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Bericht der Vorprüfung, zur 1. Sitzung des Preisgerichts am 18./19. Dezember 2008

Full text: Bericht der Vorprüfung, zur 1. Sitzung des Preisgerichts am 18./19. Dezember 2008

Wolf / Studio Di Progettazione, 1. Rundgang

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Leitidee Die vorliegende Arbeit sieht den Schlüssel zur Entwicklung des Areals … in der aktivierenden Einbindung des Columbiadamms in sein städtisches Umfeld. Hierzu bedarf es der Ausarbeitung mehrerer ‘Spots’ entlang der gesamten Abwicklung, welche die beiden Ufer des Dammes in einen anspruchsvollen Dialog bringen. Gesamtkonzept Im Westen des Wettbewerbsgebietes werden die vorhandenen kulturellen Einrichtungen erhalten und das Gebiet wird zum Kulturpark Tempelhof ausgebaut. Im rückwärtigen Bereich der Columbiahalle entsteht eine neue Blockstruktur, die sich dem nördlichen Bergmannkiez öffnet und zugleich eine Nutzung der Freiflächen ermöglicht. In den Neubauten können sich gastronomische Einrichtungen ansiedeln. Gegenüber, auf dem Vorfeld des Flughafengebäudes, entsteht eine achsial auf die Columbiahalle ausgerichtet Freilichtbühne. Die Ausdehnung der Polizeikaserne wird durch eine nach Norden verlegte Begrenzung zurückgenommen. In den südlichen Eckbereichen der Kaserne erfolgt eine bauliche Ergänzung.

Die ausgelagerten Solitärbauten am Columbiadamm werden dem öffentlichen Raum zugeordnet und mit neuen Nutzungen belegt, wie z.B. einer Behindertenwerkstatt, Kunstateliers, Galerien und gastronomischen Einrichtungen. Nördlich verläuft ein grüner Kulturparcours. Dort werden BocciaPlätze, ein Skater-Park und Spielflächen angeboten. Der Kulturparcours stellt die fußläufige Verbindung zwischen dem Tempelhofer Kulturpark im Westen und dem neuen Kernbereich dar. Weiter nach Osten schließt sich der Kernbereich mit einer großzügigen Platzfläche an. Er überspannt den Columbiadamm und schafft einen Eingangsbereich in die neuen Quartiere. Mit großzügigen Treppen und Rampenanlagen vermittelt er zwischen den neuen Quartieren und der künftigen Parklandschaft. Der Columbiadamm wird in seinem weiteren Verlauf nach Osten weiter aufgewertet. Ab Höhe des TiB-Sportgeländes bzw. Friedhofes werden die begeleitenden Geh- und Radwege ausgebaut. Zusätzlich ist die Einrichtung eines öffentlichen Skulpturenparks auf beiden Straßenseiten vorgesehen. Auf Höhe des Sommerbades

wird eine neue Fuß- und Radfahrerbrücke über den Columbiadamm angeboten. Das südöstliche Areal des Wettbewerbsgebietes (mit Teilen des Kernbereiches) soll der künftigen Parklandschaft zugeordnet werden. Die vorhandenen Sportstätten und die Kleingartenkolonie können laut Verfasser dazu einen mittelfristigen Beitrag leisten. Konzept Kernbereich Das Columbia-Quartier folgt in seiner Grundstruktur der Geste des historischen Flughafengebäudes und orientiert sich an der Geometrie der ehemaligen Flughafenanlage. Die Grundstruktur wird mit Gebäudesokkeln hergestellt, auf die unterschiedliche Gebäudetypologien aufsetzen: von Individualstrukturen bis zur klassischen Blockrandbebauung. Die Gebäude sind fünf- bis sechsgeschossig. Eine Erschließungsstraße bietet Zufahrt zu Werkstätten und Gewerbeflächen im Sockelgeschoss. Zusätzlich finden sich im Innenbereich des Sockels öffentliche und private Parkgaragen. Entlang des Columbiadamms und des Flugfeldes öffnet sich das Sockelgeschoss zu einer trans-

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parenten Ladenpromenade. Alle übrigen Durchwegungen sind füßläufig und in unterschiedlichen Abstufungen zwischen öffentlichem Raum und privaten Gärten organisiert. Das heißt, sämtliche Gebäude auf den Sockeln werden über die privaten Gärten an das fußläufige System angeschlossen. Die Durchwegungen sind mit Treppen- und Rampenanlagen der Parklandschaft im Süden zugewandt. Sie münden auf einer weitläufigen, von Bäumen gesäumten Promenade (dem Ring-Boulevard), die den Übergang zwischen Stadt und Parklandschaft bildet. Die Verfasser schlagen vor, die radiale Struktur des Quartiers als gestalterisches Strukturelement in der Parklandschaft (außerhalb des WB-Gebietes) fortzusetzen. In Anknüpfung an die Lilienthalstraße und den Südstern verläuft eine linear ausgebildete, übergeordnete Fußgängerverbindung durch beide Quartiere des Kernbereiches. Diese Verbindung bildet das Rückrat des Lilienthal-Quartiers. Für die dort vorgeschlagene Blockstruktur sei die Sockelstruktur nicht zwingend fortzuführen. Das angrenzende TiB-Sportgelände wird in den Entwurf integriert und durch eine dem Lilienthal-Quartier zugewandte

Einganssituation erschlossen. Neue Angebote sollen die Attraktivität des Sportgeländes stärken. Der Erhalt des Heizwerkes wurde nicht berücksichtigt. Erschließung / Vernetzung Insgesamt soll der Columbiadamm für Fußgänger und Radfahrer in seinem gesamten Verlauf aufgewertet werden. Über die Lilienthalstraße wird der Kernbereich mit dem nördlich angrenzenden Stadtraum verbunden. Nördlich des TiB-Sportgeländes entsteht eine Verbindung nach Osten zur Hasenheide. Mit der Fußgängerbrücke auf Höhe des Sommerbades wird eine zusätzliche Verbindungsmöglichkeit zur Hasenheide geschaffen. Am Columbiadamm führen zwei Zufahrten in das Columbia-Quartier. Das westliche Teilstück der internen Erschließungsstraße mündet weiter östlich in einer PKW-Erschließungsgalerie. Die Kfz-Erschließung des Lilienthal-Quartiers erfolgt über die Blockränder.

Nutzungs- / Stufenkonzept Die Verfasser schlagen vor, das Gebiet in 4 Phasen zu entwickeln. In einer ersten Stufe wird das ColumbiaQuartier (mit Ausnahme der Bereiche im Südosten) entwickelt. Es folgt der Ausbau des Kulturparks Tempelhof, dann die Neuordnung der Polizeikaserne und schließlich die Entwicklung des Lilienthal-Quartiers. Die Realisierung des Skulpturenparks entlang des Columbiadamms und der Parkflächen im Südosten erstreckt sich über den gesamten Entwicklungszeitraum. Ressourceneffizienz Es finden sich keine Aussagen zur Ressourceneffizienz.

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Parvant Ilc / –, 1. Rundgang

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Leitidee Reaching Hand – Thanking, Helping, Friendship, Connecting … den Weg in die Zukunft weisen. Der Entwurf … revitalisiert den Stadtteil, respektiert gleichzeitig die Geschichte Berlins und entwickelt ein progressives, zeitgerechtes städtebauliches Konzept, dass Berlin in der Zukunft eine führende Position unter den europäischen Metropolen sicherstellt. Gesamtkonzept Im Entwurf werden drei unterschiedliche städtebauliche Räume entwickelt und miteinander verbunden: Im Mittelpunkt des Wettbewerbsgebietes entsteht ein Nukleus. Zentrum des Nukleus bildet ein Museum (südlich des Columbiadamms), das von Büro- und Wohngebäuden im Norden und von einem Bildungs- und Kulturzentrum im Süden umgeben ist. Im östlichen Teil entsteht eine städtebauliche Figur, abgeleitet aus der Metapher einer Hand. Symbolisch bedeutet sie Dankbarkeit für die Hilfe, die die Berliner während der Zeit der Luftbrücke erhalten haben. Die Finger der Hand entwickeln sich in Form von Flugzeugen oder (Luft)-Schiffen zu

Hafen ähnlichen Strukturen, an die sich neue Funktionen nach Bedarf andocken können. Die Figur reicht mit ihrer Bebauung und ihren Grünstrukturen über den Columbiadamm hinweg bis hinein in die Hasenheide. In den Teilgebieten Gebäude-Vorfeld, Columbiahalle, Polizeikaserne und Lilienthal-Quartier ist eine Neu-Bebauung vorgesehen, die die traditionelle Berliner Blockstruktur aufgreift und für heutige städtebauliche Bedürfnisse weiterentwickelt. Der Columbiadamm wird in seinem gesamten Verlauf auf seiner nördlichen Straßenseite durch eine Bebauung gefasst und von einer Baumreihe begleitet. In seinem westlichen Abschnitt, vor dem Platz der Luftbrücke, wird er aufgeweitet, beidseitig baulich gefasst und mit drei Baumreihen bepflanzt. Mit Ausnahme des Flughafengebäudes und des Regenrückhaltebeckens wurde der vorhandene Gebäude- und Freiflächenbestand (Friedhöfe, Sportflächen, Sommerbad) im Wettbewerbsgebiet vollständig entfernt bzw. im Bereich des TiB-Sportgeländes umgelagert.

Konzept Kernbereich Im Kernbereich treffen die drei oben beschriebenen, unterschiedlich ausgeprägten Stadträume aufeinander. Öffentliches Zentrum bildet der Bereich rund um das Museum. Das benachbarte Bildungs- und Kulturzentrum bildet den räumlichen Abschluss nach Süden. Die Bebauung greift die Rundung des Flughafengebäudes auf und setzt sich nach Osten fort. Für die Finger der Hand schlagen die Verfasser Urban Marina Wohn Bausteine vor – die modular zusammengesetzt werden können. Die Räume zwischen den Fingern der Hand stellen verbindende Grünräume dar und werden als öffentlicher Park oder private Kleingartenkolonie genutzt. Anstelle des Sommerbades entsteht ein neues Freibad am südlichen Rand des Quartiers. Der halbrund ausgeformte Stadthafenring im Süden des Columbia-Quartiers wird auf seiner nördlichen Seite von einer lockeren Bebauung begleitet. Im Lilienthal-Quartier wird das Regenrückhaltebecken in das Konzept integriert. Das Becken wird von einer grünen Nord-Süd-Verbindung (dem Stadterlebnispfad) und einer Straße überquert. Östlich und westlich

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schließt sich eine Grünfläche, der Central Park an, der von einer umlaufenden Randbebauung gefasst wird. Der Central Park zieht sich bis in das benachbarte TiB-Sportgelände hinein, das eine Neuordnung erfährt. Die neue Sporthalle und der verlagerte Sportplatz bilden dabei den räumlichen Abschluss des Quartiers. Erschließung / Vernetzung Der Stadthafenring als Kfz-Erschließungstrasse wird über die Lilienthalstraße zum Südstern geführt. Zusätzlich wird eine breite Fuß- und Radwegeverbindung in Nord-SüdRichtung angeboten, die nach Süden in den künftigen Park hineingeführt wird. Ein geschlängelter Fuß- und Radweg in Ost-West-Richtung (community path) quert die vier städtebaulichen Figuren im Osten, führt über den Columbiadamm, und setzt sich fort durch die Innenbereiche der Blockbebauung im Westen. Eng verzahnt wird die Hasenheide mit dem Tempelhofer Feld über die Grünräume, die zwischen der Bebauung im Osten liegen (zwischen den Fingern der Hand). Die Kfz-Erschließung des Quartiers erfolgt über den Stadt-

hafenring, der an die Lilienthalstraße im Norden und die Herfurthstraße im Osten anschließt. Alle wichtigen Straßen- und Wegebeziehungen queren oder flankieren den Kernbereich des Wettbewerbsgebietes mit seinem neuen Museum. Zwei linear ausgebildete Straßenzüge führen von dem dort geplanten Bildungszentrum über den Columbiadamm in das Lilienthal-Quartier. Die Kfz-Erschließung des gesamten nördlichen Quartiers zwischen der Lilienthalstraße und dem Teilgebiet Columbiahalle erfolgt über die Blockränder. Nutzungs- / Stufenkonzept Die städtebauliche Entwicklung des Columbiaquartiers erfolgt in 8 Bauphasen. In der ersten Bauphase entsteht der Nukleus mit Museum und Umgebung. Es schließt sich nacheinander bis Bauphase 5 die Realisierung der östlich angrenzenden Wohnbebauung an (die vier Finger). In der 6. Bauphase entsteht die Blockrandbebauung im Westen (nördlich des Columbiadamms), die sowohl für eine Wohnnutzung als auch für den Einzelhandel vorgesehen ist. Es folgt die Realisierung des östlich anschließenden Daumens mit seiner Randbebauung, dem innenliegenden Central Park und den

Sportanlagen im Osten. In der 8. und letzten Bauphase wird das Vorfeld des Flughafengebäudes bebaut, das einer überwiegend gewerblichen Nutzung zur Verfügung steht. Ressourceneffizienz Die Verfasser geben an, dass alle vorgeschlagenen Gebäude und Elemente des Entwurfes die Anforderungen von LEED Platinum Certification zu erfüllen haben.

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Leitidee Der Entwurf zeigt Entwicklungsmöglic hkeiten auf, die dem Anspruch auf infrastrukturelle Orientierung, Schaffung von Flair in den Straßenräumen durch das Wechselspiel von Enge und Weite, Flexibilität des Privateigentums und nachhaltiger Energieeffizienz gerecht werden. Gesamtkonzept Im Interesse einer besseren Sichtbeziehung in Richtung Kreuzberg wird die Lilienthalstraße begradigt und außerhalb des Wettbewerbsgebietes auf das Flugfeld weitergeführt. Ihr Endpunkt wird durch ein rundes Wasserbecken mit mittigem Turm definiert. Er bildet den Mittelpunkt eines als Straße ausformulierten Kreises, der bis nah an das Flughafengebäude heranführt. Um die Verbindung der Stadtteile Kreuzberg und Neukölln zu stärken, wird im Konzept der Hauptverbindungsweg Columbiadamm ausgebaut und durch straßenbegleitende Ladenund Geschäftszeilen aufgewertet. Das Gesamtkonzept definiert eine Reihe von Baufeldern. Sie orientieren sich an der gründerzeitlichen Blockbebauung und sollen phasenweise reali-

siert werden. Das Lilienthal-Quartier nördlich des Columbiadamms erhält seine Form durch die Begradigung von Golßener und Lilienthalstraße. Deren Verlegung sehen die Verfasser als Option, das TiB-Sportgelände nach Westen zu erweitern. Südlich des Columbiadamms wird die Blockrandbebauung im Columbia-Quartier fortgesetzt. Die südliche Quartiergrenze bildet die von den Verfassern erdachte Ringstraße, die weiter östlich in den bestehenden Ring-Boulevard überleitet. An ihm orientieren sich bandförmige Baufelder, die zur bestehenden Stadtkante Neuköllns überleiten. Südlich davon werden außerhalb des Wettbewerbsgebiets weitere Wohngebiete konzipiert, die sich fächerförmig zum Flugfeld öffnen. Im Bereich Columbiahalle wird das Umfeld der Halle freiraumplanerisch so aufgewertet, dass öffentliches Grün und Platzgestaltung der Veranstaltungsstätte den nötigen Freiraum verleihen. Im gegenüberliegenden Vorfeld des Flughafengebäudes entsteht ein Pfad, den temporäre Kunstausstellungen im Freiraum bzw. Wanderausstellungen säumen.

Konzept Kernbereich Im westlichen Teil des Kernbereichs werden Lilienthal- und ColumbiaQuartier gemeinsam entwickelt. Die Blöcke weisen eine innere Bebauung auf, die mehrere Höfe entstehen lässt. Laden- und Geschäftsbereiche werden sich vorrangig in den Erdgeschosszonen im Bereich des Columbiadamms, der Lilienthalstraße und an der Raumkante zum Tempelhofer Flugfeld entwickeln. Großformatige Baufelder können individuell und flexibel in Grundstükke parzelliert werden ..., um somit unterschiedlichen Privatinvestoren und Baugruppen die Möglichkeit zur Schaffung von privatem Wohneigentum zu geben. Das Baufeld reicht bis zur Ringstraße. Südlich davon deuten farbige Felder nicht näher erläuterte Entwicklungsoptionen an. Der Bereich westlich des Heizwerks bleibt Freiraum. Zwischen Ring-Boulevard und der vorhandenen äußeren Flugfeldstraße wird die Bebauung nach Osten weitergeführt. Um den Kaltluftfluss nach Norden nicht zu behindern, ist südlich des Friedhofs eine lockere ökologische

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Bebauung geplant. Südlich des Sommerbades Neukölln finden sich wieder dichte Blockstrukturen. Wetterstation und andere vorhandene Bauten werden im Konzept nicht berücksichtigt. Erschließung / Vernetzung Der Columbiadamm wird zur platanengesäumten Allee zwischen Kreuzberg und Neukölln. Die Längserschließung der Baufelder im westlichen Kernbereich erfolgt soweit möglich durch Straßen, die radial auf den Mittelpunkt des Straßenrings bezogen sind. Vor allem die begradigte Lilienthalstraße hat dabei die Aufgabe, bessere Blickbeziehungen in Richtung Kreuzberg zu schaffen. Der Quererschließung dienende Straßen orientieren sich an der Straßenführung im Bereich Polizeikaserne sowie an der vorhandenen äußeren Flugfeldstraße, der Ringstraße und dem Ring-Boulevard. Der Verknüpfung zwischen Volkspark Hasenheide, neuen Wohnquartieren und Flugfeld dienen ausgebaute Wege entlang der Grundstücksgrenzen des Sommerbades.

Nutzungs- / Stufenkonzept Die prozessuale Entwicklung zeigt ein Szenario auf, bei dem die Stadtentwicklung von Nord nach Süd vollzogen wird und sich in Etappen dem Tempelhofer Flugfeld nähert. Entwicklungsphase I umfasst die Bebauung des Lilienthal-Quartiers und Aktivitäten in den Bereichen Columbiahalle und Polizeikaserne. Hinzu kommt der Ausbau des TiB-Sportgeländes. Entwicklungsphase II beinhaltet alle Baumaßnahmen im Columbia-Quartier, die auf den Flächen nördlich der vorhandenen äußeren Flugfeldstraße bzw. unmittelbar südlich des Sommerbades vorgesehen sind. Dies schließt auch die verbesserte Anbindung des dortigen Quartiers an den Columbiadamm mit ein. In Entwicklungsphase III erfolgen die Baumaßnahmen innerhalb des Bandes zwischen vorhandener äußerer Flugfeldstraße und Ringstraße bzw. Ring-Boulevard. Geplant ist auch die Erweiterung des östlichen Baufeldes nach Süden (außerhalb Wettbewerbsgebiet). In Entwicklungsphase IV ist die Ergänzung des östlichen Baufeldes durch fä-

cherförmig angeordnete Wohngebiete vorgesehen, die ebenfalls außerhalb des Wettbewerbsgebiets liegen. Ressourceneffizienz Indem hier CO2-minimierende Gehwegpflasterarten und solarbetriebene Straßenbeleuchtung zum Einsatz kommen, erhält der Columbiadamm ... Alleinstellungscharakter im Sinne ökologischer Stadtplanung. Weiterhin formulieren die Verfasser den Leitgedanken der Festschreibung von Energiesparhäusern und erwähnen Gemeinschaftsmodelle von Erdwärmeanlagen, Biomasseanlagen und Sonnenenergienutzung.

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koopX / Dieterle, Auswahl für 2. Stufe

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Leitidee Unter dem Motto Stadtpuzzle – Quartiersvernetzung wird das Konzept folgendermaßen charakterisiert: Die städtebaulichen, landschaftlichtopographischen und nutzungsspezifischen Unterschiede der einzelnen Teilgebiete werden als stadtcharakteristische Qualitäten verstanden, die an besonderen Stellen herausgearbeitet und miteinander vernetzt werden. Die Verknüpfungsmaßnahmen sind jeweils so angelegt, dass die positiven Eigenschaften eines Quartiers ... in den angrenzenden Quartieren erlebbar gemacht werden und dadurch ein städtebaulicher Dialog entsteht. Gesamtkonzept Der Bereich Columbiahalle wird zum Kulturquartier Columbiahalle. Im Norden des Areals entstehen Blöcke als Baugruppenprojekte, südlich davon Künstlerateliers und Atelierwohnungen als Schallschutzrückgrat zur Columbiahalle. Die Verknüpfung zum Vorfeld des Flughafengebäudes leisten der Kultur / Science Park östlich der Halle, der Kultursteg über den Columbiadamm und die Infobox Kultur auf dem Flughafenvorfeld.

Dieser Bereich wird unter das Motto Kulturgrün gestellt. Die Box informiert über die Neustrukturierung der Flughafengebäude. Freiraumplanerische Ziele sind die Schaffung von Zugängen zu den Hangars und die Öffnung zum Columbiadamm. Der Bereich Polizeikaserne wird als Denkmal Polizeikaserne bezeichnet. Die Verknüpfung zum benachbarten Kulturquartier stellt der Kunst- und Kulturmarkt her. Weiterhin soll der Bereich durch die Ansiedelung von Handwerksbetrieben belebt werden. Die Nachverdichtung der Bebauung mit punktuellen Stadthäusern (Wohnen mit Stadtblick) stellt wiederum die Verknüpfung zum benachbarten Lilienthal-Quartier her. Hier entstehen in drei Bauabschnitten die Tempelhofterrassen in enger Verzahnung zum östlich anschließenden Bereich Sport und dem der Freizeit gewidmeten Columbia-Quartier. Wie die Teile eines Puzzles greifen die verschiedenen Gebiete an bestimmten Orten ineinander ... Dabei können die Verknüpfungspunkte initialen oder auch temporären Charakter haben oder eine logische Folge der städtebaulichen Entwicklung sein.

Konzept Kernbereich Im Lilienthal-Quartier erfolgt die Verknüpfung in Richtung Kreuzberg durch den Knotenpunkt Platz. Das Areal der Tempelhofterrassen erhält in drei Bauabschnitten eine mäandrierende, terrassierte Bebauung mit Nord-SüdAusrichtung und Stadtblick. Für eine Mischnutzung von Gewerbe und Sport ausgelegte Bauten östlich der Lilienthalstraße stellen die Verknüpfung mit dem TiB-Sportgelände her. Hier wird eine Verbindung zum benachbarten Volkspark Hasenheide geschaffen. Das Anlegen weiterer Sportanlagen südlich des Columbiadamms fördert auch die Vernetzung mit dem Columbia-Quartier. Dieser Bereich ist der Freizeit gewidmet. An seinem westlichen Rand verknüpfen Freiflächen ihn mit den Tempelhofterrassen des LilienthalQuartiers. Die Barrierewirkung des Columbiadamms verringern eine Spurverengung und die Pflanzung eines Straßenwäldchens. Südlich der Tempelhofterrassen entsteht eine Solarsiedlung. Die übrigen Flächen des ColumbiaQuartiers bleiben Freiräume. Beson-

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deren Wert legen die Verfasser hier auf die Verknüpfung mit der natürlichen Heidelandschaft Tempelhofer Feld und den erweiterten Sportbereichen um Sommerbad Neukölln und Jahn-Sporthalle. Erschließung / Vernetzung Die Erschließung der Tempelhofterrassen im Lilienthal-Quartier erfolgt durch die vorhandenen Straßen, die durch zwei neue Querstraßen des Columbiadamms ergänzt werden. Deren Fortsetzung nach Süden bildet gemeinsam mit einem vorhandenen Seitenzweig des Ring-Boulevards die Erschließung der Solarsiedlung. Die Vernetzung von Freiräumen, Sportgeländen, Wohn- und Gewerbequartieren wird von den Verfassern besonders betont. Nutzungs- / Stufenkonzept In einem ersten Zeithorizont soll die Realisierung von Teilen der Solarsiedlung, ein erster Ausbau des Kulturquartiers Columbiahalle und die Bebauung des Knotenpunkt Platzes erfolgen. Zeithorizont 2 umfasst die Komplettierung von Kulturquartier Columbiahalle und Solarsiedlung sowie den Bau des

östlichen Mäanders der Tempelhofterrassen. In Zeithorizont 3 folgen die Komplettierung der Tempelhofterrassen, die ergänzende Bebauung des Bereichs Polizeikaserne und die Arrondierung der Stadtkante von Neukölln (außerhalb Wettbewerbsgebiet). Ressourceneffizienz Unter dem Zeichen der Ressourceneffizienz steht die Konzeption der Solarsiedlung mit eigenem Abwasserkreislauf. Zusätzlich wird das Heizwerk zum Biomassekraftwerk umgebaut und erweitert. Beliefert wird es aus den umliegenden Grünflächen und der Solarsiedlung.

