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den, Tritt (wfcH -mit ffikikterlletzor Gewalt «m Mi ««jrifoi,
und bieftv ^rtüt A»»i« »er Widerflkrech-ntze». bildet eine »rii-
ckeude Spannung in den allgemeinen VerbaltmstVii.
Am letzt-n Tage des Laruav.il«, — durch »essen Watn
sich Prag von scher portheildaft auszeichnete. — kam ich aut
Venedig wieder hier an. und um alle« in der äßclt halte ich
die Fastnachttrcdouke Nicht versäumen mögen. Ich erwarkete
viel; »der meine Erwartung ward durch die Wirklichkeit weit
nbertroffe». Der Saal (eiiemaiS alrmvdig demahlt und schlecht
deleuchlct,! war wahrend meiner Adwesenheik un ickonsten Ge
schmack decorirt worden; zahllose Lichter drvbieu das'Auge lu
vrrblrnden, und eine Versammlung, des glanzenden Salons
würdig, fand «ch hier. Die Flora des Prager schonen Geschlechts
strahlte au« der Legion Anwesender, schön und lieblich hervor,
und gewahrte dem kunstverständigen iowohl, als dem gefühl-
vollen Verehrer des weidlichen biebreizes, den höchsten Genuß.
Mit reitender Unbesangenhcit hüpfte ein freundliches Dauere
madchen aus mied »u, und bor mir ihr Körbchen voll iiaiürli-
chcr Blumen zur Auswahl dar: ich wählte und gerieth oük
rem iralpen erränge! madchen in «in Geipräeb; die Herankunft
zweier reichgekttidetrn Niohrsnnen unkerbra» es. Sie verspra
chen mir die Schatze ihrer Erde, wenn ich ihnen sogleich in
der gedrängtesten Kurie eine tabellarische Uebersicht meiner vier-
sjhrigcn Rcilebemerkungen entwerfen wolle.
Ich verspreche viel, sagle die eine, aber ich mache auch
eine Forderung « I» Napoleon! wie er sich das Kamische Sn-
steni aus einen Bogen zusammen drangen ließ, so fordre ich in
wenigen Zeilen die Resultake driner Erfahrungen.
Mehrere Masken schlossen einen Kreis um uns, man be
grüßte mich als eineu lauge Vermißten, man erinnerte mich an
langlkvergangene Genüg«, und weckte manche süße Erinnerung
au« frühern Jghre«. ES freute mich, uurer den Masken fast
lauter gcbildett und witzige Menschen zu finden i ehemals war
es gegen alle bieget» »es guttu Ton», masquirk auf die Rcdout«
«u gehn.
Ich stand einen Augenblick allein im Vorzimmer, als eine
männliche Maske mit verstörtem Ansehn und gelösten Haaren
aus mich zukam, ein Buch in rothem Maroquin gebunden, mit
gvidvem Schnitt, in »er Hgnd tragend.
Ich glande, flüsterte er mU heisrer Stimme mir lli, ich
glaube an Friedrich Sckilegel. den alleinigen Schöpfer der poe
tischen Poesie, den Wiederherstellcr des schon Jahrtausende ver
lornen guten G-schmackS; ich glaube an seine Jünger, August
Wilhelm Schlegel und Tiek.
Ich glauhke tu träumen. Nie hatte mich noch etwas so
sehr tidrrraschk, und lächelnd fragte ich ihn, in welch einem
Buche er seine Andachi verrichtetet und gri» darnach; aber als
fürchtete er, es werde entweiht, zvg er es hastig zurück.
Halt, sagte er, es liegt »war in »er Natur des Mannes
ein gewisser tvlpelhasier Enthufiasmut, »er gern mit allem Zar
ten und Heilige» herausplatzt; doch will ich dir nur einzeln«
Worte der Weihe aus meinem Brevier mittheilen. Er las:
„Und ich bar dich, du mochtest dich meiner Wuth ganz hinge-
„ben, und ich flehte dich «»: tu mochtest unersättlich seyn" —
Lneinden erkennend, bar ich ihn, einzuhalien, und »erließ
»eu S»l-glianer, der wahrlich sein« undankbare Rotte mit vie
lem Witze und Haltung spielte.
Diese Maske, UN» der allgemeine Beifall den man ihr
tollte, bewiesen mir, daß »<e Krankheit, an welcher so Viele
Städte Deutschlands darnieder liegen sollen, »te einstimmig für
unhoiibattr, al, das gelbe Ueber anerkannt wird, das gute Prag
verschont habe; — sehr gut, denn es giebt andre Uebel in Ile-
»erfluß hier! Ich überjeugti mich, daß der «u« guke Ge
schmack hier noch an der Tagesordnung, und Wieland noch nicht
aus der Reihe der Dichter ausgestrichen se».
