Path:

Full text: Kurzbericht zur Inspektion der Robert-Reinick-Grundschule (05G11)

Kurzbericht
zur Inspektion der Robert-Reinick-Grundschule (05G11)

1. Voraussetzungen und Bedingungen
Die Robert-Reinick-Grundschule liegt im Ortsteil Siemensstadt des Stadtteils CharlottenburgWilmersdorf, sie steht allerdings in der Schulträgerschaft des Bezirks Spandau. Die Schule ist im
Jahr 2006 aus einer Fusion der in Spandau gelegenen Robert-Reinick-Grundschule mit der Charlottenburger Hermann-Löns-Grundschule hervorgegangen. Die Schulen arbeiteten bis zum Umzug nach unterschiedlichen pädagogischen Konzepten, das Kollegium der Hermann-LönsGrundschule orientierte sich zum Teil an dem pädagogischen Ansatz Maria Montessoris. Bis
zum Jahr 2011 fand der Unterricht im Filialbetrieb an den Standorten der beiden ehemaligen
Schulen statt. Nach der Fertigstellung eines Erweiterungsbaus nahm das Kollegium im Schuljahr
2011/2012 die gemeinsame Arbeit im Jungfernheideweg, dem Standort der ehemaligen Hermann-Löns-Grundschule, auf. In der Schulanfangsphase wird der Unterricht nun jahrgangsbezogen durchgeführt. Teilweise finden jahrgangsübergreifende Projekte statt.
Zum Einzugsbereich der Schule gehört eine Erstaufnahmeeinrichtung der Zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge und Asylsuchende. Die Schule hat daher eine besondere Lerngruppe für
Kinder ohne Deutschkenntnisse eingerichtet.
Die Robert-Reinick-Grundschule wurde im Juni 2009 zum ersten Mal inspiziert. Bei dieser Inspektion wurde erheblicher Entwicklungsbedarf festgestellt. Seit diesem Zeitpunkt war die
Schulleitung fast nie vollständig arbeitsfähig. Da zeitweise kein Mitglied der Schulleitung an
der Schule seinen Dienst ausübte, übernahm die erweiterte Schulleitung für vier Monate die
alleinige Verantwortung und musste sowohl die Organisation des täglichen Schulbetriebs als
auch Aktivitäten, die im Rahmen des Umzugs und der Baumaßnahmen anfielen, koordinieren.
Seit Mai 2011 ist die Stelle der Schulleiterin neu besetzt.

2. Stärken und Entwicklungsbedarf
Stärken der Schule
•
•

Teilnahme an Projekten, vor allem im musikalisch-künstlerischen Bereich
Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts durch die Kooperation mit der FU
Berlin im Rahmen des Projektes „TuWaS!“1

Entwicklungsbedarf der Schule
•

•
•

•
•

1

Entwicklung von Kommunikationsstrukturen zwischen der Schulleiterin und dem
Kollegium, die es ermöglichen, die Schulentwicklung an gemeinsam vereinbarten Zielen
festzumachen
Etablierung eines Systems von Organisations-, Unterrichts- und Personalentwicklung,
das auf die Schwerpunkte der Schulentwicklung abgestimmt ist
Verständigung und Austausch im Kollegium über die Kriterien guten Unterrichts
verbunden mit einer Unterrichtsentwicklung, die vor allem individualisiertes Lernen
berücksichtigt
Etablierung von Teamarbeit im Kollegium
Entwicklung eines gemeinsamen Erziehungsverständnisses für die Bereiche der
ergänzenden Betreuung und des Unterrichts

Technik und Naturwissenschaft an Schulen, ein Projekt der Freien Universität Berlin

Seite 1/9

Kurzbericht
zur Inspektion der Robert-Reinick-Grundschule (05G11)

