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Full text: Berlin und seine Bauten (Public Domain) Issue1896,2/3 Der Hochbau (Public Domain)

X. Kirchen. 
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54. Die neue evangelische Garnisonkirche ist auf dem Kaiser Friedrich- 
Platze, nördlich vom benachbarten Tempelhofer Felde, dem geschichtlichen Uebungsplatze der 
preufsischen Garden, seit dem Jahre 1893 im Bau begriffen und wird mit dem Ende des 
Jahres 1896 ihrer Bestimmung, zum gottesdienstlichen Gebrauch für den südlichen Theil der 
evangelischen Gamisongemeinde, übergeben werden. Die Kirche, ein dreischiffiger Hallenbau, 
nach dem Entwurf und unter Leitung von A. Rofsteuscher errichtet, hat einschiffige, mit 
Giebeln gekrönte Kreuzarrae und wird in der Achse der Strafse Hasenhaide durch den aus 
fünf Seiten des Zehnecks entwickelten Chor begrenzt, dessen westlich anschliefsendes Joch 
sich seitlich durch zwei Thurman 
bauten erweitert. Von diesen ist 
Im Innern haben der Altar 
im Mittelpunkte des Chores und die 
Kanzel am nördlichen Vierungspfeiler 
ihre Plätze. Die Decke des ganzen 
Raumes wölbt sich durch runde 
Pfeiler gestützt, zwischen denen Em 
poren auf rippenlosen Kreuzge 
wölben in den Seitenschiffen und 
an dem Westgiebel eingebaut sind, 
im Mittelschiffgleichmäfsig als Reihen 
gewölbe mit Rippen über die Joche 
vonverschiedenerBreite. DieRippen- 
gewölbe des Chores und des zwei 
theiligen Kreuzschiffes haben an 
nähernd gleiche Scheitelhöhe mit dem 
Mittelschiff, während die Gewölbe 
der Seitenschiffe mit ihren Rippen 
unmittelbar über den Arkadenbogen 
abschliefsen. Im Kreuzschiffe sind 
gewölbte Emporen eingebaut, die 
an der inneren Seite mittels freistehender Säulen gestützt werden. 
Abb. 205, Die englische St. Georgskirche im Monbijoupark. 
der südliche mit besonderem Ein 
gänge und Vorraum für die Kaiser 
loge eingerichtet, während der nörd 
liche, gleichfalls mit besonderem 
Eingänge, zur Aufstellung des Tauf 
beckens dient. Im Westen, im Zuge 
der stattlichen Gneisenaustrafse, be 
findet sich der Haupteingang, über 
dem ein steinbehelmter Thurm, bis 
zum Knauf 86 m hoch, sich erhebt. 
Die Eisenspitze trägt den Reichs 
adler mit Kaiserkrone und Kreuz. 
Die niedrigen Anbauten an der Nord- und Südseite sind für die Sakristei, den 
Küster und für den Confirmandensaal bestimmt. Das Bauwerk hat gothische Stilformen, 
die hier mit der Freiheit früher Zeit zur Ausgestaltung der evangelischen Predigtkirche an 
gewendet erscheinen. Das Aeufsere ist in schlesischem Sandstein ausgeführt, im Innern, 
das vollständige Bemalung erhalten soll, sind die tragenden Architekturtheile von Cottaer 
Sandstein hergestellt, die Flächen geputzt. 
Das Kirchendach sowie die Helme der Chorthürme und des Dachreiters haben 
Schieferdeckung deutscher Art. Das Innere fafst 1650 Sitzplätze. Die Baukosten betragen 
700000 Ji, das ist ca. 466 „/f. für das Quadratmeter bebaute Fläche, ca. 27,40^ für das 
Cubikmeter umbauten Raumes und ca. 421 JL für den Sitzplatz.
	        
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