Path:

Full text: Kurzbericht zur Inspektion der Pusteblume-Grundschule (10G18)

Kurzbericht
zur Inspektion der Pusteblume-Grundschule (10G18)

1. Voraussetzungen und Bedingungen
Die Pusteblume-Grundschule befindet sich im Ortsteil Hellersdorf des Bezirks MarzahnHellersdorf, nahe der Landesgrenze zu Brandenburg. Das Einzugsgebiet liegt in einem sozialen
Brennpunkt. Im „Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2013“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt wird dieses Gebiet mit dem niedrigsten Statusindex 4 versehen.
Die jetzige Dreizügigkeit wird in den kommenden Schuljahren auf vier Klassen in jeder Jahrgangsstufe ausgebaut, dazu sind ein Erweiterungsbau und die Komplettsanierung des Hauptgebäudes geplant bzw. im Bau. Der Anteil der Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache beträgt
derzeit ca. 31 % und hat sich in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt. Etwas mehr als
drei Viertel der Erziehungsberechtigten sind von der Zuzahlung zu den Lernmitteln befreit, die
Schule nimmt daher am „Bonus-Programm“1 der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und
Wissenschaft teil. Aus diesem Programm werden u. a. zwei sozialpädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finanziert. Diese betreuen auch die von der Schule eingerichtete „Soziale
Gruppe“, die entwicklungsverzögerte Kinder besuchen. Die Finanzierung einer Stelle wurde jetzt
vom Jugendamt übernommen.
Zum Zeitpunkt der Inspektion fehlten der Schule knapp 1,5 Lehrerstellen. Aufgrund der Teilnahme am Schulversuch und der Anzahl an Lernmittelbefreiten erhält die Schule zusätzlich
Stunden im Umfang von ca. vier Lehrerstellen.
Die Schule organisiert ihren Ganztag in einer offenen Form. Die ergänzende Förderung und
Betreuung befindet sich gerade in einer Übergangsphase und wird in eine freie Trägerschaft in
Zusammenarbeit mit der tjfbg gGmbH2 überführt. Die Schule nimmt seit dem Schuljahr
2011/2012 am Schulmodellversuch INKA3 teil. Im Rahmen dieses Projektes werden derzeit 41
Kinder integriert. Dazu kommen weitere 14 Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf.
Aufgrund eines Wasserschadens im Souterrain sind sowohl zwei Klassenräume als auch die
gerade erst fertig eingerichtete Lernwerkstatt derzeit nicht zu nutzen. Instandsetzungsmaßnahmen finden statt. Die sich direkt auf dem Schulgelände befindliche Turnhalle kann derzeit
ebenfalls aufgrund von Sanierungsmaßnahmen nicht genutzt werden. Seit den Osterferien
nutzt die Schule die ca. zehn Gehminuten entfernte Kiezsporthalle. Durch den Einbau von
Brandschutztüren im Schulgebäude kommt es seit geraumer Zeit zu erheblichen Lärmbelästigungen.
Bei den Inspektionen in den Schuljahren 2007/2008 und 2009/2010 wurde an der PusteblumeGrundschule jeweils ein erheblicher Entwicklungsbedarf festgestellt. In den letzten fünf Jahren
gab es eine hohe Fluktuation in der Schulleitung. Nach der Pensionierung des damaligen
Schulleiters im März 2012 leitete die stellvertretende Schulleiterin, unterbrochen von einer kurzen Phase von August bis Oktober 2012, kommissarisch die Schule bis November 2012. Danach wurde die Schule bis Juli 2013 durch verschiedene Externe geleitet, die neben ihren eigentlichen Tätigkeiten für die Schule verantwortlich waren. Seit Beginn des Schuljahres
2013/2014 wird die Schule von einer durch die Schulaufsicht beauftragten Lehrkraft geleitet.
Die stellvertretende Schulleiterin verließ im August 2013 die Schule. Teile dieses Aufgabenbereichs werden von einer aus dem Kollegium stammenden Lehrerin wahrgenommen.
1

Es handelt sich um ein Programm für Berliner Schulen mit einer hohen sozialen Belastung. Diese erhalten zusätzliche Mittel, um ihre Schülerinnen und Schüler optimal fördern und zu bestmöglichen Ergebnissen führen zu können.

2

Technische Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft

3

INKA-Schulen nehmen am Modellversuch INKA - Inklusive Schulen auf dem Weg teil.

