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Full text: Kurzbericht zur Inspektion der Rahel-Hirsch-Schule (10B02)

Kurzbericht
zur Inspektion der Rahel-Hirsch-Schule (10B02)

1. Voraussetzungen und Bedingungen
Die Rahel-Hirsch-Schule befindet sich im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Die Schule gliedert sich in
zwei Abteilungen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über deren Struktur und die in der
Schule zu erwerbenden Abschlüsse. Darüber hinaus beteiligt sich die Schule am Schulversuch
„FOS 13“. Dabei besteht für Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule bei entsprechenden
Leistungen die Möglichkeit, die fachgebundene oder die allgemeine Hochschulreife zu erlangen,
wenn sie ein weiteres Jahr die Schule besuchen.
Abt.

Bildungsgang

Beruf/Kürzel

Abschluss

Abteilung I

Fachoberschule

Zweijährige
FOS

Fachhochschulreife

Berufsfachschule

Einjährige OBF

MSA

Berufsschule

Zahnmedizin.
Fachangestellte
(ZFA)

Berufsausbildung

Berufsvorbereitung

BV

Qualifizierungsmaßnahme über die Arbeitsagentur

Berufl. Gymnasium

OG

Abitur

Berufsoberschule

BOS

Fachhochschulreife (einjährig),
fachgebundene Hochschulreife oder
Abitur

Berufsschule

Medizin. Fachangestellte
(MFA)

Berufsausbildung

Berufsvorbereitung

BQL

Berufsbildungsreife oder erweiterte Berufsbildungsreife

Abteilung II

Neben dem OSZ Gesundheit I bietet die Rahel-Hirsch-Schule als zweites Oberstufenzentrum in
Berlin das Berufsfeld Gesundheit an. Die Zuordnung der Berufsschülerinnen und -schüler erfolgt
nach dem Wohnortprinzip - für die Bezirke Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg, TreptowKöpenick, Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg ist die Rahel-HirschSchule die zuständige Berufschule. Insgesamt lernen derzeit an der Schule 1400 Auszubildende
und ca. 420 Schülerinnen und Schüler in Vollzeitlehrgängen. Ein kleiner Teil der Lernenden
kommt aus Brandenburg.
Die personelle Ausstattung der Schule lag zum Inspektionszeitpunkt bei 97%. Sozialpädagoginnen bzw. Sozialpädagogen stehen der Schule nicht zur Verfügung. Eine Lehrkraft nimmt neben
der Unterrichtsverpflichtung die Funktion eines Beratungslehrers wahr.

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2. Stärken und Entwicklungsbedarf

Stärken der Schule

•

besonderer Einsatz des Schulleiters für die Verbesserung der Lern- und
Arbeitsbedingungen an der Schule

•

vorbildliches Engagement der Lehrkräfte, um die Lernenden zu ihren individuell
erreichbaren Abschlüssen zu führen

•

Überarbeitung des Schulprogramms unter Berücksichtigung von Evaluationsergebnissen

•

schulinternes Curriculum als Grundlage für die Verbesserung der Lese- und
Schreibkompetenz

•

Förderung der individuellen Leistungsbereitschaft sowie des problemorientierten und
kooperativen Lernens im Unterricht

Entwicklungsbedarf der Schule

•

Ausbau von Identifikationsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler durch
intensivere Ausgestaltung des Schullebens

•

stärkere Berücksichtigung der Heterogenität der Lernenden im Unterricht, insbesondere
durch Förderung des selbstständigen Lernens und Umsetzen binnendifferenzierender
Maßnahmen

