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Der Erziehungs- und Berufsbeirat nahm von den
Termin
ausgeschulten
Waisen
Knaben ! Mädchen
in seine
Knaben
Fürsorge
Mädchen
Der Fürsorge des
Beirats unterstanden
Knaben Mädchen
Ostern 1901 bis Michaelis 1915 . .
2428
2200
1234
766
1403
929
Ostern 1916
91
95
34
31
75
67
Michaelis 1916
77
92
33
21
—
—
Ostern 1917
78
83
26
23
55
44
Michaelis 1917
76
76
27
16
—
—
Ostern 1918
92
94
37
16
76
35
Michaelis 1918
86
93
37
16
—
—
Ostern 1919
70
105
21
20
52
46
Michaelis 1919
79
104
22
19
—
—
Ostern 1920
107
107
38
15
41
17
Bis 30. September 1920 wurden dem Erziehungs- und Berufsbeirat insgesamt
1702 männliche und 1138 weibliche Pfleglinge unterstellt. Davon befanden sich am 30. September
1920 noch 153 männliche und 76 weibliche in Pflegschaft. Dem Erziehungs- und
Berufsbeirat gehören zurzeit an: 297 Pfleger, 125 Pflegerinnen, 50 fachmännische Beistände,
darunter 1 weiblicher.
An Beihilfen wurden gewährt: 1916 für 169 Pfleglinge 12 345.76 dl, 1917 für
96 Pfleglinge 8 607,68 dl, 1918 für 76 Pfleglinge 7 799,90 dl, 1919 für 203 Pfleglinge
20 827,65 dl und im 1. Halbjahr 1920 für 125 Pfleglinge 21 312,45 dl. Ferner wurden
alljährlich eine Reihe von Knaben und Mädchen in verschiedenen Berufen untergebracht, bei
einzelnen mußte jedoch wegen Krankheit oder körperlicher Schwäche davon Abstand genommen
werden. Weiter wurden noch Zuschüsse zu dem vom Lehrherrn gezahlten Kostgelde zur Ausbildung
als Volksschullehrer, zur Beschaffung von Arbeitskleidung, zur Unterbringung in auswärtigen
Haushaltungsschulen und zur Erholung, Fahrgeldvergütung zum Besuch von Fachschulen,
Beihilfen zur Beschaffung von Lernmitteln u. a. m. gewährt.
Der Landaufenthalt für Stadtkinder. Diese der Erholung der
Stadtkinder dienende Einrichtung der Großstädte war ursprünglich nur als eine Einrichtung
der Kriegszeit gedacht, und gelangte zum ersten Male im Sommer 1917 zur Ausführung.
Die Bearbeitung der Angelegenheit unterstand zunächst der städtischen Schuldeputation und
ging bei Einrichtung des Jugendamts auf dieses über. Aus städtischen Mitteln wurden für
die Verschickung der Kinder Zuschüße im Gesamtbeträge von rund 190 000 dl gezahlt. Von
den Kindern waren untergebracht:
im Jahre
auf dem Lande
in Heimen und Kolonien
im Ausland
zusammen
1917
6 033
62
6 095
1918
2 595
—
245
2 840
1919
900
—
212
1 112
1920
1245
1 644
37
2 926
Von den in Heime und Ferienkolonien entsandten Kindern fanden 1346 in den Heimen des
Vereins fiir Ferienkolonien Unterkunft.
Über die Tätigkeit des Jugendamts für die Zeit vom 15. 5. bis
30. 9. 1920 ist folgendes nachzutragen: Bei der allgemeinen Abteilung gingen 364 Meldungen
von Behörden, Eltern oder Verwandten, Vereinen oder Privatpersonen ein. 135 Fälle betrafen
die drohende Verwahrlosung (Vagabundieren, Schulschwänzen, Betteln, Unehrlichkeit),
127 Fälle Venmchläsiigung, 37 Mißhandlung und Ausnutzung, 41 Krankheit der Kinder und
32 Fälle Krankheit oder Tod des Erziehungsverpflichteten. In den restlichen Fällen handelte
es sich um Prüfung der Erziehung von Kindern geschiedener oder getrennt lebender
Eltern.
Die Abteilung Jugendgerichtshilfe hatte sich mit 190 Jugendlichen
zu beschäftigen, gegen die Strafverfahren eingeleitet waren.
Es standen im Alter von 18—13 Jahren 17 Knaben und 1 Mädchen, 37 männliche und
12 weibliche Jugendliche waren 14—15 Jahre und 89 bzw. 34 Jugendliche 16—17 Jahre alt. 20 von
ihnen waren bereits vorbestraft, und zwar 13 je einmal, 6 je zweimal und 1 dreimal. Die Einleitung
des Strafverfahren-? erfolgte in 185 Fällen wegen Vergehens gegen das Eigentum, in 3 Fällen wegen
gewerblicher Unzucht, in 2 Fällen wegen Körperverletzung, in 1 Falle wegen Sittlichkeitsverbrechens,
in den übrigen wegen unbedeutender Vergehen oder Ucbcrtretungen. Zur Hauptverhandlung kam
es in 128 Fällen. Das Urteil lautete in 14 Fällen auf Freispruch, in 21 Fällen auf Verweis, in
14 Fällen auf Geldstrafe, in 1 Fall auf Haft und in 78 Fällen auf Gefängnis. 143 Kinder und
Jugendliche aus beiden Abteilungen wurden neu unter Schutzhaft gestellt, so datz am 30. 9. 1920 insgesamt
666 Kinder und Jugendliche der pflegerischen Fürsorge unterstanden. Von diesen wurden
181 auswärts untergebracht. In Pflegestellen kamen 39 Knaben und 18 Mädchen, in Erziehungsanstalten
28 Knaben und 24 Mädchen, in Dienststellen 37 Knaben und 31 Mädchen. Dem psychiatrischen
Berater des Jugendamtes waren 41 Kin der vorzustellen.