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Periodical volume

Full text: Draussen Issue 2018,[1] Frühling/Sommer

DRAUSSEN
FRÜHLING/SOMMER 2018

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in den
Parks

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BERLIN BLÜHT AUF
DAS NEU E U MW E LT BI LDU NG S Z E N T R U M IM B R IT Z E R G A RT E N

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LUFT

SAFARI MI T
KUCHENPAUSE

DIE GÄRTEN DER WELT
STARTEN IN DIE ZUKUNFT
NACH DER IGA

WARUM GRÜNFLÄCHEN FÜR
EINE GROSSSTADT SO
WICHTIG SIND

AUF ENTDECKUNGSTOUR IM
­BOTANISCHEN VOLKSPARK
BLANKENFELDE-PANKOW

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UNSERE EVENT HIGHLIGHTS

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IM SOMMER
MIA. OPEN AIR KONZERT
*NIE WIEDER 20 TOUR*

14. JULI
GÄRTEN DER WELT

Liebe Leserinnen und Leser,

Freilichtbühne ‚Arena‘
Konzertbeginn: 19:00 h

© Anna K.O.

20 Jahre

FEUERBLUMEN & KLASSIK OPEN AIR
La Luna - Sonne, Mond und Sterne

nur sechs Wochen nach dem Ende der
Internationalen Gartenausstellung Berlin
2017 (IGA) öffneten die Gärten der Welt
bereits wieder ihre Tore, um die ersten Besucherinnen und Besucher zu empfangen.
Insgesamt ist das Areal nun auf beachtliche 43 Hektar angewachsen und beinhaltet viele Attraktionen der IGA. Schauen
Sie diesen Frühling doch mal vorbei und
genießen Sie einen Spaziergang durch
die Promenade Aquatica, besuchen Sie
die neuen Themengärten, das neue Tropenhaus mit dem Balinesischen Garten
oder lassen Sie den Nachwuchs Berlins
größten Wasserspielplatz „Konrad reitet
in die Südsee“ erkunden.
Vielleicht verknüpfen Sie einen Besuch ja
auch mit einem unserer Konzerthighlights
in der Arena in den Gärten der Welt. Los
geht es am 14.07. mit der Berliner Band
MIA, am 01.09. folgt mit „Viva la musica“ das Klassik-Highlight. Den Abschluss
bilden dann Culcha Candela am 15.09.
Alle Veranstaltungen in den Parks und
Gärten der Grün Berlin GmbH finden Sie
in unserem Programm-Booklet
Natürlich steht auch mit Berlins erster Kabinen-Seilbahn eines der IGA-Highlights
weiter zur Verfügung. Damit wird schon
die Anreise in die Gärten der Welt zu einem besonderen Erlebnis. Es lohnt sich
aber auch ein Spaziergang durch den neuen Kienbergpark, der mit 60 Hektar seit
März wieder zugänglich ist. Auf dem Gipfel thront der Wolkenhain als neues markantes Wahrzeichen. Zusätzlich lädt die
von Olympiasiegerin Mariama Jamanka

25. AUGUST
BRITZER GARTEN

Mit der Philharmonie Leipzig sowie dem Konzertchor der Staatsoper
Berlin und der Singakademie Rostock unter der Leitung von Frank Flade

Konzertbeginn: 19:30 h

© Lutz Griesbach

01. SEPTEMBER

VIVA LA MUSICA
Slawische Musik & Höhenfeuerwerk

GÄRTEN DER WELT

Mit dem tschechischen Bohemian Symphony Orchestra Prague
unter der Leitung des deutschen Dirigenten Roland Mell

Konzertbeginn: 19:30 h

CULCHA CANDELA OPEN AIR
*FEEL ERFOLG TOUR*
Freilichtbühne ‚Arena‘
Konzertbeginn: 20:00 h
© TheySaid

Alle Veranstaltungstickets unter:

https://gruen-berlin.ticketfritz.de/

#gaertenderwelt #britzergarten

www.gruen-berlin.de

15. SEPTEMBER
GÄRTEN DER WELT

Titelfoto und Foto: Grün Berlin GmbH

© Frank Sperling

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

getestete Natur-Bobbahn zu einer rasanten Fahrt ein.
Am Ufer des Wuhleteichs begeisterte der
IGA-Campus im letzten Jahr über 50.000
Kinder und Jugendliche. Im Umweltbildungszentrum Kienbergpark wird dieses
nun am selben Ort fortgeführt. Ein neues
Zuhause hat das grüne Klassenzimmer
auch im Britzer Garten bekommen. Dort
wurde der 30 Jahre alte Glaspavillon im
Oktober 2017 durch ein neues modernes
Umweltbildungszentrum ersetzt. Daher ist
ein Schwerpunkt dieser Ausgabe das Thema Umweltbildung.
Wie wichtig das Stadtgrün für die wachsende Metropole Berlin ist, wird im Interview mit Regine Günther, Senatorin für
Umwelt, Verkehr und Klimaschutz deutlich. Berlin belegt hier im internationalen
Vergleich einen Spitzenplatz, wenn es um
die Anteile am Stadtgrün geht.
Das Berliner Stadtgrün genießen können
Sie zum Beispiel im Botanischen Volkspark
Blankenfelde-Pankow, im Park am Gleisdreieck oder im Natur-Park Schönberger
Südgelände, der mit seiner Dauerausstellung „Bahnbrechende Natur“ spannende
Einblicke in diese einzigartige Parklandschaft liefert.
Mit den ersten Sonnenstrahlen wird das
Tempelhofer Feld in diesem Jahr wieder zu
Berlins größter BBQ-Arena. Einige Tipps
zum gemeinschaftlichen Grillen haben wir
für Sie zusammengestellt.
Wir sehen uns draußen,
Ihr Grün Berlin-Team

3

Inhalt
V E R STE HE N
E DITOR I AL
GÄ RTE N DE R W E LT
PA RKPA NORAM A
GA STBE ITRAG
WIR Ü BE R U N S

E R L E BE N
TITE LTH EM A
BRITZE R GA RT E N

E N TD E CK E N
BOTA NISCH E R VOLKSPAR K
BLA NKE NF E LDE -PA NKOW
TE M PE LH OF E R F E L D
GA STBE ITRAG
A U SBL I C K

– Das neue Besucherzentrum heißt
willkommen
– Kurzmeldungen aus den Parks
– Wie viel Raum braucht unser Stadtgrün?
von Senatorin Regine Günther
– Die Gärten der Welt nach der IGA
– Gärten der Welt in Zahlen

S. 08
S. 10
S. 14
S. 18
I M PR E S S U M

– Das Umweltbildungszentrum im Britzer Garten
– Interview mit den Architekten des
neuen Umweltbildungszentrums
– 33 Jahre Freilandlabor Britz
– Viel Natur für Stadtkinder im Kienbergpark
– Botanischer Volkspark Blankenfelde-Pankow
– Natur-Park Schöneberger Südgelände
– Park am Gleisdreieck

S. 20
S. 22

– Grüne Einkehr im historischen Gewächshaus

S. 42

–
–
–
–

S. 46
S. 48
S. 49
S. 50

Korrekt Grillen: der Elf-Punkte-Plan
Von Moderatorin Gerlinde Jänicke
Gewinnspiel
Worauf wir uns freuen können

W I R DA NK E N DE N F R E U NDE S K R E I S E N UN D
UNS E R E N PA R T NE R N

S. 03
S. 06

S. 24
S. 28
S. 32
S. 34
S. 38

Ü B ER D IE G RÜN BERLI N GRUPPE

HERAUSGEBER
Grün Berlin GmbH, Columbiadamm 10, Turm 7,
12101 Berlin, Tel. +49 30 700906-0,
info@gruen-berlin.de, USt-IdNr: 136 782 779
HRB: 15772 Amtsgericht Charlottenburg
Projektleitung: Sven Alex (V.i.S.d.P.)
Geschäftsführung: Christoph Schmidt
PRODUKTION
GCM Go City Media GmbH
Paul-Lincke-Ufer 42/43, 10999 Berlin
www.gcmberlin.de, Tel: +49 30 695 665 50
Geschäftsführung: Robert Rischke
REDAKTION
Julia Schoon (Projektleitung), Lydia Brakebusch
BILDREDAKTION
Dorit Loock
LAYOUT
Oliver Mezger (Art Direction), Franziska Schriefer
ANZEIGEN
Robert Rischke (Ltg.), Valérie Wesp, Juliane
Naßhan-Kunert, Tel.: -904, Fax -999,
anzeigen@gcmberlin.de
DRUCK
Möller Druck und Verlag GmbH,
FSCLOGO
sw quer
Ahrensfelde bei Berlin

W I R DA NK E N DE N F R E UNDE S K R E I S E N
U ND UNS E R E N PA R T NE R N

Die Grün Berlin GmbH ist eine landeseigene Gesellschaft und für die

Die Grün Berlin GmbH nimmt für die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr

Entwicklung, Realisierung und den Betrieb komplexer Freiraumprojekte und

und Klimaschutz (SenUVK) und andere landeseigene Verwaltungen die Bau-

Infrastrukturvorhaben sowie einer Vielzahl auch touristisch bedeutsamer

herrenfunktion wahr. Dabei unterstützt sie die Senatsverwaltungen, Bezirke

Projekte und Parkanlagen in Berlin verantwortlich.

und öffentlichen Institutionen vorrangig dann, wenn gesamtstädtische Inter-

Die Grün Berlin GmbH, als Unternehmensgruppe, setzt sich zusammen aus der

essen vorliegen; das heißt, wenn eine überbezirkliche, überregionale oder

Grün Berlin GmbH, der Grün Berlin Stiftung, der Grün Berlin Service GmbH

besondere, z.B. historische Bedeutung vorhanden ist.

und der GB infraVelo GmbH. Die IGA Berlin 2017 GmbH befindet sich aktuell

Mit dieser Zuordnung von Aufgaben wird die Verwaltung entlastet und

in der Abwicklung.

Kompetenz, die bei der Grün Berlin GmbH vorhanden ist, für das Land

Dabei ist die Grün Berlin GmbH eine Gesellschaft, die sich zu 100 Prozent im

Berlin genutzt.

Eigentum des Landes Berlin befindet. Sie arbeitet auf Grundlage eines Gesellschaftsvertrages, der ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke als

Förderkreis
„Freunde des
Britzer Gartens e.V.“

Handlungsgrundlage festlegt. Die Mehrung des Gemeinwohls ist das Ziel – insbesondere auch unter den Kriterien einer sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit. Dies ist im Gesellschaftsvertrag verbindlich festgelegt.

4

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

5

G Ä RTEN D ER W ELT V ERST EHEN

WILLKOMMEN IN DEN GÄRTEN DER WELT
Foto: Thomas Uhlemann / pressefoto-uhlemann.de

Gärten der Welt

VE R S TEHEN GÄRTEN DE R WE LT

Ein modernes, großzügig angelegtes Gebäude heißt Besucherinnen
und Besucher seit dem vergangenen
Jahr am Haupteingang Blumberger
Damm in den Gärten der Welt willkommen. Mit viel Glas, heller Fassade und einem begrünten Dach
haben die Architekten des Luxemburger Büros ww+ einen einladenden Ort geschaffen, der sich harmonisch in die Parklandschaft einfügt.
Im Inneren des Besucherzentrums

informiert eine Ausstellung über die
30-jährige Geschichte der Gärten
der Welt. Dort lädt neben einem kleinen Shop das Restaurant Giardino
Verde mit gemütlichen Sitzbereichen
zur kleinen Pause ein. Und bei gutem
Wetter lockt die Außenterrasse, die
einen tollen Ausblick auf die Parkattraktionen Wolkenhain und Arena
bietet. Von hier aus beginnt der Ausflug in die Gärten der Welt dann mit
noch mehr Vorfreude.

i
Blumberger Damm 44, 12685 Berlin.
Eingänge mit automatisierten Kassen
befinden sich am Haupteingang
(täglich 9–16 Uhr mit Personal besetzt) und an der Eisenacher Straße,
Eingang Süd. Geöffnet täglich ab 9-20
Uhr (April bis September). Eintrittspreise siehe Aushang an den Kassen
und unter www.gaerten-der-welt.de.
Info: Tel. 700 90 67 78,
info@gaerten-der-welt.de

PA RKPA NO RA MA VERST EHEN

VE R S TEHEN PARKPANO RAMA

Neues aus
den Parks

3

1
3 MAUERPARK

Aus alt mach neu und aus schön noch schöner:
Schauen Sie doch mal vorbei!

BALD NOCH GRÖSSER
2

Intensiv wurde die Erweiterung des Mauerparks
vorbereitet, jetzt beginnen die eigentlichen Bauarbeiten. Von bisher acht auf 15 Hektar soll er
anwachsen und nicht nur das: Es wird künftig
Bereiche im Park geben, die mit Holzdecks und
Plätzen eigens für eine ruhige Nutzung gestaltet
werden und damit einen Gegenpol bilden sollen
zur quirligen zentralen Wiesenfläche mit dem
Amphitheater. Zusätzlich entstehen Wege zum
Spazierengehen, Spielplätze für unterschiedliche
Altersgruppen, Rasenflächen und Sanitäreinrichtungen. Und in Nord-Süd-Richtung wird eine
großzügige, baumbestandene Promenade auch an
heißen Sommertagen zum Spazierengehen unter
einem lichten Schattendach einladen.

4

1

8

2 TEMPELHOFER FELD

KULTURERBEJAHR

ASPHALTSANIERUNG

2018 ist das Jahr des europäischen Kulturerbes und
auch Berlin nimmt am dazugehörigen deutschfranzösischen Projekt „Rendezvous im Garten –
Tage der Parks und Gärten“ vom 1. bis 3. Juni teil.
Die Gärten der Welt starten am Freitag (1.6.) mit
einem Kulturprogramm für jüngere Besucher, in
einem Workshop sollen zum Beispiel Klänge aus
Opern spielerisch umgesetzt werden. Der Sonntag
(3.6.) steht dort dann ganz im Zeichen des „Pariser
Flair“. Der Britzer Garten bietet am Samstag (2.6.)
ein romantisches Programm am Rosengarten und
im Natur-Park Südgelände tritt am Sonntag ein
Bläserensemble auf und es gibt erstmals Führungen zu den Werken der Künstlergruppe ODIOUS.

