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Full text: Kurzbericht zur Inspektion der Heinrich-Böll-Oberschule (05K04)

Kurzbericht
zur Inspektion der Heinrich-Böll-Oberschule (05K04)

1. Voraussetzungen und Bedingungen
Die Heinrich-Böll-Oberschule, eine Integrierte Sekundarschule (ISS) mit gymnasialer Oberstufe,
liegt in ruhiger Lage im Ortsteil Hakenfelde des Bezirk Spandau. Die Schule ist gut an den
öffentlichen Nahverkehr angeschlossen; der Bahnhof Spandau ist mit dem Bus in ca. 10 Minuten zu erreichen. Der Zustand des 1989 provisorisch errichteten Schulkomplexes, der aus mehreren Flachbauten in Leichtbauweise besteht, zeigt deutlich die Folgen der über zwanzigjährigen Nutzung. Ein Neubau befindet sich seit Jahren in der Planung, ein Baubeginn steht nicht
fest.
Zurzeit besuchen etwa 870 Schülerinnen und Schüler die Heinrich-Böll-Oberschule, 630 davon
die Jahrgangsstufen 7 bis 10, 240 die gymnasiale Oberstufe. Der Anteil der Schülerinnen und
Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache liegt bei 42 %. In fast jedem Jahrgang werden Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet.
Die Schule arbeitet seit zwei Jahren nach einem reformpädagogischen Modell1. Es basiert zum
einen auf einer die Jahrgänge 7 bis 9 übergreifenden, profilorientierten Zusammensetzung der
Lerngruppen, zum anderen auf einer abweichenden Organisation der Unterrichtsangebote und
des Tagesrhythmus’. Zu jedem der durch Farben gekennzeichneten Teams gehören 4 Lerngruppen à 25 Schülerinnen und Schüler. Sie lernen täglich eigenverantwortlich und selbstorganisiert
in Lernbüros, die sie am Morgen in der 30- bis 45-minütigen Gruppenzeit auswählen. Darüber
hinaus gibt es Projekt- und Werkstattangebote. Ergänzend kann im Mittagsband die von Studierenden betreute zusätzliche Lernzeit genutzt werden. Ab dem Schuljahr 2014/2015 soll die
Jahrgangsmischung die Klassenstufen 7 bis 10 umfassen. Schülerinnen und Schüler, die die
Eingangsvoraussetzungen für den Besuch der gymnasialen Oberstufe erfüllen, haben an der
Heinrich-Böll-Oberschule die Möglichkeit, in zwei oder drei Jahren zum Abitur zu gelangen.
Für die Organisation des gebundenen Ganztagsangebotes arbeitet die Schule mit dem freien
Träger „Zwei Ebenen“ zusammen.
Die jetzige Schulleiterin ist seit 2012 im Amt. Nach der Erkrankung des vorvorigen Schulleiters
wurde die Leitung vom damaligen stellvertretenden Schulleiter von 2007 bis 2010 wahrgenommen. Ab 2010 übernahm ein neuer Schulleiter, allerdings nur für eineinhalb Jahre, die
Leitung der Schule.

1

Die Schule ist nach dem Vorbild des Reformprojekts Winterhude organisiert. Lernbausteine in den meisten Fächern ermöglichen den Schülerinnen und Schülern im selbstgewählten Tempo zu lernen, genauere Informationen
finden sich auf der Homepage der Schule: www.sts-winterhude.de.

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2. Stärken und Entwicklungsbedarf

Stärken der Schule

•

engagiertes Kollegium, das sich den Herausforderungen beim Aufbau der Reformschule
stellt

•

zielgerichteter Einsatz der Schulleiterin bei der Entwicklung der Heinrich-Böll-Schule

•

eigenverantwortliches

Handeln

der

Schülerinnen

und

Schüler,

die

nach

dem

Reformkonzept lernen
•

konstruktive Arbeitsatmosphäre und gutes soziales Klima, insbesondere in den
Lernbüros

•

Entwicklung

von

Lernbausteinen,

die

den

Schülerinnen

und

Schülern

ein

Ableitung

von

selbstgesteuertes Arbeiten ermöglichen
•

fortlaufende

Reflexion

der

Schulentwicklungsprozesse

und

ggf.

