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Volume No. 26 (726-771), 1928/09/28

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1928 (Public Domain)

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187. Dringlichkcitsantrag. 
Ter Gesamtverband der Deutschen Metallindustriellen kündigt zum 
22. Februar eine General-Aussperrung der gesamten Metallarbeiterschaft 
Deutschlands au, uni damit den Kampf gegen die Mitteldeutschen Metäll- 
arbeiter abzuwürgen. Bon dieser Aussperrung würden in Berlin allein 
ungefähr 250 000 Metallarbeiter betroffen und damit ungeheueres 
Massenelend über einen großen Teil der Berliner Arbeiterschaft ge 
bracht werden. 
Die Stadtverordnetenversammlung wolle daher beschließen: 
1. Die Stadtverordnetenversammlung bringt dem Kampf der inittel- 
deutschcn Metallarbeiter die vollste Sympathie entgegen und er 
sucht den Magistrat, dein zentralen Streikkomitee der mittel 
deutschen Metallarbeiter einen erstmaligen Betrag von 300 000 Ml 
zur Unterstützung der Streikenden zu übermitteln. 
2. Die Stadtverordnetenversammlung ersucht ferner den Magistrat, 
sofort alle Vorbereitungen für die angekündigte General-Aus 
sperrung der Berliner Metallarbeiter zu treffen, um eine äus- 
reichende Unterstützung der Ausgesperrten und ihrer Angehörigen 
sicherzustellen. 
Berlin, den 16. Februar 1928. 
Otto Gabel, Wisnewski 
und die übrigen Mitglieder der Kvmniunistischen Fraktion. 
8t. V. 28. — 8. XVIII. 2. 
188. Antrag. 
Der Prozeß Krantz hat einen tiefen Einblick in die innere N v t 
der Berliner I u g eu d auf geschlechtlichem Gebiet ge- 
tvährt. Ohne die Gesamtschuld der bürgerlichen Gesell- 
s ch a f t an diesen Zuständen abzuschwächen und die Tatsache ver 
schleiern zu wollen, daß erst in einer sozialistischen Wirtschafts- und Ge 
sellschaftsordnung auch das Geschlechtsleben der Jugend völlig gesunde 
Formen annehmen wird, so kann die verantwortliche Körperschaft der 
Stadt Berlin doch nicht daran vorübergehen, daß sich erneut ein völ 
liges Versagen der Schulen gegenüber diesen Jugendnöten 
gezeigt hat. 
Die Stadtverordnetenversammlung beschließt daher: 
1. Ter Magistrat wird ersucht, dahin zu wirken, daß die gemein 
same Erziehung und der gemeinsame II n t erricht 
von Knaben und Mädchen in den städtischen Unterrichts- und 
Erziehungsanstalten planmäßig durchgeführt wird. Die Schul 
verwaltung soll in Kürze den städtischen Körperschaften dahin 
zielende Vorschläge über die zunächst zu ergreifenden Maßnahinen 
unterbreiten. 
2. In allen Schulen lvird vom ersten Schuljahre ab ein besonderer 
wöchentlicher obligatorischer Unterricht in Hygiene ein 
geführt, in diesem Unterricht soll eirie fortlaufende Belehrung 
über alle Fragen des Geschlechtslebens stattfinden. Dieser 
Unterricht soll von geeigneten Lehrern, Aerzten und sonstigen in 
der Jugendpflege und Jugendbewegung erfahrenen Personen er 
teilt werden. 
3. Um die Lehrerschaft in großcni Umfange zu dieser Aufgabe und 
zur verständnisvollen Behandlung des jugendlichen Geschlechts 
lebens überhaupt zu befähigen, werden entsprechende Kurse für 
Lehrer und Lehrerinnen aller Schulgattungen 
eingerichtet. 
1. In alle Lehrer- und Schülerbibliotheken wird geeignete Literatur, 
die die unter 1 bis 3 geforderten Maßnahmen unterstützt und 
ergänzt, eingestellt. 
Otto Gäbe!, Hoffmann-Gwinner u. Gen. 
Berlin, den 16. Februar 1928. 
8t. V. 28. — 8. IX. I. 
189. Anfrage. 
Die Canada Land Conipany, als Besitzerin des Grundstückes Bellevue 
straße 1, behauptet in einer Zuschrift an das „Berliner Tageblatt" vom 
19. Januar 1928 niit besonderem Nachdruck, daß der Tauschvertrag be 
treffend Bellevuestraße Nr. 1 und 2 „der Anregung des Magistrats seine 
Entstehung verdankt".
	        
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