verändert und aus dem bestehenden Flughafengebäude heraus als Oval entwickelt. Entlang des Boulevards wird eine lokkere Bebauung von schlanken Büround Wohntürmen vorgeschlagen. Der Abstand zwischen den Gebäuden soll Sichtbezüge ermöglichen und die Zugänglichkeit der grünen Parklandschaft gewährleisten – der Außenraum wird zum Innenraum. Auf dem untergenutzten Gelände der Columbiahalle werden drei Blockstrukturen ergänzt, die die bestehende Halle als Solitär freistellen.

Östlich des Sommerbades wird das Stadtraster aufgenommen und mit Blockstrukturen ergänzt, der Jahnsportpark wird überplant. Konzept Kernbereich Im Wettbewerbsgebiet wird die bestehende Stadtstruktur aufgenommen und ergänzt. Im Lilienthal-Quartier werden entlang des Columbiadamms straßenbegleitend vier Gebäudezeilen vorgeschlagen. Der westliche Straßenraum der Lilienthalstraße wird mit Blockstrukturen besetzt. Durch diese Maßnahme soll die bestehende Verbindung zwischen Südstern und Flughafenareal gestärkt werden. Diese Blockstruktur wird mit einem weiteren Block südlich des Columbiadamms fortgeführt. Zusätzlich entstehen entlang der äußeren Flugfeldstraße, die bis zum Flughafengebäude fortgeführt wird, 19 Hochhäuser auf quadratischem Grundriss. Streifenförmige grüne Bänder in Forstsetzung der Hochhäuser füllen den Raum zwischen den Hochhäusern und dem Columbiadamm, ein Motiv, dass sich westlich im Flughafenvorfeld fortsetzt Südlich der Hochhausbebauung bis an die Grenze des eigentlichen

Ring-Boulevards wird das Regenwasserrückhaltbecken, südlich des Sommerbades ein Badesee mit Naherholungsflächen angelegt.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Die Haupterschließung in Nord-SüdRichtung erfolgt die Lilienthalstraße und die Golßener Straße, die beide über den Columbiadamm geführt und an den Ring-Boulevard angebunden werden. Die Flächen des Tempelhofer Feldes sollen ein Präsentier- und Experimentierfeld für unterschiedlichste Formen der Mobilität werden und sämtlichen Bewegungsarten eine Bühne geben. Die innere Parklandschaft ist vom neuen Ring-Boulevard zwischen den Turmhäusern an allen Stellen frei zugänglich. Aus freiraumplanerischer Sicht stehen die Vernetzung mit den vorhandenen Freiräumen und die Schaffung eines neuen Parks im Vordergrund. Nutzungs- / Stufenkonzept Das stufenweise Entwicklungskonzept sieht 4 Phasen über einen Zeitraum bis 2050 vor. In der ersten Phase entstehen 14 Turmhäuser. Das Regenwasser-Rückhaltebecken wird verlagert und bildet südlich der neuen Bebauung eine keilförmige Wasserfläche. Der entstehende Freiraum im Lilienthal-Quartier wird unter dem Motto Wildnis in der Stadt

als Forschungsfeld zur temporären Sukzessionsfläche. In der zweiten Phase folgen die Gebietsarrondierungen mit Wohnnutzung auf der Fläche um die Columbiahalle und im Stadtquartier Neukölln, mit gewerblichen Nutzungen im LilienthalQuartier und einem Dienstleistungszentrum in dem Block südlich des Columbiadamms. Diese Baukörper nehmen in Form und Höhe Bezug auf die bestehenden Strukturen und sollen als Baugruppenprojekte realisiert werden. Gleichzeitig entsteht südlich des Sommerbades ein Badesee mit Sandstrand, Liegewiese und Campingplatz. In der dritten und vierten Phase wird sukzessive die Turmbebauung entlang des Ring-Boulevards ergänzt und lässt die Oval-Form als städtebauliche Silhouette in Erscheinung treten. Ressourceneffizienz Sämtliche Gebäude sollen als NullEnergieHäuser ohne zusätzliche Energiezufuhr von außen konzipiert werden. Die Wasserflächen dienen als Retentionsflächen.

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Dudler / Thomanek Duquesnoy Boemans, 2. Rundgang

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Leitidee Die Verfasser plädieren für ein behutsames Vorgehen, das nicht voreilig eine mögliche Zukunft verbaut. Mit dem Konzept von Stadtinseln im Archipel Tempelhof wollen sie eine behutsame, tragfähige prozessuale Entwicklung ermöglichen, die sich an eine große Bandbreite von Entwicklungsszenarien anpassen lässt. Gesamtkonzept Das Konzept sieht einen landschaftlich geprägten Kranz entlang des Ring-Boulevards vor und will für den inneren Bereich unterschiedlichste Entwicklungen zulassen. Es entsteht ein städtisches Atoll mit vier, den Himmelsrichtungen zugeordneten, bebauten Inseln und einer Landschaftslagune, einer riesigen Klimamaschine, in der Mitte. Um der Großform des Flughafengebäudes ein adäquates Gegenüber zu schaffen, werden die Bebauungsstrukturen zu kleinen Städten in der Stadt zusammengefasst. Es sollen Blockstrukturen aus den Prinzipien der europäischen Stadt entwickelt werden, die ganz unterschiedliche Möglichkeiten in Bezug auf Dichte und Nutzung eröffnen. Die Entwick-

lung der einzelnen Stadtgebiete ist flexibel. Um ablesbare Stadtfiguren zu erzeugen, sollen Materialität, äußere Grenze und die Höhe der Bebauung vorgegeben werden. Das Areal Columbiahalle wird im Norden mit einer 3-geschossigen Bebauung mit Townhouses ergänzt, die über einen kleinen Bürgerpark von der lärmintensiven Konzerthalle separiert wird. Die Columbiahalle wird im nördlichen Bereich durch einen Gebäuderiegel ergänzt, der Straßenraum am Columbiadamm wird durch einen Büroblock gefasst. Für das Areal der Polizeikaserne wird eine Umnutzung für Wohnen, Studios, Büro und Gewerbe angestrebt. Eine Öffnung des Quartiers und einzelne bauliche Ergänzungen werden vorgeschlagen. Das TiB-Gelände wird durch eine zeilenartige Bebauung entlang der Lilienthalstraße ergänzt. Das Neuköllner Stadtquartier wird mit einer den Maßstab der bestehenden Bebauung aufgreifenden Blockstruktur bis an das Columbiabad geführt.

Konzept Kernbereich Das Lilienthal-Quartier wird zwischen Golßener Straße und Lilienthalstraße mit insgesamt 9, zueinander versetzt angeordneten, 3- bis 5-geschossige Blöcken bebaut. Zwischen den Blökken entstehen Quartiersplätze. Der Straßenraum der Lilienthalstraße wird im Osten durch einen langgestreckten Riegel auf dem Sportgelände begrenzt. Das Columbia-Quartier wird mit 4 Entwicklungsfeldern besetzt, die durch Freiflächen voneinander separiert werden und wie Inseln wirken sollen. Den Wohninseln werden zum Columbiadamm Gräserbeete vorgelagert – als metaphorischer Verweis auf das dahinter liegende Flugfeld. Die vorgeschlagene Wohnbebauung in Form von Blöcken und Zeilen und fällt von 5 bzw. 4 Geschossen am Columbiadamm nach Süden hin auf 3 bzw. 2 Geschosse ab.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Der Columbiadamm soll mit geringen Mitteln durch eine intelligente landschaftliche Gestaltung aufgewertet werden. Vom Columbiadamm bindet eine neue Erschließungsstraße das Lilienthalquartier an und verknüpft das Gebiet nach Norden mit dem Südstern, Richtung Süden erschließt die Straße das neue Columbia-Quartier und bindet an den Ring-Boulevard an. Die Bebauungsinseln im ColumbiaQuartier werden mit Tiefgaragen unterbaut, um die Quartiere vom Autoverkehr zu befreien. Nutzungs- / Stufenkonzept Zunächst wird über die Entwicklungsfelder ein Raster gelegt, das bebaute und unbebaute Flächen definiert. Die Entwicklungsfelder stehen zunächst für temporäre Zwischennutzungen wie Schrebergärten, Skulpturenparks, Hundeplätze, Sportnutzung etc. bereit. Die umliegenden Pionierflächen dienen längerfristigen Nutzungen und sollen vor allem das Areal im kollektiven Bewusstsein neu verankern und gedanklich als Möglichkeitsfeld erschließen. Als Nutzungen werden hier

Kinderbauernhof mit Ponyhaltung, Flughafensafaris, Industriepromotion im Rahmen von Abraumrecycling, Fesselballon-Startplätze und vieles mehr genannt. Eine einheitliche Umschließung der verschiedenen Nutzungen mit Hecken bildet eine räumliche Grenze und Ablesbarkeit. Im Lilienthal-Quartier wird vorwiegend Wohnnutzung, ergänzt durch Büros, Läden, Gastronomie und Hotels, im Columbia-Quartier ausschließlich Wohnen angeboten. Hier wird eine bauliche Entwicklung vom Columbiadamm in Richtung Flugfeld vorgeschlagen. Ressourceneffizienz Punktuelle Dichte, kompakte Baukörper, aktive Solarenergienutzung, Minimierung der Erschließung und Flächenversiegelung sollen zur Ressourceneffizienz beitragen. Der landschaftlich geprägte Kranz entlang des Ring-Boulevards wird in einzelne Felder eingeteilt, die als Versickerungsflächen, hohe Grasfelder, Baumhaine, Wiesen zur Tierhaltung, für kleinteiligen ökologischen Anbau oder als Energiefelder (Solarpaneele) genutzt werden können.

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Heide & von Beckerath / Ahrens, 2. Rundgang

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Leitidee Die nicht-hierarchische Darstellung von vier parallelen, räumlichen Entwicklungskategorien führt zu einem Denkmodell, das für die Projektion von Nutzungs- und Realisierungsszenarien herangezogen werden kann. Gesamtkonzept Für das Tempelhofer Feld wird ein Entwicklungsszenario vorgeschlagen, das von vier Entwicklungselementen, ausgeht. Als Grundform ist ein 2-facher Loop im Innenbereich vorgeschlagen, zum einen auf dem Ring-Boulevard als Promenade sowie auf der Trasse der vorhandenen äußeren Flugfeldstraße, die zum Ring vervollständigt, als Teil des öffentlichen Personennahverkehrs das Gebiet erschließen soll. Die Loops werden überlagert von 5 Korridoren, die vorhandene Wege und Raumbeziehungen verknüpfen und Leitachsen der Entwicklung darstellen sollen. Ein Ost-West-Korridor verläuft vom Flughafenvorfeld bis zur Herfurthstraße und wird gequert von 4 weiteren Nord-Süd-Korridoren. In diese Grundstruktur werden die Locations, übergeordnete architektoni-

sche Schwerpunkte und die Communities als eigenständige Teilbereiche eingefügt. Der Polizeikasernenblock wird an Friesen- und Golßener Straße sowie im Innern partiell ergänzt und durch kleinere Quartiersplätze zu einer community mit Mischnutzung (80 % Wohnen / 20% Büro und Gewerbe) aufgewertet. Als eine (Veranstaltungs-) community werden die Columbiahallen mittels einer Randbebauung gefasst und (evtl. temporär) durch einen Veranstaltungsort ergänzt. Durch die Freiraumgestaltung wird eine Verbindung zum Flughafengebäude-Vorfeld hergestellt, das auf das Niveau des Columbiadamms gebracht wird. Das Dach des Flughafengebäudes soll als Location für Veranstaltungen nutzbar sein. Konzept Kernbereich Durch die Korridore und Loops definiert, entstehen weitere locations und communities: Im Lilienthal-Quartier entsteht unter Aufnahme der Form des Regenrückhaltebeckens ein 21-geschossiges, gemischt-genutztes Hochhaus (50% Wohnen, je 25 % Gewerbe und öffentliche Einrichtungen), das von einer Sport- und Freizeit community (unter

Einbeziehung des neu strukturierten TIB-Geländes) eingerahmt wird. Im Nordosten wird ein Stadtplatz ausgebildet. Im Columbia-Quartier ist zwischen Loop und Friedhofsmauer ein Standort für eine Reihe von Wohnhochhäusern ausgewiesen, die als location einen städtebaulichen Kontrast zu den benachbarten communities darstellt. Diese werden zwischen Columbiadamm und Ring-Boulevard sowie südlich des Sommerbades als 4-6geschossige Zeilenbauten bzw. als Randbebauung errichtet und sollen überwiegend für Wohnzwecke zur Verfügung stehen. Gebäudehöhe der Hochhäuser oberhalb der zulässigen Gebäudehöhe gemäß der Schutzzone C.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Das gesamte Tempelhofer Feld wird durch den ÖPNV-Loop erschlossen, der z.T. den vorhandenen Gleisanschluss nutzt. Dieser Ringverkehr soll als Teil des ÖPNV-Netzes, an das er im Süden angeschlossen ist, das Gebiet mittels diverser Stationen erschließen. Der zweite Loop (Ring-Boulevard) stellt das Rückgrat der Fußgängerwege zur Erschließung des Innenraumes und der Quartiere dar. Die Lilienthalstraße wird als durchgängige Nord-Süd-Verbindung ausgebildet, die über den Columbiadamm hinweg eine Hauptzufahrt zum Columbia-Quartier darstellt. Sie wird ergänzt durch die Friesenstraße, die in den Ost-West-Straßenzug (Korridor) mündet, der sämtliche quartiersinternen Straßen quert und an der Herfurthstraße in einen Platz mündet. Die Golßener Straße führt südlich des Columbiadamms zu einer der RingStationen. Eine weitere Zufahrt stellt die neu angelegte Straße westlich des Columbiabades dar. Von diesen Zufahrtsstraßen geht ein quartiersinternes

Straßennetz zur Erschließung der communities und locations aus. Nutzungs- / Stufenkonzept Durch Addition der nicht-hierarchischen Entwicklungselemente können sich verschiedene Szenarien ergeben, die exemplarisch dargestellt werden. Ausgangspunkte sind die Korridore, die zunächst angelegt werden und Leitachsen bilden, an denen sich die Entwicklung orientiert. Der Verfasser zeigt einen Entwicklungszeitrahmen bis 2030 auf. Nach Angaben des Verfassers können bis zu 377.000 m² Wohnfläche sowie 71.000 m² Gewerbe/öffentliche Flächen und 62.000 m² Bürofläche entstehen. Ressourceneffizienz Das Konzept geht von einer weitgehenden Vermeidung von C02 Emissionen aus. ÖPNV-Netz und Mischnutzung der Quartiere zur Verringerung des Individualverkehrs. Das kompakte Hochhaus im Lilienthalquartier soll im Passiv-Energiestandard errichtet und selbst Energieerzeuger werden. Für alle Bereiche sind Blockheizkraftwerke sowie Energiegewinnung aus

erneuerbaren Energien vorgesehen (Geothermie, Wärmerückgewinnung, Photovoltaik, Solarthermie).

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Graft / Kiefer, Auswahl für 2. Stufe

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Leitidee Pionierband – Flexibles Entwicklungskonzept durch private Initiativen und temporäre Nutzungen. Gesamtkonzept Die vorhandenen Gebäude und Strukturen im Wettbewerbsgebiet sollen möglichst insgesamt für idenditätsstiftende Pioniernutzungen zur Verfügung stehen. Als räumliche Fassung der Einzelelemente ist das Pionierband geplant, das als amorphes Band in Ost-West-Richtung, vom Flughafenvorfeld bis zum Columbaibad verläuft und durch Anpflanzungen strukturiert werden soll. Außerhalb des Pionierbandes ist eine fächerförmige Streifenstruktur vorgesehen, die in Nord-Süd-Richtung verlaufend schematisch dargestellt wird. Die Streifen bilden einen Nutzungskatalog ab, der Baustrukturen (Townhäuser, Stadtvilla, Block), Mischgebiete, Klimazonen und Grünflächen vorsieht und entsprechend der Nutzung in Gestaltung und Breite variieren. Der Ring-Boulevard wird zur Flaniermeile und Anziehungspunkt für die umliegenden Quartiere und Berlin. Auf dem Flugfeld entsteht ...eine Grünfläche, die aus den dichten Grünstreifen

des Gebietes heraus auf das Flugfeld zu fließen scheint. Konzept Kernbereich Das Columbia-Quartier wird durch den Kontrast von Pionierband und Streifenstruktur, die durchgängig für das gesamte Gebiet vorgesehen ist, bestimmt. Im Lilienthal-Quartier wird die Streifenstruktur durch eine amöboide Fläche (vorhandene Sportflächen) unterbrochen. Die Breite der Streifen richtet sich nach der möglichen Nutzung, für die verschiedene Kombinationsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Durch die vorgesehenen Klimastreifen sollen durchlässige Grünstreifen ausgebildet werden, die auch für den Klimaaustausch benötigt werden.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Das Pionierband wird zunächst ausschließlich über die vorhandenen Straßen, insbesondere die äußere Flugfeldstraße, erschlossen, die als Fußgänger- und Radwegenetz genutzt werden. In der weiteren Entwicklung wird die Golßener Straße als Haupterschließungsstraße vorgesehen, die den Columbiadamm kreuzt und dann in östlicher Richtung verschwenkt. Teilweise über die Trasse des RingBoulevards verlaufend, bindet sie das Neuköllner Quartier mit an. Von dieser Haupterschließung gehen Wohnstraße zu Erschließung der Streifenstruktur ab. Die Lilienthalstraße wird auf der historischen Trasse bis zum Columbiadamm verlängert. Ergänzt wird dieses Straßennetz durch ein Fußgänger- und Radwegesystem unter Einbeziehung der äußeren Flugfeldstraße und neuer Wege östlich und westlich des Sommerbades. Nutzungs- / Stufenkonzept Die Pionier- und Zwischennutzungen des Pionierbandes unter Nutzung der vorhandenen Strukturen sollen als 1. Schritt eine idenditätsstiftende Wir-

kung für das Tempelhofer Feld entfalten und Verbindungen zu den umgebenden Stadtquartieren herstellen. Durch die Streifenstruktur wird ein flexibler Rahmen vorgegeben, der nach und nach mit unterschiedlichen Nutzungen aufgefüllt werden kann und so eine heterogene Stadtstruktur entstehen lässt. Für die Wohnnutzungen werden unterschiedliche Typologien vorgesehen, die von verschiedenen Nutzergruppen (z.B. Baugruppen) und unterschiedlichen Investoren errichtet werden können. Mit zunehmender Verdichtung des Gebietes können temporäre Nutzungen des Pionierbandes zu permanenten Einrichtungen werden oder Neubauten weichen. Das Pionierband soll als Grünband auch nach der Bebauung des Gebietes sichtbar bleiben. Ressourceneffizienz Es finden sich keine Angaben zur Ressourceneffizienz.

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Reichel + Stauth / GTL, 2. Rundgang

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Leitidee Der städtebauliche Entwurf will das Tempelhofer Feld mit Gebäuden fassen und durch übergeordnete Wegebeziehungen mit den angrenzenden Stadtquartieren verknüpfen. Die klare Struktur der Vernetzung durch Straßen und Wege innerhalb des Lilienthal- und des Columbiaquartiers ergibt maßstäbliche Baufelder, die flexibel mit unterschiedlichen Wohnformen bebaut werden können. Gesamtkonzept Das städtebaulich-landschaftsplanerische Konzept konzentriert sich auf die Entwicklung des Lilienthal- und des Columbia-Quartiers und deren verkehrliche und freiräumliche Vernetzung in Nordsüd- und in OstwestRichtung. Darüber hinaus wird das Baufeld Columbiahalle entlang der Schwiebusser und der Friesenstraße arrondiert und ein Gestaltungsvorschlag für das Flughafenvorfeld mit einem neuen Standort für den „Rosinenbomber“ entwickelt. Zwischen Sommerbad Neukölln und verlängerter Herrfurthstraße wird ein neues Sportzentrum entwickelt, die Herrfurthstraße wird im Anschluss an

die bestehende Bebauung unter Inanspruchnahme von Teilflächen der Kleingartenkolonie Odertal und des Spielplatzes arrondiert. Das TiB-Gelände bleibt überwiegend erhalten. Die Freiflächen und Tennisplätze entlang der Lilienthalstraße werden bebaut. Konzept Kernbereich Für die neuen Wohnquartiere des Lilienthal- und des Columbia-Quartiers wird eine aufeinander bezogene Bebauungsstruktur entwickelt, die den Columbiadamm auf beiden Seiten städtebaulich fasst. Die Bebauung ist im Lilienthal-Quartier mit fünf Geschossen und einer Hof bildenden Struktur mehr städtisch, während im Columbia-Quartier drei bis vier Geschosse nicht überschritten werden und eine eher offene Struktur mit größeren Frei- und Grünraumanteilen vorgeschlagen wird. Beide Wohngebiete weisen einen Quartiersplatz auf. Die Punkthäuser am Tempelhofer Feld haben den größten individuellen Wohnwert. Die Offenheit ihrer Struktur ermöglicht dabei jedoch auch für die nördlich angrenzenden Strukturen eine Beziehung zum zentralen Grün-

raum. Die Schnittstellen der Golßener und der Lilienthalstraße mit dem Columbiadamm werden durch städtebauliche Schwerpunktsetzungen mit Platzgestaltung hervorgehoben. Erschließung / Vernetzung Die Vernetzung des Wettbewerbsgebietes mit den umliegenden Stadträumen erfolgt sowohl über öffentliche Straßen als auch über Grünverbindungen. Die Haupterschließung des Lilienthal- und des Columbia-Quartiers übernehmen die Golßener und die Lilienthalstraße, die sich südlich des Columbiadamms bis zum Ring-Boulevard fortsetzen. Die weitere Erschließung der Wohnquartiere erfolgt durch eine netzartige Struktur mit zwei weiteren NordsüdVerbindungen und je einer OstwestVerbindung im Lilienthal- und im Columbiaquartier. Zusätzlich wird der bestehende Fußweg zwischen Columbiadamm und Oderstraße als Straßenverbindung ausgebaut. Die übergeordnete Bedeutung der Lilienthalstraße in Nordsüd-Richtung wird durch eine Straßen begleitende

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Allee genauso hervorgehoben wie der Columbiadamm in Ostwest-Richtung. Weitere Grünverbindungen sind im Columbia-Quartier die Zäsur zwischen Punkthäusern und Blockstrukturen parallel zum Ring-Boulevard, die vom Flughafenvorfeld bis zur Herrfurthstraße als Grünverbindung qualifizierte äußere Flugfeldstraße sowie die neue Grünverbindung zwischen Garnisonsfriedhof und Sommerbad Neukölln. Im Lilienthal-Quartier wird die zwischen Friedhof und TiB-Gelände gelegene Grünverbindung qualifiziert und als Grünzäsur auch als städtebauliches Gliederungselement für das Wohnquartier und den Stadtplatz an der Züllichauer Straße verwendet. Nutzungs-/Stufenkonzept Neben den im Lilienthal- und im Columbia-Quartier vorgeschlagenen unterschiedlichen Formen für gemeinschaftliches Wohnen wird entlang des Columbiadamms eine Mischnutzung aus Dienstleistungen und Einzelhandel für die quartiersbezogene Nahversorgung vorgesehen. An der Lilienthalstraße werden auf dem TiB-Gelände weitere Sportbauten (u. a Sporthalle) ergänzt. Die neuen Gebäude an der Schwie-

busser Straße beherbergen kleingewerbliche Nutzungen und Räume für Gründer. Für den Solitär an der Friesenstraße / Ecke Columbiadamm wird keine Nutzung angegeben. Das neue Sportgelände südlich des Sommerbades Neukölln wird auch als Kompensation für die an der Züllichauer Straße überplante Sportanlage angeboten. Die phasenweise Entwicklung beginnt mit dem Baufeld zwischen Ring-Boulevard und äußerer Flugfeldstraße sowie der Realisierung auf dem Baufeld Columbiahalle. In Phase 2 werden die Bebauung auf beiden Seiten des Columbiadamms und die neuen Sportflächen südlich des Sommerbades Neukölln realisiert. Phase 3 dient der Vervollständigung des Lilienthal-Quartiers bis zur Züllichauer Straße. Ressourceneffizienz Für die vorgeschlagene Bebauung ist eine nachhaltige Bauweise unter Verwendung von Baumaterialien mit entsprechender Ökobilanz und Umweltverträglichkeit vorgesehen. Es werden energieeffiziente Gebäude konzipiert, die durch eine intelligente Gebäude-

hülle die Transmissionswärmeverluste reduzieren und anhand einer ausgewogenen Haustechnik steuern, um für die vorgesehenen Wohnbau- und Büroprojekte über das ganze Jahr hinweg eine ausgeglichene Energiebilanz zu realisieren. Ziel ist ein Passivhausstandard mit deutlicher Reduzierung der CO2-Emissionen.

