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Full text: Freizügigkeitsmonitoring: Migration von EU-Bürgern nach Deutschland (Rights reserved) Issue 2019 (Rights reserved)

Berichtsreihen zu Migration und Integration – Reihe 2 Freizügigkeitsmonitoring: Migration von EU-Staatsangehörigen nach Deutschland Jahresbericht 2019 Johannes Graf Forschung Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl 2 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Auf einen Blick 3 1. Einleitung und Datengrundlage 4 2. Zuwanderung von EU-Staats­angehörigen nach Deutschland 5 3. Abwanderung von EU-Staats­angehörigen aus Deutschland 9 4. Wanderungssaldo 11 5. In Deutschland aufhältige EU-Staatsangehörige 16 6. EU-Staatsangehörige auf dem deutschen Arbeitsmarkt 18 3 Auf einen Blick Auf einen Blick Zentrale Trends „„ Im Gesamtjahr 2019 wanderten nach den Zahlen des Ausländerzentralregisters 593.987 EUBürgerinnen und Bürger nach Deutschland zu. Dies stellt zum ersten Mal seit 2016 wieder einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr dar (-6,5 %). „„ Bis auf Dänemark und Finnland verzeichnete Deutschland gegenüber jedem anderen EU-Staat Wanderungsgewinne. Der positive Wanderungssaldo ist insgesamt jedoch stark gesunken (‑32,9 % zum Vorjahr). „„ Bezüglich der Abwanderung von EU-Staatsangehörigen setzte sich die kontinuierlich steigende Entwicklung der Vorjahre fort. Im Jahr 2019 waren es 432.854 Personen, was eine Steigerung von 9,5 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Abwanderung liegt jedoch (in absoluten Zahlen) immer noch deutlich unterhalb der Zuwanderung. „„ Ende Dezember 2019 lebten 4.882.495 EU-Staatsangehörige in Deutschland (+0,9 % im Vergleich zum Dezember 2018). „„ Im September 2019 waren 2.276.958 EU-Staatsangehörige auf dem deutschen Arbeitsmarkt sozialversicherungspflichtig beschäftigt (+5,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat). Die größte Gruppe bildeten dabei - wie bei den aufhältigen Personen - polnische Staatsangehörige (19,7 %). „„ Sowohl bei der Zu- als auch bei der Abwanderung dominieren Rumänien, Polen und Bulgarien als wichtigste Staaten. Jedoch gingen die Zuwanderungszahlen von polnischen und rumänischen Staatsangehörigen 2019 zurück, während sie bei bulgarischen weiter leicht anstiegen. Die Abwanderungszahlen nahmen für Angehörige aus allen drei Staaten zu. 4 Einleitung und Datengrundlage 1. Einleitung und Datengrundlage Im halbjährlich erscheinenden Freizügigkeitsmonitoring berichtet das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge im Rahmen seiner „Berichtsreihen zu Migration und Integration“ über die aktuelle Entwicklung der Zu- und Fortzüge von Unionsbürgerinnen und -bürgern1 nach bzw. aus Deutschland. Hierzu werden entsprechende Auswertungen aus dem bundesweiten Ausländerzentralregister (AZR) vorgenommen. Das Freizügigkeitsmonitoring ergänzt damit das parallel erscheinende „Wanderungsmonitoring“ (Reihe 1 der Berichtsreihen zu Migration und Integration), bei dem Drittstaatsangehörige im Fokus der Betrachtung stehen. Auch beim Wanderungsmonitoring wird mit dem AZR als Datengrundlage gearbeitet. Im Vordergrund steht dabei jedoch nicht die Zuwanderung selbst, sondern die Erteilung von Aufenthaltstiteln an Drittstaatsangehörige, insbesondere zu Zwecken der (Aus-)Bildung und Erwerbstätigkeit in Deutschland. Die im Freizügigkeitsmonitoring dargestellten AZR-Wanderungszahlen unterscheiden sich von den Zahlen der auf An- und Abmeldungen basierenden, fallbezogenen Zu- und Fortzugsstatistik des Statistischen Bundesamtes. Die Daten des AZR sind personenbezogen und Personen werden darin erst registriert, wenn sie sich nicht nur vorübergehend, sondern länger als 90 Tage im Bundesgebiet aufhalten (§ 2 Abs. 1 AZRG). Geburten oder Sterbefälle von ausländischen Staatsangehörigen in Deutschland fließen dabei nicht in die Wanderungsstatistik ein. Da im AZR nur Daten ausländischer Staatsangehöriger erfasst sind, beziehen sich die Wanderungszahlen außerdem nicht auf deutsche Zu- und Abgewanderte. Den in diesem Bericht dargestellten Daten liegt ein dreimonatiger Nacherfassungszeitraum zugrunde, d. h. die Werte für das Jahr 2019 resultieren aus einer Abfrage vom 31. März 2020. Dadurch erhöht sich die Belastbarkeit der Daten, weil Nachmeldungen im AZR berücksichtigt werden, die zwar erst im ersten Quartal 2020 erfolgten, jedoch noch Wanderungsvorgänge aus 2019 betreffen. Neben der Darstellung der nach den einzelnen EU-Staatsangehörigkeiten unterteilten Wanderungszahlen seit dem Jahr 2011 (Kapitel 2 und 3) sowie den Wanderungssalden (Kapitel 4) liegt im Jahresbericht auch ein besonderes 1 In diesem Bericht werden unter Unionsbürgerinnen und -bürgern auch Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs gefasst, da der Austritt aus der EU erst nach dem Ende des Berichtszeitraums (zum 31.1.2020) erfolgte. Augenmerk auf der Entwicklung der Zu- und Fortzüge von Staatsangehörigen „„ aus den sog. EU-8 Staaten (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn), für die seit dem 1. Mai 2011 die vollständige EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt; „„ aus den sog. EU-2 Staaten (Rumänien und Bulgarien), für die seit dem 1. Januar 2014 die vollständige EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt; „„ aus Kroatien, das zum 1. Juli 2013 der EU beigetreten ist und für dessen Staatsangehörige seit dem 1. Juli 2015 die vollständige EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt, sowie „„ aus den von