In der Morgendämmerung riB sich Henry von
seiner verzweifelnden Familie los; Herr von
Schlotheim erbot sich, ihn zu begleiten und zu
beschützen, und küßte ritterlich der dadurch
etwas getrösteten Frau und auch der weinenden
Minette die Hand.
Die Zurückbleibenden verlebten traurige
Tage; die Franzosen strömten in die Stadt;
Damen wagten sich nicht allein auf die Straße,
alle Kirchen wurden für die Soldaten mit Beschlag
belegt, die Pastoren predigten umschichtig
in dem ,,Temple‘““ auf dem Gensdarmen-Markt.
Am 27, Oktober hielt Napoléon einen glänzenden
Einzug durch das Brandenburger Tor,
am Tage darauf empfing er die Spitzen der Behôrden
und der Geistlichkeit. Der alte Erman
hatte die Anrede übernommen. Er trat vor und
begann mit den unvergeßlichen Worten:
„Sire! Je ne serais pas digne de l’Habit que
je porte, de la Parole, qui j’énonce, et du Roi,
que je sers, si je ne voyais qu’avec la plus profonde
douleur Votre Majesté en ces lieux.‘‘
Wahrlich, so war der Sieger der Welt wohl
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