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3. Erläuterungen
Im Leitbild der Rahel-Hirsch-Schule wird als erster Grundsatz des pädagogischen Handelns genannt, dass „die Lernenden und ihre Voraussetzungen im Mittelpunkt des Schulalltags stehen“.
Dieser Ansatz zieht sich durch alle schulischen Bereiche von der Unterrichtsgestaltung über die
konzeptionelle Arbeit bis hin zum Ressourcenmanagement.
Der Schulleiter, der maßgeblich in die baulichen Planungen und Ausführungen des im Jahr
2000 entstandenen Gebäudes einbezogen war, identifiziert sich stark mit „seiner“ Schule. Er
steht für eine demokratische, offene, freundliche und schülerorientierte Bildungseinrichtung, in
der die Pädagoginnen und Pädagogen als Dienstleistende auf die Lernenden zugehen und
ihnen individuelle Chancen einräumen. Als unverzichtbar sieht es der Schulleiter an, dass sich
der Aspekt der Gesundheitsförderung durchgängig in der Schule wiederfindet. Er setzt sich
sehr dafür ein, die Schule lern- und arbeitsförderlich zu gestalten. So besteht für Schülerinnen
und Schüler sowie für Lehrkräfte die Möglichkeit, einen Fitnessraum und den „Raum der Stille“
zu nutzen, in dem beispielsweise Yoga-Kurse angeboten werden. Auch beim täglichen Essensangebot, das im Haus zubereitet wird, findet gesunde Ernährung Berücksichtigung. Eine Evaluation des Essensangebots 2011/2012 zeigte die Unzufriedenheit. Gespräche mit dem Caterer
führten zu einem veränderten Angebot, so dass die Schule nun auch in diesem Bereich dem
Motto der „gesunden Schule“ gerecht wird.
Für Schülerinnen und Schüler hat der Schulleiter stets ein „offenes Ohr“ und kümmert sich um
Anliegen und Probleme Einzelner. Er trifft sich wöchentlich mit der Schulsprecherin und dem
Schulsprecher zur Unterstützung der z. T. mühseligen Gremienarbeit, der aufgrund ihrer Aufteilung in unterschiedliche Bildungsgänge von vielen Lernenden keine große Bedeutung beigemessen wird. Auch den Lehrkräften steht der Schulleiter in persönlichen Notlagen zur Seite und
schafft Möglichkeiten, den Arbeitsalltag zu erleichtern.
Um die Schule gut nach außen zu repräsentieren und um Sach- und Geldmittel für die schulische Arbeit zu akquirieren, ist der Schulleiter in verschiedenen bezirklichen und überbezirklichen bzw. fachbezogenen Arbeitsgruppen und Ausschüssen aktiv. So unterstützt die Schule das
alljährlich stattfindende Stadtteilfest Hellersdorf und hat im Rahmen einer Kooperation mit dem
Verein Kids&Co1 beim Aufbau der „Hellen Oase“2 mitgewirkt. Wenngleich er nicht alle seine
diesbezüglichen Bemühungen dem Kollegium mitteilt, so wissen die Lehrkräfte und vor allem
die weiteren Leitungsmitglieder diesen Einsatz für die schulischen Belange sehr zu schätzen.
Wichtig war und ist dem Schulleiter auch der Aufbau des Beruflichen Gymnasiums, wodurch
die Schule verstärkt Schülerinnen und Schüler aufnehmen kann, die erwarten lassen, dass sie
sich aufgrund des längeren, vollzeitschulischen Bildungsgangs stärker mit der Schule identifizieren. Der Schulleiter hat schon seit langem darauf geachtet, Fachlehrkräfte für diesen Bereich
neu einzustellen, bzw. Lehrerinnen und Lehrer ermuntert sich entsprechend fortzubilden.
Ähnlich stark engagiert er sich für den von ihm favorisierten pädagogischen Ansatz SkOL
(Selbstorganisiertes, kompetenzorientiertes Lernen), bei dem der Unterricht methodisch so gestalten wird, dass die Lernenden einen hohen Grad an Selbstorganisation und -verantwortung
erreichen. Dabei ist es ihm gelungen, sein Kollegium mitzunehmen, so dass SkOL einen der
abgestimmten Schwerpunkte im Schulprogramm ausmacht. Nach einem fachbereichsübergreifenden Entwicklungsprojekt mit dazugehörigen Fortbildungen für das gesamte Kollegium in
den Jahren 2007 bis 2009 implementiert nun ca. ein Drittel der Lehrende diese Methode. Ziele
sind dabei die Verbesserung der Unterrichtsqualität und die Verringerung der Abbrecher- und
1
2

Gemeinnütziger Verein zur Förderung von Kindern und Jugendlichen
Bürgergarten in Hellersdorf. Gemeinsam kann hier gegärtnert werden.

