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Erster Theil Zweiter Abschnitt Die Hochbauten Fig. 232. Schauspielhaus (Grundriss.)

Full text: Berlin und seine Bauten (Public Domain)

Die Hochbauten. 
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(.Geschoss. 
II.Geschoss. 
Giebelfeld hervorragenden Werth besitzt. Ein durch C. F. Langhaus im Jahre 
1869 hinzugefügter Anbau an der Hinterseite hat eine Vermehrung der Garderoben- 
Räume herbeigeführt. — Die Koulissen-Magazine des Opernhauses, früher im 
Erdgeschosse der gegenüberliegenden Bibliothek untergebraeht, befinden sieh in 
einem von Schinkel errichteten Gebäude der Französischen Strasse. 
Das Opernhaus, das in seiner gegenwärtigen Gestalt 1800—1900 Zuschauer 
fasst, bei Bällen dagegen Raum für nahezu 6000 Personen gewährt, ist in seinen, 
den Bühnen anderer Grosstädte durchaus ebenbürtigen szenischen Leistungen ein 
schwerlich zu überbietendes Beispiel dafür, unter wie beschränkten räumlichen 
Verhältnissen sich derartige Leistungen noch erzielen lassen. Am störendsten macht 
sich die geringe Höhe des 
Bühnenkellers (4 m ) gel 
tend; die Bühnenöffnung ist 
12,50™ breit und nahezu 
ebenso hoch. — Die Glanz 
seite des Baues neben der 
kunstgeschichtlichcn Be 
deutung der KnobeMorfl- 
schen Facadeu ist die ar 
chitektonische Ausbildung 
des Zuschauerraums, der 
— räumlich von vortreff 
licher Wirkung — ebenso 
den Eindruck der Gross 
artigkeit und des Glanzes 
wie den einer wohlthuen- 
den Leichtigkeit und An- 
muth erweckt. Mit Ver 
meidung pruukenderUeber- 
ladung ist doch überall 
Reichthum gezeigt und un- 
40 rrr 
I 
1. Saal des Restaurateurs, zugleich Foyer. 2. Garderobe für die Choristen. 
3. Passage. 4. Zimmer für die Theaterdlrcktion. 5. Korridor. C. Probcsaal. 
7. Garderobe-Magazin. 8. Vorsaal zum Konzertsaal. 9. Büfletsaal. 
10. Konzertsaal. 
Fig. 232. Schauspielhaus (Grundriss.) 
(Archit. Schinkel.) 
ter Verzicht auf kokette 
Einzelheiten ein so reiz 
volles Ganzes erzielt, dass 
das Opernhaus in dieser 
Beziehung mit Recht als ein 
Werk ersten Ranges gilt. 
2. Das Kngl. Schauspielhaus am Gensdarmen - Markt (Schiller - Platz).*) 
Da das Schauspielhaus auf den Fundamenten und sogar zum Theil mit Benutzung 
der nach dem Brande noch stehen gebliebenen Mauerfragmente des früheren von 
0. G. Langhans errichteten Nationaltheaters ausgeführt wurde, so sind einige No 
tizen über diesen älteren wenig bekannten, aber immerhin bedeutenden Bau hier 
wohl an der Stelle. Derselbe war, der Anlage des Opernhauses entsprechend, ein 
Oblong von ca. 36,2™ Breite und 76,6™ Länge, au dessen östlicher Langseite ein 
23,2“ breiter korinthischer Portikus ca. 3,7™ vorsprang. An der Nordseite lag 
Abbildung und Beschreibung in Schinkel’s Entwürfen, Bl. 7—18.
	        
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