Maßnahmen zur Verbesserung

Entwicklungsbedarf der Schule

•

Gestaltung eines identitätsstiftenden Schullebens

•

Erweiterung der Beteiligungsmöglichkeiten für Schülerinnen, Schüler und Eltern

•

konzeptionelle Einbindung der Sprachbildung in das Reformkonzept

•

Entwicklung einer Ganztagskonzeption, die dem Bedarf der Schülerinnen und Schüler
gerecht wird

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3. Erläuterungen
Die Heinrich-Böll-Oberschule ist eine Schule im Wandel. Die Durchführung des Unterrichts gestaltete sich in der Vergangenheit nach Aussagen des Kollegiums und der Leitung der Schule zunehmend schwieriger. Unterrichtsstörungen und Verweigerungen seien an der Tagesordnung
gewesen. Durch die reformpädagogische Orientierung leitete der damalige Schulleiter ab 2010
die grundlegenden Änderungen ein.
Die Neuorientierung der Schule hat dazu geführt, dass einige Lehrkräfte die Schule verlassen
haben. Es ist jedoch gelungen, frei gewordene Stellen mit Lehrerinnen und Lehrern zu besetzen,
die sich bewusst für die pädagogische Ausrichtung der Heinrich-Böll-Oberschule entschieden haben. So ist die überwiegende Mehrheit des Kollegiums inzwischen von dem Reformgedanken
überzeugt und arbeitet gemeinsam engagiert an dessen Umsetzung. Dies geschieht in Teams
und in Arbeitsgruppen zu den im Schulprogramm genannten Entwicklungsvorhaben. Einen
Schwerpunkt stellen die Unterrichtsentwicklung und die Entwicklung von Lernbausteinen bzw.
deren Überarbeitung dar.
Die jetzige Schulleiterin brachte langjährige und umfangreiche Reformschulerfahrung mit und
führt den erst kurz vor ihrer Amtsübernahme beschlossenen Weg mit Überzeugung weiter. Sie
versteht sich als Motor der Schulentwicklung und verfügt gleichermaßen über Erfahrung in der
Konzeption von Lernbausteinen wie im Qualitätsmanagement. Unmittelbar nach dem Beginn
ihrer Tätigkeit besetzte sie die Stelle eines Qualitätsbeauftragten an der Schule. Ihr ist bewusst,
dass tiefgreifende Reformmaßnahmen und Innovationen einer möglichst ständigen begleitenden
Evaluation bedürfen, um bei eventuellen Fehlentwicklungen rechtzeitig nachsteuern zu können.
Im kommenden Schuljahr soll z. B. die Organisationsstruktur der Lernbüros optimiert werden.
Im Schulprogramm sind Entwicklungsvorhaben zu den Qualitätsbereichen Lehr- und Lernprozesse,
Schulkultur, Schulmanagement und Personalentwicklung festgelegt, die auch Angaben zu Zielen,
Indikatoren, einen Zeit- und Arbeitsplan sowie Messinstrumente für den Projekterfolg enthalten.
Eine Evaluation ist jedoch nicht erfolgt bzw. nicht dokumentiert. Seit Frühjahr 2012 wird dies
systematisch und mit einer klaren Schwerpunktsetzung betrieben: Eine AG „Evaluation“ arbeitet
unter Leitung des Qualitätsbeauftragten an der Evaluation der Lernbüros. Die Vorarbeiten sind
weit fortgeschritten, Ergebnisse lagen zum Inspektionszeitpunkt noch nicht vor.
Die Schulleiterin legt großen Wert auf Impulse und Ideen aus dem Kollegium. Sie pflegt unter
Einbeziehung des Kollegiums bzw. einzelner Lehrkräfte den Kontakt mit anderen Reformschulen
nicht nur in Berlin, um Erfahrungen auszutauschen und Anregungen zu bekommen. Auch wenn
die Schulleiterin außer Haus ist, wird ihre Präsenz in der Schule wahrgenommen und ihr Einsatz
für die Schule vom Kollegium sehr geschätzt. Gleichzeitig weiß die Schulleiterin, dass sie darauf
achten muss, die Lehrkräfte mit ihrem Elan nicht zu überfordern.
Die Vorhaben und Projekte zur Entwicklung der Schulkultur, die das Schulprogramm vorsieht,
beruhen auf der Erkenntnis, dass die Identifikation mit der eigenen Schule stark davon abhängt,
ob es die Möglichkeit gibt, sich aktiv an der Gestaltung des Schulalltags, des Schullebens und
der Schulentwicklung zu beteiligen. Außerunterrichtliche Arbeitsgemeinschaften werden am Vormittag und am Nachmittag in Kooperation mit dem freien Träger „Zwei Ebenen“ angeboten. Die
Schülerinnen und Schüler nutzen die Nachmittagsangebote nicht immer gern. Sie klagen über zu
lange Schultage und sind daher nicht gewillt, über den Unterricht hinaus noch solche ergänzenden Angebote wahrzunehmen. Schülerinnen und Schüler, die nachweisen können, dass sie in
einem Verein trainieren, können sich in der 7./8. Unterrichtsstunde vom AG-Angebot befreien zu
