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Full text: Kurzbericht zur Inspektion der Schule am Mummelsoll (10S08)

Kurzbericht
zur Inspektion der Schule am Mummelsoll (10S08)

1. Voraussetzungen und Bedingungen
Die Schule am Mummelsoll ist eine Schule für Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“. Sie liegt verkehrsgünstig im Bezirk Marzahn-Hellersdorf an der östlichen Grenze des Ortsteils Hellersdorf. Das Umfeld der Schule ist
durch eine aufgelockerte Bebauung mit Wohnblöcken und viel Grün geprägt. Das Naturschutzgebiet Hönower Weiherkette befindet sich ganz in der Nähe.
Die Schule ist von 8:00 bis 15:00 Uhr als gebundene Ganztagsschule organisiert. Darüber hinaus ist bei Bedarf eine Betreuung der Schülerinnen und Schüler von 6:00 bis 8:00 Uhr und von
15:00 bis 18:00 Uhr sowie während der Ferienzeiten gewährleistet.
Zurzeit lernen an der Schule 134 Schülerinnen und Schüler mit einem festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf in den Schwerpunkten „geistige Entwicklung“ und/oder Autismus.
Ungefähr die Hälfte der Kinder und Jugendlichen hat eine anerkannte Schwerst- bzw.
Schwerstmehrfachbehinderung. Sie kommen fast ausschließlich aus Marzahn-Hellersdorf und
werden überwiegend mit Fahrdiensten zur Schule gebracht und abgeholt.
Unterricht und Betreuungszeit werden durch Lehrkräfte, Pädagogische Unterrichtshilfen, Erzieherinnen und Erzieher sowie Betreuerinnen und Betreuer abgesichert. Ergänzend sind an der
Schule Therapeutinnen und Therapeuten tätig, die nach Verordnung des Schularztes arbeiten.
Darüber hinaus hat im Schulgebäude eine logopädische Praxis ihre Räume.
Aufgrund fehlender Platzkapazität werden drei Klassen in der Schule am Rosenhain, einer Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“, von Pädagoginnen und Pädagogen der Schule am Mummelsoll unterrichtet und betreut.
Nachdem an der Schule jahrelang die Schulleitung nicht kontinuierlich zur Verfügung stand, ist
seit Beginn des Schuljahres 2015/2016 ein neuer Schulleiter eingesetzt, der im Dezember 2015
zum Sonderschulrektor ernannt wurde. Zusammen mit der stellvertretenden Schulleiterin, die
im Februar 2013 an die Schule kam und im Schuljahr 2014/2015 die Leitungsfunktion im
Rahmen der Vertretungsregelung allein inne hatte, ist nunmehr wieder eine komplette Schulleitung vor Ort.
Die Schule nimmt am Bonusprogramm1 teil und finanziert daraus einen Teil der Stunden für
die Schulsozialarbeit sowie für eine Schneiderin, die mit den Schülerinnen und Schülern an
Unterrichtsprojekten arbeitet.
Im September 2013 stellte die Schulinspektion an der Schule erheblichen Entwicklungsbedarf
fest. Diese Inspektion ist eine Nachinspektion. Sie erfolgt daher in einem verkürzten Zyklus.

1

Bei dem Bonusprogramm der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft handelt es sich um ein
Programm für Berliner Schulen mit einer hohen sozialen Belastung. Diese erhalten zusätzliche Mittel, um ihre Schülerinnen und Schüler optimal fördern und zu bestmöglichen Ergebnissen führen zu können.