Seite 1/12

Kurzbericht
zur Inspektion der Pusteblume-Grundschule (10G18)

2. Stärken und Entwicklungsbedarf

Stärken der Schule

•

Engagement der beauftragten Schulleiterin

Entwicklungsbedarf der Schule

•

Etablierung einer ArbeitsSchulentwicklung abzielt

•

Schaffung von Teamstrukturen mit dem Ziel der Unterrichtsentwicklung

•

Unterrichtsentwicklung im Hinblick auf den Einsatz kooperativer Sozialformen und der
Individualisierung von Lernprozessen

•

Erarbeitung und Umsetzung eines Sprachförderkonzepts, das sich an den Bedürfnissen
der Schülerschaft orientiert

•

Herausbildung
Förderung

•

Umsetzung der pädagogischen Prinzipien des jahrgangsübergreifenden Lernens in der
Schulanfangsphase

eines

und

Kommunikationskultur

Bewusstseins

für

Seite 2/12

die

im

Notwendigkeit

Kollegium,

die

auf

sonderpädagogischer

Kurzbericht
zur Inspektion der Pusteblume-Grundschule (10G18)

3. Erläuterungen
Die in den Jahren seit der Erstinspektion 2008 ständig wechselnden Verantwortlichkeiten in der
Schule und in der Schulaufsicht führten dazu, dass in diesem gesamten Zeitraum keine kontinuierliche Schulentwicklung stattfand. Wenn es in den letzten Jahren Bemühungen gab, den
durch die Schulinspektion festgestellten Entwicklungsbedarf zu beheben, waren diese häufig
formaler Art. So führten die Organisation einer Steuergruppe oder der Besuch von Fortbildungen nicht zu spürbaren Veränderungen in der täglichen Arbeit.
Die im zweiten Jahr an der Schule tätige beauftragte Schulleiterin hat zu Beginn mithilfe der
Inspektionsberichte von 2008 und 2010 Handlungsfelder erkannt, für die sie Ideen entwickelt
und teilweise Maßnahmen initiiert. Sie hat Personalgespräche geführt und mit allen Lehrkräften
über ihren Unterrichtseinsatz gesprochen. Es wurde ein nach der Grundschulverordnung rechtskonformer Stundenplan erstellt, die Arbeit der Fachkonferenzen wieder aufgenommen und eine
erweiterte Schulleitung gewählt. Diese soll Schulentwicklungsprozesse vorantreiben. Darüber
hinaus wurden Studientage und Zukunftswerkstätten zur Leitbildentwicklung als Beginn einer
Neuschreibung des Schulprogramms und zur Umgestaltung der ergänzenden Förderung und
Betreuung durchgeführt. Das Schulprogramm ist zurzeit noch ein Arbeitspapier, das in diesem
Schuljahr in den Gremien zur Abstimmung kommen soll. Hier finden sich neben den schulspezifischen Rahmenbedingungen die wichtigsten Entwicklungsvorhaben in Form von Projektkarten, etwa die Einführung von sonderpädagogischen Förderstrukturen oder die Umsetzung der
Sprachförderung in einigen Fächern, aber auch die jährliche Durchführung eines Tages der
offenen Tür. Als Schlussfolgerung aus den VERA 34-Ergebnissen wurde das häusliche Leseverhalten der Kinder erfragt und in einem umfangreichen Bericht dokumentiert. Ein weiteres Evaluationsvorhaben beschreibt den Umgang mit Hausaufgaben im Bereich der ergänzenden Förderung und Betreuung.
Die durch die beauftragte Schulleiterin initiierten organisatorischen Maßnahmen und Denkanstöße zur Schulentwicklung treffen im Kollegium nicht auf eine breite Akzeptanz, da die Notwendigkeit der Erledigung von Aufgaben über die eigene Unterrichtsverpflichtung hinaus nicht
von allen erkannt wird. Die Mehrzahl der Lehrkräfte sieht sich in erster Linie der Arbeit in den
Klassen verpflichtet und ist kaum bereit, sich bei schulspezifischen Themen zu interessieren
oder auch zu engagieren. Die Veränderungen in der Schülerschaft der letzten Jahre werden
zwar zur Kenntnis genommen, eine Haltung, die sich daran orientiert, hat sich nicht entwickelt. So mündet z. B. die Wiedereinführung von Fachkonferenzen nicht in eine grundsätzliche,
konzeptionelle Beschäftigung und Abstimmung zum Unterricht. Dominierend ist hier bislang
die Arbeit an Stoffverteilungen oder Absprachen zur Bewertung schriftlicher Arbeiten. Alle 14
Tage ist der Montagnachmittag für Gremiensitzungen und Teamtreffen vorgesehen, jeden
Mittwoch findet vor dem Unterricht eine Dienstbesprechung statt. Auch hier gibt es Einzelne,
die Absprachen boykottieren, nicht teilnehmen und Beschlüsse bewusst nicht umsetzen. Einige
Lehrkräfte erteilen in den Stundenplänen vorgesehene Teilungsstunden nicht. Die beauftragte
Schulleiterin schätzt selbstkritisch ein, dass ein Großteil ihrer Zeit dazu dient, die tägliche pädagogische Arbeit, die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen und den allgemeinen Tagesablauf in der Schule zu kontrollieren. Auch wenn nach ihren Aussagen ein Teil des Kollegiums
sich im Rahmen von Schulentwicklung engagiert, ist es ihr noch nicht gelungen, die vorherrschende Verweigerungshaltung im Kollegium aufzulösen.
Eine Arbeits- und Kommunikationskultur, die auf Schulentwicklung abzielt, hat sich an der
Pusteblume-Grundschule nicht etabliert. Teamarbeit existiert, bezogen vor allem auf die Schulanfangsphase, nur in Ansätzen. Darüber hinaus gibt es kaum Absprachen, auch wenn die so-