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Blaumoser / Zaharias, 1. Rundgang

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Leitidee Entwicklung eines klar von den umgebenden Landschaftsräumen abgegrenzten neuen Stadtquartiers mit einem zentralen Platz am Columbiadamm, der Lilienthal- und ColumbiaQuartier stadträumlich verzahnt und wie eine Initialzündung für die Entwicklung der neuen Wohnquartiere wirkt. Gesamtkonzept Das Gesamtkonzept konzentriert sich auf die beidseitige Bebauung des Columbiadamms, langfristig unter Einschluss des TiB-Sportgeländes, für das Kompensation im südlichen Anschluss an das Sommerbad Neukölln angeboten wird. Darüber hinaus wird die nördliche Hälfte des Baufeldes Columbiahalle mit einer geschlossenen Blockrandbebauung versehen und die Freifläche an der Zossener Straße / Ecke Columbiadamm zu einem Eventplatz entwickelt. Das Teilgebiet Jahn-Sporthalle im Osten des Wettbewerbsgebietes wird entlang des Columbaidamms arrondiert. Konzept Kernbereich Nördlich und südlich des Columbia-

damms werden zwei Wohnquartiere in einem gleichem städtebaulichen Ductus entworfen, der durch eine weitgehend geschlossene Bebauung öffentlichen Straßenraum bildet und gleichzeitig beruhigte Wohnhöfe schafft. Die zentralen Einrichtungen des neuen Quartiers gruppieren sich um einen zentralen Platz auf der Südseite des Columbiadamms. In beiden Wohnquartieren ist darüber hinaus ein Quartiersplatz enthalten. Das neue TiB-Sportgelände, mit Sporthalle, zwei Großspielfeldern, weiteren Freiflächen und einer größeren Tennisanlage befindet sich südlich des Sommerbades Neukölln und des Zwischenpumpwerks. Innerhalb der Wohnbebauung ist die Gründung von kleinen Nachbarschaften möglich. Es wird angestrebt, eine möglichst große Vielfalt an Bewohnerstrukturen zu ermöglichen, z. B. gemeinnützige und gemeinschaftliche Wohnprojekte. Erschließung / Vernetzung Die Anbindung und Vernetzung des neuen Stadtquartiers erfolgt in Richtung Südstern über die im Verlauf modifizierte und beidseitig bebaute

Lilienthalstraße. In Ostwest-Richtung wird das Gelände der Polizeikaserne in der Verlängerung der Züllichauer Straße perspektivisch geöffnet und mit dem neuen Baufeld Columbiahalle vernetzt. Vom Flughafengebäude sind in Fortsetzung der Treppentürme strahlenförmige Wege zum Columbiadamm dargestellt. Die beiden Wohnquartiere sind darüber hinaus sowohl in Nordsüd- wie auch in Ostwest-Richtung kleinteilig mit den umgebenden Freiräumen verbunden. Nutzungs-/Stufenkonzept Es wird eine kleinräumliche Nutzungsmischung aus Wohnen, Arbeiten, Infrastruktur und Erholung angestrebt. Im Baufeld Columbiahalle und auf beiden Seiten des Columbiadamms wird eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe vorgeschlagen. An zentralen Einrichtungen werden im Umfeld des neuen Platzes auf der Südseite des Columbiadamms Entertainment, Hotel, Shopping und Schule angeboten. An der Züllichauer Straße im Norden und am Ende des neuen ColumbiaQuartiers im Südosten werden zwei

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Standorte für Kindertagesstätten vorgesehen. Flächen für Sport, Spiel, Kleingärten befinden sich an den Rändern des Columbia-Quartiers im Westen und des neuen Wohnquartiers auf dem heutigen TiB-Gelände im Osten. Bei der schrittweisen Realisierung der Projekte wird auf die Entwicklung landschaftlicher Rahmenbedingungen besonderer Wert gelegt. Als Zwischennutzung der vorhandenen Gebäude wird besonders Kleingewerbe, Büro und Ateliernutzung vorgeschlagen. Einige dieser Betriebe bleiben dann in dem Gebiet und stärken seine wirtschaftliche Position. Im ersten Entwicklungsabschnitt werden der zentrale Platz mit seinen weiteren zentralen Einrichtungen sowie der räumlich hieran anschließende Teil des neuen Columbia-Quartiers realisiert. Das Regenrückhaltebecken wird für Trendsportarten aktiviert. Das TiB-Gelände bleibt erhalten. Der zweite Entwicklungsabschnitt dient vor allem der Vervollständigung des Columbia-Quartiers. Die Transformation des LilienthalQuartiers und des TiB-Geländes zu einem Wohnquartier mit Neuanlage

und Verschwenk der Lilienthalstraße wird im dritten Entwicklungsabschnitt realisiert. Ressourceneffizienz In der Stadtgestaltung dominieren nach innen gewendete, kompakte Baukörper, die bautechnisch als Niedrigenergiehäuser umgesetzt werden. Zusätzlich wird die Erzeugung und Nutzung von erneuerbaren Energien in Form von Solarenergienutzung, Erdwärme bzw. Geothermie vorgesehen. Weitere Elemente sind Regenwassermanagement in Form von Versickerung vor Ort, kurze Wege durch kleinräumliche Nutzungsmischung sowie die in der Grünachse am westlichen Rand des Columbia-Quartiers integrierten Kleingartenparzellen, durch die die Nahrungsmittelproduktion vor Ort in fussläufiger Entfernung gefördert wird.

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Kubeneck / relais, 1. Rundgang

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Leitidee In zentraler städtischer Lage stellt die Erlebbarkeit des Wiesenmeeres das wesentliche Alleinstellungsmerkmal des Areals dar. Dieses Potential bestimmt daher die Leitlinien der prozessualen Stadtentwicklung und prägt die Haltung des Entwurfes. Gesamtkonzept Der neu zu entwickelnde Stadt- und Landschaftsraum des Columbia-Quartiers vertritt eine … eigenständige Haltung, um sich … formal deutlich von den Gebäuden und Geometrien des Nationalsozialismus zu emanzipieren und die monumentale Figur des Flughafengebäudes und die damit verbundene Herrschaftsgeste zu brechen. Das Konzept sieht beidseitig des Columbiadamms unterschiedlich ausgeformte Baustrukturen vor. Teilbereich Columbiahalle mit linearen Baustrukturen (5-6 Geschosse). Teilbereich Gebäudevorfeld mit 5-geschossigen Büroriegeln entlang der Straße. Teilbereich Polizeikaserne als Friesenhöfe: Nutzungsänderung und Umstrukturierung hebt den Festungscharakter dieses Areals auf. Teilbereich TiB-Sportgelände mit einer

Reihenhaussiedlung als moderne Adaption der Gartenstadt. Die Verlegung des Sommerbades Neukölln nach Osten zum Jahn-Sportplatz ist langfristig geplant. Hierdurch wird der Volkspark Hasenheide mit einem Parkkorridor als übergeordnete Grünverbindung nach Süden an das Wiesenmeer angebunden. Bereich südöstlich des Friedhofes mit Parkkorridor und Neuköllner Blockstrukturen. Am Tempelhofer Damm ein Quartier an der Fliegersiedlung (außerhalb des Wettbewerbsgebiets). Konzept Kernbereich Der Kernbereich wird nach Westen von einem Parkkorridor und nach Osten von der Lilienthalstraße begrenzt. Das neue Subzentrum entsteht im Lilienthal-Quartier und bündelt die volle Vielfalt städtischen Lebens. Das Lilienthal-Quartier wird an der nördlichen Spitze von zwei dreiecksförmig gerundeten Baukörpern (2 und 10 Geschosse) bestimmt, ansonsten von unterschiedlichen Blockstrukturen geprägt. (2-7 Geschosse). Das Columbia-Quartier wird von Blockstrukturen geprägt, die sich zum Flugfeld hin zu Solitären auflöst und

sich bis auf 15 Geschosse steigert. Die Wohnstruktur öffnet sich zunehmend der Weite, verschränkt sich mit dem Landschaftsraum und bietet den Ausblick auf die mehr als außerordentliche Kulisse. Das Neuköllner Stadtquartier wird im Osten bis in das Columbia-Quartier hineingezogen.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Columbiadamm: Es wird das verkehrliche Rückgrat des Wettbewerbsgebietes deutlich ausgewiesen und eine schnelle und attraktive Ost-West-Verbindung ermöglicht. Es werden zwei Knotenpunkte ausgebildet. Der Verkehr beschränkt sich auf wenige Haupterschließungen für den Durchgangs- und Lieferverkehr. Als wesentlicher Beitrag zum ÖkoKonzept wird auf allen übrigen Straßen der Fuß-, Rad- und KFZ-Verkehr gleichberechtigt geführt. Neben Verbindungen entlang de Columbiabades wird eine fußläufige Querung des Friedhofgeländes ausgehend von der Moschee am Columbiadamm angeboten, die in Form einer grünen Achse an den Ring-Boulevard anbindet. Nutzungs- / Stufenkonzept Nutzungskonzept mit Flächen für Wohnen, Wohnen/Arbeiten, Büro, Kultur- und öffentliche Nutzung, Einzelhandel/Gastronomie im EG. Es werden vier Phasen der Entwicklung vorgeschlagen: Phase 0 als Aneignung; Entfernen des Zaunes, neue Wegebeziehungen werden geknüpft, parkartig ausgestaltete

Korridore verbinden das Tempelhofer Feld mit benachbarten Grünräumen. Phase 1: Initialzündung. Errichtung des südlichen Columbia-Quartiers. Phase 2: Verknüpfung. Errichtung des nördlichen Lilienthal-Quartiers und Anbindung der Polizeikaserne. Phase 3: Stabilisierung. Nach Bedarf können weitere Baufelder ausgewiesen werden und die Parklandschaft wird weiter qualifiziert. TiB-Sportgelände, Columbiahalle und Gebäudevorfeld werden umstrukturiert. Alle Phasen sind als Stand-Alone-Lösung konzipiert. Jegliche Entwicklung wird nur nach Bedarf angeschoben und kann auch in kleineren Einheiten unterteilt werden. Ressourceneffizienz Es finden sich keine Aussagen zur Ressourceneffizienz.

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Daum / K1, 1. Rundgang

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Leitidee Pflüge tief, wenn der Faule hält Ruh’, dann hast du Korn zum Verkaufen und für den Speicher dazu. (Benjamin Franklin, Der Weg zum Wohlstand) Gesamtkonzept Das Konzept sieht für das Wettbewerbsgebiet südlich des Columbiadamms eine Bebauung von Wohntürmen in einem, von den Bewohnern des Quartiers zu nutzenden landwirtschaftlichen Freiraum vor. Die landwirtschaftlichen Flächen, Nutzgärten und Gewächshäuser ermöglichen es den Bewohnern, einen Teil ihrer Nahrungsmittel unter idealen Bedingungen, in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnung, selber zu erzeugen. Für den Teilbereich Columbiahalle wird nach Norden und Osten eine ergänzende Bebauung mit sechs kompakten Blöcken auf einem Grünraum vorgesehen, ohne nähere Differenzierung. Im Teilbereich TiB-Sportgelände wird die Sportnutzung erweitert. Im südöstlichen Bereich außerhalb des Wettbewerbsgebietes erweitern zusätzliche Blockstrukturen den Stadtgrundriss Neuköllns nach Westen.

Konzept Kernbereich Im Bereich des Lilienthal-Quartiers wird die Sportnutzung erweitert und in den vorhandenen Baumbestand eingebettet. Es entsteht eine Sportlichtung. Im Columbia-Quartier sind insgesamt dreizehn 12-geschossige Wohntürme mit jeweils 24 Wohneinheiten in vier Gruppen vorgesehen. Die Häuser stehen durch ihre Höhe im Maßstab zu dem Flughafengebäude, bringen den Ort durch weit reichende visuelle Beziehungen wieder in das Bewusstsein der Stadt und ermöglichen den Bewohnern einen … Panoramablick über Berlin. Jeder Wohnturm steht auf einem Anger, der von allen Bewohnern als gemeinschaftlicher Ort genutzt wird.. (Fahrrad- und PKW Stellplätze, Spielplätze). Über den Anger werden die Wohntürme, die privaten Nutzgärten und die Gewächshäuser erschlossen. Um den Anger sind die Gärten und Gewächshäuser angeordnet Wesentliches Element des Entwurfes die differenzierten landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Freiräume um die Wohntürme.

Der Anteil öffentlicher Flächen ist auf ein Minimum reduziert. Ein Baumvorhang und Obsthaine umfassen das Quartier und bilden einen Puffer. In der Mitte des Quartiers befinden sich Weiden und gemeinschaftlich genutzte Felder.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Das Gebiet ist durch ein differenziertes Wegenetz mit den umgebenden Bereichen verknüpft. Dieses ist in Hauptund Nebenwege hierarchisiert. Anbindung an die nördlich angrenzenden Bereiche durch die direkt angebundene Golßener- sowie Lilienthalstraße, zur Hasenheide über einen Fuß- und Radweg. Nutzungs- / Stufenkonzept Die Wohnhochhäuser mit den dazugehörigen landwirtschaftlichen Nutzflächen, werden als Pioniernutzung verstanden und sind erste Bausteine einer prozessualen Stadtentwicklung, die in ihrer Konsequenz auch eine eventuelle Verdichtung mit zusätzlicher Wohnbebauung um die ausgewiesenen Plätze zulässt. Zuerst sollen die einzelnen Anger und die privaten Nutzgärten angelegt werden, sowie Obsthaine und Felder. Ein Austausch der Parzellen, Wechsel der Baugemeinschaft ist möglich. Erste Wohntürme werden errichtet, das Gebiet wächst in südöstlicher Richtung. Zur möglichen IBA 2017 ist die Entwicklung an einem vorläufigen Endergebnis angelangt.

Es werden vier Phasen dargestellt: 2010: Anger mit Gärten und Gewächshäusern im westlichen Bereich. 2012: Erweiterung der Anger nach Osten, erste Wohntürme, Sportlichtung nördlich des Columbiadamms. 2017: Erweiterung der Anger nach Osten, zusätzliche Wohntürme. IBA 2017. 2030: Komplettierung des Gesamtkonzeptes mit einer möglichen Verdichtung an den Rändern der Angerflächen. Ressourceneffizienz Photovoltaische Anlagen sind auf den Gewächshäusern angeordnet. Wohntürme sind mit Solarthermie ausgestattet. Grundrisse ermöglichen die Passive Solarenergienutzung. Zisternen unter den Angern als Rückhaltebecken.

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Herschel Kautz / Herschel Kautz, 1. Rundgang

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Leitidee Mit der „Collage City“- den sukzessiven und nachhaltigen Weiterbauen von Stadt, meinen wir eine prozesshafte, abschnittsweise Urbanisierung des Raumes mithilfe einer tragfähigen dehnbaren Erschließungsfigur sowie baulich- und funktional flexiblen Stadtbausteinen. Gesamtkonzept Es werden nur Aussagen zum Kernbereich Columbia- und LilienthalQuartier getroffen. Konzept Kernbereich Die Lilienthalstraße wird als zentrale Erschließungsachse in Nord-SüdRichtung (Verbindung: Kreuzberg – Zentral Park) über den Columbiadamm hinaus nach Süden verlängert und bildet das bauliche Rückgrat des neuen Quartiers. Eine durchgehende Zeilenrandbebauung im Westen und ein zusammenhängender Grünzug (Lilienthalgrünzug, Konzentration von Sportflächen) im Osten der Lilienthalstraße unterstreicht ihre Funktion. Von dieser Achse gehen nach Westen und Osten Erschließungsstraßen ab, die das Wettbewerbsareal in Ost-West gerichtete Bebauungsbänder gliedert, die

nach Bedarf entwickelt werden. Der Ring-Boulevard (märkischer „Ocean Walk“) wird als großzügige Promenade zwischen einer klaren Stadtkante und einem mit Kiefern bestandenen Schilfrain ausgebildet. Entlang der Lilienthalstraße bilden 4-6geschossige Zeilenbauten einen baulichen Rücken aus. Von dort werden Bebauungsbänder in Ost-WestRichtung über Spielstraßen erschlossen, deren Entwicklung über einen Rahmenplan mit definierten Regeln gesteuert wird. Typologisch sind 3 Bautypen angeboten: Punkthäuser (68 Stockwerke), Zeilen (4-6 Geschosse) und Teppichbaukörper (2-3 Geschosse). Eine Massierung der Wohntürme ist entlang dem Ring - Boulevard als Stadtkante und im Lilienthal-Quartier als Punkthauskolonie vorgesehen. Die Nord-Süd-Erschließungen der Bebauungsbänder sind gegeneinander versetzt um das typische Berliner Raster der Kreuzfuge zu vermeiden. In die Baufelder werden grüne Parzellen, Pocketparks und Sport- und Freizeitflächen eingewoben. Es sind zwei Grünbänder mit NordSüd-Ausrichtung vorgesehen. Zum einen der Golßener Grünzug mit dem Radarturm als Merkpunkt und zum

anderen der Lilienthalgrünzug als zentraler übergeordneter Grünzug mit einer Aneinanderreihung von Sportnutzungen. Der Erhalt des Heizwerks (im Endausbauzustand) wurde nicht berücksichtigt.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Der bestehende Straßenverlauf wird weitgehend übernommen. Die Lilienthalstraße wird mit einem leichten Knick nach Süden auf das ColumbiaQuartier verlängert und an das bestehende Wegenetz angeschlossen. Das Wettbewerbsareal im Süden von Friedhof und Sommerbad wird durch eine neue Wegeverbindung an die Oderstraße und Herrfurthstraße angebunden. Nutzungs- / Stufenkonzept Die städtebauliche Entwicklung wird in die Zeitschienen S, M, L, und XL unterteilt. Die Entwicklung soll der Nachfrage entsprechend behutsam voranschreiten, dies ist angelegt durch Zwischennutzungen die langfristig Bestand haben können (Sportnutzungen + grüne Parzellen). Stufe S: Festlegung der Entwicklungsachsen und des Erschließungssystems. „Anschieben“ der baulichen Entwicklung von den Rändern mit Hilfe von Startergebäuden. Installieren von landschaftlich gestalteter Freiflächen als zwischen – oder pioniergenutzte Flächen. Stufe M: Bauparzellen der Stufe S werden weitergebaut und nachver-

dichtet. Focus der weiteren Entwicklung liegt auf den Parzellenbändern in den Randbereichen. Das Sportband entlang der Lilienthalstraße wird ausgebaut Stufe L-XL: Entwicklung der Punkthauskolonien im LilienthalQuartier sowie im Wettbewerbsbereich südlich des Friedhofs und des Sommerbades. Ein weiteres Nachverdichten der Baufelder im Baufeldinneren ist vorgesehen. Eine beispielhafte Entwicklung für eine Parzelle im Hinblick auf Nutzungsinhalte ist: Stufe S: Bau eines Wohnturms (EigentumsmaßnahmeBaugemeinschaften) Stufe M: Ein Zeilenbau mit Loftflächen wird hinzugefügt. Stufe L: Die beiden bestehenden Baukörper werden durch einen niedrigen Anbau (Gewerbe, städtische Reihenhäuser) verbunden und verdichtet. Variante XL sieht eine finale Nachverdichtung in Abhängigkeit von dem Rahmenplan vor. Ressourceneffizienz Es ist Regenwassermanagement im Gebäudebereich (Regen- und Grauwassernutzung) sowie die Anlage von Schilfklärsystemen innerhalb der Blöcke vorgesehen.

