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Full text: Kurzbericht zur Inspektion der Carl-Schurz-Grundschule (05G20)

Kurzbericht
zur Inspektion der Carl-Schurz-Grundschule (05G20)

1. Voraussetzungen und Bedingungen
Die Carl-Schurz-Grundschule liegt im Ortsteil Hakenfelde inmitten eines Waldgebietes. Derzeit
besuchen 341 Kinder die Schule. Diese kommen u. a. aus der Spandauer Wasserstadt oder aus
der umgebenden Waldsiedlung, die durch Einfamilienhäuser und Wohnblocks geprägt ist. Der
Anteil der Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache mit unterschiedlichem
Migrationshintergrund beträgt derzeit 41 % Die Hälfte der Familien sind von der Zuzahlung zu
den Lernmitteln befreit.
Die Schule ist im offenen Ganztagsbetrieb organisiert, in dem zurzeit 137 Kinder betreut werden. Sie kooperiert mit den „Waldgeistern“, deren Träger die gss Schulpartner GmbH ist. Außer
22 Lehrerinnen und Lehrern arbeiten an der Schule acht Erzieherinnen und Erzieher im Rahmen
der ergänzenden Förderung und Betreuung. Mit je zehn Stunden sind zwei Erzieherinnen und
ein Erzieher in den sechs Gruppen der Schulanfangsphase (Saph) gemeinsam mit den Lehrkräften im Unterricht eingesetzt.
Seit 2009 nimmt die Schule am Projekt „Musikalische Grundschule“1 teil und ist seit 2012 Pilotschule im Projekt Integration des Bildungskonzepts YoBEKA2 zur Förderung des ganzheitlichen und gesunden Lernens.

2. Stärken und Entwicklungsbedarf
Stärken der Schule
•
•
•
•
•
•

hohe Bereitschaft des Kollegiums, sich mit den veränderten Rahmenbedingungen
auseinander- zusetzen
Etablierung und Weiterentwicklung von schulischen Schwerpunkten, wie dem sozialen
Lernen und der musikalischen Grundschule
Schaffung eines lernförderlichen Klimas
auf Schüleraktivierung ausgerichteter Methoden- und Medieneinsatz
Nutzung außerschulischer Lernorte und Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern
Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler in Entscheidungsprozesse

Entwicklungsbedarf der Schule
•

nachvollziehbare Dokumentation von Schulentwicklungsprozessen im Schulprogramm

•

Erstellung einer Konzeption für die Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen und
Erziehern der ergänzenden Förderung und Betreuung bzw. dem freien Träger in Bezug
auf
o Aufgabenverteilung sowie
o Kommunikation und Kooperation

1

2

Konzept der „Musikalischen Grundschule“ wurde als Kooperationsprojekt der Bertelsmann-Stiftung und des Hessischen Kultusministeriums entwickelt. Das Projekt ermöglicht den Kindern in der alltäglichen schulischen Praxis
den Zugang zu Musik.
YoBEKA ist ein ganzheitliches Bildungskonzept, das Bewegung, Entspannung, Konzentration und Achtsamkeit auf
der Basis von Yoga verbindet. Es wird im Rahmen des Landesprogramms „Gute gesunde Schule“ durch die Senatsverwaltung in Berlin finanziell unterstützt.