3. Erläuterungen
Die Schulentwicklungsarbeit an der Robert-Reinick-Grundschule war in dem Zeitraum zwischen
der Fusion und der Amtsübernahme durch die neue Schulleiterin zum Erliegen gekommen.
Strukturvorgaben durch die Schulleitung gab es nicht. Eine koordinierte pädagogische Arbeit,
die sich z. B. an einem geregelten Austausch in Fachkonferenzen, gemeinsamen Absprachen
über Unterrichtsinhalte oder Teamarbeit festmacht, fand nur in Teilen statt. Den Dialog über
die unterschiedlichen pädagogischen Ansätze der beiden Fusionsschulen hatte das Kollegium
nicht geführt. Erst im Dezember 2010, vier Jahre nach der Fusion und über ein Jahr nach der
ersten Schulinspektion, fand aufgrund des bevorstehenden Umzugs ein von proSchul2 organisierter Studientag zu Perspektiven der gemeinsamen Arbeit und dem Zusammenwachsen der
immer noch separierten Kollegien statt. Wiederum ein halbes Jahr später, im Mai 2011, wurde
am Tag vor dem Amtsantritt der neuen Schulleiterin ein Kennenlern-Workshop durchgeführt.
Das Kollegium verband daher mit ihrem Amtsantritt hohe Erwartungen an eine strukturierte
Leitungstätigkeit sowie verbindliche Kommunikationsstrukturen.
Zum Inspektionszeitpunkt sind aber sowohl durch das Handeln des Kollegiums als auch der
Schulleiterin erneut erhebliche Probleme aufgetreten. Nicht einmal die Hälfte der Lehrerinnen
und Lehrer stimmte der Aussage im Fragebogen „Ich arbeite gern an meiner Schule“ zu. Wieder
- wie zum Zeitpunkt der ersten Inspektion - gibt es einen Zustand, in dem die Kommunikation
zwischen den Lehrkräften und der Leitung erheblich gestört ist. Dies begründet sich vor allem
in der zwischen Kollegium und Schulleiterin grundsätzlich unterschiedlichen Auffassung darüber, welche Aufgaben unmittelbar anstehen und zu bearbeiten sind.
Der Schulleiterin war es wichtig, möglichst schnell Konzepte, die das Selbstverständnis und die
Ausrichtung ihrer Schule definieren, zu erarbeiten. In dem zur Inspektion vorgelegten Kurzbericht zur Schulentwicklung in den letzten Jahren finden sich jedoch nicht einige grundlegende
Vorstellungen, sondern eine lange Liste, die das Leitbild, die Arbeit an Fachcurricula, die Schulund Hausordnung, die Arbeit am Sprachbildungskonzept, das Konzept zum jahrgangsbezogenen Lernen in der Schulanfangsphase und die Förderplanung enthält. Die Grundzüge des neuen Schulprogramms wurden auf dem Organisationstag und einem Studientag zu Beginn des
Schuljahres 2010/2011 vorbereitet. An der weiteren Ausarbeitung war das Kollegium, den eigenen Aussagen folgend, nur zum Teil beteiligt. Die Schulleiterin setzte von Beginn an deutliche
Prioritäten im Bereich der Erarbeitung von Konzepten. Das Kollegium wiederum erwartete vornehmlich das Aufarbeiten der Kommunikationsprobleme zwischen den Lehrerinnen und Lehrern
der Fusionsschulen und eine einfühlsame Leitung, die die Leistungen jeder einzelnen Lehrkraft
wahrnimmt und wertschätzt.
Schon nach kurzer Zeit stieß die Schwerpunktsetzung der Schulleiterin auf Widerstände im
Kollegium. Die Erarbeitung des Schulprogramms hatte absoluten Vorrang, andere Aufgaben
stellte sie hintenan. Viele Lehrkräfte sehen dieses Programm zum einen als zu umfangreich an
und empfanden von Seiten der Schulleiterin einen immensen Druck, es rechtzeitig zur zweiten
Schulinspektion fertig stellen zu müssen. Zum anderen sehen sie die Inhalte - z. B. das Leitbild
- als so allgemein gehalten, dass die Identität der Schule dort nicht sichtbar wird. Zudem sieht
sich ein großer Teil des Kollegiums durch die Vielzahl der Entwicklungsschwerpunkte und die
dezidierte Zeit-Maßnahmen-Planung, die - den Angaben der Lehrerinnen und Lehrer folgend zum Teil ohne ihr Mitwirken entstanden ist und nicht ihren Vorstellungen entspricht, zusätzlich
unter Druck gesetzt. Das Schulprogramm, das nun formal den Anforderungen der Vorschriften
2

proSchul ist eine Einrichtung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. Sie unterstützt u. a.
Schulen, die eine Schulinspektion durchlaufen haben und bei denen erheblicher Entwicklungsbedarf festgestellt
wurde durch eine prozessbegleitende Beratung.