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2. Stärken und Entwicklungsbedarf
Stärken der Schule
•
•
•
•

engagierter Schulleiter, der seine Führungsverantwortung unter Einbeziehung der an
der Schule beteiligten Gruppen wahrnimmt
Schaffung von Strukturen zur Steuerung der Schulentwicklungsarbeit
an den individuellen Voraussetzungen und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler
ausgerichteter Unterricht
vielfältige Aktivitäten zur Gestaltung des Schullebens

Entwicklungsbedarf der Schule
•
•
•

konstruktive Zusammenarbeit der unterschiedlichen Professionen
Etablierung der Schulentwicklungsarbeit im Sinne eines Qualitätszirkels
transparente Einsatzplanung der Unterrichtenden2 und sachgerechter Umgang mit
Vertretungsbedarf

3. Erläuterungen
Nach der über mehrere Jahre andauernden ungeklärten Schulleitungssituation und einer damit
verbundenen Stagnation der Schulentwicklungsarbeit, waren und sind die Erwartungen an den
seit einem knappen Jahr neu eingesetzten Schulleiter seitens des Kollegiums und der Elternschaft sehr hoch. Seine bisherige Arbeit, die von einem wertschätzenden, partizipativen und
lösungsorientierten Führungsstil geprägt ist, wird von den an der Schule beteiligten Gruppen
und Personen anerkannt und akzeptiert. Um sich ein Bild von der Unterrichtsarbeit, den Schülerinnen und Schülern und dem Kollegium zu machen, hospitierte er zeitnah in allen Klassen
und bei sämtlichen Lehrkräften. In individuellen Gesprächen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat er sich über die Stärken, Interessen, Wünsche und Bedürfnisse, aber auch Entwicklungspotenziale und Probleme informiert. Neben der personellen Bestandsaufnahme verschaffte er sich zudem einen Überblick, welche Dokumente und Konzepte vorhanden sind. Es
ist ihm sehr wichtig, alle weiteren an der Schule beteiligten Gruppen in die Schulentwicklung
einzubeziehen und deren Vorschläge und Ideen zu berücksichtigen. So arbeitet er darauf hin,
gemeinsam Lösungen zu finden und Entwicklungsziele abzustecken, obwohl die Bereitschaft zu
einer aktiven Mitarbeit an schulischen Veränderungsprozessen von Seiten der Lehrkräfte, der
Pädagogischen Unterrichtshilfen und des Erzieherpersonals noch recht verhalten ist. Die Eltern
werden über einen Elternbrief des Schulleiters, der auch auf der Homepage der Schule veröffentlicht ist, über aktuelle Ereignisse und Vorhaben in Kenntnis gesetzt; den Informationsfluss
für das Kollegium sichert er vorrangig über E-Mails oder im persönlichen Gespräch. Die Konrektorin, die über ein Jahr lang die Schule allein leitete, arbeitet konstruktiv mit dem Schulleiter
zusammen.

2
Hier sind sowohl die Lehrkräfte als auch die Pädagogischen Unterrichtshilfen gemeint (vgl. Schulgesetz von Berlin,
§ 67 (1): Lehrerin oder Lehrer (Lehrkraft) ist, wer an einer Schule selbständig Unterricht erteilt. Als Lehrkraft gilt
auch, wer an einer Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ als Pädagogische Unterrichtshilfe selbständig tätig ist).