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3. Erläuterungen
Seit der letzten Schulinspektion haben sich das Einzugsgebiet und damit die Zusammensetzung
der Schülerinnen und Schüler weiter stark verändert. Während die Schülerzahlen zunächst gesunken sind, haben sie sich nun stabilisiert. Der Anteil der Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Die Lehrerschaft hat diese Veränderungen als
eine Herausforderung angenommen und in verschiedenen Bereichen Entwicklungen vorangebracht, die den veränderten Voraussetzungen Rechenschaft tragen. Das Kollegium führte unter
diesem Aspekt verschiedene schulinterne Fortbildungen durch. Als Ergebnis entstanden neue
Konzepte. So wurde im Rahmen eines Studientages zur Lehrergesundheit die Teilnahme am
Projekt „Gute gesunde Schule“3 beschlossen. Daraus ergab sich die Umsetzung von YoBEKA im
Schulalltag. Die kontinuierliche Fortführung der initiierten Arbeitsschwerpunkte wird durch einen vierzehntägigen Gremiennachmittag organisatorisch unterstützt. Darüber hinaus entstehen
Arbeitsplätze für Lehrerinnen und Lehrer.
Eine weitere Reaktion auf die veränderte Schülerschaft war die Zertifizierung im Rahmen des
Projekts „Musikalische Grundschule“. Wenn man das Schulhaus betritt, läuft leise klassische
Musik im Hintergrund, auf einer Tafel erhält man Informationen über den Komponisten und
die Musikstücke. Die Gruppe Text/Musik/Tanz (TMT) tritt regelmäßig im Johannesstift oder auch
im Rahmen der bezirklichen Schülerlotsenfeier auf. Durch diese Veranstaltungen wächst die
Selbstsicherheit der Kinder, sie finden Zutrauen in ihre Fähigkeiten. Die Lehrkräfte schätzen ein,
dass sich dies auch auf andere Fächer positiv auswirkt. Allerdings konnte die Umsetzung des
Projektmottos: "Mehr Musik von Mehr Beteiligten in Mehr Fächern zu Mehr Gelegenheiten“ im
Unterricht nur vereinzelt beobachtet werden.
Um ein erfolgreiches Lernen und Miteinander zu ermöglichen, hat es sich die Carl-SchurzSchule zur Aufgabe gemacht, die wachsende Heterogenität der Kinder als Grundlage aller pädagogischen Überlegungen zu sehen. Hauptaugenmerk liegt auf der Entwicklung des sozialen
Lernens im unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Bereich. In den 5. und 6. Klassen ist es
im Rahmen der Schwerpunktstunden als zweistündiges Fach etabliert, seit dem Schuljahr
2013/2014 findet eine entsprechende AG schon in der Schulanfangsphase (Saph) statt. Zwei
Lehrerinnen haben eine ETEP4-Ausbildung absolviert und im Jahr 2012 wurde ein Studientag
mit dem Schwerpunkt ETEP durchgeführt.
Nach einem weiteren Studientag mit dem „Konflikthaus Potsdam“ entstand ein Gewaltpräventionskonzept. Der daraufhin abgestimmte Maßnahmenkatalog ist gemeinsam mit Eltern, Erzieherinnen und Erziehern entstanden. Die Leitidee „Mut zum fairen Miteinander: „Gemeinsam
friedlich & freundlich!“ soll jährlich an einem sogenannten selbst gewählten „Verfassungstag“
erneut ins Gedächtnis der Schulgemeinschaft gerufen werden. Plakate, die wie eine Ampel
farblich gestaltet sind, enthalten die wichtigsten Vereinbarungen und sind im gesamten Schulhaus ausgehängt. Bei Verstößen erhalten die Kinder ein Vorfallblatt, das auch als Anlass dient,
mit den Eltern über die schulischen Regeln ins Gespräch zu kommen. Eine Clearinggruppe,
initiiert unter Mitwirkung des freien Trägers KompaXX5, bestehend aus Schulleitung, Sozialpädagogen und Lehrkräften führt bei Bedarf Fallbesprechungen durch, häufig in Richtung Prävention und Elternberatung.
Die Carl-Schurz-Schule pflegt mit den umliegenden Kindertagesstätten (Kita) einen regen Austausch und verstärkte in den letzten Jahren ihre intensive Zusammenarbeit durch den Ab3

4

5

Das Berliner Landesprogramm „Gute gesunde Schule“ unterstützt die teilnehmenden Schulen dabei, gesundheitsfördernde Maßnahmen in den Unterricht, die Schulentwicklung und das Schulleitungshandeln zu integrieren.
ETEP (Entwicklungstherapie und -pädagogik) ist ein Programm zur Förderung von Kindern mit sozialen und
emotionalen Entwicklungsverzögerungen.
KompaXX e.V. ist ein freier Träger im Rahmen der Jugendhilfe.

