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Einleitendes - Ingenieurwesen Abschnitt C. Die Ingenierbauten I. Die öffentlichen Straßen und Plätze

Full text: Berlin und seine Bauten (Public Domain) Issue1896,1 Einleitendes - Ingenieurwesen (Public Domain)

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I. Die öffentlichen Strafsen und Plätze. 
auch sonst bei Steinen gröfserer Härte (Porphyr, Diorit, Grünstein) gestattet; im übrigen 
erhalten die Steine 19—20 cm Höhe. 
Zum Ausgleich in der Höhe der Steine wird zwischen letztere und die darunter 
befindliche Schotterunterbettung eine etwa 3 cm starke Kiesschicht eingebracht. Die Schotter 
unterlage besteht aus einer 10 cm starken Pack- und einer ebenso starken Schüttlage; 
sie wird vor Aufbringung der Kiesschicht mit einer 300 Ctr. schweren Dampfwalze abge 
walzt. Die Fugen eines derart hergestellten Bruchsteinpflasters werden in ihrer unteren 
Hälfte mit gesiebtem Perlkies, in ihrer oberen Hälfte mit einer Mischung aus Pech und 
Theeröl ausgefüllt. 
Die Kosten für die Steine sind im Laufe der Jahre, dank einer immer gröfser 
werdenden Betheiligung an den Lieferungen, erheblich im Preise gefallen. In den letzten 
Jahren wurden bezahlt für das Quadratmeter 
Steine I. Klasse 
Steine II. Klasse 
Steine III. Klasse 
in Höhe von 
in Höhe von 
in Höhe von 
19 — 20 cm 
15 —16 cm 
19 — 20 cm 
15—16 cm 
19—20 cm 
15—16 cm 
A 
Jk 
Jk 
Jk 
A 
16,go—15,60 
15.25— H.40 
11,75—9.7° 
10,50—9,35 
10,25—9,20 
9,75 — 8,5° 
Zu diesen Aufwendungen treten noch die für die Herstellung des Pflasters, ein- 
schliefslich Lieferung und Anfuhr aller übrigen Materialien, wie Kies, Fugenausgufsmasse usw., 
jedoch ausschliefslich Anschaffung der Pack- und Schüttsteine, welche aus alten, beim Auf 
bruch bestehenden Pflasters gewonnenen Steinen geschlagen werden. Der Gesamtbetrag 
dieser letzteren Leistungen berechnet sich mit Einschlufs des Fuhrlohnes für die Steine und 
der Planirung des Strafsenkörpers bei Umpflasterungen auf durchschnittlich 4,70 Jk für das 
Quadratmeter, während sich der Preis für eine gleiche Fläche einer Neupflasterung auf Kies 
unterbettung, jedoch ausschliefslich der Steine und der in ihrem Umfange sehr wechselnden 
Erdarbeiten auf durchschnittlich 2,90 Jk stellt. 
Das Asphaltpflaster wird nur aus natürlichem Asphaltgestein hergestellt, welches 
vor seiner Venvendung gemahlen und erhitzt wird. Das auf eine 20 cm hohe Betonunter 
bettung in einer Stärke von rd. 6 cm aufgebrachte heifse Pulver wird mittels erhitzter eiserner 
Stampfen und Walzen bis zu einer Stärke von rd. 5 cm zusammengeprefst. 
Das hierselbst verwendete Asphaltgestein wird gebrochen: in der Schweiz im Val 
de Travers, in Sicilien bei Ragusa, in Italien bei Ancona, in Frankreich bei St. Jean Maruejol, 
Departement Gard, in Deutschland bei Limmer und Vorwohle, Provinz Hannover. 
Die Unternehmer unterhalten das von ihnen hergestellte Pflaster 4 — 5 Jahre unent 
geltlich und weitere 15 Jahre für 50 <$. 0 für Jahr und Quadratmeter. Für die Neuherstellung 
von 1 qm Asphaltpflaster, einschliefslich der Unterbettung, wird ein Preis von 14,50 bis 15 Jk 
bezahlt, der im letztvergangenen Jahre auf 14 Jk zurückgegangen ist. 
Asphaltpflaster kommt besonders in Strafsen mit schnellem Verkehr und in solchen 
zur Venvendung, die eine mit Steinen befestigte Parallelstrafse haben; aufserdem aber vor 
öffentlichen Gebäuden, Schulen, Kirchen, Krankenhäusern usw., überhaupt dort, wo es 
darauf ankommt, das durch den Wagenverkehr verursachte Geräusch nach Möglichkeit zu 
dämpfen. Strafsen mit stärkerem Gefälle als 1:80 eignen sich nicht für Asphaltpflaster. 
Wird in solchen Strafsen aus irgend welchen Gründen geräuschloses Pflaster nothwendig, 
so mufs zu Holzpflaster gegriffen werden. 
Im übrigen hat Holzpflaster sich bisher in Berlin nicht bewährt; es ist daher in 
den letzten Jahren nur ausnahmsweise auf Brückenrampen und stark geneigten kürzeren 
Strafsenstrecken zur Anwendung gelangt. Bei diesen letzten ist das Pflaster nach der in 
Paris üblichen Weise verlegt worden, d. h. es hat eine sehr sorgfältige Sichtung der ver- 
1) Dieser Preis wird in Strafsen ohne Strafsenbahngleise bezahlt. Sind solche vorhanden, so 
erhöht sich die für Unterhaltung zu entrichtende Entschädigung für die Fläche innerhalb und zwischen 
den Gleisen und für je einen Streifen von 65 cm Breite zu beiden Seiten der äufseren Schienen auf 
75 c). für das Jahr und Quadratmeter.
	        
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