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Volume No. 86 (738-788), 27. Dezember 1884 Anlage: ad No.86 (789-792), Vorlagen, welche den Zeitungen nicht mitgeteilt sind

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1884 (Public Domain)

Horkagen, 
welche den Zeitungen nicht mitgetheilt find. 
78». Vorlage (J.-Nr. 2 721 G. B. 84) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend die Bewilligung von Er- 
zichungsgeld. 
Die Stadtverordneten-Versammlung wolle beschließen: 
Die Stadtverordneten-Versammlung erklärt sich damit ein 
verstanden, daß der Wittwe des Magistrats-Secretairs 
Hempe, Albertine geb. Hesse, für ihre 3 jüngsten Kinder 
ein Erziehungsgeld von monatlich je 10 JC vom 1. Februar 
1885 ab zwei Jahre hindurch gezahlt werde. 
Begründung. 
Der Magistrats - Gecrekatr Hugo Hempe, welcher feit December 
1865 ununterbrochen in unserem Büreau- resp. Kassendienst gestanden 
hat, und dessen Gesundheit seit Jahren ernstlich erschüttert war, ist 
am 1. October d. Js. in der Irren-Anstalt zu Dalldorf verstorben und 
hat eine 45 Jahre alte Wittwe und 4 Kinder, Vornamens 
a) Martha, 16Vs Jahr alt, 
b) Hans, geboren am 18. November 1869, 
e) Eva, geboren am 21. November 1875, 
ä) Erich, geboren am 24. Dezember 1878, 
hinterlassen. Die Kastanien-Allee 24, 2 Treppen, wohnhafte Wittwe 
hat zwar eine statutarische Wittwenpension von 1 050 Jt jährlich 
vom 1. Februar 1885 ab zu beanspruchen und wird auch durch 
Schneiderei eigenen Verdienst zu erzielen suchen, ist aber trotzdem 
außer Stande, ohne weitere Unterstützung die sämmtlichen Lebens 
bedürfnisse und speziell die Kosten der Erziehung ihrer 3 jüngsten 
Kinder zu bestreiten. Vermögen war von Hause aus nicht vor 
handen und Ersparnisse konnten nicht gemacht werden, da schwere 
Krankheiten die Familie seit vielen Jahren beständig heimsuchten, und 
namentlich der Verstorbene selbst seiner mannigfachen Leiden wegen 
wiederholt kostspielige Badekuren unternehmen mußte. Die Wittwe 
Hempe ist nur beschränkt erwerbsfähig, und wird ihr Verdienst als 
Schneiderin schon deshalb, abgesehen davon, daß sie sich erst Kund 
schaft erwerben muß, sehr gering sein. Ihre älteste Tochter Martha 
will sie im Schneidern unterrichten lassen, damit dieselbe ihr später 
eine Stütze werden kann. Die 3 jüngsten Kinder bedürfen noch Jahre 
hindurch des Schul-Unterrichts, und ist cs der Mutter sehnlichster 
Wunsch, ihren Söhnen eine solche Ausbildung zu Theil werden zu lassen, 
daß sie dereinst die Laufbahn des Vaters ebenfalls betreten können. 
Bei Lage dieser Verhältnisse, die theils äus unseren Acten hervor 
gehen, theils durch einen unserer älteren Bureau-Beamten festgestellt 
worden sind, sind wir bereit, der an uns gerichteten Bitte der Wittwe 
Hempe, um Gewährung einer Erziehungsbeihülfe, in soweit zu ent 
sprechen, daß wir für die 3 jüngsten Kinder vorläufig 2 Jahre hin 
durch je 10 JC monatliches Erziehungsgeld zahlen wollen. 
Berlin, den 3. Dezember 1884. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt, 
gez. von Forckenbeck. 
78». Vorlage (J.-Nr. 5127 V. B. 84), betreffend den Antrag 
des Maschinenmeisters Rick, Wienerstr. 28, ihn aus 
dem Amte als Mitglied der 187. Einschätzungs 
Kommission zu entlassen. 
Der Maschinenmeister Rick, Wienerstraße 25 wohnhaft,-hat, 
wie die Anlage ergiebt, unter dem 3. d. Mts. den Antrag gestellt, 
ihn von dem Amte als Mitglied der 107. Einschätzungs- 
Kommission, welches er seit dem 23. November 1883 bekleidet, zu 
entbinden. 
Die Stadtverordneten-Versammlung ersuchen wir, auf Grund des 
Gesetzes über die Zuständigkeit der Vcrwaltungs- und Verwaltungs 
gerichts - Behörden vom 1. August 1883, §. 10 Nr. 3, über die 
Berechtigung zur Niederlegung Seitens des p. Rick Beschluß fassen 
und uns demnächst die Anlage zurücksenden zu wollen. 
Berlin, den 17. Dezember 1884. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt, 
von Forckenbeck. 
781. Vorlage (I. - Nr. 5 128 V. B. 84), betreffend den An 
trag des Eigenthümcrs Wanzlick, Rostizstr. 2», ihn 
ans dem Amte als Mitglied der 64. Einschätzungs 
Kommission zu entlassen. 
Der Eigenthümer Wanzlick, Nostizstr. 23 wohnhaft, lehnt nach 
der anliegenden Erklärung vom 4. Dezember cr. ab, der laut Be 
schluß der Stadtverordneten-Versammlung vom 1. November 1883 
auf ihn gefallenen Wahl als Ersatzmann gemäß, als Mitglied der 
»4. Einschätzungs-Kommission in Wirksamkeit zu treten. Der 
selbe war vom 3. Mai 1877 bis 23. April 1884 Mitglied der 
31. Armen-Kommission. 
Die Stadtverordneten-Versammlung ersuchen wir, auf Grund des 
Gesetzes über die Zuständigkeit der Vcrwaltungs- und Verwaltungs 
gerichtsbehörden vom 1. August 1883, §. 10 Nr. 3, über die Be 
rechtigung zur Ablehnung Seitens des p. Wanzlick Beschluß fassen 
und uns demnächst die Anlage zurücksenden zu wollen. 
Berlin, den 17. Dezember 1884. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt, 
von Forckenbeck. 
732. Vorlage (J.-Nr. 5161 V. B. 84), betreffend den Antrag 
des Kanfmanns Schenk, Bernauerstr. 18», ihn aus 
drei unbesoldeten Eemeindeämteru zu entlaffcn. 
Der Kaufmann Ernst Schenk, Bernauerstr. 103 wohnhaft, hat, 
wie die Anlage ergiebt, unter dem 6. d. Mts. den Antrag gestellt.
	        
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