der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders betroffenen vier südeuropäischen EU-Staaten Griechenland, Italien, Portugal und Spanien (sog. GIPS-Staaten) mit seit langem bestehender, vollständiger EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit. Abgeschlossen wird das Freizügigkeitsmonitoring mit einem Überblick über die Zahl der in Deutschland aufhältigen EU-Staatsangehörigen zum Stichtag 31. Dezember 2019 (Kapitel 5) sowie Daten zur Teilnahme dieser Personengruppen am deutschen Arbeitsmarkt (Kapitel 6). Aussagen über tatsächliche Erwerbstätigkeit sind anhand der AZR-Daten nicht möglich, da solche Angaben bei EU-Staatsangehörigen nicht erfasst werden. Ca. 90 % der Neuzugewanderten aus der EU sind jedoch im erwerbsfähigen Alter zwischen 16 und 64 Jahren. Für eine Analyse des Arbeitsmarktes muss daher auf die von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Daten zurückgegriffen werden, so wie dies auch im Wanderungsmonitoring für Erwerbstätige aus Drittstaaten in Deutschland getan wird. 5 Zuwanderung von EU-Staatsangehörigen nach Deutschland 2. Zuwanderung von EU-Staats­ angehörigen nach Deutschland Im Gesamtjahr 2019 wurden laut AZR insgesamt 593.987 Zuzüge von Unionsbürgerinnen und -bürgern (ohne Deutsche) nach Deutschland registriert. Gegenüber dem Vorjahr (635.537 Zuzüge) bedeutet dies einen Rückgang um 41.550 Personen bzw. 6,5 %. Tabelle 1 zeigt die Anzahl der seit 2011 jährlich zugewanderten EU-Staatsangehörigen sowie die prozentuale Veränderung des letzten Jahres im Vergleich zum Vorjahr – jeweils differenziert nach den einzelnen Staatsangehörigkeiten. Tabelle 1: Anzahl der seit 2011 zugewanderten Unionsbürgerinnen und -bürger (ohne Deutsche) nach Staatsangehörigkeit Staatsangehörigkeit Belgien 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 Veränderung 2018/2019 1.545 1.773 1.883 2.149 2.382 2.406 2.474 2.345 2.285 -2,6 % Bulgarien 34.507 41.694 45.177 63.140 71.709 66.790 66.872 67.883 68.815 +1,4 % Dänemark 1.351 1.373 1.431 1.484 1.613 1.733 1.777 1.720 1.738 +1,0 % 952 828 928 819 807 740 679 701 683 -2,6 % Finnland 1.424 1.453 1.500 1.692 1.963 1.905 1.913 1.717 1.486 -13,5 % Frankreich 8.707 8.916 10.411 11.058 12.505 12.916 13.111 12.214 11.741 -3,9 % 16.258 24.567 24.921 23.361 23.910 22.330 22.227 20.967 18.884 -9,9 % Irland 1.077 1.141 1.129 1.312 1.660 1.792 1.936 1.987 2.070 +4,2 % Italien Estland Griechenland 17.784 24.684 34.416 43.676 47.457 42.698 43.431 43.351 39.947 -7,9 % Kroatien* 8.089 9.019 18.633 37.060 50.646 51.163 50.283 48.618 40.151 -17,4 % Lettland 6.793 6.513 6.174 5.810 5.400 5.289 6.062 5.968 5.820 -2,5 % Litauen 7.492 7.723 7.114 6.832 8.220 7.790 8.721 10.203 9.381 -8,1 % Luxemburg 1.392 1.341 1.920 2.066 2.420 2.375 2.306 2.310 2.354 +1,9 % 79 65 72 65 89 71 88 84 95 +13,1 % Niederlande 6.952 6.798 7.907 8.350 9.174 8.791 8.580 7.929 7.612 -4,0 % Österreich 7.133 7.057 7.351 7.925 8.792 8.740 8.860 8.321 7.730 -7,1 % 106.003 117.890 136.682 143.760 147.910 123.134 118.024 113.408 101.467 -10,5 % Malta Polen Portugal 5.903 8.572 10.426 9.175 8.653 8.025 7.383 6.604 6.368 -3,6 % Rumänien 64.668 82.557 102.753 156.440 174.779 171.380 179.838 194.615 188.091 -3,4 % Schweden 1.449 1.426 1.629 1.770 2.271 2.092 2.279 2.313 2.162 -6,5 % Slowakei 9.175 10.621 11.475 12.567 12.000 10.019 10.118 9.813 10.071 +2,6 % Slowenien 1.654 2.417 3.194 3.477 3.852 2.839 2.720 2.294 1.990 -13,3 % 10.305 15.929 21.552 21.375 20.144 18.668 16.238 15.621 15.170 -2,9 % Spanien Tschechien Ungarn Vereinigtes Königreich Zypern EU-Staatsangehörige gesamt (inkl. Kroatien) 6.299 7.288 7.904 8.971 9.476 7.966 8.163 7.905 7.536 -4,7 % 31.293 43.433 47.023 48.063 48.099 42.302 40.014 36.293 30.382 -16,3 % 6.420 6.861 7.492 7.401 9.115 9.663 10.333 10.033 9.677 -3,5 % 163 220 412 445 439 419 406 320 281 -12,2 % 364.867 442.159 521.509 630.243 685.485 634.036 634.836 635.537 593.987 -6,5 % * Kroatien ist seit dem 01.07.2013 Mitglied der Europäischen Union. Aus Vergleichsgründen wurden die Zuwanderungszahlen kroatischer Staatsangehöriger hier bereits ab dem Jahr 2011 den Wanderungszahlen der EU-Staatsangehörigen hinzugefügt. Quelle: Ausländerzentralregister 6 Zuwanderung von EU-Staatsangehörigen nach Deutschland Staatsangehörige aus Rumänien (188.091 Personen), Polen (101.467 Personen) und Bulgarien (68.815 Personen) stellen dabei die größten Zuwanderungsgruppen dar (siehe Abbildung 1). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Migration von Staatsangehörigen aus lediglich sechs EU-Mitgliedstaaten gestiegen und aus 21 Mitgliedstaaten gesunken. Zwei Jahre zuvor waren es noch 16 Staaten mit einer Steigerung in der Zuwanderung. Den stärksten Anstieg (gemessen an den absoluten Zahlen) gab es bei Staatsangehörigen aus Bulgarien (+932 Personen), den größten Rückgang bei polnischen Staatsangehörigen (‑11.941 Personen). Gesamtzuwanderung von Bürgerinnen und Bürgern dieser Staaten nach Deutschland verzeichnet werden. Der darauffolgende Rückgang hielt in 2019 an und stieg sogar um mehr als das Doppelte im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt -19.255 Personen bzw. -10,3 % an. Lediglich aus der Slowakei kamen mehr Staatsangehörige nach Deutschland als im Vorjahr. Wie bereits in den Vorjahren ist auch für diesen Zeitraum die größte Abnahme der Zuwanderung – in absoluten Zahlen – bei polnischen Staatsangehörigen auszumachen (‑11.941 Personen), was über die Hälfte des Gesamtrückgangs in der Gruppe der EU-8 Staaten darstellt. Für die EU-8 Staaten gilt die vollständige Freizügigkeit seit dem 1. Mai 2011. Bis 2015 konnte ein Anstieg bei der Auch die Zahl der zugewanderten Personen mit einer Staatsangehörigkeit aus den EU-2 Staaten Bulgarien und Abbildung 1: Anzahl der zugewanderten Unionsbürgerinnen und -bürger (ohne Deutsche) nach Staatsangehörigkeit in 2018 und 2019 188.091 194.615 Rumänien 101.467 113.408 Polen Bulgarien 40.151 48.618 39.947 43.351 30.382 36.293 18.884 20.967 15.170 15.621 11.741 12.214 10.071 9.813 9.677 10.033 9.381 10.203 7.730 8.321 7.612 7.929 7.536 7.905 6.368 6.604 5.820 5.968 2.354 2.310 2.285 2.345 2.162 2.313 2.070 1.987 1.990 2.294 1.738 1.720 1.486 1.717 683 701 281 320 95 84 Kroatien Italien Ungarn Griechenland Spanien Frankreich Slowakei Vereinigtes Königreich Litauen Österreich Niederlande Tschechien Portugal Lettland Luxemburg Belgien Schweden Irland Slowenien Dänemark Finnland Estland Zypern Malta 0 50.000 68.815 67.883 100.000 2019 Quelle: Ausländerzentralregister 150.000 2018 200.000 250.000 7 Zuwanderung von EU-Staatsangehörigen nach Deutschland Rumänien nahm seit Einführung der uneingeschränkten EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit für diesen Personenkreis zum 1. Januar 2014 überdurchschnittlich zu und erreichte für Bulgarien bereits im Jahr 2015 den bisherigen Höchstwert. Für Rumänien wurde dieser im Jahr 2018 erreicht. Während sich für Bulgarien die leicht steigende Tendenz aus den Vorjahren weiter fortsetzte (+932 Personen bzw. +1,4 % im Vergleich zum Vorjahr), gingen die Zuwanderungszahlen rumänischer Staatsangehöriger in 2019 wieder zurück (‑6.524 Personen bzw. -3,4 %). Seit dem EU-Beitritt Kroatiens 2013 ist auch eine stärkere Zuwanderung von Staatsangehörigen aus diesem Land zu beobachten. Im aktuellen Berichtszeitraum verringerte sich deren Zuwanderung jedoch deutlich um 17,4 % gegenüber dem Vorjahr (-8.467 Personen), nachdem sie bereits 2017 und 2018 leicht zurückgegangen war. Zusammengefasst besaßen mehr als drei Viertel der im Gesamtjahr 2019 zugezogenen Unionsbürgerinnen und -bürger (464.387 Personen; 78,2 %) die Staatsangehörigkeit eines Landes, für das erst seit weniger als einem Jahrzehnt die vollständige Freizügigkeit gilt (EU-8, EU-2, Kroatien). Daneben stammten insgesamt 80.369 zugewanderte EUStaatsangehörige (13,5 %) aus den von der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders betroffenen südeuropäischen Mitgliedsstaaten Griechenland, Italien, Portugal und Spanien. Für jedes dieser vier Länder ist jedoch, wie bereits in 2018, ein Rückgang der Zuwanderungszahlen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Die Gesamtzuwanderung dieser Staatsangehörigen nimmt bereits seit 2016 ab. Alter und Geschlecht der im Jahr 2019 zugewanderten EU-Staatsangehörigen Nach den in Tabelle 2 dargestellten Daten befinden sich rund 90 % der zugewanderten EU-Staatsangehörigen des Jahres 2019 im erwerbsfähigen Alter von 16 bis 64 Jahren. Der größte Anteil entfällt dabei auf die Altersgruppe der 25- bis unter 35-Jährigen (27,7 %). Bei den meisten Herkunftsstaaten liegt der höchste Wert in dieser Altersgruppe. Die hier vorliegende charakteristische Altersverteilung lässt eine hohe Erwerbsbeteiligung der EU-Zugewanderten vermuten. Nur bei Dänemark, Frankreich, Irland, Luxemburg und Spanien liegt der Maximalwert in der noch jüngeren Altersgruppe der 18- bis unter 25-Jährigen.3 Möglicherweise ist letzteres zumindest teilweise auf die in Deutschland studierenden Staatsangehörigen aus diesen Ländern zurückzuführen. Da im AZR bei EU-Staatsangehörigen der Aufenthaltszweck nicht erfasst wird, kann dies jedoch lediglich vermutet werden. Der Anteil an Frauen unter allen zugewanderten EU-Staatsangehörigen liegt bei 36,2 %.4 Dabei variiert dieser jedoch stark zwischen den einzelnen Staatsangehörigkeiten. Während mit Finnland in 2019 lediglich aus einem Staaten mehr weibliche als männliche Angehörige nach Deutschland zuwanderten (53,4 %), weisen Polen, Ungarn und Rumänien die geringsten Anteile an weiblichen Zugewanderten auf (32,5 %, 33,6 % bzw. 33,8 %). Insgesamt lässt sich feststellen, dass im Berichtszeitraum ein deutlicher Rückgang der Zuwanderung von EUStaatsangehörigen zu verzeichnen ist. Dies wurde bereits mehrfach beispielsweise aufgrund von Veränderungen in der demografischen Struktur oder des Arbeitsmarktes in den Herkunftsländern prognostiziert (siehe u. a. Fuchs et al. 20192). Ob sich diese Tendenz in den nächsten Jahren erhärten bzw. sogar noch weiter verstärken wird, werden die kommenden Berichte des Freizügigkeitsmonitorings zeigen. Aufgrund der Corona-Krise und den damit einhergehenden Einreisebeschränkungen kann darüber hinaus für 2020 mit einem besonderen Einschnitt in die Entwicklung gerechnet werden. Zudem wird sich hier feststellen lassen, welche Auswirkungen der Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der EU zum 31. Januar 2020 auf die EU-Binnenmobilität haben wird. 3 2 Fuchs, Johann/Kubis, Alexander/Schneider, Lutz (2019): Zuwanderung und Digitalisierung. Wie viel Migration aus Drittstaaten benötigt der deutsche Arbeitsmarkt künftig, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung. 4 Diese Altersgruppe umfasst lediglich eine Spanne von sieben Jahren. Die Verteilung bleibt jedoch bestehen, wenn auch die 16- bis 18-Jährigen mitberücksichtigt werden. Für 671 Personen wurde keine Geschlechterangabe im AZR hinterlegt, drei Personen sind als divers eingetragen. 8 Zuwanderung von EU-Staatsangehörigen nach Deutschland Tabelle 2: Altersverteilung der in 2019 zugewanderten Unionsbürgerinnen und -bürger nach Staatsangehörigkeit Altersgruppe in Jahren Staatsangehörigkeit Belgien Bulgarien Dänemark 0 bis unter 16 16 bis unter 18 18 bis unter 25 25 bis unter 35 35 bis unter 45 45 bis unter 55 55 bis unter 65 65 Jahre und älter Gesamt 172 15 638 683 355 247 127 48 2.285 9.241 1.012 10.669 16.609 15.053 11.232 4.102 897 68.815 135 20 551 549 168 169 102 44 1.738 Estland 62 10 147 217 131 73 33 10 683 Finnland 114 21 484 521 189 99 36 22 1.486 Frankreich 827 121 5.200 3.385 1.145 625 274 164 11.741 Griechenland 2.392 272 3.380 5.024 3.329 2.743 1.195 549 18.884 Irland 117 22 778 616 284 158 68 27 2.070 Italien 3.781 503 10.138 12.618 5.771 4.325 1.943 868 39.947 Kroatien 5.136 470 7.591 9.580 7.790 6.123 2.971 490 40.151 Lettland 457 59 1.052 1.644 1.250 882 410 66 5.820 Litauen 482 50 2.197 2.587 1.740 1.517 686 122 9.381 Luxemburg 211 37 871 541 204 185 175 130 2.354 Malta Niederlande Österreich Polen Portugal 12 - 20 31 19 10 3 - 95 725 65 1.463 2.035 1.140 1.101 722 361 7.612 576 52 1.900 2.689 1.125 769 403 216 7.730 4.431 454 22.213 27.901 20.319 16.463 7.950 1.736 101.467 532 56 1.257 1.851 1.247 909 373 143 6.368 Rumänien 15.933 1.572 38.284 52.849 40.400 30.172 7.414 1.467 188.091 Schweden 269 23 461 742 347 174 90 56 2.162 Slowakei 864 100 2.327 2.853 2.030 1.356 477 64 10.071 Slowenien 156 20 426 610 409 237 107 25 1.990 1.918 196 4.422 4.369 2.266 1.380 450 169 15.170 815 126 1.502 2.246 1.535 900 335 77 7.536 1.894 199 6.212 8.478 6.166 5.162 1.909 362 30.382 509 29 2.227 3.040 1.714 1.197 678 283 9.677 8 6 86 105 39 27 7 3 281 51.769 5.510 126.496 164.373 116.165 88.235 33.040 8.399 593.987 Spanien Tschechien Ungarn Vereinigtes Königreich Zypern EU-Staatsangehörige gesamt Anmerkung: Die farblichen Hinterlegungen stellen pro Land die Altersgruppe mit den höchsten Fallzahlen dar. Quelle: Ausländerzentralregister 9 Abwanderung von EU-Staatsangehörigen aus Deutschland 3. Abwanderung von EU-Staats­ angehörigen aus Deutschland Im Gesamtjahr 2019 sind laut AZR insgesamt 432.854 Unionsbürgerinnen und -bürger (ohne Deutsche) aus Deutschland fortgezogen. Im Vergleich zu 2018 (395.392 Fortzüge) nahm die Abwanderung damit um 9,5 % zu. Die meisten Fortzüge waren bei rumänischen (124.373 Personen), gefolgt von polnischen (85.720 Personen) und bulgarischen Staatsangehörigen (42.938 Personen) zu verzeichnen. Somit sind bei diesen drei Ländern sowohl die meisten Zu- als auch Abwanderungen und damit eine hohe Dynamik des Migrationsgeschehens zu erkennen. Detaillierte länderspezifische Informationen zur Abwanderung von EU-Staatsangehörigen aus Deutschland seit 2011 sind der Tabelle 3 sowie Abbildung 2 zu entnehmen. Tabelle 3: Anzahl der seit 2011 abgewanderten Unionsbürgerinnen und -bürger (ohne Deutsche) nach Staatsangehörigkeit Staatsangehörigkeit Belgien Bulgarien Dänemark Estland 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 Veränderung 2018/2019 1.087 895 1.019 1.396 1.269 1.311 1.645 1.572 1.695 +7,8 % 13.896 16.255 19.401 24.466 26.299 32.036 34.735 37.833 42.938 +13,5 % 928 819 871 1.270 1.061 1.220 1.472 1.432 1.950 +36,2 % 425 398 387 511 436 438 449 493 516 +4,7 % Finnland 1.112 1.102 1.097 1.414 1.243 1.322 1.578 1.436 1.617 +12,6 % Frankreich 5.838 5.297 5.708 7.934 7.666 8.150 9.981 8.908 11.089 +24,5 % Griechenland 5.851 6.509 7.366 10.127 9.733 11.498 12.813 12.503 14.492 +15,9 % Irland 614 604 669 873 859 1.079 1.122 1.301 1.612 +23,9 % Italien 12.459 11.160 13.450 19.702 21.601 24.152 27.110 27.241 30.352 +11,4 % Kroatien* 6.846 6.501 6.642 9.416 11.789 15.122 17.467 18.561 19.634 +5,8 % Lettland 2.301 2.769 2.654 3.199 2.827 2.989 3.416 3.526 4.195 +19,0 % Litauen 2.593 3.002 3.282 3.764 3.687 4.058 4.424 5.721 6.808 +19,0 % 828 749 717 1.113 1.051 1.101 1.211 1.189 1.401 +17,8 % Luxemburg Malta Niederlande Österreich Polen Portugal 38 40 43 52 47 53 61 59 67 +13,6% 4.530 4.155 4.480 5.404 5.460 5.910 6.309 6.508 6.765 +3,9 % 4.951 4.912 4.861 5.948 5.192 5.473 6.964 6.033 6.611 +9,6 % 45.425 47.384 57.227 70.700 70.740 72.983 77.692 81.198 85.720 +5,6 % 3.213 3.074 3.957 5.219 4.954 5.198 5.915 5.377 5.961 +10,9 % Rumänien 27.654 32.371 43.953 63.363 73.183 87.853 100.984 113.413 124.373 +9,7 % Schweden 1.133 1.026 1.064 1.402 1.303 1.432 1.638 1.550 1.863 +20,2 % Slowakei 4.534 4.787 6.000 7.082 6.803 6.737 7.355 7.483 7.951 +6,3 % 958 1.179 1.418 1.723 1.890 1.926 1.952 1.837 1.821 -0,9 % Spanien 4.723 5.091 6.918 10.352 10.287 11.382 12.002 11.544 12.684 +9,9 % Tschechien 3.166 3.280 3.821 4.868 4.858 5.455 5.583 5.490 6.143 +11,9% 13.358 15.301 19.378 23.679 23.253 25.396 27.392 26.510 26.842 +1,3 % 4.377 3.894 4.331 5.782 5.386 5.599 6.402 6.461 7.545 +16,8 % 48 51 79 175 159 150 220 213 209 -1,9 % 172.886 182.605 220.793 290.934 303.036 340.023 377.892 395.392 432.854 +9,5 % Slowenien Ungarn Vereinigtes Königreich Zypern EU-Staatsangehörige gesamt (inkl. Kroatien) * Kroatien ist seit dem 01.07.2013 Mitglied der Europäischen Union. Aus Vergleichsgründen wurden die Fortzugszahlen kroatischer Staatsangehöriger hier bereits ab dem Jahr 2011 den Wanderungszahlen der EU-Staatsangehörigen hinzugefügt. Quelle: Ausländerzentralregister 10 Abwanderung von EU-Staatsangehörigen aus Deutschland Grundsätzlich ist anzumerken, dass der Umfang der Abwanderung von Unionsbürgerinnen und ‑bürgern u. a. von der Höhe der Zuwanderung der vorhergehenden Jahre (vgl. Kapitel 2) sowie von der Anzahl der zuletzt in Deutschland lebenden EU-Staatsangehörigen (vgl. Kapitel 5) abhängt. Im Gegensatz zu den Zuzügen, die zwischen 2011 und 2015 z. T. stark angestiegen waren, sich von 2016 bis 2018 auf einem etwa konstanten Niveau befanden und 2019 etwas zurückgingen (Tabelle 1), ist bei den Fortzugszahlen seit 2011 eine kontinuierliche Steigerung zu beobachten (Tabelle 3). Bezüglich des absoluten Niveaus liegen sie jedoch immer noch deutlich unter den Zuzugszahlen. Abbildung 2: Anzahl der abgewanderten Unionsbürgerinnen und -bürger (ohne Deutsche) nach Staatsangehörigkeit in 2018 und 2019 Rumänien 85.720 81.198 Polen 42.938 37.833 30.352 27.241 26.842 26.510 19.634 18.561 14.492 12.503 12.684 11.544 11.089 8.908 7.951 7.483 7.545 6.461 6.808 5.721 6.765 6.508 6.611 6.033 6.143 5.490 5.961 5.377 4.195 3.526 1950 1432 1.863 1.550 1.821 1.837 1695 1572 1.617 1.436 1.612 1.301 1.401 1.189 516 493 209 213 67 59 Bulgarien Italien Ungarn Kroatien Griechenland Spanien Frankreich Slowakei Vereinigtes Königreich Litauen Niederlande Österreich Tschechien Portugal Lettland Dänemark Schweden Slowenien Belgien Finnland Irland Luxemburg Estland Zypern Malta 0 20.000 40.000 60.000 2019 Quelle: Ausländerzentralregister 2018 80.000 100.000 113.413 120.000 124.373 140.000 11 Wanderungssaldo 4. Wanderungssaldo Der Wanderungssaldo gibt die Nettozuwanderung an und berechnet sich aus der Differenz von Zuzügen und Fortzügen. Damit lassen sich Aussagen über die Veränderung der ausländischen Bevölkerungsgruppen in Deutschland treffen. Grundsätzlich sollte bei der Bewertung der Höhe der Netto- zuwanderung für die einzelnen Staatsangehörigkeiten auch die jeweilige Zahl der in Deutschland aufhältigen Personen beachtet werden (Kapitel 5), da diese einen maßgeblichen Einfluss auf den Umfang der Fortzüge nimmt. Tabelle 4: Wanderungssaldo von Unionsbürgerinnen und -bürgern (ohne Deutsche) nach Staatsangehörigkeit seit 2011 Staatsangehörigkeit Belgien Bulgarien 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 458 878 864 753 1.113 1.095 829 773 590 Veränderung 2018/2019 -23,7 % 20.611 25.439 25.776 38.674 45.410 34.754 32.137 30.050 25.877 -13,9 % Dänemark 423 554 560 214 552 513 305 288 -212 -173,6 % Estland 527 430 541 308 371 302 230 208 167 -19,7 % Finnland Frankreich Griechenland 312 351 403 278 720 583 335 281 -131 -146,6 % 2.869 3.619 4.703 3.124 4.839 4.766 3.130 3.306 652 -80,3 % 10.407 18.058 17.555 13.234 14.177 10.832 9.414 8.464 4.392 -48,1 % Irland 463 537 460 439 801 713 814 686 458 -33,2 % Italien 5.325 13.524 20.966 23.974 25.856 18.546 16.321 16.110 9.595 -40,4 % Kroatien* 1.243 2.518 11.991 27.644 38.857 36.041 32.816 30.057 20.517 -31,7 % Lettland 4.492 3.744 3.520 2.611 2.573 2.300 2.646 2.442 1.625 -33,5 % Litauen 4.899 4.721 3.832 3.068 4.533 3.732 4.297 4.482 2.573 -42,6 % 564 592 1.203 953 1.369 1.274 1.095 1.121 953 -15,0 % Luxemburg Malta Niederlande Österreich 41 25 29 13 42 18 27 25 28 +12,0 % 2.422 2.643 3.427 2.946 3.714 2.881 2.271 1.421 847 -40,4 % 2.182 2.145 2.490 1.977 3.600 3.267 1.896 2.288 1.119 -51,1 % 60.578 70.506 79.455 73.060 77.170 50.151 40.332 32.210 15.747 -51,1 % 2.690 5.498 6.469 3.956 3.699 2.827 1.468 1.227 407 -66,8 % Rumänien 37.014 50.186 58.800 93.077 101.596 83.527 78.854 81.202 63.718 -21,5 % Schweden 316 400 565 368 968 660 641 763 299 -60,8 % 4.641 5.834 5.475 5.485 5.197 3.282 2.763 2.330 2.120 -9,0 % 696 1.238 1.776 1.754 1.962 913 768 457 169 -63,0 % Spanien 5.582 10.838 14.634 11.023 9.857 7.286 4.236 4.077 2.486 -39,0 % Tschechien 3.133 4.008 4.083 4.103 4.618 2.511 2.580 2.415 1.393 -42,3 % 17.935 28.132 27.645 24.384 24.846 16.906 12.622 9.783 3.540 -63,8% 2.043 2.967 3.161 1.619 3.729 4.064 3.931 3.572 2.132 -40,3 % 115 169 333 270 280 269 186 107 72 -32,7 % 191.981 259.554 300.716 339.309 382.449 294.013 256.944 240.145 161.133 -32,9 % Polen Portugal Slowakei Slowenien Ungarn Vereinigtes Königreich Zypern EU-Staatsangehörige gesamt (inkl. Kroatien) * Kroatien ist seit dem 01.07.2013 Mitglied der Europäischen Union. Aus Vergleichsgründen wurden die Zu- und Fortzugszahlen kroatischer Staatsangehöriger hier bereits ab dem Jahr 2011 den Wanderungszahlen der EU-Staatsangehörige hinzugefügt. Quelle: Ausländerzentralregister 12 Wanderungssaldo Deutschland verzeichnete in den letzten Jahren gegenüber jedem einzelnen EU-Staat kontinuierlich Wanderungsgewinne, d. h. es wanderten mehr Personen zu als aus (Tabelle 4). 2019 weisen jedoch einige Staaten (Dänemark und Finnland) zum ersten Mal seit Beginn des Untersuchungszeitraums im Jahr 2011 einen negativen jährlichen Wanderungssaldo ihrer Staatsangehörigen in Bezug auf die Migration nach Deutschland auf. Auch insgesamt nahm der Wanderungsgewinn aus allen EU-Staaten deutlich ab: 161.133 EU‑Staatsangehörige wanderten mehr nach Deutschland zu als von Deutschland ab. Dies bedeutet einen Rückgang von 79.012 Personen bzw. 32,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Zum ersten Mal liegt der Gesamtwert damit unter dem des Jahres 2011. Abbildung 3 zeigt die nach Höhe sortierte Nettozuwanderung der EU-Staatsangehörigen in 2019. Der Herkunftsstaat, bei dessen Staatsangehörigen Deutschland den Abbildung 3: Wanderungssaldo von Unionsbürgerinnen und -bürgern (ohne Deutsche) nach Staatsangehörigkeit in 2018 und 2019 63.718 Rumänien Bulgarien Kroatien Polen Italien 9.595 Griechenland 4.392 8.464 3.540 9.783 2.573 4.482 2.486 4.077 2.132 3.572 2.120 2.330 1.625 2.442 1.393 2.415 1.119 2.288 953 1.121 847 1.421 652 3.306 590 773 458 686 407 1.227 299 763 169 457 167 208 72 107 28 25 