lassen. Die Schule hat die geringe Akzeptanz des Ganztagsangebots als „Baustelle“ erkannt. Im
Fragebogen der Schulinspektion gab die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler an, dass sie sich
unter den derzeitigen Bedingungen an ihrer Schule bisher nicht wohl fühlen.
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Deshalb sind Maßnahmen zur Qualifizierung und Einbindung von Schülerinnen, Schülern und
Eltern sowie zur Öffnung der Schule nach außen geplant. Inzwischen werden Streitschlichterinnen und -schlichter ausgebildet, es werden ein Klassenrat, ein Schülerparlament und ein Elterncafé von Eltern für Eltern eingerichtet. Der gewünschten stärkeren Identifikation der Schülerinnen,
Schüler und Eltern mit der Schule wird auch ein jährlicher Talentwettbewerb dienen, der im Januar 2014 erstmals erfolgreich stattgefunden hat. Alle diese Maßnahmen befinden sich jedoch
noch in den Anfängen.
Der Unterricht an der Heinrich-Böll-Oberschule ist - bedingt durch den Reformprozess - differenziert zu betrachten. Neben den für das Reformmodell charakteristischen jahrgangsgemischten
Lerngruppen der Klassenstufen 7 bis 9 gibt es die noch nicht in die Jahrgangsmischung und den
Reformprozess integrierte Jahrgangsstufe 10 und die Oberstufe. Der Unterricht in den 10. Klassen
ist in der Regel stark lehrerzentriert organisiert. Anders sieht es in den jahrgangsgemischten
Lerngruppen aus. Die Unterrichtsstunden sind nicht mehr nach Fächern organisiert, sondern in
eine rhythmisierte Tagesstruktur eingebunden, die nach dem System Gruppenzeit, Lernbüro, Projekt und Werkstatt strukturiert ist. Die Bewertung2 der Arbeit im Lernbüro, im Projekt und in der
Werkstatt erfolgt kontinuierlich mit Hilfe eines Logbuchs3, das die Jugendlichen eigenständig
führen und ihrer Lehrerin bzw. ihrem Lehrer regelmäßig vorlegen.
In der ca. 30-minütigen Gruppenzeit entscheiden die Schülerinnen und Schüler zu Beginn jedes
Schultages, welches Lernbüro4 sie besuchen möchten. In der restlichen Gruppenzeit werden aktuelle Probleme besprochen - beispielweise wurde das Thema Cybermobbing thematisiert oder ein
Methodentraining durchgeführt. Zeitweise treten auch Leerlaufzeiten auf.
Im Anschluss wechseln die Schülerinnen und Schüler in die von ihnen gewählten Lernbüros. Die
Organisation erfolgt auch über die Stundenzumessung bei der Sprachförderung. Hier lernen sie
vorwiegend in Einzelarbeit, während die Lehrkraft die Rolle eines Lernberaters einnimmt und die
Jugendlichen gezielt unterstützt. Phasen der lehrerzentrierten Unterrichtsgestaltung gibt es in den
Lernbüros nicht. Damit sich die Jugendlichen Fachkenntnisse und -kompetenzen selbstständig
erarbeiten können, haben die Lehrkräfte in Fachteams Unterrichtsmaterialien entwickelt, die
„Lernbausteine“. In den Lernbüros findet nahezu immer eine innere Differenzierung statt, denn
die Schülerinnen und Schüler können entscheiden, welchen Baustein sie wann wie lange bearbeiten. Die meisten Bausteine beinhalten außerdem Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade.
Wer einen Baustein erfolgreich bearbeitet hat, wechselt zum nächsten, ggf. auch zu einem Baustein einer höheren Jahrgangsstufe. Für Jugendliche, die mehr Zeit benötigen, wird zusätzliche
Lernzeit angeboten, die von Lehramtsstudierenden betreut wird. Eine Förderung der Kommunikation und der mündlichen Sprachanwendung findet in diesen Stunden allerdings kaum statt, Einzelarbeit ist die vorherrschende Sozialform. Dies ist vor allem in Fächern, in denen es stärker auf
mündliche Kommunikation ankommt, problematisch.
Hat ein Jugendlicher einen Baustein bearbeitet, legt er darüber eine Prüfung ab und erhält ein
Zertifikat. Während der Lernbürostunden kommt es so immer wieder vor, dass einzelne Schülerinnen oder Schüler während des laufenden Unterrichts Tests schreiben. Dies erfordert eine hohe
Konzentrationsleistung des Schülers bzw. der Schülerin, die den Test absolviert, und von den
anderen entsprechende Rücksichtnahme. Die Jahrgangsmischung wirkt sich positiv auf das Verhalten der Jugendlichen aus. Alterstypische Verhaltensweisen, die zu Unterrichtsstörungen führen
könnten, treten kaum auf. Diese Organisationsstruktur führt zu einem angenehmen sozialen Kli2

