Path:
Periodical volume

Full text: Jahresbilanz ... mit Grobkonzept ... zur Quartiersentwicklung der Großsiedlung Waldsassener Straße im Bezirk Tempelhof Schöneberg von Berlin Issue 2017/18

Quartiersentwicklung Waldsassener Straße

Jahresbilanz 2017
mit Grobkonzept 2018

zur Quartiersentwicklung der Großsiedlung

Waldsassener Straße
im Bezirk Tempelhof Schöneberg von Berlin

Arbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und angewandte Stadtforschung

1

Auftraggeber:

Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin,
Abteilung Finanzen, Personal und Wirtschaftsförderung

Fördergeber:

Die Quartiersentwicklung Waldsassener Straße wird
gefördert durch das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und durch
von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und
Wohnen bereitgestellte
Fördermittel im Programm „Freiwilliges
Engagement in Nachbarschaften (Pilotprojekt Flüchtlinge)

Auftragnehmer:

Arbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und
angewandte Stadtforschung e.V. (AG SPAS e.V.)
Großgörschenstraße 39
10827 Berlin

Quartiersbüro W40:
(Autoren)

Leif Höfler
Dr. Joachim Poweleit
Eva Schuh
(alle AG SPAS e.V.)
Waldsassener Straße 40
12279 Berlin

Quartiersentwicklung Waldsassener Straße

Inhaltsverzeichnis
1.

2.

Kurzcharakteristik des Gebietes .................................................................. 4
1.1

Stadträumliche Lage und Wohnsituation.................................................... 4

1.2

Wohnumfeld und Infrastruktur.................................................................. 5

1.3

Sozialstrukturelle Merkmale...................................................................... 6

Bilanz und Analyse der Quartiersentwicklung in 2017 .............................. 9
2.1

Zentrales Handlungsziel „Integration von Flüchtlingen“ ............................. 9

2.1.1

Operatives Ziel: Integration durch Sport .............................................. 10

2.1.2

Operatives Ziel: Förderung sozialer Kompetenzen und gesunder
Lebensweise ........................................................................................ 10

2.1.3

Operatives Ziel: Förderung der Mobilität und der Eigeninitiative ......... 11

2.1.4

Operatives Ziel: Weiterentwicklung der Stadtteilkultur für und mit
Geflüchtete/n ...................................................................................... 12

2.1.5

Operatives Ziel: Förderung des Umweltbewusstseins von Geflüchteten 14

2.1.6

Operatives Ziel: Förderung der Wohnumfeldverbesserung und der
Willkommenskultur ............................................................................. 14

2.2

Querschnittsaufgaben.............................................................................. 15

2.2.1

Partizipation / Öffentlichkeitsarbeit ..................................................... 15

2.2.2.

Vernetzung / Kooperation ................................................................... 16

2.3

Weitere Projekte / Aktivitäten ohne Förderung........................................ 17

2.4

Zusammenfassende Einschätzung des Erreichten..................................... 18

3. Grobkonzept 2018 .......................................................................................... 20

Arbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und angewandte Stadtforschung

3

1. Kurzcharakteristik des Gebietes

1.1 Stadträumliche Lage und Wohnsituation
Die Großwohnsiedlung Waldsassener Straße liegt im Süden des Ortsteils Marienfelde im
Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin - unmittelbar an der Landesgrenze zu Brandenburg
und in Nachbarschaft zum Ortsteil Lankwitz (Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Berlin). Die randstädtische Großsiedlung entstand Anfang der 70er Jahre. Sie erstreckt sich von der Hildburghauser Straße bzw. dem Lichterfelder Ring im Norden, den Hochhaussiedlungen links
und rechts des Tirschenreuther Rings im Süden und Westen sowie dem Luckeweg und dem
Tirschenreuther Ring im Osten. Die Waldsassener Straße als wichtige Verbindungsstraße
bildet die zentrale Nord-Süd-Achse des Gebietes.
Die Großsiedlung Waldsassener Straße ist ein reines Wohngebiet mit viel Grün und zwei
Nahversorgungsbereichen. Ein klassisches Gebietszentrum gibt es nicht.
Die verkehrliche Anbindung in die Innenstadt ist durch mehrere Buslinien mit Anschlüssen an
die S2 in Marienfelde und S25 in Lankwitz gegeben, des Weiteren führen mehrere Buslinien
von der Hildburghauser Straße z. B. nach Lichterfelde, Lichtenrade, Rudow und Steglitz.
Eine hohe Verkehrsbelastung gibt es nur entlang der Hildburghauser Straße.
Im Rahmen eines integrierten Verfahrens zur Wohnumfeldverbesserung hatte das Quartier
Ende der 80er und zu Beginn der 90er Jahre ein „neues Gesicht“ erhalten: Hauseingangsbereiche waren aufgewertet, behindertengerecht gestaltet, wohnungsnahe Grünflächen verbessert und Mietergärten angelegt worden.

Quartiersentwicklung Waldsassener Straße

2013 hatte die degewo mit der umfangreichen Sanierung ihrer Wohnanlagen in MarienfeldeSüd begonnen. Inzwischen sind die umfassenden energetischen Modernisierungsmaßnahmen ihrer Wohnanlagen im Quartier abgeschlossen worden.
Anstelle des ehemaligen Parkhauses errichtete die degewo 2017 am Tirschenreuther Ring 8
und 8A einen Neubau im geförderten Wohnungsbau mit 82 Wohnungen. Hier fand am
29.9.2017 ein Begrüßungsfest für die neuen Bewohner/innen statt, das von ehrenamtlichen
Anwohner/innen und dem Quartiersbüro W40 organisiert und von der degewo unterstützt
wurde.
Im Zusammenhang mit der Sanierung der Wohnanlage Luckeweg erwies sich die erforderliche Sanierung der in den beiden unteren Geschossenen gelegenen Kita Vier Jahreszeiten
mit einem Weiterbetrieb der Kita als nicht vereinbar. Laut Angaben der degewo könnten sich
daraus Probleme hinsichtlich der Auflagen zur Aufrechterhaltung des Kita-Betriebes erwachsen. Eine Bauvoranfrage der degewo zu einer von ihr entwickelten Alternative für den Kitastandort in Verbindung mit einem Wohnungsneubau auf dem Grundstück des sogenannten
„Rodelberges“ (zwischen dem Tirschenreuther Ring 9 und 13) wurde vom Bezirksamt abgelehnt. Inzwischen hat die degewo der Kita-Leitung signalisiert, dass mit der Sanierung der
Kita am bisherigen Standort demnächst bei laufendem Betrieb zu rechnen ist. Damit ist ein
Ausweichstandort hinfällig.
Von den 553 Stellplätzen in den beiden Parkhäusern am Tirschenreuther Ring 26 und in der
Waldsassener Straße 29 waren Ende 2017 nur 39 Stellplätze nicht vermietet (2016 waren es
noch ca. 100 unvermietete Plätze). Der hohe Vermietungsgrad widerspiegelt nach Einschätzung der degewo, dass deren Mietkosten von den Bewohner/innen akzeptiert werden. Andererseits wird von Anwohner/innen vermerkt, dass der ruhende Verkehr im Gebiet insbesondere in den Nachmittags- und Abendstunden weiterhin angespannt ist, die Verkehrssicherheit an einzelnen Übergängen nicht ausreichend ist. Das betrifft insbesondere die Kreuzung
Waldsassener / Ecke Tirschenreuther Ring an der Endhaltestelle des Buslinien M 77 und M
82.

1.2 Wohnumfeld und Infrastruktur
Der Grünzug zwischen Tirschenreuther Ring im Süden und Hildburghauser Straße im Norden (ehem. Hampelsche Baumschule) ist die einzige öffentliche Grünfläche in der Gebietskulisse. Der dortige Ballspielplatz wird viel und gern genutzt. Der nahe der Waldsassener
Straße gelegene kleine, voll verschattete öffentliche Spielplatz ist quasi nicht als solcher
nutzbar.
Zur Aufwertung der wohnungsnahen Grünflächen hatte die degewo 2015 ein Erneuerungskonzept umgesetzt. Unter dem Slogan „Mariengrün“ waren Grünflächen neu gestaltet und
Spielplätze erheblich aufgewertet worden.
Der nahegelegene Freizeitpark Marienfelde mit seiner Naturschutzstation bietet viele Möglichkeiten für Freizeit, Erholung und Naturerkundung, desgleichen der Gutspark Marienfelde
sowie das Brandenburger Umland.
In der Großsiedlung befinden sich die Marienfelder Grundschule und die Gustav-HeinemannSchule mit gymnasialer Oberstufe, im nahen Alt-Marienfelde die Solling-Oberschule (Integrierte Sekundarschule). Die 2016 begonnenen umfassenden Sanierungsmaßnahmen an den
Gebäuden der Marienfelder Grundschule werden auch nach 2017 nach Auskunft der Schulleiterin noch andauern. Aus diesem Grund sind die räumlichen Gegebenheiten an der Marienfelder Grundschule z.Z. weiterhin sehr beengt. An allen drei Schulen gibt es „Willkommensklassen“ für Kinder und Jugendliche aus den nahe gelegenen Unterkünften für Geflüchtete. Bildungsangebote im Vorschulalter bieten die Kita „Vier Jahreszeiten“ des NusZ (ufafabrik), die Kita der evangelischen Kirchengemeinde, die Kita Jungadler und verschiedene
Eltern-Initiativ-Kitas. Das seit 2013 bestehende Familienzentrum in Trägerschaft des NusZ
(ufa-fabrik) an der Kita „Vier Jahreszeiten“ hat sich etabliert und ist eine wichtige Anlaufstelle
für Eltern.
Arbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und angewandte Stadtforschung