4

VERA 3 steht für die zentralen Vergleichsarbeiten der 3. Jahrgangsstufe in Deutsch und Mathematik.

Seite 3/12

Kurzbericht
zur Inspektion der Pusteblume-Grundschule (10G18)

genannten Teamsprecherinnen der Doppeljahrgangsstufen Mitglied der sich wöchentlich treffenden erweiterten Schulleitung sind.
Die Schulanfangsphase wird in den Klassenstufen 1 und 2 im jahrgangsübergreifenden Lernen
(JüL)5 organisiert, allerdings kommen dessen pädagogische Prinzipien nicht zum Tragen. Das
wird z. B. im Sprachgebrauch der Lehrkräfte deutlich, deren unterrichtliches Handeln sich häufig an den „Ersties“ und „Zweities“ bzw. „Kleinen“ und „Großen“ orientiert und nicht am individuellen Leistungsstand der Kinder. Die Aufgaben sind entweder für die eine oder die andere
Gruppe vorgesehen, diese werden abgearbeitet. Manchmal sind zusätzliche Aufgaben möglich,
die aber keine Leistungsdifferenzierung beinhalten. Dies betrifft auch die Wochenplanarbeit. Die
im Stundenplan vorgesehenen Teilungen, bei denen eine Lerngruppe zum Teil in einem Nebenraum von einer Erzieherin oder einem Erzieher betreut werden, erfolgen nach Schulbesuchsjahren. In der Regel bearbeiteten alle Kinder identische Aufgaben, die zu gleichen Ergebnissen
führen.
Das Unterrichtsprofil der Schule hat sich seit der letzten Inspektion nur unwesentlich verändert.
Eine Auseinandersetzung mit den kritischen Rückmeldungen der letzten Inspektionen im Bereich des Unterrichts hat nicht stattgefunden. So dominieren nach wie vor die Einzelarbeit und
der Frontalunterricht. Kooperative Lernformen, die beispielsweise das gemeinsame Lösen einer
Aufgabe in einer Gruppe ermöglichen, werden kaum praktiziert. Manchmal helfen sich die
Kinder gegenseitig. Bei insgesamt positiven Rahmenbedingungen kommt es in allen Jahrgängen
in einem nicht unerheblichen Maß zu Unterrichtsstörungen, die das konzentrierte Arbeiten nur
eingeschränkt möglich machen. In einigen Fällen reagierten die Lehrkräfte nicht oder waren
nicht in der Lage, angemessen den Störungen zu begegnen.
Unterrichtsthemen orientieren sich überwiegend an fachlichen Inhalten, überfachliche Zusammenhänge, die sich an der Lebenswelt der Kinder orientieren, werden bis auf einzelne Ausnahmen nicht hergestellt. Methodische Kompetenzen wie das Präsentieren oder das Vermitteln
von Vorgehensweisen zur Texterschließung werden kaum gefördert. Auch außerschulische Lernorte werden selten aufgesucht. Die Art der gestellten Aufgaben gibt den Schülerinnen und
Schülern keine Möglichkeit, selbstständig nach Lösungen zu suchen. Insgesamt war zu beobachten, dass die Lehrkraft in allen Phasen eines kleinschrittigen, strukturierten Unterrichts die
dominierende Rolle spielt, die auch darin besteht, die Schülerinnen und Schüler immer wieder
zu disziplinieren. Individualisierung oder Problemorientierung sind weder in der Aufgabenstellung noch in der Art und Weise der Bearbeitung der Aufgaben gängiges Unterrichtsprinzip.
Auch zur Verfügung stehende Hilfsangebote für lernschwächere Schülerinnen und Schüler sind
nur in Ansätzen Bestandteil der Unterrichtsorganisation.
Während sich der Anteil der Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache seit der Inspektion im
Schuljahr 2010/2011 nahezu verdoppelt hat, ist im Vergleich mit dem Unterrichtsprofil des
letzten Inspektionsberichtes die Einbeziehung sprachförderlicher Methoden und die Berücksichtigung der Kinder mit mangelhaften deutschen Sprachkenntnissen weiter zurückgegangen. Obwohl die Schule ein Sprachförderkonzept aus dem Schuljahr 2011/2012 vorgelegt hat, finden
sich die darin beschriebenen Maßnahmen in der Umsetzung kaum wieder. Ein Teil der für die
Sprachförderung zur Verfügung stehenden Mittel sind an eine langzeiterkrankte Lehrkraft gebunden und werden so nicht erteilt. Lehrkräfte sind nicht immer Sprachvorbilder, sprechen
Dialekt oder umgangssprachlich und berücksichtigen bei ihrer Unterrichtsdurchführung keine
textentlastenden Maßnahmen oder Methoden, beispielsweise im Umgang mit Sachtexten. Für
die Schülerinnen und Schüler gibt es kaum Möglichkeiten, kommunikativ tätig zu sein, sich
auszutauschen, die eigene Leistung oder die der anderen einzuschätzen. Der Redeanteil der
Kinder insgesamt ist sehr gering. Sprachförderung findet meist additiv nach dem Unterricht in
5