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Wiederholerquote in der OBF und der BOS. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Durchführung
eines sogenannten „bunten Stundenplans“3 zur Vorbereitung einzelner Prüfungskomponenten.
Momentan arbeiten zwei Lehrerteams in je einer MFA-Klasse des ersten Lehrjahres nach dem
SkOL-Konzept. Zur Unterstützung dieser Arbeit ist im Stundenplan eine Teamstunde für die
entsprechenden Lehrkräfte eingerichtet.
Gezielte Angebote eines Kompetenztrainings gibt es auch in anderen Bildungsgängen. Im Bereich des beruflichen Gymnasiums finden zu Beginn der Einführungsphase sogenannte Kompetenztage statt. In Form von Workshops wird ein Methodentraining durchgeführt. Workshops
zur Erstellung von Facharbeiten finden nach einer Schülerbefragung nun auch in der BOS und
der FOS statt.
Außer dem „bunten Stundenplan“ bietet die Schule, neben dem persönlichen Engagement
mancher Lehrkräfte zur zusätzlichen Unterstützung einzelner Schülerinnen und Schüler, eine
Reihe von Angeboten, damit ihre Lernenden den jeweils bestmöglichen Abschluss erlangen. Die
Schule erklärt mittels intensiver Beratung den Schülerinnen und Schülern die Durchlässigkeit
der an der Schule vorhandenen, verschiedenen Bildungsgänge und zeigt individuelle Wege der
schulischen Laufbahn auf. Außerdem sind für die Lernenden der einjährigen OBF und der zweijährigen FOS Warnkonferenzen etabliert. Für Schülerinnen und Schüler, bei denen zu befürchten ist, dass sie das angestrebte Ziel nicht erreichen, stellen die involvierten Lehrkräfte Förderpläne auf, die speziell auf den Lernenden abgestimmte Maßnahmen unterbreiten. Auch durch
den engmaschigen Kontakt zwischen den Lehrenden zu den Ausbildungsbetrieben und zur
Ärzte- bzw. Zahnärztekammer hinsichtlich der Fehlzeiten ist frühzeitig sichergestellt, dass eventuell Abschlussgefährdete nicht aus dem Blick geraten. Beide Abteilungen setzen Konzepte zur
Minimierung der Fehlzeiten gleichermaßen um. So führte die Schule das Projekt „Early bird“
durch. Dabei erfasst sie wiederholt in einer Woche die Anzahl der verspäteten Schülerinnen
und Schüler, um für das Thema Pünktlichkeit zu sensibilisieren. Ziel ist das Erkennen eines Zusammenhangs von pünktlichem Arbeitsbeginn, ruhiger Arbeitsatmosphäre und damit stressfreiem Arbeiten. Zuspätkommende Lernende müssen einen „Verspätungszettel“ ausfüllen und die
Schule informiert die Eltern bzw. den Ausbildungsbetrieb. Einen Schwerpunkt der Arbeit bilden
aufgrund der höchsten Fehlquoten innerhalb der Schule die Berufsqualifizierenden Lehrgänge
(BQL). Ausgangspunkt für dieses Projekt war eine Gesundheitsumfrage unter den Lehrkräften.
Da die Schule über keine sozialpädagogische Unterstützung verfügt, nimmt eine Lehrkraft aus
dem Kollegium die Funktion eines Beratungslehrers wahr. Die Berufs- und Studienberatung
wird in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt durchgeführt. Neben einer Einführungsveranstaltung finden monatliche Sprechstunden an der Schule selbst statt, um die Schwelle, diese auch
wahrzunehmen, möglichst gering zu halten.
Das Kollegium hat das Schulprogramm von 2006 im Jahre 2011 fortgeschrieben und sieht es
als eine sich ständig verändernde Arbeitsgrundlage. Das neue Programm greift zum einen auf
Altbewährtes zurück, z. B. die Umsetzung des Leitgedankens der „gesunden Schule“, öffnet
sich aber auch neuen Ansätzen. Diese werden abgeleitet aus den evaluierten Entwicklungsvorhaben. Im Rahmen der internen Evaluation wurde überprüft, ob die im alten Schulprogramm
ausgewiesenen Ziele erreicht wurden. Anhand der Ergebnisse leitete die Schule entsprechende
Schlussfolgerungen und Konsequenzen ab, welche wiederum Eingang in die Fortschreibung des
Schulprogramms finden. So wurde z. B. das bereits erwähnte Entwicklungsprojekt SkOL den
Gegebenheiten der Schule angepasst. Verbunden mit dem Aufbau des Beruflichen Gymnasiums
weist die Fortschreibung des Schulprogramms die Entwicklung eines Rahmenplans Gesund3

Die zentral vorgegebene Zeitzuteilung pro Fach und Woche ist aufgehoben. Die Lernenden legen selbstständig
und eigenverantwortlich in Absprache mit den Lehrkräften fest, in welchen Fächern sie Schwerpunkte setzen. Den
Begriff erfanden Lernende, weil der eigentliche Stundenplan je nach Lernphase unterschiedlich eingefärbt wurde.

