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Zweiter Theil Dritter Abschnitt Die Ingenieurbauten

Full text: Berlin und seine Bauten (Public Domain)

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Dritter Abschnitt. 
Sekunde 36'" hoch zu fördern vermag, erhalten. Da hiermit der Maximal-Tages- 
bedarf gedeckt ist, so werden Eeserve-Mascliinen nicht angelegt. 
Das Ausgleich-Reservoir auf dem Charlottenburger Berge wird in 2 
gleichen, für sich bestehenden Theilen von je 12200 kb m Fassungsraum, bei 4,5 m 
Wassertiefe erbaut. Zum Heben des Wassers aus demselben in das Standrohr 
sollen 8 Maschinen aufgcstellt werden, welche diejenige Grösse haben, dass 6 
derselben im Stande sind, das ganze von der Eutnahmestatiou herzugeführte 
Wasserquantum in das Standrohr zu schaffen; hierzu müssen dieselben eine effek 
tive Stärke von 560 Pfdkrft. erhalten. — 
Ein Theil der in die Stadt führenden Druckrohrfahrten schliesst sich, wie 
schon oben bemerkt, den bestehenden des alten Wasserwerks unmittelbar an; für 
die Versorgung der Hochstadt wird indess eine besondere Anlage einge 
richtet, für welche folgende Verhältnisse als maassgebend angenommen worden sind: 
Bis zu Ende des Jahres 1876 wird die Einwohnerzahl der Hochstadt ver- 
muthlich auf etwa 90000 anwachsen; der Sicherheit wegen wird auf 100000 ge 
rechnet; der Maximal-Tageskonsum derselben beträgt 14200 kb m Wasser. 
Das auf dem Windmühlenberge vorhandene Reservoir, welches etwa 3000 kb m 
Fassungsraum hat, ist zwar für seine Benutzung als Ausgleichreservoir von 
etwas geringer Kapazität, soll aber, da die Weite des zuführenden Druckrohrs 
reichlich bemessen ist, als solches dennoch verwendet werden. 
Weiter wird für die Station auf dem Windmühlenberge die Anlage eines Ver- 
thcilungs-Eeservoirs projektirt, dessen Nothweudigkeit aus der relativ geringen 
Einwohnerzahl des zu versorgenden Gebiets folgt, welche bewirkt, dass die Pumpen 
den vorkommenden erheblichen Schwankungen im Tageskonsum sieh nicht zu 
akkomodiren vermögen. Bei der etwa-8 — 9 mal grösseren Einwohnerzahl der 
Niederstadt halten sich die fraglichen Schwankungen in ungleich engeren Grenzen, 
so dass hier, wie auch die 12jährige Erfahrung in Berlin bestätigt, sehr wohl 
ohne Vertheilungs-Reservoir auszukommen ist. 
Das für den Windmühlenberg nothwendigerweise projektirte Vertheilungs- 
Reservoir soll zur möglichsten Milderung der allgemeinen Uebelstände die mit 
dieser Art von Reservoiren verknüpft sind, nur so gross angelegt werden, dass 
dasselbe lediglich den geringen Wasserverbrauch der 4 Nachtstunden, von 
12 Uhr Mitternacht bis 4 Uhr Morgens, deckt; für die übrige Zeit ist eine direkte 
Versorgung des Rohrnetzes durch die aufzustellenden 3 Maschinen 
von zusammen 130 Pfdkrft. in Aussicht genommen. Für den angegebenen 
beschränkten Zweck würde schon ein Fassungsraum des Reservoirs von 600 kb m 
ausreichend sein; da jedoch dieser geringe Inhalt ausser Verhältnis zu den Kosten 
eines Thurmbaues stehen würde, in welchem das Reservoir zu plaziren ist, so soll 
dasselbe einen Fassungsraum gleich dem Doppelten des nothwendigen, d. i. von 
1200 kb m erhalten. 
Als Sicherheitvorrichtung bleibt das auf dem Windmühlenberge vorhandene 
Standrohr bestehen; als weiteres Sicherheitmittel kommt ein gleiches Rohr bei den 
Anlagen auf dem Chartottenburger Plateau zur Aufstellung. — 
Projektirt ist, die neue Wasserwerkanlage nicht sogleich im ganzen Umfange, 
sondern zunächst in ihrer einen Hälfte zur Ausführung zu bringen, weil ver- 
muthlich noch eine Anzahl von Jahren verstreichen wird, bis sämmtliche Grund 
stücke der Stadt zum Anschluss an die Wasserleitung gelangen. Demzufolge
	        
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