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schüft mußte zunächst von allen ungeeigneten Elementen befreit werden,
was sicherlich nicht schwer war, wenn hierzu der ernste Wille vorhanden
gewesen wäre. Dann mußten ihre Aufgaben genau begrenzt
und im revolutionär-sozialistischem Sinne aufgezeichnet werden. Diese
Aufgaben wurden den Gewerkschaften übertragen und die dazu erforderlichen
Vollmachten erteilt. Die Organisationen der Gewerkschaften
sind gut ausgebaut; wären sie nach der Revolution bestrebt gewesen,
dem Sozialismus die Wege zu ebnen, sie hätten Großes leisten können.
Die Leitungen der Gewerkschaften befinden sich in den Händen von
Männern, die keine Sozialisten sind. Ihre ganze Kriegspolitik brach
mit der Novemberrevolution * zusammen. Ich glaubte allerdings, an
diesen Leuten würde die Revolution nicht spurlos vorübergehen. Leider
habe ich mich auch hier getäuscht und mit Recht macht man mir heute
Vorwürfe. Die Uebertragung der Vollmachten an die Gewerkschaften
war kein Fehler, aber daß diese unzuverlässigen Führer beauftragt
wurden, den Sozialismus vorzubereiten, hat sich als ein verhängnisvoller
Fehler erwiesen.
Wie liegen die Verhältnisse heute? Die Gewerkschaftsführer haben
sich ihres schlechten Rufes in der Arbeiterschaft würdig gezeigt. Wie
die Ebert, Scheidemann und Genossen die Rechte der A.- u. S.-Räte
auf politischem Gebiete untergruben und schließlich ganz beseitigten,
so versuchten und erreichten dasselbe die Legten, Bauer, Adbff Cohen
auf wirtschaftlichem Gebiete. Die Herren Ebert, Scheidemann und Genossen
arbeiteten zunächst unter der Decke, und als der Boden genügend
vorbereitet war, auch ungeniert in der Oeffentlichkeit, die
Herren Legien, Bauer und Cohen arbeiten bis zum heutigen Tage
hinter den Kulissen. Diese gerissenen Gewerkschaftsdemagogen verstehen
ihr Handwerk, sie sind konsequent und bleiben sich selbst stets treu.
Die revolutionäre Arbeiterschaft will dem Sozialismus zum Siege
verhelfen, da ja nur dieser ihre Wünsche und Hoffnungen
erfüllen kann; diese Gewerkschaftsführer sind eifrig bemüht, den
korrupten, durch den Krieg und die Revolution in seinen
Grundfesten erschütterten Kapitalistenstaat wieder aufzurichten und fest
zu verankern. Während die revolutionäre Arbeiterschaft den Klassenstaat
beseitigen will, arbeiten diese Gewerkschaftsführer an der Arbeitsgemeinschaft
der Klassen, jener Kriegspsychose, die darin das höchste
Ideal der Menschheit erblickt. Späwr werde ich auf das verräterische
Treiben dieser „Arbeiterführer" noch näher eingehen. Den Gewerkschaften
wurden weitgehende Vollmachten zur wirtschaftlichen Interessenvertretung
der Arbeiterschaft übertmgen; von ihnen erwarteten
wir die Vorbereitung zur Sozialisierung unseres Wirtschaftslebens und
den Ausbau der Rechte der Arbeiterräte, aber die Führer der Gewerkschaften
vereinbarten mit den Unternehmern und dem Reichsarbeitsamt
eine 32 Paragraphen umfassende „Verordnung über Tarifverträge, Arbeiter-
und Angestelltenausschüsse und Schlichtung von Arbeitsstreitigkeiten",
die einer Neuauflage des Hilfsdienstgesetzes gleichkommt und das Gegenteil
schafft.
Nachdem wir das verräterische Treiben der Gewerkschaftsführer erkannten,
beriefen wir die Arbeiterräte zusammen und arbeiteten Richtlinien
für die-Aufgaben und das Tätigkeitsgebiet dieser revolutionären
Organe aus. Ich will den grundlegenden ß 1 wiedergeben: