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Full text: Kurzbericht zur Inspektion des Oberstufenzentrums Technische Informatik, Industrieelektronik und EnergieManagement (05B01)

Kurzbericht
zur Inspektion des Oberstufenzentrums Technische Informatik, Industrieelektronik und
EnergieManagement (05B01)

1. Voraussetzungen und Bedingungen
Das Oberstufenzentrum Technische Informatik, Industrieelektronik und EnergieManagement (im
Folgenden OSZ TIEM) ist eine gewerblich-technische berufsbildende Schule im Ortsteil Haselhorst des Bezirkes Spandau. Ihre zwei Abteilungen bieten Bildungsgänge zur dualen und zur
vollzeitschulischen Berufsausbildung sowie studienbefähigende Bildungsgänge.
Abteilung Beruf bzw. Bildungsgang
I

II

Mögliche Abschlüsse
Bildungsmaßnah- Vorbereitung auf die Eingliederung in die Ausbildung

•

berufsvorbereitende
men (BvB)

•

integrierte
tung (IBA)

•

duale Ausbildung im Bereich Mechat- Facharbeiterbrief
ronik, Elektronik, Industrieelektrik

•

berufliches Gymnasium

•

3-jährige Berufsfachschule
tenausbildung)

•

Fachoberschule (FOS)

Fachhochschulreife

•

Berufsoberschule (BOS)

Allgemeine oder fachgebundene
Hochschulreife

Erweiterte
Berufsausbildungsvorberei- Berufsbildungsreife,
Berufsbildungsreife, MSA

Allgemeine Hochschulreife
(Assisten- Gesellenbrief
schulreife

und

Fachhoch-

Die Schule besuchen zurzeit knapp 600 Schülerinnen und Schüler im Vollzeitbereich und 1300
Schülerinnen und Schüler in der dualen Ausbildung. Seit Mai 2015 werden 24 Schülerinnen
und Schüler in zwei sogenannten Willkommensklassen für Neuzugänge ohne ausreichende
Deutschkenntnisse mit dem Ziel der Sprachschulung und Berufsvorbereitung unterrichtet.
Das OSZ TIEM stand in den vergangenen Jahren vor immensen Herausforderungen. Wie andere
Oberstufenzentren in Berlin, ist auch das OSZ TIEM von einem Rückgang der Schülerzahlen
betroffen. Daher wurden die ehemals drei zu zwei Abteilungen zusammengelegt. Seit 2010
verließ, hauptsächlich aufgrund von Pensionierungen, etwa die Hälfte des Kollegiums die Schule. Vor fünf Jahren übernahm die jetzige Schulleiterin die Funktion kommissarisch, vor zweieinhalb Jahren wurde ihr das Amt übertragen. Die Stelle des OSZ-Koordinators wurde 2012 neu
besetzt und in den nun zwei Abteilungen wurden eine Leitungsstelle und eine Koordinatorenstelle neu besetzt.
Aufgrund der Pensionierungen und eines daraus resultierenden Mangels an Fachlehrkräften mit
einem ersten und zweiten Staatsexamen für den schulischen Teil der Ausbildung in der Elektrotechnik war insbesondere das berufsfeldbezogene Unterrichtsangebot in der dualen Ausbildung
nicht gesichert.
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2. Stärken und Entwicklungsbedarf

Stärken der Schule
umfangreiche Kooperationen mit Schulen und Betrieben im In- und Ausland
Engagement der Schulleiterin, insbesondere bei der Gewinnung und Neueinstellung
von Lehrkräften für die dualen Ausbildungsgänge

•
•

Entwicklungsbedarf der Schule
•

Aufbau von transparenten Organisations- und Kommunikationsstrukturen

•

Verständigung über wesentliche Elemente der Schulentwicklung:

•

•

o

Entwicklung eines Schulprogramms mit klar definierten
Entwicklungsschwerpunkten

o

Durchführung einer internen Evaluation, die sich auf diese Schwerpunkte
bezieht

o

Erarbeitung eines schulinternen Curriculums

Unterrichtsentwicklung unter maßgeblicher Beteiligung der Fachbereichsleitungen
und Fachleitungen, insbesondere bezogen auf
o

Sprachförderung und innere Differenzierung in allen Bildungsgängen

o

problemorientierte Aufgabenstellungen und selbstständiges Arbeiten in den
Klassen der integrierten Berufsausbildung

kontinuierliche Kommunikation und Abstimmung mit den Ausbildungsbetrieben

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3. Erläuterungen
In der schwierigen Situation, in der sich das OSZ TIEM befand, ist es der Schulleiterin gelungen, den Wegfall eines großen Teiles des Fachpersonals durch die Einstellung von sogenannten
„Quereinsteigern“ zu kompensieren. Dies war auch deshalb möglich, weil sich seit 2014 Absolventen mit einem Fachhochschuldiplom für den Schuldienst bewerben können. Am OSZ TIEM
sind nun ca. ein Viertel der Lehrkräfte im fachtheoretischen Unterricht keine ausgebildeten
Lehrerinnen und Lehrer. Diese werden für die Methodik und Didaktik berufsbegleitend qualifiziert. Zusätzlich werden in der jetzigen Übergangszeit inzwischen pensionierte Lehrkräfte der
Schule eingesetzt.
Die Schulentwicklung insgesamt stagniert jedoch in weiten Teilen. Der im Rahmen der Inspektion von 2010 festgestellte Entwicklungsbedarf ist heute noch in fast allen Punkten so aktuell
wie vor fünf Jahren. Dies betrifft insbesondere die Bereiche der konzeptionellen bzw. schulprogrammatischen Arbeit, der Partizipation von Schülerinnen und Schülern und letztlich der Individualisierung des Unterrichts.
Die Schule hat zwar themenbezogene Projekte neu eingeführt und deren Entwicklung auch
vorangetrieben. Ein Qualitätszirkel, der sich aus der Schulprogrammarbeit mit festgelegten
Entwicklungszielen und einer darauf abgestimmten internen Evaluation ergibt, ist jedoch nicht
etabliert. Seit 2006 ist das Schulprogramm nicht fortgeschrieben worden, neu ist lediglich das
Leitbild. Großen Teilen des Kollegiums und auch den Funktionsstelleninhabern sind die Inhalte
des Evaluationsberichtes von 2014 nicht bekannt. Dieser enthält Berichte über durchgeführte
Projekte in Form von Projektkarten, jedoch keine interne Evaluation im eigentlichen Sinne, anhand der bestehende Entwicklungsvorhaben überprüft werden.
Am OSZ TIEM gibt es auf mehreren Ebenen Kommunikationsdefizite. Die Schülerinnen und
Schüler kennen den Vertretungsplan oft nicht, die Lehrkräfte wechseln zum Teil spontan die
Räume. Zudem gibt es Kommunikationsstörungen zwischen den in der Schule tätigen Berufsgruppen, die zu einer sehr großen Unzufriedenheit innerhalb eines Teils des nichtpädagogischen Personals geführt haben. Die Beschäftigten beklagen einerseits die häufig mangelnde Transparenz in Bezug auf die Anforderungen an ihr Aufgabengebiet und andererseits
den Umgang eines großen Teils der Lehrkräfte mit ihnen. Diesen empfinden sie zum Teil als
nicht respektvoll. Ein Teil dieser Konflikte ist der Schulleitung bekannt. Regelmäßige Gespräche
mit dem nicht-pädagogischen Personal, z. B. im Rahmen eines jour fixe, führt die Schulleiterin
allerdings nicht. Die Ausbildungsbetriebe sehen die Arbeit der Schule in Teilen äußerst kritisch.
Die Vertreterinnen und Vertreter der Betriebe wiesen dem Inspektionsteam gegenüber mit
Nachdruck darauf hin, dass sie weder die Vorbildfunktion der Lehrerinnen und Lehrer in Bezug
auf Pünktlichkeit sehen noch mit der inhaltlichen Qualität der Ausbildung durchweg zufrieden
sind. Teilweise sei es nötig, den Auszubildenden durch betriebseigene Zusatzangebote eine
adäquate Vorbereitung auf die Abschlussprüfung zu gewährleisten. Die Lehrkräfte wiederum
halten den jährlich einmal stattfindenden Ausbildertag für ausreichend. Die Schulleitung und
das Kollegium konstatieren, dass Kritik seitens der Betriebe bisher nicht an sie herangetragen
worden sei.
Das Handeln der Schulleiterin war in erster Linie darauf ausgerichtet, die Unterrichtsversorgung
durch die Akquise neuen Personals in erheblichem Umfang zu sichern. Den Unterrichtsbetrieb
in der dualen Ausbildung zu ermöglichen und den Fortbestand der Schule zu gewährleisten,
hatte über Jahre hinweg oberste Priorität. Das Kollegium schätzt ihre ruhige Art und die Möglichkeit aufgrund der offenen Türen im Verwaltungsbereich jederzeit mit ihr oder den Abteilungsleitungen Gespräche führen zu können. Die nun anstehenden Aufgaben sind ihr bewusst,
die ehemalige Steuergruppe wurde als Schulentwicklungsgruppe reaktiviert und die Stelle eines
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Qualitätsbeauftragten wird in Kürze besetzt. Neue Lehrkräfte besucht sie im Unterricht und
führt mit allen, die eingestellt werden, Perspektivgespräche. In dem zu großen Teilen neu zusammengesetzten Kollegium ist eine gemeinsame Arbeit über Fachbereichsgrenzen hinweg bisher nicht etabliert. Ein fachbereichsübergreifendes schulinternes Curriculum liegt nicht vor. In
der Lehrerschaft existiert keine konkrete Vorstellung davon, welchen Schwerpunkt ein solches
Curriculum haben soll. Gleiches gilt für eine schulweite Verständigung oder Abstimmung, z. B.
in Bezug auf die Unterrichtsmethodik.
In allen Bildungsgängen herrscht an der Schule ein ausgesprochen gutes und partnerschaftliches Klima innerhalb der Schülerschaft. Das OSZ TIEM wird aufgrund der fachlichen Ausrichtung insbesondere von jungen Männern besucht und der Umgangston untereinander ist, vor
allem in den vollzeitschulischen Bildungsgängen, mitunter rau. Dies hat jedoch keinen Einfluss
auf die Lernatmosphäre und führt nirgends zu Ausgrenzungen. Alle Beteiligten bestätigen
übereinstimmend, dass es keine nennenswerten Konflikte gibt und die Hilfsbereitschaft in hohem Maße ausgeprägt ist.
Der Unterricht am OSZ TIEM unterscheidet sich in den einzelnen Bildungsgängen. Im Lernfeldunterricht der dualen Ausbildung erhalten die Auszubildenden insbesondere in den Laboren
Gelegenheiten, an problemorientierten Aufgabenstellungen zu arbeiten. In der Regel erläutert
die Lehrkraft dort - unter Rückgriff auf bereits Erlerntes - die Problemstellung. Anschließend
erarbeiten die Jugendlichen sehr selbstständig mögliche Wege zur Lösung. Eine Kooperation zu
zweit oder in der Gruppe, in der sich die Lernenden helfen oder gemeinsam Fehler analysieren,
ist im Laborunterricht selbstverständlich. Die Lehrkräfte haben, auch aufgrund der geringen
Anzahl von Schülerinnen und Schülern in den Lerngruppen, jederzeit den individuellen Lernfortschritt im Auge und helfen, ohne Lösungen vorwegzunehmen. Die Verbindung der fachpraktischen und der fachtheoretischen Lerninhalte im Lernfeldunterricht gelingt hingegen unterschiedlich. Es gibt Teams, die eng zusammenarbeiten und den Unterricht aufgrund intensiver
Absprachen lernfeldorientiert gestalten. Daneben gibt es aber auch Unterricht, der ohne Absprache innerhalb des Kollegiums gestaltet wird und dem Prinzip der Orientierung an einer
vollständigen Handlung nur in Teilen gerecht wird.
Die Qualität des Unterrichts in der gymnasialen Oberstufe ist sehr abhängig von der individuellen Vorgehensweise der jeweiligen Lehrkraft. Auf der einen Seite gibt es dozierenden und ausschließlich lehrerzentrierten Unterricht, der den Jugendlichen keine Möglichkeit zur Selbstständigkeit eröffnet und im Rahmen des fragend-entwickelnden Unterrichtsgespräches lediglich
Kurzantworten zulässt. Andere Lehrkräfte stellen teamorientierte und an der Lebenswelt der
Schülerinnen und Schüler orientierte komplexe Aufgaben, die auch problemorientierte Komponenten enthalten. Die große Mehrheit des Unterrichts allerdings prägen Aufgaben, in denen
die Lehrenden Lerninhalte erläutern und die Schülerinnen und Schüler anschließend Aufgaben
lösen, die wenig Bezug zu ihrer Alltagswelt haben. Nachvollziehendes Arbeiten mit einem eindeutig vorgegebenen Lösungsweg innerhalb von Routinen überwiegt, eine Orientierung an den
individuellen Lernvoraussetzungen und Fähigkeiten der Lernenden spielt im Unterricht der studienbefähigenden Lehrgänge so gut wie keine Rolle.
Für den Unterricht im Bereich der Berufsorientierenden Bildung (Berufsvorbereitung und integrierte Berufsausbildungsvorbereitung) gilt, dass problemorientiertes und selbstständig organisiertes Lernen so gut wie nicht vorkommen. Die Lerngruppen erhalten fast durchgehend die
gleichen Aufgaben, innere Differenzierung unter Berücksichtigung des Leistungsstandes ist auch
hier nicht Bestandteil des methodischen Vorgehens. Wie auch in der gymnasialen Oberstufe ist
der Unterricht fast durchgehend lehrerzentriert, allerdings nimmt in den vollzeitschulischen
Lehrgängen die Einzelarbeit noch wesentlich mehr Raum ein, kooperative Lernformen ermöglichen die Lehrkräfte so gut wie nie. Das Anforderungsniveau orientiert sich in vielen LerngrupSeite 4/10

