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Volume No. 42 (425-433, 5. Juni 1897 Anlage: ad No.42 (434-439), Vorlagen, welche den Zeitungen nicht mitgeteilt sind

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Ausgabe 1897 (Public Domain)

433 
ad JVs 42. 
(434—439.) 
Aorkagen, 
welche den Zeitungen nicht mitgetheilt find. 
434. Vorlage (J.-Nr. 1 226 6. B. 1.97) — zur Beschlußfassung 
—, betreffend die Bewilligung einer laufenden Unter 
stützung. 
Wir beantragen, zn beschließen: 
Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß 
der ehemaligen technischen Lehrerin, vcrwittweten Rektor 
Frau Rosalie Sandow geb. Schulz, vom 1. April d. Js. 
ab eine laufende Unterstützung von jährlich 150 vorläufig 
auf 2 Jahre gezahlt werde. 
Begründung. 
Frau Sandow, am 28. November 1837 in Berlin geboren, 
Jorkstraße 53IV. wohnhaft, war vom 1. April 1867 bis 1. Januar 
1878 und vom 1. Oktober 1880 bis 1. April d. Js. ununterbrochen 
an Berliner Gemeindeschulen als Handarbeitslehrerin zur vollen Zu 
friedenheit ihrer Vorgesetzten thätig. 
Ein rheumatisches Leiden, welches sich im vergangenen Winter 
zu einer wochenlang anhaltenden Lähmung steigerte, zwang sie, ihre 
Entlassung aus dem Gemeindeschnldienste zum 1. April d. Js. nach 
zusuchen. Gleichzeitig bat sie um Getvährung einer monatlichen 
Unterstützung. 
Frau Sandow hat keine weitere Einnahmequelle, als die Pension 
von 900 JC. Ihr ältester Sohn, Beamter in Skandinavien, kaun sie 
ebensowenig unterstützen als der jüngere, der hier bei der Post gegen 
2JC Tagegeld beschäftigt ist, und die 21jährige Tochter ist so stark 
bleichsüchtig, daß . sie bisher Anstellung im Telephondienst, für den sie 
ausgebildet worden ist, nicht hat finden können. 
In Anbetracht ihrer langen Dienstzeit, ihrer stets guten Führung 
und ihres hohen Alters sind wir geneigt, dem Antrage der Schul- 
Deputation entsprechend, der Frau Sandow in der oben gedachten 
Weise eine laufende Unterstützung zu gewähren. 
Berlin, den 21. Mai 1897. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt. 
Zelle. 
43». Vorlage (J.-Nr. 553 6. B. 1.97) — zur Beschlußfassung —, 
betreffend die Weiterbcrvilligung von Erziehungsgeld. 
Wir beantragen, zu beschließen: 
Die Vcrsammlnng erklärt sich damit einverstanden, daß 
der vcrwittweten Magistrats-Sekretär Witte das für ihre 
minderjährige Tochter bewilligte Erziehungsgcld von 15 JC 
monatlich vom 1. Mai 1897 ab bis zum zurückgelegten 
15. Lebensjahre derselben weiter gezahlt werde. 
B e g r ii n d u n g. 
Frau Witte, Auguste geb. Ernst, in Gr.Lichterfelde wohnhaft, 
erhält neben ihrer Wittwcnpcnsion von 825 JC aus der Pensions- 
zuschnßkasse der Genieiudcbeamten den Bewag von 120 JC jährlich. 
Außerdem haben wir ihr auf Grund des Beschlusses dcrStadtverordnetcn- 
Bersammlung vom 21. Juni 1894 — Protokoll Nr. 32 — für ihre 
am 4. Dezember 1885 geborene Tochter Anna ein monatliches Er- 
ziehungsgeld von 15 JC bis Ende April er. gezahlt. Die Verhältnisse 
der Wittwe haben sich zu ihren Gunsten nicht geändert. Sic sucht 
ihre Lage durch Vermiethcn zu bessern und hat zu diesem Zwecke in 
der Ferdinandsstraße 26 zu Gr. Lichtcrfelde eine Wohnung für 
430 JC p. a. gemiethet, von der sie 2 Zimnicr vermiethcn will, sodaß 
sie sich auf ein Zimmer und eine Küche beschränken wird. Ihr Grund 
stück hat sie vom 1. April er. ab für 550./#! p. a. verpachtet, da sie 
dasselbe noch nicht hat verkaufen können. Durch nothwendige Re- 
paramren sind ihr allein 1 000 JC Kosten entstanden, ein Ueberschuß 
aus diesem kleinen Grundstück ist nüthin vorläufig nicht zu erwarten. 
Wiederholte Erkrankungen ihrer Tochter, sowie ihre eigene Kränklichkeit 
legen der Wittwe häufig größere Gcldansgabcn auf. Das stete Augen 
leiden macht es ihr ferner unmöglich, einen Nebenerwerb aufzunehmen. 
Berlin, den 28. Mai 1897. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt. 
Zelle. 
43«. Vorlage (J.-Nr. 1 950 V. B. I. 97) — zur Kenntniß- 
nahme —, betreffend die Bewilligung einer laufenden 
Unterstützung an den früheren Standesamtsschreiber 
Wille. 
Die Stadtverordneten - Versammlung hat durch Beschluß vom 
29. April 1897 — Protokoll Nr. 27 — die Petition des ehenialigcn 
Standcsamtsschreibcrs Wille uni Gewährung einer laufenden Unter 
stützung uns zur Berücksichtigung überwiesen und sich zugleich damit 
einverstanden erklärt, daß ihm eine solche von monatlich 20 JC ge- 
währt werde. 
Wir haben diesem Beschlusse Folge gegeben, indem wir dem Ge- 
nannten die vorgeschlagene lausende Unterstützung vom 1. April d. Js. 
ab bewilligt haben. 
Berlin, den 29. Mai 1897. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt. 
Zelle. 
437. Vorlage (J.-Nr. 2 035 Erl. I.) — zur Beschlußfassung 
—, betreffend die Erhöhung einer lausendenUnterstütznng. 
Dem Schmiede-Schirrmeister Ernst Bauch, zu Schöncbcrg, 
Sedanstraßc 60III. bei Rosinski wohnhaft, welcher im 80. Lebens 
jahre steht und vom 12. Dezember 1845 bis zum 20. Mai 18945, 
also über 50 Jahre im Dienste der städtischen Gasanstalt I gewesen 
ist, hat die Deputation der städtischen Gaswerke vom l. November 1896 
ab auf ein Jahr eine laufende Unterstützung von monatlich 40 M bewilligt. 
Bauch ist nun darum cingekomnicn, diese Unterstützung zn er 
höhen, da er bei feinem Alter besonderer Pflege bedarf, und seine 
Tochter, bei welcher er wohnt, ihren bisherigen Nebenverdienst deshalb 
hat aufgeben müssen. Mit Rücksicht ans sein hohes Alter, seine lang- 
jährigen treuen Dienste und auf den Umstand, daß er nach den an- 
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