Auf dem Tempelhofer Feld wird viel gelaufen,
Rad gefahren, gesegelt und geskatet. Zuletzt fiel
das auf einigen Strecken jedoch immer schwerer,
weil der Bodenbelag aufgesprungen und löchrig
geworden war. Das besucherarme Winterhalbjahr
2017/18 wurde genutzt, um den Asphalt an einigen
Stellen des „Taxiways“ auf der Neuköllner und der
Tempelhofer Seite des Feldes sowie auf dem bei
Skatern beliebten Patrouillenweg ganz im Süden
des Geländes zu sanieren. Auf allen Strecken lässt
es sich jetzt wieder bestens radeln und rollern – die
Buckelpiste ist passé. Im Verlauf des Frühjahrs werden noch einige Risse und Schlaglöcher als „Wanderbaustelle“ beseitigt.

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

4 SPREEPARK

IM DIALOG

Fotos: M. P. Frauendorf Fotografie; Christo Libuda / Lichtschwärmer

1 GÄRTEN DER WELT,
NATUR-PARK SCHÖNEBERGER
SÜDGELÄNDE & BRITZER GARTEN

Fotos: Kulturministerium Frankreich/ Gartennetz Deutschland in der DGGL; Grün Berlin GmbH

1

Zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern will
Grün Berlin den neuen Spreepark im Plänterwald
entwickeln. Dazu gab es mehrere Dialogveranstaltungen, in denen Wünsche geäußert und Vorschläge gemacht werden konnten. Die Ergebnisse
wurden jetzt in einem virtuellen „Spaziergang“
vorgestellt, der zeigt, wie ein Besuch im neuen
Spreepark aussehen könnte und welche Erlebnisse,
Inszenierungen, Angebote und Attraktionen den
Besucher dort erwarten. Dazu werden Kunstinstallationen genauso wie Spielräume gehören, gestaltete wie auch wilde Grünflächen. Für viele Nutzer
aber ebenso wichtig: Das Riesenrad soll erhalten
bleiben – und der gesamte Park verkehrstechnisch
besser erreichbar werden.

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

9

S TA D TNATUR VERST EHEN

VE R S TEHEN S TADTNAT U R

Wie viel Raum
braucht unser
Stadtgrün?

»Im Grünen
findet ein
wichtiger Teil
urbanen Lebens
statt«

Berlin ist eine wachsende Metropole. Einen großen Anteil an der
Attraktivität unserer Stadt haben dabei Parks, Wälder und Grünlagen.
Als Stadtgesellschaft müssen wir uns deshalb über die künftige
Bedeutung von Stadtgrün für ein lebenswertes Berlin verständigen.

»

Überall in Berlin gibt es diese grünen Oasen,
in denen die Berlinerinnen und Berliner Ruhe
im Großstadttrubel finden, die Batterien aufladen oder wie auf einer Bühne die Vielfalt der Stadtgesellschaft erleben können. Mein persönlicher grüner
Rückzugsort sind die Wälder rund um den Müggelsee.
Ich liebe es, hier spazieren zu gehen, wo der Weg immer wieder zwischen Bäumen verschwindet. Zur Ruhe
kommen, Sport treiben oder mit anderen Menschen
zusammentreffen. Im Grünen findet ein wichtiger Teil
des urbanen Lebens statt. Und da hat unsere Stadt viel
zu bieten.
Berlin belegt im internationalen GrünflächenVergleich einen Spitzenplatz: Deutlich mehr als 40
Prozent der Stadtfläche sind mit Stadtgrün, Wäldern oder Wasser bedeckt. Die Bandbreite reicht
von Parkanlagen und Gartendenkmalen über
Kleingartenkolonien und Friedhöfe bis zu ländlichen Flächen mit extensiver Beweidung. Der Mau-

10

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

Foto: Die Hoffotografen GmbH Berlin / www.hoffotografen.de

VON REGINE GÜNTHER, SENATORIN FÜR UMWELT, VERKEHR UND KLIMASCHUTZ

erpark mit seinem bunten Treiben
gehört ebenso dazu wie der Grunewald oder ein Teil der Weidelandschaft des
Naturparks Barnim, den Berlin gemeinsam mit
Brandenburg betreibt.
Wir profitieren heute von Entscheidungen früherer Generationen. Die Planungen, an denen Peter Joseph Lenné
im 19. Jahrhundert als Garten- und Landschaftsarchitekt
beteiligt war, prägen bis in die Gegenwart unser Stadtbild mit seinen Promenaden, Wasserstraßen und Alleen.
Der Volkspark Friedrichshain und der Volkspark Humboldthain sind nur einige Beispiele von Grünanlagen,
die bereits vor mehr als 150 Jahren nach Planungen
Gustav Meyers angelegt wurden und immer noch unser
Großstadtleben bereichern.

Ebenso wichtig wie die ökologische
ist die soziale Funktion des Stadtgrüns: Wo der Einzelne Grünanlagen als
Orte der Kontemplation braucht, zum Auftanken und Durchatmen, brauchen wir als Gesellschaft die
Grünanlagen als Orte der Zusammenkunft. Unsere vielfältige und vielschichtige Bevölkerung benötigt solche
Flächen für die Begegnung, für das Miteinander – unabhängig von Herkunft und Einkommen. Gut zu beobachten direkt in meiner Nachbarschaft: Im Köllnischen
Park neben meinem Dienstsitz kommen täglich ganz
unterschiedliche Menschen zusammen; Angestellte
aus den umliegenden Büros und Studierende aus aller
Welt verbringen dort ihre Pausen, Hundehalterinnen
und Jogger drehen ihre Runden und genießen die Sonne.

Auch heute muss Grünplanung weit in die Zukunft schauen. Entscheidungen, die wir jetzt für das Grün in unserer
Stadt treffen, werden das Lebensgefühl der kommenden
Generationen mitbestimmen. Weltweit wächst der Anteil
der Menschen, die in Städten leben. Auch unsere Stadt
wächst: Allein im letzten Jahr hat Berlin fast 41.000 zusätzliche Einwohner bekommen. Damit sich die Berlinerinnen und Berliner auch in Zukunft in ihrer Stadt wohlfühlen, braucht es neben Wohnraum und einer guten Verkehrsinfrastruktur vor allem eine gute grüne Infrastruktur. Die gebaute Stadt und das Stadtgrün müssen gemeinsam wachsen. Nur so können die Parkanlagen und übrigen
Grünstrukturen ihre vielfältigen ökologischen und gesellschaftlichen Funktionen erfüllen. Die Grünflächen sind so
etwas wie die natürliche Klimaanlage der Stadt. Sie kühlen
die Luft im Ballungsraum und verbessern die Lufthygiene. Sie stärken die Widerstandsfähigkeit unserer Stadt
gegen die Folgen des Klimawandels und helfen dabei,
die Artenvielfalt zu erhalten.

Wenn unsere wachsende Stadt auch in Zukunft lebenswert bleiben soll, brauchen wir eine gesellschaftliche Debatte darüber, welche Rolle das Stadtgrün für uns spielen soll. Wir brauchen eine Vorstellung von der grünen
Stadt von morgen und wir brauchen ganz konkret eine
Verständigung darüber, wie viel Grünflächen wir benötigen, welche wir erhalten, welche wir ausbauen, für welche Nutzungen sie bereitstehen und wie wir sie pflegen.

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern möchte
die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz deshalb ab Sommer 2018 einen stadtweiten Dialog zu genau diesen Fragen starten: auf Veranstaltungen
ebenso wie im Netz. Am Ende des Prozesses im Jahr 2019
soll nicht weniger stehen als eine Selbstverpflichtung
zum Umgang mit dem Stadtgrün, die die Berlinerinnen
und Berliner gemeinsam eingehen. Ich freue mich, wenn
Sie sich dann mit Ihrem Blick auf Berlins grüne Orte beteiligen.

11

S TA D TNATUR VERST EHEN

VE R S TEHEN S TADTNAT U R

3 Seeadler-Paare

»Berlin belegt im
inter­nationalen
Grünflächen­v ergleich
einen Spitzenplatz«
Der Grunewald ist mit
3.100 Hektar der größte
Stadtwald
Deutschlands

Der älteste Baum der Stadt
ist die „Dicke Marie”, eine
900 Jahre alte Stieleiche

40 Naturschutzgebiete und
52 Landschaftsschutzgebiete

80 Habicht-Brutpaare und
5 Vogelschutzgebiete
223 Friedhöfe

1.842 öffentliche Spielplätze

Berlin verfügt über
6.000 Hektar Wasserfläche
17.000 Insektenarten

74.094 Kleingärten

Drittgrößter Botanischer
Garten der Welt

13% Fahrradverkehr und die
geringste KFZ-Dichte Deutschlands
437.964 Straßenbäume.

4,3%
Landwirtschaft

18,4% Wald

Illustration: Franziska Schriefer

17 Fledermausarten

Davon 1/3 Linden, gefolgt von Ahorn, Eiche, Platane und Kastanie

13% öffentliche Grünflächen

57,6% Siedlungs- und Verkehrsfläche

6,7% Wasser

Quelle: www.berlin.de/senuvk/natur_gruen/

12

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

13

G Ä RTEN D ER W ELT VERST EHEN

»Diese Gärten
sind Natur, Kultur
und nutzbarer Ort
zugleich«
INTERVIEW: JULIA SCHOON

Foto: Dominik Butzmann

VE R S TEHEN GÄRTEN DE R WE LT

Die IGA Berlin 2017 ist vorbei, doch ihre Errungenschaften bleiben den Gärten der Welt erhalten

Die Gärten der Welt in Berlin Marzahn-Hellersdorf haben eine bewegte
Geschichte: 1987, noch im Ostteil
der Stadt, als Berliner Gartenschau
eröffnet, wurden sie nach der Wende
erst zum Erholungspark Marzahn und
entwickelten sich dann sukzessive
zum international beachteten, landschaftsgärtnerischen Kleinod. Nach
der Internationalen Gartenausstellung
auf dem Gelände, einem weiteren
Meilenstein, wurden die erweiterten
Gärten der Welt im Dezember 2017
neu eröffnet. Senior Parkmanagerin
Beate Reuber spricht im Interview
über die neuen Wassergärten, in den
Berliner Himmel wachsende Tropengewächse und über die Aufgaben
von Grün Berlin als Betreiber

14

Die Gärten der Welt hießen noch
„Erholungspark Marzahn“ als Sie
Ihre Aufgabe als Parkmanagerin
1991 antraten. Und nicht nur der Name hat sich seitdem verändert: Mit
der Entwicklung dieses Geländes
wurde eine echte Erfolgsgeschichte
geschrieben.
Ich erinnere mich, wie damals, als
ich anfing, an manchen Tagen mehr
Mitarbeiter als Gäste auf dem Gelände
waren. Ein Vierteljahrhundert später
haben wir eine der wohl schönsten
Idyllen der Stadt geschaffen und
erwarten in diesem Jahr rund 800.000
Besucher. Die Gärten der Welt hatten schon vor der IGA Berlin 2017 ein
europaweit einzigartiges Konzept
internationaler Gartenkunst, auch
bezogen auf kulturelle Hintergründe
und religiöse Einflüsse.

Für sechs Monate sind die Gärten der
Welt im letzten Jahr Teil eines größeren Ganzen geworden. Fiel es Ihnen
schwer, den Park abzugeben?
Die Internationale Gartenausstellung
war ein weiterer Meilenstein in der
Entwicklung des Geländes. Wie auch
bei vorhergehenden Eröffnungen, habe ich mich am Vorabend der IGA von
allen Gärten persönlich verabschiedet.
Die IGA ist nun vorbei, im Dezember
2017 wurden die erweiterten Gärten
der Welt wiedereröffnet. Was macht
für Sie Ihre Besonderheit aus?
Diese Gärten sind Natur, Kultur undnutzbarer Ort zugleich. Sie laden die
Besucher ein, Entspannung für die
Seele und Vergnügen für die Augen zu
erleben und wecken gleichzeitig die
Neugier auf Farben, Formen und Traditionen anderer Länder. Gartenkunst

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

»Das Gelände ist
noch schöner und
internationaler
geworden«
und -kultur aus fünf Kontinenten in
Verbindung mit ausgedehnten Wiesen und Blumenbeeten wird hier eindrucksvoll präsentiert.
Sind die Gärten der Welt denn so
erhalten geblieben wie sie auf der
Internationalen Gartenausstellung
prä-sentiert wurden?
Ja! Die Besucher erwartet ein auf 43
Hektar gewachsenes Gelände, das
durch die IGA Berlin 2017 schöner und
internationaler geworden ist!