5

Für Familien, Kinder und Senior/innen gibt es verschiedene Treffpunkte und Freizeitangebote: z. B. die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung „haus of fun“ mit einem großen AbenteuerSpielplatz am Tirschenreuther Ring 67; den Jugendtreff „Basis“ des AHB Berlin Leipzig
gGmbH in der Waldsassener Str. 16 a/b; das Nachbarschaftscafé des Nachbarschafts- und
Selbsthilfezentrums Marienfelde Süd e.V. in der Waldsassener Straße 40a; den Seniorentreff
des EJF am Tirschenreuther Ring 5; das Gemeinschaftshaus Marienfelde des BeamtenWohnungs-Vereins zu Köpenick am Tirschenreuther Ring 64 (dessen Räume auch vom Integrationszentrum Harmonie e.V. genutzt werden) und das Dorothee-Sölle-Haus - Familienund Nachbarschaftszentrum der evangelischen Kirchengemeinde Marienfelde in der Waldsassener Str. 9. Die Musikschule „Leo Kestenberg“, die bislang in einem separaten Gebäude
der Marienfelder Grundschule am Tirschenreuther Ring untergebracht war, gastiert bis zum
Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Marienfelder GS weiterhin vorübergehend im
„haus of fun“. Wichtige in das Gebiet hineinwirkende Einrichtungen sind darüber hinaus die
Stadtteilbibliothek und das 3D Medienhaus Marienfelde (NuSZ – ufa-fabrik).
In der Nähe der Großsiedlung Waldsassener Straße befinden sich zwei Unterkünfte für Geflüchtete. Es handelt sich um das Übergangswohnheim Marienfelder Allee mit 700 Geflüchteten in Trägerschaft des Internationalen Bundes (IB) und die Notunterkunft Daimlerstraße mit
derzeit 140 Bewohner/innen in Trägerschaft der Central Aufnahmeeinrichtungen Betriebs
GmbH. Diese Einrichtung wird Ende März 2018 geschlossen.
Im Quartiersbild Marienfeldes sind Geflüchtete längst gegenwärtig und werden immer sichtbarer. Die geflüchteten Kinder und Jugendlichen besuchen die Kitas, Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen im Gebiet. Seit Juli 2017 ist die AG SPAS e.V. im Rahmen des BENNProgramms des Berliner Senats (BENN – Berlin entwickelt neue Nachbarschaften) in Marienfelde aktiv, um die Integration von Flüchtlingen in die Nachbarschaften zu fördern.
In der Großsiedlung gibt es zwei kleinräumige Gewerbezentren, die die Nahversorgung der
Gebietsbevölkerung sichern. Es handelt sich um das Einkaufszentrum an der Hildburghauser
Straße mit dem „Rewe-Supermarkt“ und einigen Einzelhandelsgeschäften. Der Leerstand
hat hier 2017 weiter zugenommen, der Außenbereich wirkt stark vernachlässigt, so dass der
Bereich erheblich an Attraktivität verloren hat. Einige Einzelhändler und Einwohner/innen
setzen sich seit dem letzten Quartal 2017 in einer Initiative für Maßnahmen gegen Leerstand
und für eine Verbesserung der Gewerbezentren Hildburghauser Straße und Marienfelder Tor
und ihres Umfelds ein.
Der im Süden an der Waldsassener Straße gelegene Einkaufsbereich ist mit „edeka nah und
gut“, Bäcker, Apotheke, Zeitungsladen und weiteren kleinen Läden ausgestattet. Am Rande
des Gebietes sind darüber hinaus Lidl und Edeka/Reichelt angesiedelt. Von den Bewohner/innen wird das Fehlen eines Drogeriemarktes bemängelt. Größere Gewerbeniederlassungen direkt im Gebiet gibt es nicht. Der Standort des Allgemeinmediziners in der Waldsassener Straße 42 (im 1. OG ohne Fahrstuhl) wird von vielen Bewohner/innen als nicht senioren- und behindertengerecht kritisiert.

1.3 Sozialstrukturelle Merkmale 1
In der Großsiedlung Waldsassener Straße lebten per 31.12.2016 insgesamt 9.124 Einwohner/innen. Waren es 2008 noch 8.587 Personen, ging deren Zahl bis 2012 auf 8.358 zurück,

1

Die Daten zur Sozialstruktur wurden uns freundlicherweise vom Datenkoordinator des OESBK des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg zur Verfügung gestellt.

Quartiersentwicklung Waldsassener Straße
2

um dann langsam auf den aktuellen Wert anzusteigen . Dies entspricht einer Zunahme von
6,25%, die zum Teil auf die Bezugsfertigkeit des degewo-Neubaus am Pfabener Weg mit 50
Wohneinheiten in 2014 zurückzuführen ist.
Am 31.12.2008 waren 10,6% der Bewohner/innen der Großsiedlung ohne deutschen Pass;
3
2016 ist der Anteil auf 12,9% angestiegen . Damit liegt der Anteil weiterhin unter dem des
4
Gesamtbezirks Tempelhof-Schöneberg mit 19% . Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund im Gebiet ist jedoch deutlich höher, da viele im Gebiet lebende Spätaussiedler
aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion statistisch nicht erfasst sind. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in der Großsiedlung Waldsassener Straße belief sich per
5
6
31.12.2016 auf 38,7% gegenüber 35,0% im Bezirk. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen
mit Migrationshintergrund ist nochmals deutlich höher. Dafür liegen jedoch nur Zahlen vom
(größeren) Planungsraum Marienfelde vor. Hier betrug der Anteil der Kinder und Jugendli7
chen unter 18 Jahren mit Migrationshintergrund 57,7% im Jahr 2016. An der Marienfelder
Grundschule ist der Anteil der Schüler/innen nichtdeutscher Herkunftssprache gegenüber
dem Schuljahr 2008/2009 von 48,3% auf 64,6% im Schuljahr 2017/2018 sehr stark gestie8
gen.
Unter den Einwohner/innen mit Migrationshintergrund stellen die Menschen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion mit 37,2% die größte Migrant/innengruppe, gefolgt von Bewohner/innen aus islamischen Ländern, die Mitglied der Organisation der Islamischen Konfe9
renz (OIC) sind (32,5%) und Menschen aus Polen mit 22,7%. Allerdings ergeben sich durch
die OIC-Mitgliedschaften von Nachfolgestaaten der Sowjetunion Doppelnennungen und das
OIC-Mitglied Türkei ist bei dieser Zahl nicht berücksichtigt. Mit 10,7% und 4,4% stellen Personen aus der Türkei und aus dem ehemaligen Jugoslawien ebenfalls nennenswerte Bevöl10
kerungsgruppen dar (Stand jeweils 31.12.16) . Einwohner/innen mit Migrationshintergrund
aus islamischen Ländern (OIC-Mitglieder) sind seit 2009 verstärkt zugezogen (von 16,4% in
2009), dies ist auch für Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien zu konstatieren (3,5%
11
in 2009). Der Anteil der Personen aus der ehemaligen Sowjetunion ist demgegenüber na12
hezu konstant geblieben. Der Anteil der Deutschen mit Migrationshintergrund ist von 27%
13
in 2009 auf 28% in 2012 leicht gestiegen und danach bis 2016 auf 25,8% zurückgegangen.
Die Altersstruktur der Bewohnerschaft in der Großsiedlung Waldsassener Straße unterscheidet sich zum Teil erheblich von der des Bezirks. So waren die über 65jährigen Ende
2

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Sonderauswertung der „Melderechtlich registrierten Einwohnerinnen und
Einwohner am Ort der Hauptwohnung für die Großsiedlung Waldsassener Straße im Auftrag des Bezirksamtes
Tempelhof-Schöneberg“ (2009 – 2016, jeweils vom 31.12.).
3
ebd.
4
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 16, Einwohnerinnen und Einwohner im
Land Berlin am 31. Dezember 2016, S. 34.
5
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Sonderauswertung der „Melderechtlich registrierten Einwohnerinnen und
Einwohner am Ort der Hauptwohnung für die Großsiedlung Waldsassener Straße im Auftrag des Bezirksamtes
Tempelhof-Schöneberg“ (2009 – 2016, jeweils vom 31.12.).
6
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 16, Einwohnerinnen und Einwohner im
Land Berlin am 31. Dezember 2016, S. 31.
7
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 16, Einwohnerinnen und Einwohner im
Land Berlin am 31. Dezember 2016, S. 28 - 31.
8
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Schulporträt Marienfelder Schule, URL:
https://www.berlin.de/sen/bildung/schule/berlinerschulen/schulverzeichnis/Schulportrait.aspx?IDSchulzweig=%2017231 [letzter Aufruf 08.03.2018].
9
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Sonderauswertung der „Melderechtlich registrierten Einwohnerinnen und
Einwohner mit Migrationshintergrund am Ort der Hauptwohnung“ (für die Großsiedlung Waldsassener Straße von
2009 bis 2016, jeweils vom 31.12.).
10
ebd.
11
ebd.
12
ebd.
13
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Sonderauswertung der „Melderechtlich registrierten Einwohnerinnen und
Einwohner am Ort der Hauptwohnung nach Migrationsstatus“ (für die Großsiedlung Waldsassener Straße von
2009 bis 2016, jeweils vom 31.12.).

Arbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und angewandte Stadtforschung

7

14

2016 mit 28,9% wesentlich stärker als im Bezirksdurchschnitt (20,8%) vertreten. Gegen15
über 2009 (27,6%) ist der Anteil der Senior/innen im Gebiet weiterhin gestiegen.
Der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahre lag Ende 2016 bei 16,1% und ist da16
mit gegenüber 2009 leicht gestiegen (15,2%) und lag Ende 2016 etwas über dem Bezirks17
durchschnitt von 15,1%. Die mittleren Jahrgänge sind gegenüber dem Bezirksdurchschnitt
unterrepräsentiert.
Der Anteil der von Arbeitslosigkeit betroffenen Bewohner/innen im größeren Planungsraum
18
Marienfelde Süd belief sich in 2015 auf 9,2% (Bezirksdurchschnitt 7,4%). Die schwierige
soziale Lage großer Teile der Bewohnerschaft widerspiegelt sich auch darin, dass 2016 in
Marienfelde Süd 26,6% der Bewohner/innen unter 65 Jahre und sogar 37,8% der Kinder und
Jugendlichen unter 18 Jahren in Haushalten mit Bezug existenzsichernder Transferleistun19
gen (nach SGB II) lebten.

14

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 16, Einwohnerinnen und Einwohner im
Land Berlin am 31. Dezember 2016, S. 28.
15
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Sonderauswertung der „Melderechtlich registrierten Einwohner am Ort
der Hauptwohnung in Berlin-Tempelhof nach Altersgruppen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht“ (für die Großsiedlung Waldsassener Straße von 2009 bis 2016, jeweils vom 31.12.).
16
ebd.
17
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 16, Einwohnerinnen und Einwohner im
Land Berlin am 31. Dezember 2016, S. 28.
18
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Kernindikatoren zur Bewertung der Wohn- und Lebensqualität (Stärken,
Schwächen, Chancen, Risiken) in der LOR-Planungsraum, 31.12.2015.
19
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Kurzprofil Bezirksregion Marienfelde (070606) (31.12.2016).

Quartiersentwicklung Waldsassener Straße

2. Bilanz und Analyse der Quartiersentwicklung in 2017
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hatte für 2017 aus dem Programm
„Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften – Pilotprojekt Flüchtlinge“ für das Gebiet W40
Fördermittel in Höhe von 32.500 € zur Verfügung gestellt. Die Förderung von Projekten zur
„Integration von Flüchtlingen und zum Miteinander von Beheimateten und Geflüchteten“ blieb
Schwerpunkt in der Förderung.
Unter der FEIN-Zielstellung wurden in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt TempelhofSchöneberg sowie den Gebietsakteuren vom Quartiersbüro W40 insgesamt 13 Projektideen
entwickelt, geeignete Projektträger gewonnen und diese bei der Antragstellung sowie bei der
Projektumsetzung unterstützt. Die Vergabe-Jury wurde in die Entscheidung über die zu fördernden Projekte einbezogen. Wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Realisierung
der Projekte war die vom Quartiersbüro gepflegte Vernetzung mit anderen Einrichtungen und
Multiplikator/innen, auch zur Gewinnung von Mitwirkenden für die Projektumsetzung. Dazu
gehörten ferner diverse Abstimmungsgespräche, Werbung zu Projekten und ProjektVeranstaltungen durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die kontinuierliche Evaluierung des Projektverlaufs. Damit wurde maßgeblich zum Erfolg der geplanten Vorhaben beigetragen. Soweit gewünscht unterstützte das Quartiersbüro Träger/innen bei der Abrechnung von Projekten. Die bereitgestellten Mittel wurden vollständig verplant und bis auf geringe Beträge bis Jahresende (eines nach befürworteter Verlängerung bis 15.2.2018) von den
Trägern verausgabt.
Die im Rahmen der FEIN-Förderung durchgeführten Projekte verfolgten unter dem genannten zentralen Handlungsziel folgende operative Ziele:








Integration durch Sport,
Förderung sozialer Kompetenzen und gesunder Lebensweise,
Förderung der Mobilität und Eigeninitiative von Geflüchteten,
Weiterentwicklung der Stadtteilkultur für und mit Geflüchteten,
Förderung des Umweltbewusstseins sowie
Förderung der Wohnumfeldverbesserung und der Willkommenskultur.

Gleichzeitig wurden die langjährigen Handlungsfelder weiter verfolgt. Sowohl die geförderten
Projekte als auch solche ohne Förderung, die zum Teil durch Sponsoring unterstützt wurden,
trugen in den Handlungsfeldern „Förderung von Nachbarschaft, Kommunikation, Bewohneraktivierung, Integration“, und „Unterstützung kinder- und familienfreundlicher Strukturen“ zur
Quartiersentwicklung bei.

2.1

Zentrales Handlungsziel „Integration von Flüchtlingen“

Die Integration der in den angrenzenden Gemeinschaftsunterkünften lebenden geflüchteten
Menschen in den Stadtteil und die Förderung des friedlichen Zusammenlebens von Geflüchteten und ansässigen Bewohner/innen blieb 2017 das Hauptziel aller geförderten Projekte in
der Großsiedlung Waldsassener Straße. Das Quartiersbüro W40 verfolgt dieses Ziel mit unterschiedlichen Methoden der Aktivierung von Bewohner/innen. Mit der Vergabe von Mitteln
aus dem Projektfonds werden Projekte von professionellen Trägern initiiert, um die unterschiedlichen Zielgruppen im Gebiet anzusprechen und nachhaltig für Integration zu sensibilisieren. Im Aktionsfonds können hingegen alle Bewohner/innen des Quartiers ihre Projektideen einbringen und so Integration in die Tat umsetzten. Die Mittel des Aktionsfonds verwaltet das Quartiersbüro W40 treuhänderisch und ermöglicht damit eine niedrigschwellige Finanzierung für Nachbarschaftsprojekte. Mit den Projekten wurden breite Zielgruppen (geflüchtete und beheimatete Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren) angesprochen. Menschen verschiedener Herkunft nahmen an den Projekten teil. Bei der folgenden Darstellung
Arbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und angewandte Stadtforschung

9

der Projekte werden diese einem operativen Ziel zugeordnet, auch wenn sie mitunter verschiedenen Zielen dienten und auch in andere Handlungsfelder hineinwirkten.
In Absprache mit Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge rief das Quartiersbüro W40
2017 Bewohner/innen dazu auf, Schulmappen, Federtaschen und anderes Schulbehör
für geflüchtete Kinder zu spenden. Zahlreiche Spenden bezeugten die Hilfsbereitschaft von
Quartiersbewohner/innen und die Willkommenskultur im Gebiet.

2.1.1 Operatives Ziel: Integration durch Sport
In einem Folgeprojekt des 2016 gestarteten Projekts „Integration von Flüchtlingskindern
in Sportvereine“ wurden 2017 erneut geflüchtete Kinder aus der Notunterkunft Daimlerstraße mit Regeln und Gegebenheiten von Sportvereinen vertraut gemacht, um selbstständig
und langfristig Teil eines Sportvereins zu werden. Die Kinder erlernen soziale Kompetenzen
innerhalb einer Gruppe. Wie bereits im Vorjahr war die Bewohnerin und Ehrenamtsbeauftragte des FC Stern Marienfelde Frau Janni Dierbach Initiatorin und Organisatorin dieses
Projektes.
12 Kinder (Jahrgang 2005) trainierten unter sportlicher und pädagogischer Anleitung dreimal
wöchentlich auf dem Sportplatz der Marienfelder Grundschule. Ihnen wurden grundlegende
Werte, wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Nachhaltigkeit, Verantwortung und Gemeinschaftssinn nähergebracht sowie ein gesunder Lebensstil durch Sport und gesunde Ernährung vermittelt. Zur Anerkennung ihrer Leistung und zur Bildung eines Gruppengefühls machten die
Kinder gemeinsame Ausflüge z.B. zu einem Zirkusworkshop und in den Sprungraum.
Nach der Eingewöhnungsphase erhielten die Kinder einheitliche Trikots und nahmen an insgesamt acht Freundschafts- und Pflichtspielen teil. Alle Kinder absolvierten die Prüfung für
das Fußballabzeichen und erhielten als Anerkennung eine Urkunde und ein DFB-Abzeichen.
Krönender Abschluss für die neu entstandene Mannschaft war die Teilnahme am Fußballturnier beim 8. Marienfelder Sportfest am 24. September 2017. Durch die Beteiligung zahlreicher Kooperationspartner und ehrenamtlicher Helfer/innen war das Sportfest sehr erfolgreich
und zog über 120 Besucher/innen an. Bürgermeisterin Angelika Schöttler und Stadtrat Oliver
Schworck hatten die Schirmherrschaft für das Sportfest übernommen. Mit dabei waren außerdem Fußballmannschaften aus dem 3D Medienhaus, des SC Lankwitz und eine Freizeitmannschaft von Kindern aus dem Kiez. Neben dem Fußballturnier gab es ein buntes und
sportliches Bühnenprogramm mit Auftritten einer Mädchentanzgruppe aus der Notunterkunft
Daimlerstraße, einer Line-Dance-Gruppe und einer Seniorensportgruppe aus dem Quartier.
Die Jugendeinrichtung haus of fun, die degewo und das Quartiersbüro W40 boten Aktionen
für die Kinder an.
Zur Absicherung des Projekts wurde in einem Nachförderungsantrag eine Haftpflicht- und
Unfallversicherung gefördert.
Mittlerweile sind alle Kinder in Vereine eingetreten: 10 Kinder in den F. C. Stern Marienfelde
und 2 Kinder in andere Vereine.

