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II. Wirtschaftliche Aufgaben

Full text : Was die Arbeiterräte wollen und sollen / Müller, Richard (Public Domain)

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schüft  mußte  zunächst  von  allen  ungeeigneten  Elementen  befreit  werden,
was  sicherlich  nicht  schwer  war,  wenn  hierzu  der  ernste  Wille  vorhanden ­
  gewesen  wäre.  Dann  mußten  ihre  Aufgaben  genau  begrenzt
und  im  revolutionär-sozialistischem  Sinne  aufgezeichnet  werden.  Diese
Aufgaben  wurden  den  Gewerkschaften  übertragen  und  die  dazu  erforderlichen ­
  Vollmachten  erteilt.  Die  Organisationen  der  Gewerkschaften
sind  gut  ausgebaut;  wären  sie  nach  der  Revolution  bestrebt  gewesen,
dem  Sozialismus  die  Wege  zu  ebnen,  sie  hätten  Großes  leisten  können.
Die  Leitungen  der  Gewerkschaften  befinden  sich  in  den  Händen  von
Männern,  die  keine  Sozialisten  sind.  Ihre  ganze  Kriegspolitik  brach
mit  der  Novemberrevolution  *  zusammen.  Ich  glaubte  allerdings,  an
diesen  Leuten  würde  die  Revolution  nicht  spurlos  vorübergehen.  Leider
habe  ich  mich  auch  hier  getäuscht  und  mit  Recht  macht  man  mir  heute
Vorwürfe.  Die  Uebertragung  der  Vollmachten  an  die  Gewerkschaften
war  kein  Fehler,  aber  daß  diese  unzuverlässigen  Führer  beauftragt
wurden,  den  Sozialismus  vorzubereiten,  hat  sich  als  ein  verhängnisvoller ­
  Fehler  erwiesen.
Wie  liegen  die  Verhältnisse  heute?  Die  Gewerkschaftsführer  haben
sich  ihres  schlechten  Rufes  in  der  Arbeiterschaft  würdig  gezeigt.  Wie
die  Ebert,  Scheidemann  und  Genossen  die  Rechte  der  A.-  u.  S.-Räte
auf  politischem  Gebiete  untergruben  und  schließlich  ganz  beseitigten,
so  versuchten  und  erreichten  dasselbe  die  Legten,  Bauer,  Adbff  Cohen
auf  wirtschaftlichem  Gebiete.  Die  Herren  Ebert,  Scheidemann  und  Genossen ­
  arbeiteten  zunächst  unter  der  Decke,  und  als  der  Boden  genügend ­
  vorbereitet  war,  auch  ungeniert  in  der  Oeffentlichkeit,  die
Herren  Legien,  Bauer  und  Cohen  arbeiten  bis  zum  heutigen  Tage
hinter  den  Kulissen.  Diese  gerissenen  Gewerkschaftsdemagogen  verstehen
ihr  Handwerk,  sie  sind  konsequent  und  bleiben  sich  selbst  stets  treu.
Die  revolutionäre  Arbeiterschaft  will  dem  Sozialismus  zum  Siege
verhelfen,  da  ja  nur  dieser  ihre  Wünsche  und  Hoffnungen
erfüllen  kann;  diese  Gewerkschaftsführer  sind  eifrig  bemüht,  den
korrupten,  durch  den  Krieg  und  die  Revolution  in  seinen
Grundfesten  erschütterten  Kapitalistenstaat  wieder  aufzurichten  und  fest
zu  verankern.  Während  die  revolutionäre  Arbeiterschaft  den  Klassenstaat ­
  beseitigen  will,  arbeiten  diese  Gewerkschaftsführer  an  der  Arbeitsgemeinschaft ­
  der  Klassen,  jener  Kriegspsychose,  die  darin  das  höchste
Ideal  der  Menschheit  erblickt.  Späwr  werde  ich  auf  das  verräterische
Treiben  dieser  „Arbeiterführer"  noch  näher  eingehen.  Den  Gewerkschaften ­
  wurden  weitgehende  Vollmachten  zur  wirtschaftlichen  Interessenvertretung ­
  der  Arbeiterschaft  übertmgen;  von  ihnen  erwarteten
wir  die  Vorbereitung  zur  Sozialisierung  unseres  Wirtschaftslebens  und
den  Ausbau  der  Rechte  der  Arbeiterräte,  aber  die  Führer  der  Gewerkschaften ­
  vereinbarten  mit  den  Unternehmern  und  dem  Reichsarbeitsamt
eine  32  Paragraphen  umfassende  „Verordnung  über  Tarifverträge,  Arbeiter- ­
  und  Angestelltenausschüsse  und  Schlichtung  von  Arbeitsstreitigkeiten",
die  einer  Neuauflage  des  Hilfsdienstgesetzes  gleichkommt  und  das  Gegenteil ­
  schafft.
Nachdem  wir  das  verräterische  Treiben  der  Gewerkschaftsführer  erkannten, ­
  beriefen  wir  die  Arbeiterräte  zusammen  und  arbeiteten  Richtlinien ­
  für  die-Aufgaben  und  das  Tätigkeitsgebiet  dieser  revolutionären
Organe  aus.  Ich  will  den  grundlegenden  ß  1  wiedergeben:
            
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