DR AUSSEN

Erzählen Sie doch ein bisschen mehr
darüber, was die Besucher in den erweiterten Gärten der Welt erwartet.
Zu allererst natürlich: Ganz große
Gartenkunst. Der Thailändische „Garden of the Mind“ etwa ist ein Ausdruck
des modernen Lebens in Thailand und
spiegelt durch seine goldgetäfelten Inseln und großen Spiegelwände Tradition und Dynamik. Gärten aus Japan,
Korea, Los Angeles, aus dem Libanon
und aus Bali vervollständigen das Bild
und nehmen den Besucher mit auf eine
Reise um die Welt. Spannend ist auch
der architektonische Dialog zwischen
Tradition und Moderne. So wurde dem
allerersten Themengarten des Parks,
dem traditionell gestalteten Chinesischen „Garten des wiedergewonnenen
Mondes“, der modern interpretierte
Garten „Dule Yuan“ gegenübergestellt.
Und der zeitgenössische Englische

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

„Garten des Vulkanus“ hat im Englischen „Cottage Garten“ sein Pendant
bekommen. Neu sind außerdem die
Wassergärten, die wie an einer Perlenschnur aufgereiht entlang der „Promenade Aquatica“ liegen und den Besucher die vielfältigen vegetativen und
atmosphärischen Aspekte der Wasserwelten entdecken und erleben lassen.
Neben der gartenarchitektonischen
Weiterentwicklung hat das Gelände
auch einige neue Bauwerke hinzu
gewonnen.
Das ist richtig. Mich begeistert immer
wieder unsere neue, energieeffiziente
Tropenhalle, die dem Balinesischen
Garten einen großzügigen Rahmen
gibt und es zulässt, dass die Baumfarne
und Palmen in den Berliner Himmel
wachsen können. Die Arena, angelegt
im Stil eines klassischen Amphithe-

15

G Ä RTEN D ER W ELT VERST EHEN

Fotos: Grün Berlin GmbH (2); Holger Koppatsch

VE R S TEHEN GÄRTEN DE R WE LT

Wenn im Frühling die Kirschen blühen, läuten die Gärten der Welt mit einem traditionellen Hanami die Saison ein

Der chinesische „Dule Yuan“ wurde für die IGA Berlin 2017 neu interpretiert

aters, wird auch bei künftigen Veranstaltungen bis zu 5.000 BesucherInnen
im Parkett und auf Rasenstufen Platz
bieten. Außerdem haben wir ein modernes Besucherzentrum bekommen
(siehe auch S. 6-7), das als Begegnungs-,
Tagungs- und Informationsort dient
und ein Restaurant, einen Shop sowie
derzeit eine Ausstellung zu den Gärten
der Welt beherbergt.

Der Aufgabenbereich ist nicht nur
im Hinblick auf den Betrieb und die
Unterhaltung erheblich gewachsen,
sondern auch was Öffentlichkeitsarbeit und Marketing angeht. Wir haben
es uns zum Ziel gesetzt, das weltweit
einzigartige Konzept der Gärten der
Welt durch authentische Gartenkunst
sowie durch nationale und internationale Veranstaltungen und neue Veranstaltungsformate weiter zu fördern.

Vor allem die kleinen Gäste der
„Gärten der Welt“ warten wahrscheinlich schon sehnsüchtig auf die
ersten warmen Tage ...
Sie spielen auf den Wasserspielplatz
„Konrad reitet in die Südsee“ an, der
inspiriert von Erich Kästners Buch
„Der 35. Mai“ auf dem Gelände entstanden ist. Er hat sich während der
IGA ganz schnell zum Geheimtipp
unter Eltern entwickelt - zurecht!

16

HINTERGRUND

Auch 2018 erwartet er Kinder mit einem enormen Kletterwal, der auf eine
spannende Entdeckungsreise in sein
Innerstes einlädt, einem Wasserwald,
einer Riesenhängematte, Trampolin
und überdachten Sitzplätzen in Form
von Südseehütten. Danach will sicher
so mancher kleiner und auch großer
Besucher diese einzigartige Geschichte des beliebten Kinderbuchautoren
noch einmal lesen.
Wie gestaltet sich jetzt, nach dem
Ende der IGA Berlin 2017, die Nachbarschaft zum Kienbergpark?
Der 60 Hektar große Kienbergpark, der
im Rahmen der IGA Berlin 2017 zeitgenössisch entwickelt wurde, ist ein
öffentlicher Volkspark. Die Seilbahn
schafft eine einzigartige Verbindung
zwischen dem U-Bahnhof „Kienberg Gärten der Welt“, dem Ausichtsspunkt

Wolkenhain auf dem Kienberg und
den Gärten der Welt: In nur wenigen
Minuten erlebt der Besucher hier
ganz neue Eindrücke von dieser außergewöhnlichen Landschaft an der
Peripherie Berlins. Der Wuhlesteg und
die Tälchenbrücke schaffen weitere,
direkte Übergänge von den Gärten der
Welt in den Kienbergpark. Dieser lädt
zu einer spannenden Entdeckungsreise mit Attraktionen wie etwa der
Naturbobbahn, sowie zum Erholen
und Naturerleben ein. Ein Highlight
ist natürlich das Aussichtsbauwerk
„Wolkenhain“, das auf rund 130 Metern
über dem Meeresspiegel und über den
Baumwipfeln thront.
Inwiefern haben sich Ihre Aufgaben
sowie die der Grün Berlin GmbH als
Betreiber des Parks nach der IGA
Berlin 2017 verändert?

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

Können Sie uns schon einen kleinen
Vorgeschmack auf die Veranstaltungen geben, die 2018 in den Gärten der
Welt geplant sind?
Vom 1. bis 3. Juni feiern wir das „Rendezvous im Garten“ im Rahmen des
Europäischen Kulturerbejahres und
am 10. Juni laden wir auf eine literarische und klangvolle „Lesereise mit
Saitenblicken“ in drei Themengärten

DR AUSSEN

ein. Im April beispielsweise, wenn die
Kirschbäume blühen, werden wir wie
jedes Jahr mit einem traditionellen
Hanami die neue Garten- und Veranstaltungssaison einläuten. Zusätzlich
wird es in der neuen Arena mit MIA
(14.07.) und Culcha Candela (15.09.)
spannende Konzerte geben.

i
Blumberger Damm 44, 12685 Berlin. Eingänge
mit automatisierten Kassen befinden sich
am Blumberger Damm 44 (täglich 9–16 Uhr
mit Personal besetzt) und an der Eisenacher
Straße, Eingang Süd. Geöffnet täglich ab 9-20
Uhr (April bis September). Eintrittspreise siehe
Aushang an den Kassen und unter
www.gaerten-der-welt.de. Info: Tel. 700 90 66 99,
info@gaerten-der-welt.de

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

Beate Reuber, Senior
Parkmanagerin der Gärten
der Welt, ist ausgebildete
Gärtnerin und studierte an
der FH Berlin Landschaftspflege. Seit 1991 leitet
sie die Parkanlage, die
damals noch
„Erholungspark Marzahn“
hieß. Am Anfang der langen Erfolgsgeschichte des
Parks stand die Idee, einen
chinesischen Themengarten auf dem Gelände zu
gestalten. Der kam bei den
Besuchern so gut an, dass
weitere Themengärten
und Gartenkabinette von
insgesamt fünf Kontinenten
folgten, bei denen die
Parkmanagerin sachkundige Geburtshilfe leistete.
Sukzessive entwickelte sich
inmitten des Plattenbaugebirges von MarzahnHellersdorf ein landschaftsgärtnerisches Kleinod mit
internationalem Renommee. Im vergangenen Jahr
wurde das Gelände für
sechs Monate zum Herzstück der IGA Berlin 2017.
Im Dezember desselben
Jahres wurden die Gärten
der Welt, auf 43 Hektar
vergrößert, wiedereröffnet.

17

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Foto: Grün Berlin GmbH

E R LE B EN BRITZER GART E N

20

Das grüne
Herz Berlins
DAS M AGA ZIN D ER GRÜ N BERLIN GRU PPE

DR AUSSEN

Parks, Wälder und Grünanlagen haben
einen entscheidenden Einfluss auf die
Lebensqualität in unserer wachsenden
Stadt. Die von Grün Berlin betriebenen
Parks bieten viele Möglichkeiten, die Flora
und Fauna der Stadt kennenzulernen
und ihre üppigen Grünflächen mitzugestalten. Wir stellen einige Angebote vor.
Mit dem neu eröffneten Umweltbildungszentrum im Britzer Garten (Foto) kommt
aktuell ein Neuling hinzu, der nicht nur
hübsch ist, sondern es auch in sich hat.
DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN D ER GRÜ N BERLIN GRU PPE

INHALT DES DOSSIERS

BRITZER GARTEN

S. 22

33 JAHRE FREILANDLABOR BRITZ

S. 24

KIENBERGPARK

S. 28

BOTANISCHER VOLKSPARK
BLANKENFELDE-PANKOW

S. 32

NATUR-PARK SCHÖNEBERGER
SÜDGELÄNDE

S. 34

PARK AM GLEISDREIECK

S. 38

21

B RITZ ER G A RTEN ERLEBEN

E R LE B EN BRITZER GA RT E N

»Das Haus
strahlt richtig
aus sich heraus«
Im Britzer Garten gibt es jetzt ein ausgesprochen schönes neues
Umweltbildungszentrum. Der Architekt Roland Wehinger aus Österreich hat hier
eine nachhaltige Anlaufstelle für Parkbesucher geplant und umgesetzt
IN TE RVIE W E L I S A B E T H S C H WA R Z

Wie zeigt sich das am Bau?
Vom ersten Tag an haben wir an
einen schwebenden Pavillon gedacht,
dafür wurde der ganze Bau auf 75
Zentimeter Höhe aufgeständert und
die äußere Fassade zusätzlich durch
verschränkte Hölzer aus Weißtanne
akzentuiert. So gibt es immer neue
Perspektiven von innen nach außen,
von der Natur ins Haus und umgekehrt.
Dazu gibt es einen öffentlich zugänglichen Umlauf um das Gebäude, der
zusätzlich für Leichtigkeit und Transparenz sorgt.

22

Architekten:
Roland Wehinger vom Büro Hermann Kaufmann, Österreich
Grundfläche des Gebäudes:
268 qm
Darin enthalten:
Zwei Seminarräume (73 & 33 qm),
die sich zusammenfassen lassen,
und ein Ausstellungsraum (30 qm)
Freianlagen: 1.300 qm;
Schwebehöhe des „Vogelnestes“
(Abstand des umlaufenden Rundgangs vom Boden): 75 cm
Bauzeit (netto): 7 Monate
Kosten: Haus 1,6 Millionen,
insgesamt kamen 2 Millionen Euro
für das Projekt aus dem landeseigenen Förderprogramm SIWA
(Sondervermögen Infrastruktur der
wachsenden Stadt)

Was war sonst noch wichtig?
Da es ein Bildungszentrum werden
sollte, waren schulungstechnische
Aspekte, also variable Seminarräume,
dazu Büros und technische Ausstattungen, ebenso wichtig wie die Ökologie beziehungsweise eine nachhaltige
und ressourcenschonende Bauweise.
Hier soll ja Schülerinnen und Schülern das Thema Umwelt nahegebracht
werden. Dem haben wir mit einer teilweise vorgefertigten Holzkonstruktion,
einer kompletten Dachbegrünung sowie
einer Luft-Wärme-Pumpe Rechnung
getragen.
Was ist für Sie persönlich das
Beson­dere an diesem Bau?
Das schwebende Element und die verschränkte Doppelfassade. Dadurch
bekommt das Gebäude etwas ganz
eigenes. Vor allem am Abend, wenn
das Licht aus dem Gebäude in den Park
strömt, wirkt das sehr warm und einladend. Das Haus strahlt richtig aus sich
heraus.

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

Foto: Grün Berlin GmbH

Wo 30 Jahre lang ein ursprünglich als
Provisorium gedachter Glaspavillon
stand, sollte ein modernes Umweltbildungszentrum entstehen. Ihr Büro
hat den Wettbewerb für den Neubau
2014 gewonnen – mit welcher Idee?
Wir haben uns an einem Vogelnest orientiert, also einem schwebenden Ort
zwischen den Bäumen, der gleichzeitig
in der Natur ist, aber auch die Natur
nach innen holt.

Fotos: DI Roland Wehinger / Hermann Kaufmann + Partner ZT GmbH

Schwebend auf 75 Zentimetern Höhe und mit viel Ausblick zu allen Seiten sitzt das neue Umweltbildungszentrum wie ein Vogelnest mitten im
Britzer Garten. Es kann auch von außen komplett umlaufen werden

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

23

B RITZ ER G A RTEN ERLEBEN

E R LE B EN BRITZER GA RT E N

D

Foto: Freilandlabor Britz e.V.

Neues grünes
Klassenzimmer
Das Bildungsprogramm im Britzer Garten ist eine Institution für kleine und
große Naturforscher – und es fand 30 Jahre lang in einem Provisorium statt.
Das neu eröffnete Umweltbildungszentrum markiert den Beginn einer Ära

Was krabbelt und schwimmt denn da?

TEXT ELISABETH SCHWARZ

Foto: Freilandlabor Britz e.V.