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ff-architekten / guba+sqard, 2. Rundgang

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Leitidee Der Freiraum wird als Motor für die Entwicklung aufgegriffen, gleichzeitig wird der geringe Druck auf dem Berliner Immobilienmarkt als Chance für eine bedarfsorientierte langfristige Entwicklungsstrategie begriffen. Gesamtkonzept Das Gesamtkonzept beschränkt sich auf den Kernbereich. Konzept Kernbereich Für das Columbia-Quartier werden 3 streifenförmige Baufelder ausgewiesen, die sich vom Columbiadamm zum Ring-Boulevard verjüngen und so trichterförmig den Raum zur grünen Mitte öffnen. Die Felder werden zunächst mit schnell wachsendem Energiewald bepflanzt, als Platzhalter für mögliche bauliche Entwicklungen. Die künftigen Bautypologien sind offen, dargestellt ist eine mäanderförmige Bebauung ebenso wie eine Solitärbebauung. Bis eine Bebauung erfolgt bilden die Pflanzfelder Raumkanten zum Columbiadamm und zum offenen Tempelhofer Feld. Die streifenförmigen Baufelder werden auch im nördlich des Columbiadamms gelegenen Lilienthal-Quartier aufgegriffen. Hier wird die Chance gesehen,

ein Stück Stadt zu Ende zu bauen und das Quartier an den Columbiadamm heranzuführen. Als Bautypologie werden hier offene Blockstrukturen vorgesehen. Erschließung / Vernetzung Als erster Schritt ist die Öffnung des Tempelhofer Feldes durch ein primäres Wegesystem als Grundgerüst. Die Verbindungsräume zwischen den Energiefeldern werden als dauerhafte Freiflächen mit extensiven Wiesenflächen und lockerem Baumbestand gestaltet. Zusätzlich werden in OstWest-Richtung zueinander versetzt angeordnete Wege durch die Energiefelder vorgeschlagen. Im Lilienthal-Quartier soll als erster Schritt, noch vor den Baumaßnahmen, vom Knickpunkt der Züllichauer Straße ein zentraler Freiraum angelegt werden, der über den Columbiadamm hinaus als Freiraumkorridor verlängert wird. Der unbefestigte Teil der Lilienthalstraße soll zu einem gegliederten Straßenraum umgebaut werden. Damit werden wesentliche Verbindungen in Nord-Süd-Richtung geschaffen. In Ost-West-Richtung sollen die Baufelder, zumindest in der Erdgeschosse-

bene, geöffnet werden, um bestehende bzw. geplante Wegeverbindungen aufzugreifen, insbesondere für die Verbindung Hasenheide/Lilienthalstraße sowie die Verlängerung der Allee der Polizeikaserne durch das neue Wohnquartier zum Freiraumkorridor. Die einzelnen Felder bilden nach erfolgter Bebauung Quartiersinseln mit einem internen Erschließungssystem, das an jeweils einer Stelle an das öffentliche Straßenland angebunden wird. Die vorhandene äußere Flugfeldstraße wird aufgegriffen und zur Jahn-Sporthalle und zum Stadtquartier Neukölln fortgeführt.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Nutzungs- / Stufenkonzept Der Schwerpunkt des Konzepts liegt einer prozessualen Entwicklung der Kernbereiche Lilienthal-Quartier und Columbia-Quartier. Zunächst werden potenzielle Baufelder ausgewiesen, die als Felder bewirtschaftet werden. Sämtliche Baufelder entlang des Park-Boulevards – neben dem Columbia-Quartier auch die zukünftigen Stadtquartiere Neukölln und Tempelhof – werden mit schnell wachsendem Energiewald bepflanzt, der privatwirtschaftlich betrieben wird und dessen energetische Nutzung ein Beitrag zur Ressourceneffizienz ist. Nachfrageorientiert können diese Energiefelder nach und nach bebaut werden, für eine potenzielle Bebauung werden unterschiedliche Szenarien vorgeschlagen. Das Konzept der Zwischennutzung als Feld-Wirtschaften schafft eine enge Verknüpfung zwischen der landschaftlichen und baulichen Entwicklung des gesamten Areals: Je nach Szenario können die Felder kurz-, mittel- oder langfristig bewirtschaftet werden – bei Bedarf werden sie einer baulichen Entwicklung zugeführt. Andernfalls bleiben sie als Energiewälder bestehen.

Während für das Lilienthal-Quartier städtische Blockformen vorgeschlagen werden, sind die Baufelder des Columbia-Quartiers als Experimentierfeld für alternative Wohn- und Lebensmodelle konzipiert und können mit ganz unterschiedlichen Bautypologien besetzt werden. Die Baufelder bilden eine Art Lichtungen, die Raumkanten werden durch landschaftliche Elemente definiert. Auf den Flächen südlich des Friedhofs werden „community gardens“ und zusätzlich Flächen für kommerziellen Pflanzenanbau (Selbstpflücker) angeboten. Südlich des Freibads werden Sportflächen als Ersatzflächen für die entfallenden Flächen im LilienthalQuartier angeboten. Dieses Sportband wird bis an die Jahn-Sporthalle geführt. Ressourceneffizienz Das Konzept sieht eine Vielzahl von Maßnahmen zur Ressourceneffizienz vor: Energieerzeugung durch Energiewald-Felder zur Holzpellet-Produktion und deren unmittelbaren Nutzung zur Wärmeversorgung der neuen Quartiere. Erdwärmenutzung durch Einsatz von

unterirdischen Flächenkollektoren und Solarkollektoren. Reduzierung des Energiebedarfs durch kompakte Bauformen und Passivhausstandard. Bindung von CO2 durch Schaffung von Phytomasse. Minimierung der Versiegelung und schonender Umgang mit Freiraumbestand. Offenhalten der Freiluftschneisen durch Nord-Süd-Orientierung der Baufelder. Regenwassermanagement (Nutzung als Brauchwasser, Versickerung in Freianlagen etc.). Schaffung von attraktiven Systemen für eine sanfte Mobilität in Verbindung mit Car-Sharing-Angeboten als Anreiz zum Verzicht auf das private Auto.

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Scharlach / Goldmann, 2. Rundgang

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Leitidee Urbane Qualitäten durch hohe Dichte und durch klare Zuweisung und Symbolisierung der Raumtypen in öffentliche, halböffentliche und private Bereiche. Gesamtkonzept Das städtebauliche Konzept sieht eine dichte Bebauungsstruktur im Bereich des Columbia-Quartiers vor und beschränkt sich nördlich des Columbiadamms auf städtebauliche Arrondierungen in dem Baufeld der Columbiahalle und entlang der Lilienthalstraße. Der Block der Columbiahalle wird im Süden durch einen Solitär und im Norden mit einer mäanderförmigen Baustruktur ergänzt. Als übergeordnete Idee für das Gesamtkonzept „Tempelhofer Feld“ wird entlang des Ring-Boulevards eine punktuelle Betonung durch Wohntürme vorgeschlagen. Konzept Kernbereich Für das Columbia-Quartier wird eine prozessuale Entwicklung zu einem urbanen Wohnquartier mit hoher Dichte vorgeschlagen. Dazu wird das Gebiet in ost-west-gerichtete Baufelder aufgeteilt und ein entsprechendes Erschließungsraster

angelegt. Innerhalb der Baufelder werden einzelne Parzellen mit Größen von 270 und 320 m² ausgewiesen, die nach einer Zwischennutzungsphase als agrian gardens sukzessive bebaut werden. Es wird eine kompakte, aber aufgebrochene Blockstruktur vorgeschlagen. Zum Columbiadamm und den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Erschließungsstraßen werden zur Raumbildung geschlossene Baustrukturen vorgeschlagen, an den Rändern, zum Friedhof nach Osten und nach Westen öffnen sich U-förmige Blocks zum Grünraum. Südlich des Friedhofs werden ebenfalls offene Blockstrukturen vorgeschlagen. Es werden vier unterschiedliche Bautypologien angeboten: eine geschlossene Blockbebauung als Kante zum Columbiadamm und zu den Haupterschließungen in NordSüd-Richtung. In Ost-West-Richtung, zwischen den Blockköpfen, werden Stadthäuser als Einzelhäuser, Doppelhäuser oder gestapelte Villen angeordnet. Entlang des Ring-Boulevards werden Solitärbauten mit öffentlichen Nutzungen und 14-geschossige Wohntürme vorgeschlagen.

Das Lilienthal-Quartier bleibt weitgehend von Bebauung frei, Die Sportflächen und zum großen Teil auch das Regenwasserrückhaltebecken bleiben erhalten. Lediglich der Straßenraum der Lilienthalstraße wird durch eine mäanderförmige Blockstruktur im Westen und eine Kammstruktur auf dem TiB-Gelände ergänzt.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Die Lilienthalstraße wird ausgebaut und nach Süden in das neue Quartier weitergeführt. So wird das neue Quartier mit der nördlich gelegenen Stadtstruktur verknüpft und an den Südstern angebunden. Die Haupterschließung des neuen Quartiers erfolgt über 3 Straßenzüge in Nord-Süd-Richtung und weitere Nebenerschließungen in Ost-West-Richtung. Die äußere Flugfeldstraße wird bis zur Jahn-Sporthalle fortgeführt. Nutzungs- / Stufenkonzept Es wird ein urbanes Wohnquartier mit vielfältigen Freiraumbezügen vorgeschlagen. Das Quartier soll mit einer 5- bis 7-geschossigen Bebauung urbane Dichte erzeugen und kann in der Vertikalen bedarfsorientiert weiter verdichtet werden Das phasenweise Konzept sieht in der 1. Stufe die Erschließung des Areals, zunächst als Wege mit wassergebundener Decke, und Parzellierung des Areals vor. In der 2. Stufe folgt eine Nutzung der Parzellen als agrian gardens. Die Parzellen werden als Garten, Acker,

Wald oder Weideland von Privatpersonen, Genossenschaften, Vereinen, Schulen, Gärtnereien etc. genutzt. Das spätere Bauland ist erfahrbar und kann gegebenenfalls schon als Freifläche genutzt werden. In der 3. Stufe beginnt dann die Bebauung einzelner, ausgewählter Blocks, Schwerpunkt der ersten Stufe ist die Schaffung einer Raumkante zum Columbiadamm und die Bebauung des Straßenraums in Verlängerung der Lilienthalstraße. Für einen längeren Zeitraum entsteht ein Patchwork aus bebauten Parzellen und unterschiedlich genutzten Freiflächen. In der 4. Stufe entsteht ein hoch verdichtetes Quartier. Die Blockbebauung entlang der Haupterschließungen wird im Erdgeschoss mit Laden- oder Büronutzungen versehen, die Solitärbauten zum Tempelhofer Feld stehen für soziale Infrastruktureinrichtungen sowie Sport- und Freizeit zur Verfügung. Ressourceneffizienz Die ost-west-gerichteten Baufelder ermöglichen eine Südorientierung der Gebäude mit guter Nutzung passiver und aktiver Solarenergie. Zur Niederschlagsversickerung wird

ein Mulden-Rigolen-System vorgeschlagen. Zusätzliche Versickerungsflächen werden auf den Freiflächen im Westen und Süden vorgesehen. Auf der Fläche des ehemaligen Regenrückhaltebeckens sowie in den Blockinnenbereichen werden optional Pflanzenkläranlagen zur Brauchwasserbereitung vorgeschlagen.

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Berliner Freiheit / Kossel, 2. Rundgang

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Leitidee Im Rahmen des Gesamtkonzeptes wird das Tempelhofer Feld in seiner Gesamtheit als offen zugängliche Fläche der allgemeinen freien Nutzung zur Verfügung stehen. Gesamtkonzept Das gesamte Flughafengelände soll öffentlichen Nutzungen zugänglich gemacht werden. Dies umfasst auch das Columbia-Quartier zwischen Ringboulevard und Columbiadamm, das ebenfalls öffentlichen Nutzungen zur Verfügung stehen soll und (zunächst) von Bebauung frei bleibt. Auf dieser Fläche befinden sich schematisch dargestellte Aktionsflächen für Kultur, Sport und Freizeit unter Integration der vorhandenen Strukturen. Mittels der Weiterführung der vorhandenen städtebaulichen Strukturen soll nördlich des Columbiadamms eine Stadtkante definiert werden, die ein angemessenes Gegengewicht zum Flughafengebäude bilden soll. Erschließung und Gliederung dieses Columbia Quartiers (Benennung des Verfassers) soll die Möglichkeit bieten, bei späterem Bedarf eine bauliche Anbindung zum Neuköllner Quartier her-

zustellen. Das Columbia Quartier mit einer Mischung aus Wohnen, Gewerbe und Kultur entwickelt sich entlang einer Ost-West-Achse ausgehend vom Platz der Luftbrücke mit dem neugeschaffenen Platz um die Columbiahalle als Eingangsbereich zum Quartier bis zur Hasenheide. Überwiegende Blockstrukturen mit durchgängiger Gebäudehöhe von 18 m werden im Polizeikasernenblock durch Solitärgebäude am Columbiadamm ergänzt. Im Übergang zur Hasenheide wird das Gelände des TIB- Sportvereins teilweise für Wohnbebauung nördlich der Ost-West-Achse genutzt. Der Sportverein erhält zusätzliche Flächen auf dem Tempelhofer Feld. Parallel zur südlichen Landebahn wird eine Regattastrecke außerhalb des Wettbewerbsgebietes vorgeschlagen. (Ersatz für Regenrückhaltebecken). Konzept Kernbereich Südlich des Columbiadamms werden Aktionsflächen für Pionier- und Zwischennutzungen vorgesehen. Ein Infozentrum für temporäre Vermarktung der Pionier- und Zwischennutzungen schlägt Nutzungen für die Aktions-

flächen vor, die möglichst vielfältig sein sollen (z.B. history corner (Ausstellungsort für historisches Stadtmobiliar); Streichelzoo, Sportcampus u.v.m.) und möglichst vielen Nutzern offen stehen soll. Eine spätere Bebauung ist möglich, wird jedoch nicht konkretisiert. Die Freiflächen des Sommerbades Neukölln werden nach Süden erweitert. Das Lilienthal-Quartier ist Teilbereich des Wohnquartiers nördlich des Columbiadammes (Columbia Quartier). Die neun Blöcke werden durch die Ost-West-Achse in dieses eingebunden. Über Lilienthalstraße und die umverlegte Zülichauer Straße wird eine Anbindung an den Südstern hergestellt, die durch einen Block im Norden baulich betont wird. Östlich des Polizeikasernen-Blocks ist ein zentraler Standort für das vorhandene Mahnmal ausgewiesen.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Über die umverlegte Zülichauer Straße sowie die verlängerte Lilienthalstraße wird eine Nord-Süd-Verbindung zum Südstern hergestellt. Weitere untergeordnete Nord-SüdWegeverbindungen (auch östlich und westlich des Sommerbades Neukölln) im Columbiaquartier werden nördlich des Columbiadamms nicht aufgegriffen. Die vorhandene äußere Flugfeldstraße wird nach Osten verlängert und bildet eine Ost-West-Verbindung aus. der Ring-Boulevard bindet an die Herfurthstraße an. Nördlich des Columbiadamms werden die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Straßenzüge durch die OstWest-Achse zwischen Columbiahalle und TIB-Gelände ergänzt, die auch die Hasenheide anbindet. Von dieser gehen untergeordnete quartiersinterne Erschließungsstraßen ab. Nutzungs- / Stufenkonzept In einem ersten Schritt wird das Flughafengelände in seiner Gesamtheit öffentlich zugänglich gemacht. Verschiedenen Trägergemeinschaften als Mietern soll die Möglichkeit zur Pionier- und Zwischennutzung im Be-

reich Kultur, Freizeit und Sport gegeben werden. Hierzu werden ‚Service units‘ als temporäre Versorgungseinheiten aufgestellt, die die Sanitär- und Energieversorgung sicher stellen sollen (Kostenumlegung auf alle Mieter). Die Entwicklung des Columbia Quartiers erfolgt in 5 Phasen. Ausgehend von der Columbiahalle, wo die beiden Solitäre mittels Blockstrukturen für Wohnen und Gewerbe gefasst werden sollen, entwickelt sich das Quartier schrittweise nach Osten. Im 2. Schritt wird der Polizeikasernenblock mit einbezogen, in dem auch alternative Wohn- und Arbeitsformen vorgesehen sind. Östlich der Polizeikasernen wird die Blockstruktur mit einer Mischung aus Wohn- und Gewerbenutzung fortgesetzt. Durch Verlegung des Regenrückhaltebeckens werden zusätzliche Bauflächen erschlossen. Im Übergang zur Hasenheide werden Teilflächen des Sportvereins für eine Wohnbebauung mit einbezogen. Der Übergang zur Hasenheide wird vom Sportverein organisiert.

Gesamtfläche Wohnnutzung: 146.450 m²; Gesamtfläche Gewebenutzung: 56.870 m² (nach Angaben des Verfassers). Ressourceneffizienz Es finden sich keine Angaben zur Ressourceneffizienz.

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K+K / –, 2. Rundgang

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Leitidee Atmungs Aktiv Die Symbiose aus Freiraum und Raum zum Leben sind Leitgedanken dieses Entwurfs. Gesamtkonzept Für das Tempelhofer Feld wird eine ringförmige Bebauung entlang des ellipsoid überformten Ring-Boulevards vorgeschlagen. Entlang des Ring-Boulevards entsteht eine Kette von Hochhaussolitären in gebührendem Anstand zum Flughafengebäude. Diesem inneren Ring ist ein zweiter Ring niedrigerer Gebäude unterschiedlicher Typologien vorgestellt. Die Hochhauskette weist eine wellenförmig auf- und absteigende Höhenentwicklung auf, die im Übergang zum Flughafengebäude dessen Höhe aufgreift. In 3 Bereichen werden bauliche Übergänge zu den angrenzenden Quartieren geschaffen und deren Bebauungsstrukturen aufgegriffen (Tempelhofer Damm, Neuköllner Quartier, Columbiadamm). Die Höhenentwicklung stuft sich zu diesen Bereichen hin ab. Die Columbiahallen werden durch Zeilenbauten mit Betonung der Ecke Frie32

senstraße / Columbiadamm ergänzt. Gebäudehöhe der Hochhauskette oberhalb der zulässigen Gebäudehöhe gemäß der Schutzzone C. Konzept Kernbereich Das Columbiaquartier wird bis auf einen Freiraum im östlichen Bereich vollständig überbaut. Die Bebauung konzentriert sich entlang des RingBoulevards bis zur Neuköllner Stadtkante mit einem inneren und äußeren Bebauungsring. Zwischen Ringstruktur und Sommerbad Neukölln werden Zeilenbauten sowie Blockstrukturen im Übergang zum Neuköllner Quartier vorgeschlagen. Im Lilienthal-Quartier werden die Blockstrukturen des Columbia-Quartiers weitergeführt. Der Erhalt des Radarturms ist nicht dargestellt.

Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Der ellipsoide Ring-Boulevard dient der Haupterschließung des Tempelhofer Feldes und wird über Stichstraßen an den Tempelhofer Damm, den Columbiadamm und an die Neuköllner Quartier angebunden. Parallel zum Ring-Boulevard ist eine zweite Erschließungsstraße untergeordneten Charakters vorgesehen, die partiell die Trasse der äußeren Flugfeldstraße aufgreift. Die Stichstraßen zum Columbiadamm werden nördlich davon durch die verlängerte Lilienthalstraße bzw. Golßener Straße aufgegriffen. Die Herfurthstraße wird bis zum RingBoulevard verlängert. Nutzungs- / Stufenkonzept Es werden 3 Phasen für die Gesamtentwicklung des Tempelhofer Feldes vorgeschlagen. Zunächst soll die Bebauung im Lilienthal-Quartier und im Neuköllner Stadtquartier errichtet werden, die als Wohnbebauung vorgesehen ist. Das Flughafengebäude soll für kulturelle Veranstaltungen sowie dem Aufbau einer Flugzeugsammlung genutzt werden und schließlich zu einem Museum für Luft- und Raumfahrt werden.

Für diesen 1. Schritt wird der nördliche Teil des Ring-Boulevards gebaut. Der nächste Bebauungsschritt sieht die Errichtung der Wohnquartiere nord-östlich des Ring-Boulevards vor, die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung realisiert werden sollen. Zeitgleich soll der Parkbereich nördlich der Landebahn im Rahmen einer Internationalen Gartenausstellung entstehen. Der ellipsoide Ring-Boulevard wird vollständig geschlossen Als letzte Maßnahme wird die Hochhausbebauung (Leben mit Aussicht) realisiert. Ressourceneffizienz In punkto Ressourceneffizienz lehnt sich der Entwurf an das vorhandene aktuelle Stadtgefüge an. Weitere Angaben zur Ressourceneffizienz werden nicht gemacht.

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Blumenthal / Wallmann, 1. Rundgang

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Leitidee Entwicklung der Gartenstadt Columbiaquartier in der Tradition der Gartenstadt Tempelhof und Umwidmung der ehemaligen Königin-Augusta-Kaserne (Polizeidirektion 5) zu einem Ort für experimentelles Wohnen und Arbeiten. Gesamtkonzept Das Konzept gliedert sich in mehrere Ensembles verdichteter gartenstädtischer Wohnanlagen, die entlang des Ring-Boulevards perspektivisch durch eine Einzelhausbebauung ergänzt werden. Im Teilgebiet Columbiahalle wird ein schrittweise realisierbarer Bürogebäudekomplex für die Polizeidirektion 5 vorgeschlagen, der die Nordhälfte des Kasernenensembles an der Jüterboger Straße für eine Mischnutzung aus Kunst, Handwerk und Wohnen im Kiez frei werden lässt. Südlich des Columbiadamms im Teilbereich Gebäudevorfeld wird ein Freiluftkino / Festzelt vorgeschlagen. Die Gartenstadt Columbiaquartier entwickelt sich beiderseits des Columbiadamms zwischen Lilienthal-/Züllichauer Straße und dem Ring-Boulevard auf dem Tempelhofer Feld.

Entlang des Volksparks Hasenheide werden auf einem ca. 30-40 m tiefen Geländestreifen verschiedene Sport und Freizeitnutzungen angeboten. Neben der Jahn-Sporthalle wird ein Columbiaturm ergänzt. An der Lilienthalstraße wird auf Höhe der Tennisplätze des TiB-Geländes ein Eingangsgebäude ergänzt. Konzept Kernbereich Die Gartenstadt Columbiaquartier weist eine große Zahl verschiedener Gebäudetypen auf, die sich individuell um Höfe und Plätze gruppieren. Die Eingangsbereiche der Gartenstadt am Columbiadamm werden auf beiden Seiten durch Turmbauten markiert. Im Norden (Lilienthal-Quartier) befindet sich ein fünfgeschossiges Geschäftshaus an der Lilienthalstraße. Züllichauer und Golßener Straße werden mit Wohnhäusern städtebaulich neu gefasst. Die Bebauung am ehemaligen Regenrückhaltebecken nimmt dessen Form städtebaulich auf. Für den überplanten Sportplatz an der Züllichauer Straße wird am Ring-Boulevard Kompensation angeboten. Die Gartenstadt-Promenade ist das stadträumliche Bindeglied zwischen den beiden Teilen der Gartenstadt

nördlich und südlich des Columbiadamms. Südlich des Columbiadamms setzt sich die Vielfalt der verdichteten städtebaulichen Formen zunächst fort. In dem zum Ring-Boulevard orientierten Teil des Columbia-Quartiers wird eine durchgehende Einzelhausbebauung vorgeschlagen, die an der Oderstraße durch einen um Gärten gruppierten Uförmigen Mehrfamilienhauskomplex begrenzt wird. Erschließung / Vernetzung Die beiderseits des Columbiadamms gelegenen Teilflächen des Wettbewerbsgebietes werden in Nordsüd-Richtung durch die heutige Lilienthalstraße, die neue Gartenstadt-Promenade und die verlängerte Golßener Straße stadträumlich miteinander verzahnt. Die entscheidende Entwurfsaussage ist die Umwidmung der Polizeidirektion 5 zu einem Ort des experimentellen Wohnens und Arbeitens. Durch diese sich öffnende Fläche erst kann das Columbia-Quartier zu (Kreuzberger) Leben erweckt werden. Der Straßenzug Lilienthal- und Züllichauer Straße setzt sich auf dem Kasernenareal fort (Courbierstraße).

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Im Bereich des Sommerbades Neukölln werden zwei Wegeverbindungen in Nordsüd-Richtung aufgenommen bzw. neu vorgeschlagen und mit der Hasenheide verknüpft. Sämtliche Erschließungsstraßen und –wege im Wettbewerbsgebiet sind – mit Ausnahme des Columbiadamms – Tempo-30-Zonen, die als „sharedspace“-Zonen als Mischprofile gestaltet sind. Nutzungs-/Stufenkonzept In der neuen Gartenstadt sollen verschiedene Wohnformen (Alten-WG´s, Mehrgenerationenwohnen, etc.) und Arbeiten auf engem Raum gemischt angeboten werden. Der Entwurf enthält auch Standorte für Wohnfolgeeinrichtungen (zwei Kitas, eine Schule). Das Heizwerk am Columbiadamm wird zu einer Sporthalle umgenutzt, die der vorgeschlagenen Schule an der Gartenstadt-Promenade zugeordnet ist. Für das Sommerbad Neukölln und das TiB-Gelände werden jeweils Erweiterungsflächen angeboten, die sich jeweils im südlichen Anschluss an die Stammgelände der Einrichtungen befinden.

Im ersten Zeitabschnitt entstehen der Gebäudekomplex an der Lilienthal/Züllichauer Straße und sämtliche wichtige Nordsüd-Verbindungen. Der zweite Zeitabschnitt dient vor allem der Realisierung der westlichen Hälfte des neuen Lilienthal- und Columbia-Quartiers. Das Regenrückhaltebecken bleibt in dieser Entwicklungsphase noch erhalten. Im dritten Zeitanschnitt wird die Realisierung des städtebaulich-landschaftsplanerischen Konzeptes abgeschlossen. Ressourceneffizienz Das Effizienzkonzept der Gartenstadt Columbiaquartier reduziert sich nicht nur in der Grundforderung eines Niedrigenergie- und Passivhausstandards für alle zu errichtenden Gebäude. Mit der ebenfalls von allen Bauherren und –trägern geforderten Installierung von Solar- und gleichwertigen energieerzeugenden Anlagen (Wärmepumpen oder Windanlagen) kann die Gartenstadt zur Erzeugung eines Überschusses an Strom beitragen, durch den z. B. schon bald das alte Flughafenkraftwerk ersetzbar werden wird. Weitere Elemente des Konzeptes sind die Bereitstellung von Bereichen für

das Bauen mit Ressourcen schonenden Materialien (z. B. Lehm, Holz).

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Eisenhart / Lerch, 2. Rundgang

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Leitidee Kern des Entwurfs ist eine Bandstruktur, die sich vom Lilienthal- über das Columbia-Quartier in das Tempelhofer Feld erstreckt und eine großzügige Anbindung an die umgebenden Stadtquartiere ermöglicht. Gesamtkonzept Das in drei Zeitschichten gegliederte Konzept wird in ein Gesamtkonzept eingebettet, das Aussagen für das gesamte Areal des ehemaligen Flughafens Tempelhof enthält. Das entworfene Band kann an den geplanten S-Bhf. Tempelhofer Feld anknüpfen. Auf dem Flughafenareal werden außerhalb des Wettbewerbsgebietes weitere Nutzungen angeboten (See, Wiesen- und Blumenmeer). Neben den Baufeldern im Lilienthalund im Columbia-Quartier werden zwei weitere Baufelder entwickelt, die sich in den Teilgebieten Columbiahalle im Westen und Columbiadamm / Hasenheide im Osten befinden. Für die hier überplanten Sportanlagen (Jahnsporthalle und –sportplatz) wird Ersatz in Form eines Sportparks im südlichen Anschluss an das Gelände des Sommerbades Neukölln angeboten.

