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Volume No. 31 (577-632), 1907/06/22

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1907 (Public Domain)

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81. Neubau der Gemeindedoppelschule an der Nötiger- 
straße 32000.0V Jt, 
32. Neubau der Turnhalle an der Sleinstraße . . 90,so - 
33. Erweiterungsbau der Kochküche für das städtische 
Obdach an der Fröbelstraße 4 129,n ■ 
34. Neubau der Gemeindedoppelschule an der Haus- 
burgstraße 20 61861,12 - 
35. Neubau der Gemeindedoppelschule an der 
Pasteurstraße 5 1 777,02 - 
36. Neubau der Gemeindedoppelschule an der Pappel- 
allee 41 42 3 000,ov - 
37. Neubau des Andreas-Realgymnasiums in der 
Koppenstratze 75/76 rund ■. . 30 700,00 - 
38. Neubau der Heimstätte in Buch rund. . . . 60 000,00 
zusammen 647 219,70 Jt, 
Berlin, den 14. Juni 1907. 
Magistrat hiesiger Künigl. Haupt- und Residenzstadt. 
Kirschner. 
3« 586. 
Betrifft Bericht über den Stand der Baufvnds für 52 
städtische Neubauten. 
Im Dezember 1904 hatte der Magistrat der Stadtverordneten 
versammlung eine Vorlage — Nr. 15 (J.-Nr. 600 B. I. 03) — be 
treffend den Stand der Baufonds bei 41 städtischen Neubauten unter 
breitet, welcher ein Bericht der Hochbauverwaltung zugrunde gelegt 
worden war. In diesem Bericht war unter Bezugnahme auf frühere 
Verhandlungen innerhalb der städtischen Behörden über die Kosten 
städtischer Bauausführungen einleitend ausgeführt worden, daß die 
Bauverwaltung fortlaufend bestrebt sei, nach Möglichkeit zuverlässige 
Prüfungen des Standes der einzelnen Baufonds vorzunehmen. So 
ist sie auch jetzt wiederum in der Lage, bei einer Reihe von 52 Bau 
ausführungen festzustellen, wieweit Mehrkosten oder Minderkosten 
entstanden oder zu erwarten sind. 
In Frage kommen hierbei 30 Bauanlagen, deren Abrechnung 
bereits vorliegt, 15 Bauanlagen, bei denen die Schlußrechnungslegung 
demnächst zu erwarten ist und 7 Bauanlagen, welche sich noch in 
der Ausführung befinden. Als das Gesamtergebnis der getroffenen 
Feststellungen darf — vorbehaltlich der genauen Rechnungslegung 
bei den Bauabschlußarbeiten — im voraus bemerkt werden, daß bei 
den 52 Bauanlagen, für welche insgesamt 18 932 900,4« Jt bewilligt 
worden waren, Mehrkosten von zusammen 333 610,s? M, das sind 
1,76 pCt. dieses Gesamtbetrages sich ergaben, denen an Minderkosten 
fast das Doppelte, nämlich 647 219,70 Jt, oder 8,42 pCt. der bewilligten 
Mittel gegenüberstehen. 
Die Bauverwaltung hatte in den oben angezogenen Bcrichl in 
ausführlichen Darlegungen auf die Umstände hingewiesen, welche 
trotz sachgemäßer und den jeweiligen BaumarktSpreiseu entsprechender 
Veranschlagung die Kosten der Bauausführung durch besondere Ver 
hältnisse nach oben oder nach unten hin zu beeinflussen vermögen, 
und so sei es gestattet, auf diese Darlegungen hinzuweisen, weil sie 
in ihren Grundzügen auch für den vorliegenden Bericht zutreffen. 