Unterricht für alle Sinne im Britzer Garten

24

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

DR AUSSEN

er Britzer Garten ist heute eine
Institution unter den Berliner Parks, manche sagen auch:
die Perle. Mit Sonderschauen wie der
„Tulipan im Britzer Garten“, jedes Jahr
zum Saisonauftakt, oder dem Dahlienfeuer im Herbst lockt der weitläufige
und landschaftlich vielseitige Park im
Süden Berlins Besucher aus der ganzen
Stadt. Seit dem Abschluss der Bundesgartenschau 1985, die seine Geburtsstunde markierte, waren es insgesamt
über 20 Millionen.
Für jüngere Generationen ist es kaum
vorstellbar, dass Ende der 1970er Jahre
dort, wo sich heute der Britzer Garten befindet, nur landwirtschaftliche Flächen
und Kleingartenkolonien lagen. Die Britzer Mühle, in der bis heute traditionelles
Müllerhandwerk erlebt werden kann, ist
ein letztes Souvenir aus jener Zeit. Nur
ein kleines Stück südlich des Parks stand
damals die Mauer.
Und dann beschloss der Senat, die BUGA
1985 nach Berlin zu holen. Das war 1976 –
und es veränderte alles. Auf einer 90 Hektar großen Fläche zwischen Mariendorfer
Damm, Mohriner Allee und Buckower
Damm entwickelte die Stadt Berlin in den
darauf folgenden Jahren, unter enger Beteiligung der Bürger, eine Parklandschaft
mit Baumhainen, Seenlandschaft und
vielen Blumenbeeten.
Mitten in diese grüne Pracht wurde ein
Glaspavillon gesetzt, der zuvor bereits
auf der Internationalen Gartenschau in
München zum Einsatz gekommen war:
Einfach verglast, direkt auf Steinboden
errichtet, war er eine für sechs Sommermonate gedachte Übergangslösung.
„Denn genau zu unserer BUGA wurde
das Thema ‚Grün in der Stadt‘ – also alles
rund um bessere Luft und ökologischeres Wohnen –, das damals noch recht neu
war, auf einmal immer größer und wichtiger“, erinnert sich Parkleiterin Gabriele
Kleuvers. „Mit dem Pavillon als Veran-

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

staltungs- und Informationsort wollten
wir diesem Zeitgeist Rechnung tragen“.
Was geschah, als die BUGA Berlin 1985
ihre Pforten schloss, ist stadtbekannte
Geschichte: Die West-Berliner, die damals vom Umland abgeschnitten in der
Mauerstadt lebten, liebten ihr grünes
Idyll. Und so wurde das Gelände nicht,
wie ursprünglich geplant, wieder aufgelöst, sondern blieb als Britzer Garten weiterhin umzäunt und eintrittspflichtig als
Erholungsort erhalten.
ERLEBEN, WIE FRÖSCHE
QUAKEN UND WIE
BUCHECKERN SCHMECKEN

Und auch der Pavillon, den der grüne
Zeitgeist nach Berlin gebracht hatte, blieb
stehen, denn bereits die sechs BUGAMonate hatten gezeigt: Das Interesse an
ökologischen Themen ist groß - und der
Britzer Garten als grüne, hundefreie Oase
in der Großstadt ideal, um sich eingehender mit der Natur, mit Flora und Fauna, zu
beschäftigen.
1987 wurde mit dem Freilandlabor Britz
ein äußerst engagierter Hauptnutzer gefunden, der den gläsernen Pavillon mitsamt dem Park, in dem er sich befand, in
ein grünes Klassenzimmer verwandelte.
Altersgerecht, aber stets wissenschaftlich unterfüttert, wurden und werden
dort wichtige stadtökologische Themen
vor allem an Kita- und Schulkinder, aber
auch Erwachsene vermittelt.
Dazu wird der Unterricht, wann immer
das möglich ist, in Form von Streifzügen
nach draußen verlegt. Denn im Britzer
Garten lässt sich ganz unmittelbar und
mit allen Sinnen Natur erleben: Dort können kleine und große Stadtmenschen hören, wie Frösche quaken, sehen, wie Spinnen spinnen oder kosten, wie Bucheckern
schmecken. Sie dürfen Hütten bauen und
Feuer machen. Sie sammeln und verarbeiten essbare Wildkräuter oder nehmen

25

B RITZ ER G A RTEN ERLEBEN

Der Glaspavillon wurde zur BUGA Berlin 1985 als Provisorium in den Britzer Garten gestellt - und etablierte sich als grüner Lernort

Naturerlebnisse für Stadtkinder: KiTa-Gruppe im Britzer Garten

Wasserproben, die sie anschließend im
Pavillon unters Mikroskop legen.
VOM PROVISORIUM
ZUR INSTITUTION

Kaum vorstellbar wäre es wohl auch
für Ursula Müller, Geschäftsführerin
des Freilandlabor Britz e.V., gewesen,
hätte man ihr damals gesagt, dass ihr
Verein 30 Jahre lang in diesem von der
BUGA übrig gebliebenen Provisorium
Umweltbildung betreiben würde und
dass sie diesen Ort zu einer berlinweit

26

bekannten Institution entwickeln sollten. Der Weg dorthin war nicht nur aufgrund der räumlichen Situation nicht
immer einfach: Lange Zeit war das Freilandlabor Britz finanziell und personell
alles andere als üppig ausgestattet, wie
sich Müller erinnert. „Aber wir haben es
irgendwie immer geschafft, den Betrieb
aufrecht zu halten, auch mit Hilfe vieler Freiwilliger“. Mit viel Beharrlichkeit
gelang es schließlich, die Finanzierung
auf solide und zukunftsfähige Füße zu
stellen: So wurde beispielsweise das senatseigene Umweltbildungsprogramm

Im Oktober 2017 hat die Umweltbildung im Britzer Garten eine neue, wetterfeste Heimat bekommen

„Grün macht Schule“, dessen Mitbegründerin Ursula Müller ist, ein fester
Bestandteil des Angebots, und mit der
Ökolaube entstand ein weiterer Anlaufpunkt im Britzer Garten, der in die
Arbeit vor Ort integriert wurde.
Noch ein Baustein im Angebot waren
bald die thematischen Ausstellungen
im Glaspavillon, die stets aus Themen
entwickelt werden, welche die Besucher
des Britzer Gartens beschäftigen. „Kinder lieben Schnecken, während Gärtner
sie hassen“, nennt Müller ein Beispiel,
„also machen wir eine Ausstellung zu
Schnecken. Oder wir zeigen Wildtiere,
wie etwa den Fuchs, als neue Nachbarn
in der City.“ Zu jeder Ausstellung gibt es
vertiefende Veranstaltungen, in denen,
um beim Beispiel Fuchs zu bleiben,
über die Lebensweise der Tiere in der
Stadt informiert wird.
ENDLICH EIN
WETTERFESTER ORT

Dass der Pavillon als Ausstellungsfläche
ebenso eingeschränkt nutzbar war wie
als Schulungsort, brachte über die Jahre zunehmend Probleme mit sich. Vor
allem natürlich im Winter: „Aufgrund
der Kälte“, erzählt Ursula Müller, „sind
uns schon mal die Tafeln von den Wänden geploppt.“ Arbeit gab und gibt es im

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

Foto: Grün Berlin GmbH

Fotos: Freilandlabor Britz e.V.

E R LE B EN BRITZER GA RT E N

DR AUSSEN

Freilandlabor aber natürlich ganzjährig. Auch außerhalb der Saison ist das
Team in Sachen Umweltbildung aktiv,
denn die Arbeit reicht weit über Streifzüge und Workshops im Park ­hinaus:
Regelmäßig sind Mitarbeiter in den
Schulen, Kitas und Vereinen Neuköllns
unterwegs – auch in jenen Vierteln, in
denen zunächst nicht die Umwelt das
Hauptproblem vor Ort ist. Aber gerade
dort wird beharrlich für mehr ökologisches Bewusstsein geworben.
Und so stand ein wetterfester, öffentlicher Ort für Schulungen, Ausstellungen und Seminare all die Jahre ganz
oben auf der Wunschliste des Freilandlabors. Und er stand auch immer
auf der Agenda von Parkleiterin Gabriele Kleuvers und vor allem auch von
Grün Berlin-Geschäftsführer Christoph Schmidt, der bereits im Jahr 2013
einen Ideen-Wettbewerb dazu ausgelobt hatte.
Als 2014 dann vom Senat Gelder aus
dem SIWA-Programm (Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden
Stadt) bereitgestellt wurden, war es
endlich soweit. Aus dem anschließenden Wettbewerb ging das österreichische Büro Kaufmann als Sieger hervor,
dessen modernes, schönes, von ökologischer Holzbauweise getragenes Gebäude im Oktober 2017 den Glaspavillon im

DR AUSSEN

Britzer Garten ersetzt hat (siehe Interview auf den Seiten 22-23).
„Dieses neue Gebäude passt einfach
wunderbar hier in unsere Anlage“,
schwärmt Parkmanagerin Kleuvers, die
den Britzer Garten nun ebenfalls schon
seit über 30 Jahren in seiner Entwicklung begleitet. „Das Umweltbildungszentrum ist ein ganz wichtiges Projekt
für den Britzer Garten, für seine Besucher und seine Nutzer.“
EIN ZENTRUM MIT
STRAHLKRAFT WEIT ÜBER
DEN PARK HINAUS

Die schwebende Konstruktion bietet viele Aus- und Einblicke, hat zwei
variable Seminarräume und eine, im
Vergleich zum früheren Pavillon, etwas kleinere Ausstellungsfläche. Dazu
kommt eine gestaltete, 1.300 Quadratmeter große Außenfläche, die die Ausstellung innen ergänzen kann, sowie
ein neu angelegter Erlebnisparcours
für Kinder.
Das Freilandlabor Britz wird neben
anderen Institutionen im Bereich
Umweltbildung im neuen Umweltbildungszentrum Hauptnutzer bleiben
und seine Arbeit fortsetzen. Schulungen und Seminare finden bereits in
den lichtdurchfluteten Räumen mit

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

viel freiem Blick auf die grasenden
Schafe gegenüber statt. Und der kleine
Ausstellungsbereich drinnen, sowie
der größere draußen sind auch schon
liebevoll gestaltet und öffentlich zugänglich. Grün Berlin als Betreiber des
Parks denkt außerdem darüber nach,
weiteren Anbietern die Möglichkeit zu
geben, themenbezogene Veranstaltungen im Haus durchzuführen. „Das werden wir jetzt alles in Ruhe besprechen“,
sagt Gabriele Kleuvers.
Wenn es nach der Politik geht wird das
neu eröffnete Umweltbildungszentrum im Britzer Garten auch nicht das
letzte Objekt dieser Art sein. Berlins
Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, Stefan Tidow, bekräftigte zur
Eröffnung, dass der Senat ein regelrechtes Umweltnetzwerk von den Bezirken
aus über ganz Berlin ziehen möchte.
Es kommen also gute Zeiten für die
­Umweltbildung.

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tägl. ab 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit,
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Aug-Okt: 3 €), Kinder (6-14 J.) und Schwerbehinderte 1 € (Sonderschauen: 1,50 €).
Info: Tel. 7009 06 80, info@britzer-garten.de,
www.britzer-garten.de

27

KIENB ERG PA RK ERLEBEN

E R LE B EN KIENBERGPARK

Viel Natur für
Stadtkinder
Das Programm des Umweltbildungszentrums und des IGA Campus’ war während
der IGA Berlin 2017 heiß begehrt. Jetzt wird es im Kienbergpark fortgesetzt

TEXT TINE LEHNERTZ

D

Foto: Mattaeus Kruzynski

as Abenteuer Natur beginnt gleich hinter der
Seilbahnstation Kienbergpark. Wer hier die
Gondeln rechts liegen lässt und weiter in Richtung Kienberg läuft, hat den Wuhleteich vor sich liegen.
Überquert werden dessen Ausläufer mithilfe des 2017
zur IGA Berlin 2017 angelegten Wuhlestegs, einer knapp
280 Meter langen Brücke, deren Geländer aus „vorgerostetem“ Cortenstahl bestehen. Das Wuhletal links und
rechts mit seinem Feuchtgebiet, sowie der fast frontal
liegende Kienberg verlocken eigentlich dazu, den Blick
schweifen zu lassen.
Doch wer einmal kurz nach unten schaut, glaubt plötzlich zu schweben: Der Gitterrost, auf dem man schreitet,
gibt den Blick frei auf eine Wiese, auf Wasser und Schilf.
Obwohl so manchem bei dieser Aussicht ein bisschen
schwindelig wird, ist es schwer, sich dieser Illusion des
Fliegens zu entziehen. Nur noch einmal – und dann noch
einmal – möchte man sich auf das Geschehen in bis zu
acht Metern Tiefe unter den eigenen Füßen konzentrieren.

28

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

Ein modernes Umweltbildungszentrum für
den Ostteil der Stadt
Doch der Kienbergpark hat Stadtmenschen mit Interesse für Flora, Fauna und ökologische Zusammenhänge
noch viel mehr zu bieten als diese unerwarteten Einblicke: Gleich am Ende des Wuhlestegs liegt links am Wasser das Umweltbildungszentrum. Es wurde ebenfalls für

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

die I­ nternationale Gartenschau erbaut und im Gegensatz
zum temporären Pavillon des IGA-Campus’ auf Dauer angelegt. So beschert das bungalowartige Gebäude im Kienbergpark nun auch dem Ostteil der Stadt – ähnlich wie
das nach der Bundesgartenschau von 1985 mit dem Britzer
Garten im Westteil geschah (siehe auch S. 24-27) – einen
modern ausgestatteten grünen Lernort mit umfangreichem und hochkarätigem Bildungsprogramm.
Von der mit Holzplanken ausgelegten Terrasse am
Wuhleteich aus können daher auch künftig große, vor allem aber kleine Wissensdurstige ihre von Fachreferenten
geleiteten Exkursionen starten: zu Flora und Fauna rund
ums Wasser, in den Archepark mit seinen alten Haustierrassen, ins Wäldchen am Kienberg oder in die gärtnerischen Anlagen am Fuß des rund 130 Meter hohen Berges
inmitten des Häusergebirges von Marzahn-Hellersdorf.
Seit Anfang Februar 2018 wird das Umweltbildungszentrum von einem Zweigestirn geleitet, das sich bestens
ergänzt: Da ist zum einen Ulrich Nowikow, ein DiplomGartenbauingenieur, der für die Grüne Liga, ein Netzwerk ökologischer Bewegungen, als stellvertretender
Geschäftsführer tätig war. Und Eike Friederici, der an der
Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde
das Studium Internationales Wald- und Öko-Agrarmanagement absolvierte. Beide kennen das Gelände und sein
Potenzial aber schon viel länger: Nowikow begleitet für
die Grüne Liga den Umbau des Kienbergparks zur IGA –
und wieder zurück zum Volkspark – bereits seit fünf Jahren, war außerdem für das IGA-Programm „grünes Klas-

29

KIENB ERG PA RK ERLEBEN

E R LE B EN KIENBERGPARK

senzimmer“ mitverantwortlich. Und Friederici betreute
als Waldpädagoge gleichermaßen für die Stiftung Naturschutz Berlin als auch die IGA Berlin Kindergruppen im
IGA-Naturerfahrungsraum, einem 16.000 Quadratmeter
großen „Spielplatz ohne Spielgeräte“, mitten in dem dicht
bewachsenen Hangwäldchen am Kienberg.

