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Full text: Kurzbericht zur Inspektion der Schule am Rosenhain (10S07)

Kurzbericht
zur Inspektion der Schule am Rosenhain (10S07)

1. Voraussetzungen und Bedingungen
Die Schule am Rosenhain, eine Schule mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“, liegt im Ortsteil
Hellersdorf des Bezirks Marzahn-Hellersdorf. Da die Schule von Schülerinnen und Schüler aus
der gesamten Region besucht wird, bringt ein Fahrdienst einen Teil der Kinder und Jugendlichen zur Schule. Die Schülerinnen und Schüler kommen größtenteils aus schwierigen sozialen
Verhältnissen. Über zwei Drittel der Erziehungsberechtigten sind von der Zuzahlung zu den
Lernmitteln befreit. Aus diesem Grund erhält die Schule zusätzliche finanzielle Mittel aus dem
Bonus-Programm der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaften.
Im Schuljahr 2015/2016 besuchen 257 Kinder und Jugendliche in den Jahrgangsstufen 3 bis 10
die Schule. Der Unterricht erfolgt durchgängig in kleinen Lerngruppen bis zu 14 Schülerinnen
und Schülern. Die Zahl der Lernenden ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Von
ehemals vier sonderpädagogischen Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt Lernen im Bezirk
ist die Schule am Rosenhain jetzt die einzige. Drei Klassen der Sekundarstufe I werden im Gebäude der Integrierten Sekundarschule „Ernst Haeckel“ unterrichtet.
Die Schule am Rosenhain unterrichtet außerdem 16 Schülerinnen und Schüler verschiedener
Grund- oder Integrierter Sekundarschulen des Bezirks in den zwei sonderpädagogischen Kleinklassen der Projekte „projus“1 und „Bruno2“2. Die Schülerinnen und Schüler von "projus" lernen
am Standort der Schule und die von "Bruno 2" in Räumlichkeiten des freien Trägers JAO
gGmbH, Landsberger Allee. In diesen Projekten wird die Entwicklung von Jugendlichen gefördert, die aufgrund der Besonderheiten ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung und damit
einhergehenden Lern- und Leistungsproblemen temporär weder in einer Regelschule noch in
bestehende schulische Förderprojekte zu integrieren sind.
Im Rahmen der Kooperation mit der Schule am Mummelsoll, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“, werden drei Klassen dieser Schule am Standort Rosenhain
unterrichtet. Vereinzelt werden diese Kinder in den Gruppen der Schule am Rosenhain probeweise beschult.
Für die Arbeit im offenen Ganztag stehen fünf Erzieherinnen und Erzieher zur Verfügung, die
die Kinder im Rahmen der VHG3 betreuen und am Nachmittag eine ergänzende Betreuung
anbieten. Über das Bonusprogramm beschäftigt die Schule einen Erzieher und eine Sozialpädagogin zur Arbeit in der Schulstation „Scholle“. In Kooperation mit dem freien Träger „Tandem
BQG“ ist ein weiterer Sozialpädagoge im Rahmen des Programms „Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen“ tätig.
Die Stelle des stellvertretenden Schulleiters ist zurzeit kommissarisch besetzt. Die Schulleiterin
hat ihr Amt seit 2015 inne. Die Schule ist im Schuljahr 2015/2016 mit 97,3% des Personalbedarfs ausgestattet. Der Unterrichtsausfall liegt mit 6% weit über dem Berliner Durchschnitt.

1

2

3

Ein Kooperationsprojekt von Schule und Jugendhilfe des Bezirks Marzahn-Hellersdorf in Zusammenarbeit mit dem
freien Träger „ajb-GmbH“. Die Zielgruppe sind schuldistanzierte, psychisch beeinträchtigte Jugendliche ab dem 13.
Lebensjahr, die ganztägig von Montag bis Freitag in schulnahen Räumlichkeiten betreut werden.
Ein ganztägiges Projekt zwischen Schule, Jugendhilfe und der Fachabteilung „Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge“. Hier werden sieben Jugendliche durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des freien Trägers „JAO gGmbH“ betreut und durch Lehrkräfte
der Schule am Rosenhain unterrichtet werden.
Die Verlässliche Halbtagsgrundschule garantiert den Eltern Öffnungszeiten von 07.30 Uhr bis 13.30 Uhr, in denen
die Kinder betreut werden.
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2. Stärken und Entwicklungsbedarf

Stärken der Schule
•
•
•
•

transparentes, strukturiertes und kooperatives Schulleitungshandeln
Angebote zum sozialen Lernen und deren Verknüpfung mit dem Unterricht
vielfältige Kooperationen zur Erweiterung des Bildungsangebotes und zur
Berufsvorbereitung
enge Zusammenarbeit der Lehrkräfte mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
ergänzenden Förderung und Betreuung

Entwicklungsbedarf der Schule
•
•
•

individualisierte Unterrichtsgestaltung und Einsatz schüleraktivierender Methoden
durchgängige Sprachförderung und deren konzeptionelle Verankerung
einheitliches pädagogisches Vorgehen im Kollegium

3. Erläuterungen
Die Schule am Rosenhain versteht sich als Gemeinschaft, in der Schülerinnen und Schüler die
Chance erhalten, ihre individuellen Stärken zu entdecken und zu entfalten. In einem Klima der
Geborgenheit und des Interesses an der Weiterentwicklung jedes Einzelnen sollen Kinder und
Jugendliche gebildet und erzogen werden. Als Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt
„Lernen“ setzt sich die Schülerschaft vorwiegend aus Lernenden zusammen, die in ihrer bisherigen Schullaufbahn negative Erfahrungen gemacht haben, aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen bzw. über eingeschränkte emotionale und soziale Kompetenzen verfügen. Letzteres nimmt seit den letzten Schuljahren stetig zu. Mittlerweile gehören Unterrichtsstörungen,
eine geringe Lernmotivation und Schuldistanz zum Schulalltag. Der heterogenen Zusammensetzung in der Schülerschaft begegnet das Kollegium mit Engagement. Es sucht gemeinsam nach
Antworten auf die wachsenden pädagogischen und erzieherischen Herausforderungen. Die systematische Förderung der sozialen und personalen Kompetenzen soll ein erfolgreiches Lernen
ermöglichen. Unterstützt wird die Arbeit in diesem Bereich durch die an der Schule tätige
Schulsozialarbeit. Die Mitarbeiterin und der Mitarbeiter der Schulstation „Scholle“ unterbreiten
den Kindern der Grundstufe verschiedene Angebote zum sozialen Lernen. Dazu gehört beispielsweise ein Trainingsprogramm für die 3. und 4. Jahrgangsstufe, welches in den Betreuungsstunden am Vormittag regelmäßig durchgeführt wird. In der Grundstufe reagiert die Schule auf die Besonderheiten der Schülerschaft, indem sie Entspannungsphasen fest in den täglichen Stundenplan einbaut. In diesen Zeitspannen betreuen die Erzieherinnen und Erzieher die
Kinder. Neben den Trainingsprogrammen der Schulstation stehen ihnen u. a verschiedene Bewegungsmöglichkeiten zur Wahl. Des Weiteren beziehen einige Lehrkräfte den Klassenrat fest
in den Wochenablauf ihrer Klasse mit ein. Auch hier bietet die Schulstation ihre Unterstützung
an, nimmt am Klassenrat teil bzw. moderiert ihn mit Hilfe klarer Gesprächsregeln.
In der Sekundarstufe kümmert sich ein weiterer Schulsozialarbeiter auch um die Sorgen und
Nöte der Jugendlichen. Zum weiteren Tätigkeitsbereich der Schulsozialarbeit gehören die Beratung von Lernenden sowie deren Eltern in Einzel- oder Gruppengesprächen, die Hilfe bei der
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Suche eines Praktikumsplatzes oder die Durchführung von speziellen Projekten wie z. B. in der
Holzwerkstatt. Darüber hinaus nutzt die Schule seit drei Jahren in der Sekundarstufe eine Profilstunde als „Verantwortungsstunde“. Hier übernehmen die Jugendlichen eine Patenschaft für
jüngere Mitschülerinnen oder Mitschüler oder auch für eine Person ihrer Wahl aus dem privaten Umfeld. In einem Vertrag wird die Aufgabe festgehalten und dieser durch die Beteiligten
unterschrieben.
Zusätzlich können die Schülerinnen und Schüler als Streitschlichter oder Hofaufsicht in der
Schule aktiv mitwirken. Die Schülervertretung trifft sich monatlich mit der Schulleiterin, einer
Vertreterin der erweiterten Schulleitung und einer Lehrerin. Diese Kolleginnen sind für die Beratung und Begleitung der Schülervertretung verantwortlich. Eine weitere Maßnahme zum sozialen Lernen sind jährliche Projekte wie beispielsweise in der 7. Jahrgangsstufe das Thema
“Kampfsport“, welches gleichzeitig eine Strategie zur Gewaltprävention darstellt. Am Nachmittag können die Schülerinnen und Schüler verschiedene Angebote wie z. B. Mädchen-, Spiele-,
Sport -, Theater- und Naturwissenschafts- Arbeitsgemeinschaft wahrnehmen.
Zum Umgang mit Konflikten, Gewalt oder Schuldistanz ist an der Schule eine systematische
Vorgehensweise verabredet. Dazu gehören u. a. Klassenkonferenzen und eine enge Kooperation
mit dem Jugendamt. Zusätzlich besprechen Mitglieder eines sogenannten Fallteams lösungsorientiert konkrete Konfliktsituationen. In schwerwiegenden Fällen führt die Schulleiterin Gespräche mit den Kindern bzw. Jugendlichen und unterstützt die Lehrkraft aktiv sowie ergebnisorientiert. Neben dem klaren Umgang mit Konflikten existiert eine überarbeitete Haus- und
Schulordnung, die das Verhalten im Schulalltag regelt. Inhaltlich beschäftigt sich diese durchaus mit Verhaltensgrundsätzen, lässt jedoch in ihrer Formulierung Interpretationsspielräume
und ist für die Schülerschaft wenig verständlich. Somit liegen z. B. die Gestaltung der Klassenregeln, der Umgang mit dem Handy, das Tragen von Basecaps, das Musik hören im Unterricht
oder das „Kaugummi kauen“ im Ermessen der Lehrkraft. Ein pädagogischer Konsens dazu fehlt.
Die Schulleiterin leitet seit August 2015 das Förderzentrum. Durch ihre langjährige Tätigkeit an
der Schule kennt sie viele Lernende sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie besitzt
klare Vorstellungen davon, wie der pädagogische Auftrag ihrer Schulart umgesetzt werden soll:
Jeder Schülerin und jedem Schüler eine Chance für die Zukunft bieten, ihnen im Alltag Grenzen setzen und deren Einhaltung konsequent einfordern. Durch ihre Kultur der offenen Tür
nutzt die Schulleiterin das Gespräch, um sich mit allen auszutauschen, zu informieren oder
Probleme zu lösen. Die Pädagoginnen und Pädagogen schätzen ihren kollegialen und kooperativen Führungsstil. Ideen aus der Schulgemeinschaft steht sie aufgeschlossen gegenüber. Klare
Steuerungsstrukturen von der erweiterten Schulleitung über die Großteamsitzung, den Jahrgangsteams bis zu den einzelnen Fachkonferenzen unterstützen einen transparenten Informationsfluss im Kollegium. Regelmäßige schulinterne Fortbildungen sind etabliert und ergänzen die
Maßnahmen des Fortbildungskonzepts. Ihr Bestreben ist, die Schulentwicklung zielgerichtet und
systematisch voranzutreiben. Dafür hat sie sich mit ihrem Team ehrgeizige Ziele gesetzt, die
sich im neuen Schulprogramm wiederfinden.
Eine Grundlage für die Fortschreibung des Schulprogramms bildete die schulinterne Evaluation
von 2014. Ausgangspunkt der Dokumentation sind Hinweise des letzten Inspektionsberichts aus
dem Jahr 2010 sowie Zielformulierungen aus dem alten Schulprogramm. Die Ergebnisse einer
anonymen Befragung der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5
bis 10 zu den Themen Differenzierung und Individualisierung sowie zur Kommunikation und
Kooperation liegen in einer ausführlichen Auswertung vor und sind Teil der Bestandsanalyse
des Schulprogramms von 2015. Zu verschiedenen Qualitätsbereichen wie Lehr- und Lernprozesse, Schulkultur und Professionalität der Lehrkräfte sind jeweils mehrere Ziele formuliert, die mit
