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Volume No. 38 (513-567), 2. September 1893 Anlage: ad No. 38 (568-589), Vorlagen, welche den Zeitungen nicht mitgetheilt sind

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1893 (Public Domain)

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von 600 JC jährlich auch fernerhin zu gewähren. Nach dem Ergebniß 
der in Folge dessen stattgehabten Recherche haben sich die Verhältnisse 
der Familie Oelkcrs bisher nicht geändert. 
Von den 4 Töchtern der Frau Oclkers befinden sich die drei 
jüngsten, welche Lehrerinnen sind, noch im Haushalte der Mutter, 
während die älteste Tochter an einen Zahnarzt verheirathet ist. 
Die jüngste Tochter Amalie ist noch Hospitantin und hat nur 
ein kleines Einkommen durch eine vorübergehende Vertretung an der 
Hcnze'scheu Schule, während das Einkommen der beiden anderen 
Töchter sich zusammen auf ca. 1 650 JC beläuft. Es wird daher der 
Wittwe sehr schwer, für die aus 4 Personen bestehende Familie den 
Unterhalt zu beschaffen. 
Die Wittwe, welche in Charlottenburg, Hardenbergstr. 24, Hof 
IV Tr. wohnt, ist jetzt 62 Jahre alt und nicht mehr erwerbsfähig. 
Berlin, den 10. Juli 1893. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt, 
gez. Zelle. 
577. Vorlage (J.-Rr. 2 747 G. B. I. 93) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend die Weiterbewilligung von 
Erziehungsgeld. 
Wir beantragen zu beschließen: 
Die Stadtverordneten - Versammlung erklärt sich damit 
einverstanden, daß das der verwittweten Gemeindeschullehrer 
Keding, Paula geb. Orth, für ihre beiden Kinder 
Charlotte und Marie bewilligte Erziehnngsgeld von je 
5 JC monatlich vom 1. Juli d. Js. ab auf weitere 3 Jahre 
gezahlt werde. 
Begründung. 
Der Wittwe des im Januar 1891 verstorbenen Gemeinde- 
.chullehrers Bernhard Keding haben wir für ihre beiden 12 und 
'3 Jahre alten Kinder in Gemäßheit des Beschlusses der Stadt 
verordneten-Versammlung vom 10. September 1891 — Protokoll 
Nr. 23 — ein monatliches Erziehungsgeld von je 5 JC bis Ende 
Juni cr. gezahlt. Sie bittet uns jetzt um Weitergewährung des 
Erziehungsgeldes. 
Frau Keding bewohnt in Steglitz, Kurzestr. 5, nur eine kleine 
Wohnung, von der sic noch ein Zimmer abvermiethet hat, so daß die 
Familie auf den nothwendigsten Raum beschränkt ist. Sie lebt in 
dürftigen Verhältnissen, da sie Privatvermögen nicht besitzt, auch Ver 
wandte, welche sie unterstützen könnten, nicht vorhanden sind. Ihre 
Wittwenpension beträgt 250 JC und das staatlicherseits gezahlte 
Waisengeld für Charlotte 84 JC und für Marie 50 JC jährlich. 
Einen Nebenerwerb hat sie nicht, da sie durch die Erziehung der 
beiden Kinder und Besorgung der Wirthschaft vollauf in Anspruch 
genommen ist. 
Unter diesen Umständen sind wir bereit, dem Gesuche der Wittwe 
Keding in der oben gedachten Weise zu entsprechen. 
Berlin, den 12. Juli 1893. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt. 
Zelle. 
578. Vorlage (J.-Nr. 3 326 V. B. I. 93) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend die Neuwahl eines Bürger- 
Deputirten für die Städtische Schul-Deputation. 
Die Wahlzeit des Bürger - Deputaten Herrn Hanfland als 
Mitglied der Schul-Deputation läuft mit dem 4. Januar 1894 ab. 
Den Magistrat ersuchen wir ergebenst, eine Neu- bezw. Wieder 
wahl veranlassen zu wollen. 
Berlin, den 10. Juni 1893. 
Städtische Schul-Deputation. 
Kirschner. 
Die Stadtverordneten-Versammlung ersuchen wir, die beantragte 
^»ahl herbeiführen zu wollen. 
Gegen die Wiederwahl liegen diesseits Bedenken nicht vor. 
Berlin, den 20. Juli 1893. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt. 
I. A.: Beelitz. 
579. Vorlage (J.-Nr. 874 G. S. I. 93) - zur Beschluß- 
fassung —, betreffend die Erstattung der dem 
Direktor Gürtler in Folge seiner Berufung an die 