Ungarn Litauen Spanien Vereinigtes Königreich Slowakei Lettland Tschechien Österreich Luxemburg Niederlande Frankreich Belgien Irland Portugal Schweden Slowenien Estland Zypern Malta Finnland -131 Dänemark -212 -10.000 25.877 30.050 20.517 30.057 15.747 32.210 16.110 281 288 0 10.000 30.000 2019 Quelle: Ausländerzentralregister 81.202 50.000 2018 70.000 90.000 13 Wanderungssaldo höchsten Wanderungsgewinn aufzuweisen hat, ist wie im Vorjahr Rumänien. Allein auf dieses Land geht mehr als ein Drittel (39,5 % bzw. 63.718 Personen) des gesamten Wanderungsgewinns Deutschlands bei EU-Staatsangehörigen im Berichtszeitraum zurück. Jedoch weisen auch Bulgarien, Kroatien und Polen einen überdurchschnittlich hohen positiven Wanderungssaldo auf (25.877, 20.517 bzw. 15.747 Personen), wobei für alle diese Staaten eine stark rückläufige Entwicklung festzustellen ist. aus den EU-8 im gesamten Beobachtungszeitraum jeweils deutlich unter 10.000 Personen lag, erreichte dieser bei den ungarischen Migrantinnen und Migranten im Jahr 2012 mit 28.132 Personen seinen vorläufigen Höhepunkt. Noch weitaus höher lag der Wanderungssaldo bei polnischen Staatsangehörigen. Hier wurde mit 79.455 Personen im Jahr 2013 das bisherige Maximum der Nettozuwanderung erreicht. Seit diesen Höhepunkten weisen beiden Gruppen jedoch fast durchgängig rückläufige Tendenzen auf. Vergleicht man die Wanderungssalden der einzelnen Staatsangehörigkeitsgruppen in 2019 mit denen des Vorjahres, so weisen insgesamt 26 EU-Staaten einen gesunkenen Wert auf. Mit Malta hat lediglich ein EU-Staat einen gestiegenen Wanderungsgewinn, welcher jedoch einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Gesamtzuwanderung nimmt. Der größte Rückgang in der Nettozuwanderung gegenüber dem Vorjahr war (gemessen in absoluten Zahlen) mit 17.484 Personen bzw. 21,5 % bei rumänischen Staatsangehörigen zu beobachten. Seit dem Jahr 2016 wurden für die Gesamtheit der EU-8 Staatsangehörigen fortlaufende Rückgänge in den Wanderungsgewinnen verzeichnet. Seit 2018 wurde für alle Staaten das Niveau von 2011 – dem Jahr des Beginns der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit für diese Staatsangehörigen – wieder unterschritten. In 2019 ging die Nettozuwanderung noch einmal um 26.993 Personen bzw. 49,7 % auf insgesamt 27.334 Personen zurück. Der Wanderungssaldo aus diesen Staaten liegt damit nicht einmal mehr bei einem Viertel des Höhepunktes in 2013 (vgl. Abbildung 4). Wanderungssaldo der EU-8 Staatsangehörigen Wanderungssaldo der EU-2 Staatsangehörigen Wie aus Tabelle 4 hervorgeht, machte sich die Einführung der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit für Angehörige der EU-8 Staaten zum 1. Mai 2011 insbesondere bei der Entwicklung des Wanderungssaldos der polnischen und ungarischen Staatsangehörigen bemerkbar. Während der jährliche Wanderungsgewinn bei den übrigen Staatsangehörigen Die Wanderungssalden der Angehörigen der beiden EU-2 Staaten Rumänien und Bulgarien stiegen – vor dem Hintergrund des EU-Beitritts am 1. Januar 2007 sowie der Einführung der vollen EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit ab dem 1. Januar 2014 – bis 2015 kontinuierlich an. Aber auch hier kam es in den Jahren 2016 und 2017 zu einem Rückgang. Abbildung 4: Entwicklung der Nettozuwanderung von Angehörigen der EU-8 Staaten seit 2011 90.000 80.000 70.000 60.000 50.000 40.000 30.000 20.000 10.000 0 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 Polen Ungarn Litauen Slowakei Lettland Tschechien Slowenien Estland Quelle: Ausländerzentralregister 2019 14 Wanderungssaldo Abbildung 5: Entwicklung der Nettozuwanderung von Angehörigen der EU-2 Staaten seit 2011 120.000 100.000 80.000 60.000 40.000 20.000 0 2011 2012 2013 2014 2015 Rumänien 2016 2017 2018 2019 Bulgarien Quelle: Ausländerzentralregister Die Zuzüge beider Gruppen gingen in 2016 zurück und nahmen in 2017 im Vergleich zu den Fortzügen nur in einem geringeren Umfang wieder zu, sodass im Ergebnis der Wanderungsgewinn aus beiden Staaten sank. Während sich diese Entwicklung für bulgarische Staatsangehörige in den beiden Folgejahren fortsetzte (2019 im Vergleich zu 2018: ‑4.173 Personen bzw. 13,9 %), stieg der Wanderungssaldo für rumänische Bürgerinnen und Bürger aufgrund einer Steigerung der Zuwanderung in 2018 noch einmal leicht an. 2019 sank er jedoch aufgrund zurückgehender Zuwanderungszahlen deutlich (-17.484 Personen bzw. 21,5 %). Abbildung 5 zeigt die jährlichen Wanderungsüberschüsse der EU-2 Staatsangehörigen seit 2011. sammenhängenden Erleichterungen bei der Zuwanderung und beim Aufenthalt dieser Staatsangehörigen. So stieg der Wanderungsgewinn von 2.518 Personen im Jahr 2012 bis auf 38.857 Personen im Jahr 2015. Dieser vorläufige Höchstwert geht aller Voraussicht nach auf die Einführung der vollen EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit für kroatische Bürgerinnen und Bürger ab dem 1. Juli 2015 zurück. In den folgenden Jahren sank die Nettozuwanderung jedoch wieder kontinuierlich ab. Diese Entwicklung setzte sich auch 2019 fort, als sie im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich um 9.540 Personen bzw. 31,7 % auf insgesamt 20.517 Personen zurückging (Abbildung 6). Wanderungssaldo von kroatischen Staatsangehörigen Wanderungssaldo von Staatsangehörigen aus südeuropäischen EU-Mitgliedstaaten (sog. GIPS-Staaten) Die Nettozuwanderung von kroatischen Staatsangehörigen nach Deutschland ist in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts stark gestiegen. Grundlegend