3
4

In der Heinrich-Böll-Oberschule wird unterschieden zwischen Bewertung, die das individuelle Leistungsvermögen
einer Schülerin bzw. eines Schülers berücksichtigt, und Beurteilung, die sich auf die Standards der Rahmenlehrpläne bezieht.
Ein Logbuch ist ein Instrument zur Lernprozessbegleitung.
Lernbüros werden für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, Geschichte, Erdkunde und Ethik angeboten.

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ma und zu einer konstruktiven Arbeitsatmosphäre. Andererseits kommt es in den Phasen der
stillen Einzelbeschäftigung immer wieder vor, dass einzelne Schülerinnen und Schüler sich nicht
ihrem Lernstoff, sondern anderen Dingen widmen.
Während in der Lernbürozeit vorwiegend still gearbeitet wird, können sich die Schülerinnen und
Schüler während der Projektzeit austauschen sowie kooperativ und problemorientiert miteinander
arbeiten. Pro Schuljahr werden in jeder Klasse Projekte in den Fächern Musik, Kunst, Mathematik,
Deutsch und Gesellschaftswissenschaften durchgeführt. Zum Zeitpunkt der Inspektion fand das
Anne-Frank-Projekt statt, in dem die Schülerinnen und Schüler sich mit der Thematik des Nationalsozialismus beschäftigten. Die Jugendlichen erhalten viel Freiraum, in dem sie lernen, wie sie
die vorhandene Projektzeit effektiv nutzen können.
Den Abschluss des Schultages bildet die Arbeit in sogenannten Werkstätten, auch als Wahlpflichtunterricht bezeichnet. Ausgehend von den individuellen Interessen wählen die Schülerinnen
und Schüler Kurse aus den Bereichen Sport, Musik/Kunst oder Sprache. Für die Aufnahme in die
Wahlpflichtkurse der verschiedenen Profile gelten spezielle Aufnahmekriterien.
Der Unterricht in der Sekundarstufe II ist klar strukturiert und das pädagogische Klima positiv.
Arbeitsformen, in denen die Schülerinnen und Schüler sich selbstständig Inhalte erarbeiten, gibt
es jedoch kaum. In kooperativen Arbeitsphasen werden deutlich vorstrukturierte Aufgabenformate eingesetzt, die wenig Raum für eigene Lösungen bieten. Obwohl die Ergebnisse im Abitur
unter dem Durchschnitt Berlins liegen, wurde vom Kollegium keine Auswertung durchgeführt,
um Maßnahmen zur Verbesserung des Notendurchschnitts zu ergreifen.
Mit der beschriebenen Organisationsstruktur schafft die Schule Rahmenbedingungen für ihre
Schülerinnen und Schüler, die es ihnen ermöglichen, im Sinne des Reformansatzes selbstgesteuert
und eigenverantwortlich den eigenen Tagesablauf zu gestalten. Gestützt wird diese Struktur
durch das Logbuch, in dem die Jugendlichen alle Tätigkeiten dokumentieren und fortlaufend eine
Rückmeldung von der Lehrperson erhalten. Diese orientiert sich an ihrem individuellen Leistungsvermögen, während sich die Leistungsbeurteilung nach den fachbezogenen Standards richtet. Auf
dieser Grundlage werden regelmäßig Planungs-, Bilanz- und Zielgespräche durchgeführt, um den
Schülerinnen und Schülern eine Rückmeldung über ihren Leistungsstand und ihre persönlichen
Entwicklung zu geben. Einigen Schülerinnen und Schüler fällt es noch schwer, mit dieser Freiheit
verantwortlich umzugehen. Sie benötigen etwas mehr Begleitung, um ihren Tages- und Schuljahresablauf sinnvoll zu strukturieren, z. B. bei der individuellen zeitlichen Planung von Tests und