Beim Jahrgangsübergreifenden Lernen (JüL) werden die Klassen aus mehreren Jahrgangsstufen zusammengestellt.

Seite 4/12

Kurzbericht
zur Inspektion der Pusteblume-Grundschule (10G18)

Kleingruppen statt. Zurzeit befindet sich eine Lehrkraft in der Ausbildung zur Sprachbildungskoordinatorin.
Ein Unterricht, der die besonderen Bedürfnisse der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Klassenverband berücksichtigt, hat sich noch nicht etabliert. Häufig werden die der
Schule zur Verfügung stehenden Mittel für den Vertretungsunterricht eingesetzt. Förderpläne
werden im Rahmen von INKA, das im Kollegium nicht durchgängig auf Akzeptanz stößt, für
die betreffenden Schülerinnen und Schüler erstellt, führen aber nicht zu zwischen den Lehrkräften abgestimmtem Handeln. In der seit diesem Schuljahr in Kooperation mit der tjfbg eingerichteten „sozialen Gruppe“ kümmern sich ein Sozialpädagoge und eine Sozialpädagogin um
Kinder mit emotional-sozialen Entwicklungsverzögerungen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Schulleitungshandelns ist das Bemühen, innerhalb des Kollegiums
eine andere Sicht auf die Kinder und die Eltern der Schule zu etablieren. So wurde auf ihre
Initiative ein Kinderparlament eingerichtet, das regelmäßig tagt und in dem schulische Belange
diskutiert werden können. Auch die geplante Neugestaltung des Schulhofes oder die Auswahl
des Klettergerätes entstand unter Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler. Finanziert durch
das Quartiersmanagement wurden in diesem Schuljahr Konfliktlotsen ausgebildet. Die Eltern
fühlen sich durch die beauftragte Schulleiterin ernst genommen. Sie legt Wert auf Partizipation
und auf einen respektvollen Umgang, der in der Vergangenheit nicht immer gegeben war.
Auch wenn die Gruppe der Eltern, die sich am Schulleben oder auch der Schulentwicklung
beteiligen, gering ist, werden sie einbezogen, nehmen an Zukunftswerkstätten oder auch Fachkonferenzen teil. Obwohl sich zum Elterncafé nur wenige Eltern treffen, hat es weiterhin Bestand.
Auf Initiative der Gesamtelternvertretung beschloss die Schulkonferenz zu Beginn des Schuljahres 2013/2014, die ergänzende Förderung und Betreuung in die freie Trägerschaft zu überführen. Mit dem Wechsel in der Schulleitung kam es dann zu einem längeren Diskussionsprozess
über die konzeptionelle Ausrichtung dieses schulischen Bereiches, der mit einem erneuten Beschluss zum Trägerwechsel im Januar 2014 endete. Dadurch wurde männliches Personal neu
eingestellt, darunter ein Integrationserzieher, das außerunterrichtliche Angebote unterbreitet.
Die Erzieherinnen und Erzieher machen für die Kinder eine Reihe von Angeboten, so gehen sie
in die nähere Umgebung zu Erkundungen oder auch in das Helleum6 bzw. reparieren Fahrräder.
Fazit
Im Juni 2008 stellte das Inspektionsteam erheblichen Entwicklungsbedarf fest, der in der Nachinspektion im Oktober 2010 erneut bestand.In den jeweiligen Berichten wurden in einem Fazit
die Erwartungen an die Schule formuliert. Im Folgenden werden die Entwicklungen der Pusteblume-Grundschule den damals formulierten Erwartungen zusammenfassend gegenübergestellt.