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schluss von Kooperationsverträgen. Vor der Einschulung nehmen die künftigen Lehrerinnen der
Schulanfangsphase an den Elternabenden der Kooperationskindergärten teil und hospitieren
dort. Eine Lehrerin führt sowohl in den Kitas als auch in der Grundschule eine Sprachstandsdiagnostik durch. Die Untersuchung der Lernausgangslage führt die Grundschule noch vor der
Einschulung durch, die Lehrerinnen werten diese aus und überlegen gemeinsam mit den ehemaligen Erzieherinnen, wie die Lerngruppen aufgrund dieser Informationen sinnvoll zusammengesetzt werden können. In den sechs Saph-Lerngruppen haben sich feste Teams gebildet, die
mit ihren zuständigen Erzieherinnen und Erziehern gut zusammenarbeiten. Die Zusammenarbeit
zwischen den Lehrkräften und dem pädagogischen Personal beruht auf einem gemeinsamen
Blick auf die Kinder sowie einem gleichberechtigten Austausch.
Neben dem erwähnten Wandel innerhalb der Schülerschaft fanden im Kollegium sowie im
Schulleitungsteam personelle Veränderungen statt. Dies führte zu einer neuen Arbeits- und
Kommunikationskultur, die auf der Grundlage von klaren und verbindlichen Absprachen im
Rahmen von regelmäßigen Treffen eine hohe Schulzufriedenheit hervorruft. Die Schulleiterin
greift Ideen aus ihrem Kollegium auf und setzt diese auf Basis des bereits Vorhandenen um.
Sie führt jährlich im 2. Halbjahr mit den Lehrkräften Personalgespräche, die auch zum Ziel haben, das Personal weiterzuentwickeln und Fortbildungsbedarf zu ermitteln. Hier besteht auch
die Möglichkeit eines Führungskräftefeedbacks. Neue Lehrkräfte werden durch die Schulleitung
im Unterricht besucht und anschließend beraten. Die wichtigsten Informationen der Schule
erhalten alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Form einer schriftlichen Zusammenstellung.
Die Türen der Klassenräume stehen in der Regel offen. Die Schulleiterin erhält u. a. auch während ihres eigenen gemeinsamen Unterrichts mit einer weiteren Lehrkraft einen Überblick über
die Unterrichtsqualität und die Schülerschaft. Die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten VERA 3
wertet sie mit den Lehrerinnen und Lehrern aus. Nachdem in Mathematik Defizite im Textverständnis bei Sachaufgaben festgestellt wurden, beschloss das Kollegium, dieses Problem verstärkt anzugehen.
Auch aus der Fortschreibung ihres Schulprogramms für die Jahre 2010 bis 2014 wird deutlich,
dass die Schule sich konstruktiv mit den oben genannten Veränderungen auseinandersetzt.
Entwicklungsvorhaben werden hinzugefügt, ergänzt und aktualisiert. Allerdings erschwert der
Bezug auf das ursprüngliche Schulprogramm von 2006 ein Nachvollziehen der jetzigen Schulentwicklungsprozesse. Nicht immer ist erkennbar, ob einzelne Schritte abgeschlossen oder noch
in der Planung sind.
Im schulinternen Curriculum sind als fachübergreifende Schwerpunkte das soziale Lernen, die
musikalische Grundschule, YoBEKA-Elemente zur Rhythmisierung und das Lesen als Schlüsselqualifikation aufgeführt. Alle Fächer formulieren unter Berücksichtigung des überfachlichen
Schwerpunktes fächerspezifische Ableitungen und kompetenzorientierte Umsetzungen.
Das Schulklima an der Carl-Schurz-Grundschule ist durch gegenseitige Wertschätzung und
Hilfsbereitschaft geprägt. Die Unterrichtsräume sind freundlich gestaltet und mit umfangreichen
Lernmaterialien sowie aktuellen Hinweisen zum Tagesablauf ausgestattet. Klassenregeln und
Unterrichtsergebnisse sind an den Wänden für alle sichtbar angebracht. Der Unterricht ist
strukturiert und für die Kinder nachvollziehbar, er beginnt in der Regel mit ritualisierten Abläufen wie z. B. dem Vorlesen aus einem Buch. Der Einsatz von Lesepaten fügt sich problemlos in
den Unterrichtsverlauf ein. In der Regel suchen einzelne Kinder zu festgelegten Zeiten ihre zuständige Lesepatin auf, die sie beim Lesen individuell unterstützt und oft auch Gelegenheit
gibt, über das Gelesene zu sprechen. Seit 2009 existiert der Lese-Medien-Club der Stiftung
Lesen, die Leseprofis aus den Klassen 5 und 6 zeigen den Schulanfängern in bestimmten Stunden ihr Können. Regelmäßig einmal im Schuljahr findet der „Tag des Buches“ statt, Lehrkräfte