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heit/Medizin aus. Obwohl durch die gymnasiale Oberstufe die Schülerschaft jetzt länger an der
Schule verweilt, finden sich in der aktuellen Fortschreibung des Schulprogramms nur wenige
Aussagen zum Schulleben. Einzig das Projekt „Namensgebung“ wurde gemeinsam mit den
Schülerinnen und Schülern erfolgreich abgeschlossen. Diese waren in Form einer breit angelegten Befragung und anschließender Diskussion beteiligt, so dass die Schule seit dem Schuljahr
2013/2014 den Namen Rahel-Hirsch-Schule trägt. Darüber hinaus sind nur wenige Feste oder
Traditionen an der Schule etabliert. Die durchgeführten Zufriedenheitsanalysen in der Schülerschaft beziehen sich auf das soziale Klima der Schule, welches von allen als sehr angenehm
beschrieben wird. Hinsichtlich des Schullebens finden jedoch keine Ableitungen bzw. Analysen
statt.
Auch das Thema „Demokratieerziehung“, das nach Aussagen des Schulleiters in der Schule
diskutiert und bereits umgesetzt wird, ist noch nicht im Schulprogramm verankert. Verschiedene Veranstaltungen - wie Gesprächsrunden mit unterschiedlichen Parteien, die Beteiligung an
der Juniorwahl 2013 oder die Übernahme von Aufgaben des Wahlvorstandes durch Lernende
bei der Bundestagswahl - stellen erste Schritte zu diesem Ansatz an der Schule dar. Schülerinnen und Schüler des beruflichen Gymnasiums führen im Fach Politikwissenschaft in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr ein Planspiel zur internationalen, kooperativen Konfliktlösung
durch. Die Möglichkeiten der Partizipation der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an der
Schulentwicklung sind dagegen noch nicht voll ausgeschöpft.
Im Schulprogramm sind übergreifende Themen vereinbart: „gesunde Schule“ und „Erstellung
eines schulinternen Curriculums“. Dazu haben alle Fachbereiche spezifische Entwicklungsziele
festgelegt. Zusätzlich konnte jeder Fachbereich ein fachspezifisches Thema auswählen und mit
entsprechenden Entwicklungszielen unterlegen. Für alle ist eine Zeit-Maßnahmen-Planung vorhanden, welche die Umsetzung der jeweiligen Ziele regelt.
Mit der Erstellung eines schulinternen Curriculums hat sich die Schule einem Entwicklungsbedarf des letzten Inspektionsberichtes aus dem Jahre 2008 gestellt. Es weist als Schwerpunkt die
„Förderung der Lese- und Schreibkompetenz“ aus und wird sukzessive in den verschiedenen
Fachbereichen umgesetzt. Bezogen auf den Schwerpunkt sind sogenannten „MussKompetenzen“ ausgewiesen, die sich auf den Umgang mit Texten beziehen. Ergänzend gibt es
„Kann-Kompetenzen“, welche die Förderung weiterer Lern-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenzen zum Ziel haben. Aufgrund der Vielzahl von Bildungsgängen hat sich die RahelHirsch-Schule entschieden, das im Rahmen des schulinternen Curriculums entworfene Planungsraster zunächst auf Fachbereichsebene mit Inhalten zu füllen. In diesem Raster gibt es Festlegungen zu den Aktivitäten im Unterricht, zu den zu erlernenden Sprachstrukturen und dem
entsprechenden Vokabular. Für einige Fachbereiche bzw. Bildungsgänge sind bereits kompetenzorientierte Ziele ausgewiesen. In einem zweiten Schritt soll eine Verzahnung über die
Fachbereiche hinaus stattfinden. Momentan steht die Erarbeitung einer Operatorenliste4 im
Vordergrund. Ein erster Vorschlag ist von einer Arbeitsgruppe erstellt und nun zur Abstimmung
bzw. zur Spezifizierung in die einzelnen Fachbereiche gegeben worden. Ziel ist die Erstellung
eines Plakates mit abgestimmten Operatoren, welches in jeden Unterrichtsraum gehängt wird
und so das Verstehen von Arbeitsaufträgen erleichtern soll.
Das schulinterne Curriculum wird von einem Sprachbildungskonzept flankiert. Dieses ist Resultat einer weiteren schulinternen Befragung unter Schulabbrecherinnen und -abbrechern, die als
einen Grund für ihre Entscheidung fehlende Sprachkompetenz angaben. Neben additiven5
4