6

Das Helleum ist ein außerschulischer Lernort für die naturwissenschaftliche Bildung.

Seite 5/12

Kurzbericht
zur Inspektion der Pusteblume-Grundschule (10G18)

Entwicklungsbedarf 2008
-

Stand der Schulentwicklung Stand der Umsetzung 2015
2010

Zielgerichtetes Führungshan- besteht weiterhin
deln durch Schulleitung im
Bereich der Personalentwicklung / Schul- und Qualitätsentwicklung / Unterrichtsorganisation

Erstellung eines rechtskonformen Stundenplans nach der
Stundentafel
der
Berliner
Grundschule

-

Schaffung verlässlicher Ent- Umsetzung nicht erkennbar
scheidungsstrukturen

Umsetzung nicht erkennbar

-

Aufbau eines Qualitätsma- Ansätze zur Verbesserung
nagements mit den Schwerpunkten Schulprogrammentwicklung, interne Evaluation und Personalentwicklung

Unterstützung der Schulentwicklung durch die beauftragte
Schulleiterin,
Leitbildentwicklung, Bildung einer erweiterten
Schulleitung, teilweise Einbeziehung der Eltern in Schulentwicklungsprozesse

-

Übernahme einer kollegialen Umsetzung nicht erkennbar
Gesamtverantwortung
für
die Weiterentwicklung

Umsetzung nicht erkennbar

-

Entwicklung von Teamstruk- Ansätze in
turen und Kommunikations- fangsphase
kultur im Kollegium

-

Unterrichtsgestaltung
mit Umsetzung nicht erkennbar
differenzierten Angeboten,
die selbstständiges und kooperatives Lernen ermöglichen

-

aktive Sprachförderung

-

Beteiligung der Schülerinnen Umsetzung nicht erkennbar
und Schüler und Eltern bei
der Gestaltung und Weiterentwicklung der Schule

positive Ansätze finden sich in
der Bildung eines Kinderparlaments und der Beteiligung der
Eltern an Gremien und Zukunftswerkstätten

-

Entwicklung einer Protokoll- Protokolle liegen vor
und Dokumentationskultur

Die Entwicklung der Schule ließ
sich anhand der vorhandenen
Protokolle für die letzten zwei
Schuljahre nachvollziehen.

der

Initiierung von Gremienarbeit
Führung
von
MitarbeiterVorgesetzten-Gesprächen

Schulan- keine wesentliche Veränderung

Umsetzung nicht erkennbar

kein hoher Sprechanteil der Umsetzung nicht erkennbar,
Schülerinnen und Schüler, obwohl sich der Anteil der KinUmsetzung nicht erkennbar der nichtdeutscher Herkunftssprache mittlerweile verdoppelt
hat