einem detaillierten Zeit-Maßnahmenplan sowie festgeschriebenen Verantwortlichen unterlegt
sind. Ein Ziel z. B. des Qualitätsbereichs Lehr-und Lernprozesse ist die Etablierung kollegialer
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Hospitationen als Instrument der Unterrichtsentwicklung. Trotz der Verankerung dieses Instrumentes im Schulprogramm und einer umfangreichen Fortbildung steht der Großteil des Kollegiums dem noch skeptisch gegenüber.
Aufgrund der beschriebenen Schülerschaft spielt für das Kollegium die Gestaltung eines ruhigen und angenehmen Unterrichtsklimas als Voraussetzung für erfolgreiches Lernen eine wichtige Rolle. Die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Professionen besonders im Umgang mit
verhaltensschwierigen Schülerinnen und Schüler zeigt im Unterricht erste Synergieeffekte. Während der Inspektionstage herrschte in den meisten Klassen ein freundliches Unterrichtsklima.
Die Lehrkräfte kennen die einzelnen Lebensläufe ihrer Schülerinnen und Schüler sehr genau,
nehmen sich ihrer Probleme an und versuchen eine tragende Beziehung sowie Vertrauen zu
den Lernenden aufzubauen. Das sehr kleinschrittige und klar strukturierte methodische Vorgehen ist das zentrale Element des Unterrichts. Seine Gestaltung sowie die der Lernumgebung
weisen eine große Spannbreite auf und sind von Lehrkraft zu Lehrkraft sehr unterschiedlich. In
allen Klassen steht den Lernenden selten Material zum selbstständigen Lernen zur Verfügung,
neben Fachrequisiten setzen die Lehrkräfte vorwiegend Arbeitsblätter und Lehrbücher ein. Trotz
der kleinen Lerngruppengröße gelingt es in der Regel nicht, auf die individuellen Lernvoraussetzungen einzugehen, sodass für einzelne Schülerinnen und Schüler Wartezeiten entstehen. In
einigen Unterrichtssequenzen stellen die Aufgabenformate eine Unter- oder Überforderung dar.
Die enge Führung durch die Lehrkraft schränkt das selbständige und kooperative Lernen ein. In
wenigen Sequenzen werden Aufgaben in Partner- oder Gruppenarbeit gelöst, diskutiert oder
besprochen und sie haben selten einen lebenspraktischen Bezug. In den beiden sonderpädagogischen Kleinklassen sowie in den drei Lerngruppen am Standort der Integrierten Sekundarschule werden Kinder und Jugendliche durch den Einsatz abwechslungsreicher Methoden zum
selbsttätigen Arbeiten angeregt. Häufiger wird die Möglichkeit gegeben, sich in Gruppen auszutauschen und Lösungen eigenständig zu entwickeln. Eine dem individuellen Lernstand der
Schülerinnen und Schüler entsprechende Differenzierung des Lernangebots wird in diesen Unterrichtsstunden stärker vorgenommen.
Sprachförderung findet im Unterricht nicht systematisch statt. Für jede Doppeljahrgangsstufe
existiert ein detaillierter Umsetzungsplan zur Förderung der Lesekompetenz. Im Unterricht haben vielfältige Leseanlässe einen hohen Stellenwert. Jedoch ist der Redeanteil der Schülerinnen
und Schüler insgesamt zu gering. In Unterrichtsgesprächen, die vorwiegend im Plenum stattfinden, stellt die Lehrkraft eine Frage und der Lernende antwortet. Selten äußern sich die Kinder und Jugendlichen zusammenhängend z. B. in Form von Vorträgen oder Referaten. Eine
intensive Sprachförderung findet im Gegensatz dazu in der Theater-AG statt. Hier werden mit
den Schülerinnen und Schülern gemeinsam Theaterstücke besprochen, geprobt und mit Unterrichtsthemen verknüpft. In Zusammenarbeit mit externen Partnern führt die Schule einzelne