Zertifikatsprüfungen. Während die Lehrkräfte davon ausgehen, dass durch die o. g. Maßnahmen
die Jugendlichen fortlaufend Rückmeldungen über ihren Leistungsstand erhalten, fühlen sich die
Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend darüber informiert. Das Logbuch wird von ihnen
noch nicht als Orientierungshilfe für den eigenen Leistungstand angenommen.
In den ersten Vergleichsarbeiten VERA 85, die die Jugendlichen im Rahmen des neustrukturierten
Unterrichts geschrieben haben, entsprachen die Ergebnisse in den Fächern Mathematik und Englisch ungefähr denen der Vergleichsgruppe. Die Schule kann aufgrund einer unvollständigen
Rückmeldung keine Ergebnisse für das Fach Deutsch ausweisen, da das Institut für Schulqualität
(ISQ) fachbezogen nur vollständige Angaben von Schulen auswertet.
Aufgrund der bisherigen Erfahrungen wird zum nächsten Schuljahr die Organisation der Lernbüros optimiert. Der Schulleiterin und dem Kollegium ist bewusst, dass bestimmte Fächer, wie z. B.
Englisch und Ethik, mehr Raum für die mündliche Kommunikation benötigen. Dies sowie eine
stärkere Einbindung sprachbildender Maßnahmen in die Lernbausteine soll bei der Umstrukturierung berücksichtigt werden.
5

VERA 8 steht für die zentralen Vergleichsarbeiten der 8. Jahrgangsstufe in den Fächern Deutsch, Mathematik
und erste Fremdsprache.

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4. Qualitätsprofil

6

Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule
1.1

2.1

Schulinternes Curriculum und Abstimmung des Lehr- und Lernangebots

2.2

Unterrichtsgestaltung/Lehrerhandeln im Unterricht

2.3

Systematische Unterstützung, Förderung und Beratung

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Unterrichtsprofil

Bewertung

Qualitätsbereich 3: Schulkultur

A

B

C

D

Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern

Bewertung

Qualitätsbereich 4: Schulmanagement

A

4.1

Schulleitungshandeln und Schulgemeinschaft

4.2

Schulleitungshandeln und Qualitätsmanagement

Qualitätsbereich 5: Professionalisierung und Personalmanagement
5.1

Personalentwicklung und Personaleinsatz

5.2

Arbeits- und Kommunikationskultur im Kollegium

Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung
6.1

Evaluation schulischer Entwicklungsvorhaben

6.2

Fortschreibung des Schulprogramms

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung

Ergänzende Qualitätsmerkmale

6

A

Schulleistungsdaten und Schullaufbahn

Qualitätsbereich 2: Unterricht/Lehr- und Lernprozesse

3.1

Bewertung

A

E.1

Förderung der Sprachkompetenz

E.2

Ganztagsangebot

E.3

Duales Lernen

E.9

Unterrichtsentwicklung - Unterrichtsbezogenes Qualitätsmanagement

B

C

Das Qualitätsprofil beinhaltet verpflichtende Qualitätsmerkmale (blau unterlegt) und Wahlmodule. Hinter diesem
Qualitätsprofil verbergen sich ca. 200 Indikatoren. Die Schule erhält im ausführlichen Bericht eine detaillierte
Rückmeldung dieser Ergebnisse im Bewertungsbogen. Nähere Informationen zu den Instrumenten und den Verfahren der Berliner Schulinspektion finden Sie in unserem Handbuch im Internet unter
www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/schulinspektion