Ich fragte einen Freund um die Ursache des außerordent
lichen Glanzes »er Rkdoutt, und erfuhr von ihm, »aß man
aus Koyedue gerechnet habe, «er aber schon io der Nacht vor
her wieder abgefahren war.
Einige echtck,mische Züge kan» i» Ihnen umnöglick, vor-
ckNthtzlke«, ob schon sie eben nicht zum Lobe d.c Stadt gereiche»,
worin ich mich aushalte. Ei» feister ge.stliü cr Don Quirorc,
— ehemals ein Cistereienser — klug!« vor kur,ein einem Freun
de wie sehr er mit Geschäften überhäuft se»; d.nn, s»gte er,
ich bereite injch !U iwe> Stelle» vor: entiveder ich werde C«ltt-
chet an »er vbiiosorhischrn Fakuikar. oder ich erhalte de» Lehn
stuhl der Dogmatik. DaS Lctztire jSge ich zwar weit vor;
denn im erster» Falle erwartet meiner eine herkulische Arbeit.
Ich muß alle EvstkiN« der neuern Philosophen durchstudieren,
um ihre Irrthümer ausiudecken, sie zu Boden zu schmettern,
und der Welt deutlich darzuchun, daß unsre Verminst ganz uix
hinlänglich sru, und wir MI« ganz auf die göttlich« Gnade zu
verlasse» habe«.
Un hiesiger Professor »er Philosophie giebt unter ander»
zu Erreichung de« höchsten Grade« d:r logische» Erkenntniß,
folgende Mittel an: alle Dinge von der rechte« Seite zu be
trachte», un» — den heiligen Geist anzurufen.
Nach meinen neuesten Ersahrunge« ist Prag wahrlich das
Vtopi» der Literatur. Andre Städte find stolz darauf, einen
Wieland Böthe, Herder, Kant u. s. w. erzeugt zu haben, aber
in stoiler« Bewußtsenn kann Prag auf sie herabsehen, hier
werden Ihre Werke erst geseilt mid verbessert. Ein hiestgor
Buchhändler ist so gefällig, die gebildete Lese welk mit
einer Bibliothek zu versorgen, von welcher alle Jahr ist
Daube erscheinen. Sie enthält Romane der besten Schrlsrstetter,
i. B. Schillings Beichtvater unter dem Tit.l Alwine. Ein
gewisser Herr Tz —, Schriftsteller, bei dem man einen Roman
i la S»>e», Cramer oder Lafontaine bestellen kann, wie bei
dem Schuhmacher ein Paar Stieseln, eoerigirt, verkürzt Mid
verlängert l-des Werk von — wem immer das Glück zu Theil
wird, seine Werke in dieser Bibliothek für die gebil
dete Lese wett — nachgedruckt zu sehe«.
Genug für heute, sobald ich wieder einige Memorabilia
einsammle, sollen Stt mehr hör» von Ihrem
Z-r.
. ... - Seipzi-, »« tttm’Wim,
Endlich Ist Weiss«« S B edäch t n ißfei er von Maßlman
mit Biere«« Mufik gegeben worden, zum Erstenmale; sie
wird nämlich drei - oder viermal gegeben, was nun manchem,
der daS Andenken dieses Mannes zu einer Geldsveculalion be
nutzt zu sehn glaubt, unangenehm ist. Die Idee ist sehr ein
fach. In einen schattigen Hain, wo ein Grabhügel ist, tritt
der «lteBauer Marti» herein, und sagt uns, daß dies Weis
st ns Grabhügel ist, »aß das ganze Dörftbeu kommt, '
Zu pflanzen hier ein Bäumchen aus den Hügel,
Und Vater Weiss,»« Grab mir Bluuien zu bestreu«.
Ein Chor von andern Bäuerinnen und Bauern kommt nuten
einem Traueruiarsch und formirt »m den Hügel einen Halbzir
kel. Zwei Jünglinge haben Spaden IUI» Schaufel. Eia iunges
Mädchen trägt das Bäumchen, das gepflanzt >mrd, worauf denn
die Kinder das Grab mit Blumen schmucken. Jetzt tritt ein
sremdlr Knabe aus.
Was thut »er Knab'? er ist uns allen fremd! *
ruft dar Chor, und als Genius steht er auf dem Grabe. Er
sagt »um Troste der Klagenden:
Was geistig ist, finkt nie zu Staube nieder,
Sem Geist ist unter Euch, es tönen feine Lieder,
So lang' ein Deutsches Lied noch Deutsche Herzen srmt,
7— Ein nnfichtbareS Chor beschließt:
Wen Lieb' und Dank unsterblich macht,
Triumph, der hat vollbracht!
So einfach das Game ist, so ist es doch nichts weniger,
«lS oh»! Wirkung. Daß es mehreremal gegeben wir», entschul
digt »er enge Raum des Hause«, das kaum den »chnttn Theil
derer für« erstemal fassen konnte, die ihr« Liebling noch ein
mal so gefitspt setz» wollt,tz.