Textlich wird der Einsatz von recyclebaren Baustoffen, Regionalen Produkten und Einsatz erneuerbarer Energien beschrieben. Gebäude sollen im Passivhausstandard errichtet werden. Für das Columbia-Quartier soll ein Zerofootprint Package erstellt werden. Langsam wachsende Nachbarschaften (Team Zero) sollen eng in die Konzeptentwicklung eingebunden werden.

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Köppler Türk / von Zadow, 2. Rundgang

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Leitidee Auf philosophischen Betrachtungen aufbauendes Konzept mit dem Ziel Stadt und Landschaft an diesem Ort nicht nebeneinander, sondern miteinander verwoben zu entwickeln. Der räumliche Grundzug des Gebauten soll also auf allen Maßstabsebenen von einer Gegenüberstellung, bzw. Durchwebung von Architektur und Natur bestimmt sein. So die öffentlichen Plätze, die Straßen und Wege und schließlich die einzelnen Häuser selbst und deren Gärten. EtienneLouis Boullées Satz, dass Architektur die „In-Wertsetzung der Natur “sei beschreibt in diesem Sinne sehr gut die Maxime des städtebaulichen Entwurfes des Columbiaquartiers, dass die Architektur Ihren Sinngehalt aus der Natur empfange. Daraus versucht der Entwurf sein bestimmendes Element abzuleiten, den zentralen Landschaftsplatz auf jener Grenze zwischen dem neuen Quartier und der Parklandschaft Tempelhof. Gesamtkonzept Kern des Entwurfes ist ein Landschaftsplatz (Plateau vor der Landschaft) am Übergang zwischen freiem Feld und Stadt. Er liegt am südlichen

Ende der Lilienthalstraße als Aufweitung des Ring-Boulevards. Die Lilienthalstraße, die zur zentralen Erschließungsachse Richtung Südstern ausgebaut wird, ist Hauptachse eines Quartiers aus kleinteiligen Baublöcken. Auf das orthogonale Raster der gründerzeitlichen Stadt wird verzichtet, es entstehen schiefwinklige, drei-fünfeckige Baufelder. Die im Columbia-Quartier angelegten Straßen sind als Wegeverbindungen auf das Flugplatzgelände übertragen. Columbiahalle: Schließen des nördlichen Straßenraumes resp. der südwestlichen Blockecke durch Blockrandbebauung. Als Nutzung ist Gewerbe- und Wohnstruktur vorgesehen. Die Polizeikaserne: Aufheben der Barrierewirkung durch Anlage neuer Straßen nach der zukünftigen Verlagerung der polizeilichen Nutzung. Konzept Kernbereich Auf dem Areal des Columbia-Quartiers und auf dem Lilienthal-Quartier werden 16 Baufelder unterschiedlicher Größe und Zuschnitts durch ein kleinteiliges Straßennetz auf schiefwinkligem Grundriss erschlossen.

Auf den Baufeldern werden 4-5geschossige Gebäude positioniert die Blockkanten belegen, sie aber nicht durchgängig schließen. In den grünen Innenhöfen sind den jeweiligen Häusern 2geschossige Remisen zugeordnet die vor allem eine Flexibilität in der Nutzungsmischung sowie eine Belebung der großen Innenhöfe ermöglichen sollen. Alle Hofanlagen haben mindestens eine Möglichkeit der öffentlichen Durchwegung und eine zentralen gemeinschaftlichen Platzfläche. Die am Ring-Boulevard positionierten Gebäudestrukturen haben mit 5 Geschossen die größte Gebäudehöhe und bilden eine Stadtkante zum Tempelhofer Feld. Alle weiteren Baublöcke werden mit maximal 4 Geschossen bebaut. Nach Westen werden die Baufelder durch eine geneigte Parkfläche vom Flughafenvorfeld abgeschirmt. Ausgleichsflächen für das Sportfeld im Lilienthal-Quartier werden im südöstlichen Wettbewerbsareal vorgesehen. Südlich dieser Sportfläche sind entlang der Blockränder 4geschossige Gebäude mit Schulnutzungen positioniert.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Südlich der Herrfurther Straße ist die Blockstruktur des Schillerquartiers als städtebauliche Erweiterung übernommen. Der Erhalt des Heizwerks ist nicht berücksichtigt. Erschließung / Vernetzung Der Columbiadamm wird im Bereich des Kerngebietes mit Baumalleen bepflanzt und entlang der Hasenheide neu gestaltet. An fünf ausgewählten Stellen sind Fußgängerüberwege vorgesehen. Die Lilienthalstraße wird nach Westen verschwenkt und über den Columbiadamm verlängert. Durch Straßenraumaufweitungen wird Sie zum zentralen Straßenzug ausgebildet. Die Golßener Straße wird östlich verschwenkt und nach Süden, über den Columbiadamm hinweg, verlängert. Das Areal im Süden von Friedhof und Sommerbad wird durch eine neue Wegeverbindung zwischen den beiden o.g. Nutzungen hindurch an den Columbiadamm angebunden. Die Herrfurther Straße wird an den RingBoulevard angeschlossen Nutzungs- / Stufenkonzept Nutzungen: Es soll eine Mischung aus Wohnen und Arbeiten entstehen.

Durch eine Hochparterretypologie der Erdgeschosse kann leicht und flexibel (durch das Absenken der Erdgeschossdecke auf Straßenniveau) auf Nutzungsänderungen reagiert werden. Das Angebot soll sich an unterschiedliche Investoren wie Wohngruppen, Baugemeinschaften oder Investoren richten. Die konkrete Ausformulierung der Baublöcke (Blockrand oder Einzelgebäude) wird vom Bedarf bestimmt. Die städtebauliche Entwicklung ist in 3 Stufen unterteilt. Stufe 1: Der erste Schritt ist die Anlage von Wegen und Feldern (Felder als Zwischennutzung: Getreidefelder, Wildgraswiesen, Schafweiden, Kinderbauernhof etc.) Erster baulicher Entwicklungsschritt ist die Anlage des Stadtplatzes und der umliegenden Baufelder. Stufe 2: Bauliche Entwicklung nach Osten (Neukölln) und Norden (Richtung Südstern). Stufe 3: Bauliche Entwicklung nach Nordwesten, auf das Gelände der Polizeikaserne und der Columbiahalle. Ressourceneffizienz Auf allen Grundstücken ist der Einsatz von Regenwassermanagement (Regen- und Grauwassernutzung)

vorgesehen. Alle Gebäude sollen als Niedrig- bzw. Passivhäuser errichtet werden.

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ISA / Planungsgruppe Landschaft und Raum, 1. Rundgang

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Leitidee Eine urbane Hecke für das Tempelhofer Feld: Die neue Bebauung reagiert auf die Großzügigkeit und Besonderheit des Ortes, indem sie die vom Flughafengebäude vorgegebene Monumentalität in eine urbane Landschaft überführt. Gesamtkonzept Hauptelement des Entwurfs ist ein das Flughafengebäude bündig fortsetzender Bebauungsstreifen als Umrandung des Flugfeldes, eine bewohnbare Feldhecke. Die urbane Hecke besteht aus übereinander geschichteten und verdrehten Gebäuderiegeln. Die unteren Geschosse der langen Gebäuderiegel bleiben teilweise offen, um Blickbeziehungen und einen klimatischen Austausch zu ermöglichen. Im Teilbereich Columbiahalle wird die Schwiebusser Straße vollständig von einem Gebäuderiegel begleitet. Südlich schließen sich kürzere Gebäudesequenzen an. Die benachbarte Polizeikaserne wird ebenfalls bauliche arrondiert. Konzept Kernbereich Die urbane Hecke ist für innovative Wohnformen insbesondere für Familien vorgesehen. Sie werden um

Büroeinheiten, Home-Offices und Versorgungseinheiten ergänzt. Darüber hinaus sind im Flugfeld zwei Turmaufbauten als Hybridstrukturen platziert (eins davon außerhalb des WB-Gebietes). Dort werden verschiedene Wohnformen, von Kleinstwohneinheiten bis hin zu luxuriösen Penthouse-Wohnungen angeboten. Auf den Zwischenebenen sind halböffentliche Nutzungen wie Kinos und Gastronomie und in den Querriegeln Aussichtsterrassen und Großeinheiten für Büros vorgesehen. Im Lilienthal-Quartier sind entlang des Columbiadamms und auf der östlichen Seite der verlängerten Lilienthalstraße lange Gebäuderiegel geplant. Hinter dem Riegel an der Lilienthalstraße liegen Strukturen mit einer Einzelhausbebauung. Hier sind Wohn- bzw. Mischnutzungen vorgesehen. Das TiB-Sportgelände wird in den Entwurf integriert. Die vorhandene Tennishalle ist von einem Riegel überstellt, nördlich davon sind zwei weitere Sporteinrichtungen vorgesehen. Die 2 Turmbauten überschreiten die in der Schutzzone C zulässige Bauhöhe.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Die Kfz-Erschließung des ColumbiaQuartiers erfolgt über zwei Zufahrten vom Columbiadamm auf eine am südlichen Rand der urbanen Hecke verlaufende Straße, die im Osten an die Herrfurthstraße anschließt. Eine Stichstraße führt zu den zwei Turmbauten auf dem Flugfeld. Für das Lilienthal-Quartier ist eine umlaufende Kfz-Erschließung vorgesehen, ebenso für den Teilbereich Columbiahalle. Die Verbindung zwischen Südstern und Flugfeld über die verlängerte Lilienthalstraße (Kfz und Fußweg) und die fußläufige Verbindung zwischen Friedhof und Schwimmbad wird durch die Stellungen der Gebäuderiegel betont. In Verlängerung der Züllichauer Straße führt eine neue fußläufige Verbindung nach Westen durch die Polizeikaserne und den Teilbereich Columbiahalle. Nutzungs- / Stufenkonzept Die urbane Hecke gliedert sich in Cluster, die jeweils eine Versorgungseinheit in ihrer Mitte haben können. Diese Gliederung macht eine schrittweise Entwicklung von in sich funktionierenden und gestalteten kleineren Bebauungseinheiten möglich. Im vor-

liegenden Entwurf werden drei Entwicklungsphasen definiert: In einer ersten Entwicklungsphase kann die urbane Hecke in Fragmenten bzw. Clustern entstehen, die sich wie Dörfer oder Nester am Rande des Flugfeldes aufreihen. Während der zweiten Entwicklungsphase entwickelt sich das Quartier der Nachfrage entsprechend – es können die urbane Hecke vervollständigt, die Hybridstrukturen (Turmbauten) errichtet, die Bebauung entlang der Lilienthalstraße entstehen, oder die Teilgebiete Columbiahalle und Polizeikaserne baulich ergänzt werden. Die Reihenfolge der Entwicklung ist flexibel, je nach Nachfrage ergibt sich eine andere städtebauliche Figur. In der dritten Entwicklungsphase wird die Bebauung vervollständigt. Ressourceneffizienz Die Gebäuderiegel der urbanen Hekke, die quer zur Fließrichtung der Kaltluftströme stehen, sind aufgeständert. Intensiv begrünte Dächer bieten zusätzliche Verdunstungsflächen, dienen der Rückhaltung von Niederschlagswasser und tragen so zu einem gesunden Stadtklima und Wasserhaushalt bei.

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Chora / Gross. Max, Auswahl für 2. Stufe

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Leitidee Wir schlagen vor, dass Berlin zur ersten Deutschen Stadt wird, welche einen Energieinkubator umsetzt und damit eine eindeutige Position zum Thema Stadt und Klimawandel bezieht… Ein Inkubator ist ein Bezirk, eine Stadt oder eine Region, in welcher alles bestehende und neugeplante als Labor und Versuchsmaterial verstanden wird. Hier werden neue Konzepte entwickelt und ausgebrütet, wie Städte ihren Energieverbrauch reduzieren können und schlussendlich mehr Energie produzieren als sie benötigen. Basierend auf messbaren Ergebnissen können lokale Strategien, Gesetzte auf Bundesniveau sowie globale Methoden abgeleitet werden. Gesamtkonzept Für das Tempelhofer Feld wird eine IBA zum Thema Energie Autarke Stadt und zur Entwicklung eines Stadt- und Energie Inkubators vorgeschlagen. Die IBA institutionalisiert dazu ein Management-Programm, das sich auf vier Bereiche bezieht: Erstens werden Ziele für den Inkubator mit einem veränderbaren Regelwerk formuliert (z.B. Verringerung der Kohlenstoffemissionen, alle Südfassaden

und Dächer müssen mit Photovoltaik bestückt werden usw.). Zweitens werden Arbeitsgemeinschaften zusammengestellt, die es zum Bau und zur Betreuung eines Inkubators braucht (z.B. Behörden, Bewohner, Forschungsstätten, Unternehmer, Diplomaten, usw.). Drittens entsteht ein Katalog mit Prototypen, und Pilotprojekten, die getestet werden können (z.B. Null-Carbon-Gebäude, CO2 Absorbierende Fassade, Gartenturm, Erdwärme Nutzung). Und viertens wird eine Datenbank eingerichtet, die alle Informationen speichert, die für das Planen und Funktionieren einer Stadt wichtig sind (z.B. Bürgerbefragungen, Machbarkeitsstudien, Handbücher zur Schadstoffreduktion usw.). Das Management-Programm wird zur Steuerung der prozessualen Stadtentwicklung genutzt. Dabei adressieren Schlüsselprojekte strategisch bedeutende Themen des Entwicklungsprozesses. So wird zum Beispiel auf dem Gebäude-Vorfeld eine Urban Gallery erbaut. Sie dient dazu die vier Bereiche des Programms und den Projektstand darzulegen. Zur Fortführung der monumentalen Grenze des Flughafengebäudes schlagen die Verfasser eine pro-

grammatische Zonierung entlang eines äußeren und inneren Rings vor. Die Ringe umschließen das gesamte Flugfeld. Sie werden von einer intelligenten Infrastruktur begleitet, die wie die Seiten eines Instruments eine feingliedrige Linienstruktur aufweist. Konzept Kernbereich Der äußere Ring schließt beide Seiten des Columbiadamms mit ein und reicht etwa bis zur vorhandenen äußeren Flugfeldstraße. Dort ist eine starke Verdichtung mit Wohnungsbau und gemischter Erdgeschossnutzung vorgesehen. Gebaut werden energieautarke Blöcke mit Integration von altengerechtem Wohnen. Schrittweise können ca. 750 bis 1200 Wohneinheiten entstehen. Zusätzlich werden verschiedene Pilotprojekte gemäß des Management-Programms verortet. Der innere Ring verläuft zwischen Ring-Boulevard und Flughafengebäude bzw. vorhandener äußeren Flugfeldstraße. Dort haben die im Management-Programm zusammengestellten Pilotprojekte ihren programmatischen Schwerpunkt. Zusätzlich werden im inneren Ring neue Freiräume geschaffen, die als Puffer zwischen Stadt und Park fungieren und von verschiede-

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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nen Nutzergruppen besetzt werden können. Am Columbiadamm bildet ein Speedtable in Form eines großen Platzes den Eingang in das Lilienthal- und Columbia-Quartier. Der Platz ermöglicht eine Vielzahl von Verbindungen über den Columbiadamm und stellt das neue Herz des Quartiers dar. Das TiB-Sportgelände ist in das Konzept integriert. Erschließung / Vernetzung Die Kfz-Erschließung des LilienthalQuartiers erfolgt über dessen Ränder und einzelne Stichstraßen. Das Columbia-Quartier wird über die vorhandene äußere Flugfeldstraße die nach Osten fortgesetzt wird und einen parallel zum Columbiadamm vorgesehen Weg erschlossen. Die vorhandene äußere Flugfeldstraße bildet auch die Hauptzufahrt zu dem inneren Ring. Von dort können temporäre Zufahrtsstrassen gelegt werden. Fuß- und Radwege sind in die Struktur des inneren Rings verflochten und erlauben verschiedene Zugangsmöglichkeiten. Nach Norden erfolgt eine Anbindung über die Lilienthalstraße. Entlang der nördlichen Grenze des TiB-Sportgeländes führt eine Verbindung zur Ha-

senheide. Eine weitere Verbindung besteht zwischen Hasenheide und dem Gebiet südöstlich des Sommerbades über eine programmatische Kette von Freizeiteinrichtungen, die durch eine BUGA (oder IGS) gestalterisch ausgeprägt werden könnte. Nutzungs- / Stufenkonzept Während der 1. und 2. Entwicklungsphase entstehen erste Wohnprojekte im äußeren Ring des Kernbereichs. Der innere Ring wird mit Pioniernutzungen belegt, wie z.B. Testgebieten für eine städtische Landwirtschaft. Auf dem Gebäude-Vorfeld wird die Urban Gallery errichtet. In der 2. bis 4. Entwicklungsphase (mittel- bis langfristig) wird die Bebauung im Kernbereich (mit IBA) fertig gestellt. Auch das Gebiet um die Columbia-Halle wird umstrukturiert und baulich ergänzt. Auf dem GebäudeVorfeld dehnt sich die Urban Gallery aus. Im inneren Ring sind erste Ergebnisse des Inkubators zu verzeichnen. Ressourceneffizienz Erklärtes Ziel der Verfasser ist es, die neuen Quartiere (und angrenzenden Gebiete) als erstes Off-Grid Wohnquartier in Europa zu verwirklichen. Entsprechend werden in dem Ener-

gieinkubator Ressourcen nicht verbraucht sondern produziert (Biomasse, Sonnen-, Wind-, Geothermische -energie). Vorgesehen sind auch eine interne Abfallwirtschaft, natürliche Kläranlagen und eine Biogas-Produktion. Das Regenwasser soll in den öffentlichen Raum integriert, so dass auf große Sammelbecken verzichtet werden kann. Daneben sollen vorhandene Strassen, die Flughafeninfrastruktur und geschlossene Flächen für neue Strassen und Plätze genutzt werden und bestehende Strukturen und Freiflächen so weit wie möglich erhalten bleiben.

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Schmiedeknecht / WBP, 1. Rundgang

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Leitidee Die Setzung der Gebäudevolumen erfolgt auf einem ordnenden Rasternetz entlang eines zentralen Grünraums. Die Klarheit der Struktur dient der leichten Orientierung und der Vernetzung mit der Umgebung. Gesamtkonzept Lilienthal- und Columbia-Quartier werden gemeinsam entwickelt. Die bauliche Dominante bildet ein rechteckiges Quartier in der Höhe abgestufter Baukörper um den langgestreckten Columbia Platz. Der Columbiadamm wird als diagonale Erschließung eng in dieses Quartier eingebunden. Parallel zur Lilienthalstraße schließt das Nord Süd Regensammelband (auch Wasserband) an, das an der Gabelung von Züllichauer und Lilienthalstraße beginnt. Seine Integrierbarkeit in das abschüssige Terrain bedarf in diesem Bereich der Überprüfung. Außerhalb des Wettbewerbsgebietes erstreckt sich das Wasserband über das gesamte ehemalige Flugfeld. Im Wettbewerbsgebiet wird es von baumgesäumten Straßen begleitet und durch ein Hochhaus betont. Geplant ist ein gleichwertiges Pendant am südlichen Ende der Achse.

Die Ostseite des Wasserbandes wird im Lilienthal-Quartier durch eine neue Sporthalle als Ergänzung des TiB-Geländes gefasst. Im Columbia-Quartier übernehmen diese Rolle schmale Baukörper, die gleichzeitig die Westseite des Friedhofes fassen. Seine Südwestgrenze begleitet ein weiteres Wohngebiet. Im Bereich Polizeikaserne erfolgt eine bauliche Ergänzung der Raumkanten am Columbiadamm. Südlich des Sommerbades Neukölln entstehen Kleingärten und ein neuer Sportplatz. Konzept Kernbereich Den Columbia Platz nördlich und südlich des Columbiadamms fassen Baublöcke unterschiedlicher Ausrichtung und Größe. Auch das Heizwerk wird in diese Struktur mit einbezogen. In der Höhe abgestufte Baukörper rahmen thematisch gestaltete Innenhöfe. Jeder Baukörper hat außerdem einen Himmelsgarten sowie interne balkonartige mehrgeschossige Eingangs- und Kommunikationsbereiche. Zu den Straßenräumen vermitteln Arkaden über zwei Geschosse. Die Gebäudehöhen variieren zwischen sechs und zehn Geschossen.

Das Hochhaus in der Achse des Wasserbandes hat 26 Stockwerke. Es überschreitet die in der Schutzzone C zulässige Bauhöhe. Die Bauten unmittelbar östlich des Bandes umschießen sehr schmale Höfe. Die anschließenden Blöcke haben quadratische Grundrisse. Nach dem Wunsch der Verfasser erhält die gläserne Gebäudestruktur ... ein LED-System, das Glaskanten betont. So entsteht ein kinetisches Nachtbild. Die Blockstruktur fortsetzend vermitteln freie Parzellen zu den anschließenden Stadträumen. Dazu schreiben die Verfasser: Es werden differenzierte räumliche Beziehungen hergestellt. Der Idee der Vernetzung folgend werden verbindende Felder gestaltet. Auch zum Flughafengebäude hin bleibt eine breite Distanzzone mit dem Radarturm als einzigem baulichen Solitär.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Zwischen Golßener, Züllichauer und Lilienthalstraße entsteht im LilienthalQuartier ein Straßennetz, das Baukörper, Columbia Platz und Wasserband erschließt. Dieses Netz setzt sich im ColumbiaQuartier fort und definiert dort auch die Struktur der verbindenden Felder, die zu den anschließenden Freiräumen überleiten. Zur wichtigen Erschließung wird auch die vorhandene äußere Flugfeldstraße ausgebaut. Großräumige stadträumliche Verbindungen stellt das Nord Süd Regensammelband resp. Wasserband her, das sich außerhalb des Wettbewerbsgebietes über das gesamte ehemalige Flugfeld erstreckt. Nutzungs- / Stufenkonzept Die Baustrukturen bieten Raum für Wohnen und gewerbliche Nutzungen. Der 26-geschossige Solitär wird als Hotel konzipiert. Die Realisierung ist in drei Abschnitten geplant, wobei der Schwerpunkt auf bauliche Maßnahmen gelegt wird. Der 1. Bauabschnitt umfasst die Bauten, die sich im Columbia-Quartier um den Columbia Platz gruppieren. In einem 2. Bauabschnitt entstehen

hier das Hotel und die Bebauung südwestlich des Friedhofes. Im 3. Bauabschnitt werden die Bauten im Lilienthal-Quartier realisiert. Ressourceneffizienz Unter dem Stichwort Ökologie schreiben die Verfasser: Versiegelte Dachund Stellplatz-Flächen werden zur Regenretention begrünt. Überschüssiges Regenwasser wird in dem Wasserband auf dem Gelände gesammelt und dem Brauchwasser beigemischt. Eine Photovoltaikausstattung der Dachflächen soll zur Energiegewinnung beitragen. Es kommen gesundheitsfreundliche nachhaltige Materialien zur Verwendung. Außerdem ist eine Nutzung der Erdwärme zur Energiegewinnung für Kühl- und Heizdecken der Gebäude vorgesehen.