Seite 2/9

Kurzbericht
zur Inspektion der Robert-Reinick-Grundschule (05G11)

genügt, wird nicht als Arbeitsgrundlage für die Weiterentwicklung der Schule betrachtet, sondern als Dokument, das termingerecht fertig gestellt sein musste. Zum Inspektionszeitpunkt
war es aufgrund des Widerstandes der Lehrerinnen und Lehrer nicht von der Schulkonferenz
verabschiedet.
Eine konstruktive, an Inhalten orientierte Zusammenarbeit findet kaum noch statt. Die erweiterte Schulleitung ist im Januar 2012 zurückgetreten, weil sie sich - so die Schulleiterin - von ihr
nicht hinreichend und rechtzeitig informiert fühlte. Die Akzeptanz im Kollegium für die Arbeit
war daher aus Sicht der erweiterten Schulleitung nicht mehr gegeben. Ein gemeinsames Gespräch mit dem Kollegium, der Schulleitung und der Schulaufsicht zu den Problemen in der
Kommunikation und den daraus resultierenden Schwierigkeiten hat noch nicht stattgefunden.
Es gibt im Kollegium der Robert-Reinick-Grundschule weder Teamarbeit noch Absprachen über
die Grundlagen guten Unterrichts. So beruht z. B. die Ausrichtung des Unterrichts in den Jahrgangsstufen 1 und 2 nicht auf einem gemeinsam abgesprochenen Vorgehen zur Feststellung
der Lernausgangslagen der Kinder. Diese wird klassenbezogen von den jeweiligen Lehrerinnen
mit unterschiedlichen Materialien vorgenommen. Die in der Schulanfangsphase durchgeführten
jahrgangsübergreifenden Projekte gründen sich auf informelle Absprachen einzelner Lehrerinnen. Eine kollegiumsweite Verständigung über das methodisch-didaktische Vorgehen in der
Lerngruppe für Kinder ohne Deutschkenntnisse und die Gestaltung eines möglichen Übergangs
der Kinder in die Regelklassen gibt es nicht.
Der überwiegende Teil des Unterrichts an der Robert-Reinick-Grundschule bietet den Schülerinnen und Schülern kaum Raum für individualisiertes Lernen. Der Anteil, der durch binnendifferenzierende Maßnahmen auf die Stärken und Schwächen von Kindern eingeht, ist sehr gering.
Gelegenheiten zu selbstständigem Lernen oder die Arbeit an problemorientierten Aufgaben gibt
es selten. In der Regel müssen die Kinder die Arbeiten alleine bearbeiten und erhalten wenige
Gelegenheiten zum Austausch mit Mitschülerinnen und Mitschülern. Auch in der Schulanfangsphase führt das jahrgangsbezogene Lernen nicht zu einem individuelleren Eingehen auf einzelne Kinder. Während der Inspektionstage konnte das Team dort in keiner der besuchten Sequenzen selbstständiges bzw. problemorientiertes Lernen registrieren. Übungs- und Wiederholungsphasen bestimmen das Unterrichtsgeschehen in allen Klassen, sie machen fast zwei Drittel
des Unterrichts aus. Herausfordernde Aufgaben gibt es dabei nur zum Teil; leistungsstärkere
Kinder werden in der Regel nicht gefördert.
Über den freien Träger CJD3 ist im Februar eine Schulsozialarbeiterin eingestellt worden, die
sich vornehmlich um die Kinder ohne deutsche Sprachkenntnisse kümmern soll. Die Etablierung
eines „Kulturfrühstücks“ für die Eltern dieser Kinder geht auf ihre Initiative zurück. Außerdem
wird sie zunehmend zur Ansprechpartnerin für die Streitschlichterinnen und Streitschlichter. Sie
arbeitet zurzeit noch ohne ein festes Büro; der Umfang und der Inhalt ihrer Tätigkeit sind dem
Kollegium, so die Aussagen im Interview, in weiten Teilen nicht bekannt.
Da der Filialbetrieb aufgehoben wurde, ist zum Schuljahr 2011/2012 mit dem CJD erstmals ein
Träger alleine für die Organisation der ergänzenden Betreuung zuständig. Die Erzieherinnen
und Erzieher sind sowohl in der verlässlichen Halbtagsgrundschule, in der ergänzenden Betreuung im offenen Ganztag als auch im Unterricht jeweils bestimmten Lerngruppen zugeordnet.
In den 1. bis 3. Jahrgangsstufen arbeiten sie auf der Klassenebene mit den Lehrkräften zusammen. Absprachen über die Aufgabenverteilung im Unterricht gibt es für die Schulanfangsphase. Hier sind im Stundenplan Zeiten für Besprechungen festgelegt. Darüber hinaus begleiten
die Erzieherinnen die Klassen bei Ausflügen und nehmen an Projekten wie z. B. den Werkstätten zu den Jahreszeiten teil. Über den Unterricht hinaus gibt es keine Ansätze zur Gestaltung
3

Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands e. V.