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Insgesamt ist es der Schulleitung gelungen, Teile des Kollegiums für konkrete Aufgaben, z. B.
zur Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen zu gewinnen und in einem Geschäftsverteilungsplan entsprechende Verantwortlichkeiten festzulegen. Um die Schulentwicklung in Gang
zu bringen und die Zusammenarbeit im Kollegium zu fördern, hat der Schulleiter gemeinsam
mit der Schulaufsicht eine bezirkliche Schulberaterin und einen Schulberater organisiert. Diese
unterstützen seit Januar 2016 die Schulleitung und das Kollegium. Neben der erweiterten
Schulleitung ist eine Steuergruppe eingerichtet, die die Schulentwicklungsarbeit koordiniert.
Weiterhin wurden zum zweiten Schulhalbjahr Fachkonferenzen sowie Arbeitsgruppen u.a. zu
den Themen „ETEP“, „Autismus“ und „Feste und Feiern“ neu eingerichtet. Mit Etablierung von
Fachkonferenzen verfolgt der Schulleiter das Ziel, entsprechend dem Rahmenlehrplan3 fachspezifische Curricula zu erarbeiten und eine stufenübergreifende Abstimmung über Unterrichtsinhalte, Methoden oder Projekte und somit eine Stärkung der Fachlichkeit im Unterricht zu erreichen. Die Lehrkräfte für die Leitung der Fachkonferenzen hat er durch gezielte Ansprache gewonnen. Mit einer einheitlichen Protokollvorlage sorgt er für eine strukturierte, übersichtliche
Dokumentation der Arbeit in den schulischen Gremien und den Arbeitsgruppen.
Im Inspektionsbericht von 2013 wurde die Wiederaufnahme der Schulprogrammarbeit u. a. als
Entwicklungsbedarf festgestellt. Das Schulprogramm liegt nach wie vor in der Fassung von
2010 vor. Seither fand weder eine Bestandsaufnahme bzw. interne Evaluation (der letzte Evaluationsbericht stammt aus dem Jahr 2009), noch eine Festlegung von Arbeitsschwerpunkten
oder Entwicklungszielen statt. Auch die Erstellung eines schulinternen Curriculums steht noch
aus. Als Begründung wird von den Beteiligten neben der Schulleitungssituation bis zum August
2015 der hohe Krankenstand im Kollegium genannt, der auf eine Belastungssituation des Personals hinweise. Das Kollegium fühlte sich überfordert und alleingelassen. Mit den o.g. Maßnahmen sind nun jedoch die strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Schulentwicklungsarbeit geschaffen. Zum schulinternen Curriculum gibt es
zudem erste Überlegungen in Bezug auf die Entwicklung grundlegender personaler und sozialer Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern in der Oberstufe, verfasst von einer Pädagogischen Unterrichtshilfe.
Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen an der Schule gestaltet sich weiterhin
schwierig, vor allem in Bezug auf Lehrkräfte und Pädagogischen Unterrichtshilfen. So gibt es in
ca. einem Viertel der Klassenteams Spannungen und es fällt den Betroffenen schwer, professionell Lösungen zu finden. Oft hängt der Erfolg der Zusammenarbeit von persönlichen Sympathien ab. Gegenseitige Wertschätzung und der Blick auf die gemeinsame Arbeit fallen mitunter
schwer. Der Schulleiter hat deshalb für die Kleinteams der Klassen, die aus der Lehrkraft, der
Pädagogischen Unterrichtshilfe, den Betreuerinnen bzw. Betreuern und ggf. einer Erzieherin
oder einem Erzieher bestehen, ein Coaching-Angebot durch die Schulberater angeregt, welches
bisher aber kaum angenommen wird. Ihm ist es wichtig, dass miteinander, statt übereinander
gesprochen wird. Darüber hinaus wurden Stufenteams gebildet, die sich regelmäßig treffen
und sich zu klassenübergreifenden Vorhaben, Projekten und Problemen absprechen. Um die
Teamentwicklung an der Schule zu fördern und die Zusammenarbeit im Kollegium zu verbessern, soll beginnend mit einem Studientag im September 2016 und mit Unterstützung der
Schulberaterin kontinuierlich an diesem Aspekt gearbeitet werden.
Die Stundenplanung für die Klassen erfolgt jeweils eigenverantwortlich durch die Lehrkraft und
die Pädagogische Unterrichtshilfe, wobei sich die Lehrkräfte flexibel mit ihrer Unterrichtszeit in
den Tagesablauf zwischen 8:00 Uhr und 15:00 Uhr einplanen können. Dies führt nicht immer
zu Transparenz für Außenstehende und verstärkt gefühlte Ungerechtigkeiten bei den Pädagogi3

Vgl. Rahmenlehrplan für Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, 1.
Auflage 2011

