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Volume No. 30 (480-504), 24. Mai 1902

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1902 (Public Domain)

Seitens der Bau-Deputation I: 
Stadtverordneter Alt. 
Seitens der Direktion der Anstalt: 
Hauskurator Hauer, 
Gcheimrath Dr. Sander, 
Dr. Werner, 
Oberinspektor Colas. 
Seitens der Bau-Verwaltung: 
Stadt-Baumeister Knopfs, 
Goerick als Bauleitender. 
Es liegen zum Terniine aus: 
1. die genehmigten Projektzeichnungen nebst Kostenanschlag. 
2. der Bauerlaubnißschein, 
3. der Rohbauabnahmeschein, 
4. der Gebrauchsabnahmeschein, 
5. das Jnventarienverzeichniß. 
Behufs Abnahme des Vierfamilieuhauses auf der Kolonie der 
Irren-Anstalt bei Dalldorf war Termin auf den 22. April, Vor 
mittags 11 Uhr. anberaumt. 
An dem Termin haben die nebenbezeichneten Herren theil- 
genommen. 
Nach örtlicher Besichtigung des Neubaues und Einsicht in das 
ausliegende Rohbauabnahmeattest, das Gebrauchsabnahmeattest sowie 
in die Projektzeichnungen und den Kostenanschlag ivurde festgestellt, 
daß alle Räume sich in benutzbaren« Zustande befinden. Eine Ab- 
ivcichung der Ausführung gegen das Projekt und den Kostenanschlag 
hat nicht stattgefunden. 
Die Anlage einer Waschküche (event, im Keller) wird für noth 
wendig erachtet. 
Weiter fand sich nichts zu erinnern und wird das Gebäude von 
Herrn Stadtrath Kali sch übernommen, welcher es an Herrn Haus 
kurator Hauer übergiebt. Herr Hauer übergiebt das Gebäude an 
Herrn Geheimrath Dr. Sander. 
V. g. ii. 
gez. Kalisch. Bruns. G. Alt. Fritsch. Hauer. Ad. Goerick. 
P. Raaz Colas. Sander. Knopfs. 
482. Vorlage (J.-Nr. 647 Stftg. 02) — zur Kenntnißnahme —, 
betreffend die Verwendung der Erträge der Friedrich- 
Wilhelm Stiftung zur Förderung des deutschen Kunst 
gewerbes für das Rechnungsjahr 4901. 
Der Stadtverordneten-Versammlung übersenden wir anliegend 
Abschrift der Mittheilung der General-Verwaltung der Königlichen 
Museen vom 5. Mai d. Js., betreffend die Verwendung der Einkünfte 
der städtischen Friedrich-Wilhelm-Stiftung zur Förderung des deutschen 
Kunstgewerbes und der seitens der Stadtgemeinde am 21. November 
1892 begründeten Zusatz-Stiftung für das Rechnungsjahr 1901 zur 
Kenntnißnahme. 
Berlin, den 17. Mai 1902. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt. 
Kirschner. 
Zu Nr. 492. 
Gcneral-Verivaltung Berlin 0.2, den 5. Mai 1902. 
der Königlichen Museen. Lustgarten. 
J.-Nr. 2 119. 
Betrifft 
die städtische Friedrich Wilhelm-Stiftung. 
Dem verehelichen Magistrat erstattet die General-Vewaltimg der 
Königlichen Museen nachstehend ergebenst Bericht über die Verwendung 
der Einkünfte der städtischen Friedrich Wilhelm - Stiftung für das 
Rechnungsjahr 1901. 
Nach dem diesseitigen Bericht vom 26. April v. Js. blieben am 
Schluffe des Etatsjahres 1900 unverwendet.... 730,4g Jt. 
Dazu kommen die Zinsen pro April 1901/1902 
mit . . . • . 10 842,oo 
Es standen somit zur Verfügung 11 572,49 Jt. 
Angekauft wurden: 
1. Thürklopfer, Bronze vergoldet (P. Bischer) 5083,6« Jt, 
2. Thürklopfer, Bronze, Italien, 16. Jahrhundert, 2 400,« - 
3. 2 Meßkännchen, Silber vergoldet, 15. Jahr- 
hundert 2 000,oo - 
4. Porzellangruppe, Ludwigsburg 1200,oo - 
Summe 10683,50 Jt. 
Es verbleiben somit 
11 572,49 Jt — 10 683,50 Jt = 888,99 Jt 
als Bestand. 
Die angekauften Stücke werden in der üblichen Weise durcli ein 
gravirtes Messingschild als Erwerbung ans den Mitteln der Stiftung 
bezeichnet werden. 
