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Volume No. 7 (47-63), 28. Januar 1893

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1893 (Public Domain)

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bleiben, so daß die Benutzung des Parkes und namentlich auch des 
Spielplatzes in der üblichen Weise bis wenige Tage vor Eröffnung 
und sodann wieder fast sofort nach Schluß der Ausstellung gestattet ist. 
Die Gesellschaft übernimmt die Verpflichtung, die Anlagen des 
Parkes auf ihre Kosten wieder herzustellen, falls dieselben durch Er 
richtungen irgend welcher Art verletzt worden sein sollten. Dieselbe 
hat auch auf eigene Kosten für etwaigen Bedarf an Elektrizität, Gas 
und Wasser, sowie die hier erforderlichen Leitungen und Vorrichtungen 
zu sorgen. 
Der zur Ausstellung erforderliche Raum, dessen Größe mit hin 
länglicher Bestimmtheit angegeben worden, ist in dem sub xvt. rem. 
beigefügten Plane genau eingetragen. 
Da die Deutsche Landwirthschafts Gesellschaft die bedeutendste dieser 
Art in Deutschland, unter ihrer ausgezeichneten Leitung in weiten 
Kreisen anregend wirkt, die geplante Ausstellung den Verkehr heben 
und vielen unserer Mitbürger Arbeit und erhöhten Verdienst verschaffen 
wird, haben wir beschlossen, dem Gesuch zu entsprechen und ersuchen 
die Stadtverordneten-Versammlung um folgende Beschlußfassung: 
Die Stadtverordneten-Versammlung erklärt sich mit der 
Uebcrlassung von Theilen des Treptower Parkes an die 
Deutsche Landwirthschafts-Gesellschaft zum Zwecke der Abhaltung 
einer allgemeinen Deutschen landwirthschaftlichen Schau, der 
8. Wanderausstellung, im Monat Juni 1894 unter den in 
der Vorlage vom 17. Januar 1893 aufgeführten Bedingungen 
einverstanden. 
Berlin, den 17. Januar 1893. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt. 
Zelle. 
48. Vorlage (I. - Nr. 6 645 K. W. 92) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend die Veräußerung eines zum 
Rittergut Kleinbeeren gehörigen Häuschens. 
Am östlichen Endpunkte der Dorfstraße von Kleinbeeren, dem 
gegenüber die von Heinersdorf, Lichtenrade, Mahlow und Diedersdorf 
nach Kleinbeeren führenden Wege zusammentreffen, liegt ein kleines, 
mit schlechtem Rohrdach gedecktes, in der Front 9,« m langes und 
7,46 m tiefes Häuschen, welches sonach eine bebaute Grundfläche von 
70,4 gm umfaßt und an Räumen nur eine Stube, eine Kammer und 
im Hausflur einen offenen Kochherd enthält, im Uebrigen aber sich 
im völlig baufälligen Zustande befindet. Dieses Häuschen, zu welchem 
noch ein Hofraum von 67,« qm gehört, ist im Frühjahr 1890 beim 
Ankauf des Rittergutes Kleinbeeren nls ein Zubehör des letzteren von 
der Stadtgemeinde Berlin ohne Zahlung eines besonderen Kaufpreises 
mit erworben worden, für die Verwaltung der Kanalisationswerke 
aber, insbesondere für die Bewirthschaftung des Rieselgutes Kleinbeeren, 
ohne jeglichen Werth. 
Das Gesammt-Grundstück ist in der Grundsteuermutterrolle des 
Gutsbezirks Kleinbeercn und auf Blatt 2 der Gemarkungskarte als 
Flächenabschnitt 143/13 in einer Größe von 1 a 38 qm verzeichnet 
und auf dem beigefügten, einen Abschnitt des Katasterplanes dar 
stellenden Lageplane mit rother Farbe kenntlich gemacht. 
Nach der von dem ersten Baubeamten der Kanalisations-Verwaltung 
am 3. Januar er. aufgestellten Taxe, welche im Original beigefügt ist, 
beträgt der Werth des aus Baustelle, Hofraum und Bauwerk be 
stehenden Grundstückes 476,«« JC. Nach langem Bemühen ist es der 
Kanalisations-Verwaltung gelungen, einen Käufer für das gedachte 
Grundstück zu gewinnen, welcher bereit ist, für dasselbe einen Kauf 
preis von 500 JC, also mehr als die Taxe ergicbt, zu entrichten. 
Da dieses Gebot bei einer öffentlichen Lizitation wohl niemals 
erreicht werden dürfte, halten wir dasselbe für ein überaus günstiges, 
treten dem Veräußerungs-Vorschläge der Kanalisations-Verwaltung bei, 
und ersuchen die Stadtverordneten-Versammlung um folgende Be 
schlußfassung: 
Die Stadtverordneten - Versammlung erklärt sich damit 
einverstanden, daß das zum Rittergut Kleinbeercn gehörige, 
am östlichen Ende der Kleinbeerener Dorfstraße rechter Hand 
belegene, in der Grundsteuermutterrolle und auf Blatt 2 der 
Gemarkungskarte vom Gutsbezirk Kleinbecren als Flächen 