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wählen Bücher aus, tragen Auszüge vor, Schülerinnen und Schüler ordnen sich nach Interesse
zu. Anschließend findet z. B. eine Auswertung durch thematisches Basteln statt.
In den Saph-Lerngruppen arbeiten die Kinder oft nach einem Wochenplan oder sie wählen
Aufgaben aus dem bereitgestellten Freiarbeitsmaterial aus. In der Regel wechselt nach einer
frontalen Einstiegsphase die Sozialform. Meist lernen die Schülerinnen und Schüler in Einzelarbeit, seltener können sie mit einem Partner oder in der Gruppe zusammenarbeiten. Eine Teamarbeit, bei der die einzelnen Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Aufgaben und Funktionen erfüllen, ist nur vereinzelt zu beobachten. So erhalten Kinder z. B. im Sportunterricht die
Möglichkeit, Choreographien zu entwickeln oder auch ein Spiel mit eigenen Regeln auszuprobieren und die Umsetzung gemeinsam einzuschätzen. Die Lehrerinnen und Lehrer wählen abwechslungsreiche Methoden und nutzen die ihnen zur Verfügung stehenden Medien. Im Mathematikunterricht erhalten Schülerinnen und Schüler häufiger unterschiedliche Aufgaben- bzw.
Themenstellungen. Hier kommen auch Tablets und Online-Plattformen bei der Wiederholung
und Festigung zum Einsatz. Im Sachkundeunterricht führten Schülerinnen und Schüler kleine
Experimente durch, Vorträge werden mit Hilfe von Plakaten gehalten.
Die Lehrkräfte treten als Sprachvorbild für die Kinder auf. Sie schaffen im Unterricht Lese-,
Schreib- und Sprechanlässe, die die Beschäftigung mit Sprache zum Gegenstand haben. Die
Kinder präsentierten z. B. ihre eigene „winterliche Gedankenkette“ in selbst gewählter Form.
Sie hatten die Möglichkeit vorzulesen, mit Betonung frei zu sprechen oder sich künstlerische
Vortragsformen auszudenken. Kooperative Lernformen, die dem sprachlichen Austausch dienen,
sind kein durchgängiges Unterrichtsprinzip. In ungefähr jeder dritten Unterrichtsstunde setzten
die Lehrerinnen und Lehrer Elemente der Differenzierung ein.
Die Lehrkräfte unterstützen die Schülerinnen und Schüler im Wesentlichen durch gezielte persönliche Zuwendung und Hilfestellung, positive Rückmeldungen sind selbstverständlich. Eine
Feedbackkultur ist in den Klassen zwar nicht durchgängig etabliert, jedoch nutzen ca. zwei
Drittel des Lehrerkollegiums das ISQ-Portal zur Selbstevaluation von Lehrkräften bzw. Feedbackbögen im Rahmen des sozialen Lernens im 5. und 6. Jahrgang. In diesen Stunden werden
Konflikte zeitnah geklärt, das Arbeits- und Sozialverhalten sowie andere aktuelle Themen der
Klasse besprochen. Die Würdigung und Auszeichnung von besonderen Leistungen bzw. herausragendem Engagement findet klassenintern statt. Die Lehrerinnen und Lehrer fördern die leistungsstarken Kinder im Unterricht jedoch eher selten. Ab Schulbeginn wird Frühenglisch durch
eine Fachlehrkraft unterrichtet. Ebenfalls in der Saph binden die Lehrerinnen Computerlernprogramme in ihren Unterricht ein und vermitteln den Kindern Grundkenntnisse im Umgang mit
dem PC.
In der Schulanfangsphase werden erste Anfänge im Umgang mit Medien gestartet, in den
Klassenstufen 3 und 4 nehmen die Kinder an der Schulung zum Internetseepferdchen teil. Interessierte Kinder aus den Klassenstufen 4 bis 6, die zum Gymnasium wechseln wollen, besuchen
den sogenannten „Mathe-Club“. Einen Anreiz bietet auch der Wettbewerb „Charly sucht den
Mathefuchs“. Über den Förderunterricht hinaus findet eine Hausaufgabenbetreuung nach Alter
organisiert in der 6. und 7. Stunde statt. Durchgeführt wird diese durch eine ehemalige Mutter
und erfolgt in Abstimmung mit den Lehrkräften.
Seit 10 Jahren besteht die Zusammenarbeit mit dem freien Träger für die ergänzende Förderung und Betreuung, den „Waldgeistern“. Bereits bei der letzten Schulinspektion wurde der
Schule zurückgemeldet, dass hinsichtlich dieser Kooperation ein Entwicklungsbedarf besteht.
Die Erzieherinnen und Lehrerinnen im Bereich der Schulanfangsphase haben miteinander eine
gute Zusammenarbeit aufgebaut. Darüber hinaus ist es der Schulleitung jedoch nicht gelungen,
den unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Bereich zu verzahnen und weiterzuentwickeln.
Zurzeit verläuft die Kommunikation zwischen beiden Bereichen nicht reibungslos, es gibt unterSeite 4/9