2.1.2 Operatives Ziel: Förderung sozialer Kompetenzen und gesunder Lebenswei‐
se
Im Projekt „Interdisziplinäres Kinder- und Jugendprojekt im 3D Medienhaus“ lernten
beheimatete und geflüchtete Kinder mittels medien- und theaterpädagogischer sowie handwerklicher Teilprojekte, sich mit ihren unterschiedlichen Lebenswelten und -erfahrungen
auseinanderzusetzen und lernten so voneinander.
Am Projekt des 3 D Medienhauses (NUSZ, ufa-fabrik) beteiligten sich Kinder mit Fluchterfahrung, mit Migrationshintergrund und beheimatete Kinder an den unterschiedlichen
Workshops und Werkstätten.

Quartiersentwicklung Waldsassener Straße

In der Theatergruppe beteiligten sich durchschnittlich acht Kinder, die am 17. Oktober ihr
selbst geschriebenes Stück mit dem Thema „Abenteuer und Magie“ vor Mitarbeiter/innen
und Besucher/innen des 3D Medienhauses aufführten. Ein in der Medienwerkstatt aktives
Kind hielt die Aufführung fotografisch fest.
In den Sommerferien fertigten die Kinder und Jugendliche in verschiedenen Workshops Kulissen und Requisiten an. Es entstanden dabei z.B. ein „wundersamer Kristall“ und eine
Berglandschaft aus Holz. Als Abschluss des Projekts sowie zur Inspiration für das eigene
Theaterspiel besuchten die Kinder am 16. Dezember 2017 gemeinsam eine Theatervorführung in der Parkaue.
In der Medienwerkstatt entstanden anfänglich kurze Handyfilme, die die Kinder bearbeiteten
und dabei kleinere Filmtricks ausprobierten. Mit der professionellen Kamera entwickelte sich
die Idee, ein Video über das 3D Medienhaus zu drehen. Die Kamera wurde daraufhin spontan von den Kindern im Alltag oder z.B. bei einer extra vorbereiteten Tanzaufführung eingesetzt. An der Medienwerkstatt nahmen 5 Kinder teil.
Die Koch AG fand 2x wöchentlich statt und wurde thematisch von den Kindern ausgerichtet.
Hierbei lernten die Kinder frische Lebensmittel zu verarbeiten und dass auch gesundes Essen schmecken kann.
Im Herbst fand ein mehrtägiger Graffiti-Workshop statt, der nicht nur zur Verschönerung des
Außenbereichs des Jugendtreffs führte, sondern auch dazu, dass die Kinder stundenlang
konzentriert und vertieft an ihren eigenen bunten Kreationen arbeiteten.
Beide Gruppen werden nach Abschluss des Projekts weitergeführt.

2.1.3 Operatives Ziel: Förderung der Mobilität und der Eigeninitiative
Das Projekt „Radfahrtraining für Frauen“ führte geflüchtete Frauen an das Fahrrad als
unabhängiges Fortbewegungsmittel heran.
Bei insgesamt vier Treffen erlernten geflüchtete Frauen das Radfahren in Theorie und Praxis
sowie Grundlagen der Wartung eines Fahrrads. Das Radfahrtraining fand auf dem Hof der
Notunterkunft Daimlerstraße, in einer Nebenstraße sowie in der Jugendverkehrsschule Mariendorf statt. Dabei unterstützten ehrenamtliche Helferinnen die Frauen in ihren ersten
Fahrversuchen. Die Ehrenamtlichen wurden durch Öffentlichkeitsarbeit über das Internet
gefunden.
Das Theorie-Training vermittelte die wichtigsten Verkehrsregeln und Verkehrszeichen, so
dass sich die Teilnehmerinnen am Ende dieses Trainings im Straßenverkehr zurechtfinden
können. Die Unterrichtsmaterialien wurden vom Projektträger in vier verschiedenen Sprachen bereitgestellt, sodass keine Verständnisprobleme auftraten. Zusätzlich waren bei allen
Treffen jeweils eine arabisch-sprachige, eine farsi-sprachige und eine deutsch-sprachige
Trainerin anwesend. Einige Frauen, die schon Erfahrung im Radfahren hatten, nahmen nur
an den Theorie- und Wartungsworkshops teil und erweiterten hier ihre Kenntnisse. Drei
Frauen nahmen an allen Trainingseinheiten teil und konnten später sicher im Sattel sitzen.
Diese Frauen erhielten am Ende jeweils ein verkehrssicheres Fahrrad inklusive Helm,
Schloss, Licht und Tasche.
Die Frauen, die weiterhin üben möchten, können auch nach Abschluss des Projektes an den
offenen Übungsterminen der #BIKEYGEES in der Jugendverkehrsschule Kreuzberg teilnehmen.
Der Träger #BIKEYGEES dieses Projekts ist Anfang 2018 mit dem Deutschen Fahrradpreis
ausgezeichnet worden.

Arbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und angewandte Stadtforschung

11

2.1.4 Operatives Ziel: Weiterentwicklung der Stadtteilkultur für und mit
Geflüchtete/n
Der „6. Marienfelder Generationenlauf“ schuf die Möglichkeit zu Begegnungen von Geflüchteten und Beheimateten bei einer Laufveranstaltung, die in ein Stadtteilfest eingebunden
war. Seit vielen Jahren ist diese Veranstaltung überdies ein Beitrag zur Stadtteilkultur und
dient der Gesundheitsförderung durch Vermittlung von Spaß an der Bewegung.
Der Generationenlauf fand am 17.6.2017 statt und wurde von Stadtrat Oliver Schworck eröffnet. Unter Beteiligung zahlreicher Kooperationspartner wurde neben den Läufen ein buntes und fröhliches Fest mit ca. 600 Besucher/innen ausgerichtet. Ca. 25 Kinder unter 6 Jahren beteiligten sich am 1. Lauf, etwa 35 Kinder über 6 Jahre am 2. Lauf und am 3. und abschließenden Staffellauf beteiligten sich sechs Mannschaften (mit je 4 Läufer/innen).
Geflüchtete Personen aus dem Übergangswohnheim Marienfelder Allee sowie aus der Notunterkunft Daimlerstraße waren stark in die Vorbereitung und Durchführung des Festes eingebunden. Das seit einigen Jahren etablierte Stadtteilfest hat sich damit erneut offen für
Neuankommende gezeigt und von der guten Vernetzung im Quartier profitiert. Zahlreiche
Informations- und Spielangebote der Einrichtungen und Projekte aus dem Quartier wurden
von Jung und Alt stark nachgefragt. Am Bühnenprogramm wirkten Geflüchtete aus den
Flüchtlingsunterkünften Marienfelder Allee und Daimlerstraße sowie Bewohner/innen der
Großwohnsiedlung mit. Vor allem die palästinensische Tanz-, Gesangs- und Musikgruppe
ALWADA erntete großen Applaus und war noch Monate nach dem Fest Gesprächsthema im
Kiez. Diese positive Erfahrung regte Leute aus dem Kiez an, ihre Vorstellung über Geflüchtete zu überdenken. Auch unter Bewohner/innen, die sonst gegenüber Kontakten zu Geflüchteten eher zurückhaltend reagieren, entwickelte sich daraus der Wunsch nach weiterem Austausch mit ihnen.
Die degewo beteiligte sich mit einer Spende von 500 € an den Kosten des Stadtteilfestes.
Das Projekt „Interkultureller Kinderchor aus Marienfelde“ diente neben der Förderung
der Stadtteilkultur der Entwicklung sozialer Kompetenzen sowie der Förderung der Kommunikation.
Kinder aus Willkommensklassen und aus Regelklassen der Marienfelder Grundschule studierten gemeinsam Lieder verschiedener Kulturen ein. Verbunden durch das gemeinsame
Interesse am Singen lernen sie sich gegenseitig kennen. Sie konnten so von- und miteinander lernen und dabei Freundschaften schließen.
Seit dem 14 Juni 2017 probten 18 Kinder regelmäßig einmal wöchentlich Lieder in verschiedenen Sprachen ein. Mit der Zeit entwickelten sich zwei Chorgruppen, erst probten die älteren Grundschulkinder und danach sagen die jüngeren Kinder. Die Kinder entwarfen gemeinsam T-Shirts, um als Gruppe wahrgenommen zu werden. Am 8.07.2017 hatte der Chor beim
Sommerfest des haus of fun seinen ersten, sehr erfolgreichen Auftritt. Ein am 1. Februar
2018 geplanter Auftritt des Kinderchors zum Stadtteilforum W 40 musste wegen grippaler
Erkrankung leider ausfallen. Eine zunächst geplante Weiterführung des Chors im Rahmen
der Musikschule scheiterte an dessen Finanzierung.
Ein weiteres (Aktionsfonds-)Projekt zur Förderung der Stadtteilkultur war das „Sommerfest
der Gärten der Länder“
Die „Gärten der Länder“ sind seit 2015 zunächst aus FEIN-Mitteln gefördert sowie mit Unterstützung der degewo aufgebaut worden. Seitdem organisieren sie jährlich ein Sommerfest,
um gemeinsam mit Gästen zu feiern. Die Gärtner/innen sind in einem Verein organisiert.
Zwei neue Gärtner aus dem Übergangswohnheim Marienfelder Allee wirken inzwischen mit.
Somit wurden Begegnungen zwischen Geflüchteten und Beheimateten ermöglicht, die auf
dem Fest gefeiert und publik gemacht werden sollten.
Geflüchtete engagierten sich aktiv bei der Festorganisation. Das zeigte das geplante Bühnenprogramm, das Auftritte von Musik- und Tanzgruppen von Geflüchteten und Beheimate-