5

Operatoren benennen überprüfbare Tätigkeiten (z. B. Aufzählen, Beschreiben, Erklären, Herausarbeiten, Zusammenfassen) bei der Bearbeitung von Aufgaben.
Zusätzliche Deutschstunden zur Förderung von Schülerinnen und Schülern im 4. Block, vorwiegend für BQL und
OBF

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Sprachförderangeboten gibt es auch integrative. Dafür haben Lehrkräfte Sprachbildungsbausteine erarbeitet, die sie im Bereich der Berufsschule einsetzen. Sprachstandstests bilden dabei
die Grundlage für individuelle Lernberatungsgespräche zwischen Lehrkräften und Lernenden mit
der Festlegung von Förderzielen. Die eingerichtete Arbeitsgruppe „Sprachförderung“ erleichtert
dabei die Zusammenarbeit zwischen den Deutschlehrkräften und den fachtheoretisch unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrern und sorgt dafür, dass sie auch im Fachunterricht verstärkt
sprachförderliche Aspekte berücksichtigen.
Die Verknüpfung des schulinternen Curriculums auf der einen Seite mit dem Schulprogramm
und auf der anderen Seite mit dem Sprachbildungskonzept sowie die gemeinsame Erstellung
von sprachsensiblen Unterrichtseinheiten hat zu einer breiten Akzeptanz des Themas im Kollegium geführt, was auch im alltäglichen Unterricht sichtbar wird. So ist die Sprach- und Kommunikationsförderung in drei Viertel des Unterrichts zu beobachten. In nahezu jeder Stunde
gelingt es der jeweiligen Lehrkraft, für Sprech-, Schreib- und/oder Leseanlässe zu sorgen. Häufig wird auch das Fachvokabular erklärt.
Ein wichtiges Element der lernförderlichen Gestaltung des Unterrichts an dieser Schule ist die
Unterstützung der Schülerinnen und Schüler durch individuelle Ansprache und Ermunterung.
Dadurch gelingt es den Lehrkräften in nahezu allen Stunden, die Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft der Jugendlichen in hohem Maße zu fördern. Arbeitsaufträge sind oft problemorientiert formuliert. Unterschiede in der Ausprägung gibt es zwischen den vollzeitschulischen
und den dualen Bildungsgängen.
In der Berufsschule ist nur die Hälfte des Unterrichts problemorientiert. In jeder dritten Unterrichtsstunde bearbeiten die Schülerinnen und Schüler die Aufgaben in Partner- oder Gruppenarbeit. Dabei handelt es sich in der Regel jedoch nicht um teamorientierte Aufgaben, sondern
um Aufträge, die auch in Einzelarbeit erfüllbar sind. Es überwiegen Aufgabenstellungen, die für
alle gleich lauten. Ansätze des selbstständigen Lernens finden sich vor allem im Zusammenhang mit der Nutzung der Lernbüros und in den SkoL-Klassen des MFA-Bildungsganges. Dabei
werden oft Unterrichtsprojekte durchgeführt, die Inhalte aus verschiedenen Fächern verbinden
und fachübergreifend bearbeitet werden.
Bei den vollzeitschulischen Bildungsgängen fördern die Lehrkräfte in drei Viertel des Unterrichts
das problemorientierte Lernen. In der Hälfte des Unterrichts werden die Aufgaben in kooperativen Lernformen bearbeitet, die auch die Teamkompetenzen fördern. Ähnlich wie in den dualen Lehrgängen können die Vollzeitschülerinnen und -schüler selten auf individuell unterschiedliche Aufgaben zurückgreifen. Die Lernenden in den studienqualifizierenden Lehrgängen wiederum erhalten in einem Drittel des Unterrichts die Möglichkeit, ihr in den Einführungstagen
erworbenes Wissen anzuwenden und Themen selbstständig mit anschließender Präsentation zu
bearbeiten. Dabei sammeln sie zielgerichtet Informationen zu einem Thema und haben auch
häufiger als die Auszubildenden die Möglichkeit, ihre Ergebnisse selbstständig zu kontrollieren.
Gemeinsam ist dem Unterricht aller Bildungsgänge, dass es den Lehrkräften durch die Unterrichtsgestaltung und durch ihre den Lernenden zugewandte Art gelingt, das Selbstvertrauen
der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu fördern. Insgesamt herrscht an der Rahel-HirschSchule ein freundliches, wertschätzendes sowie gesundheitsförderndes Lern- und Arbeitsklima,
so dass die Schule auch hier den Grundsätzen aus ihrem Leitbild gerecht wird.