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schiedliche Vorstellungen zum Aufgabenbereich. Mit der Schulleitung findet zwar ein regelmäßiger Austausch vor allem hinsichtlich organisatorischer Absprachen statt, der freie Träger
bringt sich auch in die Gremienarbeit ein. In der Praxis kommt es jedoch zu Unzufriedenheit
der Beteiligten wegen der Einsatz- bzw. Vertretungsplanung, da beispielsweise in der Saph
häufig die zuständigen Erzieherinnen und Erzieher für andere Aufgaben oder zur Betreuung
wegen Unterrichtsausfalls abgezogen werden. Erzieherinnen und Lehrerinnen wünschen sich
mehr Transparenz, sodass Entscheidungen und Notwendigkeiten nachvollziehbar sind. Auch die
Eltern fühlen sich häufig nicht genügend informiert und einbezogen. Darüber hinaus gibt es
gelegentlich unterschiedliche Ansichten hinsichtlich bestimmter Erziehungsmaßnahmen. Teile
der Lehrerschaft akzeptieren z. B. nicht immer die Meldungen über Regelverstöße aus dem
außerunterrichtlichen Bereich, einige äußern sich nicht durchgängig wertschätzend über die
Arbeit der ergänzenden Förderung. Überlegungen zu einer verbesserten konzeptionellen Zusammenarbeit gibt es ansatzweise. So besteht z. B. der Wunsch nach einer gemeinsam abgestimmten Sprachförderung. Bisher hat die Schulleitung dies jedoch noch nicht aufgegriffen,
Entwicklungsvorhaben für den Ganztag sind nicht formuliert.
Viermal im Schuljahr trifft sich die Schulleiterin mit den Klassensprecherinnen und -sprechern
zur Absprache über aktuelle Themen, wie z. B. zum Verlauf der Schulinspektion. Die Schülerinnen und Schüler beteiligten sich auch aktiv an der Vorbereitung und Durchführung des vom
Förderverein initiierten Sponsorenlaufs. Bei der Verteilung der gespendeten Gelder liegt das
Votum hauptsächlich bei den Kindern, in diesem Jahr haben sie dem Kältebus und der Berliner
Tafel ihre Spenden selbst übergeben. Der Einsatz von Pausenbuddys geht ebenfalls auf die
Beteiligung der Schülerinnen und Schüler zurück, sie ist Folge einer Befragung zu Konfliktfeldern innerhalb der Schule. Lehrerinnen, die zu Mediatorinnen ausgebildet sind, betreuen die
Buddys.
Verantwortung übernimmt die Schule auch für ihr direktes Umfeld. In ihrem Selbstverständnis
als Kiezschule will sie die Schülerschaft zu einem Engagement über die Schule hinaus erziehen.
Neben den regelmäßigen Reinigungsaktionen am Umwelttag rund um die Schule finden weitere Aktivitäten z. B. in der Jugendeinrichtung KIEZ statt. Hier bereiten die Kinder z. B. GemüseLasagne zu oder backen Plätzchen. Die umliegende Wald- und Gartenarbeitsschule dient als
Lernort, der den Kindern handelnd die Natur näher bringt. „Charly unterwegs“, ein Projekt der
Polizei zur Förderung der individuellen Fähigkeiten und Stärkung des Teamgeistes, gehört zu
den jährlichen Höhepunkten.