Konzept Kernbereich Das konzeptionelle Rückrat des Entwurfs sind zwei Alleen, die in einem Abstand von ca. 150 m parallel verlaufen. Das hierdurch städtebaulich formulierte Band beginnt an der Lilienthal- und der Züllichauer Straße und erstreckt sich über das gesamte Flughafenareal. Im Lilienthal-Quartier bleibt das Regenwasserrückhaltebecken als Wasserfläche erhalten. Die Lilienthal- und die Züllichauer Straße, die westliche Allee und der Columbiadamm werden durch ein Baufeld an drei Seiten gefasst. Die an der heutigen Lilienthalstraße zum TiB-Gelände orientierte Seite bleibt unbebaut. Auf der westlichen Teilfläche des Lilienthal-Quartiers bleiben die Kleingärten erhalten und werden um das Gelände des Sportplatzes an der Züllichauer Straße erweitert. Für den in Anspruch genommenen Sportplatz wird keine Kompensation angeboten. Im Verlauf der Golßener Straße wird eine Passarelle entwickelt, die sich auf dem Flughafenareal in eim Baumraster fortsetzt. Im Columbia-Quartier werden zwischen Columbiadamm bzw. Friedhof

und Ring-Boulevard Baufelder entwickelt, die sich bis zum Gelände des Deutschen Wetterdienstes erstrecken und entlang der Oderstraße außerhalb des Wettbewerbsgebietes fortsetzen. Die Größe der Baufelder orientiert sich an den gründerzeitlichen Blöcken des Bergmannkiezes und des Quartiers an der Schillerpromenade. Für die Baufelder werden keine städtebaulichen Strukturen entwickelt/gezeigt. Im Verlauf der den Friedhof auf der Rückseite begleitenden äußeren Flugfeldstraße wird zwischen den beiden neuen Alleen der Columbia-Platz entwickelt, der eine Fläche von ca. 60x130 m einnimmt. Die Fläche des Columbiadamms ist zwischen den beiden Alleen in gleicher Weise als Platzraum dargestellt, der von den grünen Säumen der Alleen flankiert wird. Das Heizwerk am Columbiadamm wird mit einem Baufeld überplant. Erschließung / Vernetzung Die entworfene Bandstruktur wird durch zwei Passarellen am westlichen und östlichen Rand des Wettbewerbsgebietes ergänzt. Die östliche Passarelle verläuft geradlinig in Fortsetzung der Oderstraße bis zur Hasenheide Maßnahmen sollen die Schaffung ei-

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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ner Infrastruktur sein, die den Individualverkehr verringert sowie klare direkte Wegebeziehungen für Fußgänger und Radfahrer bietet. Eine Hierarchisierung oder Zuordnung des Erschließungssystems (Fuß-, Rad-, Kfz-Verkehr) wird nicht dargestellt. Nutzungs-/Stufenkonzept Das Nutzungsszenario umfasst das Gelände des gesamten ehemaligen Flughafens: Um die zentrale Parklandschaft sind als Nutzungsziele Stadtquartiere mit Wohnnutzungen sowie die Entwicklung von Gewerbe- und Dienstleistungsquartieren vorgesehen. Im Wettbewerbsgebiet werden im Columbiaquartier ausgehend vom Columbiadamm zwischen den beiden Alleen Flächen für Handel, Versorgung, Kultur und Gastronomie sowie Pioniernutzungen vorgesehen. Die Pioniernutzungen befinden sich am Ring-Boulevard. Auf den übrigen Baufeldern sollen Wohnnutzungen entwickelt werden. Der Entwicklungsprozess gliedert sich in drei Zeitschichten: In der ersten Zeitschicht werden die beiden Alleen und die Flächen dazwi-

schen zu einem Pionierband mit den Nutzungen Infobox, Zirkus und Kunst entwickelt. Die vollständige Entwicklung der Wohnbaufelder im Columbiaquartier ist Gegenstand der zweiten Zeitschicht. In der dritten Zeitschicht werden die Kernelemente zwischen den Alleen mit Kultur- und Wohnnutzungen belegt und die Baufelder an der Columbiahalle und auf dem Gelände der JahnSporthalle mit –sportplatz entwickelt. Die Realisierung der Passarellen ist ebenfalls Gegenstand der dritten Zeitschicht. Ressourceneffizienz Leitgedanke ist, für eine Zukunft zu planen, in der Nachhaltigkeit und insbesondere die Minimierung des Energiebedarfs sich auf alle relevanten Bereiche beziehen. Maßstab für den Energiebedarf von Gebäuden sind Passivhäuser. Dachflächen sollen differenziert genutzt werden (Begrünung, Solaranlagen, andere). Unter Nachhaltigkeitsaspekten ist eine hohe Flexibilität erwünscht, die durch ein vielfältiges und modular aufgebautes Angebot erreicht werden kann.

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Hyder Voigt / Inseterni, 2. Rundgang

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Leitidee Columbia Pier – Quartier am Wiesenmeer Gesamtkonzept Das Konzept beschränkt sich im Wesentlichen auf die Entwicklung des Kernbereichs. Vorschlag einer neuen Hauptachse zum Südstern, die zum Rückrat, zum Nukleus der neuen Stadtentwicklung wird, und sich auf den Kernbereich beschränkt. Nach Süden wird mit dem Columbia Pier das Wettbewerbsgebiet überschritten. Das Gebäudevorfeld gegenüber der Columbiahalle wird als Freizeit- und Eventzone ausgewiesen. Konzept Kernbereich Zentrales Wiesenmeer innerhalb des Ring-Boulevards (außerhalb des Wettbewerbsgebiets) / Promenade am Wiesenmeer. Columbia Pier als Landmarke im Wiesenmeer (außerhalb des Wettbewerbsgebiets). Blockrandbebauung im ColumbiaQuartier und Lilienthal-Quartier, überwiegend 3-4 geschossig, 5 Geschosse am Hafenplatz. Die westlichen Bereiche bleiben unbebaut. Quadratischer Stadtplatz Stadtterras38

se am Übergang Wiesenmeer zum Columbia-Quartier. Erschließung / Vernetzung Columbia Pier als freier Quellcode des Entwicklungsprogramms. Temporäre Nutzungen, ob Strandbar, Abenteuerspielplatz oder BMX Strecke haben einen spontanen Charakter, weil sie auf temporäre Bedürfnisse reagieren. Mit dem Columbia Pier wird ein Ort, ein Weg und eine Richtung festgelegt. Der Ort wird zur Anlaufstelle und Ausgangspunkt in einem. Beleuchtete neue Wege als einen ersten Schritt zur Vernetzung der Quartiere. Quartier wird mit schmalen zweispurigen Straßen erschlossen. Nutzungs- / Stufenkonzept Gastronomie am südlichen Hafen am Wiesenmeer. Einzelhandel am Dreiecksplatz am Columbiadamm als Quartierszentrum. Bildung, Betreuung, Erziehung als Nutzungsvorschläge im LilienthalQuartier Die städtebauliche Entwicklung soll in fünf Phasen erfolgen: Phase I: Der Columbia Pier im Wiesenmeer – Landmarke für die neue Entwicklungsachse.

Ein Pavillon (Infobox, Veranstaltungsraum, Cafeteria und Ausguck) zentral im Wiesenmeer südlich des Ring-Boulevards; Columbia Pier als Lichtspur; Eigens für dieses Quartier entworfene Laternen markieren die neuen Wege zum Wiesenmeer. Phase II: Eine Folge von Schmuckplätzen perpetuiert das Hobrechtsche Stadtmuster. An den Schmuckplätzen beginnt die Bebauung mit Ankernutzungen. Quadratischer Stadtplatz Hafen am Wiesenmeer mit nördlicher Randbebauung und südlichem Regenwasserbecken. Hier beginnt und endet der Ring-Boulevard. Dreieckiger Platz als Entree am Columbiadamm mit östlichem Häuserblock. Lilienthal-Quartier mit gerundetem Blockrand in der nördlichen Spitze. Phase III: Das eigene Haus mitten in der Stadt – die ökologische Alternative zur Suburbia, mit Stadthäusern als bezahlbare Parzellen zwischen den Plätzen. Phase IV: Atmende Blockstruktur – der Geschosswohnungsbau an den Blockenden funktioniert als Solitär und Blockrand zugleich. In den sich entwickelnden Blockstrukturen werden

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an den Schmalseiten größere Parzellen für den 4-geschossigen und mehrspännigen Geschosswohnungsbau angeboten. Hier finden Wohngruppen und Investorenprojekte Platz. Projekte definieren sowohl den Straßenraum als auch Anfang und Ende der länglichen Blöcke Phase V: Die Blöcke werden sukzessive und nach Bedarf ergänzt. Über einen längeren Zeitraum werden die Blockränder geschlossen. Konzept mit Blockstrukturen, überwiegend 3-4 geschossig, 5 Geschosse am Hafenplatz. Ressourceneffizienz Zurück in die Stadt – Ein Konzept der Nachhaltigkeit. Das eigene Haus mitten in der Stadt – die ökologische Alternative zur Suburbia. Verringerung des Verkehrsaufkommens; Kompaktheit der urbanen Wohnformen mit 2-seitig eingebundenem Stadthaus; Flachdächer mit solarem Zugewinn; grundsätzliche Nutzung der Kraftwärmekopplung.

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siegmüller.vodde / KUULA, 1. Rundgang

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Leitidee Der Stadtraum wird um ein komplexes Stadtquartier – Columbia-Quartier – ergänzt. Das Quartier grenzt sich klar gegenüber den unbebauten grünen Stadträumen ab. Es wird mir den vorhandenen Stadtstrukturen eng vernetzt. Gesamtkonzept Das Konzept sieht vor, das ColumbiaQuartier als eigenständigen, orthogonal strukturierten, kompakten Bereich beidseitig des Columbiadamms zu platzieren. Die südliche Stadtkante wird von dem Ring-Boulevard begrenzt, die östliche Kante von der Lilienthalstraße. Im Westen wird das Heizwerk als Baustein in die blockartige Struktur eingefügt. Weitere Teilbereiche werden baulich sinnvoll ergänzt, zu Ende gebaut und in das neue Stadtgefüge integriert. Bislang nicht zugängliche Bereiche Polizeikaserne - werden geöffnet. Teilbereich Columbiahalle: Columbiahalle und -kino werden freigestellt und mit einem dritten Baustein ergänzt. Den nördlichen Abschluss bilden zwei Blöcke entlang der Schwiebusser Straße. Teilbereich Polizeikaserne: Die Bebau-

ung der Polizeikaserne wird ergänzt durch weitere Gebäude für Wohnen und gewerbliche Nutzung. Nach Osten hin wird die Golßener Straße begradigt und bildet damit auch den westlichen Abschluss des ColumbiaQuartiers. Teilbereich Jahn-Sporthalle / JahnSportplatz: Der Jahn-Sportplatz wird mit weiteren Spiel- und Erholungseinrichtungen in den erweiterten Grünraum südlich des Schwimmbades verlegt. Der Bereich östlich und südlich der Jahn-Sporthalle wird mit Blockstrukturen ergänzt. Nach Westen eine neue Verbindungsstraße vorgesehen. Konzept Kernbereich Das Columbia-Quartier hebt sich bewusst von angrenzenden Quartieren und Strukturen ab. Es werden klare Kanten zu angrenzenden Räumen definiert. Das Zentrum des Quartiers (Columbia-Quartier + Lilienthal-Quartier) bildet ein urbanes Gefüge um einen zentralen Platz am Kreuzungspunkt der neuen Verbindung vom Südstern zum Tempelhofer Feld mit dem Columbiadamm. Wohnen in miteinander verbundenen offenen Blöcken die Raum bilden für

individuelles Wohnen mit Gärten und Terrassen. Die Zülichauer Straße wird begradigt zugunsten einer nördlichen Bebauung in Verlängerung der Bebauung an der Lilienstraße.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Primärmaßnahmen: Öffnen des Geländes, neue Wegeverbindungen werden etabliert. Das umgebende Wegenetz wird bis zum Tempelhofer Feld ausgedehnt und dieses so an die umgebenden Stadträume angebunden. Vorhandene Wege werden um neue Wegeverbindungen ergänzt. Nutzungs- / Stufenkonzept Das Zentrum des Quartiers bildet ein urbanes Gefüge um einen zentralen Platz am Columbiadamm mit Versorgungsfunktionen. Angrenzend ist Wohnungsbau vorgesehen. Bebauungsstufen sind vorgesehen. Die Entwicklung erfolgt vom Zentrum am Columbiadamm nach Außen zum Grünraum. Als erste Baustufe wird ein Streifen zwischen der Lilienthalstraße und dem zentralen Platz bebaut. In den folgenden Baustufen wird der zentrale Platz geschlossen und die Wohnbebauung nach Süden ergänzt. Zwischennutzungen im Teilbereich Columbia Halle und im ColumbiaQuartier ermöglichen eine Aneignung des Gebietes durch die Bewohner der Stadt: Temporäre Gärten, - Architektur, - Akademien,

temporäres Wohnen usw. Ressourceneffizienz Es finden sich keine Aussagen zur Ressourceneffizienz.

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Relinghaus / –, nicht zugelassen

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Leitidee Innovative Wohn- und Arbeitsangebote im Grünen. Gesamtkonzept Einige Teilgebiete werden neu geordnet. Es entstehen Wohn- Handelsund Dienstleistungsangebote und es werden neue Straßenverbindungen geschaffen. Der Teilbereich Columbiahalle wird entkernt und durch einen Hochhausstandort ergänzt. Ziel dabei ist, eine kulturelle Aufwertung des Standorts zu erreichen. Durch die Fläche der Polizeikaserne wird eine neue Strasse geführt. Sie bindet im Norden an die Heim- bzw. Schleiermacherstraße an. Am südlichen Rand der Polizeikaserne wird ein Teil der Fläche dem Straßenraum des Columbiadamms zugeordnet, und westlich der neuen Straße entsteht ein Gewerbegebiet. Der Columbiadamm wird auf seiner gesamten Länge in beide Richtungen zweispurig ausgebaut und erhält einen deutlichen Mittelbegrünungsstreifen. Konzept Kernbereich Schrittweise ist eine Verdichtung mit innovativen Wohn- und Arbeitsangeboten im Grünen geplant. Am Colum-

biadamm ist ein zentraler Platz vorgesehen, der den Straßenraum und Teile des Lilienthal- und Columbia-Quartiers kreisrund umspannt. Auf dem Platz soll ein Handels- und Dienstleistungsbereich entstehen. Der Erhalt des Heizwerkes wurde nicht berücksichtigt. Erschließung / Vernetzung Der Ring-Boulevard wird zur Erschließung des Gebietes an das Straßennetz angebunden. Neben einer Verlängerung der Lilienthalstraße und der Schaffung einer neuen Anbindung durch das Teilgebiet der Polizeikaserne ist außerdem eine lineare Verlängerung der Golßenerstraße vorgesehen. Ein linearer Ausbau einzelner Straßenzüge wird im Entwurf auch nach Süden angedeutet. Nutzungs- / Stufenkonzept Schrittweise soll die Bebauung organisch verdichtet werden. Grünflächen sollen erhalten und kultiviert werden. Es gibt keine weiteren Aussagen zu einem Stufenkonzept. Ressourceneffizienz Durch die Entkernung und Öffnung der abgeschotteten Flächen werden die klimatischen Ressourcen genutzt.

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HSH / Tinius, 2. Rundgang

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Leitidee Als übergreifende Leitidee schlagen die Verfasser für das gesamte Flughafenareal eine sich verdichtende, mitwachsende Lichtskulptur vor, die historische Bezüge aufnimmt und zugleich eine entwicklungsoffene Struktur anbietet. Gesamtkonzept Es wird ein fünf-stufiges Entwicklungskonzept ausgearbeitet, dass die Einbeziehung der zukünftigen Nutzer in den Planungsprozess und die Erprobung spezifischer Nutzungen am Ort beinhaltet. Die mitwachsende Lichtskulptur bildet dabei einen strukturellen und gestalterischen Rahmen für die Ansiedlung von verschiedenen temporären oder dauerhaften Nutzungen im Verlauf der Zeit. Entwicklungsziel ist eine Wohnbebauung im Kernbereich mit ergänzenden, öffentlichen Infrastruktureinrichtungen in den verschiedenen Teilbereichen. Konzept Kernbereich Orientiert an dem strukturellen Rahmen der Lichtskulptur zeigt sich nach einem ca. 15 Jahre andauernden Entwicklungsprozess eine Wohnbebauung in zwei Typologien. Im westlichen Bereich des Columbia-Quar-

tiers entstehen 2-5 geschossige, gestaffelte Bauten mit differenzierten Außenraumbezügen und ca. 1000 Wohneinheiten. Durch öffentliche Verbindungsräume in Nord-Süd-Richtung wird der Zusammenhang der Grünflächen betont. Im gegenüberliegenden Lilienthalquartier ist eine Bebauung mit dem gleichen Typus vorgesehen. Südlich des Garnisonsfriedhofes und des Sommerbades wird eine 3-geschossige Bebauung mit Gartenparzellen vorgeschlagen. Die Gartenzonen erhalten eine halböffentliche Durchwegung. Hier entstehen ca. 400 Wohneinheiten. Erschließung / Vernetzung Vom Columbia-Quartier gehen eine Reihe von Fuß- und Radwegen in Nord-Süd-Richtung aus, die über die Friesenstraße, Golßenerstraße und die ausgebaute Lilienthalstraße an die nördlich gelegene Stadt, den Südstern, die Friedhöfe und die Hasenheide anbinden. Der Columbiadamm soll langfristig durch verschiedene Maßnahmen, wie z.B. die Entwicklung einer vierreihigen Allee, seitliche Parktaschen, Fußgängerüberwege mit Ampelschaltung und weitere Straßenquerungen, verkehrs-

beruhigt und aufgewertet werden. Die Verkehrserschließung des überwiegend autofrei gehaltenen Columbia-Quartiers erfolgt über die am Flughafengebäude bestehende Straße. Sie wird teilweise unterirdisch zu Tiefgaragen geführt. Zusätzlich ist über Spielstraßen (ohne Parkmöglichkeiten) zwischen der Bebauung eine Anlieferung möglich. Das LilienthalQuartier erhält eine randseitige Verkehrserschließung und Spielstraßen bieten auch hier die Möglichkeit einer internen Anlieferung. Zur Unterstützung der autofreien Konzeption des Columbia-Quartiers schlagen die Verfasser den Bau einer S-Bahnstation mit Anbindung an den im Süden gelegenen S-Bahn-Ring vor. Nutzungs- / Stufenkonzept Während der ersten Phase (Licht: sofort bis 6 Monate) werden das Flughafenareal zeitweise zugänglich gemacht und Begehungen angeboten. Im Kreismittelpunkt des Flughafengebäudes (außerhalb des WB-Gebietes) entsteht ein Cafe. Die ungenutzten Flächen bleiben als Sukzessionsflächen weitgehend sich selbst überlassen. Die Lichtskulptur beleuchtet das Flughafenvorfeld, die Start- und

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Landebahnen, den Rundweg und die Eingänge. Während der zweiten Phase (Pionierphase: 6 Monate bis 2 Jahre) wird der Kernbereich zugänglich gemacht und mit temporären Nutzungen bespielt. Sie sind entlang eines Linienrasters angeordnet und orientieren sich inhaltlich an den Ergebnissen des Internetdialogs. Auch das Flughafengebäude wird mit Zwischennutzungen belegt. Ergänzend werden die neuen Nutzungen, Zugänge und Wege beleuchtet. Zur Nutzung des Kragdaches des Flughafengebäudes als Solarkraftwerk wird ein Bewerbungsverfahren eingeleitet. Als Event ist die Einführung des ersten Tempelhoffestivals vorgesehen. In der dritten Phase (Aneignung: 2. bis 5. Jahr) etablieren sich einige Nutzungen dauerhaft (auch im Flughafengebäude), andere dagegen werden durch neue ersetzt. Im Lilienthal- und Columbia-Quartier werden im Linienraster Parzellen ausgewiesen, die zunächst als Gartenflächen zugänglich gemacht werden. Haupt- und Verbindungswege werden befestigt. Die Beleuchtung dehnt sich auf die neuen Wege, Zugänge und Nutzungen aus und sie betont das Linienraster.

Südlich des Sommerbades entsteht ein Jugend-Erlebnispark und es sind eine Reihe landschaftsplanerischer Maßnahmen vorgesehen (s. Erläuterungstext). Während der vierten Phase (Die Siedler: 5. bis 10. Jahr) setzt die Bebauung der Parzellen ein. Eine Neubausatzung definiert die Kenndaten zu Energiebedarf, Emissionen und Baustoffen. Leitbild ist ein autofreies Wohnen im Grünen. Am Columbiadamm entstehen Solitärbauten für Bildung, Gastronomie und Einkauf. Die Teilfläche Columbiahalle wird als Eventund Konzertstandort ausgebaut, die Bauten werden in einen Nachbarschaftspark integriert. Die Kasernengebäude werden öffentlich (Schule, Kita) und durch betreute Wohnformen genutzt. Die Lichtskulptur wird entsprechend der neuen Nutzungen ergänzt. In der fünften Phase (Das neue Columbia-Quartier auf dem Tempelhofer Feld: 10. bis 15. Jahr) zeigt sich ein Gesamtbild, das den historischen Flughafen, die städtebaulichen Achsen und die neuen Nutzungen zu einer fließenden Ästhetik verschmilzt. Das Flughafengebäude entwickelt sich zu einem überregionalen Anziehungs-

punkt. Die Wegeverbindungen in die Quartiere werden fertig gestellt und das Wohngebiet ist durch eine neue S-Bahn-Station an den S-Bahn-Ring angeschlossen. Als landschaftsplanerische Maßnahme wird die Durchführung einer IGA begrüßt. Von Google Earth ist das Lichtbild Tempelhofs als einprägsames Image lesbar. Ressourceneffizienz Die Bebauung des Kernbereiches soll emissionsfrei, energieneutral und wieder verwertbar erfolgen. Die Lichtskulptur wird über ein Solardach auf dem auskragenden Dach des Flughafengebäudes gespeist, für das es wegen des Imagefaktors Tempelhof nach Recherchen der Verfasser ausreichend Sponsorenpotential geben soll.

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Assoziierte Ingenieure Architekten / –, 1. Rundgang

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Leitidee Thema des Entwurfes ist die Verdichtung von urbanen Strukturen in Manier einer 2. „Gründerzeit“. ... Es soll ein neues, vitales Viertel entstehen, welches so geplant wird, dass es durch vielschichtige Strukturen in den Bereichen Arbeitsplatzstandort Sitze für neue und bereits ansässige Betriebe schafft sowie mit Möglichkeiten zum Zusammenleben mehrerer Generationen gesellschaftliche, bauliche und arbeitsorientierte Akzente setzen kann. Gesamtkonzept Der Columbiadamm wird als Hauptachse des neu entstehenden Quartiers begriffen. Die Kreuzungen mit der Friesen- und der Lilienthalstraße werden als Ein- und Ausfahrt bezeichnet und als Rondelle zur Verkehrsberuhigung ausgebildet. Das Konzept setzt bewusst auf die Berliner Tradition der Blockrandbebauung. Sie definiert das LilienthalQuartier und den südlich anschließenden Abschnitt des Columbia-Quartiers bis dicht an die Parklandschaft. Südlich des Friedhofes erfolgt ein Wechsel zur Zeilenbebauung. Der östliche Teil des Columbia-Quartiers

wird als Freiraum entwickelt. Wichtig ist den Verfassern die Erweiterung des TiB-Sportgeländes, das Öffnen neuer Zugangsbereiche zur Hasenheide und die Verbindung zu einem neuen Spielplatzareal südlich des Friedhofs. Von Westen kommend wird das Vorfeld des Flughafengebäudes als Park gestaltet. Ab der Einmündung der Friesenstraße erhält der Columbiadamm eine dichte bauliche Fassung. Die Bereiche Columbiahalle und Polizeikaserne werden in enger Verknüpfung zu bestehenden Quartieren als Wohn- bzw. Mischgebiete entwickelt. Konzept Kernbereich Der überwiegende Teil des Kernbereichs erfährt eine dichte Blockrandbebauung. An der Gabelung Züllichauer- und Lilienthalstraße bildet ein Platz die attraktive Eingangszone zum Quartier. Im Columbia-Quartier entsteht durch Freilassen eines Baufeldes ein großer Quartiersplatz. Ein weiterer Platz westlich des Heizwerks wird neuer Standort für das Columbiahaus-Denkmal. Südlich davon trennt eine Natursteinmauer das Quartier vom ehemaligen Flugfeld.