Quartiersentwicklung Waldsassener Straße

ten vorsah. Leider musste das lange vorbereitete Fest wegen eines großen Gewitters verändert werden. Nachdem die technischen Geräte ins Trockene gebracht waren, boten die
Gärtnerinnen vorbereitete Speisen unter einem Pavillon an. Trotz Blitz und Donner über dem
Festgelände erschienen einzelne Besucher/innen.
Mit dem Projekt „Kiek `rin“ Begrüßung der neuen Mieter TiRi 8“ wurden die neuen Bewohner/innen des Neubaus Tirschenreuther Ring 8 und 8a von ehrenamtlich tätigen Bewohner/innen u.a. begrüßt und über Mitwirkungsmöglichkeiten im Stadtteil informiert. Ansprechpartner/innen konnten persönlich kennengelernt werden.
Initiatorin des Projektes war eine seit vielen Jahre aktive Bewohnerin (Mitglied der VergabeJury, des degewo-Mieterbeirats in Mariengrün, Initiatorin einer Hundehalter-Initiative). Gemeinsam mit dem Quartiersbüro W40, der degewo und einigen sozialen Einrichtungen im
Quartier und anderen aktiven Bewohner/innen organisierte sie ehrenamtlich ein Willkommensfest, um den neu zugezogenen Bewohner/innen die Vielfalt der Angebote im Quartier
und die Mitgestaltungsmöglichkeiten im Kiez nahezubringen. Der Neubau Tirschenreuther
Ring 8 und 8a ist komplett im geförderten Wohnungsbau entstanden; hier wohnen auch einige Flüchtlingsfamilien. Das Fest fand am 29.09.2017 statt und lockte zahlreiche alte und
neue Bewohner/innen. Hier stellten sich aktive Bewohner/innen und Träger mit ihren Projekten und Aktionen vor. Mit dabei waren das von Bewohner/innen getragene Nachbarschaftsund Selbsthilfezentrum Marienfelde-Süd e.V. mit seinen vielfältigen Aktivitäten von PCKursen bis Kaffeenachmittagen, Gymnastik- und Handarbeitsgruppen. Der Verein „Gärten
der Länder“ informierte über die Möglichkeit, in seinem Garten ein eigenes Beet zu betreuen.
Der degewo-Mieterbeirat Mariengrün, das Quartiersbüro W40 und ein Stadtteilmanager der
degewo begrüßten die Mieter/innen und stellten sich vor. Bei Kaffee und Kuchen entwickelten sich viele Gespräche mit den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern. Für die Kinder gab
es einige Spielangebote.
Das Willkommensfest trug dazu bei, Voraussetzungen für eine rasche Integration der Neuangekommenen in den Stadtteil zu schaffen.
Das „Gemeinsame Osterbasteln mit Kindern“ diente dem gegenseitigen Kennenlernen
von Kindern aus dem Kiez und geflüchteten Kindern sowie dem Vermitteln kultureller Traditionen im Stadtteil.
Sieben Kinder aus der Notunterkunft Daimlerstraße und zehn Kinder aus dem Quartier
Waldsassener Straße bastelten gemeinsam, bemalten Ostereier und suchten nach versteckten Schokoladenhasen. Das Projekt führte zu ersten Kontakten zwischen geflüchteten und
beheimateten Kindern. Darüber hinaus lernten geflüchtete Kinder Ostern als eine Tradition
des gemeinschaftlichen Feierns kennen. Das Projekt wurde von einer engagierten Bewohnerin beantragt und organisiert, viele ehrenamtliche Helfer/innen trugen ebenso zu seinem Erfolg bei wie Spenden der örtlichen EDEKA-Filiale und der degewo.
Unter dem Motto „Geflüchtete Menschen lernen deutsche Weihnachtstraditionen kennen“ fand am 01.12.2017 ein kleiner Weihnachtsmarkt in Mariengrün statt. Das Projekt ermöglichte Begegnungen von Geflüchteten und Beheimateten in einem stimmungsvollen
Rahmen, um bestehende Kontakte zu festigen bzw. neue zu knüpfen. Geflüchtete Menschen
verschiedener Generationen wurden mit Traditionen in der Weihnachtszeit bekannt gemacht
(Weihnachtsbasteln und Weihnachtskeksbacken mit beheimateten und geflüchteten Kindern
/ Mitwirkung von Beheimateten und Geflüchteten beim Weihnachtsmarkt).
Es fanden drei ehrenamtlich geleitete Werkstätten für Kinder aus den Flüchtlingsunterkünften
und Kinder aus dem Kiez statt. Pro Werkstatt nahmen 6 bis 9 Kinder teil. Sie bastelten Lebkuchenhäuser, Anhänger aus Filzstoff in weihnachtlichen Motiven und backten Weihnachtskekse. Es nahmen Kinder aus dem Übergangswohnheim Marienfelder Allee, der Notunterkunft Daimlerstraße, dem haus of fun und der Marienfelder Grundschule teil. Alle Kinder waArbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und angewandte Stadtforschung

13

ren hellauf begeistert und nahmen stolz ihre selbstgebastelten Dinge mit nach Hause. Die
ehrenamtlichen Frauen der Bastelwerkstatt „Anhänger aus Filzstoff“ boten spontan einen
zweiten Termin an, da die Kinder unbedingt weitere Anhänger basteln wollten.
Zum Weihnachtsmarkt gab es über 20 verschiedene Angebote, an denen u.a. die Kinder-und
Jugendfreizeitstätten Haus of fun und das 3D Medienhaus, der degewo-Mieterbeirat Mariengrün, die Seniorenfreizeitstätte des EJF, das Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum Marienfelde Süd e.V., das Übergangswohnheim Marienfelder Allee, die degewo, das Quartiersbüro W40 und über 20 Bewohner/innen Weihnachtsgebäck, Weihnachts-Deko, Schmuck,
Selbstgeschneidertes, Strickware etc. sowie Getränke und Speisen zum Selbstkostenpreis
anboten. Die Kinder erfreuten sich an dem großen Spielangebot (u.a. Glücksrad, Leitergolf,
Fang-Hut-Spiel) und vor allem über den Weihnachtsmann. Der Weihnachtsmann las Geschichten vor und verteilte Mandarinen an die Kinder. Es kamen etwa 400 Besucher/innen,
um den Weihnachtsmarkt zu bestaunen. Das Projekt wurde komplett ehrenamtlich organisiert und durchgeführt.

2.1.5 Operatives Ziel: Förderung des Umweltbewusstseins von Geflüchteten
Das Projekt „Müllmonster“ diente der Erlangung sozialer und ökologischer Kompetenzen
durch professionell geleitete Workshops und der Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten
zwischen geflüchteten und beheimateten Kindern.
Das Projekt wurde in Kooperation zwischen dem Internationalen Bund (IB) - Übergangswohnheim Marienfelder Allee und der Naturwacht Marienfelde ausgeführt. Es nahmen jeweils 5 – 7 Kinder zwischen 9 und 12 Jahren beider Einrichtungen teil. An zwei Projekttagen
setzten sich die Kinder intensiv mit dem Thema Müll auseinander. Am ersten Projekttag erkundeten sie in Kleingruppen - ausgerüstet mit Warnwesten und Müllzangen - die Umgebung
des Übergangswohnheims, um „Müllecken“ aufzuspüren und zu beseitigen. Sie sammelten
den Müll, dokumentierten mit Fotokameras die Fundorte sowie die weggeworfenen Dinge
und füllten einen Arbeitsbogen aus. Zurück im Übergangswohnheim erstellten die Kinder ein
erstes Plakat für eine spätere Ausstellung.
Der zweite Projekttag fand in der Naturwacht in Marienfelde statt. Im „grünen Klassenzimmer“ bastelten die Kinder Kollagen mit den entwickelten Fotos vom vorherigen Projekttag.
Danach erkundeten die Kinder - erneut mit Müllwerkzeug – die Naturwacht mit ihrem Müllberg und der Müllverbrennungsanlage. Später erhielten die Kinder eine Führung durch den
Naturschutzpark inklusive Schmetterlingshaus und Bienenschaukästen. Die Plakate der zwei
Projekttage dienen als Wanderausstellung, die dem Gebiet weiterhin zur Verfügung steht.
Die Ausstellung wurde im letzten Jahr bei zwei Veranstaltungen im Gebiet gezeigt.

2.1.6 Operatives Ziel: Förderung der Wohnumfeldverbesserung und der
Willkommenskultur
Die Förderung der Vernetzung von geflüchteten und ansässigen Bewohner/innen für einen
nachhaltigen Austausch war das Ziel des von den „Gärten der Länder“ initiierten und getragenen Projekts „Säen und ernten“.
Gemeinsam mit Bewohner/innen des Übergangswohnheims Marienfelder Allee und
Mitgliedern des Vereins „Gärten der Länder“ wurden im Hof der Unterkunft unter
professioneller Anleitung Hochbeete aufgestellt. Von Mitte Juli bis Oktober 2017 trafen sich
die Gärtner/innen des Vereins mit Heimbewohner/innen zu wöchentlichen Gartentreffen, um
auf dem Gelände des Wohnheims gemeinsam zu gärtnern. Einige der neu angelegten Beete
werden als Gemeinschaftsbeete genutzt, andere befinden sich in der Verantwortung
einzelner Familien. Am Projekt nahmen regelmäßig 3-5 Mitglieder vom Verein „Gärten der
Länder“ und 4 Familien des Übergangwohnheims teil. Die Beete wurden gemeinsam mit
Erde befüllt und später mit Kräutern und Gemüse bepflanzt. Die Gärtner/innen aus dem
Wohnheim übernahmen die alltägliche Pflege und Absprachen untereinander.