Umweltbildung am Kienberg war schon
während der IGA der Renner

30

Outdoor-Erfahrungen für Kinder kommen
hier an erster Stelle
Zugute kommt ihnen dabei die ausgezeichnete Infrastruktur, über die das Umweltbildungszentrum verfügt.
Die zwei großen, lichtdurchfluteten Unterrichtsräume
sowie eine Küche bieten nicht nur ausreichend Platz, um
beispielsweise Klassen in produktive Arbeitsgruppen
aufteilen zu können. Das technische Equipment befriedigt mit einem modernen, großen Smartboard sowie mit
einer ausreichenden Zahl professioneller Mikroskope
auch höchste Ansprüche. „Ein Teil der Mikroskope ist mit
Kameras ausgestattet“, sagt Ulrich Nowikow. „Man kann
deren Bilder auf das Smartboard, auf Smartphones oder
auf Rechner zum Beispiel in Schulen übertragen.“ Und so
auf wissenschaftlichem Niveau etwa den Biologieunterricht ergänzen.
Trotzdem betonen Ulrich Nowikow und Eike Friederici,
dass Outdoor-Erfahrungen auf dem vielseitigen Gelände
des Kienbergparks bis hinein in die anliegenden Gärten
der Welt den Schwerpunkt der Veranstaltungen bieten
sollen. „Der Naturerfahrungsraum bietet zum Beispiel die
für Stadtkinder eher seltene Möglichkeit, mal auf Bäume
zu klettern oder über einen kleinen Trampelpfad im Gebüsch ,geheime Orte‘ zu entdecken“, sagt Eike Friederici.
Die Pflanzen und Tiere, die die Kinder dabei selbstständig entdeckten, könnten dann wiederum thematisiert
werden.
Im Umweltbildungszentrum setzt man auf die natürliche Neugier vor allem der jungen Menschen, auf Erfahrungen, die den Entdeckerdrang beflügeln und Lust
aufs Weiterforschen machen. Denn wer mit den eigenen
Sinnen erlebt hat, wie Regenwürmer verwelkte Pflanzen
in duftenden, fruchtbaren Kompost umwandeln oder
wieviel Leben in einem einzigen Wassertropfen steckt,

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

Fotos: Mattaeus Kruzynski

War der IGA-Sommer wegen des regnerisch-grau
verhangenen Wetters auch ein wenig eingetrübt – die
Angebote des Umweltbildungszentrums mit IGA-Campus zu Themenbereichen wie „Natur & Umwelt“, „Gärtnern & Pflanzen“, „Ernährung & Gesundheit“ oder „Welt
& Wissen“ waren über die ganze Saison hinweg heiß begehrt. „Rund 50.000 Kinder und Jugendliche nahmen an
den mehr als 2.500 Einzelveranstaltungen teil“, sagt Ulrich
Nowikow sichtlich stolz. „Wir hatten eine Buchungsquote
von 92 Prozent.“
Es waren vor allem Kita-Gruppen und Klassen aus
Grund- und Sekundarschulen sowie Gymnasien, die sich
mit Becherlupen bewaffnet auf die Spur von Insekten
machten, Gemüsebeete anlegten oder lernten, vermeintlich unscheinbare Pflanzen als wertvolle Nahrungsquellen zu identifizieren. Doch auch Privatpersonen, vor allem
Eltern mit ihren Kindern, profitierten von den Angeboten
des Umweltbildungszentrums. In Workshops wurde an
Wochenenden und in den Ferien mit Pflanzenfarben gefärbt und gemalt, es wurden Boden- und Wasserproben
unter dem Mikroskop untersucht und aus Naturmaterialien wurde Spielzeug gebastelt.
Wenn Ulrich Nowikow und Eike Friederici ab Ende
April, Anfang Mai 2018 mit dem Umweltbildungszentrum
in die neue Saison starten, wollen sie zum einen an dieses
Erfolgsprogramm anknüpfen und Veranstaltungen für
unterschiedliche Altersgruppen und Interessensschwerpunkte anbieten. Zum anderen aber wollen sie auch auf
neue Fragestellungen eingehen und mithilfe von freiberuflich tätigen Experten sowie Fachleuten großer Institutionen – etwa der Berliner Wasserbetriebe, des Museums
für Naturkunde oder der im unmittelbaren Einzugsgebiet liegenden Alice-Salomon-Hochschule – passgenaue Workshops und Exkursionen anbieten.

Auch das ist Marzahn-Hellersdorf: Im Kienbergpark finden Stadtkinder Wasser, urwüchsige Natur und viel Platz zum Spielen

der schaut vielleicht auch auf dem Heimweg über den
Wuhlesteg noch einmal genauer hin: Nicht nur Wasser
und Wiesen sind durch den Gitterrost zu entdecken. Auch
Enten und Schwäne bewegen sich hier fort. Und guckt man
einmal ganz genau hin, dann blubbert auch schon mal
ein Karpfen an der Wasseroberfläche. Und ein paar Aale
schlängeln sich schnell ins Schilf.

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

i
Der Park ist ganzjährig frei zugänglich über die Eingänge Hellersdorfer
Straße, Hellersdorfer Straße/Alte Hellersdorfer Straße, Feldberger Ring,
Tälchenbrücke über die Gärten der Welt, Eisenacher Straße und
Gottfried-Funeck-Weg. Aussichtsbauwerk Wolkenhain: Geöffnet ab
7 Uhr. Schließzeiten richten sich nach der Jahreszeit (Sonnenuntergang).
Info: Tel. 700 90 65 33, info@kienbergpark.de, www.kienbergpark.de.
Seilbahn/Natur-Bobbahn: Aktuelle Informationen und Öffnungszeiten
unter www.seilbahn.berlin.

31

B O TA NIS CHER V O LKS PA RK B LA NKENF ELD E- PA NKO W ERLEBEN

E R LE B EN BOTANIS CH E R V O L KSPARK BL AN KE N FE L D E - PA NK O W

PETRA GRÜNERT

Von Bienen, Böden
und Wildnis in der Stadt

Die zertifizierte Kräuterpädagogin und Fachberaterin für Selbstversorgung mit Wildpflanzen nimmt Interessierte mit auf
kulinarische und äußerst gesunde Streifzüge durch den Volkspark.
Je nach Jahreszeit setzt sie unterschiedliche Schwerpunkte, von
Löwenzahn bis Naturkosmetik.
www.gesund-ist-besser.de
STEFAN LUDWIG

Im Botanischen Volkspark Blankenfelde-Pankow können Natur,
Landschaftsarchitektur und Landwirtschaft aktiv erlebt werden.
Es gibt ein umfassendes umweltpädagogisches Angebot

BAUERNGARTEN

Der von Max von Grafenstein und Theresa Lehr geleitete Bauerngarten im Botanischen Volkspark ist einer von vier Standorten in
Berlin – und der mit Abstand beliebteste. Groß ist das Interesse
der Parkbesucher an einem eigenen Stückchen Acker, auf dem
sie Gemüse anbauen können, sowie am Austausch über ökologischen Gemüseanbau. Letzteres passiert oft einfach „über den
Gartenzaun“ und natürlich bei den öffentlichen Führungen am
Langen Tag der Stadtnatur. Momentan gibt es keine freien Parzellen, man kann sich aber auf der Warteliste vormerken lassen.
www.bauerngarten.net
IMKEREI IM BOTANISCHEN VOLKSPARK

WILDWÄRTS

Mit unmittelbaren Naturerfahrungen möchten Melanie Vraux
und Florian Keller Liebe und Verantwortungsgefühl für die Natur
wecken und dabei ganzheitliches Wissen über ökologische Zusammenhänge vermitteln. Sie bieten auch Naturferienprogramme
an, z.B. in den Osterferien „Wilde Wald- und Wiesenwochen“ für
Grundschulkinder (Details im Grün Berlin-Programmbooklet).
www.wildwaerts.de

32

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

Fotos: Grün Berlin GmbH (2); Wildwärts

Die naturgemäße Bienenhaltung und der Schutz der bedrohten
Nutztiere liegen Daniel Bauer am Herzen. Neben öffentlichen
Führungen sowie Honigernte und Verkostungen am Langen Tag
der Stadtnatur (jedes Jahr am 3. Juniwochenende) vermittelt er in
Kursen auch das Handwerk des Imkers.
www.imkerei-im-botanischen-volkspark.de

Fotos: F. Anthea Schaap; Stefan Ludwig; Grüne Akademie Berlin-Brandenburg e.V.; Jan Ganschow; Thomas Uhlemann / pressefoto-uhlemann.de

Neben geführten Spaziergängen durch den Volkspark mit den
Schwerpunkten Erkennen, Verwenden und Genießen von Wildkräutern bietet Ludwig auch diverse Kurse rund um Baumpflege
und Gartentipps an.
info@stefanludwig.de
GRÜNE AKADEMIE BERLIN-BRANDENBURG E.V.

Landschafts-, Natur-, Pflanzen- und Umweltschutz stehen ebenso auf der Agenda wie die Förderung des regionalen Kulturerbes.
Der Schwerpunkt des Angebotes im Volkspark liegt auf Naturwanderungen für Familien zu aktuellen Themen.
www.grueneakademie.de/wordpress
WELTACKER

Neu hinzugekommen in dieser Saison ist Benedikt Haerlin, der
als Mitglied des Netzwerkes Weltacker über die ökologischen und
sozialen Aspekte der Landwirtschaft weltweit aufklären möchte.
Beim „Weltacker-Talk“ geht es zum Beispiel um die Digitalisierung von Acker und Bauch (Details im Programmbooklet).
www.2000m2.eu
ANKES STREUOBSTWIESE

Streuobstwiesen sind ein wertvolles Stück Kulturlandschaft,
das sich durch eine hohe Artenvielfalt auszeichnet – und leider
immer seltener wird. Anke Kurz ist ein weiterer Neuzugang im
Botanischen Volkspark: Sie plant ab diesem Jahr ein naturpädagogisches Angebot auf den Streuobstwiesen des Parks.
ankekurz@hotmail.com

Sämtliche Termine des Botanischen Volksparks finden Sie unter
www.gruen-berlin.de/botanischer-volkspark
und in unserem Programmbooklet, das diesem Heft beiliegt.

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

33

NATUR- PA RK S CHÖ NEB ERG ER S ÜD G ELÄ ND E ERLEBEN

E R LE B EN NATURPARK SC H Ö N E BE RG E R SÜ DG E L ÄN D E

Z

wischen Schienen brechen Birken
hervor. Es sieht aus, als hätten sie die
Holzschwellen der Gleise einfach
beiseite geschoben. Wenn man die Natur
lässt, holt sie sich alles zurück.
Berlin, im Südwesten der Stadt. Der NaturPark Südgelände liegt im Sonnenlicht da wie
Dornröschen kurz nach dem ersten Kuss.
Wuchernde Sträucher, wenige Jahrzehnte alte Bäume, Grasflächen. Ganz wilde Mischung.
Detlev Dahlmann rückt seinen Hut zurecht. „Diese Vielfalt hätte ein Landschaftsarchitekt niemals planen können“, lacht er.
Im Natur-Park veranstaltet der 55-jährige
studierte Landespfleger regelmäßig Führungen für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Vorher arbeitete
er zehn Jahre lang bei der Grün Berlin GmbH,
die den Park betreibt. Dahlmanns Führungen
sind angelehnt an die aktuelle Dauerausstellung „Bahnbrechende Natur“, ein Projekt von
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und
Klimaschutz, Grün Berlin und der AllianzUmweltstiftung.
„Biologische Vielfalt ist mehr als nur
,Grün‘ in der Stadt“, beschreibt Katrin Heinze,
die bei der Senatsverwaltung die Ausstellung
mit konzipiert hat, den Ansatz. „Die Ausstellung erinnert einerseits an die bewegende

Stadtgeschichte Berlins, andererseits soll
sie den Wert der biologischen Vielfalt vermitteln, auf viele Details und Naturschätze
aufmerksam machen und unterstützen, dass
im Natur-Park Stadtnatur entdeckt werden
kann.“
Bis 1952 betrieb die Deutsche Reichsbahn
der DDR an dieser Stelle den Rangierbahnhof Tempelhof und das Bahnbetriebswerk.
60 parallele Schienen. Nur Schotter, Sand,
Stahl. Nach der Stilllegung verblieb das Areal
bei der Reichsbahn. West-Berlin hatte darauf
keinen Zugriff. Aber die Natur.
Am S-Bahnhof Priesterweg geht es durch
den Haupteingang in den 18-Hektar-Park.
Ein paar Schritte, dann steht man vor dem
Wasserturm, 57 Meter hoch. Daneben, an der
Brückenmeisterei parkt eine Dampflokomotive, Baujahr 1941. Die 4.000 Quadratmeter
imposante Lokhalle ist derzeit wegen erforderlicher Sanierungsarbeiten gesperrt. Die
einzige von drei Hallen, die den Krieg überstand. Wo die beiden anderen 1944 weggebombt wurden, erzählt Dahlmann davon, wie
die Natur begann, das Areal zurückzuerobern,
vor fünf, sechs Jahrzehnten, als erste Robinien-, Birken- und Pappeltriebe auf Beton und
Schotter sprossen. Windbestäubung. Ein
paar Meter weiter, im „Moosgarten“, ranken

Wilde Mischung
Wie die Natur sich einen alten Verschiebebahnhof zurückeroberte
– und den Natur-Park Schöneberger Südgelände möglich machte.
Die Dauerausstellung „Bahnbrechende Natur“ erzählt davon. Auf
Erkundung mit dem Naturführer Detlev Dahlmann

Foto: Holger Koppatsch

»Diese Vielfalt
hätte ein
Landschaftsarchitekt
niemals
planen können«

34

TEXT ERIK HEIER

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

35

NATURPA RK S CHÖ NEB ERG ER S ÜD G ELÄ ND E ERLEBEN

E R LE B EN NATUR-PARK SC H Ö N E BE RG E R SÜ DG E L ÄN D E

36

nenarten, die in Berlin überhaupt vorkommen.
Von 25 bis 30 Brutvogelarten. Und von fremden
Spezien, die mit der Eisenbahnfracht einwanderten. Die französische Höhlenspinne ist eine
davon. Längst aber bleibt der Park nicht mehr
nur der Natur überlassen. Wiesen werden etwa
mit Weideschafen freigehalten. Wegen der seltenen Tiere und Pflanzen dort, wie der europaweit geschützten Zauneidechse.
Die Stege aus Metallgittern auf den Spuren der Gleise, die den Park durchziehen, hat

FÜHRUNG
„BAHNBRECHENDE NATUR“
VON DETLEV DAHLMANN

Termine 2018:
Jeweils Sonntag, den 13.5., 10.6.,
8.7., 12.8., 9.9., 14.10. und 11.11.