Die Verfasser betonen, dass die gesamte Infrastruktur der Straßen- und Wegeführung einschließlich Grünanlagen und einiger Spielplätze vorab erstellt werden soll. Das Erschließungsraster (Grid) lässt Baufelder unterschiedlicher Form und Größe entstehen. Als Baufenster betrachtet lassen sie individuelle Planungen zu, wobei Solistenbauten und Solitäre vermieden werden sollen. Die parzellenweise Gliederung der Baufenster erleichtert ein Einhalten der Konzeption, ermöglicht aber dennoch ein individuelles Bauen. Erschließung / Vernetzung Der Grid-Plan legt eine rasterartige Erschließungsstruktur fest. Sie wird für Lilienthal- und Columbia-Quartier gemeinsam entwickelt. Die Ausrichtung des Netzes am Columbiadamm integriert ihn stadträumlich als Hauptachse des neuen Quartiers. Ziel ist es, bereits entwickelte Grünstrukturen am Ende der jeweiligen Bauphasen zu erreichen. Die Erschließung der Bereiche Columbiahalle und Polizeikaserne für den Individualverkehr wird in das bestehende Straßennetz eingebunden.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Gewünscht wird eine bessere Verbindung vom TiB-Sportgelände zur Hasenheide und entlang des Sommerbades Neukölln zu einem neuen Café- und Spielplatzbereich am Rand der Parklandschaft. Nutzungs- / Stufenkonzept Das Konzept geht von einer Realisierung in Bauabschnitten aus. 1. Bauabschnitt ist die Grünverbindung zwischen TiB-Sportgelände und neuem Spielplatzbereich. Sie beinhaltet die Erweiterung des Sportgeländes um ein Großspielfeld mit baulichem Abschluss zur Lilienthalstraße. Ziel ist die Steigerung der Freizeitattraktivität des Quartiers. 2. Bauabschnitt: gemeinsame Erschließung und Errichtung von Lilienthal- und Columbia-Quartier. Gewünscht sind beruhigte Innenzonen und belebte Erdgeschosszonen. Ziel ist ihre Nutzung zur Bildung eigener Strukturen des neuen Viertels (Geschäfte, Kleinbetriebe, Handwerk, Kunst- und Pädagogische Einrichtungen, Dienstleister usw.). Auf Grundlage der fertigen Infrastruktur sind auf allen Baufeldern Zwischennutzungen möglich. Erwähnt werden u.a.: Kunstcontainer, Rollhei-

mer, Wohncontainer, wilde Spielplätze, Erholungsgebiete, Sportflächen für Schulen, Parkanlagen, Buga-Nutzung, Freilichtkinos, Konzertflächen, Festplätze, Flohmarktplätze und Freilichtmuseen. 3. Bauabschnitt ist die Entwicklung des Bereichs Polizeikaserne. Durchdachtes Anlegen, Bepflanzen, Bauen und Vermieten/Verkaufen lässt eine Stadtstruktur im Quartier wachsen. Es wird an das bestehende Straßennetz angeknüpft. Die Entwicklung beinhaltet die beidseitige Bebauung des Columbiadamms und die partielle Öffnung der Mauer, die das Polizeiareal bisher gegen ihn abgrenzt. Eine Parkanlage im Vorfeld des Flughafengebäudes ermöglicht das Erleben des Gebäudes und dient dem Verweilen, Betrachten und Flanieren. 4. Bauabschnitt ist der Bereich Columbiahalle. Vorgesehen ist eine strukturierte Nutzung, die hier Wohnen und im benachbarten Kasernenviertel Arbeiten und die Deckung des täglichen Bedarfs vorsieht. Der Bereich weist einen vergleichsweise hohen Anteil an Grünflächen auf.

Ressourceneffizienz Laut Aussage der Verfasser bringt verdichtetes Wohnen in gewohnten Strukturen mit innovativen Wohnformen ... Menschen aller ... Altersstrukturen zusammen und gibt zudem Freiräume preis. Offene Straßenräume werden als Freiräume betrachtet. Weiterhin wird betont, dass die Netzstruktur lange Wege vermeidet und die Erreichbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel begünstigt. Die Verfasser legen Wert auf ökologisches Bauen und geben einer massiven Ziegelbauweise (Langlebigkeit) den Vorzug vor dem Einsatz wärmedämmender Materialien. Unter Energieaspekten sollen auch Photovoltaik und Wärmepumpen zum Einsatz kommen.

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Nickol / plancontext, 2. Rundgang

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Leitidee Das Entwurfskonzept wird geleitet von der Idee der prozessualen Stadtentwicklung als interdependente Anpassung verschiedener Komponenten und Elemente an die sich wandelnden Bedürfnisse und Möglichkeiten im Laufe der Zeit. Gesamtkonzept Als Grundgerüst dieser Entwicklung bezeichnen die Verfasser die Betrachtung des Columbiadamms vom Platz der Luftbrücke bis zur Hermannstraße sowie die Beziehung des ehemaligen Flugfeldes (Wiesenmeer) zu den bestehenden nördlichen Quartieren Bergmannkiez und Südstern. Der teilweise begradigte Columbiadamm wird als Stadtstraße mit wechselnder stadt- und landschaftsräumlicher Fassung gesehen. Die bestehende Rahmung beider Enden durch Blockstrukturen wird in der Mitte durch die Bebauung von Columbia- und Lilienthal-Quartier ergänzt. Den weiteren Straßenverlauf definiert ein fließender Raum mit Solitären, Baumreihen und Aufweitungen (Fenstern) zu ehemaligem Flughafenareal und Hasenheide. Auf dem TiB-Sportgelände wird die

Ausbildung eines experimentell zu bebauenden Wohnquartiers mit quadratischem Grundriss vorgeschlagen. Den großen offenen Raum des ehemaligen Flugfeldes umgibt die Grüne Sichel, ein Band von Freiraumparzellen unterschiedlicher Größe, die an die unterschiedlichsten Nutzer und Träger temporär vergeben werden. Der Ring-Boulevard wird zur Meerespromenade um das Wiesenmeer. Ein als Regenwasserrückhaltebecken dienender Graben auf der Seite des Flugfeldes unterstützt diese Assoziation. Konzept Kernbereich Das Lilienthal-Quartier wird als dichtes, urbanes Quartier mit Berlin-typischer Blockrandbebauung konzipiert. Es gliedert sich in Blöcke mit abgestuften Geschosshöhen. Zum TiBSportgelände hin öffnet sich ein trapezförmiger Platz. Das Columbia-Quartier wird nur unmittelbar südlich des Columbiadamms bebaut. Der Erhalt des Heizwerks wurde nicht berücksichtigt. Zu den südlich anschließenden Freiräumen orientieren sich vergleichsweise niedrige trapezförmige Baukörper mit Innenhöfen. Beide Quartiere wer-

den als Einheit begriffen und weisen zum Columbiadamm hin die größten Geschosshöhen auf. Den Großteil des Columbia-Quartiers nimmt die Parzellenstruktur der Grünen Sichel ein Sie orientiert sich an den Schwüngen der vorhandenen äußeren Flugfeldstraße und des RingBoulevards.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Das Lilienthal-Quartier wird durch Golßener, Züllichauer und Lilienthalstraße erschlossen. Die Bebauung betont die nördliche Straßengabelung. Auf der Ostseite des Quartiers öffnet sich ein trapezförmiger Platz zur Lilienthalstraße und dem anschließenden Quartier, das dort auf der Fläche des TiB-Sportgeländes entsteht. Dies weist nach Westen hin einen korrespondierenden Freiraum und eine innere Erschließung auf. Die Lilienthalstraße wird südlich des Columbiadamms bis in die Parklandschaft verlängert und erschließt gemeinsam mit der vorhandenen äußeren Flugfeldstraße das ColumbiaQuartier. Weiterhin betonen die Verfasser die Vernetzung der Freiräume in NordSüd-Richtung. Westlich des Columbia-Quartiers vermittelt ein trapezförmiger Freiraum zum Wiesenmeer. Eine Konzeptskizze zeigt die gewünschte Öffnung des Volksparks Hasenheide zum Columbiadamm. Nutzungs- / Stufenkonzept Von den Autoren wird vor allem die variable Nutzbarkeit der Grünen Sichel hervorgehoben, auf der sich die un-

terschiedlichsten Nutzungen in bunter multikultureller Weise mischen können, wobei eine temporäre Bebauung nicht ausgeschlossen ist. Beispielhaft genannt werden Tennisplätze, Kleingärten, Clubhütten, Kinderzoo, Bildhauerwerkstätten, Schafställe, Schulagrarfelder, Abenteuerbauplätze, Versuchsbauten und Pferdeställe. Weiterhin wird die Möglichkeit erwähnt, den Bereich im Rahmen der internationalen Gartenbauausstellung IGA 2017 zu entwickeln und hier zusätzliche Schauinhalte zu integrieren. Für die Verfasser lässt sich momentan keine Entwicklung absehen, bei der eine Wohnbebauung im Bereich der Meerespromenade sinnvoll erscheint. Eine Perlenkette von Wohnhochhäusern um das Wiesenmeer wird aber als minimal footprint solution unter dem Motto Luxuriöses Wohnen 2050 für die Zukunft nicht ausgeschlossen. Für bestehende und neue Baustrukturen ist überwiegend Wohnnutzung vorgesehen. Dabei kann das Quartier auf dem überbauten TiB-Sportgelände, etwa als IBA-Quartier, Experimentierfeld neuer Haustypologien für neue Wohnbedürfnisse und Lebensstile werden.

Es wird hervorgehoben, dass sich die einzelnen vorgeschlagenen Optionen zukünftiger Entwicklung nicht nur als ganze Bausteine, sondern auch in Teilen in unterschiedlichen Szenarien entwickeln und kombinieren lassen. Ressourceneffizienz Die Einschätzung der Verfasser zur Ressourceneffizienz lautet: Die Verteilung der Flächen in unterschiedlichen Größenordnungen an die unterschiedlichsten Gesellschaftsgruppen zur temporären Nutzung und Pflege stärkt ... die gesellschaftlichen Kohäsionskräfte und Integrationsbemühungen innerhalb des sozialen Berliner Flickenteppichs und ist somit äußerst ressourceneffizient.

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roedig.schop / hutterreimann + cejka, Auswahl für 2. Stufe

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Leitidee Ein Spiel der Möglichkeiten wird eröffnet, orientiert an einem einfachen, urbanen Raster aus dem heraus flexible, zukünftige Entwicklung an diesem Ort, den Columbiadamm überbrückend, entstehen kann. Die Stadt entwickelt sich hier zeitversetzt nach der Landschaft. Gesamtkonzept Es wird ein baulicher Brückenschlag über eine „Landschaftsbrücke“ vom Tempelhofer Feld über den Columbiadamm nach Norden vorgeschlagen. Die zentrale Freifläche Flughafen wird damit über einen durchgängigen Grünzug an Südstern und Bergmannkiez angeschlossen. Parallel dazu werden Baufelder (Spielfelder) ausgewiesen, für deren Teilbereiche Art und Maß der Nutzung, aber keine konkrete städtebauliche Figuration vorgegeben wird. Es ist eine Chance die Bebauung im Prozess zu entwickeln. Columbiahalle: Schließen dreier Blokkecken durch Blockrandbebauung. Blockstruktur der Friesenstraße wird an Columbiadamm herangeführt. Polizeikaserne: Aufheben der Barrierewirkung durch Einführen einer blokkinternen Wegeerschließung.

Konzept Kernbereich Die westlichen Teilflächen des Kernbereiches werden vollständig von Bebauung freigehalten. Ein Grünzug quert über eine bis zu 50m breite Landschaftsbrücke den Columbiadamm und erstreckt sich bis an den nördlich angrenzenden Friedhofsbereich. Zum Tempelhofer Feld öffnet sich die Grünfläche trichterförmig, als Puffer zwischen historischem Bestand und Grünzug sind Freizeitsportflächen platziert. Der Erhalt des Heizwerks wurde nicht berücksichtigt. Am Übergangsbereich zu Lilienthal/Züllichauer-/Golßenerstraße mündet der Grünzug in einen kleinen Stadtplatz. Baumreihen als lineare Strukturen begleiten den Grünzug vom Ring-Boulevard bis zum Südstern. Parallel zum Grünzug wird ein Bebauungsfeld definiert, welches auf einem nicht konkretisierten, städtebaulichen Raster aufbaut, das Bauflächen, Dichte und Bebauungshöhen definiert:

Bauliche Verdichtung in Zone 1 mit 5-6 Geschossen an Columbiadamm und im nördlichen Teilbereich des Lilienthaler Quartiers als Hochpunkt an der Überleitung zur bestehenden Stadt. Zum Tempelhofer Feld und von dort Richtung Neukölln (entlang südl. Friedhofsmauer) Abnahme der Ausnutzung (Zone 2 mit 3-4 Geschossen und Zone 3 mit 1-2 Geschossen). Bebauung soll sich im Prozess (dem Bedarf angepasst) entwickeln. Eine Bau- und Freiraumtypologie für das vorgegebene städtebauliche Raster wird vorgeschlagen. Die „Ringpromenade“ wird über zweireihig versetzte, aufgelockerte Baumreihen akzentuiert.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Der bestehende Straßenverlauf wird weitgehend übernommen. Die Lilienthalstraße wird nach Süden auf das Columbia-Quartier verlängert und an das bestehende Wegenetz angeschlossen. Östlich dieser neuen Erschließungsstraße wird das Wettbewerbsgebiet landschaftlich gestaltet. Das Wettbewerbsareal im Süden von Friedhof und Sommerbad wird durch eine neue Wegeverbindung an den Columbiadamm angebunden. Als zentrale vernetzende Maßnahme ist der Brückenschlag über den Columbiadamm zur fußläufigen Anbindung vom Tempelhofer Feld an die bestehende Stadt vorgesehen. Nutzungs- / Stufenkonzept Die städtebauliche Entwicklung ist in drei Phasen unterteilt. 1. Phase: Errichtung der Landschaftsbrücke und Initialpflanzung eines großen Obstbaumhaines in einem strengen Raster auf der Fläche des künftigen „Spielfeldes“ 2. Phase: Das Gelände wird an den Haupterschließungen von innovativen Wohnformen besetzt. Entwicklung beginnt am Columbiadamm und wächst innerhalb der Nord-Südspange. Die

Flächen im Süden von Friedhof und Sommerbad bleiben offen für nicht näher beschriebene Zwischennutzungen. 3. Phase: Verdichtung und Umsiedlung der Zwischennutzer werden dem Bedarf angepasst. Eine bauliche Verdichtung Richtung Neukölln, entlang dem Ring-Boulevard, ist vorgesehen. Als Nutzung ist innovatives Wohnen in verschiedenen Bautypologien vorgesehen (Ketten-, Reihen-, Garten-, Atrium-, oder Punkthaus). Ressourceneffizienz Das Konzept ist auf Verdichtung angelegt. Sollte dazu kein Bedarf bestehen, ist das Raster (Obstbaumhain) für temporäre Nutzungen oder als temporäre Freianlage nutzbar. Nur die jeweils erforderlichen Ressourcen werden eingesetzt.

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Insula / Insula, 2. Rundgang

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Leitidee Die Wahrung der bisherigen Flughafenform nimmt eine zentrale Rolle in unserem Projekt ein. Es wird versucht dieses Oval nicht als bauliche Grenze, sondern als dynamische Raumkante zu wahren. Die freie Wiese wird durch ein grünes Band umrahmt... das sich mit der großen Ortbetonfläche des Flughafenvorfeldes verbindet. Gesamtkonzept Zentrales Ziel ist die Schaffung einer zusammenhängenden elliptischen Großform auf dem Tempelhofer Feld. Dazu wird der Ring-Boulevard in seiner Form aufgegeben und durch einen elliptischen Erschließungsweg ersetzt, der von dem Flughafengebäude ausgehend im Grundriss die Großform herstellt. An diesen Erschließungsweg angelagert ist ein grünes Band mit Sportund Freizeiteinrichtungen, gleichzeitig formuliert dieser Weg die Baugrenze nach Innen zur Freifläche. Alle vorgeschlagenen Felder für städtebauliche Erweiterungen (Stadtquartier Neukölln und Stadtquartier Tempelhof) beziehen sich darauf. Sie sind mit offenen Hofstrukturen auf diesen Innenraum ausgerichtet

Columbiahalle: Schließen des nördlichen Straßenraumes resp. der Blokkecken durch Blockrandbebauung. Als Nutzung ist Gewerbe- und Bürostruktur vorgesehen. Polizeikaserne: Aufheben der Barrierewirkung durch blockinterne Wegeerschließung nach der zukünftigen Verlagerung der polizeilichen Nutzung. TiP – Sportgelände : Positionierung einer Gebäudezeile (Vereinsheim Sportverein) entlang Lilienthalstraße. Konzept Kernbereich Im nördlichen Areal des ColumbiaQuartiers und im Lilienthal-Quartier sind Zeilenbauten zu 4 U-förmigen, quartiersübergreifenden Gebäudeanlagen organisiert. Sie bilden das städtebauliche Gerüst. Die Hofanlagen mit halböffentlichen gemeinschaftlichen Grünflächen sind nach Süden, zum Tempelhofer Feld geöffnet. Die Kopfbauten der Anlagen am Tempelhofer Feld sind als Höhendominanten (Wohntürme) ausgebildet. Geschossanzahl oder Bebauungshöhen werden nicht genannt. Fünf Erschließungsachsen verzahnen in Nord-Südrichtung die Quartiere. Die Haupterschließungsachse (Fußgängerzone) beginnt, durch eine Bau-

körperaufweitung akzentuiert, auf dem Tempelhofer Feld und führt zum Platz am Dreiländereck (nördlicher Teilbereich des Lilienthal-Quartiers). Im nördlichen Bereich quert eine Fußgängerachse das Baufeld von Golßenerstraße bis zur Lilienthalstraße. Die südöstlichen Teilflächen des Columbia-Quartiers werden nahezu vollständig von Bebauung freigehalten und mit Sport- und Freizeitflächen (z.B Ausgleichsflächen für Sportplatz im Lilienthal-Quartier) belegt. Lediglich im südöstlichen Randbereich des Wettbewerbsgebietes gibt es Zeilenstrukturen, die aber zum übergeordneten Stadtquartier Neukölln gehören. Das Regenrückhaltebecken wird aus dem Lilienthal-Quartier in den offenen Bereich des ehem. Flugfeldes verlagert. Der Erhalt des Heizwerks ist nicht berücksichtigt.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Die bestehende Straßenführung wird weitgehend übernommen. Der Columbiadamm soll von der Verkehrs- zur Verbindungsachse entwickelt werden. Dazu werden an drei ausgewählten Punkten Fußgängerüberwege errichtet, die zu einer Verringerung der Durchgangsgeschwindigkeit beitragen sollen. Die Golßenerstraße wird nach Süden über den Columbiadamm hinweg verlängert. Das Areal im Süden von Friedhof und Sommerbad wird durch eine neue Wegeverbindung zwischen den beiden o.g. Nutzungen hindurch an den Columbiadamm angebunden. Nutzungs- / Stufenkonzept Es soll eine bunte Mischung aus sich überlagernden und ineinandergreifenden Nutzungen entstehen. Büros und Einzelhandel in den Sockelbereichen sowie Wohnnutzungen in den Geschossen. Das Angebot soll sich an unterschiedliche Investoren wie Wohngruppen, Baugemeinschaften oder öffentliche Körperschaften richten. Die städtebauliche Entwicklung ist in Phasen unterteilt.

Je nach Entwicklungsprozess werden zwei Möglichkeiten für einen Baubeginn vorgeschlagen: Verlagerung des Regenrückhaltebekkens auf das ehem. Flugfeld als Initialeingriff und städtebauliche Erschließung des östlichen Lilienthalquartiers. Als alternativer Entwicklungsansatz wird die Bebauung des östlichen Teilbereichs des Columbia-Quartiers vorgeschlagen. Die nachfolgenden Bauphasen entwickeln das Gebiet nach Westen weiter. Ressourceneffizienz Es werden keine Angaben zur Ressourceneffizienz gemacht.

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nps / ST raum a., Auswahl für 2. Stufe

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Leitidee Das städtebauliche Konzept sieht die Schaffung von in den Landschaftsraum integrierten Baufeldern vor, die wie Blätter an einem Zweig wachsen und sich weiter entwickeln können. Gesamtkonzept Das städtebauliche Konzept bezieht sich auf den Kernbereich des Wettbewerbsgebietes; zu den übrigen Bereichen wird keine Aussage getroffen. Das Konzept will durch die Ausweisung von ellipsoiden und amöboiden Baufeldern eine sukzessive bauliche Entwicklung ermöglichen. Die Baufelder sollen wie Inseln im grünen Meer Keimzellen der Entwicklung sein und Möglichkeiten zum organischen Wachstum bieten. Konzept Kernbereich Im Kernbereich werden insgesamt 8 Baufelder nördlich und südlich des Columbiadamms vorgeschlagen, die frei im Landschaftsraum Hasenheide / Tempelhofer Feld angeordnet sind. Die einzelnen Baufelder sind durch geschlossene Randbebauung, Zeilenbauten sowie Punkthäuser bei einer durchgängigen Gebäudetiefe von 12 m differenziert. Die Höhenentwicklung staffelt sich zum Tempelhofer Feld ei-

nerseits sowie nach Südosten ab. Die Baufelder beidseits des Columbiadamms weisen eine Traufhöhe von 22 m auf. Die südlichen Baufelder staffeln sich von 18 m am Ring-Boulevard auf 15 m am Neuköllner Quartier ab. Hasenheide und Tempelhofer Feld bilden einen zusammenhängenden Freiraum, der südlich des Ring-Boulevards wellenförmig begrenzt ist. In Umkehrung der baulichen Inseln werden hier grüne Landschaftsinseln ausgebildet.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Die Baufelder werden in Nord-SüdRichtung durch die verlängerten Straßenzüge Golßener Straße und Lilienthalstraße erschlossen. Die Lilienthalstraße wird entsprechend bis zum Ringboulevard weitergeführt. Im Columbia-Quartier wird die äußere Flugfeldstraße bis zur Herfurthstraße als übergeordnete Erschließungsstraße verlängert. Von dieser gehen Stichstraßen zu den einzelnen Baufeldern ab, die jeweils intern erschlossen werden. Das verkehrliche Erschließungskonzept wird überlagert von einem Fußwegesystem, das mäandernd die Baufelder verbindet. Nutzungs- / Stufenkonzept Für den Kernbereich werden 3 Entwicklungshasen vorgeschlagen. In der 1. Phase ist eine Zwischennutzung der vorhandenen Sportflächen (recreation area) sowie von Flächen südlich des Columbiadamms vorgesehen. Zeitgleich werden die Baufelder für Wohnen zwischen äußerer Flugfeldstraße und Ring-Boulevard erschlossen. Als nächstes wird in der 2. Phase die recreation area aufgegeben und drei

neue Baufelder für Wohnnutzungen ausgewiesen. Im 3. Schritt werden die Baufelder nördlich und südlich des Columbiadamms bebaut. Hier ist eine Mischnutzung von Wohn- und Gewerbenutzung geplant. Ressourceneffizienz Das neue Quartier soll eine Mustersiedlung für nachhaltigen Städtebau werden. Die Gebäude sollen gemäß der green building standards unter Nutzung erneuerbarer Energien errichtet werden. Regenwasserversickerung über Mulden und Rigolen.

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Dih, Noack / Schwarz & Partner, 1. Rundgang

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Leitidee Um den Prozess in der Zeit zu gewährleisten, setzen wir Orte, ein typologisches Gerüst, mit den uns zur Verfügung stehenden städtebaulichen Mitteln, die sich nach Bedarf füllen können. Gesamtkonzept Die Verfasser schlagen für das Tempelhofer Feld 4 Orte unterschiedlicher räumlicher Typologien vor, die das Flughafengebäude als 5. Ort miteinbeziehen. Diese Orte sollen als Heterotrope (nach Foucault) Kristallisationspunkte und Katalysatoren sein. Für das gesamte Tempelhofer Feld sind 3 Orte konzentrierter baulicher Entwicklung vorgesehen: Am Tempelhofer Damm (außerhalb des Wettbewerbsgebietes) sowie am Neuköllner Stadtquartier und am Columbiadamm. Diese werden mittels eines in Ost-West-Richtung verlaufenden Bandes verbunden. Ein größerer Block soll zwischen Columbiabad und Jahnsportplatz entstehen. Im Südendes Flugfeldes (außerhalb des Wettbewerbsgebietes) werden in einem Bereich geringer baulicher Dichte Punkthäuser vorgesehen. Der Polizeikasernenblock wird mittels

einer Randbebauung an der Süd-Ostbzw. Süd.-West-Ecke partiell ergänzt. Konzept Kernbereich Columbia-Quartier und LilienthalQuartier werden über das Forum am Columbiadamm verbunden. Mit einer 6-8-geschossigen Randbebauung wird ein rechteckiger Stadtplatz (250 x 115 m) ausgebildet, durch den der Columbiadamm verläuft. Nördlich und südlich des Forums schließen sich jeweils 5-geschossige, orthogonale Blöcke an. Das Columbia-Quartier wird im Süden durch drei 5-geschossige U-förmige Gebäude mit Sockelgeschoss am Ring-Boulevard, zu dem sie sich orientieren, begrenzt. Zwischen ihnen und der Blockstruktur sind 2-geschossige Zeilenbauten angeordnet, die punktuell bis auf 8 Geschosse ansteigen. Die Zeilenbauten setzen sich in östlicher Richtung bis zum Quartier Neukölln fort. Zwischen 3-4-geschossigen Zeilen (partiell auf 6 Geschosse ansteigend) liegen Reihenhäuser (3 Geschosse). Im Südosten sind die Zeilen als nach Norden ansteigende Terrassenhäuser ausgewiesen. Den östlichen Abschluss bilden zwei 5-geschossige Blöcke (unter Nutzung von

Teilflächen des Sommerbades). Im südlichen Block wird eine Kindertagesstätte integriert. Erhalt des Heizkraftwerkes ist nicht vorgesehen.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Der Kernbereich ist über die verlängerte Lilienthalstraße an den Südstern angebunden. Diese geht in die vorhandene äußere Flugfeldstraße entlang des Friedhofs über, von der Stichstraßen zur Erschließung der Zeilenbauten bzw. Reihenhäusern abgehen. Das Forum ist als städtischer Platz in Längsrichtung zum Columbiadamm ausgerichtet. An den Außenseiten des Forums ist eine umlaufende Erschließung vorgesehen. Das Erschließungssystem setzt sich nach Süden zur Erschließung der Zeilenbauten und der Bebauung am Ring-Boulevard fort. Die Golßener Straße ist zwischen Zülichauer Straße und Columbiadamm aufgehoben. Ergänzend zum Straßennetz besteht ein Fußgängerwegenetz, das Bezüge in Nord-Süd- und in Ost-West-Richtung herstellt. Der Ring-Boulevard wird als Rundweg für Jogger, Spaziergänger, Reiter und Skater definiert.