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4. Qualitätsprofil

6

Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule
1.1

B

C

D

Schulleistungsdaten und Schullaufbahn

Qualitätsbereich 2: Unterricht/Lehr- und Lernprozesse
2.1

Schulinternes Curriculum und Abstimmung des Lehr- und Lernangebots

2.2

Unterrichtsgestaltung/Lehrerhandeln im Unterricht

2.3

Systematische Unterstützung, Förderung und Beratung

Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern

3.2

Soziales Klima und soziales Lernen in der Schule

3.4

Kooperationen

Schulleitungshandeln und Schulgemeinschaft

4.2

Schulleitungshandeln und Qualitätsmanagement

Qualitätsbereich 5: Professionalisierung und Personalmanagement
5.1

Personalentwicklung und Personaleinsatz

5.2

Arbeits- und Kommunikationskultur im Kollegium

Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung
6.1

Evaluation schulischer Entwicklungsvorhaben

6.2

Fortschreibung des Schulprogramms

D

B

C

D

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung

Ergänzende Qualitätsmerkmale

Ganztagsangebot

C

Unterrichtsprofil

A

4.1

E.2

B

Bewertung

Qualitätsbereich 4: Schulmanagement

Förderung der Sprachkompetenz

A

A

3.1

E.1

Bewertung

Bewertung

Qualitätsbereich 3: Schulkultur

6

Bewertung
A

A

B

C

Das Qualitätsprofil beinhaltet verpflichtende Qualitätsmerkmale (blau unterlegt) und Wahlmodule. Hinter diesem
Qualitätsprofil verbergen sich ca. 200 Indikatoren. Die Schule erhält im ausführlichen Bericht eine detaillierte
Rückmeldung dieser Ergebnisse im Bewertungsbogen. Nähere Informationen zu den Instrumenten und den Verfahren der Berliner Schulinspektion finden Sie in unserem Handbuch im Internet unter
www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/schulinspektion

