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Full text: Kurzbericht zur Inspektion des Lilly-Braun-Gymnasiums (05Y05)

Kurzbericht
zur Inspektion des Lilly-Braun-Gymnasiums (05Y05)

1. Voraussetzungen und Bedingungen
Das Lily-Braun-Gymnasium liegt im Zentrum Spandaus am Rande der Altstadt in unmittelbarer
Nähe zu S- und U- Bahn. Damit ist die Schule für die Schülerinnen und Schüler gut erreichbar.
Fast alle kommen aus dem Bezirk Spandau, wenige aus angrenzenden Bezirken oder dem Umland.
Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler ist nichtdeutscher Herkunftssprache, dies
entspricht einer Verdreifachung innerhalb von 15 Jahren. Etwa ein Viertel der Familien erhält
staatliche Unterstützung zum Lebensunterhalt. Der Mädchenanteil liegt im aktuellen Schuljahr
bei 61%.
In den Jahrgängen 7 bis 10 ist die Schule vierzügig organisiert. In der Oberstufe werden Leistungskurse für die Fächer Deutsch, Englisch, Französisch, Bildende Kunst, Musik, Politische
Weltkunde, Mathematik, Chemie, Biologie, Physik und Geografie angeboten. Seit dem Schuljahr
2010/2011 wird pro Jahrgang eine Sprachenklasse eingerichtet, in der ab der 8. Jahrgangsstufe
in mindestens einem Fach Teile des Unterrichts fremdsprachlich unterrichtet werden.
Die Stelle der stellvertretenden Schulleiterin bzw. des stellvertretenden Schulleiters sowie drei
der sieben Fachleitungsstellen sind derzeitig nicht besetzt. Die mit 101,6% angegebene Ausstattung der Schule berücksichtigt nicht, dass im laufenden Schuljahr mehrere Lehrkräfte nicht
zur Verfügung stehen.

2. Stärken und Entwicklungsbedarf
Stärken der Schule
•
•
•
•
•
•

Unterrichtsgestaltung, insbesondere im Hinblick auf die Methoden- und Medienwahl
zugewandtes und unterstützendes Lehrkräftehandeln
Sprachbildung auf der Grundlage eines tragfähigen Konzeptes
deutliche Schwerpunktsetzung durch ein vielfältiges Angebot im Bereich der
Fremdsprachen
klar strukturiertes und zielorientiertes Schulleitungshandeln
positives Schulklima mit großer Schulzufriedenheit

Entwicklungsbedarf der Schule
•
•

stärkere Vernetzung von Evaluation und Schulprogramm als Grundlage für den
zukünftigen Entwicklungsprozess
abgestimmtes und auf die Entwicklungsvorhaben der Schule bezogenes
Fortbildungskonzept