Nutzungs- / Stufenkonzept Für den Kernbereich sind 3 Entwicklungsphasen dargestellt. Die bauliche Entwicklung beginnt mit den U-förmigen Gebäuden am RingBoulevard, die als Katalysatoren der Entwicklung angesehen werden. In deren Sockelgeschossen befinden sich Nutzungen, die sich auf den Ort beziehen – ein Café, ein Restaurant, Indoorsport, Wellness. In den Obergeschossen soll experimentelles Wohnen und Arbeiten realisiert werden. In den Innenhöfen werden über den Sockelgeschossen kollektive Gärten angelegt. In der 2. Phase soll sich die Zeilenbebauung nach Osten als Standort für experimentelles Wohnen, auch für Baugemeinschaften, entwickeln. Den Abschluss bildet in der 3. Phase das Forum als Platz der urbanen Begegnung. Das Erdgeschoss ist mit einem umlaufenden Arkadengang versehen, die Obergeschosse stehen für Wohnnutzungen zur Verfügung. Die Blöcke nördlich und südlich des Forums sind ebenso wie die südlichen Zeilenbauten Teil dieser Phase. In den Blöcken ist kombiniertes Wohnen und Arbeiten geplant; die Zeilenbauten

sind als Standort für experimentelles Wohnen ausgewiesen. Insgesamt werden ca. 1.500 Wohneinheiten angeboten (nach Angaben des Verfassers). Die Bebauung wird ergänzt durch ein differenziertes Grünflächenkonzept, das öffentliche, private sowie gemeinschaftlich genutzte Flächen vorsieht. Ressourceneffizienz Die Verfasser verstehen den Entwurf als typologisches Gerüst und Ressource der prozessualen Entwicklung. Konkrete Angaben zur Ressourceneffizienz werden nicht gemacht.

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Boom Reinfeld / Gurr Herbst Partner, 1. Rundgang

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Leitidee Das Entwicklungskonzept besteht einerseits aus planerischen Setzungen, die die vorhandenen Potenziale bestandsorientiert entwickeln und andererseits aus Regeln, durch die ein Raum für verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten entsteht. Ziel unseres Vorschlags ist somit die Erschaffung einer Matrix, eines Gewebes, eben eines „Möglichkeitsraums“ als strukturelle, funktionale und programmatische Ableitung und Fortführung des Bestehenden. An der Nahtstelle von Tempelhofer Feld und Columbia-Quartier wird eine Gleichzeitigkeit von hartem Wechsel und fließendem Übergang angestrebt. Gesamtkonzept Bis auf das Columbia-Quartier – den regelbasierten Möglichkeitsraum – werden für die übrigen Quartiere punktuell Entwicklungsvorschläge unterbreitet, die überwiegend den Erhalt und die Qualifizierung der vorhandenen Nutzungen zum Gegenstand haben. Für das Teilgebiet Columbiahalle wird vorgeschlagen, die vorhandene Nord-Süd-Durchwegung vor dem

Zollfahndungsamt für Fußgänger und Radfahrer zu öffnen und die nördliche Blockhälfte für Kleingewerbebetriebe zu erhalten. Entlang des Columbiadamms wird auf seiner gesamten Länge der vorhandene Fuß- und Radweg verbreitert und zu einer grünen Ostwest-Verbindung entwickelt. Die im Lilienthal-Quartier vorhandenen Nutzungen Kleingärten und Sport bleiben erhalten und das Columbia-Quartier entwickelt sich unter Bezugnahme auf vorhandene Erschließungswege und Netzdichten zu einem vielfältigen Quartier auf der Basis von planerischen Festlegungen („Top Down“) und regelbasierten Entwicklungsanstößen („Bottom Up“). Konzept Kernbereich Lilienthal- und Columbia-Quartier entwickeln sich in städtebaulicher und nutzungsstruktureller Hinsicht unabhängig voneinander. Im Lilienthal-Quartier wird die Kleingartenkolonie „Am Flughafen“ öffentlich zugänglich und mittelfristig auch für den privaten Wohnungsbau verfügbar gemacht. Die spektakuläre Topographie des Regenrückhaltebeckens soll auch nach

seiner Verlegung auf das Tempelhofer Feld bleiben. Die Fläche wird zu einem introvertierten aber öffentlichen Grünraum entwickelt, der über die geöffnete Wegeverbindung zwischen TiB-Gelände und Friedhof auch mit der Hasenheide verknüpft wird. Im Columbia-Quartier selbst werden vor der Erzeugung des Gesamtensembles als „Möglichkeitsraum“ einige infrastrukturell-planerische Setzungen vorgenommen: Alle größeren bereits heute auf dem Gelände bestehenden Durchwegungen werden in die Planung eingebunden. Die bestehenden Nutzungen, z. B. Sportfelder, Picknickareal mit ergänzter gastronomischer Nutzung bleiben im Bedarfsfall zunächst erhalten. Die Grundregel besteht in der Vorgabe eines sehr kleinteiligen Grundstücksund Erschließungsrasters entlang des Ring-Boulevards. Direkt am Ring-Boulevard werden Grundstücksbreiten von maximal 10 m und dementsprechend ein Abstand orthogonaler Wegeverbindungen von maximal ca. 20 m vorgegeben. Hierdurch wird ein besonders offener und durchlässiger Übergangsbereich

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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zwischen Tempelhofer Feld und Columbia-Quartier erzeugt. Gleichzeitig wird hierdurch einer möglichst großen Zahl von Interessierten die Möglichkeit des Grundstückserwerbs in der ersten Reihe am RingBoulevard eröffnet. Die Erschließung wird in Richtung Columbiadamm grobmaschiger und die mögliche Bebauung dadurch schrittweise immer großmaßstäblicher. Einzige Vorgabe für die Bebauung ist eine GRZ von 0,4. Außerdem wird jeder Bauherr dazu verpflichtet, 60% seiner Grundstücksfläche als qualifizierten Grünraum anzulegen. Die Zulässigkeit von Vorhaben richtet sich nach § 34 BauGB. Das Erfordernis des sich Einfügens von Vorhaben in die nähere Umgebung soll damit zu einer maßvoll ansteigenden Baudichte führen. Das gezeigte städtebauliche und landschaftsplanerische Entwicklungskonzept für das Columbia-Quartier ist deshalb nur eine Möglichkeit von vielen und kann auf Grund der geringen Regelungsdichte eine Vielzahl von städtebaulichen Formen und Nutzungen enthalten.

Erschließung / Vernetzung Die neue Verbindungsachse Columbia-Quartier – Lilienthalstraße – Südstern wird durch die Erweiterung der am TiB-Gelände bereits bestehenden Birkenallee akzentuiert und dient auch dem Pkw-Verkehr. Die Ostwest-Verbindung zwischen TiB-Gelände und dem neuen grünen Hohlraum (ehem. Regenrückhaltebecken) wird attraktiv gestaltet. Über den Garnisonsfriedhof, zwischen Garnisonsfriedhof und Columbiabad und über den Friedrich-Werder-Friedhof zwischen Jüterboger und Bergmannstraße werden zusätzliche Wegeverbindungen entwickelt. Ein Anschluss des Columbia-Quartiers an den Columbiadamm für den Autoverkehr ist in der Verlängerung der Lilienthal- und der Golßener Straße vorgesehen. Die Hauptverbindungen in NordsüdRichtung werden zu grünen Wegweisern zur Erholungsfläche Tempelhofer Feld. Nutzungs-/Stufenkonzept Grundsätzlich wird für das ColumbiaQuartier keine Gebäudenutzung, keine Gebäudetypologie und keine Gebäudemaximalhöhe festgelegt.

Die Nutzungen ergeben sich wie der Städtebau auch aus den Vorgaben des § 34 BauGB und entwickeln sich schrittweise. Die diesem Entwicklungsprozess zu Grunde liegenden Regeln sind im Hinblick auf ihre Wirkungen zu beobachten und begleitend fortzuschreiben. So entsteht ein auf Dauer prozessuales und dynamisches Entwicklungssystem. Ressourceneffizienz Unter der Überschrift Nachhaltigkeit / Ressourceneffizienz / Energie ist vor allem die Erzeugung eines dynamischen und flexiblen, auf (unerwartete) Probleme oder Fehlentwicklungen direkt reagierenden Erschließungs- und Siedlungssystems zu nennen.

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Goldenberg, SC unknown places / Projekt - 3ll, 1. Rundgang

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Leitidee Entwicklung von kompakten, charakterstarken Wohnquartieren und fußläufigen – ressourceneffizienten – Verbindungsachsen zwischen dem Tempelhofer Feld und dem Südstern sowie der Hasenheide. Gesamtkonzept Das Konzept besteht aus der schrittweisen Entwicklung von zwei fußläufigen Verbindungsachsen zwischen Columbia- / Lilienthalquartier und Südstern sowie Columbia-Quartier und Hasenheide sowie drei neuen Wohnquartieren an der Schwiebusser / Ecke Friesenstraße, im Lilienthalund im Columbia-Quartier. Lilienthal- und Columbia-Quartier werden durch einen neuen autofreien Boulevard und eine Fußgängerbrücke über den Columbiadamm verbunden. Der Boulevard wird zwischen heutiger Lilienthal- und Golßener Straße entwickelt und beginnt an dem neuen Platz an der Lilienthal- und Züllichauer Straße, der als Treffpunkt für die drei Stadtbezirke an deren gemeinsamer Grenze konzipiert ist. Der Columbiadamm wird zu einer mit Gebäuden und Nutzungen ergänzten Allee, die den Weg vom Platz der

Luftbrücke bis zum Tempelhofer Feld aufwertet. Das Pavillongebäude soll eine Funktionsgemeinschaft mit der Columbiahalle bilden. Am Ende des Ostflügels des Flughafengebäudes wird die straßenseitige Böschung abgetragen und das Garagengebäude teilweise frei gelegt. Auf diese Weise wird ein weiterer Zugang zum Flughafengebäude und Raum für Straßen begleitende Nutzungen geschaffen. Der Eingang zum Volkspark Hasenheide soll am westlichen und östlichen Rand durch zwei Plattformen mit Pavillons qualifiziert werden. Konzept Kernbereich Das städtebauliche und freiräumliche Konzept für das Lilienthal- und das Columbia-Quartier besteht aus zwei Wohnquartieren, die mit 6-geschossigen Mehrfamilienhäusern kompakt bebaut sind. Die Gebäude werden konsequent parallel zur neuen Verbindungsachse angeordnet und sind damit gleichzeitig durchgängig südostorientiert. Die beiden Wohnquartiere sind in dem gleichen städtebaulichen Ductus entworfen und weisen zwei Gebäude-

typen auf. Die Stadtvillen werden in Gruppen mit bis zu fünf Häusern um einen Gartenangeordnet. Die Traufhöhe beträgt 18 m. Die Baudichte ist im Lilienthalquartier höher als in dem aufgelockerter bebauten ColumbiaQuartier. Außerdem werden auf der dem TiBGelände zugewandten Teilfläche des Lilienthalquartiers weitere Sportfreiflächen in Form von drei Großspielfeldern angeboten. Der neue Stadtplatz an der Nahtstelle der drei Bezirke spannt sich zwischen der Trasse der heutigen und der als Fußwegeverbindung konzipierten Trasse der neuen Lilienthalstraße und entlang der Züllichauer Straße auf. Seine Größe beträgt ca. 1,5 ha. Der Platzrand ist unbebaut. Erschließung / Vernetzung Die Lilienthalstraße soll durch den neuen Stadtplatz und die daran anschließende Fußwegeverbindung mit Brücke über den Columbiadamm als Wegeverbindung zwischen Südstern und Columbia-Quartier qualifiziert werden. Durch eine Passerelle zwischen Volkspark Hasenheide und Columbiaquartier wird eine zusätzliche Fußwe-

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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geverbindung in Hochlage über dem Columbiabad angeboten. Zwei Fußgängerbrücken werden das Tempelhofer Feld und den Volkspark Hasenheide an zwei Stellen in einer Schleife verbinden und zu einer zusammen hängenden Landschaft werden lassen. Beide Verbindungsachsen sind barrierefrei konzipiert. Die heutige Lilienthalstraße endet an dem neuen Stadtplatz und erschließt das in Richtung Westen erweiterte TiB-Sportgelände. Der zwischen Friedhof und TiB-Gelände gelegene Weg wird von der Hasenheide bis an den neuen Stadtplatz geführt. Die Erschließung des Lilienthal-Quartiers erfolgt über die Golßener Straße und den Columbiadamm (Stichstraße westlich der Fußgängerbrücke). Eine Verbindung für Pkw zwischen Züllichauer Straße und Columbiadamm ist nicht vorgesehen. Das Columbia-Quartier wird an zwei Stellen an den Columbiadamm angebunden. Die westliche Anbindung erfolgt wie die Anbindung des Lilienthal-Quartiers an der Fußgängerbrücke, ist jedoch durch seine Lage auf der Ostseite der Brücke um ca. 10 m zur Anbindung

des Lilienthal-Quartiers versetzt. Die östliche Anbindung erfolgt an der Grenze zum benachbarten Friedhof. Die innere Erschließung besteht aus zwei Querspangen in Ostwest-Richtung und weiteren Wohnwegen. Nutzungs-/Stufenkonzept Es werden in der Hauptsache drei Wohnquartiere entwickelt, deren Erdgeschosszonen an der neuen Lilienthalstraße, am Columbiadamm und am Ring-Boulevard Räume für gewerbliche Nutzungen aufweisen. Die südorientierten Wohnhöfe an der Schwiebusser und der Friesenstraße weisen auf der Südseite eine eingeschossige Randbebauung für Gewerberäume auf. Das Nutzungskonzept stellt auf drei Entwicklungsphasen ab, innerhalb derer die Entwurfsziele durch ein Minimum an Eingriffen erreicht werden. In der ersten Phase entstehen vor allem die beiden barrierefreien Verbindungsachsen zwischen Hasenheide/ Südstern und Columbia-Quartier und die Entwurfselemente entlang des Columbiadamms mit Ausnahme der neuen Sporthalle auf dem TiB-Gelände. In Phase zwei fungieren die bestehenden Sportanlagen im Columbia-Quar-

tier und an der Züllichauer Straße als Zwischennutzungen. Vorhandene Sportflächen werden auf dem Flughafengelände ergänzt und bilden einen Anziehungspunkt für die Bewohner der umliegenden Quartiere. Phase drei beinhaltet die Realisierung der drei Wohnquartiere und einer zusätzlichen Sporthalle für den TiB 1848 e.V. am Columbiadamm. Ressourceneffizienz Wir sehen den Schwerpunkt der Aufgabe für die Ressourceneffizienz in der Erholung der Stadt. Unter ressourceneffizient wird zum einen das Sparen eigener Energie verstanden, z. B.. durch kurze direkte Wege vom Bahnhof Südstern zum Tempelhofer Feld. In stadtökologischer Hinsicht ist die Konzeption einer motorfreien grünen Landschaft gemeint.

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Kann / –, 1. Rundgang

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Leitidee Die zu realisierenden Quartiere sollen den vorhandenen Eindruck des weiträumigen Flughafenareals nicht beeinträchtigen. Gesamtkonzept Die Verfasser wollen die heute vorhandene, große, offene Freifläche, die den Blick öffnet, erhalten und regen an, neben dem Flughafengebäude auch die vorhandenen Freiflächen unter Denkmalschutz zu stellen. Die Gesamtkonzeption sieht eine Bebauung lediglich südlich des Columbiadamms vor, die nördlichen Flächen bleiben unbebaut und werden als Freiflächen (Zierrasenflächen bzw. Sportrasen) ausgewiesen. Schematisch werden punktuelle ÖkoWohn- und gemischte Öko-Wohn- und Gewerbeflächen dargestellt. Weitere Bauflächen sollen in den Stadtquartieren Neukölln und Tempelhof entstehen. Südlich des Ring-Boulevards werden Solarfelder angeordnet.

Konzept Kernbereich Zwischen Columbiadamm und RingBoulevard werden Flächen für ökologische Bautypologien ausgewiesen, entlang des Ring-Boulevards gemischte gewerbliche und Wohnbauflächen entstehen. Erschließung / Vernetzung Über die vorhandenen Straßen und Wege hinaus, sind keine neuen Anbindungen oder Vernetzungen dargestellt. Nutzungs- / Stufenkonzept Es werden ökologische Wohnformen sowie Kombinationen mit Gewerbe vorgeschlagen, eine Ausformulierung von Bautypologien wurde nicht vorgenommen. Es wird ein möglichst weit reichender Erhalt von Frei- und insbesondere Biotopflächen vorgeschlagen. Ressourceneffizienz Es werden Felder für Solarkollektoren in der künftigen Parklandschaft im inneren Ring vorgeschlagen.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Uhrmeister / bbz, Auswahl für 2. Stufe

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Leitidee Der Entwurf will die Potenziale des Areals – die große innerstädtische Freifläche des Flugfeldes und die angrenzenden städtischen Bau- und Grünraumstrukturen formulieren und zur Stadtlandschaft entwickeln. Der strukturelle Leitfaden, den der Entwurf als Basis für die zukünftige Entwicklung der Quartiere vorschlägt, ist in erster Linie das Ergebnis aus der Verwebung mit den anliegenden Grünräumen, wie auch der langfristigen urbanen Verknüpfung mit dem Südstern und dem Bergmannkiez. Gesamtkonzept Die Strategie Stadtlandschaft will das grüne Potenzial der Umgebung nutzen. Die baulichen Strukturen, welche die verschiedenen Grünstrukturen miteinander verknüpfen, werden als grüne Stadt verstanden. Das Verhältnis von Grün- und Freiräumen und Baumasse ergibt sich aus den definierten Zielen eines grünen Quartiers mit einer städtisch funktionierenden Dichte. Die baulichen Strukturen sollen eine Offenheit gewähren, die Ein- und Durchblicke ermöglicht und die Überlagerung von Stadt und Landschaft erlebbar macht.

Die bestehenden Grünbereiche sollen verbunden werden und sich zu einem vernetzen Ganzen zusammenfügen. Eine neutrale Struktur, ohne spezielle architektonische Aussage, soll ein stabiles Grundgerüst für eine langfristige Entwicklung bieten. Das Bebauungskonzept konzentriert sich im Wesentlichen auf den Kernbereich. Konzept Kernbereich Ausgangspunkt für die Entwicklung beider Quartiere ist der Columbiadamm. Als Bebauungsstruktur wird sowohl für das Lilienthal-Quartier als auch für das Columbia-Quartier eine Blockstruktur gewählt. Das Grundgerüst wird durch das Wegenetz bestimmt; die sich daraus ergebenden Freiflächen können stufenweise entwickelt werden. Entlang der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Erschließungsstraßen werden kompakte Blocks zu einander versetzt angeordnet. Durch diese Anordnung öffnen sich die in Ost-WestRichtung verlaufenden Straßenräume zu Quartiersplätzen. Die äußere Begrenzung der kompakten Blöcke ist vorgegeben, eine Unterteilung in mehrere Parzellen mit unterschiedlicher Bebauungshöhe und

-tiefe jedoch möglich. Unterschiedliche Fassaden und Eingangsbereiche sollen dem Quartier ein individuelles Erscheinungsbild geben. Die Fläche südlich des Friedhofs wird als Wald mit Picknick- und Spielflächen angelegt. Wichtig ist den Verfassern, dass die Strukturen Spielräume für die Entwicklung von privaten und öffentlichen Zonen in unterschiedlichen Abstufungen zulassen. Die Synthese von Haus, Straße und Park stellt das Gleichgewicht zwischen Grünraum und Urbanität her.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Im Sinne der prozessualen Entwicklung wird zunächst das Erschließungsnetz etabliert, um das Zusammenwachsen der unterschiedlichen Grünbereiche über eine Wegestruktur zu ermöglichen. Hier kann eine schrittweise Umsetzung erfolgen – von der einfachen Sichtbarmachung von Verbindungen, z.B. durch Bepflanzungen, bis zur befestigten Fahrbahn. Das Erschließungsnetz verbindet in Nord-SüdRichtung das Friedhofsensemble und die Hasenheide über die neuen Quartiere zum Ring-Boulevard am Flughafenfeld. Die vorhandene äußere Flugfeldstraße wird östlich des neuen Quartiers beibehalten, südlich der Straße werden Picknickbereich und ein Waldspielplatz angeboten. Westlich der neuen Quartiere wird ein Freiraumkorridor vorgeschlagen, der sich im Lilienthal-Quartier zum Knickpunkt der Züllichauer Straße hin verjüngt. Hier wird ein Durchgang durch das Friedhofsareal zur Bergmannstraße vorgesehen. Entlang des Columbiabads – in Fortsetzung der Hasenheide – werden

Grünverbindungen zum Flugfeld geführt, die einen offenen, von dichten Vegetationsstrukturen gerahmten Raum aufspannen. Nutzungs- / Stufenkonzept Es wird eine stufenweise Entwicklung vorgeschlagen, die zunächst eine Besetzung der Freiflächen mit Pioniernutzung für Sport, Freizeit oder auch für eine, dem Charakter der Stadtlandschaft entsprechende Gartenschau vorschlägt. Ausgehend vom Columbiadamm erfolgt eine schrittweise Bebauung der beiden Areale nach Norden und Süden mit einem kompakten Blocktypus. Langfristig werden so im LilienthalQuartier insgesamt 14 Blöcke entstehen, wobei die vier nördlichen Blöcke auf heutigem Friedhofsareal stehen. Auf dem TiB-Gelände, östlich der Lilienthalstraße, wird ein Schul- und Sportzentrum angeordnet. Im Columbia-Quartier wird sukzessive eine Verdichtung mit bis zu 13 Blocks vorgeschlagen. Die Gebäude sollen sich unterschiedlichen Bedürfnissen anpassen, die Aufteilung der Kompaktblöcke in einzelne Parzellen soll eine Nutzungsmischung begünstigen. Durch Überlagerung un-

terschiedlicher Aktivitäten sollen Synergien erzielt werden und städtisches Leben entstehen. Ressourceneffizienz Es werden keine Aussagen zur Ressourceneffizienz gemacht.

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Aminde / planland, 1. Rundgang

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Leitidee Als zentrale Freiraumachse verbindet ein Anger das neue Columbia-Quartier mit den Quartieren am Südstern. Sie nimmt die durch die Kirche am Südstern und die St. Johannis Basilika gebildeten Sichtachsen und damit historische Bezüge auf. Gesamtkonzept Strukturierung der Bereiche in einzelne Quartiere / Baufelder, die durch eine äußere Erschließung vom Rande her und im Inneren durch einen Quartierpark / Spielplatz gekennzeichnet sind. Zentrale Freiraumachse als Anger in Nord-Süd Ausrichtung beidseits des Columbiadamms als wesentliches städtebauliches Element. Raumkanten bilden markante Punkthäuser und Zeilen am Anger. Teilbereich Columbiahalle mit Erweiterung der KGA Columbia sowie Kita und Jugendhaus. Teilbereich Polizeikaserne wird mit Anliegerstraßen in neun Baufelder mit ergänzender Randbebauung und begrünten Höfen gegliedert. Parken an den Randbereichen. Nutzungen langfristig als Wohn-, Arbeits-, Mischquartier mit Künstlerateliers in den KFZ-

Hallen und auf den Etagen. Im Teilbereich Jahn-Sporthalle / JahnSportplatz sind als städtebaulicher Anschluss an die Neuköllner Schillerpromenade im südlichen Bereich Zeilenbauten vorgesehen, u.a. mit Kita und Jugendhaus. Teilbereich Columbiadamm / Hasenheide mit Differenzierung der Übergänge / Anbindungen nach Süden und einem Skaterpark. Columbiadamm als Allee ausgebildet. Auf dem ehemaligen Vorfeld des Flughafengebäudes ist eine dauerhafte Ausstellung von Flugzeugen vorgesehen (außerhalb des Wettbewerbsgebiets). Konzept Kernbereich Eine differenzierte städtebauliche Struktur mit Baufeldern gliedert sich um den zentralen Anger beidseitig des Columbiadamms und setzt sich im südlichen Bereich entlang des RingBoulevards nach Osten hin fort. Der Teilbereich nördlich des Columbiadamms sieht östlich des Angers fünf Punkthäuser / Stadtvillen (5-7 Geschosse) als Lilienthal-Quartier vor, im westlichen Bereich eine Neuordnung und Erweiterung der Vereinssportanlage.

Das südliche Columbia-Quartier gliedert sich in mehrere Teilbereiche. Im westlichen Bereich wird der Regenwassersammler für die gesamte Anlage an den Rand der Parklandschaft Tempelhof verlegt. Er soll als Flachwassersee zum verbindenden Element zwischen Columbia-Quartier, Flughafen Vorfeld und Parklandschaft Tempelhof werden. An diesen zweigeteilten See gruppieren sich Grünflächen mit Sport- und Spieleinrichtungen. Beidseitig des zentralen Angers sind baulich differenzierte Wohnquartiere vorgesehen. Im Zentrum der Quartiere eine Vielfalt von Einfamilienhäusern (3 Geschosse) an Privatgärten als low-rise high-density Townhouses. An den Rändern Wohnzeilen / Punkthäuser (5-7 Geschosse). Am Columbiadamm sind als Zentrum Einzelhandel und Büros vorgesehen. Nach Osten Fortsetzung der Baufelder südlich des Friedhofes. Trennung der Felder durch grüne Fugen. Als südliche Stadtkante wird ein Reihe von Stadtvillen / Punkthäusern entlang des Ring-Boulevards vorgesehen. Den östlichen Abschluss des Gebietes bilden ein Grill- und Spielplatz so-

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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wie eine erweiterte Kleingartenkolonie Odertal. Erschließung / Vernetzung Äußere Erschließung erfolgt vom Rand der Baufelder über Quartiersund Anliegerstraßen. Parken entlang der Quartiersstraßen und teilweise als Sammelparkplätze unter Bäumen (Polizeikaserne) vorgesehen. Nutzungs- / Stufenkonzept Es werden bis zu sechs Phasen vorgeschlagen. In das Grundgerüst der Freiraumplanung lässt sich auch die Idee einer IGA einbinden. Zuerst Verlagerung des Rückhaltebeckens. Zweite Phase: Sporterweiterung, Freiflächen, Kleingartenanlagen, Parkpromenade. Die Bebauung beginnt an den Rändern des Angers zuerst an der Lilienthalstraße. In weiteren Bauphasen schließen sich die Baufelder an, beginnend mit dem Angerübergang Columbiadamm. Entwicklung des Teilbereichs Polizeikaserne erfolgt langfristig.