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D

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5. Unterrichtsprofil
Bewertung

Unterrichtsbedingungen
A

B

C

D

vergleichend

2.2.1

Lehr- und Lernzeit

b

2.2.2

Lern- und Arbeitsbedingungen

a

2.2.3

Strukturierung und transparente Zielausrichtung

b

2.2.4

Kooperation des pädagogischen Personals

b

2.2.5

Verhalten im Unterricht

a

2.2.6

Pädagogisches Klima im Unterricht

b

2.2.7

Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft

a

Unterrichtsprozess

A

B

C

D

vergleichend

2.2.8

Förderung von Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung

a

2.2.9

Fachimmanentes, fachübergreifendes und
fächerverbindendes Lernen

b

2.2.10 Methoden- und Medienwahl

a

2.2.11 Sprach- und Kommunikationsförderung

b

Individualisierung von Lernprozessen
2.2.12 Innere Differenzierung

b

2.2.13 Selbstständiges Lernen

b

2.2.14 Kooperatives Lernen

b

2.2.15 Problemorientiertes Lernen

c

7

Normative Bewertung

Vergleichende Bewertung

A (stark ausgeprägt)
Norm: 80 % und mehr der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv
(bei mind. 40 % „++“).

a (vergleichsweise stark)
Der Mittelwert der Schule liegt oberhalb der durch
die Standardabweichung vorgegebenen Obergrenze

B (eher stark ausgeprägt)
Norm: Zwischen 60 % und 80 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
C (eher schwach ausgeprägt)
Norm: Zwischen 40 % und 60 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
D (schwach ausgeprägt)
Norm: Weniger als 40 % der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv.

7

b (vergleichsweise eher stark)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der Obergrenze.
c (vergleichsweise eher schwach)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der durch die Standardabweichung
vorgegebenen Untergrenze.
d (vergleichsweise schwach)
Der Mittelwert liegt unterhalb der Untergrenze.

Die aktuellen Unterrichtsbeobachtungen werden mit dem Mittelwert von ca. 30.000 Unterrichtsbeobachtungen der
ersten Inspektionsrunde verglichen und auf der folgenden Seite grafisch dargestellt.

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6. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der normativen Bewertung)

100%

A/
B80%
B
60%

C
40%

D
20%

D
0%
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

2.2.5

2.2.6

2.2.7

++

2.2.8

+

-

2.2.9

2.2.10

2.2.11

2.2.12

2.2.13

2.2.14

2.2.15

2.2.14

2.2.15

--

7. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der vergleichenden Bewertung Schule - Berlin)

