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Volume No. 71 (916-922), 31. Dezember 1886

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1886 (Public Domain)

Besitze der Petrikirchengemeinde befindlichen Resttheils des alten Jacobs 
kirchhofs für einen Preis von 450 JC pro Quadrat-Ruthe einver 
standen erklärt und gleichzeitig die Anweisung deS Kaufpreises auf die 
im Special-Etat 50, Extraordinarium 8. Nr. 2 ausgeworfenen 215 000 JC 
bewilligt. 
Dieses Terrain hat nach Angabe des städtischen Vermessungsamtes 
einen Flächeninhalt von 457,4 Qu.-Rth., so daß der Kaufpreis sich auf 
205 830 JC stellen wird und von den oben angegebenen 215 000 ^ 
noch 9170 M erübrigt werden. Die Abschluß-Verhandlungen sind 
soweit gediehen, daß der Kaufvertrag in nächster Zeit vollzogen werden 
kann. 
Wir halten es im Einverständniß mit der Park-Deputation für 
wünschenswerth, daß, sobald die Stadt Besitzerin des qu. Terrains 
sein wird, unverzögert und zwar möglichst schon zum nächsten Früh 
jahr an Wegen und Plätzen des vorerwähnten Terrains soviel herge 
stellt werde, als nöthig ist, um die Benutzung des Gesammtparks dem 
Publikum zu diesem Zeitpunkte bereits zugängig machen zu können. 
Zur Herstellung dieser Wege rc. würden nach Angabe des Garten- 
Directors Mächtig 2 000 ^ genügen. 
Die Stadtverordneten-Versammlung ersuchen wir hiernach zu 
beschließen: 
„Die Stadtverordneten-Versammlung genehmigt die Her 
stellung von Wegen und Plätzen auf dem zur Zeit noch im 
Besitze der Petrikirchengemeinde befindlichen Theil des alten 
Jacobskirchhofs, sobald derselbe in den Besitz der Stadtgemeinde 
Berlin übergegangen ist, und bewilligt hierzu die Summe von 
2 000 JC. Dieser Betrag ist von den im Special-Etat 50, 
Extraordinartum 8. Nr. 2, ausgeworfenen obengedachten 
215 000 JC zu entnehmen. 
Berlin, den 27. Dezember 1880. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt, 
gez. von Forckenbeck. 
»2». Vorlage (J.-Nr. 4 369 F. B. II. 86) — zur Beschluß 
fassung betreffend die theilweise Abänderung des 
Gemeindebeschluffes wegen Ankaufs des fiskalischen 
Grundstückes an der Ecke der Bukowerstrastc und 
des Luisen-Ufers behufs Errichtung einer Markthalle. 
Wir ersuchen die Stadtverordneten-Versammlung zu beschließen: 
Die Stadtverordneten-Versammlung erklärt sich damit 
einverstanden, daß in dem Beschluß vom 24. Juni cr., Pro 
tokoll Nr. 53 III, an Stelle der Zahl „97 750 JC" die 
Zahl „103 967 JC“ gesetzt wird. 
Begründung: 
Die Stadtverordneten-Versammlung hatte durch Beschluß vom 
24. Juni d. Js. — Protokoll Nr. 53 — ihre Zustimmung dazu 
ertheilt, daß behufs Errichtung einer Markthalle für die Luisenstadt 
das fiskalische Grundstück an der Ecke der Bukowerstraße und des 
Luisen-Ufers gegen das städtische Grundstück an der Königgrätzerstr. 123 
eingetauscht werde und zwar mit der Maßgabe, daß der Werthberechnung 
für das städtische Grundstück ein Preis von 425 JC, für das fiskalische 
aber ein solcher von 168 JC für das Quadratmeter Fläche zu Grunde 
gelegt und der Werthunterschied baar an die Staatskasse berichtigt 
werde. 
In unserer Vorlage vom 19. Juni cr. hatten wir den von uns 
an den Fiskus baar zuzuzahlenden Betrag auf 97 750 JC berechnet 
und hierbei die von der städtischen Plankammer aus älteren Plänen 
entnommenen Flächenangaben zu Grunde gelegt, nach welchen das 
fiskalische Grundstück 4 675 gm, das städtische Grundstück 1618 gm 
enthielt. 
Demnächst stellte sich die Nothwendigkeit heraus, für den mit dem 
Fiskus über das Tauschgeschäft abzuschließenden Vertrag die Flächen 
größen beider Grundstücke örtlich feststellen zu lassen. Hierbei ergab 
sich für das städtische Grundstück ein Flächeninhalt von 1 601 gm und 
für das fiskalische ein solcher von 4 669 gm. 
Unter Zugrundelegung dieser Flächenmaaße berechnet sich der von 
uns an den Fiskus zu zahlende Baarbetrag wie folgt: 
Der Preis des fiskalischen Grundstücks beträgt 
4 669 X 168 JC 784 392 JC. 