Ressourceneffizienz Columbia-Quartier als Gartenstadt der neuen Art mit folgenden Differenzierungen: Sparsame Erschließung und sparsame Verwendung von Grund und Boden (150 m² je Einzelhaus). Kompakte Bauweise unter Verzicht auf eine Kühlrippenarchitektur. Passivhausstandard. Verwendung regenerative Energien. Begrünte Dächer.

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Urban Essences / Lützow 7, Auswahl für 2. Stufe

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Leitidee Hauptziel des Entwurfes ist eine Nahtlose Integration der neu entstandenen Stadtquartiere am Tempelhofer Feld in den Kontext der südlichen Berliner Innenstadt. Bestehende und neu zu schaffende Wegeachsen von und zum Tempelhofer Feld werden als großzügige urbane Boulevards und Promenaden ausgebaut. Der Rand des Tempelhofer Feldes wird zur großstädtischen Adresse von Format. Gesamtkonzept Konzept einer differenzierten neuen Blockstruktur um das Tempelhofer Feld, die sich am Kontext der angrenzenden gründerzeitlichen Viertel orientiert. Dabei werden auch neue Straßenverbindungen wie die Verlängerung der Graefestraße durch die Hasenheide vorgesehen. Die Hasenheide mit allseitig neuen Randstraßen wird nach Süden an das Tempelhofer Feld angeschlossen, seitlich begrenzt durch das Columbia/Lilienthal Quartier nach Westen und die ergänzenden Viertel um die Schillerpromenade von Neukölln im Süd-Osten. Hier begegnen sich Kreuzberg und Neukölln auf eine neue, prägnante Weise. Besetzt wird

diese neue Begegnungsstelle mit einer Kunsthalle. Teilbereiche Columbiahalle und Gebäude-Vorfeld mit Blockstrukturen (4-6 Geschosse, Türme mit 9-11 Geschossen). Teilbereich Polizeikaserne mit Verdichtung wie vor; südliche Kasernengebäude werden als Markthallen auf einen Platz freigestellt und vom Columbiadamm umfahren. Teilbereich TiB-Sportgelände wird Teil des Kernbereichs mit der verlängerten Graefestraße als neuer Verbindungsachse. Im Teilbereich Friedhof wird der westliche Teil von der Verlängerung der Graefestraße besetzt, die Fläche soll mittelfristig umgewidmet werden. Im östlichen Bereich wird der Columbiadamm als Parkway / Allee durch den neu gefassten Grünraum geführt. Die östlichen Teilbereiche werden in das Konzept der Blockstrukturen einbezogen, unter Beibehaltung des Schwimmbades und Pumpwerks (Pocketpark). Weitere Bereiche außerhalb des Wettbewerbsgebietes mit Blockstrukturen wie vor.

Konzept Kernbereich Blockstrukturen (4-6 Geschosse, Türme mit 9-11 Geschossen) mit zentraler Lilienthalstraße und östlicher Begrenzung durch die verlängerte Graefestraße. Erdgeschosszonen mit Läden und Gastronomie. Blockstrukturen variiert mit Gassen, Passagen, Gemeinschaftsgärten und –höfen. Entwicklung im Rahmen einer IBA. Terrassen als verbindendes Leitmotiv der Quartiere am Rande des Tempelhofer Feldes, als 1m hohe Raumkante, zur Intensivierung des Raumerlebnisses.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Bestehende urbane Inseln im Umfeld des Wettbewerbsgebietes werden mit dem Tempelhofer Feld auf direkte Weise verbunden. So entsteht ein Netzwerk, in dem bisherige Insellagen integraler Bestandteil eines größeren Zusammenhangs werden und einen deutlichen Platz im Bewusstsein der Stadt gewinnen. Eine Schlüsselrolle nimmt der Umgang mit der Hasenheide ein: Im Unterschied zum Rahmenplan schlagen wir vor, den Freiraum Hasenheide über den Garnisonsfriedhof hinweg direkt mit dem Tempelhofer Feld zu verbinden. Die bisher relativ undefinierten und unattraktiven Ränder der Hasenheide erhalten durch breite, von Bebauung begleitete Wege ein klares Gesicht. Die Hasenheide gewinnt so erstmals einen starken Rahmen, der zugleich die Verbindung vom Graefekiez zum Tempelhofer Feld auf großzügige Weise herstellt. Der Columbiadamm bleibt als Haupterschließungsachse erhalten, verändert aber vollständig seinen Charakter: Aus einer heute eindimensional auf ihre Verbindungsfunktion ausgerichteten Wegeachse wird ein Stadtraum mit klar definierten Ab-

schnitten und Eingangssituationen. Nutzungs- / Stufenkonzept Um zu keinem Zeitpunkt Insellagen zu evozieren, schlagen wir vor, die bauliche Entwicklung von den Rändern des Planungsraumes her ausgehen zu lassen. Dort, wo nahtlos an bestehende urbane Strukturen angebunden werden kann. Drei Phasen vorgesehen: Aktivierung, Definition des Randes, Komplettierung der Quartiere. Je weniger die neuen Quartiere auf bestimmte Nutzungen, Wohnungstypen, Lebensstile oder soziale Schichten beschränkt werden, um so flexibler können sie in Zukunft an sich wandelnde soziale, ökonomische und technische Entwicklungen angepasst werden. Ressourceneffizienz Eine verdichtete, vielfältige und lebendige Stadtstruktur …. ist schon in ihrer Grunddisposition Ressourcen schonend. Das Regenrückhaltebecken soll als Speicher für Regenwasser, u.a. zur Kühlung von Gebäuden einsetzbar sein.

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Raspé / Glaßer Dagenbach, 2. Rundgang

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Leitidee Es wird vorgeschlagen, das Gelände des ehemaligen Flughafens an der Südseite des Columbiadamms von einer Bebauung freizuhalten und die städtische Verdichtung des „Columbiaquartiers“ als ein vernetzendes Element zwischen den existierenden Gründerjahre-Quartieren, der Hasenheide und dem Tempelhofer Feld, nördlich des Columbisdamms zu organisieren. Gesamtkonzept Das ehem. Flughafengelände wird vollständig von Bebauung freigehalten und zu einer „Parklandschaft Tempelhofer Feld“ ausformuliert, die alle derzeit existierenden Mikroarchitekturen und technische Infrastrukturen integriert und den technisch geprägten Charakter des Flughafengeländes als landschaftsplanerisches Motiv einer zeitgenössischen Parkgestaltung weiterentwickelt. Die bauliche Verdichtung erfolgt nördlich des Columbiadamms, vor allem auf dem Gelände des Lilienthal-Quartiers und dem TiP - Sportgelände. Die städtebauliche Struktur bildet nach Norden (zu den Friedhöfen), Osten (zur Hasenheide) und Süden (zum

Columbiadamm) neue Raumkanten aus. Gebäude-Vorfeld Columbiadamm: Die vorhandene Wegeführung wird überformt und zu zwei zusammenhängenden Freiflächen zusammengefasst. Columbiahalle: Die Blockstruktur aus dem „Bergmannkiez“ wird übernommen und an den Columbiadamm herangeführt. Polizeikaserne: Vergrößerung des Blocks im östl. Bereich durch Begradigung der Golßener Straße. Städtebauliche Verdichtung durch Einzelbaukörper an den Blockkanten. Aufheben der Barrierewirkung durch Einführen einer blockinternen Wegeerschließung in Ost-Westrichtung. Konzept Kernbereich Das Columbia-Quartier wird vollständig von Bebauung freigehalten und soll zukünftig die Funktion einer übergeordneten, öffentlichen Zugangszone zur „Parklandschaft Tempelhofer Feld“ übernehmen. Das Columbia-Quartier ist in drei Nutzungszonen aufgeteilt die als Schichten den inneren Freiraum umlagern. Nutzungszone 1: zwischen Columbiadamm und Verlängerung der vorhandenen äußeren Flugfeldstraße ent-

steht eine Übergangszone mit dichtem Baumbestand (mit „Filterfunktion“ für Lärmemissionen). Nutzungszone 2: Erweiterung der im Bestand vorhandenen „Picknickzone“, südlich des Friedhofs, mit zusätzlicher Belegung durch kleinere Sportflächen für urbane zeitgenössische Sportarten. Nutzungszone 3: Ersatzstandort für Sportflächen mit größerem Platzbedarf (Ersatzfläche für verlegte Standorte Lilienthal-Quartier und TiB - Sportgelände) und Standort des verlegten Regenrückhaltebeckens. Durch die gewählte Lage kann das vorhandene Kanalsystem weiterverwendet werden. Gestaltung im Sinne der „Land Art“ als flächiges Element der Landschaft. In diese Nutzungszonen sind alle vorhandenen Mikroarchitekturen integriert und werden als Servicegebäude für Parkinfrastrukturen genutzt. Auf dem Gelände des Lilienthal-Quartiers und TiB-Sportgeländes wird eine Bebauungsstruktur vorgeschlagen, die sich an der Bebauungsstruktur der Polizeikaserne orientiert. Zwischen einer begradigten und verlängerten Züllichauerstraße und dem Columbia-

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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damm sind 9 Baublöcke positioniert. Acht neue Straßen erschließen das Gebiet in Nord-Süd-Richtung. Erschließung / Vernetzung Die Lilienthalstraße wird als übergeordnete Erschließungsstraße des neuen Quartiers nach Norden ausbildet. Die Züllichauerstraße wird nach Süden verlegt und im rechten Winkel an die Lilienthalstraße angeschlossen. Sie umfährt das TiB - Gelände im Norden und Osten und mündet dann in den Columbiadamm. Columbiadamm und Züllichauerstraße sind durch fünf neue Erschließungsstraßen verbunden. Die Golßener Straße wird im südlichen Bereich begradigt und parallel zu der neuen Erschließungsfigur im Quartier geführt. Das Wettbewerbsareal im Süden von Friedhof und Sommerbad wird durch eine neue fußläufige Wegeverbindung an den Columbiadamm angebunden. Der Baublock um die Columbiahalle wird durch zwei neue Erschließungsstraßen geteilt.

Nutzungs- / Stufenkonzept Nutzungen: Als Nutzung ist innovatives Wohnen in unterschiedlichster Größenordnung und Typologie vorgesehen. Städtebauliche Entwicklung in drei Zeitschichten unterteilt. 1. Zeitschicht: Herrichten der städtebaulichen Infrastruktur im Bereich Columbiahalle und Lilienthal-Quartier. Gestaltung der Parkrandzone zum Columbiadamm. Aneignung der „Picknickzone“ Verlegen des Regenrückhaltebeckens. 2. Zeitschicht: Bauliche Verdichtung im Bereich Columbiahalle und Polizeikaserne. Herrichten der städtebaulichen Infrastruktur im Bereich TiB - Gelände, Umbau der Sportflächen. 3. Zeitschicht: Ausbau des Columbiaquartiers. Wenn kein Bedarf vorhanden: Alternativer Ausbau zu einer urbanen Parklandschaft. Ressourceneffizienz Sollte für eine spätere bauliche Verdichtung auf dem Lilienthalquartier kein Bedarf bestehen, ist das Baufeld als Erweiterung der Hasenheide im Sinne einer urbanen Parklandschaft vorgesehen.

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Becker / VAN GEISTEN, 1. Rundgang

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Leitidee Berlin kann nicht leichtfertig auf das Potential eines Stadtflughafens verzichten. Daher verbietet sich auf dem Flughafengelände eine einschränkende, möglicherweise einen zukünftig wünschenswerten, stadtverträglichen Flugbetrieb verhindernde Bebauung. Die Neuordnung des Gebietes um den Columbiadamm kann durch die Errichtung einer „Solarstadt Tempelhofer Feld“ zu einem aktuellen Zeichen des technisch-kulturellen Zeitgeistes im Städtebau werden. Gesamtkonzept Das ehem. Flughafengelände wird vollständig von Bebauung freigehalten. Ein großes Teilgebiet des ColumbiaQuartiers wird zur Aufstellung von Solarpaneelen genutzt. Die bauliche Verdichtung erfolgt nördlich des Columbiadamms, vor allem auf dem Gelände des Lilienthal-Quartiers und dem TiP - Sportgelände sowie an den südlichen Randzonen der Hasenheide. Entlang des gesamten Columbiadamms wird eine südliche Stadtkante ausgebildet. Hochhäuser an den Quartiersecken rhythmisieren und tragen zur Identität der einzelnen

Quartiersblöcke bei. Columbiahalle: Als Stadtreparatur wird der Block unter Einbindung der zeitgemäß ergänzten Columbiahallen in die Bebauungsstruktur reintegriert. Polizeikaserne: Vergrößerung des Blocks im östl. Bereich durch Begradigung der Golßener Straße. Städtebauliche Verdichtung durch niedrige Baustrukturen im Blockinneren sowie ein Hochhaus an der südwestlichen Blockecke. Jahn-Sportplatz: Sportflächen werden auf das Wettbewerbsgebiet südlich des Sommerbades verlagert. Auf dem Gelände werden zwei Baublöcke entwickelt, die sich aus der Blockstruktur des Schiller-Quartiers ableiten. Konzept Kernbereich Das Wettbewerbsareal ColumbiaQuartier wird vollständig von Bebauung freigehalten. Der Straßenraum entlang des südlichen Columbiadamms wird durch eine Pappelreihe akzentuiert. Dominierendes Element der Landschaftsgestaltung auf dem Flughafengelände ist ein bepflanzter Damm (raumgreifende Grünarchitektur) in Fortführung der Geometrie des Flughafengebäudes und der vorhandenen

äußeren Flugfeldstraße. Die südliche Dammböschung ist mit Sitzgelegenheiten zum längeren Aufenthalt ausgestattet. Zwischen Damm und Ring-Boulevard wird ein Solarfeld mit aufgeständerten Solarpanelen (Verfasserangabe: ca.70.000 m².) zur energieautarken Versorgung des neuen Quartiers vorgeschlagen. Die bauliche Verdichtung erfolgt nördlich, entlang des Columbiadamms, wobei sich die Bebauung von geschlossener, massiver Blockrandbebauung gegenüber dem Flughafengebäude hin zu Einzelbaukörpern (Palazzi) im Bereich der Hasenheide entwickelt. Drei Hochhäuser ohne Angabe zur Anzahl der Geschosse tragen zu einer überschaubaren Raumbildung bei. Auf dem Gelände des Lilienthal-Quartiers und dem TiB - Sportgelände wird eine Bebauungsstruktur in bis zu vier Schichten vorgeschlagen, die aus Gründen der Energieeffizienz konsequent in Ost-Westrichtung ausgerichtet ist (ideale Südorientierung der Baukörper und freie Lage ohne Abschattungsverluste). Beide Quartiere werden intern von Fahrverkehr freigehalten (Tiefgaragen unter den Gebäuden).

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Die Lilienthalstraße wird als übergeordnete Erschließungsstraße (Promenade) des neuen Quartiers ausbildet. In ihrer Verlängerung quert ein Fußweg das gesamte Flugfeld in NordSüdrichtung. Die Golßener Straße wird im südlichen Bereich begradigt und rechtwinklig auf den Columbiadamm geführt. Auch in ihrer Verlängerung quert ein Fußweg das gesamte Flugfeld in Nord-Südrichtung. Eine dritte Verbindung läuft westlich davon entlang des Flughafenkopfbaues. Im Bereich Jahn-Sportplatz wird die Oderstraße, entlang der vorhandenen Grundstücksgrenze nach Norden, an den Columbiadamm angebunden. Die Selchowerstraße wird nach Westen an die verlängerte Oderstraße angebunden. Nutzungs- / Stufenkonzept Nutzungen: Als Nutzung ist innovatives Wohnen in energieeffizienten Bautypologien sowie Wohnfolgeeinrichtungen vorgesehen. Einrichtungen sozialer Infrastruktur werden in einer „Sozialspange“, als niedrige Baustruktur im nördlichen Wettbewerbsbereich, vorgesehen.

Auslagern aller polizeilichen Nutzungen in das Flughafengebäude. Die Städtebauliche Entwicklung ist in sechs Entwicklungsschritte unterteilt. 1. Errichten der Stadtkante Columbiadamm im Bereich Lilienthal-Quartier und TiB - Sportgelände sowie Errichtung der Grünarchitektur auf dem Flugfeld und Installation des Solarparks 2. Blockrandbebauung um die Columbiahallen. 3. Solitärbebauung am Südrand der Hasenheide und Ergänzung der Blökke im Schiller-Quartier. 4. Sukzessive, bedarfsorientierte Bebauung der Blockinnenräume. 5. Weiterbau im Bereich der nördlichen Quartiersbereiche. 6. Umnutzung der Polizeikasernen zu einem Wohnquartier. Ressourceneffizienz Gesamtkonzept und städtebauliche Struktur unter der Prämisse der Errichtung eines energieautarken, innerstädtischen Quartiers. Vermeidung von Entsorgungsverkehr durch Nutzung des anfallenden Aushubes für den Dammbau.

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Lanz / Brummell, 1. Rundgang

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Leitidee Das ehemalige Flugfeld Tempelhof wird durch eine Rasenmulde, die als Retentionsfläche für Regenwasser dienen kann, in seiner Kontur herausgearbeitet. Die als oval gestaltete Form wird als Fortführung des Flughafengebäudes gesehen, wobei das Gebäude selbst durch seine raumbildende Funktion in seiner Wertigkeit unterstrichen wird. Durch das Herausarbeiten des Flugfeldes, der Landebahnen und des Taxi-Ways werden die charakteristischen Merkmale des Flughafens betont und damit die Geschichte deutlich ablesbar. Gesamtkonzept Der Ring-Boulevard und die Landebahnen (außerhalb des WB-Gebietes) sind befahrbar und machen die historische Funktion dieser Verkehrswerge erlebbar. Falls das Oval des Flugfeldes als Wasserfläche ausgebildet wird, könnten dort Inseln und eine Uferpromenade entstehen. Die Blockbebauung des Kernbereichs grenzt bis an das beschriebene Oval heran. In Anlehnung an den bestehenden Masterplan liegen zwei Blökke südlich des Ring-Boulevards, und damit außerhalb des WB-Gebietes.

Am Columbiadamm ist auf Höhe des Kernbereichs ein Kreisverkehr vorgesehen, der in Verbindung mit der entstehenden städtebaulichen Figur eine besondere Eingangssituation in die Quartiere schafft. Der Columbiadamm wird in seinem übrigen Verlauf durch eine Allee gesäumt, seitlich werden Fahrrad- und Fußwege angelegt. Konzept Kernbereich Die im Kernbereich vorgesehen Blockbebauung bildet den Rahmen für die Entfaltung innovativer Wohnprojekte und Ideen. In den Blockinnenbereichen bilden sich großzügige Innenhöfe, die durch die Anwohner genutzt und gepflegt werden können. Es können dort private Gemeinschaftsgrünanlagen oder auch Mietergärten zur teilweisen Selbstversorgung entstehen. Die Flächen südlich des Sommerbades sind von einer Bebauung freigehalten und das TiB-Sportgelände ist unverändert in den Entwurf integriert.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Das Wettbewerbsgebiet wird über die vorhandenen Verkehrsachsen und deren Verlängerung (z.B. der Lilienthalstraße) bzw. Ausbau mit den benachbarten Stadträumen verknüpft. Die Kfz-Erschließung des Kernbereichs erfolgt über die Blockränder. Der vorgesehene Kreisverkehr am Columbiadamm dient dabei als markante Einfahrt in die beiden Quartiere. Die Erschließung zu Fuß oder mit dem Rad ist entlang der Verkehrsstraßen gegeben. Die Straßenräume innerhalb der Quartiere sollen von standortgerechten Alleebäumen begleitet werden. Nutzungs- / Stufenkonzept Am Columbiadamm wird in der ersten Entwicklungsphase eine straßenbegleitende Randbebauung errichtet, der Straßenraum des Columbiadamms aufgewertet und der Verkehr durch den Kreisverkehr neu geordnet. Die Gebäude sind für Geschäfte, Büros, Praxen, öffentliche Einrichtungen, Cafés usw. vorgesehen. In der zweiten Entwicklungsphase entstehen, entlang der bereits angelegten Straßen, erste Wohngebäude. Nach Angaben der Verfasser sei da-

bei anzustreben zu Beginn die Grundstücke direkt am Flugfeld zu bebauen. Das Columbia-Quartier erhält so einen Rahmen. Die Flächen innerhalb des Rahmens können durch temporäre Pionierbebauung, mobile Provisorien, spontane Freiflächennutzungen und organisierte Gestaltungsaktionen zu einem attraktiven Freiraum in der Stadt werden, der Schritt für Schritt besiedelt werden kann. Während der letzen Entwicklungsphase verdichtet sich die Bebauung immer mehr, die Blöcke schließen sich. Ressourceneffizienz Das Flugfeld soll zusammen mit den angrenzenden Grün- und Freiflächen weiterhin als innerstädtische Klimazone fungieren. Mit der Ausbildung des ehemaligen Flugfeldes als Retentionsfläche kann das Regenwasser des gesamten Gebietes aufgenommen werden. Durch entsprechende Pflanzungen besteht die Möglichkeit einen natürlichen Kläreffekt zu erreichen. Laut Verfasser könnte das Gebiet im besten Fall eine autarke Wasserver- und –entsorgung erhalten. Unterhaltungs- und Pflegeaufwand könnte dadurch reduziert werden, dass die Wasserfläche teil-

weise von den Anwohnern zur Wasserver- und entsorgung gewartet werden. Zusammen mit dem Raum für kreative ökologische Wohnprojekte könnte ein innerstädtisches Quartier … entstehen, das zu einem Großteil autark von öffentlichen Versorgern bestehen kann.

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Mila / Agence Justine Miething, engere Wahl

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Leitidee Was könnte sich Berlin Sehnsüchtiger wünschen als einen Berg? Der Berg ist groß, er ist schön und erhaben und vor allem … es kann ihn nicht geben. Der Berg ist durchaus ernst gemeint, als Idee. Er stellt den initialen Schritt einer mehrphasigen urbanen Entwicklungsstrategie dar, indem er deren konzeptionelles Grundgerüst bildhaft formuliert. Die zweite Phase dieser Strategie bildet eine Kampagne, die beabsichtigt in Einklang mit dem vorgegebenen Leitbild der wirtschaftlichunternehmerischen Stadtentwicklung eine dritte von den Bürgern und Unternehmern der Stadt getragene Entfaltung der Idee zu erreichen. Das Resultat der Bergkampagne wäre eine real-existierende imaginäre Sehenswürdigkeit von hoher Anziehungskraft und großem Identifikationspotential. Tempelhof wäre im Bewusstsein nicht nur der Berliner. Die Leute würden in Scharen kommen um den Berg nicht zu sehen. Berlin muss den Berg nicht bauen, um ihn zu besitzen. Die auch sonst nicht verlegenen Berliner behaupten einfach einen Berg zu haben, so selbstbewusst und so stur bis sie ihn selber sehen können: über tausend Meter ist
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er hoch. Schon im Herbst und noch im Frühjahr ist sein Gipfel schneebedeckt. Gesamtkonzept Die Verfasser erläutern, dass die Stadt Berlin über viele Brachflächen verfügt, für die es in absehbarer Zeit keinen entsprechenden Entwicklungsdruck gibt. Der ehemalige Flughafen Tempelhof stellt neben dem Tiergarten außerdem die einzige große, zusammenhängende Freifläche im Zentrum Berlins dar. Und wie nur wenige andere Orte in Berlin steht der Ort für die jüngere Geschichte Berlins und Deutschlands. Es wäre nach Auffassung der Verfasser schade, wenn die guten Inhalte der Auslobung in einer Rahmenplanung münden würden, die Wohnquartiere um ein verkleinertes Flugfeld darstellten. Sie schlagen daher vor, der stadt- und landschaftsräumlichen Einbindung, vor allem aber der gesellschaftlichen und kulturellen Einbindung des Flughafengeländes den Vorrang zu lassen – den Vorrang vor der Neuplanung des Columbiaquartiers. Das ehemalige Flughafengelände sollte in seiner Gesamtheit einer neuen Idee zugeführt werden, die für

die Gesamtstadt von Bedeutung und für Tempelhof einzigartig ist. Die Einbindung des Flughafengeländes soll mit Hilfe der oben genannten urbanen Entwicklungsstrategie in Gang gesetzt werden. Getragen wird die Entwicklungsstrategie von der Idee des Berges. Dieser nimmt im Entwurf das gesamte Tempelhofer Feld ein und erhebt sich auf eine imaginäre Höhe von über 1000m. In Analogie zu den vier Seiten eines Berges werden verschiedene Ideen skizziert. Die Ansicht Ost beschreibt die Flora (z.B. Vögel, Schafe Rotwild) und Fauna des Berges, die Ansicht West gibt Beispiele für ein Programm (z.B. Wandern, Skilaufen, Zelten, Klettern), die Ansicht Nord beschreibt die Circulation (mit Wanderrouten und Seilbahn) und die Ansicht Süd zeigt die unterschiedliche Entwicklung des Wetters an den Berghängen. Konzept Kernbereich Im Entwurf ist auf der Nordseite des Berges eine Bebauung mit Erschließungsstraße dargestellt. Die Flächen nördlich des Columbiadamms bleiben in ihrem Bestand erhalten.

Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Neben den vorhandenen Straßenund Wegebeziehungen besteht nach Norden über die Lilienthalstraße eine Anbindung zum Südstern. Die auf der Nordseite des Berges skizzierte Bebauung (Columbia-Quartier) wird über eine serpentinenartige Stichstraße erschlossen. Nutzungs- / Stufenkonzept Der erste Schritt der urbanen Entwicklungsstrategie besteht darin, die Idee des Berges als konzeptionelles Grundgerüst bildhaft auszuformulieren. Im nächsten Schritt geht es darum die Idee des Berges mittels einer Bergkampagne zur Entfaltung zu bringen. Diese entfaltete Idee soll von den Bürgern und Unternehmern der Stadt getragen werden und mit dem vorgegebenen Leitbild für eine Stadtentwicklung im Einklang stehen. Für die Berliner bildet die kollektive Vorstellung des Berges einen dringend benötigten gemeinsamen Bezugspunkt … Die Berliner werden Komplizen einer prozessualen Stadtentwicklungsstrategie.