Der Zinsertrag der aus Anlaß des 25 jährigen Bestehens des 
Künstgewerbc-Museums errichteten Zusaystiftung belief sich auf 535,50 Jt, 
welcher Betrag dem seit 1. November 1899 im Genuß dieses 
Stipendiums befindlichen, mit dem 31. März d. Js. ausgeschiedenen 
Bildhauer Paul Hubrich in 9 Monatsraten von je 59,50 Jt ge 
zahlt worden ist. 
Der General-Direktor. 
I. V.: gez. Mcnadier. 
An 
den Magistrat hiesiger Haupt- 
und Residenzstadt 
hier. 
49». Vorlage (J.-Nr. 1077 BII. 02) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend die Entschädigung des Eigen- 
thümers Eduard Jacobsohn für sein Grundstück 
Siegmundshof I» 14 aus Anlaß der Anrampung der 
Achenbachbrücke. 
Der Eigenthümer Eduard Jacobsohn hatte für die durch An- 
rampung der Achenbachbrücke entstandene Entwerthung seines Grund 
stückes 13/14, für Kosten des Umbaues und die durch diesen ent 
stehenden Miethsverluste den Betrag von 63 000 Jt verlangt. 
Nach längeren Verhandlungen hat Herr Jacobsohu diese Forde- 
ruug auf 15 000 Jt ermäßigt, und sich bereit erklärt, auf alle weiteren 
Ansprüche in der Sache zu verzichten. 
Die Bau-Deputation, Abtheilung II. hat beschlossen, den städtischen 
Behörden die Gewährung dieser Entschädigung von 15 000 Jt an 
Herrn Jacobsohn zu empfehlen. 
Wesentlich für diesen Beschluß war das Ergebniß der Ermitte 
lungen unserer Bau-Deputation, nach welchen die Kosten der baulichen 
Veränderungen in und vor den« Hause Siegmundshof 13/14 sich auf 
1000 Jt, und die mit 5% kapitalisirte Werthsminderung des Grund 
stücksertrages bei dem Ausfall eines jährlichen Micthsbctrages von 
etwa 680 Jt auf 13600 Jt, mithin der Schaden des Herrn Jacob- 
söhn sich im Ganzen auf 14 600 Jt berechnete, wozu, falls zur Ent 
eignung geschritten würde, selbst im günstigsten Falle immerhin noch 
einige hundert Mark an Auslagen, Kosten und Gebühren kommen 
würden. 
Im Endergebniß der Entschädigungshöhe von 14 600 Jt stimmt 
mit den Ermittelungen der Bau-Deputation auch das auf deren Ver 
anlassung erstattete Gutachten des Sachverständigen Baumeister Nauen- 
berg überein, wenn dasselbe auch die Baukosten höher, die Entwerthung 
dagegen niedriger bemißt. 
Bei dieser Lage der Sache können auch wir die Forderung des 
Herrn Jacobsohn, der für den Fall der Zahlung des von ihm ge 
forderten Betrages auf alle weiteren Ansprüche verzichtet, für eine 
angemessene erachten. 
Wir ersuchen um folgende Beschlußfassung: 
Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß 
dem Eigenthümer des Grundstücks Siegmiindshof 13/14, 
unter der Bedingung des Verzichts auf alle weiteren etwaigen 
Ansprüche für die seinem Grundstücke aus der Höherlegung 
der Straße Siegmundshof erwachsenden Nachtheile, für die 
Entschädigung seiner Miether und für die Kosten der eventuell 
erforderlichen Umbauten eine Entschädigung von 15 000 Jt 
gezahlt und dieser Betrag in Höhe von 1 000 Jt für die 
erforderlich werdenden Umbauten aus dem Brückenbau-Fonds 
unter Abtheilung D, Titel III des Kostenanschlages und in 
Höhe von 14 000 Jt für die aus der Höherlegung der Straße 
Siegmundshof dem Eigenthümer und den Miethern er 
wachsenden Nachtheile aus dem Ertraordinarium der Spezial- 
Verwaltung 36, Titel IV B I — letzteren Betrag ungeachtet 
der Ueberschreitung des Etats — verausgabt wird. 
Gleichzeitig bemerken wir, daß anläßlich der hier in Rede stehenden 
linksseitigen Anrampung der Achenbachbrücke nur noch zwei Ent 
schädigungsforderungen, darunter eine unbedeutende, schweben. 
Berlin, den 17. Mai 1902. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt. 
Kirschner. 
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