30 Tafeln erklären die „Bahnbrechende Natur“

Park-Wahrzeichen Wasserturm und Naturführer Detlev Dahlmann

die Künstlergruppe ODIOUS entwickelt. Fast
600 Meter führt der Steg durch die zentrale
Lichtung, „die längste begehbare Skulptur
der Welt“, wie Dahlmann sie nennt. Er deutet
auf einen Lichtmast, in den ein schwedischer
Mehlbeerbaum hineinwächst. „Da oben hat
sicher mal eine Amsel gesessen, die Vogelbeeren gefressen hatte.“
Jeder Baum erzählt hier eine Geschichte
über seinen Weg aufs Gelände. Die Birken
durch den Wind. Die Schwedische Mehlbeere
durch Vögel. Die Apfelbäume an der ehemaligen Trasse der Dresdener Bahn: Fahrgäste
mit rustikaler Restobstentsorgung.
Die Birke ist eine „Pionierpflanze“, sagt
Dahlmann. „Die bereitet den Boden für die
anderen vor.“ Vom kargen Industrieschotter
zur nährstoffreichen Humuserde binnen
Jahrzehnten. Er zeigt auf eine schmale Buche,
vielleicht drei Jahre alt. „Die braucht genau
das. Das ist die nächste Baumgeneration im
Park.“
Es geht immer weiter.

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

i
Hauptzugang: S-Bahnhof Priesterweg (Südlicher Eingang),
geöffnet täglich ab 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit, Eintritt: 1€.
www.gruen-berlin.de/natur-park-suedgelaende

Treffpunkt:
Um 14 Uhr am Park-Eingang
S-Bhf. Priesterweg,
Anmeldung erforderlich unter
Tel. 45 02 31 89
oder
gartengestaltung@detlevdahlmann.de
Teilnahmegebühr:
8 Euro (erm. 6,50 Euro),
Kinder unter 12 Jahren kostenlos,
zzgl. 1 Euro Parkeintritt
gruen-berlin.de/natur-parksuedgelaende/angebote/fuehrungen/
bahnbrechende-natur

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GCM, Paul-Lincke-Ufer 42/43, 10999 Berlin

Die Metallwege
der Künstlergruppe
ODIOUS machen
den Verlauf der
alten Schienen
wieder sicht- und
erfahrbar

finanzierte Natur-Park als weltweites Projekt
der EXPO 2000. Neun Jahre später kamen bereits gut 21.000 Besucher pro Jahr. 2016 waren
es mehr als 65.000. Katrin Heinze vom Senat
sagt: „Der Natur-Park entwickelt sich immer
mehr vom ,hidden place‘ zu einer in Berlin
und Umgebung anerkannten Parkanlage mit
besonderem Schutzcharakter.“
So erzählen die 30 Tafeln der Ausstellung
unter anderem von 130 Bienenarten, die im
Park nachgewiesen sind. Ein Drittel aller Bie-

Fotos: Grün Berlin GmbH; Jacob Schmidt; Holger Koppatsch; Erik Heier

Hundsrosen. Dazwischen schimmern Industrierelikte im Mischwald. Wasserkräne, Lichtmasten. Marode und ­eigentümlich schön.
Als TFH-Student hat Dahlmann in den
1980er-Jahren nebenan in der Lindhof-Siedlung gewohnt. Als er davon erzählt, ist sein
Rundgang gerade an der mächtigen Drehscheibe angelangt, auf der Lokomotiven auf
die Spur gebracht wurden. Er deutet über die
ICE-Trasse, die den Natur-Park nach Osten
begrenzt. „Von dort bin ich damals auf das
Gelände rauf“, sagt er. „Dann lief man wie
durch einen verwunschenen Wald – und landete hier, an der Drehscheibe. Das war toll.“
Dass er später die Entwicklung des NaturParks für Grün Berlin mit begleiten würde
– da schloss sich ein Kreis. In den 1980ern
kämpfte die Bürgerinitiative Schöneberger
Südgelände um das Areal. 1995 übertrug es
die Deutsche Bahn an Berlin. 1999 wurde es
zum Landschafts- und Naturschutzgebiet
erklärt. Im Jahr darauf eröffnete der von der
Allianz-Stiftung und dem Land paritätisch

DR AUSSEN

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DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

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PA RK A M G LEIS D REIECK ERLEBEN

E R LE B EN PARK AM GLE ISDRE IE C K

GÄRTEN IM GARTEN: KLEINGARTENKOLONIE POG

Der Natur
auf der Spur

Bei der Neugestaltung des Parks sollte ein
großer Teil der Kleingartenkolonie POG
(Potsdamer Güterbahnhof) ursprünglich
Sportplätzen weichen, doch die Kleingärtner setzten sich durch. Heute bilden
die Gärten, die sich neben dem Café Eule
befinden, das botanische Herz des Parks.
Durch den hohen Baumbestand sind hier
besonders viele kletternde Eichhörnchen
unterwegs, Vogelnistkästen sorgen dafür,
dass sich Zaunkönige oder Rotkehlchen
wohlfühlen.
Das Café und die Kleingärtner vor allem
des nördlichen Teils, der sich offiziell
„Gärten im Garten“ nennt, pflegen einen
regen Austausch miteinander. Gemeinsam veranstaltet man Märkte zu Ostern,
im Sommer oder zu Weihnachten, die
Gärtner sorgen für Naturerlebnisse mit
Bodenhaftung. Der Heilpraktiker Oliver
Tetzinski etwa bietet Pflanzen-ErlebnisFührungen übers Gelände und Seminare

Foto: Kristiana Elig

Ein Outdoor-Café mit Marktplatz und Aktionen, eine
Kleingartenanlage als botanischer Ruhepol,
Naturerfahrungsräume und ein interkultureller Garten mit
Lehmofen: Der Park am Gleisdreick bietet vielerorts
Naturerlebnisse der wilden Art
TEXT TERESA SCHOMBURG

über Wildkräuter oder essbare Blüten in
seinem Kleingarten an, in dem er Wein,
Malven und winterharten Rosmarin anpflanzt. Ein Grüppchen Imker lädt zum
Mitimkern ein, der Honig ist inzwischen
auch im Café Eule zu haben. In zwei koreanischen Gärten gibt es je nach Jahreszeit
auch asiatische Gewächse zu bestaunen.
Zeit nehmen sollte man sich auch für
einen Spaziergang durch den größeren,
südlichen Teil der Kolonie, der jenseits
der U-Bahn-Brücke beginnt. Die Wege
rings um die Gärten sind frei zugänglich,
Gäste sollten allerdings Rücksicht auf
Menschen und Pflanzen nehmen. Die
Gärten sind hier auffällig hoch gebaut,
denn unter ihnen schlummert Kriegsschutt aus dem Zweiten Weltkrieg. Manche Gärtner haben sich mit rankendem
Efeu kleine Dornröschen-Fassaden erbaut, andere schmücken ihre Parzelle mit
botanisch inspirierten Kunst-Figuren.

Kleine Holzbänke und verwitterte Klappstühle gruppieren sich um alte Kabeltrommeln und Obstkisten, die zu Tischen
umfunktioniert wurden. Der Boden ist
teils bedeckt mit großen Pflastersteinen,
teils mit Rindenmulch. Wie eine gemütliche Oase wirkt das Areal des Café Eule
im Westpark, nahe des Eingangs Bülowstraße. W-Lan und laute Musik? Das gibt
es hier nicht. Den gastronomischen Part
bestreitet Betreiberin Kristiana Elig aus
einem umgebauten Container mit grünweißer Markise heraus. Serviert werden
vornehmlich frische Speisen und Getränke wie Säfte, Suppen und Kekse. Auch
Pflanzen aus der benachbarten Kleingartenkolonie kommen auf den Speiseplan,
beispielsweise im Wildkräutersalat.
Obwohl es keinen warmen Indoor-Bereich gibt, ist das Café das ganze Jahr über
geöffnet und zieht selbst im Winter viele
Besucherinnen und Besucher an, Familien mit Kindern ebenso wie Intellektuelle auf der Suche nach Ruhe. So lernen
im Idealfall alle, nicht nur auf die Natur,

38

sondern auch aufeinander Rücksicht zu
nehmen. Für den Park und die Anwohner
ist das Café viel mehr als eine Kaffee-undKuchen-­Quelle. Mit seinem fast dörflichen Charme fungiert es als eine Art
Marktplatz und Kiez-Treffpunkt. Immer
wieder finden Familienaktionen mit Naturbezug statt, wie eine Kinderdisco mit
Naturwanderung.
Umweltpädagogische Angebote bringen auch Gäste wie die Bildungsvereine
baumschlau und Pindactica mit. Die neueste Errungenschaft sind Fledermauskästen, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung Naturschutz aufgestellt wurden.
Sobald sich dort Flattertiere eingenistet
haben, sollen Führungen für Kinder starten. Die Kleinen begeben sich dann mit
Detektoren auf Fledermaus-Spurensuche. Auskunft über aktuelle Angebote
findet man über die Face­book-Seite des
Cafés, oder besser noch: Man kommt einfach mal selbst vorbei.
Täglich 10-18 Uhr geöffnet, Termine und mehr auf
www.facebook.com/pg/Cafeeuleimwestpark

Foto: Christo Libuda / Lichtschwärmer

DAS CAFE EULE: MARKTPLATZ UND VERANSTALTUNGSORT

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

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PA RK A M G LEIS D REIECK ERLEBEN

E R LE B EN PARK AM GLE ISDRE IE C K

WEITERE NATURERLEBNISSE
DER WILDEN ART
IM PARK AM GLEISDREIECK

Heilpraktiker Olaf Tetzinski

NATURERFAHRUNGSRÄUME: VIEL PLATZ FÜR STADTKINDER

Der Kleingärtner in der Kolonie POG bietet
Führungen und Pflanzen-Erlebnis-Seminare
an, in denen er Wissen rund um heilende,
essbare und besondere Kultur- und
Wildpflanzen vermittelt.
Tel. 787 48 29 oder 0171/ 626 12 05
www.tetzinski.de
Baumschlau
Der Verein ist mit seinem preisgekrönten
Projekt „Die Sonntagsforscher“ immer wieder zu Gast im Café Eule. Mit baumschlau
können Kinder ab 5 Jahren beispielsweise
auf Tuchfühlung mit Krabbeltieren gehen
und mit Holz, Rinde und Blättern basteln.
baumschlau e.V., Tel. 78 71 38 39,
www.baumschlau.de

Foto: Christo Libuda / Lichtschwärmer

ein Wäldchen mit zarten Birken, herumliegenden Stöcken und Ästen, aber
auch großen knorrigen Kletterbäumen
mit teils in die Waagerechte gewachsenen Stämmen. Den zweiten Naturerfahrungsraum findet man im Ostpark, nahe
dem Eingang Hornstraße. Direkt gegenüber einer geordneten Rasenfläche geht
es wild, matschig und auch ein bisschen
stachelig zu. Auf diesem eher hügeligen
Gelände bestimmen dichte Sträucher und
große Findlinge das Bild, die eine prima
Deckung für Versteckspiele bieten. Auf
dünnen Baumstämmen, die vom Parkmanagement zum Spielen bereitgelegt
wurden, lässt es sich bestens balancieren. Man kann sie aber auch zum Bau von
Hütten oder Flößen für Ausflüge in einen
Fantasie-Urwald verwenden.

Fotos: Grün Berlin GmbH: Christo Libuda / Lichtschwärmer

Stadtnatur trifft im Park auf verwitterte
Industrie. Verrostete Gleise enden im Dickicht. Zwischen alten Grauwacke-Steinen, einem typischen Gleisbettmaterial,
sprießen zarte Pflänzchen. An vielen Orten im Park lässt sich beobachten, wie die
Natur den Raum zurückerobert. Schilder
raten davon ab, diese Orte zu betreten, da
die Wildnis nicht gesichert ist.
Anders sieht es auf zwei umzäunten Flächen aus, die eigens für Kinder gestaltet
wurden, um ihnen Naturerlebnisse in
Miniaturform zu ermöglichen. Rutschen
oder Klettergerüste sucht man hier vergeblich, stattdessen spielen die kleinen
Abenteurer mit Materialien, die sie so
oder so ähnlich auch im Wald vorfinden
könnten. Einer dieser beiden Orte befindet sich gleich neben dem Café Eule:

Pindactica
Bei Veranstaltungen ist der Bildungsverein
gern gesehener Gast im Garten. Pindactica
bietet geführte Rallyes an, mit dem Ent­
deckerheft „Wilde Tiere in der Stadt“ samt
Forscherbogen können Naturfreunde Flora
und Fauna aber auch auf eigene Faust
erkunden. Verschiedene Entdeckerhefte
kann man über die Website bestellen, den
Bogen gibt es dort zum Download.
Pindactica e.V., Tel. 34 08 31 24,
www.pindactica.de

40

Ab April Mo-Fr 10-18, So 10-20 Uhr geöffnet,
südost Europa Kultur e.V.,
Tel. 25 37 79 90, www.suedost-ev.de

Foto: Credit

beim Gärtnern Hand an. 2012 startete ein
Imkerei-Projekt, seither finden regelmäßig fachkundige Führungen und Treffen
im Garten statt. Auch Kinder können bei
Workshops zweimal monatlich sonntags Bekanntschaft mit den nützlichen
Insekten machen, außerdem gibt es Töpfer-Aktionen mit einer Keramikerin. Bei
großen Festen wie dem Langen Tag der
Stadtnatur oder dem ­Radio Eins-Parkfest
ist der Rosenduft-Garten meist mit dabei.
Und immer im Mai wird traditionell die
Gründung gefeiert (dieses Jahr am 12.5.),
inklusive Pflanzenbörse und Kinderprogramm. Auch darüber hinaus finden
sich immer wieder gute Gelegenheiten
für gemeinsame Feiern. Alle Veranstaltungstermine finden Sie im Grün Berlin
Programmbooklet.

