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Volume No. 52 (1146-1173), 15. Dezember 1900 Anlage: ad No. 52 (1174-1177), Vorlagen, welche den Zeitungen nicht mitgetheilt sind

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1900 (Public Domain)

ad JVs 52. 
(1174—1J77.) 
Aorlagen, 
welche den Zeitungen 
Il74. Vorlage (J.-Nr. :J 1142 V. B. 1. 00) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend die Weiterbewilligung einer 
laufenden Unterstützung. 
Wir beantragen folgende Beschlußfassung: 
Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß 
der Wittwe des ehemaligen Standesamtsschreibers Kopsch, 
Clara, geb. Busse, die ihr bewilligte laufende Unterstützung 
von jährlich 240 M vom 1. Februar 1901 ab auf weitere 
3 Jahre gezahlt werde. 
Begründung. 
Auf Grund des Beschlusses der Stadtverordueleu-VersanimLung 
vom 21. September 1899 — Protokoll Nr. 20 m — haben wir der 
Wittwe des ehemaligen Standesamtsschreibers Kopsch, Clara, geb. 
Busse, Stromstraße 56 wohnhaft, vom 1. Februar 1899 auf 2 Jahre 
eine laufende Unterstützung von jährlich 240 Jt gezahlt. 
Die Verhältnisse der Frau Kopsch haben sich seil dieser Zeit 
keineswegs gebessert, sie hat deshalb um Weiterzahlung der Unter 
stützung gebeten. Von ihrer Wohnung, für die sie jährlich 450 M 
Miethe zahlt, hat sie ein leeres Zimmer für monatlich 15 M an eine 
Pensionärin abvermiethet, so daß die von ihr zu zahlende Jahres 
miethe noch 270 M betrügt. Außer dem Zinsgenusse der ihrem Sohne 
zugefallenen Erbschaft im Betrage von 500 Ji jährlich und der ihr 
bewilligten Unterstützung von 240 JC hat sie keinerlei Einkommen. 
Der Sohn, welcher jetzt Bankbeamter ist, ist nach Angabe der Frau 
Kopsch auch jetzt nicht in der Lage, sie zu unterstützen. 
Mit Rücksicht hierauf und daß bei dem hohen Alter der Frau 
(69 Jahre) eine gewinnbringende Beschäftigung ausgeschlossen ist, 
wollen wir ihr die Unterstützung in der obengedachteu Höhe auf fernere 
3 Jahre gewähren. 
Berlin, den 26. November 1900. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt. 
Kirschner. 
117S Vorlage lJ.-Nr. 2 349 6l. B. I. 00) — zur Kenntniß- 
nahme —, betreffend die Gewährung des vollen 
Gehalts als Pension an den Stadt-Schulrath, Geheimen 
Regierungsrath Professor Dr. Bertram. 
Den Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung vom 1. No 
vember 1900 — Protokoll Nr. 33 —, betreffend die Gewährung des 
vollen Gehalts als Pension an den aus seinem Amte scheidenden 
Stadt-Schulrath, Geheimen Regiernngsrath Professor Dr. Bertram, 
sind wir bcigetreten. 
Berlin, den 9. Dezember 1900. 
Magistrat hiesiger König!. Hauvt- und Residenzstadt. 
Kirschner. 
nicht mitgetheilt sind. 
117«. Borlage (I -Nr. 2 465. Krk, 1. 00) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend die Bewilligung einer laufenden 
Unterstützung. 
Der 64 jährige, seit 25' Jahren am Krankenhause im Friedrichs- 
haiu beschäftigt gewesene Hausmaler Wilhelm Siegel ist seit einiger 
Zeit au Bleivergiftung sowie an Gelenkrheumatismus erkrankt. 
In letzter Zeit hat sich sei» Zustand derartig verschlimmert, daß 
er nach den, beigefügten ärztlichen Gutachten arbeitsunfähig ist. Seine 
Ehefrau steht bereits im 67. Lebensjahre und die gemachten Erspar 
Nisse sind für einen erkrankten, inzwischen verstorbenen Sohn und für 
Siegel selbst vollständig verbraucht worden. 
Unterhaltsfähige Verwandte sind nicht vorhanden. 
Mit. Rücksicht hierauf hat die Deputation für die städtischen 
Krankeuaustalten und die öffentliche Gesundheitspflege für Siegel 
eine laufende jährliche Unterstützung von 500 M beantragt. 
Indem wir diesem Antrage beitreten ersuchen wir um folgende 
Beschlußfassung:. 
Die Versammlung erklärt sich damii einverstanden, daß 
dem früheren Hausmaler Wilhelm Siegel, Landsberger 
Allee Nr. 1 Hof III, zunächst auf 3 Jahre eine laufende 
Unterstützung von jährlich 500 M vom i. Oktober d. Js. 
ab gezahlt werde. 
Berlin, den 29. Oktober 1900. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt. 
Kirschner. 
Geheim zu hallen! 
1177. Vorlage (J.-Nr. 4 379 V. B. 1. 00) — zur Beschluß 
saffung —, betreffend die Gewährung eines Zu 
schnsses zum Ankauf von Gemälden. 
Dem hiesigen Königlichen Museum ist eine Anzahl von Gemälden 
zuni Kauf angeboten worden, welche in ihrer Eigenartigkeit und 
künstlerischen Vollendung unerreicht sind. Die hiesige Königliche 
Museums-Verwaltung beabsichtigt den Ankauf dieser Gemälde und 
hat für denselben eine sehr beträchtliche Summe zur Verfügung 
gestellt, auch eine Anzahl Berliner Bürger hat iich bereit erklärt, 
erhebliche Mittel zu diesem Zwecke herzugeben. 
Es fehlen jedoch an der für den Erwerb dieser Kunstwerke 
erforderlichen Summe noch IM 000 M. 
Mit Rücksicht auf den außerordentlichen Werth, den der Erwerb 
dieser Kunstwerke für die Stadt Berlin hat, haben wir einem von 
Herrn Professor vr. Theodor Mommsen gestellten Antrage ent 
sprechend, beschlossen, für den Fall, daß die eingeleiteten Ankaufs- 
Verhandlungen von Erfolg sein sollten, einen Zuschuß aus städtischen 
Mitteln in dieser Höhe unter der Bedingung zu leisten, daß die 
Gemälde ihre dauernde Stätte in Berlin ffndeu. 
Die Stadtverordneten - Versammlung ersuchen wir daher nm 
folgende Beschlußfassung: 
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