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Kersten + Kopp / Simons & Hinze, engere Wahl

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Leitidee Das derzeit stark in Einzelsegmente zerfallende Columbiaquartier bekommt durch seine neue stadträumliche Einbindung besondere Qualitäten. Die isolierte Lage der ehemaligen Polizeikaserne wird aufgehoben. Die Ost-West-Orientierung des Konzepts setzt sich im Lilienthal-Quartier und den Freiraumstrukturen südlich des Columbiadamms fort. Gesamtkonzept Die Verfasser betonen die Orientierung des Konzeptes am Columbiadamm. Zwischen Flughafengebäuden und der Stadtkante Neuköllns reiht sich eine spannungsreiche Sequenz von städtebaulichen und landschaftlichen Elementen auf. Den Auftakt im Westen bildet der Bereich Columbiahalle mit neuen Wohnbauten entlang der Schwiebusser Straße und einer weiteren Halle für Event und Media. Die Bebauung im Bereich Polizeikaserne wird behutsam durch Neubauten ergänzt. Dadurch entstehen im Norden des Quartiers zwei Wohnhöfe, die ein kulturelles Zentrum rahmen. Südlich davon wird die Bebauung durch Themenhöfe ergänzt. Abgetrennt durch die neue

Quartierspromenade werden die Bauten entlang des Columbiadamms zum eigenständigen Band entwickelt. Die Ordnung des Lilienthal-Quartiers erfolgt in enger städtebaulicher Verknüpfung zum Bereich Polizeikaserne. Das Columbia-Quartier wird von Bebauung freigehalten. Entlang des Columbiadamms werden Vorfeld des Flughafengebäudes und anschließende Freiräume zum Grünband verbunden. Sequenzen aus Baumreihen betonen auf seiner ganzen Länge die Ost- WestOrientierung des Bandes. Zur Parklandschaft Tempelhof vermittelt ein weiteres freiraumplanerisch gestaltetes Aktionsband. Der Columbiadamm wird zwischen Platz der Luftbrücke und Lilienthalstraße von Baumreihen gefasst. Im weiteren Verlauf kommt in Richtung Neukölln eine weitere Baumreihe hinzu, die auch gleichzeitig den Übergang zur Hasenheide markiert. Die Eingänge in die Parkanlage werden freigestellt und erkennbar. Östlich und südlich des Jahn-Sportgeländes erfolgt eine Arrondierung der Stadtkante Neuköllns.

Konzept Kernbereich Zwischen Columbiadamm und Quartierspromenade werden in den 4-6-geschossigen Gebäuden des Stadtsaums attraktive Büroflächen, Wohnen mit Terrassen und Blick auf den Park sowie Geschäfte in den Erdgeschossen angeboten. Nach Norden schließt sich ein Band offener Blöcke und zentraler Einrichtungen an. Weiter nördlich folgt ein Band aus Reihenhäusern, bevor abgewinkelte Baustrukturen das Lilienthal-Quartier in Richtung Kreuzberg abschließen. Der städtebauliche Zusammenhang mit dem Bereich Polizeikaserne wird durch die Quartierspromenade und die nördliche Querverbindung betont, die streckenweise den Verlauf der Züllichauer Straße aufnimmt und als übergeordnete Radwegeverbindung zur Hasenheide fungiert. Die verlegte Lilienthalstraße führt als diagonale Achse durch das Quartier. Ihre ursprüngliche Trasse wird zur untergeordneten Erschließung von Wohnquartier und TiB-Sportgelände. Die neue Diagonale stellt den stadträumlichen Zusammenhang zum freiraumplanerisch gestalteten Columbia-Quartier her und wird zur Parklandschaft hin als breite Promenade

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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ausformuliert. Hier befindet sich die Kulturwerkstatt Kreuzberg. Künstler, Stadtplaner und Immobilienentwickler arbeiten hier gemeinsam an der Entwicklung des Tempelhofer Feldes. Südlich des Columbiadamms erstrekken sich die Grünsequenzen. Zwischen Columbiadamm und vorhandener äußerer Flugfeldstraße liegt der freie Raum des Grünbandes. Unterbrochene Baumreihen betonen seinen gestalterischen Zusammenhang mit dem Vorfeld des Flughafengebäudes. Zur Parklandschaft hin folgt ihm das Aktionsband, das sich aus der Figur des Flughafengebäudes heraus entwickelt und nach Süden durch die Park-Promenade begrenzt wird. Östlich der Hangars eröffnet hier das Parkfenster den Blick in die Parklandschaft. Im weiteren Verlauf strukturieren wie Schollen versetzte und geneigte Rasenflächen das Band. Südlich des Friedhofes prägt es ein regelmäßiger Hain mit elliptischen Lichtungen. An seiner Kreuzung mit dem Ring-Boulevard leitet das Aktionsband schließlich zu den streifenförmigen Parzellen der Feldflur über. Hier wird eine bäuerliche Domäne ... von einer Miniaturagrarlandschaft eingefasst.

Erschließung / Vernetzung Neben vorhandenen Straßen übernehmen mehrere neue Parallelstraßen des Columbiadamms die Erschließung der Wohnbereiche und betonen ihren räumlichen Zusammenhang. Die neue Diagonale der verlegten Lilienthalstraße verdeutlicht die räumliche Verknüpfung zwischen Parklandschaft Neukölln, Aktionsband, Grünband und den anschließenden Wohnquartieren. Nutzungs- / Stufenkonzept Der Bereich Polizeikaserne wird zum Standort für kleine Betriebe, Dienstleister und kulturelle Einrichtungen. Auch der anschließende Stadtsaum ist für eine Mischnutzung vorgesehen, während der Rest des Lilienthal-Quartiers dem Wohnen vorbehalten ist. Die Freiräume des Aktionsbandes können als Experimentierfelder dienen, die Lichtungen des Obstbaumhains in seinem östlichen Abschnitt als Schul- und Quartiersgärten. Die Feldflur ist dem City Gardening gewidmet und kann Standort eines Bauernhofes werden. Eine stufenweise Realisierung des Konzepts kann kurzfristig mit dem Bau der Kulturwerkstätten beginnen. Mittelfristig werden in einem 1. Bauab-

schnitt Lilienthal-Quartier und Stadtsaum realisiert. Langfristig gedacht umfasst der 2. Bauabschnitt den Bau der Straßen, Wege und Plätze sowie die bauliche Verdichtung und Ergänzung im Bereich Polizeikaserne. In einem 3. Bauabschnitt folgt die Errichtung neuer Wohnbauten und der Event und Media-Halle im Bereich Columbiahalle. Ressourceneffizienz Die Entwicklung des Tempelhofer Feldes behandelt den Umgang mit einer sehr wertvollen innenstadtnahen Flächenressource. Städtebaulich wird die Chance genutzt, die umliegenden Stadtteile an das Tempelhofer Feld heranzuführen.

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anOtherArchitect / treibhaus, Auswahl für 2. Stufe

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Leitidee Ein neues lineares Zentrum als Magnet. Abgeleitet von dem Bild der großen Alleen und Boulevards, die Berlin prägen und die als spezialisierte Strips funktionieren, wird der Columbiadamm zu einem VergnügungsStrip umgebaut. Paten stehen dabei Las Vegas Strip, Hollywood Boulevard und das Tivoli. Gesamtkonzept Der Columbiadamm – als langgezogene Amüsiermeile – verbindet die durch das Tempelhofer Feld, das Friedhofsensemble und den Volkspark Hasenheide getrennten Stadtteile. Die städtebaulich präsente Form des Flughafengebäudes wird aufgegriffen und in einer mäanderförmigen Bebauungs- und Freiraumstruktur nach Osten als urbanes Band fortgeführt. Innerhalb der Großstruktur des mäanderförmigen Bandes können diverse Bautypen mit unterschiedlichsten Höhenentwicklungen und einem breit gefächerten Nutzungsangebot Platz finden. Der öffentliche Raum wird durch das Konzept der parallelen Bänder geprägt, die unterschiedliche Nutzungsschwerpunkte bieten:

Der Columbiadamm-Strip soll durch die bereits vorhandenen und neu hinzugefügten ikonenhaften Solitäre die Autofahrer zum Verweilen einladen. Beginnend am Areal Columbiahalle über das TiB-Gelände bis zum Jahnsportpark werden entlang des Columbiadamms Solitärbebauungen vorgeschlagen. Die beiden, der Mäanderform der Bebauung folgenden Bänder sind als Fußgänger-Straßen angelegt und verbinden den Columbiadamm mit den Freiräumen im Norden und Süden. Die Boulevards werden durch Apfelbaumpflanzungen charakterisiert. Jede Nord-Süd- Verbindung wird durch eine bestimmte Apfelsorte geprägt und verleiht dem Columbiadamm im Volksmund den Namen Unter den Äpfeln. Konzept Kernbereich Im Lilienthal-Quartier werden das Vergnügungs- und Freizeitviertel stärkende Funktionen angesiedelt. Die mäanderförmige Baustruktur präsentiert sich zum Columbiadamm mit Solitärgebäuden, die nach Osten, am südlichen Rand des Volksparks Hasenheide mit kleineren, Kiosk ähnlichen, Baukörpern fortgesetzt werden.

Das Regenwasserrückhaltebecken wird erweitert, zur Kanallandschaft ausgebaut und unter dem Columbiadamm nach Süden in das Columbia-Quartier gezogen. Die Mäanderform wird hier im Wechsel durch Apfelbaumreihen geprägt, in die sich Gebäudezeilen schieben und durch langgestreckte, die Baumreihen begleitende Baukörper.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung/Vernetzung Eine Verzahnung der Quartiere erfolgt über die mäanderförmigen Boulevards. Im Bereich Golßener Straße und Lilienthalstraße werden die Boulevards über den Columbiadamm geführt. Die Wohngebiete sollen möglichst autofrei gehalten werden. Dazu werden zentrale Stellplätze angeordnet. Zur Fortbewegung innerhalb des Quartiers werden Rickshaws und Fahrradmietstationen angeboten. Als übergeordnetes Verkehrsmittel wird eine Hochbahn als Panoramabahn entlang des Columbiadamms vorgeschlagen. Nutzungs-/Stufenkonzept Es wird eine stufenweise Entwicklung in 4 Phasen vorgeschlagen. Pionierfunktion übernimmt das zentrale Rotlichtviertel im Lilienthal-Quartier. Die Verfasser sehen in der Funktion Rotlichtviertel einen wichtigen Bestandteil der Stadtstruktur, durch die eine Gentrifizierung des Quartiers initiiert werden kann. Gleichzeitig werden durch erste Apfelbaumpflanzungen grüne Achsen zur Anbindung des Tempelhofer Feldes geschaffen. In der zweiten Phase entstehen er-

ste Baukörper im Columbia-Quartier – das Flugzeugmuseum und China Town mit Bars, Restaurants und Freizeitangeboten. In der dritten Phase wird die Mäanderform durch erste Wohn- und Bürobauten ablesbar. Durch die Mäanderform der Bebauung entstehen erste Pocket Parks, die als community gardens oder als Anbauflächen zur Selbstversorgung dienen. In der letzten Phase wird die urbane Struktur sowohl des Mäanders als auch der den Columbiadamm begleitenden Solitäre vervollständigt. Ressourceneffizienz Es wird eine dezentrale Bewirtschaftung des Regenwassers vorgeschlagen. Das bestehende Regenwasserrückhaltebecken wird erweitert und durch Reinigungs- und Rückhaltebekken im südlichen Bereich ergänzt. Ausnutzung passiver Sonnenenergie und effektiver Einsatz aktiver Solarelemente durch weitgehende Ausrichtung der Gebäude nach Süden. Errichtung eines kleinen Hackschnitzel-Heizkraftwerks zur Nutzung des Verschnitts der Apfelbäume.

Nutzung der Gärten zur verbrauchernahen Produktion von Lebensmitteln. Entsorgung von Kompostabfällen durch die Gartenbewirtschaftung.

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Pysall . Ruge / Jung Urban, 2. Rundgang

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Leitidee Das Konzept sieht sich als urbaner Kurator für eine zeitlich und räumlich adaptierbare Planungsgrundlage mit dem übergeordneten Ziel der 3XE STRATEGIE: ecological, energy efficient, experimental – eingebunden durch die Parameter des Ortes. Gesamtkonzept Mit dem Ansatz – lokal in der Vernetzung, berlinisch in der Nutzung, global in der Ausstrahlung – soll die Marke Tempelhof gestärkt und weiterentwikkelt werden. In diesem Sinne entwikkeln die Verfasser Ideen für Nutzungskonzepte, die sie auf unterschiedliche Baufelder verteilen, die über ein System von Straßen erschlossen werden. Zur Entwicklung des Gesamtbereichs werden insgesamt sechs strategische Phasen vorgeschlagen. Kernbereich Es werden Entwicklungszonen mit unterschiedlicher programmatischer Belegung ausgewiesen: Für den Bereich Columbiahalle und Polizeiareal creative, im Lilienthalquartier local , im nördlichen Bereich des Columbiaquartiers experiental und im südlichen Bereich, zum RingBoulevard living. Für den östlichen

Bereich um das Columbiabad wird das Motto sports und für das SchillerQuartier upgrade vorgeschlagen. Aussagen zur baulichen Ausformulierung werden für die nördlich des Ring-Boulevards gelegenen, trichterförmigen Baufelder getroffen. Hier sollen für experimentelle Wohnformen Bebauungstypen in Form von unterschiedlich angeordneten, frei stehenden Gebäuden entwickelt werden. Erschließung / Vernetzung Die stadträumliche Vernetzung des Quartiers wird auf 3 Ebenen betrachtet: Der Columbiadamm als bezirksübergreifende Verbindung, die Verknüpfung des Volksparks Hasenheide über das Lilienthal-Quartier und die Jüterboger Straße in den Bergmann-Kiez als quartiersübergreifende Verbindung und schließlich die Verbindung über die Lilienthalstraße nach Norden zum Südstern und nach Süden in die neue Ost-West-Verbindung des Columbiaquartiers. Darüber hinaus werden quartiersinterne Wegeverbindungen angeboten.

Nutzungs- / Stufenkonzept Der Entwurf versteht sich als Experiment, die Strategie basiert auf einer ständigen Rückkopplung der gewonnenen Erkenntnisse, die in jeder Phase der Entwicklung den Prozess aufs Neue steuert und transformiert. Es wird ein Entwicklungs- und Nutzungskonzept in insgesamt 6 Phasen präsentiert. In der ersten Phase wird unter dem Motto 3XE CREATIVE das Areal um die Columbiahalle und um den Ostflügel des Flughafengebäudes entwikkelt. Hier soll eine Produktionsstätte für Film, Kunst und Kultur unter Nutzung der vorhandenen Veranstaltungsinfrastruktur, ergänzt durch Neubauten, entstehen. Parallel entsteht unter dem Motto 3XE LOCAL die sogenannte Kreuzberger Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Einzelhandel im Lilienthalquartier. Städtebauliche Funktionalität und ortstypische gesellschaftsstrukturelle Entwicklungsmöglichkeiten sollen geschaffen werden und so zu einer Vernetzung mit den Quartieren Südstern und Bergmannstraße führen und die Entwicklung auf dem Flugfeld initiieren. Unter dem Motto 3XE UPGRADE

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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wird das Neuköllner Quartier an der Schillerpromenade arrondiert. In der zweiten Phase entstehen weitere Baufelder im Lilienthalquartier, erste Baumaßnahmen im ColumbiaQuartier starten, weitere Experimentierfelder werden ausgewiesen. Unter dem Motto 3XE Sports werden Sportflächen zwischen dem Wohnquartier Neukölln und dem Sommerbad vorgeschlagen – als Brücke zwischen Volkspark Hasenheide und den zukünftigen IGA-Flächen entsteht eine grüne Aktivlandschaft. Ein weiterer Block an der Schillerpromenade entsteht. In der dritten Phase werden die Experimentierfelder im Columbia-Quartier sukzessive bebaut, im Osten wird die grüne Aktivlandschaft weiter ausgebaut. Abschließend werden unter dem Motto 3XE LIVING experimentelles Wohnen im südlichen Columbia-Quartier in 3 Bauabschnitten von West nach Ost entwickelt. Hier entstehen innovative, Ressourcen schonende und experimentelle Wohnflächen mit hohem Grünflächenanteil.

Die prozessuale Entwicklung des Quartiers erlaubt temporäre Zwischennutzungen mit möglichen Synergieeffekten mit der geplanten IGA. Ressourceneffizienz Es wird eine ökologisch verantwortliche städtebauliche Entwicklung mit effizienter Nutzung von Ressourcen angestrebt. Auf ökologischer Ebene werden ein übergreifendes Freiraumkonzept, die Minimierung der Bodenversiegelung innerhalb der Quartiere und die gute Anbindung an den ÖPNV angeführt. Zum Thema Energieeffizienz wird verdichtete Bauweise mit konsequenter Einbindung in Grün- und Stadträume genannt. Erneuerbare Energien wie Geothermie, Solarnutzung und Windkraft sollen je nach Lage im Gebiet zum Einsatz gebracht werden. Zukunftskonzepte wie Plusenergiegebäude sind anzustreben. Neben der Minimierung des energetischen und ökologischen Footprints wird besonderer Wert auf einen experimentellen Ansatz zur Entwicklung neuer Wohn-, Arbeits- und Lebensformen für eine sich verändernde Gesellschaft gelegt.

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DE+ / B.A.L.I., engere Wahl

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Leitidee Das Gelände des ehemaligen Flugfeldes sowie der angrenzenden untergenutzten Flächen soll neu strukturiert und in den urbanen Kontext eingegliedert werden. Gesamtkonzept Das Konzept sieht in den Übergangsbereichen zu den umgebenden Stadtteilen bauliche Schwerpunkte vor: am Tempelhofer Damm und im Neuköllner Quartier sind Blockstrukturen vorgesehen (außerhalb des Wettbewerbsgebiets). Im Bereich Columbiadamm basiert die bauliche Entwicklung auf einem neuen Straßennetz, das sich von der Lilienthalstraße ausgehend nach Süden strahlenförmig aufweitet und die Baufelder definiert. Die Columbiahallen werden nördlich sowie an der Ecke Friesenstraße / Columbiadamm durch Blöcke gefasst und sollen eine freiraumplanerische Neuordnung erfahren. Der Polizeikasernenblock wird durch Zeilenbauten an den Blockrändern und im Blockinnern ergänzt. Durch eine interne Erschließungsstraße sollen Verbindungen zur Hasenheide und zum Tempelhofer Feld hergestellt werden.
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Das Flughafen-Vorfeld soll zu Grünräumen umgestaltet werden. Konzept Kernbereich Definiert durch das neue Straßennetz entstehen Baufelder, die im LilienthalQuartier durchgängig als 6-geschossige Blockstruktur mit punktuellen Erhöhungen auf bis zu 10 Geschossen ausgebildet sind. Am Columbiadamm bildet ein rautenförmiger Stadtplatz die urbane Mitte des Areals. Östlich der Golßener Straße entsteht ein weiteres Baufeld mit einem Zeilenbau am Columbiadamm. Die Sportstätten an der Zülichauer Straße werden erhalten. Im nördlichen Bereich des ColumbiaQuartiers werden die Blockstrukturen weitergeführt. Zwischen äußerer Flugfeldstraße und Ring-Boulevard variiert die Gebäudetypologie von Zeilenbauten, Punkthäuser Böcken zu Megablöcken, die zu einer Vielzahl unterschiedlicher Wohnkonzepte führen sollen. Am Ring-Boulevard soll ein deutlicher Stadtrand definiert werden. Die bauliche Dichte und die Gebäudehöhe nimmt vom Stadtplatz (6 - 10 Geschosse) zum Tempelhofer Feld sowie nach Südosten (2 Geschosse) hin ab. Der Ring-Boulevard wird zum Aktivi-

tätsring (Rundlauf), an dessen Verlauf übergeordnete Nutzungen aus dem Gastronomie, Kultur- und Freizeitbereich angeordnet sind. Stege und Pavillons stellen eine Verzahnung von Stadt und Park her. Differenziertes Freiraumkonzept für private / halböffentliche und öffentliche Grünflächen. Im Columbia-Quartier werden zwei Platzanlagen als Grünplätze mit unterschiedlicher Gestaltung (Fichtenwald, Obstbaumwiese) angelegt.

Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Die Hauptzufahrt zu den Quartieren erfolgt über einen Erschließungsring, gebildet aus Lilienthalstraße, Zülichauer Straße, Golßener Straße und der äußeren Flugfeldstraße. Von diesem Erschließungsring gehen Spielstraßen als verkehrsberuhigte Zonen zur Erschließung der Wohnquartiere ab. Der ruhende Verkehr ist überwiegend in Tiefgaragen untergebracht. (Zentralgarage im Bereich des Stadtplatzes). Vom Stadtplatz führt die grüne Magistrale zum Tempelhofer Feld. Ergänzt wird das Erschließungskonzept durch ein feinmaschiges Fußgänger- und Radwegenetz. Von einem halbrunden Platz am RingBoulevard in Fortsetzung der äußeren Erschließungsstraße verlaufen strahlenförmig Fußwege in Richtung Hasenheide und Jahn-Sportplatz. Nutzungs- / Stufenkonzept Es werden 5 Entwicklungsphasen dargestellt. In der Pionierphase soll auf dem späteren Stadtplatz ein Infopavillon entstehen. Durch Verlängerung vorhandener stadträumlicher Achsen werden

die Stege ausgebildet, die zum Tempelhofer Meer (innerhalb des RingBoulevards) führen. An ihren Endpunkten entstehen weitere Pavillons unterschiedlicher Nutzung. Im zweiten Schritt beginnt die Bebauung im Columbia-Quartier mit den Baufeldern südlich des Stadtplatzes, die für Wohnnutzungen vorgesehen sind. Der Erschließungsring wird als wichtige Voraussetzung der weiteren Entwicklung realisiert. In der dritten Phase wird die Bebauung des Stadtplatzes mit zentraler und versorgender Nutzung im Erdgeschoss sowie einer Mischung aus Wohnen und Gewerbe in den Obergeschossen. Die Bebauung nördlich des Stadtplatzes wird in der vierten Phase vervollständigt (Wohnnutzung). Das westlich des Platzes gelegene Baufeld für Bildung und Kultur sowie die südöstliche und südliche Wohnbebauung wird errichtet. In der fünften Bauphase wird die Bebauung am Columbiadamm für Büro- und Gewebenutzung sowie die südlich und nördlich davon gelegene Wohnnutzung vervollständigt. Die Wohnbebauung soll schwerpunkt-

mäßig Baugruppen zur Verfügung stehen, jedoch auch Baugenossenschaften und Investoren. Ressourceneffizienz Zielsetzung des Entwurfs ist die nachhaltige ökologische Stadt. Weitere Angaben zur Ressourceneffizienz werden nicht gemacht.

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Karo Kaps Rothenburg / Karo Kaps Rothenburg, 1. Rundgang

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Leitidee Weitblick Umgeben von drei gewachsenen Stadtteilen und einem der wohl interessantesten Berliner Landschaftsräumen ergeben sich aus den neuen Quartieren abwechslungsreiche und spannende Beziehungen zu ihrer Umgebung – eben einen facettenreichen ‚Weitblick‘ Gesamtkonzept Im Übergang zu den umgebenden Stadtteilen werden geometrisch -begrenzende Raumkanten hergestellt. Im Neuköllner Quartier sowie am Tempelhofer Damm werden mittels Blockstrukturen bauliche Kanten zum Tempelhofer Feld ausgebildet (außerhalb des Wettbewerbsgebiets). Am Columbiadamm schiebt sich ein neues Quartier von Nord-Osten in das Tempelhofer Feld und definiert dort die Raumkante. Die Columbiahallen werden durch einen Solitärbau ergänzt. Nördlich davon ist eine Blockbebauung vorgesehen. Der Polizeikasernenblock bleibt zunächst ohne bauliche bzw. Nutzungsänderungen, soll aber perspektivisch als Standort für Wohnen und Arbeiten

in das Gefüge mit einbezogen werden und eine hohe Durchlässigkeit (auch zu den geplanten Festwiesen) haben. Das Flughafenvorfeld steht für temporäre Nutzungen zur Verfügung. Das TIB-Sportgelände wird entlang der Lilienthalstraße bebaut.. Die Kleingärten südlich der Herfurthstraße werden durch die vorgesehene Block-Bebauung im Übergang zum Neuköllner Quartier überplant. Konzept Kernbereich Ausgehend von der Lilienthalstraße entsteht ein neues Straßennetz, das sich nach Süden aufweitet und Sichtlinien zu den vorhandenen landmarks aufnimmt. Die dadurch definierten Baufelder werden mit 5-geschossigen Blockstrukturen bebaut. Der im Nord-Osten gelegene Platz der Stadtteile wird durch das vorgesehene Gebäude an der Zülichauer Straße begrenzt. Im Columbia-Quartier ist eine kleinteiligere Gebäudetypologie vorgesehen: entlang der Südseite des Columbiadamms setzt sich die 5-geschossige Blockstruktur des Lilienthal-Quartiers fort, die dann in 2-geschossige Zeilenbauten und Punkthäuser übergeht. Diese definieren die bauliche Kan-

te zum Tempelhofer Feld. Zwischen Stadtkante und Ring-Boulevard werden Aktionsfelder angelegt (Aktionsgärten, Krautgärten). Über den Columbiadamm hinweg wird zwischen westlicher Bebauungskante und Golßener Straße eine Festwiese angelegt.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Die Haupterschließung des Gebietes erfolgt über die verlängerte Lilienthalstraße bis zum Ring-Boulevard und mündet in die Herfurthstraße. Sie wird ergänzt durch die Verkehrsführung über den mittigen Nord-Süd-Straßenzug, der in die äußere Flugfeldstraße mündet und westlich des Sommerbades wieder zum Columbiadamm führt. Von diesen Hauptzufahrten gehen untergeordnete Erschließungsstraßen für den Individualverkehr innerhalb der Wohnquartiere ab. Ein kleinteiliges Netz von Fußgängerund Radwegen stellt fußläufige Anbindungen her. Nutzungs- / Stufenkonzept Das Konzept geht von 3 Phasen der Entwicklung aus: In der ersten Phase (kurzfristig) soll das Gelände zugänglich gemacht werden und die Aneignung durch Zwischennutzungen gefördert werden. Hierzu ist z.B. ein temporärer Campingplatz im Columbia-Quartier, die Nutzung der picknick area sowie weitere Sportnutzungen am Columbiadamm vorgesehen. In der 2. Phase (mittelfristig) soll das

Tempelhofer Feld in die umliegenden Stadtteile eingebunden werden. Hierzu dient auch das Freilegen / Anlegen der Sichtachsen und das temporäres Anlegen des Wegenetzes (wassergebundene Ausführung). Erste Gebäude am Columbiadamm und im Nordosten des Lilienthalquartiers werden für Wohnnutzung (städtisches Wohnen) errichtet. Verlegung der vorhandenen Kleingärten in die späteren Baufelder des Columbia-Quartieres. In der 3. Phase (langfristig) soll die Bebauung und der Ausbau des Wegenetzes vervollständigt werden. Zwischennutzungen werden auf das Flugfeld verlagert; die temporäre Campingnutzung wird aufgegeben. Nördlich des Columbiadamms bzw. am Columbiadamm soll städtisches Wohnen im Geschosswohnungsbau entstehen. Am Columbiadamm ist in geringem Umfang auch eine Gewerbenutzung vorgesehen. Die kleinteiligere Bebauung im Süden ist für experimentelles Wohnen für unterschiedliche Wohnformen (z.B. auch Generationenwohnhaus / das wachsende Haus) und für unterschiedliche Nutzergruppen (z.B. Bauherrnmodelle, Baugemeinschaften) vorgesehen.

Ressourceneffizienz Es soll ein ganzheitlicher Ansatz für ein nachhaltiges und ressourceneffizientes Stadtquartier verfolgt werden. Dies beinhaltet solarenergetische Optimierung des Städtebaus, Umbau des Heizkraftwerkes zu einem Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung, Recycling von Baumaterialien (z.B. Betonplatten aus Stadtumbau Ost), Passivhausstandard, etc.

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Storch, Bummack / Nadolny, 2. Rundgang

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Leitidee Unter dem Motto Tempelhof ans Netz wird die Entwicklung einer FreiflächenPhotovoltaikanlage mit einem Institut für Solarenergie in den Mittelpunkt der Entwurfsüberlegungen gerückt, die Schritt für Schritt auf die Dächer einer sukzessive entwickelten Bebauung verlagert wird. Gesamtkonzept Das Gesamtkonzept verfolgt den grundsätzlichen Ansatz vorhandenes Nutzen, Qualitäten stärken, neues ergänzen und gliedert sich in drei Entwicklungsphasen. Für das Lilienthal- und das Columbia-Quartier wird in der Endphase ein durchmischtes neues Stadtquartier mit mittlerer bis hoher Baudichte entwickelt. In den Phasen zuvor werden große Teile des Columbia-Quartiers (ca. 30 ha) von der Photovoltaikanlage eingenommen, die als Leuchtturmprojekt der Address- und Imagebildung dient und darüber hinaus eine gesicherte Einnahmequelle für das Land Berlin ist. Sie befreit von dem unmittelbaren Druck, sofort eine dauerhafte Nachnutzung zu finden und gibt die Möglichkeit prozesshaft, nach Bedarf

und flexibel Nachnutzungen zu entwickeln. Das Baufeld Columbiahalle wird an der Schwiebusser Straße baulich arrondiert. Am Columbiadamm wird als Platzanalage ein Kunst- und Kulturzentrum, das Columbia-Forum als Impulsprojekt in der ersten Phase entwickelt. Die Columbia-Terrassen südlich des Columbia-Forums und der Polizeikaserne dienen als multifunktionale Ausstellungs- und Grünflächen für solare Kunstobjekte. Der Columbiadamm wird als Rückrat des gesamten Wettbewerbsgebietes mit dem Ziel neu gestaltet, die Nordsüd-Barriere zu überwinden und die wichtige Ostwest-Verbindung in der Aufenthaltsqualität und Benutzerfreundlichkeit zu stärken. Auf die Anlage neuer, großer öffentlicher Räume wurde bewusst verzichtet. Innerhalb der Quartiere sind durch die Bauherren private Freiräume anzulegen. Das TiB-Gelände bleibt erhalten und wird entlang der Lilienthalstraße baulich arrondiert. Konzept Kernbereich Für das Lilienthal- und das Columbia-

Quartier werden perspektivisch ein Wohnquartier bzw. ein durchmischtes Quartier entwickelt, deren Baudichte entlang des Columbiadamms am größten ist und nach Norden und vor allem nach Süden in Richtung Neukölln abnimmt. Für den überplanten Sportplatz an der Züllichauer Straße wird Kompensation südlich des Sommerbades Neukölln angeboten. Auf beiden Seiten des Columbiadamms werden an der Lilienthalstraße Institutsgebäude für Solarenergie als Starterprojekt und Impulsgeber für die weitere Entwicklung sowie als imagebildender Stadtbaustein und als gebautes Verknüpfungselement der neu gestalteten Lilienthalstraße mit dem Columbiaquartier vorgeschlagen. Denkbar ist eine Nutzung als Informationszentrum für regenerative Energie im Wohnungsbau. Das Heizwerk am Columbiadamm wird von einem Baufeld überplant (Phase 2). Erschließung / Vernetzung Die Erschließung des Wettbewerbsgebietes erfolgt in Nordsüd-Richtung über die verlängerte Golßener und die vorhandene Lilienthalstraße so-

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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wie eine parallel hierzu entwickelte Trasse, die mit der Bebauung des Regenrückhaltebeckens vollständig entwickelt wird und auch der Grünvernetzung dient. Weitere Anbindungen an den Columbiadamm werden am Garnisonsfriedhof (Westseite), zwischen Garnisonsfriedhof und Sommerbad Neukölln sowie entlang des Teilgebietes JahnSporthalle entwickelt bzw. ausgebaut. Der Columbiadamm wird auf eine Fahrbahnbreite von 7 m reduziert und mit einer beidseitigen Allee, beidseitigen Fuß- und Radwegen sowie Senkrechtstellplätzen begleitet. Des Weiteren wird der Columbiadamm gestalterisch in die Konzeption des Columbia-Forums einbezogen, das über vier Wegeverbindungen mit den Columbia-Terrassen verbunden ist. In Ostwest-Richtung wird der RingBoulevard mit der einsetzenden Bebauung entsiegelt und die äußere Flugfeldstraße als innere Haupterschließung für das Columbia-Quartier herangezogen. Am Schnittpunkt mit der Lilienthalstraße befindet sich ein Quartiersplatz.

Nutzungs-/Stufenkonzept Das Konzept stellt insgesamt auf eine Entwicklung in drei Phasen ab: In Phase 1 fungieren der Rückbau des Columbiadamms, die Entwicklung des Columbia-Forums und des Solar-Institutes zusammen mit dem Solarfeld als Impulsgeber und Starterprojekte. Außerdem wird das Columbia-Quartier durch das Herstellen von neuen und das Aufwerten von vorhandenen Wegeverbindungen geöffnet, an deren Ende sich am Ring-Boulevard Terrassen und Gangways als Aussichtspunkte befinden. Phase 2 dient vor allem der Entwicklung des Lilienthal-Quartiers und des Columbiaquartiers zwischen Columbiadamm und äußerer Flugfeldstraße. Das Solarfeld bleibt erhalten. In der letzten Entwicklungsphase wird das Solarfeld sukzessive bebaut. Ressourceneffizienz Das Gesamtkonzept stellt durch seinen Ansatz bestehendes weiter zu nutzen und neues prozesshaft unter ökologischen Gesichtspunkten aufzubauen die Ressourceneffizienz in den Vordergrund. Mit dem Solarfeld können Berlin und die Bundesrepublik Deutschland welt-

weit ein starkes Zeichen zur Förderung und zum Ausbau solarer Energie setzen. Eine weitere Grundlage bildet die solaroptimierte Ausrichtung der Baukörper, um die solaren Energiegewinne zu maximieren.

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Mertens / Kroitzsch, 1. Rundgang

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Leitidee Beiderseits des Columbiadamms und der neuen Lilienthalstraße wird ein weitgehend verkehrsberuhigter neuer Stadtteil entwickelt, der die Stadt über die neue Trasse der Lilienthalstraße gradlinig mit dem neuen Landschaftsraum verbindet. Gesamtkonzept Das städtebaulich-landschaftsplanerische Konzept für das Wettbewerbsgebiet konzentriert sich auf den Entwurf eines neuen Wohnquartiers in Blockrandbebauung und ist in Entwicklungsvorstellungen für das gesamte Gelände des Tempelhofer Feldes eingebettet. Die denkmalgeschützten Gebäude Columbiakino und Columbiahalle werden freigestellt und erhalten eine Platzwand (rückwärtiger Baublock), die einen neuen Stadtraum zum Flughafengebäude hin formuliert. Die Bebauung in der Polizeikaserne wird entlang des Columbiadamms ergänzt. Der Columbiadamm wird neu gestaltet und soll durch begrünte Mittelstreifen das Überqueren und die Verbindung über die Straße erleichtern. Südlich des Sommerbades Neukölln

werden Kleingärten und Sportanlagen als Kompensation für die fortfallenden Anlagen im Lilienthal-Quartier angeboten. Konzept Kernbereich Die Bebauungsstruktur des neuen Columbia- und Lilienthal-Quartiers entsteht aus dem Leitbild der historischen europäischen Stadt und reagiert damit auf den Kontext der Umgebung. Auf beiden Seiten des Columbiadamms entstehen zwischen Züllichauer Straße und Ring-Boulevard geschlossene Blocks. Die Blocks sollen durchwegt werden können und bilden halböffentliche Räume. An den Schnittstellen bedeutender Wegebeziehungen befinden sich sowohl im Lilienthal- als auch im Columbia-Quartier Quartiersparks. Zum Tempelhofer Feld und entlang des Ring-Boulevards entstehen Freiflächen mit hohem Vegetationsanteil. Angedeutet sind hier u.a. parzellenartige Strukturen (Kleingärten). Der See am Ring-Boulevard dient der Speicherung des Regenwassers und als räumlicher Puffer zwischen Wohnquartier und öffentlicher Promenade.

Erschließung / Vernetzung Das Erschließungsraster des neuen Quartiers orientiert sich an den vorhandenen und historischen Wegebeziehungen sowie an den die Stadt verbindenden übergeordneten Achsen. Der neue Stadtteil soll weitestgehend verkehrsberuhigt sein. Die Gebäude erhalten Tiefgaragen. Ein Parkhaus stellt die Polizeikaserne vom ruhenden Verkehr frei, die zum Verbindungsfeld der Stadtteile wird. Der Platz an der Friesenstraße / Ecke Columbiadamm wird über eine neue Wegeverbindung über das Gelände der Polizeikaserne mit dem LilienthalQuartier verbunden. Die brach liegenden Verbindungswege von der Hasenheide zum LilienthalQuartier, von der Hasenheide entlang des Sommerbades Neukölln zum Tempelhofer Feld (neue Verbindung) und vom Columbiadamm entlang des Jahn-Sportparks zum Tempelhofer Feld (bestehende Verbindung) sollen ausgebaut werden. Die äußere Flugfeldstraße wird ebenfalls zu einer Grünverbindung entwikkelt. Perspektivisch werden die Grünbezüge weiter gestärkt: Von der Hasen-

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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heide über den Viktoriapark zum Park Gleisdreieck, vom Tempelhofer Feld zum Landwehr- und zum Teltowkanal. Nutzungs-/Stufenkonzept Die Bebauung der Blocks soll neuen Ansprüchen gerecht werden und unterschiedliche Wohn- und Arbeitsformen ermöglichen. Kindergärten sind familiennah in die Blocks integriert. Eine Grundschule kann im südöstlichen Baufeld platziert werden (Ring-Boulevard / Ecke verlängerte Lilienthalstraße). Die Erdgeschosszonen können publikumsorientiert genutzt werden. Entlang des Columbiadamms entstehen Einrichtungen für den täglichen Bedarf. Die Entwicklung des Plangebietes und seine Einfügung in den Berliner Stadtorganismus sollen auf der Basis einer dynamischen Masterplanung erfolgen. Unter Einbeziehung der Bürger und unter Berücksichtigung der aktuellen Marktsituation und der sich verändernden Bedürfnisse und Prioritäten sind die Planungsziele offen und flexibel an die sich verändernden Zukunftsbedingungen und Anforderungen anzupassen. 2009 soll das Areal durch die Bürger in Besitz genommen werden. An fol-

gende Pioniernutzungen ist gedacht: Festplatz und Freizeitpark, Sport, Spiel, Kultur, mobile Geschäfte, Volksfeste, Zirkus, Musik- und Theaterveranstaltungen, Autokino, Camping und Erholung, Ausbau des Ring-Boulevard zu einem Stadtteil verbindenden Weg, Ausbau der Verbindungswege. Der Zeitraum 2010-2015 dient dem Ausbau weiterer Pionier- und Zwischennutzungen sowie der Verlagerung des Regenrückhaltebeckens, der Kleingartenanlage und der Sportanlagen aus dem Lilienthal-Quartier auf das Tempelhofer Feld. Im Startjahr der IBA 2017 sollen die ersten experimentellen Wohnhausprojekte zwischen Columbiadamm und äußerer Flugfeldstraße sowie die Gebäude auf dem Gelände der Polizeikaserne und im Baufeld Columbiahalle realisiert werden. Die Zeit bis zum Jahr 2025 soll vor allem der Realisierung des LilienthalQuartiers und der Stärkung der übergeordneten Grünbezüge dienen. 2030 sind die Baumaßnahmen im Columbia-Quartier abgeschlossen. Ressourceneffizienz Das Columbiaquartier wird kompakt… angeordnet…Die Anordnung der Bau-

felder ist am Verlauf der Sonne orientiert. Die Gebäudeabstände gewährleisten auch im Dezember noch hohe solare Gewinne…Sonnenkollektoren und Solarzellen verbessern die Energiebilanz…Für das Quartier ist eine Reduzierung des MIV angestrebt. Der Ausbau von Fuß- und Radwegen sowie des ÖPNV sollen hierzu beitragen…Die Ableitung und Speicherung des Regenwassers erfolgt über Grabensysteme zum südlich gelegenen See.

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Pascolo / Pascolo, Auswahl für 2. Stufe

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Leitidee Loop Strategie Eine Fußgängerzone zwischen zwei Haltestellen. Urban Ec(h)o Gesamtkonzept Mit Loop Strategie wird die Kraft bezeichnet, die von dem Tempelhofer Feld nach außen wirkt Das Tempelhofer Feld wird in die Stadt integriert, wenn man es mit den bestehenden Verkehrsmitteln verbinden wird. Erster Schwerpunkt ist es, das Potential der U-Bahn auszunutzen. Anchor Point (AP) sind die Punkte bezeichnet, die am Ring-Boulevard des Tempelhofer Feldes der U-Bahn Haltestelle am nächsten liegt. Von diesen Anchor Points strömt das Urban Ec(h)o aus. Die Anchor Points sind zugleich Haltestelle einer Tram Linie, die den Ring-Boulevard befährt. Zwischen diesen Anchor Points und den U-Bahn Haltestellen entwickeln sich urbane Wohnquartiere (Urban Ec(h)o), die sehr lebendig und natürlich autofrei sind. Auf dem Ring-Boulevard befinden sich sechs solcher Anchor Points, zwei davon im nördlichen Wettbewerbsgebiet

Konzept Kernbereich Das nördliche Urban Ec(h)o entwickelt sich zwischen dem Ring-Boulevard und der U-Bahn Haltestelle Südstern. Im Lilienthal-Quartier entwickelt sich ein keilförmiger Block einzelner Wohnhäuser um das zentrale Regenwasser Sammelbecken. Die Bebauung schließt im Norden an die vorhandene Struktur der Lilienthalstraße an. Südlich des Columbiadamms schließt sich eine weitere keilförmig nach Süden zulaufende Bebauungsstruktur mit differenzierter innerer Dichte, Höfen, Gassen und Wasserbecken an. Beide Quartiere werden durch eine im Bereich der Lilienthalstraße verlaufende Verbindungsachse zusammengehalten, die mit einer Kette von Hochhäusern akzentuiert wird. Die Spitze des Columbia-Quartiers mit einem Hochhausensemble befindet sich südlich des Ring-Boulevards und damit außerhalb des Wettbewerbsgebietes. Ein weiteres Quartier entwickelt sich weiter östlich vom Ring-Boulevard nach Osten in Richtung Schillerpromenade.