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schen Unterrichtshilfen. Zudem gibt es kein abgestimmtes Vertretungskonzept, sondern es
kommt im Krankheitsfall häufig zu Klassenaufteilungen oder Vertretungen durch Erzieherinnen
und Erzieher. Eine Unterrichtsplanung durch die Schulleitung mit einer für alle Klassenteams
einheitlichen Struktur und unter Berücksichtigung fester Zeiten für Teambesprechungen sowie
Vertretungsreserven, um den Unterricht für die Schülerinnen und Schüler abzusichern und zusätzliche Belastungen einzelner Lehrkräfte und pädagogischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
zu vermeiden, ist bisher nicht vorhanden.
Der Unterricht läuft in einer ruhigen, freundlichen Atmosphäre ab. An der Schule herrschen
durchgängig lernförderliche Bedingungen. Eine klare, ritualisierte Struktur des Schultages erleichtert die Orientierung für die Schülerinnen und Schüler. Arbeits- und Entspannungsphasen,
wozu auch das Vorbereiten und Einnehmen der Mahlzeiten gehören, sind in den Lehr-LernProzess integriert und am Bedarf der Schülerschaft orientiert. Die Lehrkräfte gehen oft individuell auf die spezifischen Bedürfnisse und den Lernstand der Schülerinnen und Schüler ein, mit
dem Ziel, sie entsprechend ihrer Leistungsfähigkeiten bestmöglich zu fördern. Mit den Eltern
finden regelmäßig Gespräche über die Entwicklung ihrer Kinder statt und die Förderpläne werden halbjährlich aktualisiert.
Im Unterricht erhalten die Schülerinnen und Schüler oft individuell für sie konzipierte Aufgabenstellungen. Die Lehrkräfte setzen dabei vielfältige Medien und Methoden ein, um sie zu
motivieren und vorhandene Fähigkeiten zu stimulieren. Dabei spielt neben der Fachlichkeit die
Förderung in Hinblick auf lebenspraktische Aspekte als fächerverbindendes Prinzip eine tragende Rolle, einschließlich des Lese- und Rechentrainings für einige Schülerinnen und Schüler. So
erhielten z. B. die Jugendlichen einer Oberstufenklasse die Problemstellung, eine Einkaufsliste
für ein „Public Viewing“ zur Fußball-EM zu erstellen und die zu erwartenden Kosten für Lebensmittel und Getränke zu berechnen. Sie benutzten dazu je nach ihren individuellen Voraussetzungen Werbematerial verschiedener Lebensmittel-Ketten, Piktogramme, Wortkarten, Rechenhilfen oder Taschenrechner. In einigen Unterrichtssituationen wie der gemeinsamen Vorbereitung der Einnahme von Mahlzeiten, beim gemeinsamen Kochen oder im Werkstattunterricht
wird das kooperative Lernen gefördert, in dem sich die Lernenden absprechen und gegenseitig
helfen müssen.
In einigen Unterrichtssequenzen findet eine gezielte Sprach- und Kommunikationsförderung
statt. Die Lehrkräfte sind fast immer Sprachvorbild und achten auf die richtige Sprachanwendung bei den Lernenden. In Einzelfällen wenden sie die unterstützende Gebärde an. Ein Teil
der Schülerinnen und Schüler ist dabei sehr gut in der Lage, sich zu artikulieren und Wünsche, Bedürfnisse oder Anliegen zu äußern. Einige nichtsprechende Schülerinnen und Schüler
kommunizieren im Unterricht mit individuellen Hilfen wie Sprachcomputer oder Talker. Allerdings gibt es für die Nutzung dieser technischen Hilfsmittel im Rahmen der „Unterstützten
Kommunikation“4 noch Fortbildungsbedarf im Kollegium. Insgesamt fehlt ein schulisches Konzept für eine systematischen Sprach- und Kommunikationsförderung.
In den Abschluss- und Oberstufenklassen wird ein- bis zweimal wöchentlich WAT-Unterricht in
klassenübergreifenden Gruppen durchgeführt, z. B. in den Bereichen Wäsche-Textilpflege, Gebäudereinigung, Keramik/Mosaik, Lehrküche sowie Garten- und Landschaftspflege. In diesen
Kursen werden die Jugendlichen auf ihre künftige Teilhabe an der Arbeitswelt, z. B. in den
speziell ausgerichteten Werkstätten, und am gesellschaftlichen Leben vorbereitet. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten hier sehr motiviert und sind bereit sich anzustrengen. Neben fachlichen Fähigkeiten werden personale Kompetenzen wie Durchhaltevermögen, Selbstständigkeit
4

Unterstützte Kommunikation umfasst alle pädagogischen und therapeutischen Maßnahmen zur Verbesserung der
kommunikativen Möglichkeiten von Menschen, denen die Lautsprache nicht oder nur unzureichend zur Verfügung steht.

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und Bereitschaft zur Kooperation besonders gefördert. Ergänzend organisiert die Schule Schülerpraktika in ausgewählten Einrichtungen und Betrieben.
Über das Lernen im Unterricht hinaus haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, sich
in vielfältigen Arbeitsgemeinschaften zu betätigen und je nach Interesse ihre Fähigkeiten auszubilden. So können sie sich z. B. beim Fußball, Tischtennis, im Chor, beim Yoga oder kreativem Gestalten, in der Musik-AG oder beim Tanzen, welches von der Schulsekretärin angeleitet
wird, einbringen. Regelmäßig nimmt die Schule an Fußballturnieren, beim Cross-Lauf und anderen sportlichen Wettkämpfen teil und kann vordere Plätze erringen. Dies trägt ebenso zur
Identifikation und zum Gemeinschaftsgefühl bei, wie die Auftritte mit dem Chor, z. B. im Seniorenclub Hönow, oder die zurzeit stattfindenden Proben für das Musical-Projekt zum Thema
Berlin, das zudem von einem bildenden Künstler beim Kulissenbau unterstützt wird. Regelmäßige Veranstaltungen wie der Martinsumzug, das Weihnachtssingen oder der festliche Abschlussball für die Jugendlichen, die die Schule beenden, sind Teil des Schullebens. In der Pyramide Hellersdorf finden Ausstellungen von Schülerarbeiten statt, die Produkte der Keramikund Mosaikwerkstatt werden hier zum Verkauf angeboten.
Im Rahmen der Unterrichtszeit zwischen 8:00 Uhr und 15:00 Uhr wechseln gezielte Lernphasen
und Entspannungszeiten ab. Eingebettet in die Tagesstruktur sind die Vorbereitung und Einnahme gemeinsamer Mahlzeiten, sportliche Aktivitäten und die AG-Angebote. Unter dem Motto „Kinder spielen nicht, um zu lernen! Aber sie lernen beim Spielen“ gestalten die Erzieherinnen und der Erzieher, unterstützt durch das Betreuerpersonal, die Zeit vor und nach dem Unterrichtstag sowie während der Ferien. Das Ferienprogramm umfasst z. B. jahreszeitlich passende Projekte sowie Ausflüge in die nähere Umgebung der Schule.
Ein Fixpunkt im Schulleben ist auch das monatliche Singen der Schulgemeinschaft für die jeweiligen Geburtstagskinder. Erstmals findet Anfang Juli 2016 ein Sommerfest statt. Die Ideen
der Schülerinnen und Schüler werden gehört und wenn möglich umgesetzt. Die Klassensprecherinnen und -sprecher treffen sich zudem regelmäßig und besprechen Themen wie die
Schulhofgestaltung sowie die Qualität des Schulessens, die Handy-Nutzung auf dem Schulhof
oder die Gestaltung von schulischen Höhepunkten.
Das Interesse der Elternschaft ist bei den meisten Erziehungsberechtigten gering bzw. auf die
schulischen Probleme des eigenen Kindes beschränkt. Einzelne Eltern bringen sich jedoch sehr
aktiv in die Gestaltung des Schullebens ein oder nehmen regelmäßig an der Gremienarbeit teil.
Im letzten Jahr ist es auch gelungen, den Förderverein wieder zu aktivieren. Das Elterncafé
bietet seit einigen Jahren interessierten Eltern Gelegenheit, sich bei Kaffee und Kuchen von Zeit
zu Zeit auszutauschen. Ein Höhepunkt war die Einladung der Fahrer der Schülerbeförderung in
das Elterncafé als Dank und Wertschätzung für deren Engagement.
Entwicklung der Schule seit der Inspektion im September 2013
Die in der letzten Inspektion festgestellte unklare Leitungssituation ist nicht mehr vorhanden.
Es besteht seit August 2015 eine arbeitsfähige, gut zusammenarbeitende Schulleitung. Arbeitsstrukturen sind geschaffen. Externe Unterstützung fand ca. ein Jahr lang durch einen Mitarbeiter von proSchul5 und findet gegenwärtig durch zwei bezirkliche Schulberater statt. Die Begleitung durch die Schulaufsicht ist nunmehr ebenfalls gesichert. Zwar hat die Schule konzeptionell bisher nur wenig gearbeitet, aber dem neuen Schulleiter ist es gelungen, die erforderlichen
Strukturen für eine zielgerichtete Schulentwicklungsarbeit zu schaffen.