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pen eher an den leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern, leistungsstärkere erhalten fast
keine Unterstützung z. B. durch weiterführende Aufgabenstellungen. In den Unterrichtsstunden
gibt es einen nennenswerten Anteil von Warte- und Leerlaufzeiten für die Lernenden. Lediglich
in den Metallwerkstätten zeigt sich ein anderes Bild. Zwar erhalten die Schülerinnen und Schüler auch hier grundsätzlich die gleichen Aufgaben, die Lehrkräfte nehmen sich aber im Rahmen
der praktischen Arbeit viel Zeit, den Lernfortschritt mit ihnen zu besprechen und ihnen Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.
In einigen Bereichen der Schule ist es gelungen, Neuerungen einzuführen. Bewährte Strukturen
wurden erhalten. So unterhält die Schule umfangreiche Kooperationen im In- und Ausland. Die
Zusammenarbeit mit einem dänischen Windkraftanlagenbetreiber ermöglicht den Lernenden
Einblicke in mögliche berufliche Perspektiven und die Anwendung von Grundlagenwissen in der
Praxis. Eine Zusammenarbeit mit schulischen Partnern besteht auf mehreren Ebenen. Grundschulklassen werden eingeladen, um den Kindern auf spielerische Weise erste Einblicke in die
Elektrizitätslehre zu geben. Im Rahmen der Studien- und Berufsorientierung besteht eine Kooperation mit sieben Integrierten Sekundarschulen aus der Region. Das Leistungskursangebot
wird durch die Zusammenarbeit mit der nahegelegenen Knobelsdorff-Schule (dem OSZ Bautechnik) erweitert. Eine Kooperation mit der Beuth Hochschule für Technik Berlin befindet sich
mit dem Ziel im Aufbau, das duale Studium der Elektrotechnik mit einer Berufsausbildung als
Doppelqualifizierung zu kombinieren. Darüber hinaus gibt es Kooperationen, die eine projektorientierte Arbeit ermöglichen. Dazu zählen unter anderem die Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte in Hohenschönhausen und einem Stolperstein-Projekt in Spandau. Eine enge Zusammenarbeit gibt es mit der sozialpädagogischen Fortbildungsstätte „Haus Kreisau“. Vor allem
der Fachbereich Gesellschaftswissenschaften organisiert Projekte zur Demokratieerziehung. Die
Aktivitäten zur Ausbildung der Jugendlichen zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern geht im
Wesentlichen auf die auf die Aktivitäten dieses Fachbereiches zurück, auch Unterrichtsangebote
mit einem expliziten Angebot zur Demokratieerziehung finden sich überwiegend dort. Ein im
gesamten Kollegium abgestimmtes Vorgehen zur Verankerung der Demokratieerziehung in allen
Fächern gibt es nicht. Die Möglichkeit, Demokratie vor Ort zu praktizieren, indem Jugendliche
am Schulleben und der Schulentwicklung durch eine aktive Schülervertretung partizipieren,
wird von diesen nicht genutzt. Zwar unterstützt die Schulleitung die SV, Wahlen werden regelmäßig durchgeführt. Dennoch reagiert der überwiegende Teil der Jugendlichen kaum, vielen
Schülerinnen und Schülern ist nicht bekannt, dass es eine Gruppe zur Vertretung ihrer Interessen oder die Möglichkeit zur Partizipation gibt.
Eine Profilierung verfolgt die Schule besonders im Bereich der regenerativen Energietechnik.
Hier konnten zum Schuljahr 2015/2016 in der gymnasialen Oberstufe die Grund- und Leistungskurse „Erneuerbare Energien“ eingerichtet werden. Dieser Kurs wurde ausschließlich und
in Eigenregie von Lehrerinnen und Lehrern der Schule entwickelt. Er zeigt, dass fachübergreifende Arbeit am OSZ TIEM möglich ist und eine kompetenzorientierte und innovativ angelegte
curriculare Arbeit von einem Teil des Kollegiums verwirklicht wird. Die Schule hat in den letzten Jahren viel Kraft in die materielle Ausstattung ihrer Fachräume investiert. Die Labore und
Werkstätten sind gut eingerichtet und können für handlungsorientierten Unterricht auch in den
studienqualifizierenden Bildungsgängen genutzt werden. Der Aufbau eines an erneuerbaren
Energien ausgerichteten Profils steht trotz des großen Engagements einiger allerdings erst am
Beginn. Die Lernenden sehen diesen Aspekt nicht als besonderes Merkmal ihrer Ausbildung
oder Entscheidungsgrundlage für die Anmeldung an diesem OSZ. Im Bewusstsein des gesamten
Kollegiums ist die regenerative Energie ebenfalls nicht das übergreifende Thema.