Seite 6/12

Kurzbericht
zur Inspektion der Pusteblume-Grundschule (10G18)

Entwicklungsbedarf 2010

Stand der Umsetzung 2015

Unterstützung von Kindern kaum sinnvolle und keine konmit sonderpädagogischem zeptionelle Förderung im UnterFörderbedarf
richt trotz Teilnahme an INKA
Schaffung eines Erziehungskonzeptes, das Unterricht
und ergänzende Betreuung
einschließt und die spezielle
Problematik einer Schule im
sozialen Brennpunkt berücksichtigt

Organisation der ergänzenden
Förderung und Betreuung in
Mischkooperation
Konzeptionen liegen vor, Einrichtung der sozialen Gruppen

Unterstützung der Qualitäts- Unterstützungssysteme
sind
und
Personalentwicklung nicht erkennbar, wechselnde
durch die Schulaufsicht
Schulleitungen
Die beauftragte Schulleiterin und Teile des Kollegiums haben erst seit dem vergangenen Schuljahr am Entwicklungsbedarf aus den jeweiligen Inspektionsberichten gearbeitet. Die davor eingeleiteten Maßnahmen waren nicht zielführend, erforderliche Veränderungsprozesse sind weder
in der Schule noch durch Unterstützung der Schulaufsicht eingeleitet worden. Aktuell zeigen
sich positive Ansätze im Schulleitungshandeln bezogen auf Schulleben und -entwicklung und
im Bereich der Umstrukturierung der ergänzenden Förderung und Betreuung. Auch vor dem
Hintergrund, dass es sich um eine Schule mit steigender Schülerzahl und sich sozial weiter
verändernder Schülerschaft handelt, sind umfangreiche Unterstützungssysteme erforderlich.
Das Inspektionsteam kommt nach eingehender Beratung mit der Leitung der Schulinspektion
zu dem Ergebnis, dass die Pusteblume-Grundschule nach wie vor erheblichen Entwicklungsbedarf aufweist. Es kommt zu dem Schluss, dass ohne gezieltes Eingreifen der Schulaufsicht,
personelle Konsequenzen und professionelle Beratung eine nochmalige Nachinspektion keine
neuen Erkenntnisse hervorbringen wird.

Seite 7/12

Kurzbericht
zur Inspektion der Pusteblume-Grundschule (10G18)

4. Qualitätsprofil

7

Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule
1.1

B

C

D

Schulleistungsdaten und Schullaufbahn

Qualitätsbereich 2: Unterricht/Lehr- und Lernprozesse
2.1

Schulinternes Curriculum und Abstimmung des Lehr- und Lernangebots

2.2

Unterrichtsgestaltung/Lehrerhandeln im Unterricht

2.3

Systematische Unterstützung, Förderung und Beratung

Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern

3.2

Soziales Klima und soziales Lernen in der Schule

Schulleitungshandeln und Schulgemeinschaft

4.2

Schulleitungshandeln und Qualitätsmanagement

Qualitätsbereich 5: Professionalisierung und Personalmanagement
5.1

Personalentwicklung und Personaleinsatz

5.2

Arbeits- und Kommunikationskultur im Kollegium

Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung
6.1

Evaluation schulischer Entwicklungsvorhaben

6.2

Fortschreibung des Schulprogramms

6.3

Umgang mit erheblichem Entwicklungsbedarf

E.6

Inklusion

D

B

C

D

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung

Ergänzende Qualitätsmerkmale

Ganztagsangebot

C

Unterrichtsprofil

A

4.1

E.2

B

Bewertung

Qualitätsbereich 4: Schulmanagement

Förderung der Sprachkompetenz

A

A

3.1

E.1

Bewertung

Bewertung

Qualitätsbereich 3: Schulkultur

7

Bewertung
A

A

B

C

Das Qualitätsprofil beinhaltet verpflichtende Qualitätsmerkmale (blau unterlegt) und Wahlmodule. Hinter diesem
Qualitätsprofil verbergen sich ca. 200 Indikatoren. Die Schule erhält im ausführlichen Bericht eine detaillierte
Rückmeldung dieser Ergebnisse im Bewertungsbogen. Nähere Informationen zu den Instrumenten und den Verfahren der Berliner Schulinspektion finden Sie in unserem Handbuch im Internet unter
www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/schulinspektion