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3. Erläuterungen
Im Leitbild des Lily-Braun-Gymnasiums sind die Förderung und Persönlichkeitsentwicklung der
Schülerinnen und Schüler durch eine - vor allem sprachliche und musische - Schwerpunktbildung bei den Lernangeboten und die methodische Ausgestaltung des Unterrichts sowie dessen
stetige Weiterentwicklung ebenso verankert wie die Erziehung zu gegenseitiger Achtung und
Verantwortung. Das Arbeiten an diesen Leitzielen wird auf verschiedenen schulischen Ebenen
deutlich.
Das Schulklima - insbesondere auch das pädagogische Klima im Unterricht - ist durchgängig
von einer sehr positiven, anregenden Atmosphäre geprägt. Der Umgang der Schülerinnen und
Schüler untereinander ist freundlich, im Unterricht zeigen sie eine bemerkenswerte Aktivität.
Die Lehrkräfte und die Jugendlichen begegnen sich äußerst wertschätzend. Viele Schülerinnen
und Schüler erhalten intensive Unterstützung und Ermunterung durch die Lehrkräfte. Dieses
respektvolle Miteinander setzt sich außerhalb der Unterrichtszeit fort. Allen liegt viel an einer
Atmosphäre, die von Toleranz geprägt ist sowie kulturelle Vielfalt und Heterogenität zulässt. So
beteiligt sich die Schule an Projekten gegen Diskriminierung jeglicher Art und trägt bereits seit
2010 den Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“. Im Kollegium des Lily-BraunGymnasiums stellen die Lebendigkeit, das Engagement und der durch gegenseitiges Vertrauen
geprägte Umgang mit den Lernenden eine Bereicherung für das tägliche Arbeiten dar. Auch
die Kommunikation und die Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums werden sehr positiv
eingeschätzt. Die Lehrkräfte arbeiten in verschiedenen Teams zusammen, z. B. in den Jahrgangsteams der 7. und 8. Jahrgangsstufen, in Tandems zur Sprachbildung oder auch in der
Schulentwicklungsgruppe. Teamzeiten, die im Stundenplan verankert werden, sichern die Entwicklung und Festigung der Strukturen.
Schulleitung und Kollegium haben sich u. a. in Bezug auf die „Unterrichtsentwicklung mit dem
Ziel, einen anregenden, methodisch vielfältigen und problemorientierten Unterricht zu gestalten“1 mit den Ergebnissen der ersten Inspektion auseinandergesetzt. Aktuell ist der stets klar
strukturierte Unterricht durch eine große Vielfalt eingesetzter Methoden und Medien gekennzeichnet. Besonders oft kommt es zu Lernarrangements, die Teamkompetenzen fördern und
einen angemessenen Wechsel aus intensiver Auseinandersetzung mit dem Lernstoff und Phasen
des Austauschs darüber ermöglichen. Zum Beispiel erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler
beim Gruppenpuzzle im Biologieunterricht den Bau der Zelle in Expertengruppen, um anschließend die Arbeitsergebnisse zu verschiedenen Themen in Stammgruppen zusammenzuführen
und sich darüber auszutauschen. Den methodisch abwechslungsreichen Sprachunterricht kennzeichnen zahlreiche kommunikative und kooperative Phasen. Beispielsweise erstellen die Schülerinnen und Schüler in Gruppenarbeit Bewerbungsschreiben, wo der Einzelarbeit eine Schreibkonferenz und das gegenseitige Vorstellen und Einschätzen untereinander folgen, sowie darüber hinaus die Vorstellung und Bewertung im Plenum stattfinden. Hier tragen offensichtlich
die über mehrere Jahrgangsstufen kontinuierlich eingesetzten Lernformen zum Erfolg bei. Gegenseitiges Unterstützen und Kooperieren der Lernenden kann in drei Viertel aller Stunden der
Oberstufe beobachtet werden. Durch einen vielfältigen Einsatz unterschiedlicher Medien im
Unterricht - neben Fachbüchern, Arbeitsblättern und Nachschlagewerken kommen oft auch
Fachrequisiten zum Einsatz - wird eine gute Zugänglichkeit zum Lerngegenstand ermöglicht. So
wird z. B. im Kunstunterricht mit „Fühlkästen“ gearbeitet, deren unbekannte Inhalte von den
Schülerinnen und Schülern ertastet werden, um anschließend ihre Gedanken dazu skizzenhaft
zu Papier zu bringen und zusätzlich zu verbalisieren. Fachkompetenzvermittlung und Leistungsorientierung sind an der Schule nicht nur erklärtes Ziel, sondern im Unterricht immer deutlich
erkennbar. Zusätzlich werden in mehr als jeder zweiten Stunde überfachliche Kompetenzen
1