Quartiersentwicklung Waldsassener Straße

Im Rahmen des Projekts fanden ferner drei Ausflüge statt: Die Gruppe fuhr gemeinsam in
den Botanischen Garten, zur IGA nach Marzahn und zur Dahlienschau im Britzer Garten. Die
Ausflüge dienten der Stärkung der Gruppendynamik, dem Austausch eigenen Gartenwissens und zur Inspiration für den eigenen Garten. An den Ausflügen nahmen jeweils 3-5 Vereinsgärtner/innen und Heimbewohner/innen teil. Die Idee zu den Ausflügen war zwar mit
Begeisterung aufgenommen worden, doch konnten einige Projektbeteiligte wegen anderer
Verpflichtungen (z.B. Familienbetreuung, Arbeit, Behördengänge) nicht daran teilnehmen. In
Absprache mit der bezirklichen Steuerungsrunde wurden die nicht ausgeschöpften Mittel für
die Ausflüge zur Erstellung einer Fotoausstellung über das Projekt genutzt. Die (mobile)
Ausstellung kann an verschiedenen Orten im Quartier gezeigt werden; derzeit hängt sie im
Eingangsbereich des Übergangswohnheims.
Der Verein „Gärten der Länder“, dessen Gemeinschaftsgarten in den Vorjahren durch die
Förderung aus FEIN-Mittel entstand, übernahm damit erneut die Trägerschaft für ein Projekt.
Zwei Bewohner des „Übergangwohnheims Marienfelde“ betreuen hier inzwischen Beete.
Diese Gärtner nahmen aktiv am Projekt teil und fungierten als Bindeglied zwischen den beiden Gartenprojekten.
Beim Projekt „Trommeln und Bauen mit der Daimlerstraße“ verschönerten geflüchtete
und beheimatete Kinder gemeinsam das Wohnumfeld der Notunterkunft und erwarben dabei
soziale Kompetenzen; beheimatete Kinder lernten die Lebens- und Wohnsituationen geflüchteter Kinder kennen.
An drei Workshop-Tagen bauten und dekorierten je 20 Kinder und Jugendliche aus dem Kiez
und Bewohner/innen aus der Notunterkunft Daimlerstraße Hochbeete und Sitzgelegenheiten
für den asphaltierten Hof der Notunterkunft Daimlerstraße. Nachdem in den Sommerferien
ein Trommelworkshop in der Jugendeinrichtung Basis stattfand, konnten die Kinder und Jugendlichen nun im Jugendtreff Basis eigene Trommeln bauen. Vor allem der Bau der Cajóns
begeisterte die Teilnehmer/innen. Die Kinder und Jugendlichen lernten in den Workshops
nicht nur Basiswissen des Handwerkens, sondern entwickelten Ideen, das eigene Wohnumfeld zu gestalten und dies selbst umzusetzen.

2.2

Querschnittsaufgaben

Die Handlungsziele und -felder Partizipation / Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung / Kooperation sind Querschnittsaufgaben, die der Realisierung aller inhaltlichen Handlungsziele
und -felder dienen.

2.2.1. Partizipation / Öffentlichkeitsarbeit
Das Quartiersbüro W40 der AG SPAS e.V. ist in der Großwohnsiedlung Waldsassener Straße etabliert und wird von der Bewohnerschaft und Einrichtungen im Gebiet gut angenommen. Dies zeigen u.a. die Besucherzahlen. Insgesamt 1.531 Bewohner/innen und andere
Gebietsakteure suchten 2017 das Quartiersbüro in der Waldsassener Straße zur Beratung
und Information auf. Der zeitliche Aufwand für diese Sprechstunden betrug in 2017 ca. 400
Std. und entspricht etwa einem Drittel des Auftragsvolumens. Diese hohe Besucherzahl
hängt damit zusammen, dass das Quartiersbüro Ansprechpartner für alle möglichen Themen
ist (Wohnung, Wohnumfeld, soziale Angebote, Familie, Jugend, Alter u.v.a.).
Ein wichtiges Gremium der Partizipation im Gebiet ist die Vergabe-Jury. Sie entschied in
vier Sitzungen über Vorschläge zur Finanzierung von 10 Projekten des Projektefonds und 4
Projekten des Aktionsfonds. Alle befürworteten Projekte hatten die Integration geflüchteter
Menschen in die Nachbarschaft zum Schwerpunkt. Außerdem beteiligte sich die Jury an einer Planungsrunde mit anderen Aktiven aus dem Stadtteil zur Bestimmung der Schwerpunkte zur Entwicklung von Projektideen zur weiteren Verbesserung des Zusammenlebens im
Arbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und angewandte Stadtforschung

15

Stadtteil 2018. Das Quartiersbüro W40 der AG SPAS e.V. war weiterhin mit der Koordination, Organisation und Moderation der Jury-Beratungen befasst.
Mit der Implementierung bewährter Projekte wie das „Marienfelder Sportfest“, der „Marienfelder Generationenlauf“ und des „Kleinen Weihnachtsmarktes W40“ in die Förderstruktur
„FEIN – Flüchtlingsfonds“ konnte das Engagement von Bewohner/innen gehalten und weiter
ausgebaut werden, nicht zuletzt dank der Gewinnung von Sponsoren (degewo, Bezirksamt)
für ehrenamtliche Projekte. Vertreter/innen ansässiger Einrichtungen sowie Bewohner/innen
haben mit ihren Projektanträgen zum Erfolg der realisierten FEIN-Projekte ebenso beigetragen wie die Jury mit ihren Hinweisen zur Realisierung der Projektvorschläge.
Zum Stadtteilforum Waldsassener Straße unter Leitung von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler brachten Bewohner/innen und Vertreter/innen ansässiger Einrichtungen Ideen,
Kritiken und Hinweise zur Quartiersverbesserung vor und wurden über Vorhaben im Stadtteil
informiert. Das Forum konnte 2017 allerdings nur einmal stattfinden. Der Vorschlag von Bürgermeisterin Angelika Schöttler, den Hinweisen vieler Bürger/innen zur unübersichtlichen
Kreuzungssituation an den Endhaltestellen der Buslinien M 77 und M 82 in einer AG genauer
nachzugehen und entsprechende Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten, fand große
Unterstützung. Das Quartiersbüro W40 unterstützte das Anliegen der AG, ermöglichte deren
Treff im QB W40, moderierte anfangs deren Sitzungen, bot Rat und Unterstützung ihrer Anliegen. Etwa 10 Bewohner/innen der AG Kreuzung Waldsassener/Tirschenreuther Ring
nahmen an mehreren Beratungen teil (u.a. mit Vertretern des Polizeireviers), organisierten
Vor-Ort-Begehungen mit Bewohner/innen und der Stadträtin Frau Heiß: Schließlich unterbreitete die AG dem Bezirksamt realistische mögliche Lösungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit an dieser Kreuzung.
Wie schon in den Vorjahren unternahm die AG SPAS e.V. auch 2017 vielfältige Aktivitäten in
der Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehörten u.a. monatlich erscheinende tabellarische Übersichten über Veranstaltungstermine und Regelangebote im Stadtteil agierender Einrichtungen und Initiativen. Diese Übersichten wurden im Schaufenster des Büros, in Schaukästen
und auf Aufstellern im Gebiet ausgehängt, auf der Homepage für den Stadtteil
www.waldsassener-strasse.de veröffentlicht und an Einrichtungen und Bewohner/innen
versandt. Das trug dazu bei, die vielfältigen Veranstaltungen und Angebote im Stadtteil in der
Bewohnerschaft besser bekannt zu machen und Bewohner/innen zur aktiven Mitwirkung im
Stadtteilleben anzuregen. Viele darüber hinaus gehende Informationen wurden per Mail sowohl interessierten Bürger/innen als auch allen Einrichtungen im Stadtteil mit der Bitte um
Veröffentlichung zugestellt.
Mit Faltblättern wird über das Quartiersverfahren und das Quartiersbüro, über Möglichkeiten
zum Einbringen von Projektideen, über zu fördernde Ziele, Förderbedingungen sowie das
Förderverfahren informiert. Die Faltblätter liegen auf verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen aus und werden von den Mitarbeiterinnen des Quartiersbüros verteilt.
Das Quartiersbüro unterstützte auch 2017 von Ehrenamtlichen organisierte Veranstaltungen
und Projekte bei der Herstellung und/oder Vervielfältigung von Plakaten und Flyern und
veröffentlichte/ verteilte diese.
Einladungen und Informationen zu ausgewählten Projekten und Veranstaltungen wurden
auch 2017 lokalen Presseorganen zugeleitet, um einen möglichst großen Bewohnerkreis zu
erreichen (mehrere Veröffentlichungen in der „Berliner Woche“ und im „Berliner Abendblatt“
u.a.).