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4. Qualitätsprofil

6

Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule
1.1

B

C

D

Schulleistungsdaten und Schullaufbahn

Qualitätsbereich 2: Unterricht/Lehr- und Lernprozesse
2.1

Schulinternes Curriculum und Abstimmung des Lehr- und Lernangebots

2.2

Unterrichtsgestaltung/Lehrerhandeln im Unterricht

2.3

Systematische Unterstützung, Förderung und Beratung

Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern

3.2

Soziales Klima und soziales Lernen in der Schule

3.4

Kooperationen

Schulleitungshandeln und Schulgemeinschaft

4.2

Schulleitungshandeln und Qualitätsmanagement

Qualitätsbereich 5: Professionalisierung und Personalmanagement
5.1

Personalentwicklung und Personaleinsatz

5.2

Arbeits- und Kommunikationskultur im Kollegium

Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung
6.1

Evaluation schulischer Entwicklungsvorhaben

6.2

Fortschreibung des Schulprogramms

D

B

C

D

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung

Ergänzende Qualitätsmerkmale

Demokratieerziehung

C

Unterrichtsprofil

A

4.1

E.8

B

Bewertung

Qualitätsbereich 4: Schulmanagement

Förderung der Sprachkompetenz

A

A

3.1

E.1

Bewertung

Bewertung

Qualitätsbereich 3: Schulkultur

6

Bewertung
A

A

B

C

Das Qualitätsprofil beinhaltet verpflichtende Qualitätsmerkmale (blau unterlegt) und Wahlmodule. Hinter diesem
Qualitätsprofil verbergen sich ca. 200 Indikatoren. Die Schule erhält im ausführlichen Bericht eine detaillierte
Rückmeldung dieser Ergebnisse im Bewertungsbogen. Nähere Informationen zu den Instrumenten und den Verfahren der Berliner Schulinspektion finden Sie in unserem Handbuch im Internet unter
www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/schulinspektion

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D

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5. Unterrichtsprofil
Bewertung

Unterrichtsbedingungen
A

B

C

D

vergleichend

2.2.1

Lehr- und Lernzeit

b

2.2.2

Lern- und Arbeitsbedingungen

b

2.2.3

Strukturierung und transparente Zielausrichtung

b

2.2.4

Kooperation des pädagogischen Personals

2.2.5

Verhalten im Unterricht

b

2.2.6

Pädagogisches Klima im Unterricht

b

2.2.7

Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft

a

ohne Bewertung

Unterrichtsprozess

A

B

C

D

vergleichend

2.2.8

Förderung von Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung

b

2.2.9

Fachimmanentes, fachübergreifendes und
fächerverbindendes Lernen

b

2.2.10 Methoden- und Medienwahl

b

2.2.11 Sprach- und Kommunikationsförderung

b

Individualisierung von Lernprozessen
2.2.12 Innere Differenzierung

b

2.2.13 Selbstständiges Lernen

b

2.2.14 Kooperatives Lernen

b

2.2.15 Problemorientiertes Lernen

b

7

Normative Bewertung

Vergleichende Bewertung

A (stark ausgeprägt)
Norm: 80 % und mehr der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv
(bei mind. 40 % „++“).

a (vergleichsweise stark)
Der Mittelwert der Schule liegt oberhalb der durch
die Standardabweichung vorgegebenen Obergrenze

B (eher stark ausgeprägt)
Norm: Zwischen 60 % und 80 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
C (eher schwach ausgeprägt)
Norm: Zwischen 40 % und 60 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
D (schwach ausgeprägt)
Norm: Weniger als 40 % der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv.

7

b (vergleichsweise eher stark)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der Obergrenze.
c (vergleichsweise eher schwach)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der durch die Standardabweichung
vorgegebenen Untergrenze.
d (vergleichsweise schwach)
Der Mittelwert liegt unterhalb der Untergrenze.

Die aktuellen Unterrichtsbeobachtungen werden mit dem Mittelwert von ca. 30.000 Unterrichtsbeobachtungen der
ersten Inspektionsrunde verglichen und auf der folgenden Seite grafisch dargestellt.

