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Volume No. 79 (831-835), 24. Dezember 1885

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1885 (Public Domain)

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Die Bau-Deputation, Abtheilung II, von uns mit der Bearbei 
tung eines dem Antrage der Stadtverordneten - Versammlung nach 
kommenden Entwurfes beauftragt, war dahin schlüssig geworden, die 
auf den Bürgersteigen der Brücke befindlichen 14 zweiarmigen, guß 
eisernen Kandelaber zu entfernen und sie durch 8 auf den Postamenten 
zu errichtende 3- beziehungsweise 5-flammige zu ersetzen. Diese neuen 
Laternenträger sollten indessen nicht wiederum aus Gußeisen, sondern 
im Anschluß an das Brückengeländer wie dieses, aus Schmiedeeisen 
und in einer demselben entsprechenden künstlerischen Form gestaltet 
werden. 
Bei der Berathung des uns vorgelegten, nach den vorstehenden 
Grundsätzen bearbeiteten Projektes, dessen Kosten auf 17 000 Jt ver 
anschlagt waren, wurde indessen geltend gemacht, daß es sich nicht 
empfehle, die vorhandenen Kandelaber auf den Bürgersteigen der Brücke 
sämmtlich zu beseitigen, da alsdann die Linie der Beleuchtungskörper, 
welche jetzt von dem Neuen Thore an bis zur Dorotheenstraße in dem 
ganzen Zuge der Luisenstraße eine kontinuirliche ist, in störender 
Weise unterbrochen werde, und andererseits, weil doch in keiner Weise 
geleugnet werden kann, daß die an den inneren Rand des Bürger 
steiges gestellten Kandelaber für die Beleuchtung des Straßendammes 
und des Bürgersteiges ganz besonders wirksam sind. 
In Erwägung dieser Umstände haben wir uns dahin entschieden, 
von den auf der Brücke zur Zeit befindlichen 14 Kandelabern nur 8 
zu entfernen, dagegen die übrigen 6 über den Scheiteln der Fluß 
öffnungen, auf den in der anliegenden Zeichnung Blatt I. mit a b 
und c bezeichneten Plätzen stehenden dort zu belassen. — Da diese 
Laterncnträger, wie bereits bemerkt, aus Gußeisen hergestellt sind, so 
ist es aus ästhetischen Gründen geboten, die auf den Postamenten zu 
errichtenden in dem gleichen Materiale auszuführen und von der Ver 
wendung schmiedeeiserner Ständer abzustehen. 
Die gewählte Art der Anordnung gestattet ferner, die Kandelaber 
der Eckpostamente wie die übrigen ebenfalls nur mit 3 Laternen aus 
zustatten, während früher deren 5 vorgesehen waren, ohne dadurch die 
gleichmäßige Vertheilung des Lichtes über die ganze Brückenbahn 
irgendwie zu beeinträchtigen. 
Von den uns von verschiedenen Eisenwerken für die Postament- 
Kandelaber zur Auswahl gestellten Entwürfen haben wir uns für einen 
von der Karlshütte bei Delligsen in Braunschweig gefertigten entschieden, 
von welchem die anliegende, mit Blatt II. bezeichnete Skizze ein Bild 
giebt, während ein ausgeführtes Exemplar des Kandelabers in der 
permanenten Bauausstellung, Wilhelmstr. 92/93 Hierselbst, in Augen 
schein genommen werden kann. Da indessen die Basis des letzteren 
in ihren Dimensionen mit den Maaßen der Aufstellungsflächen an den 
Postamenten nicht genau übereinstimmt, so werden noch geringe Ab- 
Jn der nächsten Woche werden zusammentreten: 
1. am Montag, den 28. Dezember cr., Nachmittags 6 Uhr: 
2. am Dienstag, den 29. Deicmöer er., Nachmittags 5 Uhr: > 
3. am Dienstag, den 29. Dr^emder rr., Nachmittags 5 Uhr: 
änderungen gegen das ausgestellte Exemplar vorzunehmen sein, in 
Folge deren der Kandelaberfuß, vorbehaltlich der speziell von hier aus 
zu überwachenden Modellirung, die auf Blatt III. skizzirte Gestalt 
annehmen wird. 
Das Größenverhältniß der neuen Kandelaber zu den Geländer 
postamenten und der gesammten Brücke überhaupt, ist aus der auf 
Blatt I dargestellten Ansicht zu entnehmen. Die Kosten für die Auf 
stellung der neuen und Entfernung der vorhandenen 8 Kandelaber 
werden, abzüglich des Werthes der letzteren, welche an die Verwaltung 
der städtischen Erleuchtungswerke zurück zu geben sind, nach bem bei 
gefügten Anschlage die Summe von I I 500 JC nicht überschreiten und 
aus den zum Neubau der Marschallbrücke bereit gestellten Mitteln 
bestritten werden können. 
Unter Bezugnahme auf die vorstehenden Ausführungen ersuchen 
die Stadtverordneten-Versammlung wir folgenden Beschluß fassen zu 
wollen: 
Die Stadtverordneten-Versammlung erklärt sich damit ein 
verstanden, daß von den auf den Bürgersteigen der Marschall 
brücke zur Zeit befindlichen zweiarmigen Straßenkandelabern 
die 8, zur Seite der Geländer - Postamente aufgestellten be 
seitigt und statt derselben 8 neue dreiflammige auf den 
Granitpostamenten selbst nach den anliegenden Zeichnungen 
und dem von dem Eisenwerk Karlshütte vorgelegten Ent 
würfe zur Aufstellung gelangen. 
Berlin, den 19. Dezember 1685. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt, 
gez. von Forckenbeck. 
Eingegangene Petitionen. 
Journal- 
Nr. 
Einsender. 
Gegenstand. 
94. 
N. N. 
Unterstützungsgesuch. 
95. 
Otto Zoerner, Eigen 
thümer, Memelerstr. 4/5 
Bepflanzung der Memelerstraße 
mit Bäumen. 
und 84, und Genossen. 
der Ausschuß zur Vorbereituug der Neuwahl vou zwei un 
besoldeten Stadträtheu. 
der Ausschuß zur Vorbereitung der Neuwahl der Mitglieder 
der Einschätzungs-Kommission für die klassifizirte Ein 
kommensteuer pro 1886/87. 
der Ausschuß für die Wahlen von unbesoldeten Gemeinde- 
beamten. 
Berlin, den 24. December 1885. 
Ter Stadtverordneten-Vorsteher 
Büchtcmann. 
Druck von Gebrüder Grunert, Berlin.
	        
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