Seite 8/12

D

Kurzbericht
zur Inspektion der Pusteblume-Grundschule (10G18)

5. Unterrichtsprofil
Bewertung

Unterrichtsbedingungen
A

B

C

D

vergleichend

2.2.1

Lehr- und Lernzeit

b

2.2.2

Lern- und Arbeitsbedingungen

b

2.2.3

Strukturierung und transparente Zielausrichtung

b

2.2.4

Kooperation des pädagogischen Personals

d

2.2.5

Verhalten im Unterricht

c

2.2.6

Pädagogisches Klima im Unterricht

c

2.2.7

Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft

b

Unterrichtsprozess

A

B

C

D

vergleichend

2.2.8

Förderung von Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung

b

2.2.9

Fachimmanentes, fachübergreifendes und
fächerverbindendes Lernen

c

2.2.10 Methoden- und Medienwahl

b

2.2.11 Sprach- und Kommunikationsförderung

c

Individualisierung von Lernprozessen
2.2.12 Innere Differenzierung

c

2.2.13 Selbstständiges Lernen

d

2.2.14 Kooperatives Lernen

d

2.2.15 Problemorientiertes Lernen

d

8

Normative Bewertung

Vergleichende Bewertung

A (stark ausgeprägt)
Norm: 80 % und mehr der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv
(bei mind. 40 % „++“).

a (vergleichsweise stark)
Der Mittelwert der Schule liegt oberhalb der durch
die Standardabweichung vorgegebenen Obergrenze

B (eher stark ausgeprägt)
Norm: Zwischen 60 % und 80 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
C (eher schwach ausgeprägt)
Norm: Zwischen 40 % und 60 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
D (schwach ausgeprägt)
Norm: Weniger als 40 % der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv.

8

b (vergleichsweise eher stark)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der Obergrenze.
c (vergleichsweise eher schwach)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der durch die Standardabweichung
vorgegebenen Untergrenze.
d (vergleichsweise schwach)
Der Mittelwert liegt unterhalb der Untergrenze.

Die aktuellen Unterrichtsbeobachtungen werden mit dem Mittelwert von ca. 30.000 Unterrichtsbeobachtungen der
ersten Inspektionsrunde verglichen und auf der folgenden Seite grafisch dargestellt.

Seite 9/12

Kurzbericht
zur Inspektion der Pusteblume-Grundschule (10G18)

6. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der normativen Bewertung)

100%

A/
B80%
B
60%

C
40%

D
20%

D
0%
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

2.2.5

2.2.6

2.2.7

++

2.2.8

+

-

2.2.9

2.2.10

2.2.11

2.2.12

2.2.13

2.2.14

2.2.15

2.2.14

2.2.15

--

7. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der vergleichenden Bewertung Schule - Berlin)

4,00

3,50

3,00

2,50

2,00

1,50

1,00
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

Berlin MW

2.2.5

2.2.6

2.2.7

2.2.8

Berlin untere Grenze

Seite 10/12

2.2.9

2.2.10

Berlin obere Grenze

2.2.11

2.2.12

2.2.13

10G18 MW

Kurzbericht
zur Inspektion der Pusteblume-Grundschule (10G18)