Hierauf kommt in Abrechnung der Werth 
des städtischen Grundstücks mit 1601 X 425 JC 680 425 - 
der von uns baar an die Staatskasse zu 
zahlende Werthunterschied beträgt also . . . 103 967, ts 
und nicht wie in unserer Vorlage vom 19.Junicr. 
berechnet war 97 750 - 
mithin mehr 0 217,#. 
Da wir für den an den Herrn Ober-Präsidenten wegen Ertheilung 
der Genehmigung zu dem Tauschvertrage zu erstattenden Bericht eines 
ferneren Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung bedürfen, so 
ersuchen Wohldieselbe wir ergebenst, unserm Antrage gemäß thunlichst 
schleunigst zu beschließen. 
Berlin, den 27. December 1886. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt, 
von Forckenbeck. 
»sei. Vorlage (J.-Nr. 9 398 B. V. II. 86) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend den Verkauf zweier vor den 
Grundstücken Kreuzbergstr. 21, 22 und 2» belegeneu 
alten Wegeparzellen. 
Für die Kreuzbergstraße sind Baufluchtlinien festgesetzt worden, 
welche nicht mit den Grenzen des im Zuge der Straße liegenden alten 
Schöneberger Weges zusammenfallen. 
Die über diese Fluchtlinien hinausgehenden Theile des Weges 
können daher von den Adjacenten der Straße mit in die Bebauung 
gezogen werden. 
Um die Veräußerung dieses zu Bauland gewordenen Terrains z» 
ermöglichen, ist für dasselbe, soweit es auf der Strecke zwischen der 
Großbeeren- und Möckernstraße belegen ist, auf unseren Antrag das 
Grundbuchblatt Tempelhof Vol. 19, Nr. 835 angelegt worden. 
Von diesem eingetragenen Wegeland haben wir mit Genehmigung 
der Stadtverordneten - Versammlung — cfr. bereit Beschlüsse vom 
30. Juni 1884 (Prot. Nr. 8) und 30. April 1885 (Prot. Nr. 14) — 
bereits 2 Parzellen, welche vor den Grundstücken Kreuzbergstr. 71 
resp. 19/20 lagen, an die Besitzer dieser Grundstücke verkauft. 
Gegenwärtig haben uns Herr B re de reck zu Tempelhof als Eigen 
thümer des im Grundbuche von Tempelhof Vol. 1, Nr. 10 verzeich 
neten Grundstücks Kreuzbergstr. 23 und Herr Paul Opitz Hierselbst 
als Eigenthümer des in demselben Grundbuche Vol. 1, Nr. 11 ver 
zeichneten Grundstücks Kreuzbergstr. 21/22 eine Kaufoffertc hinsichtlich 
des zwischen ihren Grundstücken und der festgesetzten Baufluchtlinie 
befindlichen alten Wegeterrains gemacht. 
Sie sind bereit, dasselbe, welches auf dem beifolgenden Plane 
mit den Buchstaben a b c d a bezw. b es cb umschrieben ist und 
rund 139 gm bezw. 210 gm umfaßt, für den Preis von 60 JC für 
das Quadratmeter, im Ganzen also für rund 8 340 bezw. 12 600 JC 
von der Stadtgemeinde käuflich zu erwerben. 
Der angebotene Preis entspricht dem Werthe des zu verkaufenden 
Terrains, zumal wenn bei der Werthschätzung in Betracht gezogen 
wird, daß dasselbe für die städtischen Interessen kaum nutzbar gemacht 
werden kann, da es dem angrenzenden Grundstücksbesitzer zur Erhal 
tung des Zugangs zu seinem Grundstück jederzeit zur Verfügung stehen 
muß, im Uebrigen der Anbau mit Fenstern nach dem Wege nicht zu 
verbieten ist. 
Da auch die Erwerber der beiden bereits verkauften Wegeparzellen 
keinen höheren Preis gezahlt haben, können wir das Anerbieten der 
Herren Bredereck und Opitz nur für annehmbar erachten. 
Die Stadtverordneten - Versammlung ersuchen wir in Ueber 
einstimmung mit der Bau-Deputation die Angebote anzunehmen und 
deshalb, wie folgt, zu beschließen: 
„Die Stadtverordneten-Versammlung ist mit dem Verkauf 
des vor den Grundstücken Kreuzbergstr. 21/22 u. 23 belegenen 
Wegeterrains von rund 139 gm bezw. 210 gm an den 
Herrn Bredereck zu Tempelhof resp. Herrn Opitz Hierselbst 
oder deren Besitznachfolger gegen Zahlung des Preises von 
60 J( für das Quadratmeter einverstanden." 
Die Vereinnahmung des Kaufgeldes erfolgt beim Straßenlalid- 
erwerbsfond — Spezialverwaltung 56, Titel II A. — 
Berlin, 28. Dezember 1886. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt, 
von Forckenbeck.
	        
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