Projekte wie die „Erzählzeit“ sowie zu den Themen Film und Theater durch. Das schafft Erfolgserlebnisse, stärkt das Selbstbewusstsein und würdigt Leistungen innerhalb der Schulgemeinschaft. Das vorliegende Sprachförderkonzept stellt nach Aussagen der Schulleiterin ein
Basiscurriculum dar und enthält zurzeit neben Angaben zur Sprachstandsdiagnose, der Verteilung der Sprachförderstunden auf die jeweiligen Jahrgangsstufen nur wenige konkrete Sprachfördermaßnahmen, die durchgängig im Unterricht umgesetzt werden sollen.
In der Grundstufe kooperieren die Lehrkräfte sehr eng mit den Erzieherinnen und Erziehern,
sprechen sich ab oder informieren sich tagesaktuell über Vorkommnisse. In der vorliegenden
Konzeption zur ergänzenden Förderung und Betreuung sind ebenfalls Ziele und Schwerpunkte
benannt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legen Wert auf eine Tagesgestaltung, die Lernbereiche wie Motorik, Wahrnehmung, Sprache und Denken einbezieht. Die Kinder können sich
am Nachmittag selbständig in den verschiedenen Räumen bewegen und zwischen den Beschäftigungsangeboten frei wählen.
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Zur Erweiterung des Bildungsangebotes kooperiert die Schule neben der engen Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit, der ergänzenden Förderung und Betreuung mit weiteren Institutionen u. a. mit der Bundesagentur für Arbeit. Besonders in der Sekundarstufe kommt der
Berufsvorbereitung eine besondere Bedeutung zu. Ab der Jahrgangsstufe 8 setzt die Schule im
Unterricht den Berufswahlpass ein. Im WAT4-Unterricht lernen die Jugendlichen in den 7. und
8. Klassen verschiedene Berufsfelder kennen und entscheiden sich am Ende für ein Berufsfeld,
über welches sie sich in Form einer Schülerfirma vertiefendes Wissen aneignen. Am Tag der
offenen Tür können sie die Schülerfirmen ansehen, Tätigkeiten ausprobieren und Fragen stellen.
Eine schriftliche Bewerbung schließt diesen Prozess ab. Im 9. und 10. Jahrgang verbleiben die
Lernenden in der von ihnen ausgewählten Schülerfirma. Die Schule bietet die Berufsfelder Ernährung und Hauswirtschaft; Holz sowie Garten- und Landschaftsbau an. Zurzeit entspricht die
Arbeit in den Schülerfirmen weniger der Simulation eines kleinen Unternehmens, sondern eher
nur einer Vertiefung arbeitsrelevanter Basiskompetenzen. Einerseits ist dieser Unterricht sehr
individuell und handlungsorientiert angelegt, andererseits dominieren auch hier kleinschrittige
Anleitungen durch die Lehrkraft. Das Potential, anhand einer Firmenstruktur Arbeitsabläufe
kennenzulernen und selbstständig umzusetzen, Kalkulationen vorzunehmen oder den Verkauf
ihrer Produkte zu organisieren, wird selten genutzt. Darüber hinaus können die Jugendlichen
ab der 8. Jahrgangsstufe regelmäßig Praktika absolvieren. Zusätzlich erhalten die Schülerinnen
und Schüler dieser Jahrgangsstufe die Gelegenheit in einem Orientierungspraktikum beim Internationalen Bund ihre beruflichen Interessen zu erproben. Für ausgewählte leistungsstärkere
Schülerinnen und Schüler erfolgt durch einen freien Träger eine Berufseinstiegsbegleitung.
Neben dem Fokus auf die Entwicklung sozialer Kompetenzen steht die Schule vor der Aufgabe,
den Unterricht so zu gestalten, dass jeder Einzelne bestmöglich gefördert wird, um einen
Schulabschluss zu erreichen. Dabei spielt die Kontinuität des Unterrichts in allen Jahrgangsstufen eine entscheidende Rolle. Der Anschub der beschriebenen Maßnahmen, deren Verankerung
im Schulprogramm sowie das Engagement des gesamten Kollegiums und die hohe Schulzufriedenheit aller Beteiligten bilden die Grundlage, die Individualisierung der Lernprozesse in den
nächsten Jahren weiter voranzubringen.