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D

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5. Unterrichtsprofil
Bewertung

Unterrichtsbedingungen
A

B

C

D

vergleichend

2.2.1

Lehr- und Lernzeit

b

2.2.2

Lern- und Arbeitsbedingungen

b

2.2.3

Strukturierung und transparente Zielausrichtung

b

2.2.4

Kooperation des pädagogischen Personals

2.2.5

Verhalten im Unterricht

b

2.2.6

Pädagogisches Klima im Unterricht

b

2.2.7

Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft

b

ohne Bewertung

Unterrichtsprozess

A

B

C

D

vergleichend

2.2.8

Förderung von Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung

c

2.2.9

Fachimmanentes, fachübergreifendes und
fächerverbindendes Lernen

c

2.2.10 Methoden- und Medienwahl

c

2.2.11 Sprach- und Kommunikationsförderung

c

Individualisierung von Lernprozessen
2.2.12 Innere Differenzierung

c

2.2.13 Selbstständiges Lernen

c

2.2.14 Kooperatives Lernen

c

2.2.15 Problemorientiertes Lernen

c

7

Normative Bewertung

Vergleichende Bewertung

A (stark ausgeprägt)
Norm: 80 % und mehr der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv
(bei mind. 40 % „++“).

a (vergleichsweise stark)
Der Mittelwert der Schule liegt oberhalb der durch
die Standardabweichung vorgegebenen Obergrenze

B (eher stark ausgeprägt)
Norm: Zwischen 60 % und 80 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
C (eher schwach ausgeprägt)
Norm: Zwischen 40 % und 60 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
D (schwach ausgeprägt)
Norm: Weniger als 40 % der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv.

7

b (vergleichsweise eher stark)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der Obergrenze.
c (vergleichsweise eher schwach)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der durch die Standardabweichung
vorgegebenen Untergrenze.
d (vergleichsweise schwach)
Der Mittelwert liegt unterhalb der Untergrenze.

Die aktuellen Unterrichtsbeobachtungen werden mit dem Mittelwert von ca. 30.000 Unterrichtsbeobachtungen der
ersten Inspektionsrunde verglichen und auf der folgenden Seite grafisch dargestellt.

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6. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der normativen Bewertung)

100%

A/
B 80%
B
60%

C
40%

D
20%

D
0%
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

2.2.5

2.2.6

2.2.7

++

2.2.8

+

-

2.2.9

2.2.10

2.2.11

2.2.12

2.2.13

2.2.14

2.2.15

--

7. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der vergleichenden Bewertung Schule - Berlin)