Ressourceneffizienz Der Berg ist im besten Sinne der Auslobung ein gemeinschaftliches, stadtökologisch interessantes und maßnahmeneffizientes Projekt. Er gehört allen, sein Ressourcenverbrauch geht gegen Null und er kostet fast nichts.

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Nickl&Partner / Rehwaldt, 2. Rundgang

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Leitidee Eine wachsende Struktur aus Wohngebäuden, öffentlichen und halböffentlichen Freiräumen sowie Grünbereichen mit üppiger Bepflanzung charakterisiert den Standort. Kurzumtriebsplantagen formen das zusammenhängende Erscheinungsbild des Columbiaquartiers. Modular aufgebaute Flächen und Baukörper lassen ein flexibles Netz aus Stadtelementen entstehen. ... Der Verbund von wachsender Stadt und Landschaft zeigt sich eigenständig, selbstbewusst und zukunftsweisend, ohne dabei als Fremdkörper in der bestehenden Stadt aufzutreten. Gesamtkonzept Ziel der Entwicklung ist die Entstehung eines durchgrünten Wohnquartiers, das den überwiegenden Teil von Columbia- und Lilienthal-Quartier einnimmt und von den Verfassern als Columbiaquartier bezeichnet wird. Seine band- bzw. strömungsartige Struktur orientiert sich an neuen und bestehenden Erschließungslinien beider Quartiere. Räumlich definiert wird sie zunächst durch eine den Bändern folgende Parzellenstruktur mit Reihen

schnellwachsender Bäume. Endzustand der Entwicklung ist eine modulare, dreigeschossige Bebauung, die diesem System folgt und einen großen Teil des Quartiers einnimmt. Ihm zugeschlagen wird auch die Fläche des TiB-Sportgeländes, das die Verfasser auf das Areal zwischen Sommerbad Neukölln und Jahn-Sportplatz verlagern (Jahn-Sport-Forum). Von Bebauung ausgenommen ist ein breiter Korridor östlich des Flughafengebäudes, in dem grüne Parzellen und Baumreihen zur dauerhaften Parkstruktur werden. Ein Freiraumaster mit eingestreuten Bäumen, das die Erschließungsstruktur des benachbarten Friedhofs Lilienthalstraße aufnimmt, prägt den Zwickel zwischen Lilienthal- und Züllichauer Straße. Konzept Kernbereich Die einheitliche bandartige Matrix von Freiraum- resp. Baustrukturen verdeutlicht die Absicht der Verfasser, Lilienthal- und Columbia-Quartier gemeinsam zu entwickeln. Die NW-SOAusrichtung des Systems wird zusätzlich durch den analogen Umgang mit dem TiB-Sportgelände unterstrichen. Den Eingang in das Columbia-Quartier von Norden her bildet der gerasterte,

von einem unregelmäßigen Hain überstellte Platz im Dreieck zwischen Züllichauer und Lilienthalstraße. Im Columbia-Quartier bleibt der Bereich östlich des Flughafengebäudes dauerhafter Grünbereich und Entrée zur Tempelhofer Parklandschaft. Als bauliche Solitäre erhalten bleiben hier Radarturm und Heizhaus (jetzt Dokumentations- und Ausstellungszentrum). in diesen Bereich weist ein spindelförmiger Platz hinein, der das anschließende Baufeld gliedert. Auf ihm platzierte Bauten übernehmen die Funktion eines Zentrums oder beherbergen gastronomische Betriebe. Gleichfalls unbebaut bleibt der Bereich um die Wetterstation südöstlich des Garnisonsfriedhofes. Eine einheitliche Bebauungsstruktur, nördlich und südlich des Columbiadamms, erzeugt ein imageprägendes Gesamtbild. Die Bebauung ist modular konzipiert und ermöglicht den Bau von Stadthäusern und Einzelappartements in unterschiedlichen Kombinationen. Den Bauten lassen sich jeweils private Gärten und halböffentliche Funktionszonen bzw. öffentlich Plätze zuordnen. Diese flexible Struktur der modularen

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Kombination schafft differenzierte Beziehungen zwischen bebauten Flächen und Freiräumen. Erschließung / Vernetzung Den gewünschten räumlichen Zusammenhang von Lilienthal- und Columbia-Quartier betonen die Verlängerung der Lilienthalstraße nach Süden und die Schaffung einer südwestorientierten Straße, die am Knick der Züllichauer Straße einmündet und ebenfalls beide Quartiere verbindet. Der Columbiadamm wird als Erschließungsrückgrat begriffen. Züllichauer Straße und Stichstraße oberhalb des bisherigen TiB-Sportgeländes werden zur nördlichen Quererschließung des Columbia-Quartiers verbunden. Zwischen neuem Wohngebiet und Volkspark Hasenheide erfolgt ihre Anbindung an den Columbiadamm. Im Columbia-Quartier wird die vorhandene äußere Flugfeldstraße zur Hauptachse ausgebaut, ergänzt durch die Straßen, die den spindelförmigen Platz nach außen hin begrenzen. An den Ost-West-Erschließungsstraßen wird der ruhende Verkehr konzentriert. Die innen liegenden Bebauungsflächen werden fußläufig erschlossen.

Nutzungs- / Stufenkonzept Stufe I der prozessualen Stadtentwicklung ist die Bepflanzung der künftigen Baufelder mit Kurzumtriebsplantagen aus schnellwüchsigen Pappeln und Weiden. Bis 2010 sollen Teile der Bebauung entlang der Erschließungsstraßen realisiert werden. In Stufe II erfolgt bis 2015 die weitere Verdichtung der Quartiere von den Rändern her. Zusätzlich werden die Bauten des Bewohnerzentrums errichtet. Stufe III stellt die bauliche Komplettierung der wachsenden Struktur dar. Den Verfassern ist wichtig, dass innerhalb des Quartiers komplexe und differenzierte Nachbarschaften entstehen können. Zur Komplettierung der Struktur schreiben sie: Die Reaktionsfähigkeit auf demografische Veränderungen innerhalb der folgenden Entwicklungsjahre unterstreicht die Zukunftsfähigkeit der städtebaulichen Grundmatrix. Ressourceneffizienz Hervorgehoben wird der Passivhausstandard, nach dem alle neuen Gebäude errichtet werden. Weiterhin sollen Wärmepumpen zum Einsatz kommen und Sonnenenergie in Form

von Photovoltaikelementen und Solarthermiekollektoren genutzt werden. Vorgesehen ist auch die Sammlung von Regenwasser in Zisternen zur Brauchwassernutzung. Erwähnt wird schließlich die Erzeugung von Holz als nachwachsendem Rohstoff in den Kurzumtriebsplantagen.

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Gruber + Popp / LA.BAR, 2. Rundgang

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Leitidee Mit der Parklandschaft Tempelhof entsteht der größte zusammenhängende Freiraum innerhalb Berlins, für eine zukunftsfähige Stadt in ihrer Mitte ein unschätzbarer Gewinn. ... Begonnen wird entlang des Columbiadamms. Mit der prozesshaften Aneignung der zur Verfügung stehenden Flächen entsteht schrittweise ein lebendig durchmischter Wohn- und Lebensort. Dies bedeutet, der Ort wird entdeckt, der Ort wird verbunden, der Ort kommt an. Gesamtkonzept Die phasenweise Entwicklung bestimmt das Konzept. Zunächst kann das schrittweise geöffnete Columbiaquartier von unterschiedlichsten Gruppen erstmals entdeckt und neu interpretiert werden. In einem ersten Schritt werden Strukturen und Gebäude zu Aktionspunkten. Sie definieren drei räumliche Schwerpunkte, die zu Ausgangspunkten der städtebaulichen Entwicklung werden können. Damit verknüpfte Begriffe sind: Schaukasten: Ehemalige Wachtposten entlang des Columbiadamms werden zu neuen Informationsträgern und
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bieten nun einen Einblick in die entstehenden Prozesse. Labor: Das Areal um die Werkstatt wird als Prozessgenerator Kommunikationsmittelpunkt. Bewegung: Dabei erfolgt eine Neuinterpretation des Areals um die entwidmete Wetterstation als Zukunftslandschaft. Der Aneignungsprozess folgt einer unsichtbaren Regie, wobei die essentiellen Themen Essen Spielen - Lernen - Ruhen die Basis der Kommunikation bilden. Die Aktionspunkte bzw. Impulsgeneratoren können von unterschiedlichsten Gruppen genutzt werden. Dem Verbinden ist die zweite Phase des Konzeptes gewidmet. Begrüßt wird die Möglichkeit, im geöffneten Columbiaquartier neue Nord-Südund Ost-West-Verbindungen zu schaffen. In dieser Phase wird die Struktur des gesamten Quartiers etabliert und getestet. Im Sinne einer prozesshaften Stadtentwicklung wird auf ein ausgewogenes Verhältnis von Bebauung und Freiflächen Wert gelegt. Dabei kann sich die noch nicht realisierte Bebauung zunächst in Kurzumtriebsplantagen aus Pappeln

abbilden. Auch eine temporäre Grabelandnutzung der Baufelder ist denkbar. Letzte Phase ist die des Ankommens mit der Entwicklung eines identitätsstiftenden, modellhaften Stadtquartiers. Konzept Kernbereich Die Lilienthal-Straße wird als Entwicklungsachse bis zum Ring-Boulevard weitergeführt. Eine weitere Achse verläuft vom Knick der Züllichauer Straße senkrecht zum Columbiadamm in Richtung Parklandschaft. Dazwischen entwickelt sich die Blockbebauung des Lilienthal-Quartiers, gegliedert durch eine Ost-West-Verbindung zwischen Bergmannkiez und Hasenheide. Den Bereich westlich der neuen Diagonale bilden Freiflächen, die gleichzeitig eine potentielle Verdichtungsfläche darstellen. In Richtung Kreuzberg vermittelt der grüne Platz des Dreiländerecks. Die neue diagonale Achse wird auch zur zentralen Erschließung der Bebauung im Columbia-Quartier, die sich fächerförmig zwischen Ring-Boulevard und vorhandener äußerer Flugfeldstraße aufspannt.

Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Der Bereich nördlich davon wird Freifläche und fungiert als räumlicher Filter zum Columbiadamm. An den Aktionspunkt Labor anknüpfend finden auf der Fläche östlich des neuen Quartiers Schule, Kita, Ideenlabor und Ideenwerkstatt ihren Platz. Südlich des Friedhofs schließt die Picknickwiese an, die wiederum eine potentielle Verdichtungsfläche darstellt. Als dauerhafte Freiflächen und Gelenk zwischen Columbia- und Schillerquartier werden die Bereiche südlich des Sommerbades gestaltet. Ausgehend vom Impulsthema Bewegung kann hier ein Park mit innovativen Angeboten entstehen. Freiflächen außerhalb der Baufelder werden zunächst grundsätzlich extensiv gepflegt. Bei Bedarf lassen Kleinspielfelder, Spielplätze oder Picknikkinseln intensivere Nutzungen zu. Die impulsgebenden Gelenke Schaukasten, Labor und Bewegung werden zu Orten übergeordneter Bedeutung. Erschließung / Vernetzung Verlängerte Lilienthalstraße, neue Diagonale, Querachse zum Bergmannkiez und ausgebaute äußere Flugfeldstraße betonen weitreichende Vernetzungen des Columbiaquartiers.

Sequenzen paralleler Straßen erschließen die langrechteckigen Baublöcke. Zwischen Friedhof und Sommerbad entsteht eine neue Nord-Süd-Verbindung. Die Eingänge vom Columbiadamm in den Volkspark Hasenheide werden betont. Nutzungs- / Stufenkonzept Es werden Wohn- und Gewerbeblökke mit Breiten von 25 bzw. 30 m unterschieden. Das Konzept betont die Möglichkeit temporärer Nutzungen und die Ausprägung unterschiedlichster Aneignungsformen, ausgehend von den Aktionspunkten Schaukasten, Labor und Bewegung Als zentrale Entwurfsidee wurde das Stufenkonzept bereits bei der Erläuterung des Gesamtkonzepts vorgestellt. Ressourceneffizienz Die Verfasser bezeichnen Klimaschutz als Zukunftsaufgabe für die Stadtentwicklungspolitik. In diesem Sinne werden größtmögliche Kompaktheit und eine geringe Versiegelung der bebauten Bereiche angestrebt. W eiteres Ziel ist die Entwicklung von Gebäuden, die keine schädlichen Emissionen abgeben, also weder Luft noch

Boden belasten und keine fossilen Energien und Ressourcen verbrauchen. Weiterhin werden wiederverwertbare Materialein bevorzugt. Das Heizwerk wird zum Blockheizkraftwerk mit Wärmekraftkopplung. Schließlich sollen die Pappeln der Kurzumtriebsplantagen in 3 - 10-jährigem Turnus geschlagen und das Häckselgut zur Energiegewinnung eingesetzt werden.

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Poos, Isensee / Prof. Nagel, Schonhoff + Partner, 2. Rundgang

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Leitidee Konzeptioneller Ansatz des Entwurfes ist die Anbindung der nördlichen Stadtteile durch zwei markante, keilförmige Strukturen, die ihren Ursprung am Südrand des Kreuzberger Quartiers nehmen und über den Columbiadamm hinweg auf das Tempelhofer Feld führen. Gesamtkonzept Der Entwurf schlägt zwei neue Verbindungsachsen mit ganz unterschiedlichem Charakter vor – eine städtisch geprägte ausgehend vom Landwehrkanal über den Südstern durch das neue Stadtquartier sowie eine grünräumlich geprägte Verbindung durch den Volkspark Hasenheide am Columbiabad vorbei bis zur Oderstraße. Beide Verbindungsachsen führen in eine neu angelegte Wasserlandschaft, die den südlichen Abschluss des neuen Columbiaquartiers bildet. Das Konzept beschränkt sich im wesentlichen auf den Kernbereich. Konzept Kernbereich Entlang der städtisch geprägten Verbindungsachse wird eine dichte Bebauung vorgeschlagen, die mit einer breiten Front am Wasserpark im Columbia-Quartier beginnt, sich keilför-

mig nach Norden im Lilienthal-Quartier verjüngt und schließlich am Friedhof mit einem Platz an der Lilienthalstraße endet. Es entstehen mit dem neuen Quartier Wohnraum und Arbeitsplätze für ca. 5.000 Menschen. Es soll durch die Promenade Columbia Water eine eigene Identität erhalten und Verbindungscharakter zwischen den Stadtteilen schaffen. Der Wasserpark, an den sich südlich Biotopflächen anschließen, erstreckt sich vom Flughafengebäude bis zum Jahn-Sportplatz. Den nördlichen Auftakt des LilienthalQuartiers bildet ein städtischer Platz, der in die Lilienthalstraße und den Tempelhofer Weg als neue Verbindung in Nord-Süd-Richtung überleitet. Das Lilienthal-Quartier wird nur im östlichen Bereich überbaut, westlich bis zur Golßener Straße wird ein Quartierspark angelegt der, sich über den Columbiadamm nach Süden fortsetzt. Die Bebauungsstruktur sieht schiefwinkelig zueinander angeordnete 4bis 6-geschossige Blocks vor. Diese Struktur wird im Columbia-Quartier fortgeführt und mit 15- bis 18-geschossigen Wohntürmen, mit Blick über den Wasserpark und das Tempelhofer

Feld, ergänzt. Bei über 15 Geschossen wird die in der Schutzzone C zulässige Bebauung überschritten. Das Heizkraftwerk wird in die keilförmige Bebauungsstruktur des Columbia-Quartiers integriert.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Die Haupterschließung in Nord-SüdRichtung erfolgt über die beiden keilförmigen Strukturen – als Grünraumverbindung über den Volkspark Hasenheide und als städtische Verbindung über das neue Quartier. Hauptverbindungen hier sind die Lilienthalstraße und der neu angelegte Tempelhofer Weg, der als vorwiegend fußläufige Promenade ausgebildet wird. Im Norden münden Lilienthalstraße, Tempelhofer Weg und Züllichauer Straße in einen städtischen Platz, der nach Norden zum Südstern überleitet. Der Columbiadamm erhält im Bereich der Neubebauung eine grüne Mittelinsel, um eine Querung der Verkehrsbarriere zu erleichtern. Die äußere Flugfeldstraße wird zur Promenade entlang des neuen Wasserparks. Der Ring-Boulevard wird über Stege angebunden. Nutzungs- / Stufenkonzept Es wird eine stufenweise Entwicklung vorgeschlagen, die zunächst einen ersten Bauabschnitt mit 4 Blöcken südlich des Columbiadamms vorsieht. In diesem Zusammenhang wird eine Verbindung von der Lilienthalstraße über den Columbiadamm geschaffen.

Nach Stilllegung des RegenwasserRückhaltebeckens werden zunächst temporäre Nutzungen mit Sportfeldern vorgesehen. In einem nächsten Schritt wird dann der Straßenzug Tempelhofer Weg angelegt und das Quartier zwischen Tempelhofer Weg und Lilienthalstraße bebaut. Sukzessive folgt dann die weitere Bebauung nach Westen Die geplante Wasserlandschaft wird in drei Abschnitte gegliedert, der westliche Bereich dient der Regenwassersammlung und soll sich zum Biotopbereich entwickeln, der mittlere Bereich dient der Filterung und Reinigung und der östliche Bereich wird als Badesee in Verbindung mit dem Sommerbad Neukölln ausgebaut. Für die Umsetzung des Wasserparks wird eine Einbindung in die Landesgartenschau vorgeschlagen. Das Nutzungskonzept sieht vorwiegend Wohnen vor, in den Wohngruppen werden jeweils gemeinschaftlich nutzbare Gartenhöfe vorgeschlagen. Der Columbiadamm bildet das Zentrum der gewerblichen Nutzungen. Der als fußläufige Promenade gedachte Tempelhofer Weg soll punktuell gastronomische Nutzungen erhalten,

die sich bis zum neuen Wasserpark fortsetzen. Am Ufer des Badesees südlich des Neuköllner Sommerbades wird ein Biergarten angeordnet. Ressourceneffizienz Explizite Aussagen zur Ressourceneffizienz werden nicht gemacht. Hier können die Regenwassersammlung und Filterung im Bereich des Wasserparks genannt werden.

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Studio MDA / dlandstudio, 1. Rundgang

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Leitidee Grundlage des Entwurfs ist die Schaffung von neuen Lebensräumen. Stadt – Mensch – Natur und Tier soll Platz geschaffen werden, der miteinander erlebt werden kann. Gesamtkonzept Die Verfasser sehen das Wettbewerbsgebiet als Randlage, geprägt von undefinierten Räumen. Deshalb befasst sich der Entwurf über das Wettbewerbsgebiet hinaus mit dem gesamten Areal des Tempelhofer Feldes. Um funktionierende Lebensräume zu schaffen, ist ein Miteinander nötig. Der Entwurf bezieht daher ökologische wie soziale Komponenten ein und will im Sinne eines nachhaltigen Prozesses auch ökonomische Strategien berücksichtigen. Die räumliche Struktur des Entwurfs wird durch Überlagerung verschiedener Strukturmuster, wie vorhandene Straßennetze, historische Wegeverbindungen und klimatische Einflüsse, entwickelt. Im Ergebnis wird das Gesamtareal des Tempelhofer Flugfeldes in vier Nutzungsbereiche untergliedert: Die die Grenzen des Wettbewerbsge-

biets überschreiten: das nordwestliche Areal um das Flughafen-Hauptgebäude, das nordöstliche Areal im Bezirk Neukölln und das südliche Gebiet im Bezirk Tempelhof und als verbindendes Element der Böpark, der in geschwungener Form sowohl eine NordSüd-, als auch Ost-West-Verbindung herstellt. Die ehemalige Aufstellfläche für Flugzeuge am Flughafengebäude wird zu einer großen Wasserfläche (Aqua-Stadt). Das Areal der Columbia-Halle wird durch arrondierende Bebauung zum Block gefasst. Zwischen Columbiadamm und dem Flughafengebäude werden vier Solitärbauten platziert. Das TiB-Gelände wird vollständig mit Blockstrukturen überplant. Kernbereich Das Columbia-Quartier wird auf der westlichen Seite Teil der Aqua-Stadt. Mittig schließt sich der Bö-Park an. Die östliche Bebauung des ColumbiaQuartiers ist Teil des Bebauungsbandes Feldkiez das sich aus dem Stadtquartier Neukölln entwickelt. Das Lilienthal-Quartier wird größtenteils Parkanlage, zwischen Bö-Park und der Polizei wird ein Block ange-

ordnet. Als Bebauungsstruktur wird die Blockform unterschiedlichen Größen und Ausformungen gewählt, die sich einem 45°-Raster unterordnen und klare Kanten zur Parklandschaft bilden.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Der Park ist verbindendes Element in Nord-Süd- Richtung und wird über den Columbiadamm geführt. Der Verlauf der Lilienthalstraße wird aufgenommen und nach Süden in das Columbia-Quartier geführt. Der Straßenverlauf der Golßener Straße wird auf der Höhe des Polizeiareals begradigt und ebenfalls über den Columbiadamm nach Süden geführt. Nutzungs- / Stufenkonzept Es wird ein stufenweises Entwicklungskonzept in vier zeitlichen Abschnitten vorgeschlagen, das sich jedoch auf das Gesamtkonzept, nicht auf das Wettbewerbsgebiet bezieht. In Phase 0 wird das Areal zunächst in die 4 Nutzungsbereiche eingeteilt. Der nordöstliche Bereich wird für agrarkulturelle Nutzungen zur Verfügung gestellt. Um das Flughafen-Hauptgebäude darf der Beton von Pflanzen durchbrochen werden und die Sukzession walten. Ein breites Grünband mit Trampelpfaden verbindet die Bereiche. Phase 1 sieht die Entwicklung der Aqua-Stadt, in der Teilbereiche des Columbia-Quartiers liegen vor. Hier soll bis 2012 als Katalysator für die

Gesamtentwicklung ein Quartier mit gewerblicher Nutzung, aber auch kulturellen Einrichtungen, Verwaltung und Wohnen entstehen. Zwischen dem neuen Quartier und dem bestehenden Flughafengebäude entsteht ein großer See. In Phase 2 startet ab 2012 die Entwicklung im Feldkiez. Die bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen werden von einer Bebauungsstruktur abgelöst, die klare Kanten zum Park formuliert. Hier soll überwiegend Wohnungsbau mit kleingewerblicher Nutzung in den Erdgeschossen entstehen. Solitäre Gebäude, die von Feldern umgeben sind, nehmen soziale oder kulturelle Einrichtungen auf. In Phase 3 bis 2022 wird der südliche Bereich außerhalb des Wettbewerbsgebietes entwickelt. Gleichzeitig wird der Böpark fertig gestellt. Eine Landschaftsbrücke über den Columbiadamm verbindet das Gesamtareal mit dem Südstern und dem Bergmannkiez. Ressourceneffizienz Ziel der Verfasser ist es, den Ansatz zur Nachhaltigkeit ganzheitlich zu betrachten. Als Maßnahmen zur ökologischen

Nachhaltigkeit werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: Gebäudeausrichtung im 45°-Winkel bietet passive Solarenergienutzung. Schaffung von Feuchtgebieten in der Aqua-Stadt, mit Schilfbereichen zur Filterung von Grau- und Regenabwasser. Schaffung eines Windkanals. Schaffung einer Waldzone im südlichen Bereich außerhalb des Wettbewerbsgebietes mit dem zusätzlichen Effekt einer Reinigung des Erdbodens.

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Hinrichs Wilkening / Mettler, 1. Rundgang

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Leitidee Für das Columbiaquartier als Teil des ehemaligen Flughafen Tempelhof, wird eine zukunftsorientierte Strategie entwickelt, die sich nicht nur an der baulichen Substanz orientiert, sondern den Freiraum als den wichtigsten Faktor betrachtet. Gesamtkonzept Das Konzept geht von einer Definition des Städtebaus über die Freiräume anstelle von baulichen Strukturen aus. Das Wettbewerbsgebiet wird landschaftsplanerisch unter Aufnehmen vorhandener Bezüge strukturiert und bildet einen flexiblen Entwicklungsrahmen für die Bebauung, die sich mittels des Szenarios einer wachsenden Stadt entwickelt. Im Columbia-Quartier zwischen Columbiadamm und Ring-Boulevard sowie im Lilienthal-Quartier wird eine partielle Bebauung mit unterschiedlichen Gebäudetypologien vorgegeben. Nördlich der Herfurthstraße ist ein Ost-West-gerichtetes Band mit Blockstrukturen angeordnet. Die Columbiahallen werden mit Blökken eingefasst. Der Polizeikasernen-

block wird an der Süd-Ost-Ecke sowie der Süd-West-Ecke mittels einer Randbebauung ergänzt. Konzept Kernbereich Im Columbia-Quartier entwickelt sich ein neues Wohnquartier um eine Platzanlage im Schnittpunkt von äußerer Flugfeldstraße mit der verlängerten Lilienthalstraße. In Nord-Süd-Richtung werden Geschosswohnungsbauten als Punkthäuser und dazwischen angeordneten Zeilen angeordnet. Die Höhenentwicklung nimmt vom Columbiadamm (ca. 10 Geschosse) zum Tempelhofer Feld (3-7 Geschosse) hin ab. Im Lilienthal-Quartier werden durch die veränderte Straßenführung 3 Baufelder ausgebildet, die im Endzustand eine durchgängige Blockstruktur aufweisen. Der neu entstandene Block im Nordosten ist als Grünfläche ausgewiesen. Ein differenziertes Grünkonzept zur Raumgliederung wird vorgeschlagen. Das Heizkraftwerk wird nicht zum Erhalt vorgesehen.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Das Lilienthal-Quartier wird in NordSüd-Richtung durch die verlängerte Lilienthalstraße sowie zwei zusätzliche Straßen erschlossen. Die NordSüd-Straßenzüge werden südlich des Columbiadamms aufgegriffen und stellen die Haupterschließung zum Columbia-Quartier dar. Die vorhandene äußere Flugfeldstraße quert diese Straßenzüge sowie den neu geschaffenen Platz und bindet an die bis zum Ring-Boulevard verlängerte Herfurthstraße an. Nutzungs- / Stufenkonzept Eine prozessuale Entwicklung ist Ausgangspunkt des Konzeptes, das bis 2030 dargestellt wird. Das Columbia-Quartier soll in der Anfangsphase bebaut und aufgrund der unterschiedlichen Typologien unterschiedlichste Zielgruppen ansprechen. Im Erdgeschoss sind Gemeinschafts- und Dienstleistungszonen vorgesehen. Die Obergeschosse sind als Kombination von Wohnen und Arbeiten mit freier Grundrißgestaltung geplant. Im 2. Schritt wird die räumliche Struktur des Lilienthal-Quartiers durch die Schaffung von Baufeldern und An-

pflanzungen definiert. Nach Umverlegung des Regenrückhaltebeckens kann der östliche Block für Sportaktivitäten zwischengenutzt werden. Die westlich gelegenen Blöcke werden für die Zwischennutzung als Kleingärten neu strukturiert. Die Kleingärten müssen erst in der letzten Phase der Blockstruktur weichen. Ressourceneffizienz Nach Möglichkeit sollen Konzepte zur Energieeinsparung wie Bau von Niedrigenergie- bzw. Passivhäusern sowie ressourceneffizienter Städtebau umgesetzt werden.

