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Volume No. 66 (963-979), 24. Dezember 1897 Anlage: ad No.66 (980-981), Vorlagen, welche den Zeitungen nicht mitgeteilt sind

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Ausgabe 1897 (Public Domain)

801 
ad JM 66. 
s980—981.) 
'Vorlagen, 
welche den Zeitungen nicht mitgetheilt sind. 
»80. Vorlage (J.-Nr. 3lX) k'sur. Kon. 97) zur Erklärung über 
die Wiederwahl des Raths-Maurermeisters Krebs» 
Kursürstenstraste 3, zum Raths-Maurermeister. 
Die Wahlzeit des Raths - Maurermeisters Richard Krebs, 
welcher als solcher seit dem 1. Januar 1874 thätig ist, geht am 
28. Februar k. I. zu Ende. Derselbe hat seine Thätigkeit in der 
langen Reihe von Jahren zu unserer vollen Zufriedenheit ausgeübt, 
so datz wir im Einverständniß mit der Deputation für die städtische 
Feuer-Sozietät ihn auf fernere 6 Jahre zum Raths-Maurermeister zu 
wählen beschlossen haben. 
Die Stadtverordneten - Versammlung ersuchen wir daher um 
folgende Erklärung: 
Die Versammlung erklärt sich einverstanden mit der 
Wiederwahl des Raths-Maurermeisters Krebs, Kurfürsten- 
stratze 3, auf fernere 6 Jahre, vom 1. März 1898 bis zum 
29. Februar 1904 als Raths-Maurermeister. 
Berlin, den 11. Dezember 1897. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt. 
Zelle. 
981. Vorlage (J.-Nr. 4758 8od.I.97) — zur Beschlustfassung —, 
betreffend die Zahlung der für den am 27. Oktober 
d. Js» verstorbenen Gemeindeschullehrer Oskar Rost 
entstandenen Krankheits- und Beerdigungskosten von 
zusammen 349»« Jt als Gnadenbewilligung an den 
Vater deffelben, den Gärtner Friedrich Rost in 
Löba« W./Pr. 
Der Gemeindeschullehrer Oskar Roß II. ist am 27. Oktober d. Js. 
verstorben. Derselbe war am 1. April d. Js. angestellt worden, bezog 
aber noch das Gehalt monatlich im Voraus; dasselbe betrug jährlich 
1 600 Jl und ist bis Ende Oktober d. Js. erhoben. 
Roß war seit dem Beginn der Schule nach den großen Ferien 
nicht mehr im Dienst thätig; ein anfänglich als Lungenspitzenkatarrh 
auftretendes Leiden bildete sich zur Lungen- und Darmtuberkulose 
aus, so datz Roß fast beständig an das Bett gefesselt war; er war 
während dieser Zeit bis zu seinem Tode im Hause seiner Eltern in 
Löbau in Westpreußen. Denselben sind durch die Krankheit und den 
Tod ihres Sohnes bedeutende Kosten entstanden, und der Bruder des 
Verstorbenen, der hiesige Gemeindeschullehrer Emil Roß. hat daher 
im Namen seiner Eltern gebeten, ihnen als Unterstützung zur Be 
streitung der von ihnen übernommenen Kosten das Gnadenquartal 
für den Verstorbenen zu gewähren; derselbe habe keinerlei Ersparnisse 
von seinem Gehalte machen können, die Eltern lebten selbst in sehr 
beschränkten Verhältnissen, und außerdem hätten sie nicht das übliche 
Sterbegeld von 360 Jt aus der Gemeindebeamteu-Sterbekasse er 
halten, weil der Verstorbene wegen seiner Krankheit nicht als Mitglied 
habe aufgenommen werden können. 
Die Beläge über die entstandenen Kosten sind uns eingereicht 
und von uns geprüft worden. 
Mit Rücksicht auf die vorbezeichueteu Umstände und auf tz. 23 des 
Gesetzes vom 3. März 1897, wonach das Gnadenquartal für einen 
verstorbenen Lehrer an solche Personen, welche die Kosten der letzten 
Krankheit oder der Beerdigung desselben bestritten haben, soweit ge 
zahlt werden kann, als der Nachlaß zu deren Deckung nicht ausreicht, 
wollen wir die bezüglichen erstattungsfähigen Kosten, ivelche zusammen 
349,40 Jt betragen, aus betn auf die Monate Novenibcr und Dezember 
1897 und Januar 1898 entfallenden Betrage des Gnadenquartals von 
400 M an den Vater des Verstorbenen, den Gärtner Friedrich Roß 
in Löbau in W./Pr., zahlen. 
Die Stadtverordneten - Versammlung ersuchen ivir daher um 
folgende Beschlußfassung: 
Die Stadtverordneten Versanimlung erklärt sich damit 
einverstanden, datz der Betrag der für den am 27. Oktober 
d. Js. verstorbenen Genieiudeschullehrer Oskar Roß ein- 
standenen Krankheits- und Beerdigungskosten von zusammen 
349,40 Jt an den Vater desselben, den Gärtner Friedrich 
Roß in Löbau als Gnadenbewilligung gezahlt werde. 
Berlin, den 21. Dezember 1897. 
Magistrat hiesiger Königl Haupt- und Residenzstadt. 
Zelle. 
Berlin, den 24. Dezember 1897. 
Der Stadtverordneten-Vorsteher 
Langerhans. 
Druck von W. & S. Loewenthal, Berlin.
	        
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