Seite 3/9

Kurzbericht
zur Inspektion der Robert-Reinick-Grundschule (05G11)

einer gemeinsamen Arbeit. Der CJD organisiert den Nachmittag eigenverantwortlich und bietet
den Kindern vor allem über Arbeitsgemeinschaften im Sportbereich und Angebote mit dem
Schwerpunkt Natur und Forschung vielfältige Möglichkeiten sinnvoller Beschäftigung. Ein gemeinsames Erziehungsverständnis, das auf Diskussionen und Absprachen zwischen Lehrkräften
und Erzieherinnen bzw. Erziehern beruht, hat sich bisher nicht herausgebildet.
Zur Beteiligung von Schülerinnen und Schülern am Schulleben und der Schulentwicklung ist
unter der neuen Schulleiterin mit dem Kinderparlament ein Anfang gemacht worden. Zwei
Klassensprecherinnen bzw. Klassensprecher sind Ansprechpartner für die anderen Kinder. Bisher
haben nur wenige Treffen stattgefunden, eine große Resonanz hat die Arbeit noch nicht erfahren. Die Lehrkräfte sagen mit deutlicher Mehrheit, dass die Schülervertretung an ihrer Schule
keine Rolle spielt. Für die Elternarbeit gilt, dass es kaum Beteiligungen an Aktivitäten im Bereich des Schullebens gibt. Einige Eltern engagieren sich allerdings in der Schulentwicklung und
nahmen an Sitzungen zur Diskussion über das neue Schulprogramm teil.
Im musischen und naturwissenschaftlichen Bereich gibt es Aktivitäten und Projektansätze, die
Erfolg versprechen und sich sehr positiv von der insgesamt stagnierenden Schulsituation abheben. Sie werden aber nur von einem kleinen Teil des Kollegiums getragen. Vor allem im naturwissenschaftlichen Unterricht gibt es positive Ansätze zur Veränderung der Unterrichtskultur.
Die Schule beteiligt sich an dem Projekt „TuWas!“ der FU Berlin und gestaltete z. B. für die
Jahrgansgsstufen 1 und 2 ein sehr handlungsorientiert angelegtes Projekt zum Thema „Schmetterlinge“, in dem die Kinder fach- und jahrgangsübergreifend arbeiteten. Geplant ist des Weiteren die Ansiedlung von Bienenvölkern im Schulgarten. Schon seit vielen Jahren beteiligt sich
die Robert-Reinick-Schule an Projekten des Bezirks Spandau und erzielt große Erfolge. Die musikalischen Aktivitäten sind ein Aushängeschild der Schule, der Schulchor nimmt beispielsweise
am Weihnachtsmusizieren der Spandauer Schulen teil. Unter Leitung des Musiklehrers der
Schule fand die „16. Rock- und Pop-Werkstatt“ der Spandauer Grundschulen statt.

Fazit
Sechs Jahre nach der Schulfusion und drei Jahre nach der ersten Inspektion ist eine Situation
eingetreten, die ein konstruktives Miteinander von Kollegium und Schulleitung und das gemeinsame, an Zielen ausgerichtete Arbeiten nicht sichtbar macht.
Die geschilderten Umstände im Bereich der Kommunikation, der Unterrichtsgestaltung und der
konzeptionellen Entwicklung verdeutlichen die Problematik, in der sich die Robert-ReinickGrundschule zum Inspektionszeitpunkt befindet. Die Lehrkräfte sehen diese Defizite. Sie nehmen deutlich wahr, dass es einerseits keine Absprachen untereinander gibt und andererseits
ein Dialog mit der Schulleiterin nicht gelingt. Das Kollegium ist in der Mehrheit allerdings nicht
dazu bereit, gemeinsam mit der Schulleiterin eine Änderung der Situation herbeizuführen. Die
Schulleiterin ihrerseits registriert den Zustand ebenfalls. Sie hat aber bisher weder im Bereich
der Organisations-, der Unterrichts- noch der Personalentwicklung Voraussetzungen geschaffen,
die es ihr ermöglichen, eine positive Entwicklung in Gang zu setzen. Sie hat durch die Wahl
und die Art der Durchsetzung ihrer Schwerpunkte den Kontakt zur Mehrheit des Kollegiums
verloren und wird von diesem in großen Teilen nicht als Führungsperson anerkannt.
Trotz der prozessbegleitenden Beratung durch proSchul sowie Maßnahmen der Schulaufsicht
sind positive Entwicklungen in der schulischen Arbeit nicht erkennbar. Die Schule hat den nach
der ersten Inspektion festgestellten Entwicklungsbedarf in wesentlichen Teilen nicht aufgegriffen. Die nachfolgende Tabelle dokumentiert dies.
Seite 4/9