5

proSchul ist eine Beratungseinrichtung der Senatsbildungsverwaltung, die Schulen auf eigenen Wunsch oder aufgrund eines bei der Inspektion festgestellten erheblichen Entwicklungsbedarfs unterstützt.

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Erwartungen im Fazit 2013:

Stand der Umsetzung 2016

„Es wird erwartet, dass die Schule in enger
Zusammenarbeit mit der zuständigen Schulaufsicht
-

Unterstützung erhält hinsichtlich eines
abgestimmten
Schulleitungshandelns
sowie der Verbesserung der Zusammenarbeit des pädagogischen Personals

-

ein abgestimmtes Schulleitungshandeln
erfolgt; Maßnahmen zur Verbesserung
der Zusammenarbeit des pädagogischen Personals sind eingeleitet und
müssen nunmehr umgesetzt werden

-

Systematische Kommunikationsstrukturen aufbaut und eine offene Kommunikationskultur entwickelt

-

Arbeits- und Kommunikationsstrukturen wie ESL, Steuergruppe, Fachkonferenzen und Arbeitsgruppen als Grundlage für die Schulentwicklung und eine
offene
Kommunikationskultur
sind
aufgebaut

-

eine schwerpunktbezogene Schulentwicklung als gemeinschaftliche Aufgabe beginnt bzw. fortführt“

-

Strukturen für die Schulentwicklungsarbeit sind geschaffen, Schwerpunktsetzung und systematische, konzeptionelle Arbeit stehen noch aus

Insgesamt ist festzustellen, dass der im September 2013 festgestellte erhebliche Entwicklungsbedarf nicht mehr besteht.

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4. Qualitätsprofil

6

Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule
1.1

Schulleistungsdaten und Schullaufbahn

Qualitätsbereich 2: Unterricht/Lehr- und Lernprozesse
2.1

Schulinternes Curriculum und Abstimmung des Lehr- und Lernangebots

2.2

Unterrichtsgestaltung/Lehrerhandeln im Unterricht

2.3

Systematische Unterstützung, Förderung und Beratung

Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern

3.3

Gestaltung der Schule als Lebensraum

Schulleitungshandeln und Schulgemeinschaft

4.2

Schulleitungshandeln und Qualitätsmanagement

Qualitätsbereich 5: Professionalisierung und Personalmanagement
5.1

Personalentwicklung und Personaleinsatz

5.2

Arbeits- und Kommunikationskultur im Kollegium

Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung
6.1

Evaluation schulischer Entwicklungsvorhaben

6.2

Fortschreibung des Schulprogramms

6.3

Umgang mit erheblichem Entwicklungsbedarf

A

B

C

D

Unterrichtsprofil

B

C

D

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung

Ergänzende Qualitätsmerkmale

6

Bewertung

A

4.1

Ganztagsangebot

D

Bewertung

Qualitätsbereich 4: Schulmanagement

E.2

C

Ohne Bewertung

A

3.1

Förderung der Sprachkompetenz

B

Bewertung

Qualitätsbereich 3: Schulkultur

E.1

Bewertung
A

A

B

C

Das Qualitätsprofil beinhaltet verpflichtende Qualitätsmerkmale (blau unterlegt) und Wahlmodule. Hinter diesem
Qualitätsprofil verbergen sich ca. 200 Indikatoren. Die Schule erhält im ausführlichen Bericht eine detaillierte
Rückmeldung dieser Ergebnisse im Bewertungsbogen. Nähere Informationen zu den Instrumenten und den Verfahren der Berliner Schulinspektion finden Sie in unserem Handbuch im Internet unter
www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/schulinspektion