Bericht zur Inspektion der Lily-Braun-Oberschule (Gymnasium) vom März 2010

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gefördert. Das betrifft verschiedene Arten der Erarbeitung der Lerninhalte ebenso wie den Austausch und das gegenseitige Einschätzen von Ergebnissen in Partner- und Gruppenarbeitsphasen sowie diverse Möglichkeiten von Ergebnisdarbietungen durch Wortbeiträge, gestaltete Plakate oder Mindmaps. Schülerinnen und Schüler nutzen ebenso wie die Lehrkräfte routiniert die
Smartboards, beispielsweise für die zahlreich stattfindenden Präsentationen und Reflexionen
von Arbeitsergebnissen. Über den Unterricht hinaus erhalten die Schülerinnen und Schüler,
ohne sich langfristig zu verpflichten, zusätzliche Förderung in den Mathe- und DeutschStationen. So können sie in beiden Fächern - auf eigenen Wunsch - zusätzliche Hilfestellungen
für ganz konkrete Themen oder Aufgabenbereiche bekommen.
Während in der Sekundarstufe II in mehr als der Hälfte der Stunden Aufgabenformate verwendet werden, die individuelle Lösungen ermöglichen und bei denen die Schülerinnen und Schüler hinsichtlich ihrer individuellen Interessen eine Auswahl treffen können, liegt dieser Anteil in
den Jahrgangsstufen 7 bis 10 deutlich niedriger. Einen signifikanten Unterschied gibt es auch
im Bereich des problemorientierten Lernens. In der Sekundarstufe I werden zwar in mehr als
einem Drittel der Stunden Aufgaben gestellt, die eine ergebnisoffene Auseinandersetzung mit
dem Lerngegenstand erfordern, verschiedenartige Lösungswege werden jedoch selten beschritten oder thematisiert. Allerdings analysieren die Lernenden in einigen Unterrichtskonstellationen
ihre Fehler und verwenden diese Analysen für den weiteren Lernprozess. Nach dem Übergang
auf das Gymnasium konfrontieren die Lehrkräfte die Jugendlichen nur sehr zurückhaltend mit
komplexen offenen Aufgabenstellungen und Lösungswegen, während das in der Oberstufe
häufiger zutrifft.
Sprachförderung hat einen hohen Stellenwert am Lily-Braun-Gymnasium. Das Kollegium hat
sich systematisch und gezielt diesem Bereich genähert. Bereits seit dem Schuljahr 2012/13 sind
zwei Sprachbildungskoordinierende eingesetzt, die von einer AG Sprachbildung unterstützt
werden. Im schuleigenen Sprachbildungskonzept von 2014 sind „integrative“ - den Unterricht
betreffende - und „additive Säulen“2 der Sprachbildung herausgearbeitet. Die beschlossenen
Maßnahmen wurden aus der Analyse der Erhebungen zur Lernausgangslage (LAL), zum „CTest“3, zu den Ergebnissen der Vergleichsarbeiten VERA 8 sowie den MSA- und Abiturergebnissen abgeleitet. Die „integrativen“ Vorgehensweisen werden aktiv umgesetzt. Oft beziehen die
Lehrkräfte Wortschatzarbeit in die Unterrichtsgestaltung ein. Sie entscheiden sich häufig für
Lernarrangements, die Gruppen- oder Partnerarbeitsphasen beinhalten und bieten den Schülerinnen und Schülern damit zahlreiche Gelegenheiten zu sprechen und zu schreiben, aber auch
solche, über Gesprochenes und Geschriebenes zu reflektieren. „Schreibkonferenzen“ mit gegenseitiger Einschätzung der Arbeitsergebnisse, das selbstverständliche Arbeiten mit Nachschlagewerken oder Übungen zum korrekten Einsatz von Fachtermini sind nicht nur im Sprachunterricht etabliert, sondern kennzeichnen einen sprachsensiblen Fachunterricht an der gesamten
Schule. Im außerunterrichtlichen Bereich bieten verschiedene AGs Möglichkeiten, Lese- und
Sprachkompetenzen zu erweitern, z. B. die AG „Lesefreunde“, welche in Kooperation mit der
Stadtbibliothek Spandau stattfindet, die AG „Naturwissenschaftliches Experimentieren“ oder die
AG „Ethisches Argumentieren und Urteilen“. Um die gesetzten Ziele zu erreichen, wurde zusätzlich ein Konzept für eine Schulbibliothek (Juni 2015) mit einem zugeordneten ZeitMaßnahmen-Plan entwickelt, bei dem die Räumlichkeiten und deren Ausstattung als Grundlage
für klassisches und modernes Recherchieren sowie vielfältige Austauschmöglichkeiten geschaffen werden sollen. In der Fortschreibung des Schulprogramms zeigt sich die Relevanz der
Sprachbildung erneut in den Konkretisierungen des Leitbilds, die die Vernetzung der Thematik
mit dem Unterricht sowie verschiedenen schulischen Bereichen aufzeigt. Mit der ab der 8.
2
3

Sprachbildungskonzept des Lily-Braun-Gymnasiums vom 22.01.2014
Es handelt sich um ein an der Universität Duisburg-Essen entwickeltes Testverfahren zur Überprüfung von Rechtschreib- und Worterkennungskompetenzen

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Jahrgangsstufe fest installierten Sprachenmodulklasse setzt die Schule nun - neben der Chorklasse - einen weiteren Schwerpunkt im Bereich der Fremdsprachen. Pro Halbjahr wird mindestens ein Fach bilingual unterrichtet, so wird z. B. im Geografie-Unterricht des ersten Halbjahres
der 9. Jahrgangsstufe die Thematik „Nordamerika“ in englischer Sprache unterrichtet. Durch
eine zusätzliche Verknüpfung mit dem Fach Informatik werden Lernangebote geschaffen, in
denen einerseits fächerverbindend gearbeitet wird und andererseits überfachliche Techniken der
Recherche und Analyse von Texten gefördert sowie die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten moderner Technik im Unterricht trainiert werden. Das bereits seit dem Schuljahr 2011/12 bestehende und von den Jugendlichen stark nachgefragte Angebot wird kontinuierlich weiterentwickelt. Im aktuellen Schuljahr werden die bereits bestehenden Englischmodule um Projekttage in
Spanisch- und Französischmodulen erweitert.
Die Umsetzung zentraler Punkte des hauseigenen Sprachbildungskonzeptes stellt auch eines der
drei auf der Gesamtkonferenz vom 17.06.2015 beschlossenen Entwicklungsvorhaben dar, die
sich im aktuellen Arbeitsstand des Schulprogramms wiederfinden. Letzteres lag zum Zeitpunkt
der Inspektion als Dokument bereits vor, muss aber auf der kommenden Gesamt- und Schulkonferenz noch verabschiedet werden. Weitere im Schulprogramm formulierte Entwicklungsschwerpunkte sind dabei die Verstärkung der Sprachenklasse mit Unterricht in bilingualen Modulen sowie die Einrichtung einer Schulbibliothek. Zeit-Maßnahmen-Planungen zu diesen
Schwerpunkten der Schulentwicklung sind entsprechend formuliert, bilden aber zu einem großen Teil einen Prozess in der Vergangenheit ab. Auf die Zukunft ausgerichtete Arbeitsvorhaben
werden oft nur angedeutet, entsprechende Zielformulierungen sind wenig SMART4 formuliert.
Insgesamt ist das Schulprogramm vielmehr Bestandsanalyse und Darstellung des Entwicklungsprozesses der letzten Jahre als auf die Zukunft hin gerichtetes Arbeitsprogramm. Ein Großteil
des Dokumentes widmet sich sehr übersichtlich und gut nachvollziehbar der Konkretisierung
des Leitbildes der Schule in der allgemeinen Organisation und den einzelnen Fachbereichen
und nimmt somit den Charakter eines schulinternen Curriculums an. Der letzte Bericht zur internen Evaluation ist aus dem Jahr 2014, hier werden das Logbuch im 7. Jahrgang, die Vorbereitungsphase des Betriebspraktikums und die Sprachenmodulklasse evaluiert. Konsequenzen für
die Fortschreibung des Schulprogramms ergeben sich daraus jedoch kaum, die Instrumente der
Qualitätsentwicklung sind im Sinne eines Qualitätszyklus wenig miteinander vernetzt, lediglich
der Aspekt der Sprachenmodulklasse wird in den Entwicklungsvorhaben des Schulprogramms
wieder aufgenommen. Dabei verfügt das Lily-Braun-Gymnasium über gute organisationale Voraussetzungen für die Steuerung und Dokumentation des Qualitätsprozesses an der Schule: Seit
dem Schuljahr 2011/12 existiert eine Steuergruppe Schulentwicklung, die sich aus Mitgliedern
der Schulleitung und des Kollegiums zusammensetzt und die einmal in der Woche tagt. Regelmäßig wurde auch einer erweiterten Steuergruppe, bestehend aus weiteren Kolleginnen und
Kollegen, aber auch Schülerinnen und Schülern sowie Eltern, der aktuelle Arbeitsstand der
Schulprogrammentwicklung vorgelegt. Zu einer tatsächlichen, aktiven Beteiligung an der Entwicklungsarbeit kam es in dieser Gruppe jedoch nur ansatzweise.
Fortbildungen nehmen die Lehrkräfte überwiegend nach individuellem Ermessen wahr. Über die
Inhalte externer Angebote berichten sie in den Gesamtkonferenzen. Mit Hilfe des Mitteilungsbuchs im Lehrerzimmer oder über die Fachbereichsleitungen können sich alle über das aktuelle
Angebot informieren. Methodische oder fachliche Qualifizierungen, die für das gesamte Kollegium relevant sind - z. B. die Smartboard-Nutzung - sind Gegenstand der regelmäßig stattfindenden schulinternen Fortbildungen. Weiterhin werden auch die Studientage hierzu genutzt,
oft zur Unterrichtsentwicklung, u. a. im Bereich der Sprachbildung oder der Differenzierung.
Eine abgestimmte Fortbildungsplanung, die sich an den Entwicklungsvorhaben der Schule orientiert, gibt es bislang jedoch nicht an der Schule. Das Kollegium hat die Nützlichkeit und
4

SMART bedeutet spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert.