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Fazit
Das OSZ TIEM befindet sich, wie in den vorangegangenen Erläuterungen geschildert, seit mehreren Jahren in einer schwierigen Situation. In dieser Lage ist es auf der einen Seite gelungen,
trotz des Wechsels von ca. der Hälfte des Kollegiums das Unterrichtsangebot zu garantieren,
indem Personal in größerer Zahl für die Schule gewonnen wurde. Auf der anderen Seite muss
festgehalten werden, dass eine Qualitätsentwicklung im Zeitraum seit der vorigen Inspektion
nur in einigen Teilbereichen stattgefunden hat.
Das Inspektionsteam kommt nach intensiver Beratung mit der Leitung der Schulinspektion zu
dem Schluss, dass das OSZ TIEM hinsichtlich der Schul- und Unterrichtsentwicklung erheblichen
Entwicklungsbedarf aufweist. Die nächste Inspektion erfolgt abweichend vom üblichen 5-JahresTurnus bereits in ca. zwei Jahren.
Es wird erwartet:
•

die Aufarbeitung innerschulischer Kommunikationsdefizite

•

eine zielgerichtete Schulprogrammarbeit

•

eine Unterrichtsentwicklung, die fachbereichs- und abteilungsübergreifend die Individualisierung von Lernprozessen in den Fokus nimmt