hierfür ist der EU-Beitritt Kroatiens zum 1. Juli 2013 und die damit zu- Für Staatsangehörige der durch die europäische Finanzund Wirtschaftskrise besonders betroffenen südeuropäischen Mitgliedsstaaten Griechenland, Italien, Portugal und Spanien (sog. GIPS-Staaten) konnten zu Beginn des Abbildung 6: Entwicklung der Nettozuwanderung von kroatischen Staatsangehörigen seit 2011 50.000 40.000 30.000 20.000 10.000 0 2011 2012 2013 2014 2015 Kroatien Quelle: Ausländerzentralregister 2016 2017 2018 2019 Spanien Portugal 5.582 2.690 10.838 5.498 14.634 6.469 11.023 3.956 9.857 3.699 7.286 2.827 4.236 1.468 24.004 47.918 59.624 52.187 53.589 39.491 31.439 Wanderungssaldo 4.077 1.227 15 29.878 Abbildung 7: Entwicklung der Nettozuwanderung von Angehörigen der GIPS-Staaten seit 2011 30.000 25.000 20.000 15.000 10.000 5.000 0 2011 2012 2013 Griechenland 2014 2015 Italien 2016 Spanien 2017 2018 2019 Portugal Quelle: Ausländerzentralregister Beobachtungszeitraums in den Jahren 2011 und 2012 noch Steigerungen in der Nettozuwanderung beobachtet werden. Zuletzt hat sich das Migrationsgeschehen zwischen Deutschland und diesen Staaten jedoch wieder abgeschwächt (Tabelle 4 und Abbildung 7). Insgesamt verringerte sich der Wanderungsgewinn für die GIPS-Staatsangehörigen in 2019 um 12.998 Personen bzw. 43,5 % gegenüber 2018 auf 16.880 Personen und liegt damit erstmals wieder unter dem Wert von 2011 (24.004 Personen). Aus Griechenland stieg die Nettozuwanderung von 2011 (10.407 Personen) innerhalb eines Jahres auf ihren bisherigen Höhepunkt deutlich an (2012: 18.058 Personen). Der bereits 2013 einsetzende Rückgang wurde nur im Jahr 2015 unterbrochen und setzte sich auch in 2019 weiter fort (-48,1 % gegenüber 2018). Der aktuelle Wanderungsgewinn von 2019 liegt mit 4.392 Personen nicht einmal mehr bei der Hälfte des Wertes von 2011. Bei den portugiesischen und spanischen Staatsangehörigen wurde jeweils im Jahr 2013 der bisherige Höchstwert der Nettozuwanderung erzielt (Portugal: 6.469 Personen, Spanien: 14.634 Personen). Danach wurden für beide Gruppen von Jahr zu Jahr Rückgänge verzeichnet. So fiel der Wanderungsgewinn bei portugiesischen Staatsangehörigen in 2019 auf 407 Personen (-66,8 % gegenüber 2018). Bei spanischen Staatsangehörigen wurde im selben Jahr ein Wanderungsgewinn von 2.486 Personen registriert (‑39,0 % gegenüber 2018). Aus der Reihe der GIPS-Staaten hat sich die Nettozuwanderung von italienischen Staatsangehörigen seit 2011 am stärksten erhöht. Mit einem Wanderungsgewinn von 25.856 Personen wurde im Jahr 2015 der bisherige Höchstwert erreicht. Aber auch bei italienischen Staatsangehörigen stieg in den Folgejahren die Abwanderung aus Deutschland an, während die Zahl der Zuzüge im Schnitt zurückging. Im Ergebnis fiel die Nettozuwanderung hier auf 9.595 Personen; dies waren 40,4 % weniger als 2018. In Deutschland aufhältige EU-Staatsangehörige 5. In Deutschland aufhältige EU-Staatsangehörige Nach Angaben des AZR waren zum Stichtag 31. Dezember 2019 4.882.495 Staatsangehörige anderer EU-Staaten5 in Deutschland aufhältig, was einen Anstieg von 92.742 Personen bzw. 1,9 % zum 31. Dezember 2018 bedeutet.6 EUStaatsangehörige machten somit mit 43,5 % etwas weniger als die Hälfte aller in Deutschland aufhältigen Ausländerinnen und Ausländern aus (insgesamt 11.228.298 Personen). Der Frauenanteil lag dabei bei 45,4 %. Abbildung 8 zeigt die Anzahl der in Deutschland aufhältigen Unionsbürgerinnen und -bürger nach den einzelnen Staatsangehörigkeiten. Polnische Staatsangehörige stellten mit 862.537 Personen die größte Nationalitätengruppe innerhalb der aufhältigen ausländischen EU-Staatsangehörigen dar (17,7 %). Auf den Plätzen zwei und drei folgten rumänische (748.225 Personen bzw. 15,3 %) und italienische Staatsangehörige (646.460 Personen bzw. 13,2 %). Gegenüber dem Stand vom 31. Dezember 2018 stieg die Anzahl der aufhältigen Personen bei 18 Ländern an, während sie bei den anderen neun EU-Staaten sank. Die größte Zunahme gab es absolut gesehen bei rumänischen Staatsangehörigen (+51.951 Personen bzw. 7,5 %), während das Vereinigte Königreich die stärkste Abnahme verzeichnete (-12.787 Personen bzw. 12,0 %). 5 6 Summe an aufhältigen Staatsangehörigen aller EU-Staaten außer Deutschland (siehe Abbildung 8) zzgl. Zugewanderten aus der ehemaligen Tschechoslowakei, die nicht eindeutig einem Nachfolgestaat (Tschechien oder Slowakei) zugeordnet werden konnten. Die Veränderung der Zahl der aufhältigen EU-Ausländerinnen und Ausländer gegenüber dem Vorjahr ergibt sich aus der Nettozuwanderung, aus der Zahl der Geburten und Sterbefälle dieser Staatsangehörigen in Deutschland sowie aus der Zahl der erfolgten Einbürgerungen bzw. Staatsangehörigkeitswechsel. Hinzu kommen Veränderungen, die auf Nacherfassungen und Datenbereinigungen im AZR beruhen. 