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Notwendigkeit einer solchen jedoch erkannt und bereits als Ziel zukünftiger Planungen in der
Fortschreibung des Schulprogramms benannt.
Der Schulleiterin des Lily-Braun-Gymnasiums, die dieses Amt Anfang Oktober 2009 übernommen hat, ist es besonders wichtig, die Jugendlichen - trotz unterschiedlicher Voraussetzungen zur Studierfähigkeit zu führen und Leistungsbereitschaft einzufordern. An der Schule sind dies
akzeptierte Ziele des pädagogischen Arbeitens. Es ist ihr auch gelungen, grundlegende Strukturen für ein systematisches Vorantreiben der Qualitätsentwicklung an der Schule zu etablieren
und immer neue Impulse zu geben. So arbeitet beispielsweise das o. g. Schulentwicklungsteam
kontinuierlich an der Fortschreibung des Schulprogramms. Um die erklärten Ziele zu erreichen,
setzt die Schulleiterin ganz klar die Schwerpunkte - derzeitig u. a. mit der Modifizierung der
Sprachklassen - und initiiert erforderliche Maßnahmen. Vor allem spielen auch transparente
Vorgehensweisen und Entscheidungen eine wichtige Rolle. Hier kann die Schule auf eine außerordentlich gute Dokumentation der Gremien- und Teamarbeit verweisen. Mit der beauftragten Kollegin, die teilweise Aufgaben einer stellvertretenden Schulleiterin übernommen hat, und
der Oberstufenkoordinatorin gibt es eine effektive und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die
Schülerinnen und Schüler bringen der Schulleiterin viel Respekt und Wertschätzung entgegen,
sie finden bei Bedarf immer ihre Gesprächsbereitschaft. Im Leitungsteam, in der Lehrerschaft
und auch bei den Eltern ist sie sehr anerkannt, wobei einige Lehrkräfte in der Kommunikation
zwischen Schulleiterin und Kollegium noch Verbesserungsmöglichkeiten sehen.
Insgesamt sind am Lily-Braun-Gymnasium gute strukturelle und organisatorische Voraussetzungen geschaffen, um die gemeinsamen pädagogischen Ziele auch zu erreichen sowie ein attraktiver und weiterhin stark nachgefragter Schulstandort zu bleiben.

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4. Qualitätsprofil

5

Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule
1.1

Schulleistungsdaten und Schullaufbahn

1.2

Methoden- und Medienkompetenzen

1.3

Schulzufriedenheit und Schulimage

Qualitätsbereich 2: Unterricht/Lehr- und Lernprozesse
2.1

Schulinternes Curriculum und Abstimmung des Lehr- und Lernangebots

2.2

Unterrichtsgestaltung/Lehrerhandeln im Unterricht

2.3

Systematische Unterstützung, Förderung und Beratung

D

B

C

D

Unterrichtsprofil

B

C

D

Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern

Bewertung
A

4.1

Schulleitungshandeln und Schulgemeinschaft

4.2

Schulleitungshandeln und Qualitätsmanagement

4.4

Unterrichtsorganisation

Qualitätsbereich 5: Professionalisierung und Personalmanagement
5.1

Personalentwicklung und Personaleinsatz

5.2

Arbeits- und Kommunikationskultur im Kollegium

Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung
6.1

Evaluation schulischer Entwicklungsvorhaben

6.2

Fortschreibung des Schulprogramms

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung

Ergänzende Qualitätsmerkmale

5

C

Bewertung
A

A

Qualitätsbereich 4: Schulmanagement

E.1

B

Bewertung

Qualitätsbereich 3: Schulkultur
3.1

Bewertung
A

A

B

C

Förderung der Sprachkompetenz

Das Qualitätsprofil beinhaltet verpflichtende Qualitätsmerkmale (blau unterlegt) und Wahlmodule. Hinter diesem
Qualitätsprofil verbergen sich ca. 200 Indikatoren. Die Schule erhält im ausführlichen Bericht eine detaillierte
Rückmeldung dieser Ergebnisse im Bewertungsbogen. Nähere Informationen zu den Instrumenten und den Verfahren der Berliner Schulinspektion finden Sie in unserem Handbuch im Internet unter
www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/schulinspektion