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4. Qualitätsprofil

1

Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule
1.1

B

C

D

Schulleistungsdaten und Schullaufbahn

Qualitätsbereich 2: Unterricht/Lehr- und Lernprozesse
2.1

Schulinternes Curriculum und Abstimmung des Lehr- und Lernangebots

2.2

Unterrichtsgestaltung/Lehrerhandeln im Unterricht

2.3

Systematische Unterstützung, Förderung und Beratung

Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern

3.2

Soziales Klima und soziales Lernen in der Schule

3.4

Kooperationen
A

4.1

Schulleitungshandeln und Schulgemeinschaft

4.2

Schulleitungshandeln und Qualitätsmanagement

Qualitätsbereich 5: Professionalisierung und Personalmanagement
5.1

Personalentwicklung und Personaleinsatz

5.2

Arbeits- und Kommunikationskultur im Kollegium

Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung
6.1

Evaluation schulischer Entwicklungsvorhaben

6.2

Fortschreibung des Schulprogramms

Schulprofil

E.8

Demokratieerziehung

D

B

C

D

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung

Ergänzende Qualitätsmerkmale

E.5

C

Bewertung

Qualitätsbereich 4: Schulmanagement

Lernfeld

B

Unterrichtsprofil

A

3.1

E.4

Bewertung
A

Bewertung

Qualitätsbereich 3: Schulkultur

1

Bewertung
A

A

B

C

Das Qualitätsprofil beinhaltet verpflichtende Qualitätsmerkmale (blau unterlegt) und Wahlmodule. Hinter diesem
Qualitätsprofil verbergen sich ca. 200 Indikatoren. Die Schule erhält im ausführlichen Bericht eine detaillierte
Rückmeldung dieser Ergebnisse im Bewertungsbogen. Nähere Informationen zu den Instrumenten und den Verfahren der Berliner Schulinspektion finden Sie in unserem Handbuch im Internet unter
www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/schulinspektion

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D

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5. Unterrichtsprofil
Bewertung

Unterrichtsbedingungen

A

B

C

D

vergleichend

2.2.1

Lehr- und Lernzeit

b

2.2.2

Lern- und Arbeitsbedingungen

b

2.2.3

Strukturierung und transparente Zielausrichtung

b

2.2.4

Kooperation des pädagogischen Personals

2.2.5

Verhalten im Unterricht

2.2.6

Pädagogisches Klima im Unterricht

b
a

2.2.7

Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft

b

ohne Bewertung

Unterrichtsprozess

A

B

C

D

vergleichend

2.2.8

Förderung von Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung

b

2.2.9

Fachimmanentes, fachübergreifendes und
fächerverbindendes Lernen

c

2.2.10 Methoden- und Medienwahl

b

2.2.11 Sprach- und Kommunikationsförderung

c

Individualisierung von Lernprozessen
2.2.12 Innere Differenzierung

c

2.2.13 Selbstständiges Lernen

c

2.2.14 Kooperatives Lernen

c
c

2.2.15 Problemorientiertes Lernen

2

Normative Bewertung

Vergleichende Bewertung

A (stark ausgeprägt)
Norm: 80 % und mehr der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv
(bei mind. 40 % „++“).

a (vergleichsweise stark)
Der Mittelwert der Schule liegt oberhalb der durch
die Standardabweichung vorgegebenen Obergrenze

B (eher stark ausgeprägt)
Norm: Zwischen 60 % und 80 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
C (eher schwach ausgeprägt)
Norm: Zwischen 40 % und 60 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
D (schwach ausgeprägt)
Norm: Weniger als 40 % der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv.

2

b (vergleichsweise eher stark)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der Obergrenze.
c (vergleichsweise eher schwach)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der durch die Standardabweichung
vorgegebenen Untergrenze.
d (vergleichsweise schwach)
Der Mittelwert liegt unterhalb der Untergrenze.

Die aktuellen Unterrichtsbeobachtungen werden mit dem Mittelwert von ca. 30.000 Unterrichtsbeobachtungen der
ersten Inspektionsrunde verglichen und auf der folgenden Seite grafisch dargestellt.

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6. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der normativen Bewertung)

100%

A/
B80%
B
60%

C
40%

D
20%

D
0%
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

2.2.5

2.2.6

2.2.7

++

2.2.8

+

-

2.2.9

2.2.10

2.2.11

2.2.12

2.2.13

2.2.14

2.2.15

--

7. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der vergleichenden Bewertung Schule - Berlin)