Südlich des Garnison Friedhofes sind großflächig gerasterte Grünflächen dargestellt.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Erschließungs- und Entwicklungskonzept ausgehend von vorhandener U-Bahnstruktur und dem Ring-Boulevard mit der Tram-Linie. Zwischen der U-Bahn Station und dem Anchor Point auf dem Ring-Boulevard entwickelt sich ein lebendiges Stadtquartier. Eine Fußgängerzone zwischen zwei Haltestellen. Nutzungs- / Stufenkonzept Am Anfang ist nur reine Landschaft, aber während der Vorbereitung der Bebauung kann es Gelegenheit für Freizeitaktivitäten geben. Zwischennutzungen mit Quartiersfest, Märkten, Ausstellungen. Hybrides Wohnen. Innovative Wohnformen an der zentralen Achse mit neuen Gebäuden unterschiedlicher Typologien, für Studenten, junge Paare, Singles, Pendler, die gerne experimentell wohnen und kein Auto brauchen. Im EG sind Räume für Zwischennutzungen vorgesehen arbeiten, lernen. Feste organisieren. Die eher traditionellen Wohnformen entwickeln sich am Rand des Quartiers, ein eher ruhiges Gebiet, ist zur

Landschaft orientiert. Dargestellte Entwicklungsphasen: 2010/15: Zwischennutzungen mit ersten innovativen Wohnformen. 2020/25: Erweiterung dieser Wohnformen. 2035/40: Erweiterung des Wohnens; zusätzliche Nutzungen (Markt, Ausstellung, Quartiersfest). 2040/45: Komplettierung mit traditionellen Wohnformen die zum Landschaftsraum orientiert sind; Dienstleistungen wie Läden usw. Ressourceneffizienz Es finden sich keine Aussagen zur Ressourceneffizienz.

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hdm / Office of landscape Morphology, 1. Rundgang

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Leitidee Tempelhofer Felder / grüne Arterie. Gesamtkonzept Das städtebaulich- landschaftgestalterische Konzept stellt die zukünftige Tempelhofer Parklandschaft in den Zusammenhang der gesamtstädtischen Situation bezüglich einer partiellen Annäherung der vorhandenen Freiflächen und des nicht motorisierten Wegenetzes, und entwickelt die Grüne Arterie als Belebung der Tempelhofer Parklandschaft - Knotenpunkt inmitten des nicht motorisierten Wegesystems. Die Grüne Arterie verläuft von West nach Ost durch das Wettbewerbsgebiet mit Abzweigungen nach Nordosten (Lilienthalstraße und Hasenheide) und tangiert vorhandene Bauten (Umnutzung/Aktivierung) Konzept sieht vor, auf der Basis der Konstanten eine Landschaft entstehen zu lassen, die Qualitäten des Ruralen mit dem Urbanen vereint. Kein klassischer Park, sondern aufgeteilte Felder, die mit unterschiedlichen Funktionen in unterschiedlichen Zeitabschnitten bespielt werden. Agrar- Sport-, Freizeitflächen. Bei Nachfrage Bauland für Genossen-

schaften, Baugruppen oder Investoren für Mehrfamilienhäuser, Stadtvillen, Townhouses oder Mikrohäuser. Der Teilbereich Columbiahalle soll durch das Gebäude einer Musikschule ergänzt werden. Konzept Kernbereich Kennzeichnend für das Konzept ist die Aufteilung des Gebietes in Nutzungsbereiche mit unterschiedlichen Feldern, die wiederum in Parzellen aufgeteilt werden, die sich in Baufenster mit unterschiedlichen Bautypologien entwickeln können. Nördlich des Columbiadamms werden die Teilbereiche Lilienthal-Quartier und TiB-Sportgelände zu einem Sportund Freizeitbereich zusammen gelegt, in dessen Randbereich nach Norden hin Wohnungsbau vorgesehen ist. Die Lilienthalstraße endet an der verlängerten Züllichauer Straße und wird als Fahrradweg nach Süden fortgesetzt. Im Osten entlang der Hasenheide wird die neue Jack-Bennett-Straße vorgesehen. Das Columbia-Quartier wird im Westen von der neuen Gail-HalvorsenStraße erschlossen, die auf den RingBoulevard führt, der nach Osten mit der Herfurthstraße verbunden wird.

Zentrales Element des Quartiers ist die grüne Arterie als Teil des Radwegenetzes. Die Einteilung der Felder führt zu Einkaufläden am Columbiadamm und differenzierten Wohnformen im südlichen Bereich entlang des Ring-Boulevards.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Berlin als grüne Fahrradstadt. Die Grüne Arterie als zugrunde liegendes Erschließungskonzept für das Wettbewerbsgebiet, eine Fahrrad Kulturroute zwischen Tiergarten und Tempelhofer Feld. Der Kernbereich wird mit zwei neuen Straßen angebunden. Nutzungs- / Stufenkonzept Prozessualer Städtebau bedeutet, eine Dialektik zwischen Konstanten und Variablen zu entwickeln. Konstanten: Straßen, Wege, Wasser usw. Variablen: Felder, Parzellen, Baufenster. Jedes Feld soll für vier Jahre verpachtet oder direkt verkauft werden. Pioniernutzungen: vorhandene Gebäude werden umgenutzt als Cafe, Kunstgalerie, Tonstudio, Baumtopf, Sternwarte, Pferdegestüt, Belvedere usw. Zukunftsszenarien: Tempelhofer Felder bis 2012 als Zeit für Pioniernutzungen. Felder in Gemeinschaftsgärten, Schrebergärten, für Sportflächen usw. Tempelhofer Felder bis 2020 zeigt eine mögliche Verwandlung bestimmter

Felder in Bauland mit entsprechenden Haus Typologien. Im Zuge einer sanften Urbanisierung werden Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Supermärkte folgen. Tempelhofer Felder bis 2050 werden bei einem eintretenden Wachstum viele Felder in Bauland verwandelt sein. Die Tempelhofer Felder als Naturlandschaft bleiben bestehen. Ressourceneffizienz Wir nennen unser Energiekonzept 4Minus-Konzept, da es darauf abzielt, erstens die Klimaerwärmung lokal zu senken, zweitens den CO2- Ausschuss zu mindern, drittens weniger Energie in Anspruch zu nehmen und viertens weniger Abfall zu produzieren. Daher steht eine integrale Energieplanung im Zentrum unseres Projektes Tempelhofer Felder, die über klassische – insbesondere architektonische – Maßnahmen (Orientierung der Baukörper, Nutzung der Sonnenenergie, intensive Wärmedämmung usw) hinausgeht. Ziel ist es mit den Tempelhofer Feldern ein Ökosystem zu generieren, das nicht nur eine lokale Biodiversität produziert, sondern auch einen positiven Einfluss auf die Stadtatmosphäre ausübt und somit die

stadtplanerischen Grundlagen für die IBA und IGA schafft, deren Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit liegen wird.

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Schröder / Bauchplan, 1. Rundgang

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Leitidee Die Entwicklung Tempelhofs zu einem Zeitpunkt mit geringem Verwertungsdruck wird als Chance für einen ganz eigenen Prozess begriffen. Ein dynamisches Entwicklungskonzept mit der freien Mitte des Flugfeldes und der Entwicklung an den Rändern erscheint zielführend. Gesamtkonzept Vordringliches Ziel ist die Verdichtung der Stadtquartiere nördlich des Columbiadamms. Dabei werden vorhandene groß- und kleinmaßstäbliche Nutzungen und Infrastrukturen aufgegriffen und weiterentwickelt. Südlich des Columbiadamms werden in Ost-West-Richtung verlaufende Zonen (Pionierkrusten) angelegt. Das Flugfeld wird so lange wie möglich freigehalten. Es wird ein Heranwachsen der Stadt initiiert. Eine zukünftige bedarfsorientierte Entwicklung auf dem Columbia-Quartier sieht eine große Anzahl an kleinen, perforierten Blockstrukturen vor. Columbiahalle: Schließen der Straßenräume Schwiebusser Straße und Friesenstraße durch Blockstrukturen in Fortschreibung der nördlich angrenzenden Stadtstruktur. Als Nutzung ist

Mehrgenerationswohnen sowie Gewerbe- und Büronutzung vorgesehen. Polizeikaserne: Aufheben der Barrierewirkung durch blockinterne Wegeerschließung nach der zukünftigen Konversion des Areals. An der südwestlichen Blockecke wird als städtebaulicher Bezugspunkt ein Tempelhof Tower mit 20 Stockwerken vorgeschlagen. Konzept Kernbereich Die bauliche Entwicklung wird vor allem im Lilienthal-Quartier vorgenommen. Entlang der Züllichauer Straße und der Lilienthalstraße belegen 5geschossige Gebäudezeilen den Blockrand und umschließen damit dreiseitig eine geometrisch angelegte Wasserfläche (Liliensee, Sanierung und Weiterentwicklung des vorhandenen Rückhaltebeckens). An der westlichen Quartierskante bilden drei 4geschossige Punkthäuser den baulichen Abschluss des Lilienthal-Quartiers. Zwischen Hofanlage und Punkthäusern wird die vorhandene Nutzung der Kleingartenanlage beibehalten und durch die Möglichkeit der kleinteiligen Bebauung mit Wohnhäusern erweitert. Das Lilienthalquartier wird zusätzlich in Nord-Süd-Rich-

tung durch eine fußläufige Verbindung in Blockmitte erschlossen. Das Columbia-Quartier wird entlang des Columbiadamms mit einer doppelreihigen Baumallee gesäumt, dahinter schließt ein Bereich an der als wachsende und wandelnde Nutzungskruste gesehen wird.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Straßenverlauf: Die bestehende Straßenführung wird weitestgehend übernommen. Es werden sechs, von Baumzeilen begleitete Fußgängerverbindungen (Tempelhofer Feld-Wege) vom Columbiadamm auf das Flugfeldgelände vorgesehen (incl. Friedhofspfad). Ein Verkehrskonzept für die Bauphase drei (Blockstrukturen auf dem Columbia-Quartier) ist nicht dargestellt oder beschrieben. Das Areal im Süden von Friedhof und Sommerbad wird durch eine neue fußläufige Wegeverbindung zwischen den beiden o.g. Nutzungen hindurch an den Columbiadamm angebunden. Nutzungs- / Stufenkonzept Die südlichen und südöstlichen Teilflächen des Columbia-Quartiers werden zuerst vollständig von Bebauung freigehalten, sollte Bedarf bestehen ist eine weitgehende Ausnutzung des Columbia-Quartiers vorgesehen. Eine lokale Koordination vergibt Parzellen an Pioniernutzungen und regelt die Entwicklung. Diese Nutzungen sind an ein System von temporären Pionierpfaden angelagert.

Die städtebauliche Entwicklung ist in drei Phasen unterteilt. 1. Phase: Wegeverbindungen ermöglichen eine Annäherung der umliegenden Quartiere ans Tempelhofer Feld. Zwischennutzungen im leerstehenden Bestand dienen als Sprungbrett. 2. Phase: Bauliche Verdichtung der Baufelder nördlich des Columbiadamms. Durch Nachverdichtung aus den Stadtquartieren heraus entstehen dichte Randbebauungen. Dynamische Pionierkrusten werden parallel zum Columbiadamm vorgesehen. 3. Phase: Eine Verstetigung der temporären Strukturen wird vorgeschlagen. Ressourceneffizienz Bestehende Infrastrukturen werden zwischen- und neu genutzt (Pioniernutzungen). Ansonsten keine weiterführenden Aussagen zur Ressourceneffizienz.

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Hassenstein + Pfadt / Bunk, 2. Rundgang

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Leitidee Die langfristige Eingliederung in den gesamtstädtischen Zusammenhang wird durch ein Grundgerüst hergestellt, das über den Entwicklungszeitraum flexible Entwicklungskorridore bildet Die Quartiere werden über ein inneres Wegenetz erschlossen und sind nach außen zur Landschaft orientiert. Diese Umkehrung der berlinischen Blockrandstruktur schafft eine spezifische stadträumliche Erscheinung ohne im Einzelnen Städtebau und Architektur vorzubestimmen. Gesamtkonzept Quartiere als Inseln im Landschaftraum. Auf dem Tempelhofer Feld werden zwischen Ring-Boulevard und Columbiadamm zehn eigenständige Baufelder ausgewiesen die eine 1-2geschossige Bebauung vorsehen (geringe bauliche Dichte, hohe Freiraumqualität). Die Erschließung der Baufelder von innen heraus lässt nach außen landschaftlich eingebundene, suburbane Siedlungssstrukturen entstehen. Nördlich des Columbiadamms werden die bestehenden Quartiere verdichtet und das Lilienthalquartier mit einer

4geschossigen Struktur aus Stadtvillen bebaut. Im Bereich des Neuköllner-Stadtquartiers werden Stadtvillen im Übergang zum Tempelhofer Feld vor eine Reihe mit Blöcken positioniert, deren Form aus der östlich anliegenden Blockstruktur abgeleitet ist. Columbiahalle: Schließen. der Blokkecken durch zwei Blockstrukturen, die Columbiahallen werden als solitäre Gebäude herausgestellt. Am südlichen Ende der Friesenstraße wird ein Stadtplatz entwickelt der Columbiahallen mit der Polizeikaserne und dem Vorfeld des Flughafengebäudes verbindet. vorgesehen. Polizeikaserne: Aufheben der Barrierewirkung durch blockinterne Wegeerschließung nach der zukünftigen Verlagerung der polizeilichen Nutzung. Die südliche Reihe der solitären Gebäude wird ergänzt und aus dem Block herausgelöst. Der Blockinnenbereich wird durch Townhouses verdichtet. TiP – Sportgelände: zwei große Gebäudevolumen werden entlang Lilienthalstraße positioniert.

Konzept Kernbereich Im Columbia-Quartier werden ein- bis zweigeschossige Bebauungsfelder als Inseln im Park entwickelt. Sie liegen zwischen Ring-Boulevard und Columbiadamm und umlagern einen organisch gestalteten See der die Funktion des Regenrückhaltebeckens übernimmt. Dieses schmale Gewässer gliedert durch seine starke Ost-WestAusrichtung das Columbia-Quartier. Diese Grobgliederung wird überlagert durch Erschließungsstraßen in Nord-Süd-Richtung und 2 sich vom Tempelhofer Feld zum Südstern erstreckende, landschaftlich gestaltete Wegeverbindungen (Freiraumachsen). Diese Achsen verzahnen die Quartiere. in Nord-Südrichtung. Das Lilienthal-Quartier wird mit 24 freistehenden 4geschossigen Stadtvillen bebaut und über ein dichtes Netz an Fußgänger- und Radfahrerwegen vernetzt. Der Columbiadamm wird rere explizit ausgeformte querungen verlangsamt. des Heizwerks ist nicht tigt. durch mehFußgängerDer Erhalt berücksich-

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Straßenverlauf: Die bestehende Straßenführung wird weitgehend übernommen. Die Golßener Straße wird nach Süden über den Columbiadamm hinweg verlängert. Zwei weitere neue Straßen erschließen das ColumbiaQuartier. (Eine Stichstraße in Arealmitte, eine Straße umfährt im Süden den Friedhof und das Sommerbad und ist an die Oderstraße angebunden). Das Areal im Süden von Friedhof und Sommerbad wird durch eine neue Wegeverbindung zwischen den beiden o.g. Nutzungen hindurch an den Columbiadamm angebunden. Oderstraße wird nördlich an Columbiadamm angebunden Nutzungs- / Stufenkonzept Nutzungen: Es wird eine Mischung aus sich überlagernden Nutzungen vorgeschlagen. Das Angebot soll sich an unterschiedliche Investoren wenden (alternative Wohnformen / Townhouses / Gewerbe). Die städtebauliche Entwicklung ist in Zeitfenster unterteilt. Zeitfenster 2009: Öffnen des Wiesenmeeres und Herstellen von Zugängen durch Anlage der Freiraumachsen. Einrichtung eines Kuratoriums zur

Durchführung von verträglichen Veranstaltungen. Zeitfenster 2012: Verlegen des Regenrückhaltebeckens und Erweiterung von Friedhof und Sommerbad nach Süden. Zeitfenster 2017: Durchführung IBA und IGA. Erste Baugebiete werden als beispielhafte energie- und ressourcenschonende Siedlungen bebaut. Verlagerung von vorhandenen Nutzungen (Kleingärten, Sportflächen) an den Nordrand des Flugfeldes. Zeitfenster 2030: Bauliche Verdichtung im Bereich Columbiahalle und Polizeikaserne nach Konversion in ein innerstädtisches Wohn und Mischgebiet. Ressourceneffizienz Textliche Erwähnung des Einsatzes von Regenwassermanagement (Regen- und Grauwassernutzung) und Dachbegrünung sowie Einsatz erneuerbarer Energien (Solarenergie: Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen der Neubauten und der bestehenden Flughafengebäude) und Bau von dezentralen Blockheizkraftwerken.

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Josephy / Fontana, Auswahl für 2. Stufe

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Leitidee Columbiahain, so nennen wir die neue Berliner Freizeitlandschaft, die über ein erweitertes, feinmaschiges System von Fußwegen über den bestehenden Grünraum hinaus die benachbarten Berliner Kieze mit der weit offenen Landschaft des Tempelhofer Feldes vernetzt und erschließt. Gesamtkonzept Die drei prägenden Elemente des Entwurfs sind der Columbiadamm als verbindende Achse, ein weitläufiger bewaldeter Grünraum der eine Kante zum offenen Flugfeld ausbildet und ein aus der Grünfläche ragender Stadtkörper. Neben der Entwicklung eines neuen Quartiers ist das Ziel des Entwurfs, die Barrierewirkung vorhandener Grün- und Freiräume nördlich des Flugfeldes aufzuheben, und einen zusammenhängenden Freiraum zu schaffen, der die umgebenden Stadtbezirke mit dem Flugfeld verknüpft. Das Revier THF im Westen des Wettbewerbsgebietes ist ein neues Eventquartier für Berlin. Es schließt Teile des Flughafengebäudes, das Gebäude-Vorfeld und die gegenüberliegende Columbiahalle mit Kino ein. In der Vorzone der Hangare wird eine zusam-

menhänge Fläche zum Parken und für Open-Air-Veranstaltungen geschaffen. Ein Entwicklungsmanagement soll die Events (Partys, Messen, Festivals etc.) vorbereiten. Im rückwärtigen Bereich des Teilbereichs Columbiahalle entstehen zwei Blockrandbebauungen. Um Teilbereiche der benachbarten Polizeikaserne zu öffnen, sollen überflüssige Sicherheitsanlagen und Zäune zurückgebaut werden. Parallel zum Columbiadamm wird die vordere Bebauungsreihe der Polizeikaserne als öffentlicher Randbereich umfunktioniert. Entlang des Columbiadamms sollen neue Nutzungen angesiedelt werden. Eine unregelmäßig angelegte Allee bildet die angrenzende Vegetation ab und ermöglicht neue Durchblicke. Auf Höhe des TiB-Geländes wird ein Parkplatzstreifen angeboten, entlang des südlichen Randes der Hasenheide ist eine Fläche für Freizeitsport (Basketball, Rollhokey, Halfpipe) vorgesehen. Konzept Kernbereich Im Kernbereich entsteht die X-City. Das hochverdichtete Quartier inmitten des Grünraums soll als exemplarische Modellstadt des 21. Jahrhunderts entwickelt werden, und in Bezug

auf deren Architektur, Nutzungen wie auch städtebauliche Methodik zukunftsweisend sein. Auf ca. 6 ha sind mindestens 2000 Wohneinheiten mit öffentlichen Nutzungen in den Erdgeschossen vorgesehen. Mit dem neuen Stadtquartier soll sich ein prägnantes Element in der Stadtsilhouette heraus bilden. Die Freiflächen und Funktionen westlich und östlich der geplanten Bebauung (der Sportplatz, die Kleingärten, das Heizwerk, das TiB-Sportgelände) bleiben erhalten und werden als Teil des Columbiahains geöffnet, durchwegt und mit Bäumen bepflanzt. Entlang des Ring-Boulevards ist die Entwicklung eines Waldsaums vorgesehen, der als Picknick-, Camping- und Badelandschaft entwickelt wird. Dazu werden weitere Grillplätze eingerichtet, Campingbetreiber gefunden, Wasserflächen angelegt und das Sommerbad erweitert. Das künftige Betriebskonzept des Waldsaums soll gewährleisten, dass die Flächen offen und durchlässig bleiben.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Der Columbiadamm stellt die zentrale Erschließungsachse des Gebietes dar. Die Kfz-Erschließung des neuen Quartiers erfolgt über eine Ringstraße, die im Norden an die Lilienthalstraße anknüpft. Das Columbia-Quartier ist darüber hinaus mit einer Reihe von Nord-Süd- und Ost-West-Wegen ausgestattet. Durch die Öffnung und Durchwegung der Friedhöfe, des TiB-Sportgeländes und des Sommerbads sollen die Barrierewirkung dieser Flächen zurückgenommen werden und vielfältige Anbindungen zwischen dem Tempelhofer Feld und den angrenzend Stadträumen entstehen. Nutzungs- / Stufenkonzept Die Entwicklung des Gebietes wird in kurz- mittel- und langfristigen Handlungsfeldern dargestellt. Kurzfristig werden die vorhandenen Freiflächen durch Öffnungen in Mauern und Zäunen mit dem Tempelhofer Feld verbunden. Für das neue Eventquartier wird ein Entwicklungsmanagement etabliert und für die künftige Parkkante entlang des Flugfeldes ein Betriebskonzept entwickelt. Mittelfristig setzt die Entwicklung des

neuen Quartiers ein. Außerdem ist die Durchführung von Events im neuen Revier THF, der Bau der rückwärtigen Blöcke im Bereich der Columbia-Halle, die Öffnung von Teilbreichen der Polizeikaserne und die Ausformulierung der Ränder am Columbiadamms vorgesehen. Während dieser Entwicklungsphase ist zudem der Ausbau des Wegenetzes in den vorhandenen Freiräumen, eine Aufforstung im Columbiahain und das Anlegen von Wasserflächen im Waldsaum geplant. Langfristig wird das neue Stadtgebiet vollständig realisiert und die Friedhöfe werden als Parks umgenutzt. Bis zur vollständigen Öffnung des Tempelhofer Feldes werden künstlerisch inszenierte Spaziergänge und Bustouren angeboten. Sie sollen das Potenzial der Flächen und die räumlichen und historischen Bezüge im Umfeld sichtbar machen. Ressourceneffizienz Als wichtigste Anforderungen an eine ressourceneffiziente Planung listen die Verfasser folgende Inhalte auf: Effizienter Umgang mit den natürlichen Ressourcen Energie, Wasser, Material und Fläche: Nachhaltige Strategien in den Bereichen Energiewirtschaft,

Wasserwirtschaft, ÖPNV, Abfallwirtschaft und Stoffstrommanagement. Aufbau bzw. aktive Förderung lokaler Netzwerke. Auf Projektebene ergeben sich daraus eine Vielzahl verfeinerter Kriterien in den Bereichen Technologie, Projekt- und Immobilienmanagement und Partizipation. Die Verfasser erläutern, dass das vorliegende Konzept den übergeordneten Kriterien einer nachhaltigen und ressourceneffizienten Planung entspricht, indem vorhandene Qualitäten mit einfachen Mitteln verstärkt und weitgehend auf die bauliche Erschließung des Tempelhofer Feldes verzichtet wird. Der Vorschlag lässt sich in Etappen realisieren und generiert keine unnötigen Sachzwänge.