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D

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5. Unterrichtsprofil
Bewertung

Unterrichtsbedingungen
A

B

C

D

vergleichend

2.2.1

Lehr- und Lernzeit

a

2.2.2

Lern- und Arbeitsbedingungen

b

2.2.3

Strukturierung und transparente Zielausrichtung

b

2.2.4

Kooperation des pädagogischen Personals

2.2.5

Verhalten im Unterricht

b

2.2.6

Pädagogisches Klima im Unterricht

b

2.2.7

Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft

a

ohne Bewertung

Unterrichtsprozess

A

B

C

D

vergleichend

2.2.8

Förderung von Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung

b

2.2.9

Fachimmanentes, fachübergreifendes und
fächerverbindendes Lernen

b

2.2.10 Methoden- und Medienwahl

b

2.2.11 Sprach- und Kommunikationsförderung

a

Individualisierung von Lernprozessen
2.2.12 Innere Differenzierung

b

2.2.13 Selbstständiges Lernen

b

2.2.14 Kooperatives Lernen

b

2.2.15 Problemorientiertes Lernen

b

6

Normative Bewertung

Vergleichende Bewertung

A (stark ausgeprägt)
Norm: 80 % und mehr der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv
(bei mind. 40 % „++“).

a (vergleichsweise stark)
Der Mittelwert der Schule liegt oberhalb der durch
die Standardabweichung vorgegebenen Obergrenze

B (eher stark ausgeprägt)
Norm: Zwischen 60 % und 80 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
C (eher schwach ausgeprägt)
Norm: Zwischen 40 % und 60 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
D (schwach ausgeprägt)
Norm: Weniger als 40 % der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv.

6

b (vergleichsweise eher stark)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der Obergrenze.
c (vergleichsweise eher schwach)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der durch die Standardabweichung
vorgegebenen Untergrenze.
d (vergleichsweise schwach)
Der Mittelwert liegt unterhalb der Untergrenze.

Die aktuellen Unterrichtsbeobachtungen werden mit dem Mittelwert von ca. 30.000 Unterrichtsbeobachtungen der
ersten Inspektionsrunde verglichen und auf der folgenden Seite grafisch dargestellt.

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6. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der normativen Bewertung)

100%

A/
B80%
B
60%

C
40%

D
20%

D
0%
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

2.2.5

2.2.6

2.2.7

++

2.2.8

+

-

2.2.9

2.2.10

2.2.11

2.2.12

2.2.13

2.2.14

2.2.15

--

7. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der vergleichenden Bewertung Schule - Berlin)

