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Volume No. 80 (708), 27. Dezember 1882 Anlage: ad No. 80 (710-712), Vorlage, welche den Zeitungen nicht mitgeteilt ist

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1882 (Public Domain)

Druck von Gebrüder Grunert, Berlin. 
ad JW 80. 
(710—712.) 
Hortagen, 
welche den Zeitungen nicht mitgetheilt sind 
71«. Vorlage (J.-Nr. 3251 6. B. 82) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend die Bewilligung einer laufenden 
Unterstützung. 
Wir beantragen, zu beschließen: 
Die Stadtverordneten - Versammlung erklärt sich damit 
einverstanden, daß dem besoldeten Armencommissions - Vor 
steher Reibe beim Ausscheiden aus seinem Amte vom 1. April 
1883 ab das bisher bezogene Gehalt von 1 500 jährlich auf 
seine Lebenszeit weiter gezahlt werde. 
Begründung. 
Der besoldete Armencommissions - Vorsteher Reibe, Chaussee 
straße 97 Hierselbst wohnhaft, hat in Folge hohen Alters, sowie körper 
licher Hinfälligkeit und Kränklichkeit seine Entlassung aus diesem Amte 
zum 1. April 1883 beantragt. Er ist am 3. December 1807 zu Berlin 
geboren, betrieb früher eine Bäckerei und trat am 14. October 1843 
in den Communaldienst. Von diesem Zeitpunkte ab bis zum 1. October 
1853 fungirte er als Vorsteher der ehemaligen 14. Armencommission, 
und zwar bis 1849 ganz unentgeltlich und von da ab gegen die übliche 
jährliche Miethsentschädigung von 180 JC- 
Am 1. October 1853 wurde ihm das besoldete Vorsteheramt der 
alten 5611. Armencommission, welche ganz Moabit, den Gesundbrunnen, 
den Wedding und den größten Theil der Oranienburger Vorstadt um 
faßte, übertragen, — das erste Jahr gegen 120 JC monatliche Diäten 
und vom 1. October 1854 ab bei dreimonatlicher Kündigung gegen 
1 950 JC Jahresgehalt, welches seit 1. Januar 1863 auf 1 500 JC 
baar und 600 JC Miethsentschädigung normirt worden ist. 
An Stelle der aufgelösten 5611. Armencommisston verwaltet Reibe 
zur Zeit die Armencommisstonen Nr. 200, 201 und 211, für welche 
unbesoldete Vorsteher nicht zu gewinnen waren. 
Neben diesem Amte als Armencommissions-Vorsteher wurde er in 
der Zeit von 1844 bis 1853 nach der damaligen Verfassung wiederholt 
zum Mitgliede der Armendirection gewählt, auch ist ihm seit 1849 die 
Controle der Armenspeisung übertragen gewesen und endlich hat er 
jahrelang bis jetzt als Jnspector beim Kartoffelbau für Arme ohne 
irgend eine Entschädigung fungirt. 
Auch außer auf dem Gebiete der Armenpflege ist er viele Jahre 
in verschiedenen Ehrenämtern, namentlich als Schulcommissions-, 
Klassensteuer - Einschätzungs - Commissions- und Vorstandsmitglied der 
Elisabeth-Stiftung thätig gewesen und noch jetzt fungirt er als Schieds- 
mann-Stellvertreter. 
In allen diesen Stellungen hat er sich während einer beinahe 
40jährigen Dienstzeit durch Fleiß, Accuratesse und regen Pflichteifer 
ausgezeichnet, und es sind die Kosten, welche der Commune durch sein 
Gehalt erwuchsen, durch die Ersparnisse, die wir seiner in jeder Be 
ziehung musterhaften Verwaltung als Armenpfleger verdanken, mehr 
als ausgewogen worden. 
Seine Privatverhältnisse sind, soviel uns bekannt geworden, derart, 
daß ihm nach seinem Ausscheiden aus dem Amte eine Zubuße zum 
standesgemäßen Unterhalt für sich — er ist Wittwer — und seine 
kränkliche Tochter wünschenswerth erscheinen muß. 
Da er Ansprüche auf Pension nicht erworben hat, halten wir es 
bei seinen langjährigen außerordentlichen Dienstleistungen und mit 
Rücksicht auf sein hohes Alter für billig, ihm für den Rest seines 
Lebens die bisher als Gehalt bezogene Summe von 1 500 JC jährlich 
als eine Unterstützung zu belassen. 
Berlin, den 12. December 1882. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt, 
gez. von Forckenbeck. 
711. Vorlage (J.-Nr. 1071 F. 8. B.), betreffend den Ablauf 
derWahlzeit der Rathsmaurermeister Ganse, Salze, 
Tesenwitz und Parey. 
Urschriftlich der Stadtverordneten-Versammlung zur gefälligen 
Aeußerung darüber vorzulegen, ob Wohldieselbe gegen die Wiederwahl 
der Rathsmaurermeister Gause, Salge, Tesenwitz und Parey etwas 
zu erinnern hat, und zwar auf fernere 6 Jahre vom 1. März 1883 ab. 
Berlin, den 20. December 1882. 
Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt, 
gez. von Forckenbeck. 
712. Vorlage (J.-Nr. 1072 F. 8. B. 82), betreffend den Ab 
lauf der Wahlzeit des Rathszimmcrmeisters Hose- 
mann. 
Urschriftlich der Stadtverordneten-Versammlung zur gefälligen 
Aeußerung darüber vorzulegen, ob Wohldieselbe gegen die Wiederwahl 
des Rathszimniermeisters Hose mann auf fernere 6 Jahre, vom 1. März 
1883 ab, etwas zu erinnern hat. 
Berlin, den 20. December 1882. 
Magistrat hiesiger König! Haupt- und Residenzstadt, 
gez. von Forckenbeck. 
Berlin, den 23. December 1882. 
Der Stadtverordneten - Vorsteher. 
gez. Dr. Straßmann.
	        
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