Kurzbericht
zur Inspektion der Robert-Reinick-Grundschule (05G11)

Entwicklungsbedarf 2009

Stand der Schulentwicklung 2012

♦ Schulleitungshandeln
♦ Die neue Schulleiterin hat ihre Arbeit zum
- Entwicklung einer Schulgemeinschaft
großen Teil nicht an den im vorigen Be- Schulprogramm und interne Evaluation
richt festgehaltenen Aspekten des Ent- Organisations- und Personalentwickwicklungsbedarfs orientiert. Mit Ausnahme
lung
der Schulprogrammentwicklung und der
- Steuerung und Dokumentation von
Steuerung von Geschäftsprozessen wurde
Geschäftsprozessen
keines der vor 3 Jahren festgehaltenen
- Präsenz und VerantwortungsübernahDefizite aufgegriffen.
me
♦ Entwicklung eines gemeinsamen Ver- ♦ In keinem der festgestellten Bereiche hat
ständnisses von gutem Unterricht und Undie Schule Anstrengungen zur Verbesseterrichtsentwicklung in den Bereichen
rung des Unterrichts unternommen.
- Individualisierung und Differenzierung
- selbstständiges Lernen (Methodenlernen)
- kooperatives und problemorientiertes
Lernen
♦ gemeinsames Erziehungsverständnis und ♦ Der freie Träger CJD hat zum Schuljahr
Teambesprechungen von Lehrkräften und
2011/2012 die Arbeit für die gesamte
Erzieherinnen und Erziehern
Schule aufgenommen. Absprachen gibt es
inzwischen in der Schulanfangsphase. Die
Abstimmung über ein gemeinsames Erziehungsverständnis steht noch aus.
Das Inspektionsteam kommt nach eingehender Beratung mit der Leitung der Schulinspektion zu dem Ergebnis, dass die Robert-Reinick-Grundschule nach wie vor
erheblichen Entwicklungsbedarf hat. Darüber hinaus kommt das Inspektionsteam
zu dem Schluss, dass ohne ein gezieltes Eingreifen der Schulaufsicht eine weitere Beratung durch proSchul nicht zum Erfolg führen wird und eine nochmalige Nachinspektion keine neuen Erkenntnisse hervorbringen wird.
Zwingend erforderlich ist, dass
•

Kommunikationsstrukturen zwischen dem Kollegium und der Schulleiterin etabliert werden, die ein gemeinsames, an miteinander abgestimmten Zielen orientiertes Arbeiten
ermöglichen,

•

an der Schule ein ineinandergreifendes und auf Partizipation basierendes System von
Organisationsentwicklung, Personalentwicklung sowie Unterrichtsentwicklung eingerichtet wird.

Seite 5/9

Kurzbericht
zur Inspektion der Robert-Reinick-Grundschule (05G11)