8. Standortbeschreibung
Das Gebäude der Pusteblume-Grundschule besteht aus zwei Häusern, die schulintern mit A und
B bezeichnet werden. Der Übergang zwischen diesen Gebäudeteilen erfolgt im Erdgeschoss
durch ein großes und helles Foyer und im Obergeschoss durch den so genannten „Verbinder“,
der im Rahmen der Ganztagsbetreuung genutzt wird. Es gibt auf dem Schulgelände einen
Schulhof und einen Schulgarten, dessen Neugestaltung durch Anlegen eines Frühbeetes und
den Aufbau einer Pergola gerade begonnen hat. Auf dem Schulhof befindet sich eine neue
Kletterburg, die unter Beteiligung des Kinderparlamentes ausgewählt wurde. Sitzgelegenheiten
bieten farbige Metallbänke sowie mehrere um die Einfassungen verschiedener Bäume angeordnete Holzsitze. Ein zweiter, kleiner Hof, der mit neuen, modernen Sitzgelegenheiten sowie einer
Tischtennisplatte ausgestattet ist, befindet sich auf der zur Straße gelegenen Seite des Schulgebäudes und wird auch für kleinere Veranstaltungen, z. B. die Abschlussfeiern der sechsten
Jahrgangsstufen oder für Grillfeste genutzt. Der das Schulgelände umgebende Metallzaun und
die zugehörigen Tore sind dringend sanierungsbedürftig. Die Beschilderung ist unzureichend
und nur auf einer Hausseite vorhanden.
Die zur Schule gehörende Sporthalle wird derzeitig saniert. Bis dahin nutzt die Schule die etwa
zehn Minuten entfernte „Kiezsporthalle“ in der Neuruppiner Straße. Einen kurzen Fußweg von
der Schule entfernt entsteht seit Anfang März 2015 der neue dreigeschossige „Modulare Ergänzungsbau“ mit 24 Unterrichtsräumen und Lehreraufenthaltsbereichen, der medial gut ausgestattet und barrierefrei sein wird.
Das helle Foyer mit breiter Treppe zum Schulhof wurde mit speziell ausgewählten Terrazzoplatten sowie Bänken und Hockern neu gestaltet. Es gibt diverse Informationsmöglichkeiten, z. B.
zu schulischen Veranstaltungen, der Arbeit der Schülerlotsen oder eine Litfaßsäule aus Holz, die
von den Kindern eigenständig gestaltet wird.
Im Haus A befinden sich die Räume der Schulleitung, das Sekretariat, zwei PC-Räume sowie
das neue Lehrerzimmer mit sechs PC-Arbeitsplätzen. Ein Wasserschaden hat in den Winterferien
2015 zu erheblichen Schäden im Souterrain des Hauses A geführt. So wurden u. a. vier Lagerräume, die INKA-Lernwerkstatt und der Snoezelen-Raum beschädigt, Möbel mussten entsorgt
werden. Die Sanierungsarbeiten waren zum Zeitpunkt der Inspektion noch nicht abgeschlossen.
Das neu geschaffene Elternsprechzimmer musste zu einem Klassenzimmer umgewidmet werden.
Im Souterrain des Gebäudeteils B befinden sich die Mensa, weiterhin die im Ganztagsbereich
genutzte Holz- sowie die Fahrradwerkstatt. Im Übergang zur darüber liegenden Etage entsteht
ein neuer, zusätzlicher Notausgang. Zu den Räumen der ergänzenden Förderung und Betreuung gehören ein großer und sehr heller Raum im „Verbinder“, der kindgerecht mit Tischen
und Stühlen, Sofa sowie Spielgeräten ausgestattet ist und auch für die Früh- und Spätbetreuung genutzt wird sowie eine gut ausgestattete „Kinderküche“. Eine „Kreativwerkstatt“ u. a. für
Theaterspiele und Entspannungsübungen, die aus zwei aneinander grenzenden Räumen besteht, und mit Mobiliar, Billardtisch und zahlreichen Pflanzen einladend gestaltet ist, wird vor
allem für offene Angebote am Nachmittag genutzt. Im dritten Geschoss liegen auch der kleine
Aufenthaltsraum für die Erzieherinnen und Erzieher sowie die Bibliothek, welche täglich von
8.30 bis 14.30 Uhr geöffnet ist und von zwei MAE-Kräften betreut wird. Die Wände der Flurbereiche dieser Etage wurden 2008 gemeinsam mit einer Künstlerin gestaltet. Neben den Klassenräumen gibt es hier auch noch einen naturwissenschaftlichen Fachraum sowie den Musikraum, der gleichzeitig für schulische Veranstaltungen genutzt wird. Mit Initiative von Eltern
und der Hausmeisterin wurde ein Flurbereich im vierten Geschoss saniert, ist jedoch bereits
erneut stark beschädigt. Auf jeder Etage befindet sich ein Klassenraum mit interaktivem Whiteboard.
Seite 11/12

Kurzbericht
zur Inspektion der Pusteblume-Grundschule (10G18)

Treppenaufgänge und Flurbereiche sind mit Arbeitsergebnissen aus dem Kunstunterricht ansprechend dekoriert. An zahlreichen Stellen befinden sich Schäden, z. B. durch Abplatzungen,
auch im Bereich der Treppenaufgänge. In beiden Häusern sind die Brandschutztüren zum Verbindungsteil mit einem Klemmschutz nachgerüstet worden, da sie eine Verletzungsgefahr darstellten.

Seite 12/12
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.