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Tovatt Arklab / Paju , 1. Rundgang

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Leitidee Die Verfasser sind bestrebt eine Struktur zu schaffen, die sich langsam und frei entwickeln kann nach den Ansprüchen der Zeit. Ziel des Entwurfs ist es, einen nachhaltigen Stadtteil mit Mischnutzungen von hoher Qualität zu schaffen. Dabei sollen die Vorteile der städtebaulichen Entwicklung für alle Teile der Gesellschaft zugänglich sein. Gesamtkonzept Am Ende des Entwicklungsprozesses zeigen sich im Bereich des Kernbereiches mehrfach verwinkelte Blockstrukturen, die sich nach Süden in Einzelhausstrukturen auflösen. Im Westen des Wettbewerbsgebietes entsteht die Eventzone. Dort wird der Columbiadamm im Bereich des Gebäudevorfeldes verlegt, um den Bogen des Flughafengebäudes (Speerbogen) erlebbar zu machen und die Eventachse (s.u.) zu stärken. Die nördlich angrenzenden Flächen im Teilgebiet Columbiahalle und Polizeikaserne werden baulich ergänzt. Eine diagonale Wegeverbindung führt von der Schwiebusser Straße durch das Teilgebiet Columbiahalle zur Columbia-Promenade – einer neuen

Wegeverbindung nördlich des Columbiadamms. Die Promenade wird nach Osten bis zur Lilienthalstraße fortgesetzt und nördlich des TiB-Geländes in die Hasenheide geführt. Beidseitig der Lilienthalstraße entsteht zwischen Columbiadamm und Züllichauer Straße (auch im Teilgebiet des TiB-Sportgeländes) eine Randbebauung. Sie betont die Verbindung nach Norden zum Südstern. Entlang eines Streifens südlich der Hasenheide entsteht eine Parkrandbebauung. Konzept Kernbereich Kennzeichnend für den Kernbereich ist die Umgestaltung des Regenrückhaltebeckens in ein Kanal-Feuchtbiotop in Form eines Wasserkreuzes. Es verläuft westlich der Lilienthalstraße bis zum Flugfeld und entlang der Kanalstraße in Ost-West-Richtung. Im Lilienthal-Quartier bzw. beidseitig des Columbiadamms entsteht die dichteste Bebauung. Dort zeigen sich die Gebäude als mehrgeschossige, nach oben hin geöffnete und verschachtelte Strukturen. Nach Süden in Richtung Flugfeld nimmt die Bebauungsdichte ab. Dort entstehen 3-geschossige Bauherrenmodelle mit geschwunge-

nen und begrünten Dachstrukturen. Im Süden des Garnisonfriedhofs und Sommerbads sind Freiflächen und Sportnutzungen vorgesehen, an die sich eine Bebauung bis zum RingBoulevard anschließt. Südlich des Ring-Boulevards (außerhalb des WB-Gebietes) entsteht ein Übergang zwischen Parklandschaft und Stadt, als ein Strandbereich zwischen Land und Meer. Dort finden sich spezifische Angebote wie z.B. ein Ekopark, ein Erinnerungshain, Schrebergärten und Sportnutzungen. Der Erhalt des Heizwerkes wurde nicht berücksichtigt. Erschließung / Vernetzung Der Columbiadamm und die Lilienthalstraße werden als zentrale Achsen ausgebaut. Eine Kfz-Erschließung der neuen Quartiere ist über ein Straßennetz entlang der verwinkelten Blockränder möglich. Mit der Kanalstraße und der Columbia-Promenade (zwischen Columbiahalle und Lilienthalstraße) entstehen zwei Ost-West-Verbindungen nördlich und südlich des Columbiadamms. Die Kanalstraße, die sich aus dem Ring-Boulevard entwickelt, knüpft im Osten an die Herrfurthstraße und im Westen an das Ge-

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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bäude-Vorfeld an. Die Golßenerstraße wird nördlich des Columbiadamms begradigt und nach Süden fortgesetzt. Im Teilgebiet Columbiahalle entsteht eine neue diagonale Verbindung, die die Columbia-Promenade mit dem Bergmannkiez verbindet. Baumreihen betonen die wichtigsten Straßenzüge und Promenaden. Vom Gebäude-Vorfeld ist eine direkte fußläufige Anbindung zum Flugfeld durch das Flughafengebäude hindurch vorgesehen. Insgesamt sollen zu den angrenzenden Stadtgebieten und den vorhandenen Freiräumen möglichst viele attraktive Fuß- und Radwege hergestellt werden. Nutzungs- / Stufenkonzept Die prozessuale Entwicklung beginnt damit, das Flugfeld zu öffnen und erlebbar zu machen. Dies geschieht über die Schaffung von Anbindungen und Attraktionen auf dem Flugfeld (z.T. außerhalb des WB-Gebietes). Eine Eventachse macht das Flughafenvorfeld zugänglich. Eine urbane bzw. historische Achse öffnet das Biotop Flughafenfeld als Naherholungsgebiet. Die geistig-religiöse Achse schafft Verbindungen zwischen vorhandenen Kirchen und Moscheen und

führt über eine Öffnung in der südlichen Friedhofsmauer zu einem religionsfreien Erinnerungshain. Über eine Aktivitäts- und Sportachse wird eine Verbindung zwischen der Hasenheide und dem Flugfeld geschaffen, für eine frühe Etablierung des Flugfeldes als Sportfeld. Während der zweiten Entwicklungsphase beginnt die Wohnbebauung südlich der neuen Kanalstraße - in Form von Bauherrenmodellen. Ein Teil des Flugfeldes wird als Biotop gestaltet und über einen Grünraumfinger eine Nord-Süd-Verbindung geschaffen. In der dritten Phase entsteht die Bebauung nördlich der Kanalstraße und entlang des Columbiadamms. Die Verbindung nach Norden zum Südstern wird durch die Neubebauung betont. Vorhandene Schrebergärten werden in die Randzone des Flugfeldes verlagert. Das Regenrückhaltebecken wird als Kanal-Feuchtbiotop entlang der Lilienthal- und Kanalstraße gestaltet. In der vierten Phase wird die Eventzone um die Columbiahalle ausgebaut. Der Columbiadamm wird im Bereich des Gebäudevorfeldes umgelegt.

Das Teilgebiet Polizeikaserne und der Bereich südlich der Hasenheide werden baulich ergänzt. Ressourceneffizienz Ziel des Entwurfs ist die Auswirkungen der städtebaulichen Entwicklung auf die Umwelt zu minimieren. Dies geschieht durch sensible Platzierung, ein durchdachtes Layout der Entwicklung … mit einer effizienten Nutzung der Grundstücke … und durch die Förderung von Standards für eine ökologische, nachhaltige Bauweise. Auch sollen Maßnahmen ergriffen werden, die die Nutzung des Autos reduziert, wie z.B. die Bereitstellung von attraktiven Fuß- und Radwegen zu den angrenzenden Stadtteilen oder eine Etablierung der notwendigen sozialen Infrastruktur.

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Cityförster / jbbug, 2. Rundgang

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Leitidee Dieses Projekt schlägt eine pragmatische, flexible und somit robuste Strategie vor, die sich aus drei sich zeitlich gegeneinander verschiebenden Entwicklungskomponenten zusammensetzt: Konzentrieren – Intensivieren – Manifestieren. Gesamtkonzept Ziel des Konzepts ist die bauliche Entwicklung des Lilienthal-Quartiers, des anschließenden TiB-Sportgeländes sowie der südlich folgenden Bereiche des Columbia-Quartiers bis zur Südostgrenze des Friedhofes. Zwischen Flughafengebäude und Baufeldern gewährleistet ein Korridor von Revisionsflächen die räumliche Verbindung zur Parklandschaft. Die Strategie des Konzentrierens, Intensivierens und Manifestierens beginnt mit dem räumlichen Definieren der Baufelder durch verschiedene einfache Maßnahmen. Aus der unmittelbaren Umgebung wird hierzu das Prinzip der Abgrenzung übernommen. Den Verfassern ist wichtig, dass das Konzept Spielraum für verschiedene Entwicklungen lässt und zugleich für

die Verfügbarkeit von Potentialflächen sorgt. Die Strategie soll elastisch reagieren können. Das Projekt ist allzeit vollkommen und wächst zugleich immer weiter. Die identitätsstiftende Qualität der ehemaligen Flugplatznutzung vorausgesetzt, wird über das Gestaltungsmittel Landschaft ... eine Aneignung und emotionale Zugänglichkeit erleichtert. Die Columbiaquartier Governance Organisation (CGO) setzt sich mit sinnvollen Pionierund Zwischennutzungen sowie Partizipationsmöglichkeiten auseinander. Der Bereich Columbiahalle erfährt Ergänzungen seiner Bebauung auf der West- und Südseite. Konzept Kernbereich Die Entwicklungsziele für den Kernbereich werden im Abschnitt zum Nutzungs- und Stufenkonzept erläutert.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Zentrale Erschließungsachse für die Wohnquartiere wird die bis zum RingBoulevard verlängerte Lilienthalstraße. Ein differenziertes Netz ergibt sich durch Beibehaltung bestehender und zusätzlicher, sich aus der Blockstruktur ergebender Straßen. Die vorhandene äußere Flugfeldstraße bleibt erhalten. Auch der RingBoulevard wird zur Straße ausgebaut. Zwischen Friedhof und Sommerbad entsteht eine Anbindung der neuen Sportbereiche an den Columbiadamm. Nutzungs- / Stufenkonzept Die erste Phase des Konzentrierens bedeutet für den Kernbereich eine Ausgrenzung von Flächen (jetzt Pionierfelder, später Baufelder) durch landschaftlich-raumbildende Maßnamen. Die begrenzenden Pionierränder können durch Mauern, Zäune, Hekken oder raumbildende Pflanzungen (Mais, Chinaschilf, Hanf, Hopfen etc.) gebildet werden und sind mit Wasserund Stromanschlüssen versehen. Die Definition und Bereitstellung der Pionierränder dient der Aktivierung des öffentlichen Raums. In Fortset-

zung der Bänder entsteht eine Aktivitätszone entlang der südlichen Hasenheide. Die folgende Phase des Intensivierens ist durch die landwirtschaftliche Nutzung der Pionierränder und Pionierfelder geprägt. Pionier- und Zwischennutzer übernehmen ihre Pflege und machen das Quartier zum Ort. In den Pionierfeldern entstehen Grünflächen und wirken raumbildend. In die Pionierränder werden erste bauliche Setzungen integriert. In der letzten Phase erfolgt die schrittweise bauliche Manifestierung des gewachsenen Beziehungsgeflechtes. Eine allmähliche Inanspruchnahme der Baufelder schafft neue Lebensund Arbeitsräume. Die meisten Baufelder werden als Blockstrukturen konzipiert. Nur zu den Revisionsflächen und der Hasenheide hin sehen die Verfasser offene Höfe vor. In dieser Phase werden Grünflächen und Boulevards ausgebaut. An Stelle der Sportbereiche, die spätestens in dieser Phase überbaut werden, entstehen südlich von Sommerbad Neukölln und Jahn-Sportgelände neue Spielfelder für unterschiedliche Sportarten.

Das Gesamtkonzept (Maßstab 1 : 2000) zeigt eine Überlagerung von Pioniernutzungen und der angestrebten Endphase der Bebauung. Ressourceneffizienz Für den Fall einer geringen Bebauungsdichte betonen die Verfasser die entstehende Biodiversität, für den Fall einer intensiven Bebauung deren angestrebte Dichte. Regen-, Grau- und Schwarzwasser werden über Pflanzenkläranlagen in den Revisionsflächen geklärt und versickert bzw. verdunstet. Eine Ost-West-Ausrichtung der Gebäude maximiert die nach Süden ausgerichtete Fassadenfläche und begünstigt die Energiegewinnung durch Photovoltaikanlagen. Schließlich setzt sich das Konzept auch mit Stoffkreisläufen auseinander.

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BGSV / BGSV, 1. Rundgang

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Leitidee Mit dem Ausgangspunkt des Columbiadamms als Rückgrat einer Gebietsentwicklung zerfällt die Aufgabe für das Columbiaquartier eigentlich in zwei Teilaufgaben: die vor der Hand liegende Arrondierung der städtischen Kante von Kreuzberg im Westen bzw. der Formulierung einer städtischen Kante von Neukölln im Osten des Plangebiets und der Erfindung eines Bindeglieds im zentralen Bereich des Plangebiets – dem eigentlichen Columbiaquartier. Gesamtkonzept Unter dem Begriff first things first entwickeln die Verfasser ein Konzept für eine graduelle Transformation. Vorgeschlagen wird die Inventarisierung von Bauplätzen auf Baublockniveau, um die Formulierung der Stadtkanten zu realisieren. Im Bereich Polizeikaserne erfolgt eine Schließung der Lücken am Columbiadamm. Der Bereich Columbiahalle wird zum Quartiersplatz transformiert. Die Stadtkante Neuköllns wird nach Westen durch neue Blockstrukturen erweitert (teilweise außerhalb Wettbewerbsgebiet). Die Erhaltung

von Jahn-Sporthalle und -gelände wird dabei nicht berücksichtigt. Um Konditionen für eine städtische Entwicklung des Columbiaquartiers zu schaffen wird eine intermediäre Struktur geschaffen, die für unbestimmte Zeit als Vermittler zwischen den angrenzenden Strukturen liegt. Zwei Vorinvestitionen bereiten die Transformation dieses Mittelteils vor: Zum einen wird das Wasserrückhaltebecken durch einen Retentionsgraben ersetzt, der ein rechteckiges Quartier östlich des Flughafengebäudes definiert. Weitere Maßnahme ist die Etablierung eines Netzes von Sicht- und Wegebeziehungen, das aus der Raumsituation entwickelt wird und sich in Achsen und Alleen manifestiert. Konzept Kernbereich Im Lilienthal-Quartier wird ein Fächer von Achsen aus der abknickenden Führung von Züllichauer und Lilienthalstraße entwickelt. Eine dieser Achsen führt weit in die Parklandschaft Tempelhof, wo sie sich mit einer mehrreihigen Allee in der Mittelachse des Flughafengebäudes trifft. Auch der Columbiadamm erhält an seinem Knick eine gerade fortgeführ-

te Abzweigung. Im Columbia-Quartier bilden Columbiadamm und eine nordwestorientierte Abzweigung des RingBoulevards weitere Achsen. Die östlichen Teile des Kernbereichs bleiben mit Ausnahme der nach Westen vorgeschobenen Stadtkante Neuköllns als Freiflächen erhalten. Der Ring-Boulevard wird als Allee ausgebildet.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Die Erschließung erfolgt bedarfsweise durch die neu geschaffenen Achsen und bestehende Straßen, soweit sie erhalten bleiben. Dies trifft auf die Lilienthal- und die Züllichauer Straße zu, die allerdings als gerade Achse auf den Columbiadamm trifft. Der Ring-Boulevard wird an der neuen Stadtkante Neuköllns als kreisförmiger Platz ausgebildet. Die Alleen dienen auch der räumlichen Vernetzung von Landschaftsräumen und Stadtquartieren. Nutzungs- / Stufenkonzept Für die Verfasser ist zunächst eine Vielzahl von Zwischennutzungen für die intermediäre Zone der rechtekkigen Raumfigur denkbar, etwa als Großparkplatz bei Events, (Jahr)markt, Trödelmarkt, Automarkt, Kirmes oder Freiluftgalerie für Großplastiken. Zwischen den einzelnen zeitlich begrenzten Nutzungen lädt die Fläche ein als weltgrößter botanischer Garten für Ruderalvegetation. Hier kann zwischenzeitlich die IGA 2017 stattfinden, aber auch eine Erweiterung des TiB-Geländes oder die Berliner Dependance des Institut du monde arab ihren Platz finden.

Für eine mögliche Bebauung der intermediären Struktur können sich die Verfasser drei Szenarien vorstellen Die beiden ersten sind die Integration der bereits vorhandenen neuen Nutzungen in eine großmaßstäbliche Überbauung des Feldes oder die Auffüllung der Struktur mit traditionellen Berliner Baublöcken. Das letzte Szenario geht davon aus, dass das zwischen Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof entstandene Grüngebiet so an Qualität gewonnen hat, dass die Nachfrage nach hochwertigen Einfamilienhäusern in Stadtlage nur durch die Entwicklung es Quartiers zur Parksiedlung zu beantworten ist. Mögliche Entwicklungsphasen sind für die Verfasser die Etablierung der Zwischenlandschaft mit Wassergraben und Achsensystem (T=1), die Arrondierung der Stadtkanten (T=2) und die Bebauung des Columbiaquartiers (T=3). Ressourceneffizienz Betont werden die Kompaktheit der städtebaulichen Struktur und die Vermeidung energieintensiver Erschließungsstrukturen sowie die Nutzung der Regenwasserretentionsstruktur

als Kaltluftgenerator für das Columbiaquartier. Schließlich wird noch der Einsatz alternativer Energiekonzepte wie Wärme- und Kältepumpen vorgesehen.

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Zapf Baukunst / –, nicht zugelassen

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Leitidee Das Projekt – ein Air-Business-Park für das Stadtzentrum von Berlin – wird einer der größten Gebäudekomplexe der Welt im Herzen einer Stadt wie Berlin. Gesamtkonzept Der Entwurf schlägt vor, die bestehende Gebäudestruktur des Flughafens Tempelhof mit einer 3.000 m langen und einer weiteren, 1.500 m langen Bebauungsstruktur zu ergänzen. Im Norden begleitet eine mäanderförmige Baustruktur, die bis in das Stadtquartier Neukölln geführt wird, die Rundform des Areals. Diese Bebauungsstruktur wird auch für das Stadtquartier Tempelhof im Süden vorgeschlagen. Punktuell werden Hochhäuser in die Mäanderform integriert und sorgen für eine weithin sichtbare Stadtsilhouette. Konzept Kernbereich Das Gebiet wird als in sich geschlossene Anlage auf dem bestehenden Flughafenareal entwickelt. Zum Columbiadamm hin öffnet sich die mäanderförmige Baustruktur. Das Lilienthal-Quartier wird von Bebauung freigehalten. Dargestellt sind vier Sportfelder.