2.2.2. Vernetzung / Kooperation
Zwischen den Einrichtungen, Trägern und Eigentümern des Gebietes und der AG SPAS e.V.
als Träger des Quartiersverfahrens gibt es vielfältige und gute Kooperationsbeziehungen und
eine weitgehende Vernetzung. Das war erneut eine wichtige Basis für die Initiierung von Projekten, zur Gewinnung von Trägerschaften. Diese gute Zusammenarbeit half auch wesentlich bei der Entwicklung und Umsetzung von Projekten zur Integration geflüchteter Menschen
in die Nachbarschaften. Auftakt zum Jahresbeginn 2017 war erneut ein Treffen mit Koopera-

Quartiersentwicklung Waldsassener Straße

tionspartnern, um Termine und Vorhaben im Jahr miteinander abzustimmen. In einer Planungsrunde Ende Oktober 2017 wurde in einer Zusammenkunft mit Kooperationspartnern,
der Vergabe-Jury und weiteren Aktiven über Ideen für Projekte und Termine für 2018 nachgedacht.
Das Quartiersbüro W40 nahm auch 2017 an Beratungen der RRJ mit Jugend- und Sozialarbeiter/innen in Marienfelde und der RAG und an weiteren bezirklichen Abstimmungsrunden
teil. Dort hat sie über Vorhaben und Projekte informiert und Informationen erhalten, die in die
weitere Arbeit einflossen. Durch die enge kooperative und zielführende Zusammenarbeit mit
der bezirklichen Steuerungsrunde wurden wesentliche Grundlagen für Erfolge in der Quartiersverbesserung geschaffen.
Darüber hinaus ist das Quartiersbüro ein Partner im Arbeitskreis „Perspektiven für Flüchtlinge“, das vom Netzwerk Großbeerenstraße organisiert wird (Trägerschaft: trikon GmbH) und
an dem neben den Gewerbetreibenden auch Vertreter der Flüchtlingsunterkünfte sowie gelegentlich auch Vertreter anderer Einrichtungen teilnehmen. Ziel dieses Arbeitskreises ist es,
sich zur Thematik der Integration von Flüchtlingen auszutauschen und gemeinsam Projekte
für die Integration von Flüchtlingen in den Stadtteil zu entwickeln.
In 2017 nahm das Quartiersbüro W40 der AG SPAS e.V. an zwei Sitzungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen teil, die zu einem Erfahrungsaustausch aller
FEIN-Fördermittel geförderter Gebiete eingeladen hatte.
Das Quartiersbüro W40 wirkte bei allen geförderten Projekten selbst als Kooperationspartner
mit. Das betraf vor allem die Mitwirkung bei der Initiierung und Antragstellung für zu fördernde Projekte. Darüber hinaus unterstützte das Quartiersbüro Antragsteller/innen bei der Gewinnung von Kooperationspartnern, war Berater und Helfer bei der Vorbereitung und Umsetzung von Projekten, unterstützte die Öffentlichkeitsarbeit der Projektträger und half bei der
Gewinnung von Teilnehmer/innen insbesondere bei Aktionsfonds-Projekten. Eine besonders
enge Abstimmung gab es dabei mit den Trägern des Übergangswohnheims Marienfelder
Allee sowie der Notunterkunft Daimlerstraße.
Besondere Aufmerksamkeit widmete das Quartiersbüro W40 in 2017 der weiteren Festigung
und dem Ausbau des Ehrenamts-Netzwerkes sowie der Beratung, Begleitung und Vermittlung von Ehrenamtlichen. Dabei konnte es sich auf die in den vergangenen Jahren gesammelten Erfolge stützen.
Erneut wirkte sich 2017 positiv aus, dass sich viele Träger und Bewohner/innen mit eigenen
Aktivitäten an Projektaktivitäten beteiligten. Die damit einhergehende zunehmende Resonanz dieser Vorhaben spiegelt sich sowohl in einer größeren Vielfalt der Angebote als auch
in höheren Besucherzahlen wider. Kooperationen zwischen Trägern und BewohnerInitiativen gab es darüber hinaus auch bei vielen kleineren Projekten.
Die gute Zusammenarbeit mit der degewo als eines der hauptagierenden Wohnungsunternehmen im Quartier wurde 2017 fortgeführt. Es gab eine sehr enge Kooperation und vielfältige Abstimmungen. Die degewo stellte auch 2017 Räume für das Quartiersbüro mietfrei zur
Verfügung. Eine enge Zusammenarbeit mit der degewo gibt es darüber hinaus bei der Unterstützung vieler Projekte („Gärten der Länder“, Generationenlauf, Trödelmarkt Firlefanz,
Tortenwettbewerb, Weihnachtsmarkt u. v. a.), bei der Nutzung des Alten Waschhauses sowie bei der Öffentlichkeitsarbeit des Quartiersbüros durch Aushänge in Wohnhäusern. Darüber hinaus trug sie auch 2017 mit Spenden für Bewohner/innenprojekte und mit eigenen
Veranstaltungen für Bewohner/innen im Nachbarschaftscafé zur Quartiersverbesserung bei.

2.3

Weitere Projekte / Aktivitäten ohne Förderung

Im Folgenden werden die in 2017 weitergeführten bzw. neu initiierten Projekte und Aktivitäten ohne Fördermitteleinsatz kurz skizziert, die durch Unterstützung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements realisiert werden konnten. Das Quartiersbüro W40 unterstützt
ehrenamtlich getragene Projekte und Aktivitäten durch ihr Knowhow, gemeinsame Beratungen, Vernetzung zu Einrichtungen im Gebiet, Erschließung alternativer FinanzierungsmögArbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und angewandte Stadtforschung

17

lichkeiten und/oder Gewinnung von Sponsoren sowie in der Öffentlichkeitsarbeit. In besonderem Maße trug auch im Jahr 2017 die degewo zur Verbesserung des sozialen Lebens im
Quartier bei, indem sie verschiedene Projekte finanziell oder mit einer Sachmittelförderung
unterstützte. 15 Projekte aus den Vorjahren konnten weitergeführt und 2 Projekte bzw. Aktionen neu initiiert werden. Sie entfalteten ihre Wirkung insbesondere in den Handlungsfeldern
Nachbarschaft, Kommunikation, Bewohneraktivierung sowie Integration, Unterstützung kinder- und familienfreundlicher Strukturen, Stadtteilkultur und Beschäftigung / Qualifizierung.
In der Anlage A2 sind die Projekte ohne Förderung den jeweiligen Handlungsfeldern zugeordnet. Besonders hervorgehoben ist hier u. a. der im siebenten Jahr ehrenamtlich organisierte Kieztrödel Firlefanz; verschiedene ehrenamtlich geleitete Kursangebote im Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum Marienfelde Süd e.V., der 2017 zum sechsten Mal durchgeführte Marienfelder Kuchen- und Tortenwettbewerb, die vielfältigen Aktivitäten der „Gärten
der Länder“ sowie die Aktivitäten der Anwohner-Initiative zur Verbesserung der Verkehrssicherheit an der Kreuzung Waldsassener Straße Ecke Tirschenreuther Ring.
Das Quartiersbüro W40 der AG SPAS e.V. hat 2016 weiterhin Nachbarschaftseinrichtungen
im Stadtteil mit ihren Angeboten für Bewohner/innen unterstützt und gefördert. Das betrifft
vor allem viele Angebote des ehrenamtlich geführten Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrums Marienfelde Süd e.V.
Als Dankeschön für die vielen engagierten ehrenamtlich tätigen Bewohner/innen und anderen Kiezaktivisten, die mit ihrem Einsatz in den vergangenen Jahren maßgeblich zur Verbesserung der Lebensqualität in der Großsiedlung beigetragen haben, organisierte das Quartiersbüro am 19.12.2017 ein „Ehrenamtsfest“. Das Fest war zugleich eine Möglichkeit, sich
über Erfolge und gemeinsame neue Vorhaben auszutauschen.
Das Quartiersbüro W40 machte auch 2017 auf die Registerstelle Tempelhof-Schöneberg
aufmerksam, die rassistische, antisemitische, homo- und transphobe, rechtsextreme
und andere diskriminierende Vorfälle erfasst und rief die Bewohnerschaft auf, derartige
Vorfälle zu melden. Das Quartiersbüro W40 agierte als Meldestelle für die Registerstelle; ein
Vorfall wurde gemeldet.
Verschiedentlich war das QB W40 bei der Vermittlung von Streitigkeiten in der Nachbarschaft tätig, z.B. zwischen Mieter/innen und dem AHB-Jugendtreff Basis.
Zur Unterstützung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements konnte von der AG
SPAS e.V. auch 2017 ein Arbeitsplatz im Programm FAV (Förderung von Arbeitsverhältnissen) eingerichtet werden. Einer Geographiestudentin wurde die Durchführung eines dreimonatigen studienbegleitenden Praktikums ermöglicht.

2.4

Zusammenfassende Einschätzung des Erreichten

Mit den FEIN-Fördermitteln der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt wurden
2017 insgesamt dreizehn Projekte finanziert, die der Integration von Geflüchteten in den
Stadtteil sowie dem Miteinander von Beheimateten und Geflüchteten dienten. Alle geförderten Angebote, die verschiedene inhaltliche Ziele hatten, wurden erfolgreich umgesetzt. Es ist
gelungen, dass an allen Projekten Geflüchtete und Beheimatete verschiedenen Alters gemeinsam teilnahmen. Dank der Projekte lernten Geflüchtete Einrichtungen im Stadtteil und
darüber hinaus kennen. Bemerkenswert ist insbesondere, dass z.B. durch die gemeinsamen
Aktivitäten des Vereins „Gärten der Länder“ mit Bewohner/innen des Übergangswohnheims
Marienfelder Allee inzwischen zwei Flüchtlingsfamilien Mitglieder des Vereins geworden sind
und hier ihr eigenes Beet haben. Ebenso hervorhebenswert ist es, dass Kinder, die bereits
im vergangenen Jahr am Projekt „Integration in den Fußballvereinssport“ teilnahmen, auch
2017 regelmäßig am Vereinstraining teilnehmen, obwohl sie inzwischen z.T. in anderen
Stadtteilen leben.