A) An den Mehrkosten von zusammen 383 610,»7 Jt sind die 
weiter unten genannten Bauten wie angegeben beteiligt. Dabei sollen 
bei der Begründung der Mehrkosten, wie in dem angezogenen Vorgang 
bereits geschehen, zur besseren Uebersichtlichkeit und zur Vermeidung 
großer Zahlenreihen auch jetzt ivieder in erster Reihe diejenigen Kosten 
besonders berücksichtigt werden, welche aus Mehrausführungen oder 
unvorherzusehenden Verhältnissen entstanden sind. In zweiter Reihe 
kommen hiernach diejenigen Kosten in Betracht, welche aus Preis- 
steigerungen und dann mit solchen Beträgen auftreten, daß ein Aus 
gleich durch Minderkosten an anderen Teilen der Bauausführung 
nicht möglich gewesen ist. 
1. Der Neubau der 11. Handwerkerschule. 
Die städtischen Behörden hatten für diesen in 2 Bauperioden 
ausgeführten und demnach in den beiden Teilen einzeln in Benutzung 
genommenen Neubau einschließlich der bereits erfolgten Nachbe- 
willigungen für das Inventar und für weiicre einzelnen Bauarbeiten 
zusammen 857 472,53 Jt zur Verfügung gestellt. Nach Beendigung 
der Bauabschlußarbeiten und nach endgültiger Feststellung aller Aus- 
führungsmaffen ergibt sich noch ein offener Betrag von 5 389,4« Jt, 
der sich einmal aus kleineren Einzelbeträgen für Mehrleistungen bei 
verschiedenen Titeln lind zu zweit aus besonderen Aufwendungen zu 
sammensetzt, welche für die Ergänzung des Inventars und im be 
sonderen für aus feuersicherheitstechnischen Gründen notwendig ge 
wordene Maßnahmen zum sicheren und die Bausubstanz nicht 
gefährdenden Betrieb der projektgemäß ausgeführten kleinen Lehr- 
tonbrennerei als notwendig sich erwiesen haben. 
2. Der Neubau der Gemeindeschule am Koppenplatz. 
Bewilligt waren 410210 JC. 
Die Gesamtmehrkosten belaufen sich auf 29 502,ss je. Hier 
fanden sich bei den Russchachtungsarbeiten zahlreiche alte Fundamente 
vor, deren Beseitigung an sich unverhältnismäßig hohe Kosten erforderte 
und dabei wesentliche Mehrtiefen für die Fundamente des Neubaues 
sowie eine kostspielige Absteifung und Unterfahrung der Nachbargiebel 
zur Folge hatten. Weitere Mehrkosten ergaben sich durch die von 
der Baupolizei verlangte rauch- und feuersichere Abschließung der 
Treppenhäuser in allen Geschossen. 
Außerdem entstanden wesentliche Mehrausgaben bei der Aus- 
führung der Jnstallationsarbeiten für die Heizung und Lüftung und 
zwar infolge der außergewöhnlich hohen Preissteigerungen für die 
Metallmaterialien. 
3. Der Neubau des Waisenhauses an der Alten Jakobstraße, 
I. Bauteil. 
Bewilligt waren 822 550 Jt. 
Der erste Bauteil ist bereits in Benutzung. (Nach Abbruch der 
alten Anstalt wird zur Zeit der II. Bauteil ausgeführt.) 
Es haben sich Mehrkosten von rund 16100 Jt ergeben. Hier 
sind baupolizeilicherseits ebenso wie bei Nr. 2, Schule am Koppen 
platz, besondere Anforderungen an den rauch- und feuersicheren Ab- 
schluß der Treppenhäuser gestellt worden. 
Weitere größere Aufwendungen waren für die Austrocknung 
des Gebäudes während der Frostperiode und für einen Mehrbedarf 
an Konstruktionseisen erforderlich. 
Im besonderen aber hat bei den Submissionen für Maurer-, 
Zimmerer, und Schlosserarbeiten sowie für die Beleuchtungsanlagen 
und die Terrainregulierung die Preissteigerung auf dem Banmarkt 
zu höheren Angeboten geführt. 
Schließlich entstanden durch zahlreiche provisorische Arbeiten 
infolge Einrichtung des I. Bauteils für den gesamten Waisenhaus- 
betrieb größere Ausgaben als bei der Aufstellung des Kostenanschlages 
angenommen wurden. 