4,00

3,50

3,00

2,50

2,00

1,50

1,00
2.2.1

2.2.2

2.2.3

Berlin MW

2.2.5

2.2.6

2.2.7

2.2.8

Berlin untere Grenze

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2.2.9

2.2.10

2.2.11

Berlin obere Grenze

2.2.12

2.2.13

2.2.14

05K04 MW

2.2.15

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8. Standortbeschreibung
Die Heinrich-Böll-Schule besteht aus mehreren eingeschossigen Gebäuden, die ursprünglich als
Übergangslösung gebaut wurden, da das alte, inzwischen abgerissene Schulhaus asbestbelastet
war. Die Häuser sind teilweise miteinander verbunden, teilweise erreicht man sie über kurze Wege auf dem Schulgelände. Der Eingang des Schuldorfs ist schwer zu finden; es gibt weder einen
Wegweiser noch ein Namensschild, der Gebäudekomplex ist seit dem Abriss des alten Schulhauses von einem Bauzaun umgeben. Seit Jahren wird der Schule eine Änderung der Räumlichkeiten
zugesagt. Die Heizungssteuerung funktioniert nicht, Thermostatköpfe an den Heizkörpern sind
nicht vorhandenen. Die Elternvertreter haben sich im letzten Jahr dafür eingesetzt, dass die Toiletten saniert wurden. Sie sind während der Unterrichtszeit abgeschlossen.
Dank des Einsatzes vieler am Schulleben Beteiligter sind Teile der Gebäude erneuert worden, so
dass die Schule einen überwiegend gepflegten Eindruck macht. Eltern haben die Flure gestrichen, die Klassenräume wurden in einer Aktionswoche von der Lehrer- und Schülerschaft hergerichtet und mit neuem Mobiliar ausgestattet, das aus dem Schuletat bezahlt wurde. Die AG
Sauberkeit hatte einen Wettbewerb „Das schönste Klassenzimmer“ ins Leben gerufen. Im Gebäudeteil der Oberstufe haben die Oberstufenschülerinnen und -schüler zwei Aufenthaltsräume
hergerichtet, von denen einer über eine kleine Küchenzeile verfügt. Im Oberstufentrakt hat jeder
Abiturjahrgang eine Wand gestaltet.
Der Verwaltungsbereich mit den Sekretariaten, einem Konferenzraum und den Schulleitungsbüros ist als einziger Bereich alarmgesichert. An den Wänden sind Schülerarbeiten aus dem
Kunstunterricht ausgestellt. Hier gibt es einen Raum mit den Postfächern der Lehrkräfte und
den Kopierern.
In jedem Haus befinden sich die Klassenräume einer jahrgangsübergreifenden Gruppe bzw. des
10. Jahrgangs sowie ein Fachbereichsraum, der als Lehrerzimmer dient. Nicht jeder Lehrkraft
steht ein eigener Arbeitsplatz zur Verfügung.
In einem Gebäude sind die Mensa, die Cafeteria und der Freizeitbereich untergebracht. Die
Tische und Stühle der Mensa wurden vom Bezirksamt ausgewechselt. Die Bestuhlung der Cafeteria besteht aus zusammengewürfeltem, zum Teil geschenktem Mobiliar. Der Raum wurde von
der Mensapächterin ansprechend gestaltet. Da die Schule keine Aula hat, finden Feiern, beispielsweise zur Einschulung, in der viel zu kleinen Mensa statt. In diesem Gebäude befindet
sich auch der Teamraum der Sozialarbeiter und des Erziehers, den diese in Eigenarbeit hergerichtet haben. Die Räume des Freizeitbereichs können zurzeit nicht von den Jugendlichen benutzt werden. Aufgrund einer Turnhallensanierung, von der auch die Hausmeisterwohnung
betroffen ist, musste der Hausmeister vorübergehend seine Wohnung räumen und in den Freizeitbereich der Schule umziehen.
Die Umkleideräume der Sporthalle sind wegen der Sanierungsarbeiten gesperrt. Die Jugendlichen ziehen sich in neben der Halle aufgestellten Containern um. Die Sporthalle hat zwei Etagen, hier kann zwei- bzw. dreifach geteilt werden.
In einem weiteren Gebäude befinden sich die Fachräume für Kunst, Musik und die Naturwissenschaften sowie die ehemalige Stadtbücherei, die inzwischen zur Schule gehört. Dieser Bereich
dient als neuer Freizeitbereich und wird zurzeit noch gestaltet. Hier finden vor einer großen Leinwand Kinonachmittage statt. Ein Aufenthaltsraum für die Oberstufe mit Liegestühlen und einigen
Computerplätzen ist ebenfalls in Arbeit. Schülerinnen und Schüler haben die vorhandenen Schränke neu gestrichen, es wurden Funktionsbereiche abgetrennt. So soll ein Raum für den Bereich
Darstellendes Spiel entstehen. Die Kunsträume sind sanierungsbedürftig, nicht alle Abzüge sind
funktionsfähig, das Mobiliar ist abgenutzt. Dies trifft auch auf die naturwissenschaftlichen Fach-

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räume zu. Einige Versuche sind nicht mehr möglich, da die Elektroanlage defekt ist und die Lagerungsmöglichkeit für die Chemikalien nicht den notwendigen Standards entspricht.
In einem angrenzenden Haus liegen die Metall- und Holzwerkstätten sowie eine Lehrküche. Mit
der Sanierung des angrenzenden Computerraums wurde bereits begonnen. Dieser Raum kann
zurzeit nicht genutzt werden, da bereits die Kabel aus der Wand gerissen sind. In den meisten
Klassenräumen befinden sich weitere PCs.

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