XXII. Theater- und Circus-Gebäude.
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weiträumigen Untergeschofs. — Ein
grofserWandelraum und Erfrischungssaal,
der bis dahin fehlte, ist durch einen Er
weiterungsbau, an der Seite nach der
Karlstrafse, im vorigen Jahre hinzu
gefugt worden.
Eine neuere umfangreiche Anlage
ihrer Art bildet der Circus Busch,
durch die Architekten Blumberg &
Schreiber auf dem Hinterlande eines
fiskalischen, für eine Reihe von Jahren
verpachteten Grundstücks errichtet, wel
ches, an der Burgstrafse belegen, einer
seits von der Spree, anderseits von
der Stadtbahn begrenzt wird. Eine neu
angelegte, 19 m breite Zufahrtstrafse
vermittelt den Verkehr zwischen der
Burgstrafse und dem Circus. Der Zu
schauerraum ist in Eisenfachwerk, die
Vorbauten sowie das Stallgebäudc sind
massiv hcrgestellt. — Bemerkenswerth
ist die in einem Zwischcngeschofs an
gelegte Wandelhalle, die sich um den
ganzen Zuschauerraum zieht. Diese
Halle ist durch 4 m breite Treppen un
mittelbar von aufsen, durch zwei andere
von der Vorhalle aus zugänglich. Alle
Treppen vom ersten und zweiten Platz
münden in diese Wandelhalle, die
während der Pause auch als Ausschank
benutzt wird. — Quer durch die Bahn
ist ein 3 m breiter und 2,20 m tiefer
Graben angelegt, der bei überschwemm
ter Manege zum Durchschwimmen für
Pferde und Elephanten benutzt wird. —
Der Zuschauerraum fafst 4330 Per
sonen. — Der Stall bietet Raum für
123 Pferde. Aufserdem sind noch in
gegenüber liegenden Stadtbahnbögen
Pferde untergebracht. Die Baukosten,
einschliefslich der Herstellung der Zufahrtstrafse und der Verlängerung des daselbst befind
lichen Nothauslasses der Canalisation, haben 400 000 Jk betragen.
1. Logentreppen. 2. Treppen zur Wandelhalle. 3. Damen. 4. Herren.
5. Buffet. 6. Fürstcnlogc im ersten Rang. 7. Parketteingang. 8. Kasse n-
Vorraum. 9. Kasse. 10. Hundestall.
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