16 17 In Deutschland aufhältige EU-Staatsangehörige Abbildung 8: Anzahl der in Deutschland aufhältigen Unionsbürgerinnen und -bürger (ohne Deutsche) zum 31.12.2019 nach Staatsangehörigkeit (Zahlen für den 31.12.2018 zum Vergleich) Polen 748.225 696.274 646.460 643.531 Rumänien Italien Kroatien Griechenland Bulgarien 211.739 212.360 186.725 187.369 177.755 176.022 151.146 151.262 140.291 140.902 138.408 138.888 93.366 106.153 61.292 60.697 59.760 58.237 57.991 56.154 39.556 38.511 29.278 29.011 28.551 28.742 22.169 21.965 21.720 22.216 21.305 20.334 16.764 16.067 15.340 15.653 7.196 7.129 2.673 2.617 735 711 Ungarn Österreich Spanien Niederlande Frankreich Portugal Vereinigtes Königreich Tschechien Slowakei Litauen Lettland Belgien Slowenien Schweden Dänemark Luxemburg Irland Finnland Estland Zypern Malta 0 200.000 414.892 395.666 363.649 363.207 360.168 337.015 400.000 31.12.2019 Quelle: Ausländerzentralregister 600.000 31.12.2018 800.000 862.537 860.146 1.000.000 18 EU-Staatsangehörige auf dem deutschen Arbeitsmarkt 6. EU-Staatsangehörige auf dem deutschen Arbeitsmarkt Da der Aufenthaltszweck von EU-Staatsangehörigen im AZR nicht erfasst wird, sind aus diesen Daten keine Aussagen über die Integration von Unionsbürgerinnen und -bürgern in den deutschen Arbeitsmarkt möglich. Hierzu muss auf die von der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung gestellten Daten zurückgegriffen werden.7 Tabelle 5 zeigt daher die Anzahl der in Deutschland sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die ausschließlich eine ausländische EU-Staatsangehörigkeit besitzen, zum Stand 30. September 2019.8 Insgesamt waren demnach zum Stichtag 2.276.958 ausländische EU-Staatsangehörige in Deutschland sozialversicherungspflichtig tätig (d. h. ohne Selbstständige, geringfügig Beschäftigte und Beamtinnen und Beamte, aber inkl. Grenzpendelnde). Dies stellt eine Steigerung von 116.351 Personen bzw. 5,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat dar. Im letzten Jahr war diese mit 7,9 % noch etwas höher. Der Frauenanteil lag bei nur 38,2 %. Etwa ein Drittel der Personen (31,1 %) besaß die Staatsangehörigkeit eines EU-8 Staats, weitere 24,6 % die eines GIPS-Staats, 24,0 % die eines EU-2 Staats sowie 8,6 % die kroatische Staatsangehörigkeit. Diese 15 Staaten machen demnach fast 90 % der sozialversicherungspflichtig beschäftigten ausländischen EU‑Staatsangehörigen auf dem deutschen Arbeitsmarkt aus (88,3 %). Mit 82.614 Personen bzw. 3,6 % ist Frankreich das Land mit dem größten Anteil außerhalb der genannten Gruppe. Hier kann aber auch ein größerer Anteil von Grenzpendelnden vermutet werden, ebenso wie bei den übrigen Nachbarländern Deutschlands. Innerhalb der zehn häufigsten Herkunftsstaaten weisen Bulgarien (+12,4 %), Rumänien (+11,1 %) und Kroatien (+7,7 %) die höchsten Steigerungsquoten im Vergleich zum Vorjahresmonat auf. 7 8 Bundesagentur für Arbeit (2020): Beschäftigte nach Staatsangehörigkeiten (Quartalszahlen). Deutschland, Länder und Kreise. 30. September 2019. Nürnberg: Bundesagentur für Arbeit. Da für die Daten eine Wartezeit von sechs Monaten besteht, können die Zahlen für das Jahresende 2019 in diesem Bericht nicht verwendet werden. EU-Staatsangehörige stellen somit ca. 6,7 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten auf dem deutschen Arbeitsmarkt (insgesamt 33.938.159 Personen). Des Weiteren machen Unionsbürgerinnen und -bürger mit 53,4 % die Mehrheit aller ausländischen Beschäftigten (4.260.341 Personen) aus. Dies steht im Gegensatz zum Verhältnis der aufhältigen Ausländerinnen und Ausländern (Kapitel 5). Ob dies an einer höheren Erwerbsquote der EU-Staatsangehörigen liegt oder lediglich durch die Anzahl an Grenzpendelenden bzw. einen höheren Anteil an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gegenüber anderen Formen der Erwerbstätigkeit begründet ist, kann anhand der diesem Bericht zugrundeliegenden Daten nicht abschließend geklärt werden. 19 EU-Staatsangehörige auf dem deutschen Arbeitsmarkt Tabelle 5: Ausländische EU-Staatsangehörige mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in Deutschland nach Staatsangehörigkeiten (Stand: 30.09.2019) Staatsangehörigkeit Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter Veränderung zum Vorjahresmonat absolut in % absolut in % 2.276.958 100,0 116.351 5,4 EU-8 Staaten 707.898 31,1 29.595 4,4 EU-2 Staaten 546.244 24,0 56.145 11,5 GIPS-Staaten 560.274 24,6 13.630 2,5 Polen 449.400 19,7 19.733 4,6 Rumänien 401.161 17,6 40.138 11,1 Italien 275.955 12,1 6.924 2,6 Kroatien 196.680 8,6 14.120 7,7 Griechenland 149.502 6,6 3.689 2,5 Bulgarien 145.083 6,4 16.007 12,4 Ungarn 106.732 4,7 1.292 1,2 Frankreich 82.614 3,6 892 1,1 Spanien 71.892 3,2 2.108 3,0 Österreich 65.674 2,9 817 1,3 332.265 14,6 10.631 3,3 EU-Staatsangehörige insgesamt Top 10 Staatsangehörigkeiten Sonstige EU-Staatsangehörige Quelle: Bundesagentur für Arbeit (eigene Berechnung) Der Autor Johannes Graf ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Referat FIII - Migration und Integration: Dauerbeobachtung und Berichtsreihen). Kontakt: johannes.graf@bamf.bund.de Impressum Herausgeber: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl Frankenstraße 210 90461 Nürnberg Stand: Mai 2020 Gestaltung: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Downloadmöglichkeit: Publikationsstelle Bundesamt für Migration und Flüchtlinge www.bamf.de/publikationen Bildnachweis: Titel: iStock Zitationshinweis Graf, Johannes (2020): Freizügigkeitsmonitoring: Migration von EU-Staatsangehörigen nach Deutschland. Jahresbericht 2019. Berichtsreihen zu Migration und Integration, Reihe 2. Nürnberg: Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Diese Publikation wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Rahmen seiner Öffentlichkeitsarbeit herausgegeben. Die Publikation wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt. Sie darf weder von Parteien noch von Wahlwerbern oder Wahlhelfern während eines Wahlkampfes zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen sowie für Wahlen zum Europäischen Parlament. Besuchen Sie uns auf www.facebook.com/bamf.socialmedia @BAMF_Dialog
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