4,00

3,50

3,00

2,50

2,00

1,50

1,00
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

Berlin MW

2.2.5

2.2.6

2.2.7

2.2.8

Berlin untere Grenze

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2.2.9

2.2.10

Berlin obere Grenze

2.2.11

2.2.12

2.2.13

05G20 MW

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8. Standortbeschreibung
Von Wald umgeben liegt die Carl-Schurz-Grundschule am Rand einer Wohnblock- und Hochhaussiedlung vor dem Spandauer Forst und seinen Tiergehegen. In unmittelbarer Nähe befinden sich
das Evangelische Johannisstift und das Stadion Hakenfelde, dessen Sportplätze von der Schule
genutzt werden. Das Schulgelände umfasst einen 9000 m² großen Schulhof, das Schulhaus, eine
große Turnhalle, zwei Gebäude für die VHG8 und die ergänzende Förderung und Betreuung sowie ein Wohnhaus für den Hausmeister. Nur bis zum Erdgeschoss ist die Schule barrierefrei zugänglich.
Der weitläufige, baumbestandene Schulhof wurde 2001 mit Hilfe von „Grün macht Schule“ neu
gestaltet. Diverse Spielgeräte, zwei Tischtennisplatten und ein Fußballplatz mit Waldboden bieten
den Schülerinnen und Schülern viel Gelegenheit für Bewegung und Entspannung. Zusätzliche Angebote finden sie im „Spielmobil“, einem von Kindern bemalten Bauwagen, der vom Förderverein
finanziert wurde. Die Ausleihe der Spielgeräte wird jeweils von den Jahrgängen 5/6 organisiert.
Das zweigeschossige Schulgebäude ist um einen kleinen, begrünten Innenhof gebaut und wurde
1974 bezogen. Es beherbergt 28 Klassenräume, drei Gruppenräume, einen Mehrzweckraum mit
Bühne, Klavier, Instrumentensammlung, einen Werkraum, einen Raum für Naturwissenschaften
mit Wasser- und Starkstromanschluss und einen Computerraum mit 30 PC-Arbeitsplätzen. Insgesamt verfügt die Schule über ca. 60 Computer und vier interaktive Whiteboards. Alle Klassenräume haben Internetzugang. Im Verwaltungsbereich auf der 1. Etage teilen sich die Schulleiterin
und ihr Stellvertreter einen Raum mit angrenzendem Sekretariat. Das neu eingerichtete Lehrerzimmer bietet drei PC-Arbeitsplätze. Im Zuge der Sanierung wurde hier eine Küche eingebaut.
Auf dieser Etage befinden sich auch die Bücherei und ein zusätzlicher Konferenzraum.
Hinsichtlich Anzahl und Größe der Räume bietet die Schule viel Platz für schulische Aktivitäten
und Materialien. Beginnend mit der Schulanfangsphase im Erdgeschoss verteilen sich die Jahrgänge 3/4 bzw. 5/6 im 1. und 2. Obergeschoss. Auf jeder Etage stehen den Klassen zusätzlich 2
bis 3 Räume für Teilungsgruppen zur Verfügung. Alle Klassenzimmer sind mit Schülerarbeiten,
Lernplakaten, Unterrichtsmaterialien und persönlichen Fächern bunt und anregend gestaltet. Einige Räume wurden z. T. von Eltern oder vom Hausmeister gestrichen. Darüber hinaus nutzen die
Lehrkräfte auch die breiten Flure für zusätzliche Aktivitäten wie z. B. den Einsatz der Lesepaten
oder für Gesprächskreise und Kleingruppen.
Kreative Wandbemalungen finden sich in allen Fluren und Treppenhäusern. Sie wurden von einer
ehemaligen Lehrerin mit ihrer Arbeitsgemeinschaft gestaltet. Neben dem Aquarium finden sich
im Eingangsbereich Stelltafeln, Schaukästen und Orientierungshinweise. Diese leiten den Besucher
durchs Haus und informieren über laufende Projekte, gewonnene Preise oder zeigen besondere
Werkstücke der Kinder.
Die dreifach teilbare Turnhalle hat vor einigen Jahren ein neues Dach und eine breite Fensterfront Richtung Wald erhalten. Aktuell hat die Schule den Antrag gestellt, die Sportgeräte und
den sich stellenweise ablösenden Fußbodenbelag zu überprüfen. Die in allen Gebäuden frisch
renovierten Sanitäranlagen sind in sauberem Zustand. Zugluft und hoher Energieverbrauch entstehen im Winter vor allem durch die teils ungenügend isolierten Fenster.
Für die 137 Kinder in der ergänzenden Förderung und Betreuung sowie für die VHG-Kinder stehen in den beiden angrenzenden Häusern ausreichend altersgemäße Räume zum Toben, Turnen,
aber auch für Ruhe und Hausaufgaben zur Verfügung. In der vollausgestatteten Küche stellen
drei Küchenkräfte täglich frische Mahlzeiten her.
8

Die Verlässliche Halbtagsgrundschule garantiert den Eltern Öffnungszeiten von 7.30 bis 13.30 Uhr, in denen die
Kinder betreut werden.

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