Hier fehlt noch das

Kienberg-Foto!

Foto: südost Europa Kultur e.V.

Im Ostpark, unweit des Eingangs Yorkstraße, stoßen Besucher auf ein Stück alternativer Park-Naturgestaltung. Ein gelb
leuchtendes, handgemaltes Schild am
Zaun macht Spaziergänger auf den Garten aufmerksam; dahinter schweift der
Blick über individuell angelegte Beete,
begrenzt von Stein- oder Flaschenreihen.
Betritt man den Garten, kann man im
hinteren Teil einen selbst gebauten Lehmofen entdecken, sowie ein überdachtes
Podest mit Bänken, das auch bei Regenwetter zum Verweilen einlädt.
Ist das Tor verschlossen, können Besucherinnen und Besucher den Trägerverein
südodost Europa Kultur kontaktieren.
Ursprünglich wurde der Interkulturelle
Garten Rosenduft 2006 an anderer Stelle
im Park als Ort für traumatisierte Frauen
aus Bosnien und Herzegowina erschaffen. Längst legen aber hier Menschen
aller Nationalitäten und Nachbarn aktiv

Foto: Credit

GEMEINSAM GÄRTNERN: INTERKULTURELLER GARTEN ROSENDUFT

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

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Die öffentliche Grünanlage ist jederzeit geöffnet; der interkulturelle
Rosenduftgarten ab April Mo–Fr 10–18 Uhr sowie So 10–20 Uhr.
Eintritt frei. Der Park am Gleisdreick verfügt über zahlreiche Eingänge: am Tempelhofer Ufer/Ecke Möckernstraße, Schöneberger Ufer,
Schöneberger Straße, Lützow-, Pohl-, Kurfürsten-, Bülow- und
Yorckstraße. www.parkberlin.de

DR AUSSEN

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

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B O TA NIS CHER V O LKS PA RK B LA NKENF ELD E- PA NKO W E NT DECKEN

E NTD ECK EN BOTANIS C H E R V O L KSPARK BL AN KE N F E L D E - PA NK O W

Backe, backe
Kuchen
... der Volkspark hat gerufen. Vor sieben Jahren erschien es als ein
Wagnis, im Gewächshaus des Botanischen Volksparks BlankenfeldePankow ein gastronomisches Angebot etablieren zu wollen.
Heute ist das Café mint* aus dem Park nicht mehr wegzudenken

Foto: Tom Rolleston

TE XT JULIA SCH OON

Die historischen Gewächshäuser wurden
2010 modernisiert und beherbergen botanische Kostbarkeiten sowie das Café mint*

42

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

43

E NTD ECKEN BOTANIS C H E R V O L KSPARK BL AN KE N F E L D E - PA NK O W

Kuchen englisch-irischer Tradition

Im Botanischen Volkspark leben mehrere Bienenvölker

44

tiges vor.“ Rolleston, gelernter Patissier,
der zudem teils mit Bio-Zutaten arbeitet, passte perfekt ins Profil. Und er
war bereit, das Risiko einzugehen. „Obwohl mich einige für verrückt erklärt
haben, meinen sicheren Job im Hotel
zu kündigen“, erzählt er und lacht.
Das war 2011. Seitdem hat sich das
Café mint* als feste Größe im Volkspark
etabliert. Geöffnet Freitag bis Sonntag
sowie an Feiertagen, ist das GourmetSelbstbedienungscafé bei Besuchern
jeden Alters beliebt: Spaziergänger im
Park kehren hier ebenso gerne ein wie
Wanderer und Radfahrer, die einen größeren Ausflug unternehmen, etwa am
Mauerstreifen entlang, der am Park vorbei führt, oder im Naturpark Barnim, zu
dem der Botanische Volkspark ebenfalls
gehört. Unter den Gästen des Cafés sind
auch viele Familien, die es genießen, ihre Kinder im Volkspark einfach mal laufen, spielen und die Natur erforschen
lassen zu können. Und natürlich Menschen, die das umfangreiche umwelt-

pädagogische Angebot des Botanischen
Volksparks (siehe S. 32) nutzen.
Sie alle stärken sich gerne bei einem
Stück Kuchen oder Torte, das sie im
historischen Glashaus genießen, vielleicht unter den Zweigen eines Limettenbaumes oder neben einem Pistazienstrauch, den Duft der Oleanderblüten
in der Nase. Einige der Backwaren kauft
das Café mint* von Konditoren zu, und
auch diese schmecken vorzüglich. Ganz
besonders beliebt sind allerdings die
Kuchen und Torten englisch-irischer
Tradition, die Rolleston selbst backt –
allem voran seine frischen Scones mit
Clotted Cream und Marmelade. Aber
auch Kreationen wie sein veganer Schokokuchen oder der Zitronen-HolunderCheesecake werden von Stammgästen
heiß geliebt. „Ein paar Kinder haben
sogar schon mal geweint, weil ihr Lieblingskuchen aus war“, erzählt Rolleston
und erklärt bedauernd: „Manchmal
muss ich um 16 Uhr schon sagen: Tut
mir leid, es ist kein Kuchen mehr da.“

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

Foto: Tom Rolleston

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it frisch gebackenem Carrotcake sowie einem Teller
bunter Macarones fing alles
an. Die brachte Tom Rolleston, britischirisch-stämmiger Gastronom, nämlich
zu seinem ersten Meeting mit Grün
Berlin, dem Betreiber des Botanischen
Volksparks Blankenfelde-Pankow, mit.
Alleine damit hatte er Parkmanagerin
Isabel Keil und die Geschäftsführung
schon fast überzeugt, dass er der richtige Kandidat wäre, um ein Café im
denkmalgeschützten, wunderschönen
Glashaus des Parks zu eröffnen.
„Es war ein Wagnis von ihm“, erinnert sich Isabel Keil, „denn im Volkspark
gab es damals noch nichts.“ Grün Berlin
hatte den Park gerade erst übernommen und Teil des neuen Konzeptes
war es, ein gastronomisches Angebot
zu entwickeln. „Wir wollten allerdings
nicht Würstchen und Kaffee im Plastikbecher anbieten, wie es ein anderer
Bewerber vorschlug“, erzählt Keil. „Wir
stellten uns etwas qualitativ Hochwer-

Fotos: Tom Rolleston; Grün Berlin GmbH (2)

Bei schönem Wetter können die Café-Gäste auch draußen sitzen

Denn gerade am Wochenende, insbesondere Sonntagnachmittag, wird es
im Café mint* schon mal richtig voll.
Da kann es schon mal passieren, dass
die Schlange am Tresen entlang und
bis zur Tür hinaus reicht. Etwa 50 bis
60 Gäste finden im Gewächshaus selbst
Platz. Bei schönem Wetter werden auch
draußen Tische und Bänke aufgestellt
und wer möchte, darf gerne eine Picknickdecke ausbreiten. „Ich habe ein super eingespieltes Team“, sagt Rolleston,
„aber wenn in einer Stunde 100 Leute
kommen, die alle einen frisch gebrühten Kaffee trinken möchten, stoßen
wir an unsere Grenzen.“ Zum Angebot
des Gourmet-Cafés gehört nämlich
auch erstklassiger Kaffee aus Bohnen
der Berliner Rösterei Andraschko. Und
natürlich gibt es, wie es von einem britischen Café erwartet wird, verschiedene Teesorten, die in typisch englischen
Teekannen serviert werden. Außerdem
bietet das Café kleine warme Speisen
wie etwa Suppen an und im Sommer
auch Eis.
Trotz der gelegentlichen Engpässe ist
Parkmanagerin Isabel Keil sehr glücklich, das Café mint* als starken Partner
im Park zu haben. Das liegt nicht nur
am Carrotcake, den Rolleston immer
noch in einer Qualität backt, die zum
Niederknien gut ist. Es liegt auch nicht
alleine daran, dass die Parkbesucher das
Café lieben und es schon deshalb nicht
mehr wegzudenken wäre.
Das Café mint* ist darüber hinaus
wichtiger Baustein eines Ziels, das
Parkmanagerin Isabel Keil und die Betreibergesellschaft Grün Berlin GmbH
seit 2011 verfolgen: den Volkspark zu
einem lebendigen Gartendenkmal zu
entwickeln, wo Natur, Landschafts­
architektur und Landwirtschaft aktiv
erlebt werden können. In den letzten
Jahren entstanden bereits viele Umweltbildungs- und Urban-GardeningProjekte – beides Themen, die künftig
auch global noch weiter an Bedeutung
gewinnen werden. Berlin gehört hier als
kreatives Experimentierfeld mit zu den
Vorreitern.

DR AUSSEN

„Bereits jetzt wird im Café mint*
Honig eines Imkers verkauft, der hier
im Park seine Bienen hält“, erzählt Keil.
„Die Insekten kann man beim Spaziergang oder auch beim Selbstimkern
kennenlernen“. Im Acker gleich nebenan wachsen sechs verschiedene Kartoffelsorten, die jedes Jahr beim Herbstfest gemeinschaftlich geerntet werden.
Dieses Event steht bei vielen Parkbesuchern fest im Kalender. Auch Kürbisse
werden dort vom Bioland-Betreiber des
ebenfalls im Park ansässigen „Bauerngarten“ angebaut. Das Gemüse aus dem
Park kommt im Café mint* auch als
Suppe auf die Teller der Gäste. Traditionelle Dreifelderwirtschaft ist für die
Stadtgärtner dabei ebenso selbstverständlich wie biologischer Anbau und
der Verzicht auf Gifte.
Ganz besonders freut sich Isabel Keil,
dass sie gerade den Weltacker als neuen
Partner mit umweltpädagogischem
Angebot gewinnen konnte. Einer von
vielen, den sie in ihrer Vision vom Botanischen Volkspark noch vor sich sieht.
Frischgepresster Saft aus den parkeigenen Äpfeln oder eine Schar glücklicher
Hühner, deren Eier im Café mint* verkauft werden, gehören ebenfalls dazu.
Ein weiterer Öffnungstag für den gas­
tronomischen Star des Parks steht auch
auf der Wunschliste.
Bis es soweit ist, empfiehlt Tom
Rolleston seinen Gästen den Freitag.
Manchmal hat der charmante Brite
dann sogar Zeit, selbst hinter dem Tresen zu stehen – und ein Pläuschchen zu
halten.

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Blankenfelder Chaussee 5, 13159 Berlin. Der
Park ist tägl. von Sonnenaufgang bis -untergang
geöffnet; die Schaugewächshäuser Di–Do von
10–14 Uhr sowie Fr–So und feiertags 11–17
Uhr. Parkeintritt: 1€, Kinder bis 14 Jahren und
Besitzer der Jahreskarte der Grün Berlin GmbH
haben freien Eintritt.
www.botanischer-volkspark-pankow.de

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

REZEPT:
SCONES WIE IM CAFÉ MINT*

Zutaten für 10 Scones:
125 g kalte Butter
500 g kaltes helles Mehl
15 g Backpulver
15 g Zucker
350 ml Milch
Zubereitung:
Die goldene Regel lautet: Der Teig
darf nicht geknetet werden und
alle Zutaten müssen kalt sein. Sonst
werden die Scones fest. Zuerst
verkrümelt man Butter und Mehl,
Backpulver und Zucker miteinander. Am besten in einer Küchenmaschine oder sonst mit sehr kühlen
Fingern – so lange, bis es aussieht
wie Sägespäne. Alle Zutaten müssen gleichmäßig verteilt werden.
Unter diese Krümel mischt man
die Milch bis es bindet. Nur die
Zutaten zusammenbringen – nicht
kneten. Dann kippt man alles auf
eine bemehlte Arbeitsfläche. Teig
sanft ausrollen auf eine Höhe von
2-3 cm. Der Teig darf nicht auf
der Arbeitsfläche kleben – oft wird
noch mehr Mehl benötigt. Dann
sticht man die Scones aus: mit
einem bemehlten Messer, Teigschaber oder mit einem Scones-Cutter.
Jetzt etwas Milch oder Sahne darauf streichen, feinen Zucker drüber
sprenkeln und für etwa 18 Minuten
in einem 200° C heißen Ofen
backen. Mit Butter oder Clotted
Cream und Marmelade genießen.

45

TEMPELHO F ER F ELD E N T DECKEN

E NTD ECK EN TEMPELHO FE R FE L D

Korrekt grillen
Das Tempelhofer Feld ist Berlins womöglich schönster Ort für Barbequefans –
ob nun ambitionierter Grillmeister mit Edelfleisch auf dem Rost oder spontan
verabredeter Freundeskreis. Mit unseren 11 Tipps klappt es garantiert auch
dann mit dem Nachbarn, wenn es auf der Wiese mal etwas voller wird. Nur
einer darf nicht mit: Gasgrills sind nicht erlaubt.

6

Keine Footprints hinterlassen –
das ist auch beim Grillen ökologisch korrekt. Der fabrizierte
Müll gehört in mitgebrachte (!) Müllsäcke und/oder in die Mülltonnen, die regelmäßig geleert werden. Für die heiße
Asche stehen Metalltonnen bereit.

1

Jede Menge Grün: Drei Grillbereiche – in
der Nähe der Eingänge Tempelhofer Damm,
Oderstraße und Columbiadamm – gibt es
und damit soviel Platz wie auf sechs Fußballfeldern.
So findet jeder Grillfreund seinen Lieblingsgrillplatz,
ohne „wildes“ Grillen im Abseits.

TEXT MANUELA BLISSE

2

Auch wenn der Rasen einiges
aushält, irgendwann kapituliert er. So bei Einweggrills,
die direkt auf den Boden gestellt werden, sie versengen das Gras. Gut für
den Rücken des Grillmeisters ist das
ewige Bücken auch nicht. Alles gut:
ab 25 Zentimetern Grill-Beinlänge.
Wichtig: Gasgrills sind nicht gestattet!

7

Helene Fischer versus Shakira – derlei musikalische Duelle sind nicht zu
gewinnen. Auch nicht, wenn man die
Lautstärke aufdreht. Backgroundmusik heißt
das Zauberwort. Nicht zu laut, damit es die
Nachbarn nicht stört. Für die Nachbarn gilt
übrigens das gleiche.

