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Spiegel, liest meine Visitenkarten und ruft: „ich hab'
auch sehr viele!“ — „So?“ erwiederte ich, und laͤchle
wie ein melancholischer Stiegliiz. Nun nimmt Herr
Eyerweiß meine Uhr in die Hand: „ach, eine schoͤne
Uhr, eine Cylinder? ich habe die meinige jetzt beim
Uhrmacher!“ — „So?“ erwiedere ich und fahre fort
zu lächeln, daß mir die Haut schaudert. „Ach, was
haben Sie hier fuͤr Portraits?“ ruft nun Herr Eyer⸗
weiß aus und stöbert unter mehreren Bildnissen
auf dem Spiegeltische herum. „Ist das Ihre Ge—
liebte? Ihre Schwester? Eine Schauspielerin?
Eine Saͤngerin? Eine Taͤnzerin? Ist fie hier? in
Berlin? in Pesth?“ Ich laͤchle mit Grazie immer
fort, aber mein innerstes Eingeweide brennt schon
vor Grimm. „O!“ eyerweißt er weiter fort, ich
habe auch mehrere Portraits! o“ — „So?“ srage
ich gedehnt, und indessen hat sich Herr Eyerweiß
schon meines Perspektives bemaͤchtigt: „ach, ist das
ein Pariser? ein Londoner? sehen Sie gut darauf?“
„So, so!“ sage ich, und schon hat Herr Eyerweiß
mein Petschaft in seinen Krallen: „Haben Sie das
Siegel hier stechen lassen? druckt e sich gut ab?
Ich habe auch ein aͤhnliches, aber auf Staͤhl.“