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D

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5. Unterrichtsprofil7
Bewertung

Unterrichtsbedingungen

A

B

C

D

vergleichend

2.2.1

Lehr- und Lernzeit

b

2.2.2

Lern- und Arbeitsbedingungen

b

2.2.3

Strukturierung und transparente Zielausrichtung

2.2.4

Kooperation des pädagogischen Personals

b
b

2.2.5

Verhalten im Unterricht

a

2.2.6

Pädagogisches Klima im Unterricht

b

2.2.7

Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft

a

Unterrichtsprozess
2.2.8

A

B

C

D

vergleichend

Förderung von Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung

b

Fachimmanentes, fachübergreifendes und
fächerverbindendes Lernen
2.2.10 Methoden- und Medienwahl
2.2.9

b
a

2.2.11 Sprach- und Kommunikationsförderung

b

Individualisierung von Lernprozessen
2.2.12 Innere Differenzierung
2.2.13 Selbstständiges Lernen

a
b

2.2.14 Kooperatives Lernen

c

2.2.15 Problemorientiertes Lernen

c

8

Normative Bewertung

Vergleichende Bewertung

A (stark ausgeprägt)
Norm: 80 % und mehr der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv
(bei mind. 40 % „++“).

a (vergleichsweise stark)
Der Mittelwert der Schule liegt oberhalb der durch
die Standardabweichung vorgegebenen Obergrenze

B (eher stark ausgeprägt)
Norm: Zwischen 60 % und 80 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
C (eher schwach ausgeprägt)
Norm: Zwischen 40 % und 60 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
D (schwach ausgeprägt)
Norm: Weniger als 40 % der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv.

2

b (vergleichsweise eher stark)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der Obergrenze.
c (vergleichsweise eher schwach)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der durch die Standardabweichung
vorgegebenen Untergrenze.
d (vergleichsweise schwach)
Der Mittelwert liegt unterhalb der Untergrenze.

Die aktuellen Unterrichtsbeobachtungen werden mit dem Mittelwert von ca. 30.000 Unterrichtsbeobachtungen der
ersten Inspektionsrunde verglichen und auf der folgenden Seite grafisch dargestellt.

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6. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der normativen Bewertung)

100%

A/
B80%
B
60%

C
40%

D
20%

D
0%
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

2.2.5

2.2.6

2.2.7

++

2.2.8

+

-

2.2.9

2.2.10

2.2.11

2.2.12

2.2.13

2.2.14

2.2.15

2.2.14

2.2.15

--

7. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der vergleichenden Bewertung Schule - Berlin)