4,00

3,50

3,00

2,50

2,00

1,50

1,00
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.5

Berlin MW

2.2.6

2.2.7

2.2.8

2.2.9

Berlin untere Grenze

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2.2.10

2.2.11

Berlin obere Grenze

2.2.12

2.2.13

05B01 MW

2.2.14

2.2.15

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8. Standortbeschreibung
Das Oberstufenzentrum (OSZ) Energietechnik wurde 1981 am heutigen Standort im Spandauer Ortsteil Haselhorst eingerichtet. Steigende Schülerzahlen und die Erweiterung des schulischen Angebots
machten 1999 die Errichtung eines Anbaus notwendig. Im Mai 2004 erhielt das OSZ Energietechnik
seinen heutigen Namen.
Im dreigeschossigen Hauptgebäude befinden sich vorrangig allgemein nutzbare Unterrichtsräume.
Die Labore, in denen vor allem Mechatroniker geschult werden, sind den Ausbildungsanforderungen
entsprechend gut ausgestattet, z. B. mit einem Industrieroboter. Die im ersten Obergeschoss gelegene ehemalige Bibliothek wird als Fachraum für den Unterricht in Sozial- und Gesellschaftskunde
genutzt. Der erste Stock beherbergt u. a. den Verwaltungstrakt mit Schulleitungsbüros, Sekretariaten, Konferenz- und Besprechungsräumen. Dort berät auch der bezirkliche Schullaufbahnberater die
Schülerinnen und Schüler. Es gibt wegen Platzmangels keine personalisierten Arbeitsplätze für die
Lehrerinnen und Lehrer. In der schuleigenen Druckerei ist ein Mitarbeiter beschäftigt, in den Laboren
arbeiten Laborassistenten und Laborassistentinnen.
Im Erdgeschoss befinden sich eine Cafeteria und eine Mensa, die von Lebenswelten e. V. bewirtschaftet wird. Der große Mensabereich wird auch für Veranstaltungen und Gremiensitzungen genutzt und kann durch eine Bühne erweitert werden. Die hier aufgestellte „Bücherbox“ ist ein schulisches Projekt, mit dem der Tausch von Büchern angeregt werden soll.
Auf allen Fluren informieren Vitrinen und Infotafeln über die Fachbereiche und zahlreiche Projekte.
Der „Energiepfad“ zieht sich anschaulich mit vielen Stationen durch alle Gebäudeteile. Mit zwei
bereits installierten Flachbildschirmen sollen demnächst aktuelle Informationen und Pläne präsentiert
werden. Insgesamt verfügt das OSZ TIEM über 650 vernetzte Rechner und zwei interaktive Whiteboards, die von einem Laborassistenten betreut werden.
Im ersten Stock wechselt man vom Haupthaus zum gelb verklinkerten Anbau, der durch große
Fensterflächen freundlich und hell wirkt und im Erdgeschoss einen großen Aufenthaltsbereich mit
vielen Sitzmöglichkeiten beinhaltet. Auf dessen Dach speisen die Photovoltaikanlage und das Vertikalwindrad Energie ins Netz, das zugehörige anschauliche Modell im Haus wird für den Unterricht
genutzt. Die Speziallabore und Fachräume sind zweckdienlich ausgestattet. Diese Räume werden
aufgrund der hohen Kosten sukzessive modernisiert, das Kollegium unterstützt die Umbauten durch
Mitarbeit bei Planung und Durchführung. Ein Werkstattgebäude mit Metallwerkstätten steht für den
Fachpraxisunterricht zur Verfügung. Direkt anliegend ist eine Dachschräge installiert, die als Dachmodell dient. Hier können Schülerinnen und Schüler im Außenbereich die Installation von Solaranlagen üben und trainieren.
Da es weder ein gemeinsames Lehrerzimmer noch personalisierte Arbeitsplätze gibt, dienen diverse
Vorbereitungsräume als Aufenthalts- und Pausenräume.
Der im Jahre 2006 errichtete und von der Schule entworfene Energiepavillon ermöglicht vor allem in
der Assistentenausbildung den Lernenden, die Haustechnik zu verstehen und an Installationen zu
arbeiten. Von hier aus wird z. B. die Warmwasserversorgung der Sporthalle geregelt. Die Daten der
Wetterstation und der Photovoltaikanlage auf dem Dach werden aufgezeichnet.
Die große dreiteilige Sporthalle wurde nach einem Wasserschaden komplett renoviert. Sie ist damit
in neuwertigem Zustand und mit Materialien und Sportgeräten sehr großzügig ausgestattet. Die
Sportaußenanlagen befinden sich in der Daumstraße. In den Pausen können sich die Schülerinnen
und Schüler in den Grünanlagen auf dem Schulgelände aufhalten; es gibt zwei Tischtennisplatten,
aber nur wenige Sitzgelegenheiten.
Das OSZ TIEM ist barrierefrei zugänglich.
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