8

Transport-Universal-Waffe Plastiktüte? Bitte nicht. Wozu wurde der
Picknickkorb erfunden? Sieht viel
hübscher aus und weist auch gleich den
Kenner eines stilvollen Grill-Picknicks aus.
Körbe kann man auch ausleihen, sogar
mit Leckereien gefüllt (vor Ort bei Picnic
Berlin, Eingang Oderstraße).

9

Auch bei Teller, Besteck,
Gläsern geht es plastiklos.
Designfans investieren in
wieder einsetzbare schmucke Kunststoffware, die auch – Stichwort
„unkaputtbar“ – ideal für Kinder
ist. Romantiker setzen auf Porzellan
und Glasware, Umweltfreunde auf
kompostierbares Einweggeschirr.

3

Hau den Lukas, das passt
auf dem Rummel. Die GrillEntourage wie Sonnenschutzzelte mit Heringen in den Boden zu
rammen, ist wegen möglicher Kampfmittel ein Tabu. Besser, Zelt und Co.
beschweren, das erleichtert auch den
Abbau des Grillzaubers.

46

Illustration: Franziska Schriefer

4

Nicht nur ungefährlich, im
Gegensatz zu flüssigem Spiritus, sondern auch viel handlicher sind kleine, feste Grillanzünder.
Damit bekommen auch Grill-Novizen
ein hübsches Feuerchen zustande.
Tipp: Zusätzlich einen Anzündkamin
verwenden.

5

Auf Wassersportler-Tricks ist Verlass.
Feuchter Finger in die Höh´, schon merkt
man, woher der Wind weht. Sind entsprechend windabgewandt Grill und Grillgäste
platziert, sitzen letztere nicht im Qualm.

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

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Ein Hoch auf die Picknickdecke,
deren beschichtete Unterseite keine
Feuchtigkeit durchlässt – und nicht
den Rasen ramponiert, wie es etwa Campingstühle tun. Mit dem richtigen Design
setzt sie ganz nebenbei noch Farbtupfer
aufs Grün.

DR AUSSEN

DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

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Kalte Getränke? Immer wieder zur
Tankstelle, um das nächste kalte
Sixpack zu besorgen, das trübt
die Stimmung (für Softdrinks gibt es Versorgungsstationen auf dem Gelände). Besser in
die gute, alte Kühltasche investieren. Oder
fertige Eiswürfel, in Styropor 24 Stunden
haltbar, im Eiswürfel-Fachgeschäft kaufen.

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B RITZ ER G A RTEN E N T DECKEN

E NTD ECK EN BRITZER G ART E N

GEW IN N SPIEL
Wie gut kennen Sie sich mit Stadtnatur und Ökologie aus?
Testen Sie Ihr Wissen mit unserem Quiz und gewinnen Sie mit
etwas Glück einen tollen „grünen“ Preis: Wir verlosen
4 x 1 Jahreskarte für die Parks der Grün Berlin GmbH und
2 x das Buch „Gärten der Welt und Kienbergpark“.

Das weiße Kaninchen
im Britzer Garten

1. Welche Berliner Parkanlage war als „Weltweites Projekt“
der EXPO 2000 anerkannt?

94,3 rs2 Morgenmoderatorin Gerlinde Jänicke ist eine der bekanntesten
Radiostimmen der Stadt und ein echtes Berliner Unikat. Gerade erst
wurde sie beim Deutschen Radiopreis von der Grimme Jury als beste
Moderatorin Deutschlands ausgezeichnet. In ihrer wöchentlichen Kolumne
für QIEZ.de, und jetzt auch in DRAUSSEN, verrät die Ur-Berlinerin
exklusiv ihre persönlichen Lieblingsorte

a) Natur-Park-Schöneberger Südgelände
b) Volkspark Hasenheide
c) Grunewald
2. Aus welchem Land stammt der Architekt des Umweltbildungszentrums im Britzer Garten?
a) Brasilien
b) Japan
c) Österreich
Moderatorin Gerlinde Jänicke

verklebt einparke und erstmal tief
Luft hole.
Meine Lieblings-Anika und beste
Assistentin der Welt ist schon längst
vorgelaufen und wartet an den Britzer Seeterrassen auf mich. Die sollen
jetzt noch schöner sein als vorher,
aber ich kenne vorher ja nicht. Neueröffnung nach einem Jahr Umbau.
Eine blühende Oase der Stille.
In der Sekunde, als ich den Park betrete, weiß ich, hier könnte das weiße
Kaninchen sich aufhalten. Geradezu bestechend schön ist die Anlage.
Es fällt mir schwer, hier nicht alle
schlechte Laune sofort an der Kasse
abzugeben. Strahlend bunte Tulpen,
sich wiegende Weiden, das grünste
Gras, das mich vermuten lässt, ich
hätte schon von dem Pilz der Raupe
gegessen, die Alice auf ihrer Zauberreise trifft. Ich finde die Seeterrassen
sofort, Ani wartet schon und hat zwei
große Aperol Spritz bestellt. Wir sitzen direkt am idyllischen See und
werden freundlich und schnell bedient. Es gibt Spargel! Wir teilen uns
einen Spargelsalat, danach gibt es für
Ani Spargel mit Rührei, für mich mit
Lachs.

Es ist unglaublich ruhig. Mütter mit
Kinderwagen sehen wir. Und diesen
lustigen Schwan, der nicht sehr menschenscheu zu sein scheint und jeden
anbettelt, der so aussieht, als wäre
die Hosentasche groß genug, um ein
Stück Brot in ihr zu verstecken. Von
Weitem schaue ich auf das Café am
See und mag, dass die Gäste es als
Maulwurfhügel bezeichnen. Architektonisch wirklich gelungen, und
ich habe nicht mal ein Auge dafür. Eigentlich. Aber nichts stört das Auge.
Alles fügt sich organisch zusammen.
Hier möchte man die Zeit vergessen
Und ich habe noch nie in meinem
Leben so viele Tulpen gesehen! Für
unseren Ausflug habe ich knapp
zwei Stunden eingeplant. Schade. Ich
habe doch das weiße Kaninchen noch
nicht gefunden. Und mir noch nicht
ausgesucht, welches klassische Konzert ich hier besuchen will. Ich habe
nicht lange genug am Ufer gesessen
und aufs Wasser gestarrt. Noch nicht
den hausgemachten Kuchen auf der
sonnigen Seeterrasse probiert. Mich
noch nicht an ein Löwenmäulchen
gekuschelt, um zu hören, ob Blumen
wirklich sprechen können. Ich muss

das alles nachholen. Berlin ist so wunderbar. Und der Britzer Garten eine
tolle Möglichkeit, zu lustwandeln
und zwischendurch toll zu essen.
Ich fahre nach Hause und bin wesentlich entspannter als vorher. Und
beseelter, weil ich so verknallt bin in
meine wunderschöne Stadt, die mich
an allen Ecken immer wieder überrascht. Und dieses weiße Kaninchen
sitzt da jetzt irgendwo und wischt
sich gehetzt die Stirn. Vielleicht will
es ja noch gar nicht so schnell gefunden werden ...

Foto: 94,3 rs2 / Illustration: Franziska Schriefer

S

eit ich ein kleines Kind
bin, suche ich das weiße
Kaninchen. Alice im Wunderland hat es gesehen, gejagt und
fiel schließlich in ein tiefes Loch, das
sie in eine wunderbare Welt führte. Über das weiße Kaninchen weiß
ich, dass es wenig Zeit hat und sich
an wunderbaren, magischen Orten aufhält. Ich vermute es also sofort im Britzer Garten. Obwohl ich
Berlinerin bin, war ich hier noch nie,
und will es ehrlich gesagt heute auch
gar nicht sein, als ich einparke und
stöhne.
Der Tag was bis jetzt nicht wirklich
mein Freund. Ich hatte viele unangenehme Termine, dazu eine Morgensendung, mein Haar ist noch zerzauster als sonst und mein Make-up klebt
und glänzt so, dass ich Jared Leto als
neuem Joker Konkurrenz machen
könnte. Außerdem darf der Hund
nicht mit rein. Ohne meinen Hund
ist es so, als würde man mir meinen
Arm oder mein Ohr verbieten. Hund
also vorher zu den Nachbarn gebracht. In den Britzer Garten gehetzt.
Eingeparkt. Und schon bin ich wieder
an der Stelle, an der ich genervt und

3. In welcher unserer Parkanlagen entstand der erste
Naturerfahrungsraum Berlins als Pilotprojekt im Rahmen
einer Bürgerberteilung?
a) Tempelhofer Feld
b) Park am Gleisdreieck
c) Britzer Garten
4. Wie heißen die Bodenbrüter, die ihre Nester
in selbstgescharrten Mulden im Gras auf dem
Tempelhofer Feld verstecken?
a) Papageientaucher
b) Rebhuhn
c) Feldlerche
5. Wie groß ist die Parkfläche insgesamt, mit den erweiterten
gärtnerischen Attraktionen, in den Gärten der Welt?
a) 4,3 Hektar
b) 43 Hektar
c) 430 Hektar
6. Wie heißt die neue Parklandschaft entlang des Wuhletals?

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Sangerhauser Weg 1, Neukölln/Britz. Geöffnet
tägl. ab 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit,
Kassenschluss 20 Uhr. Parkeintritt: 2 € (zu
den Sonderschauen ab ca. Mitte April-Juni
sowie Aug-Okt: 3 €), Kinder (6-14 J.) und
Schwerbehinderte 1 € (Sonderschauen: 1,50
€). Info: Tel. 70 09 06 80, info@britzer-garten.
de, www.britzer-garten.de

a) Kienspanpark
b) Kienbergpark
c) Wuhlepark
Schicken Sie Ihre Antworten bis zum 15. Juni 2018 an
gewinnen@gruen-berlin.de oder per Postkarte an
Grün Berlin GmbH, Columbiadamm 10, Turm 7, 12101 Berlin
(Absender nicht vergessen!). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grün Berlin Gruppe dürfen leider nicht teilnehmen.

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DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

E NTD ECKEN AUS BLICK

Worauf ich
mich freue

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@nestl

Fotos: Grün Berlin GmbH

Hier geben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grün Berlin GmbH
einen Ausblick auf kommende Highlights in den Parkanlagen.
Dieses Mal: Gabriele Kleuvers, Senior Parkmanagerin im Britzer Garten.
Sie freut sich auf die großen Blumenschauen.

G ÖN N DI R
EINE
ZEIT!

EIS

Jedes Jahr im Spätsommer entfachen rund 8.000 Dahlien in 280 vielfältigen Sorten ein Blütenfeuerwerk im Britzer Garten

D

rei große blühende Sonderschauen finden jedes
Jahr im Britzer Garten statt: „TULIPAN im Britzer
Garten“ im Frühling, Zauberblüten im Rhododendronhain im Frühsommer und zum Ausklang das Dahlienfeuer ab Mitte August. Ich finde jede unserer Schauen auf
ihre Weise wunderschön. Ganz besonders freue ich mich
aber auf die Tulpenblüte, einfach weil dann zum ersten Mal
im Jahr wieder etwas massenweise und in vielen Farben
und Formen blüht. Rund 2.300 Quadratmeter Fläche werden von unseren Gärtnern jeden Herbst mit hunderttausenden Tulpenzwiebeln bepflanzt. Ich liebe auch den Kontrast zwischen den streng geometrisch bepflanzten Beeten
und den Wiesenbereichen, in denen die Tulpen wie bunte
Tupfer sitzen. Zur gleichen Zeit blühen die Zierkirschen,
die sich im selben Teil des Parks befinden. So spaziert man
wirklich durch ein Blütenmeer: oben weiß, unten bunt.
In diesem Jahr gelten während der Sonderschauen erstmals erweiterte Öffnungszeiten! Schon ab 7 Uhr können
Besucher an eigens aufgestellten Automaten eine Eintrittskarte lösen, beziehungsweise mit ihrer Jahreskarte einfach

durchs Drehkreuz gehen. Und zwar jeweils durch den
Eingang, der sich am nächsten zur jeweiligen Sonderschau
befindet: Zur „TULIPAN im Britzer Garten“ ist das der Eingang Massiner Weg, zur Rhododendronschau der Eingang
­Buckower Damm und zur Dahlienblüte der Eingang Mohriner Allee. Die Automaten sind übrigens nur als ergänzendes
Angebot gedacht, sie werden nicht unsere Mitarbeiter an
den Kassenhäuschen ersetzen! Auch am Abend verlängern
sich die Zugangszeiten im Sommer bis maximal 22 Uhr. Die
Gastronomen im Britzer Garten sind darauf eingestellt und
werden je nach Besucherandrang länger geöffnet haben.

i
Abhängig von der Witterung, beginnt die Tulpenblüte Mitte/Ende April,
es folgen die Zauberblüten im Rhododendronhain ab Anfang/Mitte Mai
und schließlich das Dahlienfeuer ab Mitte/Ende August bis zum ersten
Frost. Der Eintritt in den Britzer Garten kostet während der Sonderschauen
3 €, ermäßigt 1,50 €, Jahreskarteninhaber haben freien Eintritt. Geöffnet
tägl. ab 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit. www.britzer-garten.de
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DAS M AGA ZIN VO N GRÜ N BERLIN

DR AUSSEN

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International group used under license.

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Gärt
Berlin

64 Kabinen, sechs Stück davon ausgestattet
mit Glasfußboden, bieten einen spektakulären
Blick auf die Gärten der Welt sowie bis ins
Stadtzentrum von Berlin. Die Seilbahn verkehrt
auf einer Gesamtlänge von 1,5 Kilometern
und verbindet als urbanes Verkehrsmittel die
beiden Stadtteile Marzahn und Hellersdorf. In
nächster Nähe zur U-Bahnstation Kienberg
(Gärten der Welt) gelegen, bringt die Seilbahn
Sie in nur fünf Minuten barrierefrei zu den
„Gärten der Welt“. Worauf warten Sie noch?

www.seilbahn.berlin
        
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