4,00

3,50

3,00

2,50

2,00

1,50

1,00
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

Berlin MW

2.2.5

2.2.6

2.2.7

2.2.8

Berlin untere Grenze

Seite 9/10

2.2.9

2.2.10

Berlin obere Grenze

2.2.11

2.2.12

2.2.13

10S08 MW

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8. Standortbeschreibung
Die Schule am Mummelsoll wurde im Jahr 2002 eingeweiht und ihr Architekt auf Grund der
Bauweise, die einerseits einen abgeschirmten Raum nach außen bietet und andererseits große
Transparenz und Orientierung im Innern zulässt, ausgezeichnet. Das Gebäude ist als eine Einheit aus zwei sich gegenüberliegenden Häusern konzipiert, die auf der einen Seite durch einen
verglasten Gang verbunden und auf der anderen Seite durch ein Nachbargrundstück begrenzt
ist. Somit ist ein geschützter Innenbereich als Schulhof entstanden. Hier können die Schülerinnen und Schüler eine Ballspielfläche oder verschiedene Spielgeräte wie Schaukeln oder Kletternetze nutzen bzw. sich auf Bänken oder auf der hügeligen Rasenfläche ausruhen. Allerdings
fehlt ein entsprechender Baumbestand, so dass kaum Schatten vorhanden ist. Um den Aufenthalt angenehmer zu machen, wurden zwei Schirme aufgestellt, die aber bei starker Sonne
nicht ausreichen.
Das eigentliche Schulhaus erstreckt sich über drei Etagen mit 15 Klassenräumen, die alle zum
Schulhof ausgerichtet sind. Diese verfügen jeweils über einen Balkon mit Rollo, das die Sonneneinstrahlung und Wärme abschirmen soll. Dennoch heizen sich die Räume bei hohen Außentemperaturen stark auf. Das Unterrichtsmaterial wird in großen Wandschränken, die mit
farbigen Schiebetüren versehen sind, aufbewahrt. Zu jeder Klasse gehört ein Gruppenraum mit
einer Küchenzeile, in dem gemeinsam gegessen wird oder Schülerinnen und Schüler separat
lernen können. In einigen Unterrichtsräumen sind interaktive Whiteboards installiert. Drei Klassenzimmer werden nachmittags für die ergänzende Förderung und Betreuung genutzt. Darüber
hinaus verfügt die Schule in jeder Etage über Pflegeräume, die mit WC, Dusche und Liege ausgestattet sind. Zwei Aufzüge ermöglichen den barrierefreien Zugang zu allen Etagen.
Für die praktischen Arbeiten und den WAT-Unterricht sind eine Lehrküche und entsprechend
ausgestattete Fachräume und Werkstätten vorhanden, z. B. für den Kunst-, Hauswirtschaftsund Computerunterricht sowie Holz- und Textilbearbeitung. Die Keramikwerkstatt verfügt über
einen Brennofen. Eine ehemalige Lehrwohnung, in der das Alltagsleben simuliert bzw. erlernt
werden soll, muss zurzeit für den Klassenunterricht genutzt werden. Die Schule möchte nun
eine Lehrwohnung in der ehemaligen Hausmeisterwohnung einrichten und hat dafür ein Konzept erarbeitet, welches zurzeit dem Bezirksamt zur Prüfung vorliegt. Im Hauptgebäude befinden sich neben den Amtszimmern der Schulleitung und dem Sekretariat noch das großzügige
Lehrerzimmer, eine Bibliothek, verschiedene Diagnostik- und Therapieräume sowie ein Snoezelnraum. Im Erdgeschoss links neben dem Eingang ist eine Logopädie-Praxis eingerichtet.
Der Schulbau hat an vielen Stellen Lichtschächte, die das Gebäude sehr hell und transparent
erscheinen lassen. Einige verglaste Zwischenräume könnten theoretisch noch genutzt werden,
heizen sich allerdings zu stark auf. Die große Eingangshalle erstreckt sich über alle Etagen. Sie
dient gleichzeitig als Ausstellungsraum, Treffpunkt, z. B. für das Elterncafé, und als Aula. Eine
offene Bühne, die über eine Rampe zu erreichen ist, bildet den Mittelpunkt der Halle. Über das
gesamte Gebäude verteilt sind vielfältige Schülerarbeiten ansprechend ausgestellt.
Im dem Haupthaus gegenüberliegenden Gebäude befinden sich eine Turnhalle, die auch von
Sportvereinen genutzt wird, sowie ein Therapie-Schwimmbecken. Dieses kann nach einer einjährigen Reparaturpause voraussichtlich im nächsten Schuljahr wieder genutzt werden. Darüber
hinaus sind hier die Mosaikwerkstatt und ein Raum für Musiktherapie eingerichtet.
Insgesamt ist die Schule sauber, gepflegt und bietet gute Lern- und Arbeitsbedingungen.

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