4,00

3,50

3,00

2,50

2,00

1,50

1,00
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.5

Berlin MW

2.2.6

2.2.7

2.2.8

2.2.9

Berlin untere Grenze

Seite 8/10

2.2.10

2.2.11

Berlin obere Grenze

2.2.12

2.2.13

05Y05 MW

2.2.14

2.2.15

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8. Standortbeschreibung
Die Schule besteht aus einem renovierten, dreigeschossigen Altbau und dem sogenannten Gartenhaus, einem mobilen, etwa 20 Jahre alten Ergänzungsbau mit vier Klassenräumen. Der Eingang zur Schule führt durch ein imposantes Portal in ein großzügiges Foyer, das mit Originalfliesen kunstvoll gestaltet ist. Säulen, kleine stilisierte Brunnen, großzügige Holzbänke und eine
Kassettendecke erinnern an die Gründungszeit um 1860. Von hier aus führt der Weg über das
Treppenhaus in die oberen Etagen zu den Unterrichts- und Fachräumen. Für zurzeit knapp 700
Schülerinnen und Schüler stehen insgesamt 45 Unterrichtsräume und 20 Fachräume zur Verfügung. Das Raumkonzept sieht vor, die Schülerinnen und Schüler einer Klassenstufe in einer
Etage unterzubringen. Die Unterrichtsräume sind in ihrer Größe und Ausstattung sehr unterschiedlich. Während die Klassenräume mit ca. 45m2 für Frequenzen von über 30 Kindern sehr
beengt sind, haben viele Fachräume in Größe und Ausstattung komfortable Arbeitsbedingungen. Die Klassenräume sind ausreichend und altersgemäß mit Tischen und Stühlen eingerichtet.
Platz für Regale und Schränke ist meist nicht vorhanden. Interaktive Whiteboards finden sich in
16 Klassen- und Fachräumen. Die anderen Unterrichtsräume sind mit Kreidetafeln ausgestattet.
Im vorderen Teil des Untergeschosses befinden sich eine Sporthalle mit Umkleideräumen und
ein großer Unterrichtsraum. Der nur über den Hof oder das Erdgeschoss zugängliche hintere
Teil des Untergeschosses wurde in diesem Jahr renoviert und bietet nun Platz für eine neu
geplante Bibliothek mit Medienecke und einen Raum für Leihbücher der Fachbereiche Deutsch,
Englisch und Biologie. Seit 2010 gibt es hier eine Cafeteria mit einem Getränke-, Snack- und
Speisenangebot. Die Cafeteria wird von ehemaligen Eltern der Schule bewirtschaftet und bietet
eine freundliche, helle Aufenthaltsatmosphäre mit ca. 50 Sitzgelegenheiten an Tischgruppen.
Im Erdgeschoss liegen das Sekretariat, die Büros der Schulleitung und der Stellvertretung sowie
ein Lehrerzimmer mit zwei Computerarbeitsplätzen, einem Kopierer und einer kleinen Teeküche.
Im Eingangsbereich können sich Interessierte und Besucher informieren. In verschiedenen Vitrinen finden sie z. B. Fotos der Lehrkräfte oder Darstellungen von Sporterfolgen der Schülerinnen und Schüler. Entlang der langen Flure ins Schulinnere befinden sich auf allen Etagen Klassen- und Teilungsräume für die jeweilige Jahrgangsstufe sowie Fach- und Vorbereitungsräume
für die Bereiche Fremdsprachen, Geografie, Physik, Chemie und. Biologie. Diese werden zum
Teil auch als dezentrale Lehrerzimmer genutzt. Drei Computerräume mit je 15 bis 18 Arbeitsplätzen sind ebenfalls hier zu finden. Auf den breiten Fluren aller Stockwerke gibt es Schränke
und Schließfächer, die von den Schülerinnen und Schülern über eine Firma angemietet werden
können. Die Toiletten und Sanitärräume wurden vor ca. 10 Jahren renoviert und sind in einem
sauberen und gepflegten Zustand. Jeder Fachbereich gestaltet seinen Themen entsprechend
Vitrinen und Schaukästen, die auf den Fluren angebracht sind. Ein bisher für verschiedene
Zwecke genutzter Raum soll zeitnah für Gremienarbeit umgestaltet werden. Weiterhin gibt es
eine Aula mit Bühne, Beleuchtung und Technik sowie einer flexiblen Bestuhlung für ca. 200
Personen. Ein Musikraum mit Flügel, Keyboards und Orff-Instrumenten ergänzt die Ausstattung
der Schule. Mehrere Computerarbeitsplätze für Lehrkräfte gibt es in einem Mehrzweckraum,
der auch für Gremiensitzungen und für Konferenzen genutzt wird. Der Kunstbereich arbeitet
mit den Schülerinnen und Schülern in einem großen Atelier mit Wasseranschluss im 3. Obergeschoss. Exponate aus dem Kunstunterricht werden im Flur in eingebauten Glasschränken ausgestellt.
Im sogenannten Gartenhaus, einem mobilen Ergänzungsbau, befinden sich die Räume der
10. Klassen. Gegenüber den anderen Klassenräumen sind sie mit ca. 60 m2 vergleichsweise
groß, verfügen jedoch über keine interaktiven Whiteboards.
Für den Sportunterricht nutzt das Lily-Braun-Gymnasium weitgehend die gut ausgestattete
Sportanlage mit Sportplätzen und einer Halle am Grüngürtel.
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Die Schule verfügt über einen weitläufigen Pausenhof mit Fahrradständern, Basketballkörben,
einem Bolzplatz, Sitzgruppen und Tischtennisplatten. Ein Schulgarten mit Teich, Beeten und
einer Kräuterspirale wird von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 8 und 9 aktiv bearbeitet.
Die Räumlichkeiten des Lily-Braun-Gymnasiums werden außerhalb der Unterrichtszeiten von der
Musikschule, für Sprachkurse und von Sportvereinen mitgenutzt.
Viele Fenster wurden und werden in diesem Jahr erneuert, im gesamten Treppenhaus wurden
die Durchgangstüren aus Brandschutzgründen ausgetauscht. Die Renovierungsarbeiten waren
zurzeit der Schulinspektion noch nicht abgeschlossen.

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