Erschließung / Vernetzung Anbindungen an die bestehenden Stadtstrukturen werden nicht dargestellt, die vorgeschlagene Bebauung konzentriert sich auf die Qualitäten der grünen Mitte. Nutzungs- / Stufenkonzept Als Nutzungen für den Air-Business-Park werden Wohnen, Büros und Dienstleistungen, Krankenhaus, Hotel, ein Kongress-Zentrum sowie Sport- und Freizeitnutzungen, wie z.B. ein Golfplatz in der grünen Mitte vorgeschlagen. Die bestehenden Flughafengebäude sollen modernisiert und in das Konzept integriert werden. Zu einer phasenweisen Entwicklung des Areals werden keine Angaben gemacht. Ressourceneffizienz Es werden keine Angaben zur Ressourceneffizienz gemacht.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Stadtlandprojekte / Helbig, nicht zugelassen

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Keine Pläne eingereicht

Der vorgelegte Beitrag beinhaltet ein Konzeptpapier, planerische Darstellungen fehlen. Leitidee Ziel ist eine nachhaltige Stadtentwicklung unter besonderer Berücksichtung der Klimaneutralität und Autarkie des Areals in Hinblick auf Energie- und Wasserwirtschaft. Gleichzeitig sollen auf dem Areal Flächen für den primären, sekundären und tertiären Sektor überein gebracht werden. Gesamtkonzept Es soll ein Freiraumnetz angelegt werden, das im Norden über die Hasenheide bis zum Landwehrkanal und im Süden bis zum Teltowkanal führt. Bezogen auf das gesamte Tempelhofer Feld wird folgende Verteilung der Flächen abgestrebt: 30 % der Flächen sollen für Bebauung zur Verfügung stehen, davon sollen Wohnbauflächen für 1.000 Mehrfamilienhäuser mit Niedrigenergiestandard auf Grundstücksgrößen von 500 m2 ausgewiesen werden. Diese Bebauung versteht sich als zeitgemäße Interpretation des Gartenstadtgedankens. Weitere Flächen sollen für gewerbli-

che Infrastruktur und energieextensive Industrie ohne starke Immissionsbelastung für das Stadtquartier bereitgestellt werden. 30 % der Flächen sind als Naherholungs-, Freizeit und Parkflächen zu gestalten und weitere 30 % sollen als Mischwaldfläche mit einheimischen Baumarten aufgeforstet werden. 10 % der Flächen stehen für Straßen, Wege, Schienen und Stellplätze zur Verfügung. Konzept Kernbereich Im nordwestlichen Bereich, innerhalb und um das Flughafengebäude sollen gewerbliche Nutzungen und in Nähe zum vorhandenen Heizkraftwerk Industrie angesiedelt werden, im nordöstlichen Bereich sollen Einkaufsund Sporteinrichtungen geschaffen werden. Wohnen soll vorwiegend im Osten angesiedelt werden. Dazwischen sollen Parkflächen mit sukzessivem Übergang zu den Forstflächen in der Mitte des Areals geschaffen werden.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Keine Pläne eingereicht

Erschließung / Vernetzung Durch Errichtung eines S-Bahnhofes am Verlauf der Ringbahn im Süden des Areals und einer neuen U-Bahnlinie zwischen Tempelhof und Hermannplatz sowie einer Intensivierung des Busverkehrs soll eine verkehrsinfrastrukturelle Vernetzung mit dem vorhandenen ÖPNV-System erreicht werden. Es sollen Brücken gebildet werden zu anderen grünen Lungen Berlins, wie dem Volkspark Hasenheide, dem Treptower Park und dem Britzer Garten. Nutzungs- / Stufenkonzept Als erster Schritt einer prozessualen Entwicklung wird zunächst die Notwendigkeit beschrieben, die betonierten Flächen aufzubrechen. Vor einer Bebauung soll durch Bepflanzung und experimentelle Zwischennutzung der späteren Forst- und Grünflächen ein gesunder Boden geschaffen werden. Mittelfristig werden die Wohn- und Gewerbeflächen entwickelt sowie das bestehende Flughafengebäude saniert. Es werden zahlreiche Vorschläge zu unterschiedlichen Nutzungen, sowohl auf dem Areal als auch in den beste-

henden breitet:

Gebäudestrukturen,

unter-

Pioniernutzung als Sportzentrum, Museum zur Geschichte des Tempelhofer Feldes, Themenpark Luftfahrt, Ansiedlung von Kultur-, Medien- und Kreativwerkstätten, Schwimm- und Skatehalle, Speise- und Tanzlokale etc. Für das neue Wohnquartier mit 1.000 Mehrfamilienhäusern werden als Zielgruppe junge Familien der gehobenen Mittelschicht genannt. Um einer Segregation zu begegnen, sollen der Ausländeranteil sowie der Anteil einkommensschwacher Familien jeweils 15 % betragen und Angebote für ältere und für körperlich beeinträchtige Menschen geschaffen werden. Ressourceneffizienz Das Gebiet soll über ein ökologisches integratives Gesamtkonzept stadtklimatische Ausgleichsfunktionen übernehmen. Zur Energieversorgung sollen neue Techniken eingesetzt werden (Solarenergie, Holzpellet- oder Hackschnitzelheizung, Stromgewinnung durch Kraft-Wärme-Kopplung).

Es sollen Angebote zur Wasserversorgung z.B. durch Regenwassergewinnung und –aufbereitung geschaffen werden.

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SAB / SAB, 1. Rundgang

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Leitidee Integration einer Insel Stadtorgan von Berlin. Gesamtkonzept Durch die Umverlegung des Columbiadamms wird das Wettbewerbsgebiet neu strukturiert. Östlich des Flughafengebäudes erhält der Columbiadamm eine neue Trassenführung südlich des Garnisonsfriedhofs und des Sommerbades, die das Zusammenwachsen von Hasenheide und Tempelhofer Feld begünstigen soll (Dammbruch). Mittels Fußgängerbrücken wird der tiefer liegende neue Columbiadamm mehrfach gequert. Ausgehend von den Columbiahallen, die nördlich durch einen Zeilenbau gefasst werden, beginnt eine Ost-WestAchse, die durch den Polizeikasernenblock zum bisherigen Columbiadamm führt. Der Polizeikasernenblock soll eine kickoffzone / Katalysator für experimentelles Wohnen und Arbeiten sowie Freizeiteinrichtungen werden. (spätere Ansiedlung von Hochschuleinrichtungen vorgesehen). Die Sporthalle auf dem TiB-Gelände wird entlang einer neuen Nord-SüdAchse um 90° gedreht. in das

Das Jahnsportgelände mit den anschließenden Kleingärten wird überplant. Konzept Kernbereich Durch die Umverlegung des Columbiadamms soll ein zusammenhängender Grünbereich unter Integration des Sommerbades und des Garnisonsfriedhofs entstehen. Der ehemalige Columbiadamm – als Allee ausformuliert - soll Verteilerachse (strip) zwischen Hasenheide und neuer Bebauung sein. Diverse Pavillons mit Freizeit- und Erholungseinrichtungen werden auf seiner Nordseite angeordnet. Nördlich des alten Columbiadamms werden unter Einbeziehung des TiBGeländes Sportflächen zentriert (auch Neuanlage des Jahnsportplatzes). Zwischen alter und neuer Trasse entsteht eine Blockstruktur, deren NordWest-Ecke durch eine 8-geschosige Bebauung betont wird. Die Höhenentwicklung nimmt vom (neuen) Columbiadamm zur Hasenheide hin von 6 Geschossen auf 3 Geschosse ab. Im Columbia-Quartier entsteht ein Bebauungsband zwischen verlängerter Golßener Straße bis zum ehemaligen

Jahnsportplatz. Definiert durch das Wegenetz entstehen Blockstrukturen, die durch Promenaden und Plätze gegliedert werden. Die Blöcke weisen eine durchgängige Höhe von 6 Geschossen auf; punktuell bzw. straßenbegleitend ist eine Erhöhung auf 8 Geschosse vorgesehen. Im Blockinnern sind niedrigere Gebäude angeordnet. Zwei 8-geschossige Punkthäuser südlich des Friedhofs bilden eine Torsituation aus und gliedern die Bebauung in einen westlichen und östlichen Teil. Die Freiflächen des Sommerbades werden im Südosten verkleinert; Ersatzflächen sind im Südwesten vorgesehen. Der Erhalt des Heizkraftwerkes ist nicht vorgesehen.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Der Entwurf basiert auf der Umverlegung des Columbiadamms und dessen Ausbildung als Transitstraße in Ost-West-Richtung. Der Bestimmungsverkehr zu den nördlich gelegenen Blöcken erfolgt über die Friesenstraße durch den Polizeikasernenblock und den strip (alter Columbiadamm). Die südlichen Blöcke werden über die Verbindung von verlängerter Golßener Straße, Ring-Boulevard und Herfurthstraße erschlossen. Hiervon gehen jeweils die quartiersinternen Straßen zur Erschließung der Blöcke ab (auch Zufahrt zu den vorgesehenen Tiefgaragen). Ein differenziertes Fußgänger- und Radwegenetz unter Einbeziehung der verlegten Lilienthalstraße, die ebenso wie zwei weitere Nord-Süd-Verbindungen über die Fußgängerbrücken bis zum Ring-Boulevard geführt wird, stellen fußläufige Verbindungen vom Südstern und von der Hasenheide zum Tempelhofer Feld her. Die Friesenstraße wird nicht mehr zum Columbiadamm geführt.

Nutzungs- / Stufenkonzept Das Konzept geht von 4 Phasen über einen Zeitraum von 20 Jahren aus: Zunächst soll der Bereich nördlich des existierenden Columbiadamms durch die Anlage eines creative campus an der Columbiahalle sowie die Katalysator-Wirkung der experimentellen Wohn- und Arbeitsformen des Polizeikasernenblocks aufgewertet werden. Der Jahnsportplatz wird in den Sportkomplex nördlich des Columbiadamms verlegt. In der 2 Phase soll die westliche Bebauung, die für Wohnnutzung vorgesehen ist, errichtet werden. Eine Trasse für den zukünftigen Columbiadamm wird freigehalten. In der 3. Phase wird die östliche Wohnbebauung ergänzt. Langfristig sollen die Pavillons / Freizeiteinrichtungen am strip (ehemaliger Columbiadamm) entstehen. Ressourceneffizienz Es finden sich keine Angaben zur Ressourceneffizienz.

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Bodamer / B2, 2. Rundgang

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Leitidee Stadt Zellen Ausgehend vom prägnanten Oval des Tempelhofer Feldes bilden sich grüne Zellen und Stadtzellen als Impulse für die Entwicklung des gesamten Tempelhofer Feldes. Gesamtkonzept Das Tempelhofer Feld wird in Ergänzung zu den Landebahnen mit einem linearen Wegenetz durchzogen, das Nord-Süd-Bezüge herstellt. Ein grüner Rahmen (Kiefernhain) wird als Begrenzung um den Ring-Boulevard angelegt, in den nach und nach die baulichen Entwicklungsbereiche von Tempelhofer Damm nach Südosten, im Neuköllner Quartier sowie am Columbiadamm eingefügt werden. Die Entwicklung beginnt mit den Stadtzellen sowie den Grünzellen. Die Stadtzellen werden an bestehende Strukturen angedockt. Die Grünzellen werden als definierte Orte besonderer Gestaltung in den Kiefernhain bzw. das Tempelhofer Feld eingefügt. Die Columbiahallen werden durch ein Punkthaus an der Ecke Friesenstraße / Columbiadamm sowie einen durchlässigen Block im Norden ergänzt.

Konzept Kernbereich Das Columbia-Quartier entwickelt sich als Überlagerung von Kiefernhain, Stadt- und Grünzellen und der Bebauungsstruktur. Diese besteht aus fächerartig angeordneten Baufeldern im Wechsel mit Grünachsen. Die Baufelder werden mit in Nord-SüdRichtung verlaufenden Zeilenbauten und Punkthäusern bebaut und ziehen sich bis zum Neuköllner Quartier. Die Stadtzellen an bestehenden Strukturen sind wie die Grünzellen (gestaltete Freiflächen z.B. Blütenhain) als Einschlüsse unregelmäßig in dieser Struktur angeordnet Im Lilienthal-Quartier setzen sich die Grünräume und die Baufelder mit veränderter Gebäudetypologie fort. Am Columbiadamm sind Zeilenbauten angeordnet, die nördlich durch Blockstrukturen abgelöst werden Zwischen der Nord-Süd-Wegeachse und der verlängerten Lilienthalstraße wird die Grünachse über den Columbiadamm hinweg weitergeführt.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Zwei Nord-Süd-Wegeachsen durchqueren das gesamte Tempelhofer Feld: die westliche beginnt an der Zülichauer Straße (parallel zur Lilienthalstraße), die zweite liegt zwischen dem Friedhof und dem Sommerbad. Als fußläufige Wegeverbindung wird diese Achse von der Hasenheide bis an den Ring-Boulevard geführt. Dieser schließt das gesamte Gebiet zusammen. Quartiersinterne Erschließungsstraßen sind entlang und in den Baufeldern vorgesehen Nutzungs- / Stufenkonzept Es sind 3 Zeitebenen vorgesehen. Im ersten Schritt wird das Flächenund Freiraumkonzept umgesetzt. In den Bestandsgebäuden sind Zwischennutzungen vorgesehen. Der Kiefernhain soll zur Fassung des Tempelhofer Feldes als besonderer Ort angelegt werden. In der zweiten Zeitebene soll die bauliche Entwicklung an den definierten Stadt- und Grünzellen beginnen und das Gebiet differenziert sich. Im der dritten Zeitebene bilden städtebauliche und Freiräume ein stabiles Gleichgewicht.

Ressourceneffizienz Es finden sich keine Aussagen zur Ressourceneffizienz.

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Egli Rohr Partner / Hager, 2. Rundgang

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Leitidee Hasenheide, Luisenstädtischer Friedhof und Tempelhofer Feld werden nicht mehr als isolierte, den Stadtteilen zugeordnete Grünflächen betrachtet, sondern zu einem einzigen, großen Gesamtpark zusammengeführt, der jedem Quartier gehört…Das kraftvolle Zusammenführen der drei Grünelemente löst einen wichtigen Impuls aus, der sich über den Raum hinaus in die angrenzenden Quartiere überträgt. Gesamtkonzept Das städtebaulich-landschaftsplanerische Konzept für den neuen Columbiapark ist in ein ganzheitliches Konzept für das gesamte Gelände des Tempelhofer Feldes eingebettet und reicht weit über das Wettbewerbsgebiet hinaus. Der Columbiapark präsentiert sich als offene Wiesenlandschaft, deren Ränder ein dichter Laubbaumbestand säumt. Wichtige Sichtachsen strukturieren die Waldfraktale und legen die Parkeingänge sowie die inneren Stadtbalkone fest. Der Kontrast von Dichte und Weite setzt einen weiteren starken Akzent im bislang stark zergliederten Raum-

gefüge. Der Columbiapark Tower ist ein zentrales architektonisches und städtebauliches Element, das den park sichtbar mit der Berliner Innenstadt und dem Umland kommunizieren lässt. Die bestehenden Einrichtungen des Garnisonsfriedhofs, des Sommerbades Neukölln, des Jahn-Sportparks und des Zwischenpumpwerks werden in die neue Parklandschaft eingebettet. Konzept Kernbereich Der Columbiapark beginnt an der Lilienthal- und der Züllichauer Straße und formuliert durch die Trassen der heutigen Lilienthalstraße und der historischen Wegeverbindung einen trichterförmigen Parkeingang, an den der neue See herangeführt wird. Der großzügige L-förmige See weist eine Ausdehnung von ca. 1,3 km Länge und eine Breite von ca. 70 bis 250 m auf und ragt über den RingBoulevard (Grenze des Wettbewerbsgebietes) hinaus. An der Golßener Straße wird das Denkmal für das KZ Columbiahaus in die Gestaltung der Parklandschaft integriert. Für die fortgefallene Sportanlage an der Züllichauer Straße wird

Kompensation am südlichen Ende des Tempelhofer Feldes im Anschluss an den Sportpark Neukölln angeboten. Der Columbiapark Tower am Columbiadamm / Ecke Lilienthalstraße weist eine Höhe von 224 m auf und tritt in visuellen Dialog mit den Landmarken des Berliner Stadtzentrums. Er überschreitet damit die in der Schutzzone C zulässige Gebäudehöhe Auf einer Grundfläche von ca. 2.000 m² lassen sich bei einer von den Verfassern angenommenen Geschosshöhe von 3,5 m 64 Geschosse und damit eine Bruttogeschossfläche von ca. 128.000 m² realisieren. Das Heizwerk am Columbiadamm wird in den Laubmischwald integriert. Erschließung / Vernetzung Die eigentlich Raum trennenden Verkehrszüge Lilienthal-, Züllichauer und Golßener Straße sowie der Columbiadamm bleiben in ihrer Funktion erhalten, werden aber als Parkways konzipiert und durch lineare Baumpflanzungen in den Park integriert. Die vorhandene Wegeinfrastruktur wird beibehalten und entwickelt sich zum Ring-Boulevard, der den südlichen Parkteil erschließt. Weitere Haupt- und Nebenwege opti-

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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mieren die Zugänglichkeit aus den und in die angrenzenden Stadtquartiere. Nutzungs-/Stufenkonzept Das prozessorientierte Konzept bedient sich des vorgefundenen Bestandes: Der luisenstädtische Friedhof als ein Ort der Ruhe, des Erholens und Nachdenkens, der Volkspark Hasenheide als etablierter Treffpunkt und Freizeitraum der Menschen aus den Quartieren und das Tempelhofer Feld mit seiner Weite und ökologischen Bedeutung für den gesamten Berliner Stadtraum. Vorhandene Elemente des Perimeters wie Sommerbad, Wasserreservoir und Sportflächen ergänzen das aktuelle Nutzungsangebot. Zahlreiche Sport- und Themenspielplätze, deren Namensgebung eine Reminiszens an die Flughafengeschichte ist sowie der Forumsgarten ergänzen das Eventangebot von Columbiahalle, Columbiaforum und dem ehemaligen Kasernenareal. Das Stufenkonzept bezieht das gesamte Tempelhofer Feld in seine Entwicklungsüberlegungen ein: In der ersten Entwicklungsphase (Szenario 2010) wird das Tempelhofer Feld tagsüber für die Öffentlichkeit geöffnet. Entlang der Parkränder werden

die Flächen der späteren Laubmischwälder umzäunt und bepflanzt. Die offene Wiesenfläche bleibt durch Mahd erhalten. In der zweiten Phase (Szenario 2015) werden die Hauptwege ergänzt und komplettiert. Nahe den Stadtquartieren in Tempelhof und Neukölln entstehen zwei Spielplätze. Der Sportpark Neukölln wird um eine Sportanlage ergänzt. In der dritten Entwicklungsphase (Szenario 2025) ist der Columbiapark-Tower das Initial, das auch der Refinanzierung und damit der Komplettierung des Columbiaparks dient. Dazu zählen die Anlage des sekundären Wegenetzes, der neuen Spiel- und Sportplätze, der Parkeingänge und Stadtbalkone sowie des großzügigen Sees. Der S-Bahnhof Tempelhofer Freiheit vollendet die Anbindung des Columbiaparks an den Berliner S-Bahnring. Ressourceneffizienz Der großzügige See als auffälliges Parkelement funktioniert mit seinem Filtergürtel aus Schilf in Symbiose mit dem ökologischen Konzept des Columbiapark Towers. Er wird gespeist aus dem Regenwasserüberschuss der Dächer der architektonischen

Parkelemente sowie der Entwässerung der Parkanlage und ehemaligen Start- und Landebahnen. Ein optimiertes Verhältnis von Nutzfläche zu Gebäudeaußenfläche führt zu einem minimierten Energieverlust je Quadratmeter Nutzfläche an der Gebäudeperipherie. Ein entsprechendes Blockheizkraftwerk, betrieben mit erneuerbaren Rohstoffen, ist die Basis für die Versorgung des Gebäudes mit Wärme. Sowohl die solare Energiegewinnung an der Gebäudeoberfläche als auch die Nutzung der im Gebäude anfallenden Wärme (Abwasser, Sonne, Technik) haben großes Potenzial. So ist die neue Landmarke …, aus ökologischer Sicht ein innovativer, nachhaltiger und zukunftsweisender Beitrag.

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KARV / KARV, 1. Rundgang

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Leitidee Grundlegend für die Entwicklung des Columbiageländes ist eine zukunftsweisende Vision für da Tempelhofer Feld…Dieses zusammenhängende Territorium gilt es zu erkennen, städtebaulich-architektonisch zu rahmen und nachhaltig zu schützen. Gesamtkonzept Das Konzept folgt dem urbanistischen Leitmotiv der starken Kontraste: Der Entwurf für das Columbia-Quartier bildet nach Süd-Westen eine klare Kante zum oval gefassten Wiesenmeer und den verbliebenen Landebahnen, während er nach Norden die gewachsene und heterogene Siedlungsstruktur in einem übergeordneten landschaftlichen Rahmen aufnimmt. Die Kante verhindert eine drohende Zersiedlung des Naturraums, während der Landschafts-Rahmen als poröser Gradient zu verstehen ist. Die grundlegende Asymmetrie des Projektes erlaubt es den Stadtraum kontinuierlich an das Wiesenmeer heranzuführen und gleichzeitig die Integrität der Parklandschaft nachhaltig zu wahren. Im Konzept sind diese Aussagen nicht als städtebauliche oder freiräumliche Struktur erkennbar. Zu erkennen ist

eine Kante, die von einer abstrakten, schichtenartigen Mattenstruktur zwischen Flughafengebäude und Herrfurthstraße gebildet wird. Das TiB-Gelände und das Heizwerk werden von der abstrakten Form überdeckt. Die außerhalb des Wettbewerbsgebietes gelegenen Bestandsgebäude im Neuköllner Schillerquartier und teilweise auch entlang des Tempelhofer Damms (Westseite) werden als splitterartige städtebauliche Strukturen dargestellt, die nicht der Bestandssituation entsprechen. Konzept Kernbereich Nachhaltigkeit und Ökonomie verlangen eine kompakte architektonische Geste. Skizziert wird ein fließender Übergang von offener urbaner Bebauung zu verdichtetem Wohnen in einer ansteigenden Landschaft-Matte. Der landschaftliche Rahmen ist weniger als rigide Form, sondern als städtebauliches Rahmenwerk zu verstehen. Die Parzellierung und gleichzeitige Einbindung in eine übergeordnete landschaftliche Form die spätere heterogene, ja widersprüchliche Verwirklichung von architektonischen Ansätzen.

Im dargestellten Konzept sind diese Aussagen nicht ablesbar. Schon jetzt werden die bestehenden Nutzungen Sportstätten, Sommerbad, Hasenheide, Columbiahalle, Friedhof und Polizeikaserne integriert. Im Konzept sind die genannten Einrichtungen bis auf die Polizeikaserne und die in ihrer Form veränderte Columbiahalle nicht mehr enthalten. Erkennbar ist das Wegesystem der Hasenheide, dessen Südhälfte von der abstrakten Form überdeckt wird.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Der Entwurf greift weit über das Columbia-Quartier hinaus und vernetzt bestehende infrastrukturelle Knotenpunkte mit dem projektierten Quartier. Nutzungs-/Stufenkonzept I. „Weiche“ Landschafts-Rahmen II. „Feste“ architektonische Besiedlung III. Zellenartige Stadt-Matte Nicht zuletzt wegen seiner enormen Ausdehnung wird das Konzept in Phasen realisiert. In einer ersten Phase werden die weichen Landschaftsrahmen abgesteckt. Diese können zunächst als passive Brachen ähnlich der Entstehung des Wiesenmeers abgesteckt werden. Um diese weichen Rahmen werden in einer zweiten Phase schrittweise feste – architektonische – Rahmen gebaut. In einer dritten Phase schließen sich die festen Rahmen zu zellenartigen Strukturen, die sich mit den nördlichen Quartieren verweben. Da die vorgeschlagene Stadt-Landschaft aus individuellen landschaftlicharchitektonischen Modulen besteht, ist sie in jeder Phase tragfähig und als neue urbane Umstände adaptierbar. So kann die dichte urbane Einbet-

tung von Architektur in Landschaft in der kommenden IBA 2010-2020 zum Wettbewerbsthema gemacht werden. Ressourceneffizienz Es finden sich keine Aussagen zur Ressourceneffizienz.

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