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6. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der normativen Bewertung)

100%

A/
B 80%
B
60%

C
40%

D
20%

D
0%
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

2.2.5

2.2.6

2.2.7

++

2.2.8

+

-

2.2.9

2.2.10

2.2.11

2.2.12

2.2.13

2.2.14

2.2.15

--

7. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der vergleichenden Bewertung Schule - Berlin)

4,00

3,50

3,00

2,50

2,00

1,50

1,00
2.2.1

2.2.2

2.2.3

Berlin MW

2.2.5

2.2.6

2.2.7

2.2.8

Berlin untere Grenze

Seite 9/10

2.2.9

2.2.10

2.2.11

Berlin obere Grenze

2.2.12

2.2.13

2.2.14

10B02 MW

2.2.15

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8. Standortbeschreibung
Die Rahel-Hirsch-Schule liegt im Bezirk Marzahn-Hellersdorf in unmittelbarer Nähe eines UBahnhofes. Das 1999 erbaute Schulgebäude befindet sich in einem sehr gepflegten und sauberen Zustand. Erste Renovierungsarbeiten, z. B. der Flurbereiche, sind für das Jahr 2014 vorgesehen. Die Flure sind mit Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht oder Exponaten aus den
Fachbereichen ausgestaltet. Die zur Südseite hin teilweise verglasten Gänge besitzen nun Außenjalousien, um den hohen Temperaturen bei Sonneneinstrahlung entgegenzuwirken.
Die drei verbundenen Gebäudeteile stehen im spitzen Winkel zueinander. Der gepflasterte Innenhof lädt bei schönem Wetter zum Verweilen ein.
Die Schule verfügt über gut ausgestattete naturwissenschaftliche Fachräume und arbeitet nach
dem Fachraumprinzip, d. h. die Schülerinnen und Schüler wechseln nach einem Unterrichtsblock den Raum. Zurzeit erfolgt ein sukzessiver Austausch der Tische und Stühle in den Unterrichtsräumen. Das Raumnutzungskonzept der Schule ist dem Bedarf angepasst worden. Für den
Aufbau des Beruflichen Gymnasiums braucht die Schule mehr Unterrichtsräume. Aus diesem
Grund wurde die ehemalige Hausmeisterwohnung im Sommer umgewidmet und dort drei weitere Unterrichtsräume für die Leistungskurse der gymnasialen Oberstufe eingerichtet.
Neben dem Eingangsbereich befinden sich das Sekretariat, die Schulleitung, die Lehrerzimmer
und das „Beratungszentrum“ der Schule. Ein so genanntes „Internetcafé“ mit acht Computerarbeitsplätzen und Internetzugang steht allen Schülerinnen und Schülern zur Verfügung. Die
Jugendlichen können sich im Sekretariat innerhalb der Schulöffnungszeiten einen Schlüssel für
den Raum holen und diesen dann selbstständig nutzen. In der Bibliothek mit einem umfangreichen Bestand an Belletristik können sich die Schülerinnen und Schülern Bücher ausleihen.
Die Schule verfügt insgesamt über mehr als 250 PCs, die sich hauptsächlich auf ca. 20 Computerräume und die drei Lernbüros verteilen. In den Fachräumen sind keine Computer vorhanden,
jedoch besitzt jeder Fachbereich einen Unterrichtsraum mit einem interaktiven Whiteboard. Die
Lehrkräfte können sich in vier unterschiedlich großen Lehrerzimmern aufhalten. Dem Kollegium
stehen an verschiedenen Orten - z. B. in einem Lehrerzimmer, den Vorbereitungsräumen der
Naturwissenschaften sowie in einem sogenannten Raum für „Lehrer-Stillarbeit“ - PCArbeitsplätze zur Verfügung. Die Medienausstattung wurde 2013 durch den Austausch des
Servers ergänzt, so dass von jedem PC in der Schule das Intranet sowie das Internet genutzt
werden kann.
Die Mensa ist freundlich gestaltet und wird nicht nur von den Schulbeteiligten gut angenommen, sondern auch von den umliegenden bezirklichen Einrichtungen. Im Unterschoss können
Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler in einem Fitnessraum an unterschiedlichen Geräten
trainieren. Für den Sportunterricht stehen der Schule eine moderne Mehrzweckhalle zur Verfügung und ein in zehn Minuten fußläufig zu erreichender Sportplatz.

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