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Station C23 / Station C23, engere Wahl

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Leitidee Durch eine urbane Felderwirtschaft sollen die Tempelhofer Felder, die derzeit noch nicht für eine städtische Alltagsnutzung zur Verfügung stehen, in das umgebende urbane Gewebe eingebunden, ihre urbanen Möglichkeiten erkundet, getestet und erschlossen werden... Gesamtkonzept Eingebettet in ein Netz von vorhandener landmarks wird ein Feldersystem entwickelt, das unterschiedliche urbane Felder vorsieht. Es werden 4 Feldtypen vorgeschlagen: Kulturfelder, Baufelder, Sportfelder und Experimentalfelder. Das gesamte Wettbewerbsgebiet wird in urbane Felder unterteilt, die über verschiedene Entwicklungskorridore (Kulturkorridor, Baukorridor und Sportkorridor) in die umgebenden Quartiere eingebunden sind. Entlang der Friesenstraße entwickelt sich um die Columbiahalle, die durch eine Blockrandbebauung eingefasst wird, und im östlichen Hangarbereich ein Kulturfeld. Experimental-, Bau- und Sportfelder sind östlich des Flughafengebäudes im Columbia-Quartier vorgesehen.

Der Ring-Boulevard wird zur Wiesenpromenade entlang der Wiesenfelder auf dem Tempelhofer Feld, in denen sich Flora und Fauna entwickeln können. Feuchtzonenbereich im Übergang von Wiesenpromenade und Wiesenfeldern (als Ersatz für Regenrückhaltebecken). Konzept Kernbereich Durch ein neues Straßennetz wird der Kernbereich gegliedert und die urbanen Felder angelegt. Sie verlaufen, mit Ausnahme der Sportfelder, in Nord-Süd-Richtung und über den Columbiadamm hinweg Lilienthal- und Columbia-Quartier verbindend. Im direkten Anschluss an das Flughafengebäude entstehen die Experimentalfelder, die als offene Flächenangebote für Pionier- und Zwischennutzungen gedacht sind. Über den Entwicklungskorridor Lilienthalstraße werden die Baufelder an den Südstern angebunden. Die östlichen Baufelder werden zunächst mit Baustreifen in Ost-West-Richtung bebaut, die dann letztlich durch eine 5geschossige Randbebauung als Geschosswohnungsbau gefasst werden. Die Baustreifen bestehen aus 1-2-geschossigen Einzelhäusern mit dazwi-

schen liegenden privaten Gärten und Gemeinschaftshöfen zwischen den Baustreifen (Allmende). Die Flächen zwischen Experimentalund Baufeldern kann bei Bedarf in der gleichen Weise bebaut werden. Das Areal zwischen Friedhof / Sommerbad und Ring-Boulevard ist als Sportfeld für Sportnutzungen, die sich entlang des Entwicklungskorridors Hasenheide zum Tempelhofer Feld hin entwickeln, vorgesehen.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Das vorhandene Straßensystem im Lilienthalquartier wird durch 2 weitere Nord-Süd-Straßenzüge ergänzt. Sie werden, ebenso wie die verlängerte Lilienthalstraße, über den Columbiadamm hinweg bis zur Wiesenpromenade weitergeführt und dort durch eine parallel zur Wiesenpromenade verlaufende Straße verbunden. An den Kreuzungen mit dem Columbiadamm sollen kleine platzartige Aufweitungen entstehen. Die Sportfelder werden über die teilweise erhaltene äußere Flugfeldstraße sowie von der Hasenheide und dem Neuköllner Quartier aus erschlossen. Für die Baufelder sind interne Erschließungsstraßen parallel zu den Baustreifen vorgesehen. Nutzungs- / Stufenkonzept Es wird ein detailliertes räumlich-zeitliches-Konzept für die einzelnen urbanen Felder aufgezeigt, die anhand von zeitlichen Fixpunkten die Entwicklung darstellen. Die räumliche Infrastruktur der urbanen Felder wird überlagert von virtuellen Infrastrukturen, dem Feld 2.0, einem internetbasierten Kommunikationswerkzeug, das Anlaufpunkt für

Akteure, Ideen und zur Vermarktung sein soll (Akteurpool, Flächenpool und Ideenpool) und 2009 installiert werden soll. Im Heizkraftwerk soll zusätzlich ein Beratungsbüro Feldkraftwerk eingerichtet werden. Wiesenpromenade und Erschließungsnetz werden als Initialpunkte der Entwicklung angesehen. Die Entwicklung der Baustreifen beginnt zunächst durch Baugruppen. Der Geschosswohnungsbau soll abschließend durch Investoren erstellt werden. Hier sind in den Erdgeschosszonen Handels- und Gewerbeflächen vorgesehen. Die Kultur-, Sport- und Experimentalfelder entwickeln sich sukzessive durch die verschiedenen Träger und sind für kurz- bis langfristige Nutzungen gedacht. Ressourceneffizienz Ökologische Ausrichtung der Gebäude zur Sonnenenergienutzung Integrierte Regenwassernutzung.

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Poppensieker / Hertling, 1. Rundgang

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Leitidee Ankerpunkt der städtebaulichen Überlegungen ist die stadtklimatische Optimierung des Columbia- und Lilienthal-Quartiers durch eine durchlässige offene Bebauung mit einer Konzentration der Baumasse in der Vertikalen. Gesamtkonzept Das Konzept ist auf den Entwurf einer den neuen „Dreiländersee“ umgebenden aufgeständerten Bebauung und einer Serie von Punkthochhäusern südlich des Columbiadamms konzentriert. Darüber hinaus wird das Teilgebiet Columbiahalle an der Schwiebusser und der Friesenstraße arrondiert. Der Platz der Luftbrücke im Westen und eine zwischen Hermann- und Fontanestraße anzustrebende „Flughafenpromenade“ im Osten bilden die Ein- und Ausgangsräume der Blockstrukturen Tempelhofs und Neuköllns. Die vorhandene Sporthalle auf dem TiB-Gelände am Columbiadamm wird baulich entlang der Lilienthalstraße ergänzt. Konzept Kernbereich Im Kernbereich werden zwei selbständige städtebauliche Ideen entwickelt, die über die Lilienthalstraße und eine

weitere Verbindungsachse westlich des neuen Sees stadträumlich miteinander verknüpft werden. Im Lilienthal-Quartier wird das ehemalige Regenrückhaltebecken als Wasserfläche beibehalten und mit einer umlaufenden aufgeständerten Bebauung arrondiert, die den Kaltluftaustausch in Nordsüd-Richtung auch weiterhin gewährleistet. Die Südseite des schwebenden Rings dockt – in einem Abstand von 50 m – an den Columbiadamm an und gewährleistet trotz der klimatisch wünschenswerten Freihaltung der restlichen Flächen des Lilienthal-Quartiers einen kontinuierlichen begleitenden Blockrand auf dem Weg vom Südstern bis zum Columbiadamm. Der See wird von einer öffentlichen Promenade umgeben. An der Lilienthalstraße bildet ein nicht näher differenziertes / erläutertes dreieckiges Gebäude den städtebaulichen Abschluss. Der Sportplatz an der Züllichauer Straße und die Kleingärten in diesem Bereich bleiben erhalten. Im Columbia-Quartier wird zwischen der vorhandenen äußeren Flugfeldstraße und dem Ring-Boulevard eine

Serie von zwölf 12-geschossigen Punkthochhäusern entwickelt, die als bauliche Fassung der Bay am Wiesenmeer begriffen wird. Den Punkthochhäusern ist westlich am Flughafenvorfeld eine kompakte, autofreie, 2-geschossige Siedlung vorgelagert, die bei entsprechender Distanz als „Felsen“ begriffen wird. Die „Baywatch-Strandkörbe“ sind Pioniernutzungen, die aus umgebauten Frachtcontainern mit Panoramablick über das Wiesenmeer bestehen. Erschließung / Vernetzung Hauptverbindungsachse in Nord-SüdRichtung ist die Lilienthalstraße, von der am „Dreiländersee“ eine weitere neue Nordsüd-Verbindung abzweigt. Die Ostwest-Achse bildet weiterhin der Columbiadamm, die langfristig durch eine zusätzliche Gründurchwegung über das Kasernenareal ergänzt wird. Im Columbia-Quartier wird die bestehende Allee auf der Südseite des Friedhofs ergänzt und zu einer großzügigen Fußgänger- und Radwegepromenade entwickelt. Eine schlaufenartige Wegeverbindung ergibt sich aus der Führung der neuen Parallelverbindung der Lilienthalstra-

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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ße, die den „Dreiländersee“ und das Wohn- und Arbeitsquartier „im Felsen“ gleichermaßen umrundet und wieder an den Columbiadamm anschließt. Eine Welle aus dem Wiesenmeer schwappt auf die nördliche Seite des Parkways (Ring-Boulevard) und stößt so in Teilbereichen direkt an den Obstbaumhain der Hochhausparzellen. Die auf diese Weise formulierte Wegeverbindung stößt im weiteren Verlauf wieder auf den Ring-Boulevard. Nutzungs-/Stufenkonzept Das Konzept verfolgt für das Columbia-Quartier eine Mischnutzung aus Wohnen und Arbeiten für die kompakte Zeilenbebauung und Wohnen für die Punkthochhäuser. Die „BaywatchStrandkörbe“ stellen z. B. Raum für temporäres Wohnen bereit. Der Strandkorbverleih befindet sich in der ehemaligen Autowerkstatt. Die Gebäude und Flächen des Deutschen Wetterdienstes im Südosten des Columbia-Quartiers werden zu einem Reiterhof umgenutzt. Für den neu entwickelten Städtebau auf den Wettbewerbsflächen nördlich des Columbiadamms enthält das Konzept keine konkreten Nutzungsaussagen.

In Entwicklungsphase 1 werden zunächst die temporären Nutzungen der Strandkörbe und der Reiterhof realisiert. In Phase 2 wird der Felsen, die ersten Punkthochhäuser, die Bebauung am „Dreiländersee“ und auf dem Baufeld Columbiahalle ergänzt. In Phase 3 wird der Bogen aus Punkthochhäusern – der Tempelhofer Bogen – vervollständigt. Ressourceneffizienz Der Kern des Regenwassermanagements besteht in der Entwicklung des Regenrückhaltebeckens zu einem Quartierssee mit einer besonderen Aufenthaltsqualität für Anwohner und Erholungssuchende. Die Punkthochhäuser gewährleisten zudem einen niedrigen Versiegelungsgrad.

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USP / Studio Fois Ggaetani, 1. Rundgang

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Leitidee Fingerartige Baufelder – Gateways – wachsen mit einer offenen Bebauung in alternierendem Wechsel mit Landschaftsstreifen stegartig in das Tempelhofer Feld hinein und erhalten die Weitläufigkeit des Geländes. Gesamtkonzept Das städtebaulich-landschaftsplanerische Konzept konzentriert sich auf die Entwicklung von drei stegartigen Baustreifen, die an der Lilienthal-/Züllichauer Straße beginnen und sich südlich des Columbiadamms fortsetzen. In dem der Oderstraße zugewandten Teil des Columbia-Quartiers sowie auf den Baufeldern Columbiahalle und Polizeikaserne werden ergänzende Bebauungen vorgeschlagen, die nicht in die vorhandene Bausubstanz eingreifen. Das Konzept für das Wettbewerbsgebiet ist in eine übergreifende Entwicklungsperspektive für das gesamte ehemalige Flughafengelände eingebettet, in deren Kontext sich weitere fingerartige Bebauungen von den Rändern des Flugfeldes im Osten, Süden und Westen in die Tiefe des Tempelhofer Feldes hinein entwickeln,

die teilweise über den Ring-Boulevard hinaus ragen. Die neuen Rundwege knüpfen an die äußere Flugfeldstraße und den Taxiway an und modifizieren diese zu einer Ellipsenform. Die nördliche Landebahn bleibt Relikt, während die südliche transformiert wird (beide außerhalb des Wettbwerbsgebiets): Denkbar wäre beispielsweise die Bildung eines Kanals – der „Tempelhofer Seemeile“ – die gefüllt mit Regenwasser langfristig als Ruderstrecke dienen könnte, beispielsweise im Rahmen der Entwicklung des Tempelhofer Südfeldes für eine erfolgreiche Olympiabewerbung Berlins. Das südliche Baufeld – außerhalb des Wettbewerbsgebietes – wird für das Olympische Dorf vorgeschlagen. Konzept Kernbereich Die drei an der Züllichauer-/Lilienthalstraße beginnenden städtebaulichen Finger weisen eine Breite von ca. 60 m auf und werden durch ebenso breite Landschaftsstreifen gegliedert. Die Baudichte im Lilienthal-Quartier ist mit bis zu sieben Geschossen höher als im Columbia-Quartier, für das eine eher offene Bebauung mit maximal

vier Geschossen vorgeschlagen wird. Die Bebauung ragt im Süden über das Wettbewerbsgebiet hinaus, dessen Grenze hier der Ring-Boulevard ist. Der Columbiadamm wird mit einem Steg für Fußgänger überspannt, der in den östlichen der beiden Grünstreifen integriert wird. An der Lilienthalstraße im Norden und der inneren Ellipse bzw. am Bellevue im Süden eröffnen Landschaftsrampen einen Blick in den Stadt- bzw. Landschaftsraum. Im Westen des Columbia-Quartiers befindet sich ein Erdwärmetauscherfeld, im Osten werden an der Nahtstelle zum Friedhof am Columbiadamm gegenüber der bestehenden Tennishalle auf dem TiB-Gelände weitere Tennisplätze vorgeschlagen. Das Heizwerk am Columbiadamm wird in den westlichen Bebauungssteg integriert. Erschließung / Vernetzung Die Lilienthalstraße wird vor allem als grüne Wegeverbindung qualifiziert, die an der Züllichauer Straße in eine Grünanlage übergeht, über die der Fußgängersteg über den Columbiadamm erreicht wird. Die Kfz-Erschließung erfolgt im Nor-

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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den von der Züllichauer Straße; der neue Einhandelsschwerpunkt ist direkt an den Columbiadamm angebunden. Das Columbia-Quartier ist an seinem westlichen und östlichen Rand (Verlängerung Lilienthalstraße) an zwei Stellen an den Columbiadamm angeschlossen. Das Parken kann in einem zentralen Parkhaus direkt am Columbiadamm oder alternativ den Grundstücken zugeordnet erfolgen. Nutzungs-/Stufenkonzept Das Nutzungskonzept verfolgt eine offene und flexible Strategie, in die je nach Bedarf die Nutzungen Wohnen, Büro, Gewerbe und Veranstaltung/ Event integriert werden können. Am Columbiadamm wird im LilienthalQuartier ein kleiner Einzelhandelsschwerpunkt für die Quartiersversorgung vorgeschlagen. In der Verlängerung der Herrfurthstraße werden im Südosten des Columbia-Quartiers weitere Gebäude und Flächen für Sportnutzungen angeboten. Die stufenweise Entwicklung im Wettbewerbsgebiet wird in eine Entwicklungsstrategie für das gesamte ehemalige Flugfeld eingebettet und gliedert sich in mehrere Phasen:

Eine nachhaltige Entwicklungsperspektive für das Tempelhofer Feld wird sich,…, aus kurz-, mittel- und langfristigen Initiativen zusammensetzen müssen. Die erste Phase (2008-2010) dient vor allem der Eröffnung des Geländes für das Publikum mit Events und der Realisierung der äußeren Erschließungsellipse (Ausbau der äußeren Flugfeldstraße). In der zweiten Phase (2010-2015) stehen die Realisierung des LilienthalQuartiers, erste Baumaßnahmen im Columbia-Quartier und die Realisierung der inneren Erschließungsellipse (modifizierter Taxiway) im Mittelpunkt. In der dritten Phase (2015-2020) wird das Lilienthal- und Columbia-Quartier baulich vervollständigt und durch die Bebauung im Westen und Osten (außerhalb des Wettbewerbsgebietes) ergänzt. Im Süden werden Sportnutzungen in größerem Umfang realisiert, die eine Option für eine Olympiabewerbung Berlins im Jahr 2020 sind. In der vierten Phase werden die Olympiaanlagen und das Olympische Dorf umgenutzt und das städtische und pflanzliche Gewebe fertig gestellt.

Ressourceneffizienz Zwischen Radarturm und neuer Bebauung wird im Anschluss an das bestehende Heizkraftwerk ein Erdwärmetauscherfeld angeboten. Das vorhandene Heizkraftwerk wird zu einem modernen Blockheizkraftwerk mit Anschluss an das Erdwärmefeld oder andere regenerative Energien entwikkelt.

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Krieger + Dubokovic / Grabner + Huber, 2. Rundgang

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Leitidee Das zukünftige Columbia-Quartier besitzt durch die unterschiedlichen angrenzenden Freiräume einen eigenständigen Inselcharakter innerhalb der Stadtstruktur am Tempelhof. Das Konzept verfolgt das Ziel, das neue Quartier als kompakten und urbanen Stadtbaustein mit den umliegenden Stadtbereichen zu verknüpfen. Gesamtkonzept Das Konzept sieht vor, das ColumbiaQuartier als eigenständigen, orthogonal strukturierten, kompakten Bereich beidseitig des Columbiadamms zu entwickeln. Die südliche Stadtkante wird von dem Ring-Boulevard begrenzt. Nach Süd-Osten schließt sich südlich des Friedhofes ein Wohngebiet mit Punkthäusern an. Der Bereich südlich des Sommerbads Neukölln wird als Grünfläche mit Spielflächen zum Übergang zum Volkspark Hasenheide entwickelt. Weitere Teilbereiche werden baulich ergänzt und in das Stadtgefüge integriert: Teilbereich Columbiahalle mit ergänzenden Blöcken für Kultur und Dienstleistung. Im Teilbereich Gebäude-Vorfeld Co-

lumbiadamm stehen Medien- und Kulturcontainer. Teilbereich Polizeikaserne mit ergänzenden Solitären. Außerhalb des Wettbewerbsgebietes sind im Süd-Osten Wohnblöcke in Ergänzung des Stadtgrundrisses bis an den Ring-Boulevard geführt. Im SüdWesten sind am Tempelhofer Damm Blöcke mit Gewerbenutzung vorgesehen. Auf dem befestigten Vorfeld des Flughafengebäudes sind Eventflächen vorgesehen. Konzept Kernbereich Columbiadamm und Lilienthalstraße sind die maßgeblichen Entwicklungsachsen im Wettbewerbsgebiet und werden sukzessive als wichtige Stadträume ausformuliert. Die bauliche Struktur entwickelt sich mit urbaner Dichte beidseitig des Columbiadamms. Das Columbia- und Lilienthalquartier bildet nach allen vier Seiten klare Stadtkanten. In den angrenzenden Grünräumen sind Sport- und Spieleinrichtungen vorgesehen als attraktives Angebot in unmittelbarer Quartiersnähe. Grundlage der Quartiersstruktur ist ein einfaches Baufeldsystem, mit un-

terschiedlichen Bebauungsstrukturen von geschlossener Blockrandbebauung bis hin zu offeneren Strukturen. Neben den Baufeldern sorgen Jokerfelder für weitere Flexibilität und zeitlicher Offenheit in der Quartiersentwicklung. Diese streifenförmigen Bereiche können als Freiflächen, ...Baumpakete,..oder anderen Aneignungsformen einen Spielraum geben. Die Felder können auch im Nachhinein im Rahmen einer Nachverdichtung bebaut werden. Der Erhalt des Heizwerks wurde nicht berücksichtigt.

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Die Erschließung des Quartiers erfolgt über Columbiadamm und Lilienthalstraße als Entwicklungsachsen. Weitere fußläufige Anbindungen erfolgen von der Hasenheide kommend entlang des Columbiabads. Nutzungs- / Stufenkonzept Im Vorfeld der Bebauung im Columbia-Quartier und in Begleitung ihrer Entwicklung werden die einzelnen Grundstücke durch Zwischennutzungen vorgeprägt. Als Grabeland und Schrebergärten bieten sie die Möglichkeit privater temporärer Nutzung und Aneignung auch durch die zukünftigen Bewohner. In Form von Abenteuerspielplätzen, Sportflächen, Zeltplätzen... Auch eine Pferdekoppel schafft einen weiteren Attraktor, besonders für Familien. Der Entwicklungsprozess wird in vier Bauphasen dargestellt. Nutzungen: Mischnutzung, Wohnen, flexible Nutzung. Ressourceneffizienz Es wird eine Flächen sparende urbane Bauweise für das Quartier entwikkelt, die der sensiblen ökologischen Ausgangslage des Areals Rechnung trägt.

Dachbegrünung, Dachgärten und Terrassen, Wintergärten, kleine Orangerien für integrierte Oasen, vertikale Gartenstadt. Trennsystem für Grauwassernutzung. Verwendung recyclingfähiger Materialien und Konstruktionen (Ziegelmauerwerk, Holzbauweise). Photovoltaik, Solar- und Geothermie.

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Kuehn Malvezzi / TOPOTEK 1, Auswahl für 2. Stufe

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Leitidee Grundlage der Entwicklung des Gebietes ist die Stärkung der vorhandenen Potentiale. Das Tempelhofer Feld stellt eine einzigartige Freifläche im Zentrum Berlins dar, die im Zuge der Entwicklung als Parklandschaft erhalten bleiben wird. Zwischen … sehr unterschiedlichen Grünräumen gelegen, besteht für das neue Columbiaquartier die Chance einer Entwicklung als Stadtinsel: eigenständig im Charakter, aber eng vernetzt mit der Umgebung. Gesamtkonzept Das Konzept gliedert sich in zwei Bereiche: einen lang gestreckten erweiterten Grünraum zu beiden Seiten des Columbiadamms mit den Bereichen Campus, Sportpark, Friedhof und Volkspark. Im Süden entwickelt sich als Columbia-Quartier ein dichtes, kleinteilig gerastertes Wohnfeld als Stadtinsel zwischen dem Ring-Boulevard im Süden und der vorhandenen äußeren Flugfeldstraße im Norden Das Potential des Wettbewerbsgebietes liegt in seiner Lage sowie der Heterogenität der vorhandenen Nutzungen im nördlichen Bereich. Ziel ist ein lebendiges Stadtquartier, das mit

seinen Angeboten für Arbeit, Bildung, Sport und Freizeit sowohl in die angrenzenden Kieze als auch über die direkte Nachbarschaft hinaus auf die Stadt ausstrahlt. Konzept Kernbereich Die Entwicklung erfolgt entlang zweier Leitlinien: flächig im Feld sowie punktuell an zentralen Kristallisationsorten. Letztere werden ausgehend von bereits auf dem Gelände vorhandenen Gebäuden mit Umnutzungen aktiviert und in der Folge durch spezifische Gebäude verstetigt. Das Quartier besitzt aufgrund seiner singulären Insellage das Potential für völlig neue Wohnformen und Gebäudetypen, die sich wesentlich von der gründerzeitlichen Bauweise unterscheiden können. Es werden Typologien vorgeschlagen, die eine enge Verwebung zwischen Innen- und Außenraum sowie eine Maximierung von Blickbeziehungen in die umgebenden Grün- und Freiflächen vorsehen. Aufteilung des Columbia-Quartiers in ca. 80m breite Abschnitte, die in Parzellen unterschiedlicher Größe gegliedert werden sollen.

Bebauung: vom Einfamilienhaus bis hin zu Strukturen in Blockgröße

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Ideenwettbewerb Tempelhofer Feld - Columbiaquartier, 1. Stufe / Bericht der Vorprüfung

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Erschließung / Vernetzung Konzept basiert auf einer Maximierung des veräußerbaren Grundes und einer Minimierung der öffentlich zu unterhaltenden Flächen. Die Erschließung des Gebietes erfolgt über ein abgestuftes System aus Sammel-, Quartiers- und Anliegerstraßen sowie Wohnwegen. Wohnwege mit 6 m Breite; Anliegerstraße mit Gegenverkehr, 13 m Breite und einseitigem Parken; Quartiersstraßen mit 15 m Breite und beidseitigem Parken bilden mit den drei angelagerten Plätzen den Ausgangspunkt für die Entwicklung des Quartiers. Vorrangig ist die Entwicklung von Fußund Radwegeverbindungen in die angrenzenden Quartiere. Die Lilienthalstraße wird als Nord-Süd Verbindung reaktiviert. Nutzungs- / Stufenkonzept Unter der Prämisse einer prozesshaften Entwicklung des Quartiers, werden Bautypologien vorgeschlagen, die anpassbar und in der Zeit erweiterbar sind. Vorgeschlagen werden vier Entwicklungsstufen: Sofort, Kurzfristig, Mittelund Langfristig. Die Aktivierung des Columbia-Quar-

tiers erfolgt durch das Anlegen der drei Quartiersstraßen sowie der Umnutzung der daran liegenden Bestandsgebäude mit Cafes und ähnlichen Nutzungen mit öffentlichem Charakter als Pioniernutzung. Parzellierung des Gebietes – Verkauf oder Erbpacht. Ressourceneffizienz Grundlage des Entwicklungskonzeptes ist die Minimierung des Einsatzes von Ressourcen sowie der energetischen Gesamtbilanz zu jedem Zeitpunkt seiner Umsetzung.

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