4. Die Zentraldispensieranstalt in Buch. 
Bewilligt waren 119 300 Jt. 
Mehrkosten haben sich in Höhe von 28 000 Jt ergeben. Diese 
sind einmal auf besonders umfangreiche Erdarbeiten zurückzuführen, 
welche erforderlich wurden, weil der unterirdische Ruudstraug von 
der Betriebszeutrale nach den, im Bau befindlichen Hospital in 
Buch das Grundstück und das Gebäude der Zentraldispensieranstalt 
kreuzt und weil die Ordinalen des Gebäudes wie des Geländes 
nach den Ordinalen dieses Rundstranges abgestimmt werden mußten. 
Dieser Rundstrang selbst ist wieder in seiner Höhenlage abhängig 
von den Gefällverhältniffen in dem Gesamtterrain, das er bestreicht 
und in den Rundstrangleilungen die er aufnimmt. Zu zweit mußte 
dieser Rundstrang zum Hospital, welcher die sämtlichen Haupt 
leitungen zu dieser Bauanlage aufnimmt, und an den auch die 
Dispensieranstalt angeschlossen ist, an Baumasse und Leitungen dem 
Bedarf beider Anstalten entsprechende Abmessungen erhalten. Die 
Mehrleistungen hierfür sowie für die zugehörigen Kanaleingänge und 
die Kompensatoren usw. ließen sich in ihrer Wertbemessung auf die 
Dispensieranstalt und auf das Hospital Buch nicht zuverlässig ver- 
teilen, so daß es zur Vereinfachung der Verrechnung zweckmäßig 
erschien, die gesamten Rundkanalkosten einschließlich der Leitungen in 
der bezüglichen Strecke aus das Konto der Zentraldispensieranstalt 
zu übernehmen. Dementsprechend scheiden die Kosten der qu. Rund- 
kanalstrecke für das Hospital in Buch aus. 
Des weiteren sind dein, qu. Neubau Mehrkosten infolge der 
Preissteigerungen auf dem Baumarkt durch höhere Submissions 
ergebnisse entstanden, die sich fast auf alle Anschlagstitel verteilen, 
in besonderen aber wieder bei denjenigen Leistungen hervortreten, 
bei welchen Metallliefcrungen an Trägern, Röhren usw. in Frage 
kommen. 
Schließlich haben sich die Preissteigerungen auch bei der inneren 
Einrichtung dieser Anstalt geltend geniacht. 
5. Die Erweiterung der Betriebseinrichtung der Waschanstalt 
in Rummelsburg. 
Hierfür waren 27 760 Jt veranschlagt worden. Verausgabt 
wurden 36 328,62 Jt. Die Mehrkosten von 8 568,62 Jt dürfen, wie 
folgt, begründet werden: 
Bei den Umbanarbeiten hatte sich nach Aufnahme der Decken und 
Fußböden usw. herausgestellt, daß ein Teil der alten Bausubstanz' 
für die Aufnahme der schweren Belastungen durch die Erweiterung 
der maschinellen Anlagen nicht mehr tragfähig genug war und be 
sondere Verstärkungen erforderte. 
Auch zeigte sich bei der Demontage der zu erweiternden 
Maschinenbetriebe, daß die vorhandene Waschmaschine sowie die 
alten Rientenscheiben einer gründlichen Ausbesserung bedürftig waren. 
Im besonderen aber sollte der Wäschereibetrieb der Anstalt während 
des Umbaues und der Erweiterung nicht unterbrochen werden, so daß 
die Arbeiten nur stückweise und imnier wieder mit provisorischen 
Maßnahmen ausgeführt werden konnten. 
Hierbei waren besondere Mehrkosten nicht wohl zu vermeiden. 
Demgegenüber sind nach Aussage der zuständigen Anstalts 
verwaltung infolge der Aufrechthaltung des Betriebes Unkosten für 
anderweitiges Waschen der Wäsche in Höhe von schätzungsweise 
20000 Jt vermieden worden, wobei zu bemerken ist, daß die Wasch-
	        
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