4. Qualitätsprofil

4

Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule
1.1

A

B

C

D

Schulleistungsdaten und Schullaufbahn

Qualitätsbereich 2: Unterricht/Lehr- und Lernprozesse
2.1

Schulinternes Curriculum und Abstimmung des Lehr- und Lernangebots

2.2

Unterrichtsgestaltung/Lehrerhandeln im Unterricht

2.3

Systematische Unterstützung, Förderung und Beratung

Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern

3.2

Soziales Klima und soziales Lernen in der Schule

3.3

Gestaltung der Schule als Lebensraum

3.4

Kooperationen

Schulleitungshandeln und Schulgemeinschaft

4.2

Schulleitungshandeln und Qualitätsmanagement

Qualitätsbereich 5: Professionalisierung und Personalmanagement
5.1

Personalentwicklung und Personaleinsatz

5.2

Arbeits- und Kommunikationskultur im Kollegium

Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung
6.1

Evaluation schulischer Entwicklungsvorhaben

6.2

Fortschreibung des Schulprogramms

6.3

Umgang mit erheblichem Entwicklungsbedarf

D

B

C

D

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung

Ergänzende Qualitätsmerkmale

Ganztagsangebot

C

Unterrichtsprofil

A

4.1

E.2

B

Bewertung

Qualitätsbereich 4: Schulmanagement

Förderung der Sprachkompetenz

A

A

3.1

E.1

Bewertung

Bewertung

Qualitätsbereich 3: Schulkultur

4

Bewertung

A

B

C

Das Qualitätsprofil beinhaltet verpflichtende Qualitätsmerkmale (blau unterlegt) und Wahlmodule. Hinter diesem
Qualitätsprofil verbergen sich ca. 200 Indikatoren. Die Schule erhält im ausführlichen Bericht eine detaillierte
Rückmeldung dieser Ergebnisse im Bewertungsbogen. Nähere Informationen zu den Instrumenten und den Verfahren der Berliner Schulinspektion finden Sie in unserem Handbuch im Internet unter
www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/schulinspektion

Seite 6/9

D

Kurzbericht
zur Inspektion der Robert-Reinick-Grundschule (05G11)

5. Unterrichtsprofil
Bewertung

Unterrichtsbedingungen
A

B

C

D

vergleichend

2.2.1

Lehr- und Lernzeit

b

2.2.2

Lern- und Arbeitsbedingungen

b

2.2.3

Strukturierung und transparente Zielausrichtung

c

2.2.4

Kooperation des pädagogischen Personals

c

2.2.5

Verhalten im Unterricht

b

2.2.6

Pädagogisches Klima im Unterricht

c

2.2.7

Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft

c

Unterrichtsprozess

A

B

C

D

vergleichend

2.2.8

Förderung von Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung

b

2.2.9

Fachimmanentes, fachübergreifendes und
fächerverbindendes Lernen

d

2.2.10 Methoden- und Medienwahl

c

2.2.11 Sprach- und Kommunikationsförderung

c

Individualisierung von Lernprozessen
2.2.12 Innere Differenzierung

c

2.2.13 Selbstständiges Lernen

d

2.2.14 Kooperatives Lernen

c

2.2.15 Problemorientiertes Lernen

d

5

Normative Bewertung

Vergleichende Bewertung

A (stark ausgeprägt)
Norm: 80 % und mehr der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv
(bei mind. 40 % „++“).

a (vergleichsweise stark)
Der Mittelwert der Schule liegt oberhalb der durch
die Standardabweichung vorgegebenen Obergrenze

B (eher stark ausgeprägt)
Norm: Zwischen 60 % und 80 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
C (eher schwach ausgeprägt)
Norm: Zwischen 40 % und 60 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
D (schwach ausgeprägt)
Norm: Weniger als 40 % der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv.

5

b (vergleichsweise eher stark)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der Obergrenze.
c (vergleichsweise eher schwach)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der durch die Standardabweichung
vorgegebenen Untergrenze.
d (vergleichsweise schwach)
Der Mittelwert liegt unterhalb der Untergrenze.

Die aktuellen Unterrichtsbeobachtungen werden mit dem Mittelwert von ca. 30.000 Unterrichtsbeobachtungen der
ersten Inspektionsrunde verglichen und auf der folgenden Seite grafisch dargestellt.

Seite 7/9

Kurzbericht
zur Inspektion der Robert-Reinick-Grundschule (05G11)

6. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der normativen Bewertung)

100%

A/
B 80%
B
60%

C
40%

D
20%

D
0%
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

2.2.5

2.2.6

2.2.7

++

2.2.8

+

-

2.2.9

2.2.10

2.2.11

2.2.12

2.2.13

2.2.14

2.2.15

--

7. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der vergleichenden Bewertung Schule - Berlin)

4,00

3,50

3,00

2,50

2,00

1,50

1,00
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

2.2.5

2.2.6

2.2.7

2.2.8

2.2.9

2.2.10

2.2.11

2.2.12

2.2.13

Qualitätskriterien des Unterrichts
Berlin MW

Berlin untere Grenze

Seite 8/9

Berlin obere Grenze

05G11 MW

2.2.14

2.2.15

Kurzbericht
zur Inspektion der Robert-Reinick-Grundschule (05G11)