abschnitt 143/13 in einer Größe von la 38 qm verzeichnete, 
aus einem eine bebaute Grundfläche von 70,4 qm umfassenden 
Hause und einem Hofraum von 67,« qm bestehende Grund 
stück für den Preis von 500 JC veräußert werde. 
Berlin, den 21. Januar 1893. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt, 
gez. Zelle. 
50. Vorlage (J.-Nr. F. B. I. 92) - zur Kenntniß 
nahme —, betreffend die bei Gelegenheit der Etats 
berathung pro 1882/83 zu dem Spezial-Etat Nr. 35 
bezüglich der Heizanlage der Luisenschule von der 
Stadtverordneten - Versammlung gefaßte Resolution. 
Die Stadtverordneten - Versammlung hat bei Berathung des 
Spezial-Etats Nr. 35 Hochbau pro 1. April 1892/93 folgende 
Resolution gefaßt: 
1. vp. 
2. Die Versammlung richtet an den Magistrat das Ersuchen, 
die Luftheizung in der Luisenschule, sowie die daran ge 
knüpften Klagen untersuchen und der Versammlung demnächst 
eine Vorlage zugehen zu lassen. 
3. u. 4. pp. * 
Wir bemerken hierzu, daß der mit der Untersuchung der Heizanlage 
bei möglichst niedriger Außentemperatur und intensiver Heizung von 
uns beauftragte vr. Proskauer vom hygienischen Institut den ihm 
ertheilten Auftrag wegen Erkrankung und Mangels der erforderlichen 
Instrumente kürzlich zurückgegeben hat. 
Da inzwischen wieder vielfache Klagen aus der Bürgerschaft und 
dem Lehrer-Kollegium dieser Schule über ungünstige Folgen der Luft 
heizung hervorgetreten sind, haben wir nunmehr beschlossen, an Stelle 
der für eine Verbesserung der alten Anlage anschlagsmäßig erforderlichen 
16 000 JC die zur Einrichtung einer neuen Warmwasserheizanlage für 
die Luisenschule nach speziellem Kostenanschlag erforderlichen 53 000 JC 
in den Hochbau-Etat, Spezial-Verwaltung Nr. 35, pro 1. April 1893/94 
einzustellen. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt, 
gez. Zelle. 
51. Vorlage (J.-Nr. 7 440 B. V. II. 92) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend die Umgestaltung des Gen 
darmen - Marktes. 
Der Stadtverordneten-Versammlung überreichen wir in der Anlage 
einen Entwurf zu den Wege- und gärtnerischen Anlagen auf dem 
Gendarmen - Markt, umfassend sowohl den Schillerplatz, wie die beiden 
um die Neue Kirche und um die Französische Kirche belegenen Plätze. 
Wir bemerken dabei, daß dieser Entwurf nach längeren Ver 
handlungen sowohl die Zustimmung des Königlichen Polizei-Präsidii, 
wie der General-Intendantur der Königlichen Schauspiele erhalten hat. 
Im Besonderen bemerken wir, daß die Anlage auf dem Schiller 
platz in ästhetischer Beziehung um deshalb eine glückliche genannt 
werden muß, weil durch dieselbe eine bedeutende Wirkung der großen 
Freitreppe erzielt wird, daß hierbei die Diagonal-Fahrwege über den 
Schillerplatz beseitigt werden, ist ohne Weiteres aus dem Plane ersichtlich. 
Bei a soll auf dem Schillerplatz ein Luftschacht angeordnet werden, 
durch welchen reine und frische Luft behufs Ventilation dem Innern 
des Schauspielhauses zuzuführen beabsichtigt wird, wie denn auch von 
hier aus die Anordnung eines unterirdischen Luftzuführungskanals 
nach dem Innern des Theatergebäudes geplant ist. 
Auf der der Stelle a entsprechenden Stelle des nördlichen Theils 
des Schillerplatzes soll, der Symmetrie wegen, eine kleine Baulichkeit, 
die etwa zur Aufnahme von Garten-Utensilien dienen kann, errichtet 
werden. 
Sowohl der Luftschacht a, wie die eben genannte entsprechende 
Baulichkeit sollen durch eine Buschwerk - Anlage dem Blicke entzogen 
werden. 
In den Plätzen um die beiden genannten Kirchen sind die zu 
befestigenden Fahrwege mit bläulicher Farbe angelegt; sie gestatten in 
jeder Beziehung das Vorfahren an diejenigen Thüren, bei welchen dies 
für den gottesdienstlichen Verkehr erforderlich ist. Da nunmehr noch 
zu dem Entwurf die Genehmigung des Herrn Ministers der öffent 
lichen Arbeiten erforderlich ist, beantragen wir zunächst folgende 
Beschlußfassung: 
Die Stadtverordneten - Versammlung hat Kenntniß ge 
nommen von dem ihr vorgelegten Entwurf zur Umgestaltung 
des Gendarmen - Marktes und ertheilt demselben ihre Zu 
stimmung. 
Berlin, den 23. Januar 1893. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt, 
gez. Zelle.
	        
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