Quartiersentwicklung Waldsassener Straße

Im Jahr 2017 konnten nahezu alle in den letzten Jahren initiierten Ehrenamtsprojekte auch
ohne FEIN-Förderung weitergeführt werden. Das spricht für die Nachhaltigkeit der hier entwickelten Projekte. Dem ehrenamtlichen Engagement der Bewohner/innen und dem mittlerweile gut ausgebildeten Netzwerk aus Bewohner/innen und anderen Kiezakteuren ist es zu
verdanken, dass viele Veranstaltungen und regelmäßigen Angebote auch ohne Fördermittel
fortbestehen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für das Stadtteilleben und die Stadtteilkultur
im Sozialraum, fördern die Identifikation der Bewohnerschaft mit dem Gebiet und tragen zu
deren Wohnzufriedenheit bei. Das Quartiersbüro stand den Bewohner/innen bei ihrer Arbeit
weiterhin mit Rat und Tat sowie logistischer Unterstützung zur Seite. Viele kleinere Initiativen
benötigen auch weiterhin die Beratung, Unterstützung und Motivation des Quartiersbüros.
Weitere ehrenamtlich organisierte Projekte mit einem Sachmittelbedarf wurden dankenswerterweise durch Spenden insbesondere der degewo ermöglicht.
Neben dem großen Engagement Einzelner sind in Teilen der Bevölkerung weiterhin deutlich
Sorgen, Ängste und Ressentiments gegenüber Geflüchteten zu erkennen. Die stärkere Präsenz der Geflüchteten im Alltag, die angespannte wirtschaftliche Situation der Bewohnerschaft und die gesamtgesellschaftliche Debatte zu diesem Thema beeinflussen die Stimmung im Quartier maßgebend. Durch die inhaltliche Zielstellung der Fördermittel mit dem
Fokus auf die Integration von Geflüchteten fühlen sich Teile der Bevölkerung zurückgesetzt
und nicht genug wahrgenommen.

Arbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und angewandte Stadtforschung

19

3. Grobkonzept 2018
Die Festigung des Zusammenhalts aller in der Großsiedlung Waldsassener Straße lebenden
und arbeitenden Menschen ist das zentrale Ziel der Aktivitäten zur Quartiersentwicklung im
laufenden Jahr. Die Förderung von Respekt und Toleranz sowie des Verständnisses für
Menschen verschiedenen Alters, unterschiedlicher Herkunft und Kulturen ist dazu eine wichtige Voraussetzung. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hat dazu bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Fördermittel für entsprechende Projekte in Höhe von
32.500 € beantragt und bewilligt bekommen.
Im Oktober 2017 hatte das Quartiersbüro nach Abstimmung mit der bezirklichen Steuerungsrunde eine Planungsrunde mit der Vergabe-Jury, mit Vertreter/innen verschiedener Einrichtungen und ehrenamtlich aktiver Bewohner/innen durchgeführt. Nach gemeinsamer Rückschau der in 2017 erreichten Ergebnisse wurden die Hauptzielrichtungen der weiteren Quartiersentwicklung für 2018 sowie die vorrangigen Handlungsfelder und diverse Projektideen
bestimmt und Schwerpunkte der Quartiersentwicklung festgelegt. Auf dieser Basis erfolgte
die Antragstellung der FEIN-Mittel für 2018.
Aus den Ergebnissen der Planungsrunde erarbeitete das Quartiersbüro W40 der AG SPAS
e.V. in Abstimmung mit verschiedenen Trägern erste Projektideen für 2018. Dabei handelt es
sich vor allem um Vorhaben zur Förderung von Bewegung und gesunder Ernährung insbesondere von Kindern und Jugendlichen, zur stärkeren Identifizierung mit dem Stadtteil und
seiner Umgebung sowie zur weiteren Entwicklung von Kommunikation und Nachbarschaft.
Ein Schwerpunktprojekt könnte z. B. unter dem Motto „Schule in Bewegung“ stattfinden. In
Sportaktionswochen in Oster- und Sommerferien mit diversen Bewegungsangeboten des
TSV Marienfelde, FC STERN Marienfelde und Circus Cabuwazi sollen Schüler/innen ihre
Lieblingssportarten ermitteln können. Sie sollen so motiviert werden, um anschließend die
verschiedenen regelmäßigen Sportangebote dieser Träger zu nutzen.
Ein weiteres Schwerpunktprojekt unter dem Motto „Spaß an Bewegung und gesunder Ernährung fördern“ kann an ein Projekt im 3 D Medienhaus aus 2017 andocken: Durch Anlegen
von Hochbeeten zum Anbau von Gemüse und Kräutern (evtl. auch durch den Bau eines
Lehmbackofens) kann das bestehende Angebot einer Kochgruppe ergänzt werden. Außerdem könnte im Garten mit Jugendlichen eine Fläche für outdoor-Bewegungsangebote angelegt werden. Ein weiteres Format soll Jugendliche ermuntern, über ihre Lieblingsorte in Marienfelde, Berlin oder anderswo zu berichten und dies mit der Erkundung solcher Orte zu
verbinden. Das kann dazu beitragen, ihr Selbstbewusstsein und ihre Identität zu stärken.
Die Projektidee von Erzählcafés könnte für die Entwicklung von Kommunikation und Nachbarschaft förderlich sein. Nachbarn können sich austauschen, evtl. ihre „Lieblingsnachbarn“
vorstellen. Das Projekt soll in Kooperation vom Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum Marienfelde Süd e.V. und dem Dorothee-Sölle-Haus realisiert werden.
Diesem Ziel dienen weitere Projektideen wie der Marienfelder Generationenlauf, der Marienfelder Kuchen- und Tortenwettbewerb – beide mit kulturellen Rahmenprogrammen, das Marienfelder Sportfest, die Sommerfeste der „Gärten der Länder“, einzelner Hausgemeinschaften und Einrichtungen, Aktionen wie „Marienfelde feiert den Frühlingsbeginn“ mit Osterbasteln und Osterfeuer und „Wir bringen Licht in die dunkle Jahreszeit“ mit Laternenbasteln mit
Kindern und großem Laternenumzug, der schon traditionelle Weihnachtsmarkt in Mariengrün
mit vorherigen Bastel- und Backaktionen für Kinder.
Mit der Projektidee „Natur und Gärten“ wird die Einrichtung und Betreibung von Beeten für
Schüler/innen der Marienfelder Grundschule im bewohnergetragenen „Gärten der Länder“
gefördert. Eine pensionierte Biologielehrerin unterstützt eine Arbeitsgemeinschaft „Schulgarten“, wo 4 bis 6 Schüler/innen unter fachlicher Anleitung Pflanzen und Kräuter anbauen. In
Anknüpfung an ein 2017 erfolgreiches Projekt werden Begegnungen zwischen Menschen

Quartiersentwicklung Waldsassener Straße

verschiedener Generationen und Kulturen sowie gemeinsame Ausflüge in Naturparks und
Gärten organisiert.
Für kleinere Nachbarschaftsprojekte stehen 2018 erneut ca. 1.000 € im Aktionsfonds zur
Verfügung, die von der AG SPAS e.V. verwaltet und nach Entscheidung der Jury sowie Befürwortung durch die bezirkliche Steuerungsrunde ausgereicht werden.
Es ist vorgesehen, im Frühsommer eine Neuwahl der Bewohner-Jury durchzuführen. Damit
soll die Legitimation der Jury-Entscheidungen bekräftigt werden. Die Bewohner/innen der
Großsiedlung haben die Möglichkeit, sich als Kandidat/innen für die Bewohner-Jury zu bewerben. Im Rahmen einer Wahlveranstaltung, zu der alle Bewohner/innen eingeladen sind,
werden sich die Kandidat/innen vorstellen und werden von den Anwesenden anschließend
gewählt. Höchstens 9 Mitglieder werden in die Bewohner-Jury gewählt.
Im Erhalt und in der Festigung der Nachbarschafts- und Kooperationsnetzwerke in der Großsiedlung sieht das Quartiersbüro W40 weiterhin einen wichtigen Schwerpunkt seines Handelns. Auch 2018 wird das Quartiersbüro Ansprechpartner für Bewohner/innen bei der Umsetzung etablierter und neuer ehrenamtlicher Nachbarschaftsangebote bleiben. Damit wird
ein wichtiger Beitrag für das soziale Leben im Gebiet weiterhin sichergestellt.
In der Öffentlichkeitsarbeit sieht das Quartiersbüro W40 weiterhin eine wichtige Voraussetzung sowohl zur Unterstützung und Propagierung professioneller und ehrenamtlich organisierter Projekte als auch zur Gewinnung und Verbreitung von Informationen. Die Stabilisierung und Weiterführung der Webseite www.waldsassener-strasse.de ist wichtiger Bestandteil dieser Aufgabe.
Die Bestrebungen des BENN-Teams Marienfelde, die Integration von geflüchteten Menschen in den Stadtteil voranzubringen, werden begleitet und punktuell unterstützt. Im Interesse der Erzielung von Synergieeffekten werden einzelne Aktionen und Projekte abgestimmt.

Arbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und angewandte Stadtforschung

21
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.