8. Standortbeschreibung
Auf dem durch große Freiflächen sehr kinderfreundlichen Schulgelände der Robert-ReinickGrundschule befinden sich der als Hauptgebäude dienende Neubau, die im Jahr 2006 errichtete Mensa mit einem Verbindungsgang zum noch nicht vollständig modernisierten Altbau der
ehemaligen Hermann-Löns-Grundschule, eine Sporthalle und ein Mobilbau. Die Sporthalle ist in
einem guten Zustand, jedoch sehr klein. Die Wände sind zum Teil feucht. Nach Auskunft der
Schule soll der Mobilbau im Jahr 2013 abgebaut werden und zu einem späteren Zeitpunkt
eine neue Sporthalle errichtet werden.
Das zweistöckige, barrierefreie und mit einem Fahrstuhl ausgestattete Hauptgebäude wird geprägt durch ein mit einer Glaskuppel abgedecktes Atrium, das dem Haus einen offenen und
lichtdurchfluteten Charakter gibt. Das Haus ist sehr gepflegt, im weiträumigen Foyer und in
den Fluren werden Schülerarbeiten und Sporturkunden präsentiert sowie Informationen ausgehängt. Eine Orientierungstafel mit Hinweisen über alle Gebäude auf dem Schulgelände ist nicht
vorhanden.
Im Erdgeschoss befinden sich der Verwaltungstrakt und das Lehrerzimmer mit einer eigenen
Teeküche. Ein sich anschließender Raum mit acht Laptoparbeitsplätzen wird zunehmend von
den Lehrkräften als Arbeitsplatz genutzt. Gleich neben dem Eingang und von außen einsehbar
liegt die Schulbibliothek. Sie wird durch Eltern bzw. Lesepaten betreut und auch für den Förderunterricht genutzt. Zur ebenfalls im Erdgeschoss gelegenen Aula, die über eine Bühne verfügt, gehört ein Vorbereitungsraum mit einem Schminktisch. Der zur Bühnentechnik gehörende
Beamer ist seit dem Bezug des Gebäudes defekt.
Die im ersten und zweiten Stock gelegenen Klassenräume der Jahrgangsstufen 3 - 6 sowie die
Fachräume der Schule gruppieren sich um das Atrium herum. Alle Räume haben eine Klimaanlage, die einen permanenten Geräuschpegel verursacht. In den Treppenhäusern und einem
Teilungsraum, der übergangsweise von der Schulsozialarbeiterin genutzt wird, sind keine Schallisolierungen installiert. Die Lichtkuppel kann nicht geöffnet werden, so ist eine Lüftung nicht
möglich und die Temperaturen in den Fluren steigen schnell an.
Der Altbau wird nach und nach modernisiert. Zurzeit befinden sich dort Klassen- und Teilungsräume der Schulanfangsphase, des Weiteren ein Bewegungsraum für die „Sport-Spiel-Stunde“,
Räume für den Religions- bzw. Lebenskundeunterricht, ein Computerraum, eine Schulküche, die
Räume des offenen Ganztags und das Büro bzw. der Aufenthaltsraum der Erzieherinnen und
Erzieher. Die ehemalige Hausmeisterwohnung wird im Moment nicht genutzt. Die Toiletten in
diesem Schultrakt sind sanierungsbedürftig.
Im zweigeschossigen Mobilbau befinden sich vier weitere Klassen des ersten, zweiten und dritten Jahrgangs mit Teilungsräumen, Toiletten und einem Aufenthaltsraum. Hier steht kein
Trinkwasser zur Verfügung.
Die Neugestaltung des sehr großen Schulhofs mit altem Baumbestand und vielen Grünflächen
hat begonnen. Eine Kletterspinne wurde bereits aufgebaut. Ein Spielfeld soll errichtet werden.
Der Schulhof vor dem Altbau ist versiegelt. Hinter dem Altbau entsteht ein Schulgarten, in
dem im Zuge eines Unterrichtsprojektes mit dem Ansiedeln von Bienenvölkern begonnen wurde.
Die Mensa bietet für 80 Personen Plätze und wird von einem Caterer betrieben. Die Kinder
können zwischen zwei Gerichten auswählen und essen in drei Schichten.

Seite 9/9
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.