4

Das Fach WAT (Wirtschaft/Arbeit/Technik, früher: Arbeitslehre) soll den Schülerinnen und Schülern einen Einblick
in das Berufsleben ermöglichen.

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4. Qualitätsprofil

5

Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule
1.1

B

C

D

Schulleistungsdaten und Schullaufbahn

Qualitätsbereich 2: Unterricht/Lehr- und Lernprozesse
2.1

Schulinternes Curriculum und Abstimmung des Lehr- und Lernangebots

2.2

Unterrichtsgestaltung/Lehrerhandeln im Unterricht

2.3

Systematische Unterstützung, Förderung und Beratung

Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern

3.2

Soziales Klima und soziales Lernen in der Schule

Schulleitungshandeln und Schulgemeinschaft

4.2

Schulleitungshandeln und Qualitätsmanagement

Qualitätsbereich 5: Professionalisierung und Personalmanagement
5.1

Personalentwicklung und Personaleinsatz

5.2

Arbeits- und Kommunikationskultur im Kollegium

Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung
6.1

Evaluation schulischer Entwicklungsvorhaben

6.2

Fortschreibung des Schulprogramms

E.3

Duales Lernen

D

B

C

D

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung

Ergänzende Qualitätsmerkmale

Ganztagsangebot

C

Unterrichtsprofil

A

4.1

E.2

B

Bewertung

Qualitätsbereich 4: Schulmanagement

Förderung der Sprachkompetenz

A

A

3.1

E.1

Bewertung

Bewertung

Qualitätsbereich 3: Schulkultur

5

Bewertung
A

A

B

C

Das Qualitätsprofil beinhaltet verpflichtende Qualitätsmerkmale (blau unterlegt) und Wahlmodule. Hinter diesem
Qualitätsprofil verbergen sich ca. 200 Indikatoren. Die Schule erhält im ausführlichen Bericht eine detaillierte
Rückmeldung dieser Ergebnisse im Bewertungsbogen. Nähere Informationen zu den Instrumenten und den Verfahren der Berliner Schulinspektion finden Sie in unserem Handbuch im Internet unter
www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/schulinspektion

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D

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5. Unterrichtsprofil6
Bewertung

Unterrichtsbedingungen
A

B

C

D

vergleichend

2.2.1

Lehr- und Lernzeit

b

2.2.2

Lern- und Arbeitsbedingungen

b

2.2.3

Strukturierung und transparente Zielausrichtung

b

2.2.4

Kooperation des pädagogischen Personals

2.2.5

Verhalten im Unterricht

c

2.2.6

Pädagogisches Klima im Unterricht

b

2.2.7

Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft

c

ohne Bewertung

Unterrichtsprozess

A

B

C

D

vergleichend

2.2.8

Förderung von Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung

b

2.2.9

Fachimmanentes, fachübergreifendes und
fächerverbindendes Lernen

b

2.2.10 Methoden- und Medienwahl

c

2.2.11 Sprach- und Kommunikationsförderung

c

Individualisierung von Lernprozessen
2.2.12 Innere Differenzierung

b

2.2.13 Selbstständiges Lernen

c

2.2.14 Kooperatives Lernen

c

2.2.15 Problemorientiertes Lernen

c
7

Normative Bewertung

Vergleichende Bewertung

A (stark ausgeprägt)
Norm: 80 % und mehr der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv
(bei mind. 40 % „++“).

a (vergleichsweise stark)
Der Mittelwert der Schule liegt oberhalb der durch
die Standardabweichung vorgegebenen Obergrenze

B (eher stark ausgeprägt)
Norm: Zwischen 60 % und 80 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
C (eher schwach ausgeprägt)
Norm: Zwischen 40 % und 60 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
D (schwach ausgeprägt)
Norm: Weniger als 40 % der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv.

2

b (vergleichsweise eher stark)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der Obergrenze.
c (vergleichsweise eher schwach)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der durch die Standardabweichung
vorgegebenen Untergrenze.
d (vergleichsweise schwach)
Der Mittelwert liegt unterhalb der Untergrenze.

Die aktuellen Unterrichtsbeobachtungen werden mit dem Mittelwert von ca. 30.000 Unterrichtsbeobachtungen der
ersten Inspektionsrunde verglichen und auf der folgenden Seite grafisch dargestellt.

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6. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der normativen Bewertung)

100%

A/
B80%
B
60%

C
40%

D
20%

D
0%
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

2.2.5

2.2.6

2.2.7

++

2.2.8

+

-

2.2.9

2.2.10

2.2.11

2.2.12

2.2.13

2.2.14

2.2.15

--

7. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der vergleichenden Bewertung Schule - Berlin)