städtische Webeschulc erwachsenen Unkosten. 
Als Direktor der städtischen Webeschule ist vom 1. April d. Js. 
ab an Stelle des in ein anderes Amt beförderten Direktors Speer 
der Dirigent der Werkmeisterschule für Weber zu Sommerfeld, Max 
Gürtler von uns gewählt und von dem Herrn Minister für Handel 
und Gewerbe bestätigt worden. 
In Folge seiner Berufung nach hier sind dem Direktor 
Gürtler 500 ^ Unkosten entstanden, welche sich zusammensetzen aus 
den Kosten für seine und seiner Familie Reise von Sommerfeld nach 
hier, aus den Transportkosten seiner Wirthschaft, aus einem 
Abstandsgelde, welches derselbe für eine Wohnung in Sommerfeld 
zahlen mußte, die er bereits vor seiner Wahl zum Direktor der 
Webeschule für die Zeit nach dem 1. April cr. gemiethet hatte, rc. 
Die Erstattung dieser Kosten erscheint uns billig und steht auch 
die Uebernahme der Hälfte derselben auf die Staatskasse zu 
gewärftgen. Die Mittel für diese Ausgabe bieten die Ersparnisse bei 
Titel I Position 1 des diesjährigen Etats der Webeschule, welche sich 
dadurch ergeben, daß bei dieser Position als Remuneration für den 
Direktor 6 000 JC vorgesehen sind, der neue Direktor aber wegen der 
Kürze seiner Dienstzeit nur 4 500 JC erhält. 
Die Stadtverordneten-Versammlung ersuchen wir zu beschließen: 
Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß 
dem Direktor Gürtler die demselben aus seiner Berufung 
an die hiesige städtische Webeschulc erwachsenen Unkosten in 
Höhe von 500 JC aus Titel I Position 1 des Kontos der 
städtischen Webeschule (Remuneration für den ^Direktor) 
erstattet werden, so daß also die Hälfte von der Stadt, die 
Hälfte von dem Staate getragen wird. 
Berlin, den 19. Juli 1893. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt, 
gez. Zelle. 
589. Vorlage (J.-Nr. 4 128 G. B. I. 93) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend die Weiterbewilligung von Er 
ziehungsgeld. 
Wir beantragen zu beschließen: 
Die Stadtverordneten-Versammlung erklärt sich damit ein 
verstanden, daß der Wittwe des Magistratsdieners Kreutz 
das für ihre Tochter Louise bewilligte Erziehungsgeld von 
9 JC monatlich vom 1. September 1893 ab auf weitere 
3 Jahre gezahlt werde. 
Begründung. 
Die verwittwete Magistratsdiener Kreutz. Marie geb. Kram- 
kowsky, bezieht seit dem 1. September 1890 in Gemäßheit des Be 
schlusses der Stadtverordneten-Versammlung vom 25. September 1890 
— Protokoll Nr. 23 — für ihre am 16. Oktober 1883 geborene 
Tochter Louise ein monatliches Erziehungsgeld von 9 JC. Da die 
Zahlung desselben Ende August d. I. ihre Endschaft erreicht, so bittet 
die Wittwe, ihr diese Erziehungsbeihilfe auch fernerhin gewähren zu 
wollen. 
Frau Kreutz erhält eine Wittwenpension von 450 JC jährlich. 
Sie besitzt kein Vermögen, hat auch von Verwandten keinerlei Unter 
stützung zu erwarten. Ihr 19 Jahre alter Sohn Alfred, der das 
Töpferhandwerk erlernt hat, verdient nur so viel, daß er seinen eigenen 
Unterhalt davon bestreiten kann. Die Wittwe versucht nun durch Nähen 
von Wäsche noch etwas zu verdienen Jedoch ist der Verdienst ein 
sehr geringer, da sie ihres schwächlichen Körpers wegen nur wenig 
Näharbeiten anzufertigen vermag, im übrigen auch noch ihre Haus- 
wirthschaft zu besorgen hat. Sie hat in Charlottenburg, Kirchstr. 25, 
Hof, eine kleine Wohnung von einer Stube und Küche für 210 JC 
Miethe time. 
Berlin, den 26. Juli 1893. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt. 
Zelle. 
581. Vorlage (J.-Nr. 3 888 V. B. I. 93) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend die Wahl eines Bürger- 
Deputirten bei der Gewerbe-Deputation. 
Die Wahlzeit des der unterzeichneten Deputation angehörenden 
Bürger-Deputirten, Fabrikbesitzers vr. Deite, läuft am 26. Januar 
1894 ab.
	        
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