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Volume No. 60 (935-943), 23. Dezember 1893

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1893 (Public Domain)

Druck von Gebrüder Grunert, Berlin. 
«SS 
Es wurde noch folgende Resolution gefaßt: 
Die Stadtverordneten-Bersammlung ersucht den Magistrat 
in Erwägung zu ziehen, ob e8 sich nicht empfehlen würde, 
vermittelst eines gedeckten zugfreien Ganges eine direkte Ver 
bindung zwischen Schulgebäude und Turnhalle herzustellen. 
Der Druck des Prokolls ist beschlossen worden; zum Berichterstatter 
wurde der Stadtv. vr. Gerstenberg gewählt. 
v. w. o. 
Gerstenberg. Schem. 
»43. Vorlage (I. - Nr. 2 310 F. B. 93) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend die Einrichtung von Rinder 
ständen auf dem Platze zwischen Rinderhalle und 
Rinderställen auf dem Biehhofe. 
Durch unsere Verlage vom 9. Juni d. Js. über die Erbauung von 
4 Rinderställen auf dem Viehhofe — Drucksache Nr. 428 — haben wir 
der Stadtverordneten-Bersammlung bereits davon Mittheilung gemacht, 
daß der Austrieb von Rindern auf dem Viehhofe im Etatsjahre 
I. April 1892/93 gegen den der beiden vorangegangenen Jahre erheb 
lich zugenommen hat. Es wurden nämlich aufgetrieben: 
1. April 1890/91 172 709 Rinder, 
. 1891/92 174 623 
- 1892/93 184 766 - 
Im laufenden Rechnungsjahre hat der Auftrieb eine weitere 
Steigerung erfahren; denn er betrug im Halbjahr 
1893 . . . . 97 995 Rinder, 
30. September 
1892 .... 81 034 
also 1893 16 961 Rinder 
oder ca. 21 °/o mehr. 
Dazu kommt, daß durch die neue Marktregelung auf dem Viehhofe 
feit März 1893 der sogenannte Vorhandel abgeschafft ist, und in Folge 
dessen jetzt der ganze Auftrieb zum Markttage in der Verkaufshalle 
untergebracht werden muß. Dieser Auftrieb betrug z. B. am 
I I. März 1893 5 283 Rinder, 
25. - - 5 770 - 
8. April - 4 396 - 
15. - 4 860 - 
22. - - 4 927 
13. Mai - 4 614 - 
Die Rinderhalle bietet aber nur Raum für ca. 4 000 Rinder. 
Die Verwaltung ist daher mit der Unterbringung des Auftriebs 
wiederholt in Verlegenheit gerathen, zumal die Veterinärpolizei gegen 
die Aufstellung von Rindern auf dem freien Platze zwischen Rinderhalle 
und Rinderställen wegen befürchteter Jnfizirung des weichen und daher 
nicht gehörig zu reinigenden Bodens protestirt. 
Um diesen Uebclstand zu beseitigen, beabsichtigen wir dem Anttage 
des Viehhof-Kuratoriums entsprechend, jenen, in dem heiligenden Plane 
roth angelegten Platz nach Maßgabe des hiermit vorgelegten Pro- 
jeftes nebst Erläuterungsbericht mit Pflaster, Entwässerungs- und Be 
wässerungs-Anlage sowie mit Holmen versehen zu lassen. Dadurch 
würde die Aufstellung von ungefähr 1 000 Rindern auf dem Platze 
ermöglicht werden. Die Kosten der Einrichtung werden sich nach dem 
beigefügten Kostenanschläge auf 39 800 JC stellen und können aus dem 
Reservefonds des Viehmarktes bestritten werden. 
Die Stadtverordneten-Bersammlung ersuchen wir daher zu be 
schließen: 
Die Stadtverordneten - Versammlung erklärt sich damit 
einverstanden, daß der Platz zwischen Rinderhalle und Rinder 
ställen auf dem Viehhofe nach Maßgabe des vorgelegten 
Projektes für Rinderstände eingerichtet wird, und bewilligt 
hierzu aus dem Reservefonds des Viehmarktes die Summe 
von 39 800 JC. 
Berlin, den 23. Dezember 1893. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt, 
gez. Zelle. 
Zu Nr. »43. 
Erläuterungsbericht, 
betreffend Einrichtung von Rinderständen auf dem Platze 
zwischen Rinderhalle und Rinderställen auf dem Zentral- 
Viehhof. 
Das Projekt und der Kostenanschlag zur Einrichtung der Rinder 
stände sind im Auftrage des Kuratoriums vom 30. August 1893 
J.-Nr. 1 449 F. B. I. 93 aufgestellt. 
Die Rinderstände sollen auf dem ca. 217,o m langen und 18,so m 
breiten Platz zwischen der Rinderhalle und den Rinderställen errichtet 
werden, jedoch so, daß die dort vorhandene Waage und Verladungs 
rampe erhalten bleiben. 
Die Eintheilung ergiebt 27 Stände, deren Einrichtung denjenigen 
in der Rinderhalle genau entspricht, doch sollen auf Wunsch der 
Direktion nur hölzerne Stiele zu den Holmreihen verwendet werden, 
da die gußetßernen sich als nicht genügend widerstandsfähig gegen 
Stöße erwiesen haben. 
Die 10 Snele, die die l,so hohe Holmreihe tragen, sind l,ao m 
in die Erde eingegraben und mit Querstücken und Streben versehen 
und die Stiele unter sich verriegelt. 
Die Pflasterung wird durch hochkantige, gute Klinkersteine auf 
Kicsbettung hergestellt und jeder Stand in Gefälle mit 2 Kniffrtnnen 
versehen, die an einem Ende in gußeiserne Fußboden-Entwässerungen 
auslaufen. Die Entwässerung erfolgt durch 13 Gullies, von denen 
4 bereits vorhanden sind. 
Zur Reinigung der gesammten Fläche sind im ganzen 10 Schwenk 
hähne mit Schlauchgewinde im Anschluß an die vorhandene Wasser 
leitung vorgesehen. 
Die Kosten der ganzen Einrichtung betragen 39 800 JC. 
Berlin, den 20. November 1893. 
Der Stadtbauinspektor. 
Weber. 
In der nächsten Woche werden zusammentreten: 
1. am Donnerstag, den 28. Dezember 1893, Nachmittags | 
5 Uhr (im Zimmer Nr. 45): J 
2. am Freitag, den 29. Dezember 1893, Nachmittags | 
5 Uhr (im Zimmer Nr. 48): j 
der Ausschuß zur Vorberathung der Vorlage (Druck 
sache 860), betreffend die Verbreiterung der König 
straße re.) 
der Ausschuß zur Vorberathung der Vorlage (Druck 
sache 918), betreffend die Bewilligung von Zuschüssen 
an verschiedene Fachschulen für 1. April 1893/94. 
Berlin, den 23. Dezember 1893. 
Der Stadtverordneten-Vorsteher 
Langerhans.
	        
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