4,00

3,50

3,00

2,50

2,00

1,50

1,00
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.5

Berlin MW

2.2.6

2.2.7

2.2.8

Berlin untere Grenze

Seite 8/9

2.2.9

2.2.10

2.2.11

Berlin obere Grenze

2.2.12

2.2.13

10S07 MW

2.2.14

2.2.15

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8. Standortbeschreibung
Die „Schule am Rosenhain“ liegt in einem Wohngebiet mit Neubauten in Plattenbauweise bzw.
Reihen- und Einfamilienhäusern. Die Anlage umfasst das zweigeschossige Schulgebäude, den
Pausenhof, eine moderne Dreifelder-Sporthalle mit einer ausziehbaren Tribüne, die 200 Personen Platz bietet, sowie einen Ballsportplatz, der auch in den Pausen genutzt werden kann. Für
sportliche Aktivitäten stehen außerdem eine 75m-Laufbahn und eine Weitsprunggrube zur Verfügung. Ergänzt wird das Ensemble durch einen Spielplatz und eine Kletterwand. Der geräumige Pausenhof hat mit Büschen, Sträuchern und Sitzgelegenheiten eine angenehme Aufenthaltsqualität. Tischtennisplatten, Klettergerüst und Sandkasten bieten den Kindern und Jugendlichen
verschiedene altersgerechte Möglichkeiten zur Bewegung und Entspannung.
Sowohl das Schulgebäude als auch das Gelände sind gepflegt. Im Eingangsbereich, in den
Fluren und Fachräumen sind Schülerarbeiten ausgestellt, die im Rahmen von Projekten, Wettbewerben und im Unterricht entstanden sind. Hinweisschilder unterstützen bei der Orientierung. Aktuelle und organisatorische Informationen für die Schulgemeinschaft sind in Schaukästen angebracht. Im Foyer finden sich außerdem Tische und Sitzmöbel, die teilweise von den
Schülerinnen und Schülern gebaut wurden.
Hinsichtlich der Nutzung der Gebäude haben sich gegenüber der Inspektion im Jahr 2010
kaum Veränderungen ergeben. Im Obergeschoss befindet sich der Verwaltungsbereich mit den
Räumen der Schulleitung, das Sekretariat sowie das funktional eingerichtete Lehrerzimmer mit
zwei PC-Arbeitsplätzen. Die Klassenräume der Grundstufe, die im Untergeschoss zu finden sind
und auch in der ergänzenden Förderung und Betreuung genutzt werden, sind liebevoll und
anregend gestaltet und mit Material- und Ablagemöglichkeiten versehen. Dahingegen sind die
Räume der Sekundarstufe nur teilweise mit Ergebnissen aus der Unterrichtsarbeit oder zusätzlichen Lernhilfen ausgestaltet. Für den praktischen Unterricht stehen der Schule mehrere WATRäume, eine gut gepflegte Lehrküche, ein Wäscheraum und eine Holzwerkstatt zur Verfügung.
Außerdem gibt es Fachräume für Kunst sowie die Naturwissenschaften und zwei PC-Kabinette
mit 13 bzw. 16 Arbeitsplätzen. Die Ausstattung mit gebrauchten Computern erfolgte durch
Sachspenden. Beamer sind hier installiert, ein fahrbares Whiteboard kann für die Nutzung im
Unterricht ausgeliehen werden. Außer im Schulleitungsbereich ist im gesamten Schulgebäude
keine Internetnutzung möglich.
Zur individuellen Betreuung und für Gespräche nutzt die Schule einen mit vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten ausgestatteten Therapieraum und die Schulstation „Scholle“. In konzeptionell und liebevoll eingerichteten Freizeiträumen der ergänzenden Förderung und Betreuung,
wie dem Kreativraum, der Bewegungsbaustelle, der Puppenstube oder dem Spiel- bzw. Ruheraum, können die Kinder ihren Interessen nachgehen.
Vor dem Unterricht besteht für die Kinder die Möglichkeit, im Rahmen des Projektes BrotZeit8
ein kostenloses Frühstück im Speiseraum einzunehmen. Hier wird auch eine Mittagsversorgung
angeboten. Da der Raum, in dem 44 Plätze vorhanden sind, für die zurzeit an der Schulspeisung teilnehmenden Kinder und Jugendlichen zu klein ist, wird in zwei Durchgängen gegessen.
Mutwillige Zerstörungen sind auf dem Schulgelände nicht feststellbar. Auf Vorfälle wird zielgerichtet reagiert. Da das Gebäude in den letzten Jahren nicht renoviert wurde, engagierten sich
die Schülerfirmen beim Streichen der Wände in den Flur- und Treppenbereichen.

8

BrotZeit ist ein Projekt das sozial benachteiligte Kinder unterstützt. Senioren bereiten Frühstück zu und
betreuen die Kinder.
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